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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Nichts ist, wie es scheint

Das fiktive Dorf „Kaltenbruch“ im Jahre 1954 ist Schauplatz eines Mordes. Kommissar Hoffmann, wegen eines dummen Scherzes zur braunen Vergangenheit seines Vorgesetzten strafversetzt, muss diesen Fall aufklären. Was zunächst als klare Fall aussieht, immerhin findet, der als Säufer und Raufbold bekannte Gruber, die Leiche von Heinrich Leitner.

Die Lage spitzt sich zu, als der mutmaßliche Täter selbst ermordet wird.
Von den Einheimischen ist wenig Brauchbares zu erfahren, haben sie doch nach wie vor mit den Nachwirkungen des verlorenen Krieges zu kämpfen. Die einen, weil ihnen Flüchtlinge aus dem Osten in Haus und Hof gesetzt werden, die anderen, weil ihnen die traumatischen Erlebnisse während des Krieges und der anschießenden Flucht noch schlaflose Nächte bereiten.

Hoffmann will den Fall so rasch wie möglich abschließen, doch nach dem Tod von Gruber beginnen die Ermittlungen von vorne. Ist Gruber vom selben Täter getötet worden? Was könnte das Motiv sein?

Je weiter er in die Geheimnisse der einzelnen Familien eindringt, desto klarer wird: Nichts ist, wie es scheint.

Meine Meinung:

Michaela Küpper gelingt es sehr gut, die misstrauische Haltung der Dorfbewohner einzufangen. Jede oder jeder scheint etwas zu verbergen. Sei es der Fabrikbesitzer Schlüter, der schon während des Krieges der größte Arbeitgeber der Umgebung war, oder sei es die Familie Leitner, deren jüngerer Sohn Heinrich das erste Opfer ist.
Auch die verschiedenen gestrandeten Personen wie Gertrude Starck und ihre Tochter Dana oder die ostpreußische Familie Kaminski haben ihre Last zu tragen. Und nicht zu vergessen Marlene, der das Schicksal nicht nur den Tod der Mutter aufbürdet, sondern auch das Geheimnis um ihren Vater.

Alle diese unterschiedlichen Schicksals- und Handlungsstränge verknüpft die Autorin geschickt mit den beiden Morden. Die fiktive Handlung ist genial in die reale Nachkriegswelt eingebettet. Elegant sind auch die Perspektivenwechsel aneinandergereiht, durch die Kapitelüberschriften weiß der Leser immer gleich, um wessen Geschichte es sich gerade handelt. Wir lernen im Laufe der Zeit die unterschiedlichen Lebensläufe der Menschen kennen und können ihre aktuellen Handlungen, wenn schon nicht verstehen und gutheißen, jedoch nachvollziehen.

Die teils grausamen Erlebnisse während des Krieges bzw. während der Flucht werden nicht voyeuristisch ausgeschlachtet, sondern durchaus knapp berichtet. Sprachlich ist das Buch gut gelungen. Der Leser ist mitten drin im Geschehen. Die Figuren sind authentisch gezeichnet. Auch durch die Schilderung der technischen Geräte, wie des Diktiergerätes und der Autos, kann man sich relativ leicht in das Jahr 1954 hineindenken.

Fazit:

Ein ansprechender Roman aus der Nachkriegszeit, der deutlich macht, dass mit dem Kriegsende 1945, das Elend und die Traumata noch lange nicht beseitigt gewesen sind. Gerne gebe ich eine Leseempfehlung und fünf Sterne.

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Nur ein Hype, oder?

Denke nach und werde reich von Napoleon Hill

Die Münchner Verlagsgruppe (m-vg) hat in ihrem Finanzbuch-Verlag das 1937 erschienene von Napoleon Hill geschriebene Buch ungekürzt neu aufgelegt.
Napoleon Hill ist ein Garant für hohe Auflagen und Einnahmen. Von diesem Buch wurden an die 70 Millionen Exemplare verkauft. Da muss es doch gut sein, oder?

Napoleon Hill beschreibt die 13 Erfolgsgesetze, die zu Erfolg und Reichtum führen.

Die sind:
• Verlangen (Desire)
• Vertrauen bzw. Glaube (Faith)
• Autosuggestion (Auto-Suggestion)
• Fachkenntnisse (Specialized Knowledge)
• Vorstellungskraft bzw. Phantasie (Imagination)
• Organisierte Planung (Organized Planning)
• Entschluss (Decision)
• Ausdauer bzw. Durchhaltevermögen (Persistence)
• Brain-Trust (Power of the Master Mind)
• Die Umwandlung der Sexualkraft (The Mystery of Sex Transmutation)
• Das Unterbewusstsein (The Sub-Conscious Mind)
• Der Geist (The Brain)
• Der sechste Sinn (The Sixth Sense)
Ebenso wichtig findet er es, die „Die sechs Gespenster der Angst (How to Outwit the Six Ghosts of Fear)“ zu kennen und zu bekämpfen.
Meine Meinung:
Wer dieses Buch liest, muss immer den damaligen Zeitgeist im Hinterkopf behalten, sonst ist dieser Ratgeber häufig mit Kopfschütteln zu betrachten.
Einiges lässt sich auch heute noch anwenden: offen sein für neue Ideen, die eigenen Schwächen und Stärken kennen und entsprechend einsetzen. „Organisierte Planung“ und „Durchhaltevermögen“ halte ich für sehr wichtig.
Anderes, wie das Kapitel über die „Sexuelle Transmutation“ verursacht bei mir Magengrummeln.
„Männer, die besondere Leistungen vollbringen, verfügen über ausgeprägte sexuelle Energie und haben die Transmutation gemeistert.“ (S. 227)
Was das bedeutet, lesen wir täglich in der Zeitung, nicht erst seit #metoo.
Anhand von Bespielen aus den 1930er und 1940er Jahren erklärt er, wie die rund 500 von ihm interviewten Millionäre zu ihrem Reichtum gekommen sind.
Hm, und was ist mit den vielen Millionen Amerikanern, die es nur zu mäßigen oder gar keinem Wohlstand gebracht haben?
Über einige seiner Statements habe ich schmunzeln müssen. So findet er es klasse, dass eine Mutter ihrem Sohn das Bewerbungsschreib verfasst und der dadurch einen tollen Job erhält. (S. 108) Das klingt für mich ein bisserl naiv. Spätestens beim zweiten Satz wird der Stellensuchende vom Personaler entlarvt, dass er die Bewerbung nicht selbst geschrieben hat.
Auf Seite 170 werden die Kosten für eine beheizte Wohnung in New York City mit 65 Dollar im Monat angegeben. Das hätte der Verlag auf die Gegenwart umrechnen sollen. Ich verstehe schon, dass das Werk so originalgetreu wie möglich veröffentlicht werden sollte. Doch Kaufkraftbereinigt wäre es einen Tick professioneller. Man hätte ja Fußnoten einsetzen können.
Im Kapitel „Frauen kaschieren die Verzweiflung“ (S. 288) zeigt der Autor, dass er wenig Ahnung von Frauen hat. Er schreibt:
„Frauen reagieren in einer so prekären Situation anders. Vielen ist nicht ganz klar, dass auch eine Frau ganz unten landen kann. In den langen Schlangen vor den Suppenküchen sieht man Frauen selten, und sie betteln auch nicht auf den Straßen. … Damit meine ich natürlich nicht die zerlumpten alten Weiber in den Straßen der Großstädte, die das weibliche Gegenstück zum sprichwörtlichen Penner sind. Ich spreche von einigermaßen jungen, anständigen, intelligenten Frauen. Auch von ihnen muss es viele geben, doch ihre Verzweiflung ist nicht so offensichtlich. Vielleicht begehen sie häufiger Selbstmord.“

Dieser Absatz sagt viel über den Autor und die Zeit in der er lebte, aus.

Überhaupt nehmen Frauen kaum Raum in seinem Buch ein. Unter den rund 50 hier im Buch namentlich genannten Multimillionären, ist kein einziger Frauenname.

Den Buchtitel „Denke nach und werde reich“ hat Napoleon Hill für sich selbst beherzigt. Er hat nachgedacht, dieses Buch geschrieben und durch die „13 Gesetze“ hat er die Sehnsucht nach schnellem Reichtum in den Menschen geweckt. Garantie für späteren Reichtum, ist das Buch nicht. Dem Autor, seinem Verlag und seinen Erben hat es wohl Reichtum gebracht.

Fazit:

Ich habe das Buch vor rund 30 Jahren schon einmal gelesen und im jugendlichen Leichtsinn, keinen der Ratschläge befolgt. Daher bin ich keine Millionärin geworden. Das macht aber gar nichts, denn nicht immer ist monetärer Reichtum erstrebenswert. Leider kann ich dem Buch nur 3 Sterne geben.

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Hat mich nicht vollends überzeugt

Beginn eines Piratenlebens von Ann-Kathrin Speckmann

Die Autorin nimmt sich in diesem Jugendbuch einer bekannten Abenteurerin an: Piratin Anne Bonny. Soweit es möglich ist, hält sich Ann-Kathrin Speckmann an die historische Person. Da nicht allzu viel über die junge Frau bekannt ist, ist Raum für allerlei Fantasie.

Anne ist die uneheliche Tochter des angesehenen und verheirateten Juristen William Cormac und seiner Dienstmagd Peg und wächst als Junge verkleidet auf.

Sie genießt alle Freiheiten, die einem Jungen zustehen. Nachdem Cormacs Ehefrau das Verhältnis und das uneheliche Kind publik gemacht hat, wandern Cormack, Peg und Anne nach South Carolina aus. Dort hat das freie Leben von Anne bald ein jähes Ende, zumal sie nun zwei Brüder bekommt, die von den Eltern bevorzugt werden. Cormack ist inzwischen Plantagenbesitzer und will die nun 15-jährige Anne gut verheiraten.

Anne besinnt sich wieder ihrer früheren Maskerade, läuft von zuhause weg und heuert als Junge verkleidet auf einem Schiff an.
Während der Reise lernt sie das harte Leben an Bord kennen. Der Kapitän ist ein Leuteschinder und hat ein Geheimnis, das Anne zufällig entdeckt. Als er Anne, die als Adam Bonny auftritt, um ihre Heuer betrügt, reift in ihr der Gedanke nach Rache.

Meine Meinung:

Das Buch ist für Mädchen ab 10 Jahren gedacht und ist in einfachem Stil geschrieben. Allerdings werden Worte wie „Hure“ verwendet, die vielleicht (noch) nicht im üblichen Wortschatz von Zehnjährigen vorhanden sind. Auch die Szene, in der betrunkene James Bonny seine „ehelichen Rechte“ fordert, ist für diese Altersstufe nicht ganz geegnet.

Außerdem gibt es ein paar historische Ungenauigkeiten. Die fallen dem Zielpublikum nicht auf, mir schon.
So betreten Matrosen Schiffe wegen der Rutschgefahr niemals mit Schuhen und klettern daher auch damit nicht in die Wanten. Matrosen sind fast immer barfuß unterwegs.
Man fühlt zu dieser Zeit auch Niemandem den Puls. Man hält dem vermeintlich Toten einen Spiegel/Metallplatte vor den Mund und wartet, ob der Spiegel sich vom Ausatmen beschlägt oder eben nicht.

Außerdem halte ich es für sehr unwahrscheinlich, dass im Umfeld von Piraten Papiergeld im Umlauf ist. Gold, Schmuck, Edelsteine ev. Kostbare Kleidungsstücke, Perücken oder sonstige Gebrauchsgegenstände ja, Banknoten – nein.

Einige Tippfehler sind auch noch vorhanden.

Fazit:

Möglicherweise lassen sich kleine Mädchen, die nicht „Prinzessin“ sondern „Piratin“ sein wollen, von diesem Buch beeindrucken.

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Eine Hommage an die LIebe

Wofür es lohnte, das Leben zu wagen,1 HD-DVD von Hans Machemer; Christian Hardinghaus

Als im Morgengrauen des 22. Juni 1941 mehr als drei Millionen deutsche Soldaten unter dem Codenamen „Unternehmen Barbarossa“ ohne Kriegserklärung in der Sowjetunion einfallen, ist der Augenarzt Dr. Helmut Machemer darunter. Was ihn so besonders macht?

Er bräuchte aus Grund seines Alters und eines Standes (noch) gar nicht dabei sein.

Helmut Machemer hat sich freiwillig zur Wehrmacht gemeldet, obwohl er dem Regime sehr reserviert gegenübersteht. Seine Frau Erna und die gemeinsamen Söhne gelten aufgrund der Nürnberger Gesetze als jüdische Mischlinge, da Erna, ohne dies jahrelang zu wissen, jüdischer Herkunft ist.
Machemer hat herausgefunden, dass ein arischer Reichsbürger auf den (durchaus seltenen) Gnadenakt von Adolf Hitler, eine jüdische Herkunft zu „arisieren“, hoffen darf, wenn entsprechende Gegenleistung vorhanden ist. In Machemers Fall wäre dies besondere Tapferkeit vor dem Feind und das „Eiserne Kreuz Erster Klasse (EK I)“.

Aus Liebe zu seiner Familie befindet er sich nun in der Aufklärungsabteilung der 16. Panzer-Division, fest entschlossen die entsprechenden Auszeichnungen zu erringen, um so seine Familie zu retten.


Meine Meinung:

Aus den zahlreichen Briefen, die in der Familie Machemer aufbewahrt worden sind, hat Hans Machemer, eine der drei Söhne, mit Unterstützung von Historiker Christian Hardinghaus ein beeindruckendes Dokument des deutschen Vorstoßes durch die Ukraine geschaffen.

Nach einer erklärenden Einleitung der beiden Autoren können die Leser gleich in das Leben von Dr. Helmut Machemer eintauchen. Die Briefe sind chronologisch geordnet und zu einigen sind Fotos erhalten, die das Leben im Feld dokumentieren.

Helmut Machemer schreibt in schnörkellosen, oft langen Sätzen (für die ihn seine Frau Erna, manchmal rügt) über den Alltag an der Front. Es sind Berichte über das Leben und Sterben in Russland. Machemer hat auch mit seinen Vorgesetzten ein wenig Glück. Sie wissen um seine Familiengeschichte und warum er als Arzt direkt an der Front und nicht dahinter in der Etappe arbeitet.

Hin und wieder kommt der Stolz, ein Deutscher zu sein, durch, wenn er die Logistik und/oder die Waffen lobt. Denn es ist schon eine logistische Herausforderung tausende Fahrzeuge über teils unbefestigte Wege zu bewegen. Immer wieder treffen sie auf russische Truppen, werden beschossen oder finden kaum Unterschlupf, da die Russen sie immer weiter in das Land hineinlocken, dabei aber die Taktik „der verbrannten Erde“ anwenden, d.h. Helmut und seine Truppen treffen nur auf zerstörte Dörfer.
Eine Zeit lang kommen sie recht gut vorwärts, doch als der Winter 1941 früh einsetzt und die Temperaturen auf minus 30 Grad fallen, fragt er sich, wo denn der Nachschub an Material oder die Winterkleidung bleibt. Hier spürt der geneigte und in diesem schrecklichen Kapitel der Geschichte bewanderte Leser, dass sich zwischen den Zeilen der eine oder andere berechtigte Zweifel am Vormarsch der deutschen Truppen in die Sowjetunion breitmacht.

Da er Angst haben muss, dass die Briefe abgefangen und gelesen werden, nennt er die Einsatzorte und Personen nicht mit vollem Namen. Außerdem ist er in seiner Ausdrucksweise sehr, sehr sachlich.
Im Gegensatz zu den Propagandafilmtrupps, die Kriegsszenen für die Wochenschau nachstellen, fotografiert und filmt Helmut auch zerstörtes deutsches Kriegsgerät bzw. tote und verwundete deutsche Soldaten. Oftmals sind die Fotos der Grabstellen die letzten Erinnerungen an einen geliebten Menschen fernab der Heimat. Brisantes Material, vor allem für seine Brüder, gibt er besonders vertrauenswürdigen Kameraden mit. Denn, sollten diese ungeschönten Aufnahmen des schrecklichen Krieges in falsche Hände geraten, wäre es sowohl um Helmut als auch um seine Familie geschehen.

Großes Augenmerk schenkt Helmut Machemer den vielen Päckchen und Briefen, die aus der Heimat an die Front kommen. Das ist schon erstaunlich, wie lange das Feldpostwesen noch funktioniert hat.

Durch seinen unermüdlichen Einsatz bekommt Helmut Machemer alle Auszeichnungen, die ihm als Unteroffizier zugänglich sind.
Am 15. Mai 1942, wenige Tage nach seinem 40. Geburtstag, erhält Helmut Machemer endlich das EK I.

Am 18. Mai 1942 wird er durch einen Granatsplitter am Kopf tödlich getroffen.

Am 17. März 1943 hat Adolf Hitler persönlich entschieden, dass Erna Machemer und ihre Kinder als „deutschblütig“ gelten. So ist Helmut Machemers sinnloser Tod nicht gänzlich umsonst gewesen.

Eine sehr eindrucksvolle Ergänzung ist auch die Begleit-DVD, in der Historiker Christian Hardinghaus einige der ausgesuchten Filmaufnahmen Helmut Machemers zeigt und kommentiert. Im Gegensatz zu den gestochen scharfen und teils farbigen Wochenschauaufnahmen des Goebbel‘schen Propagandaministeriums, sind Helmut Machemers Aufnahmen schwarz/weiß und grobkörnig. Sie scheinen nicht nachbearbeitet zu sein.

Fazit:

Ein bewegendes Dokument, das eindrucksvoll zeigt, wofür es wirklich lohnte, sein Leben zu wagen. Nicht um den Größenwahn eines Einzelnen zu unterstützen, sondern um die eigene Familie zu retten.
Ich gebe dieser Dokumentation 5 Sterne und eine ausdrückliche Leseempfehlung.

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Hat mich nicht vollends überzeugt

Die Reise des Zeichners von Schärf Christian

Autor Christian Schärf nimmt uns mit in das Jahr 1777, in dem Goethe seine erste Reise in den Harz unternimmt. Sein ehrgeiziges Ziel: Erstbesteigung des Brockens im Winter.
Schärf zeigt in seinem historischen Roman einen grübelnden und unzufriedenen Goethe. Ständig denkt er an seine kürzlich verstorbene Schwester Cornelia, mit der er eine innige, schon fast inzestuöse Beziehung hatte.

Auf seiner Reise in den Harz gibt er sich als Zeichner aus. Warum, erschließt sich mir nicht ganz. Außerdem verplappert er sich ein paar Mal, so dass es mich wundert, dass sein Inkognito nicht doch gelüftet wird. Da läge Spannung darin, die nicht genutzt wird.

Die Reise selbst wird wenige aufregend geschildert, obwohl böse Überraschungen stets vorhanden sind. Die Szene, in der er dem Scherenschleifer begegnet, der ihn in eine verlassene Einsiedelei begleitet, nur um ihn dort auszurauben, erscheint mir als Räuberpistole und hanebüchen. Die Rettung durch einen wild um sich schießenden Pater, ein wenig an den Haaren herbeigezogen.

Interessant finde ich die Reaktionen der Menschen auf seinen „Werther“, die von Begeisterung bis hin zur Ablehnung reicht.
Dass er vom Vergleich mit Klopstock genervt ist, kann ich verstehen.

Die Beziehung zu Jakob Lenz, der im „Sturm und Drang“ genauso zu seinen Freunden zählte wie Cornelias Mann Johann Georg Schlosser, wird hier nur gestreift. Seinem Schwager gibt er die Schuld am Tod seiner Schwester. Das passt mir so gar nicht zu einen wissenschaftlich und rational denkenden Goethe.

Der Schreibstil ist an einigen Stellen ein wenig langatmig. Die Sprache selbst ist dem Zeitalter angepasst. In einigen Abschnitten läge durchaus Spannung in der Luft. Diese zu einzusetzen, verstreicht ungenutzt. Schade!

Fazit:

Leider konnte mich dieser historische Roman, der einige biografische Elemente aus Goethes Leben enthält, nicht wirklich fesseln, daher nur 3 Sterne.

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Die Dosis macht das Gift

Salbei, Dill und Totengrün von Manfred Baumann

Manfred Baumann stellt uns in neun Kurzkrimis eine Reihe von Küchen- und Heilkräutern vor. Allerdings dienen sie nicht dazu um missliebige Ehemänner, Konkurrenten oder Verwandte ins Jenseits zu befördern.

Nur eine, ist aus der Sicht des Mörders geschrieben. In den anderen acht helfen die Kräuter bei der Aufklärung von oft längst vergangenen Verbrechen.

Kräuterwissen und ein bisschen mehr „Bauchgefühl“ passen auch in unserer technischen Welt gut zusammen.

Eine nette Krimi-Sammlung, die durch ein schönes Cover und gute Verarbeitung wohltuend aus der Masse der Krimis heraus sticht. Es gibt sogar ein Lesebändchen. Das Buch eignet sich vorzüglich als kleines Mitbringsel zu jeder Jahreszeit.

Fünf Stern und eine Leseempfehlung.

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Rezensionen von LEXI:

„Ich mag sie, deine Miss Hanby!“

Salbei, Dill und Totengrün von Manfred Baumann

Mit ihrer aktuellen Neuerscheinung führt Rosslyn Elliott die Reihe um die Familie Hanby fort. Die Protagonistin Susanna Hanby ist eine intelligente und wissbegierige junge Frau auf dem Weg nach Westerville, wo sie in zwei Monaten mit ihrem Studium der Botanik beginnen und sich damit ihren großen Traum erfüllen wird.

In dem friedvollen Städtchen Westerville leben auch Susannas Onkel und Tante – Will und Ann Hanby, bei denen sie die Zeit bis zu ihrem Studienbeginn zu verbringen beabsichtigt. Unterwegs besucht sie ihre Schwester Rachel, trifft jedoch lediglich auf deren brutalen und streitsüchtigen Ehemann George, der dem Alkohol verfallen ist. Rachel selbst ist spurlos verschwunden, ihre sechs Kinder wurden auf zwei verschiedene Waisenhäuser aufgeteilt. Außer sich vor Sorge und Angst informiert Susanna ihre Verwandten, und gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach den Vermissten. Wird es ihnen gelingen, die Kinder vor einer unwiderruflichen Trennung durch Adoptionen zu retten und ihre verschollene Mutter Rachel wiederzufinden?

Johann Giere ist ein deutschsprachiger Einwanderersohn und lebt in Columbus. Als einziger Sohn wird er in naher Zukunft die Brauerei seines Vaters erben, in der er bereits jahrelang mitarbeitet. Seine große Leidenschaft gilt jedoch seinem Nebenberuf – dem Journalismus. Johann fühlt sich durch die Erwartungen des Vaters, die Verkuppelungsversuche seiner wohlmeinenden Mutter und der übermäßig anhänglichen besten Freundin seiner beiden Schwestern immer mehr in die Ecke gedrängt. Die Aussicht auf eine hauptberufliche Karriere als Reporter einer New Yorker Zeitung scheint ihm die Erfüllung all seiner Wünsche und zugleich auch die Lösung seiner Probleme zu sein. Doch dann lernt Johann die bezaubernde Susanna Hanby kennen, die trotz ihrer anfänglich kratzbürstigen und starrsinnigen kühlen Distanz sein Herz im Sturm erobert. Wie wird Johann sich hinsichtlich seiner Zukunft entscheiden?

Rosslyn Ellliott hat es erneut geschafft, mich mit einem ihrer Romane zu verzaubern. Susanna ist eine äußerst vielschichtige und direkte Protagonistin, die kein Blatt vor den Mund nimmt, unerschrocken und manchmal auch zu impulsiv agiert. Der ruhige und besonnene Johann ist mit seiner bescheidenen, zuvorkommenden und mitfühlenden Art der ruhende Gegenpol in dieser Geschichte, sein tiefer und aufrichtiger Glaube und die Liebe zu Susanna haben mich tief berührt. Eine ganz besondere Freude bereitete mir das Wiedersehen mit Will und Ann Hanby, die mir bereits im ersten Band dieser Reihe sehr ans Herz gewachsen sind. Die beiden einfühlsamen und liebevollen Menschen setzten sich ihr ganzes Leben lang für Schwache und Unschuldige ein und treten in diesem Buch bereits als in die Jahre gekommene reife Persönlichkeiten auf. Ihr Glaube ist stark wie eh und je und sie vermitteln auch in der vorliegenden Geschichte auf liebevolle Art und Weise anderen Menschen Trost und Zuversicht. Die Autorin hat in ihrer Charakterzeichnung auch einiges Augenmerk auf die Nebenfiguren gelegt und dafür gesorgt, dass zwei Antagonisten ein klein wenig Spannung ins Spiel brachten.

Eines der Kernthemen dieses Romans ist der Kampf gegen den Alkohol mit all seinen tragischen Auswirkungen – sowohl innerhalb der Familien, als auch seitens Angehöriger des christlichen Glaubens. Damit verbunden beschreibt Rosslynn Elliott das Auseinanderreißen von Familien und die Tragödie, Geschwister voneinander zu trennen, die zunächst in Waisenhäusern ein erbärmliches Dasein fristen, und danach in verschiedene Adoptivfamilien vermittelt werden – ohne jegliche Hoffnung auf Wiedervereinigung. Die deutschen Einwandererfamilien in Ohio bekommen durch die fiktive Brauereifamilie Giere ein Gesicht und man erhält als Leser Einblicke in ihre Kultur und ihre Bräuche.

Das vorliegende Buch aus der Feder der christlichen Autorin Rosslyn Elliott bescherte mir allergrößtes Lesevergnügen und ich konnte diese in einnehmendem Schreibstil erzählte romantische Geschichte in vollen Zügen genießen.

„Mit Herz, Mut und Verstand“ hat mir ausgezeichnet gefallen!

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Rezensionen von csac:

Schau – ein Bilderbuch zum Staunen für alle Sinne

Schau! von Martina Fuchs

„Man sieht nur mit den Augen gut. Davon ist Herr Soundso überzeugt“. Dem widerspricht die blinde Nele: „ Man sieht auch mit den Ohren gut. Und mit der Nase. Und mit der Zunge. Und mit den Fingerspitzen. Und natürlich auch mit der Fantasie“.

So beginnt ein wunderschönes, berührendes Kinderbuch, das sich mit den unterschiedlichen Möglichkeiten der Wahrnehmung auseinandersetzt und den Leser mitnimmt auf eine Reise zu allen Sinnen.

Dabei steht Herr Soundso stellvertretend für die eher nüchtern-pragmatische Sichtweise der Dinge: „Der Schatten ist schwarz und kennt keine Sonne“. Nele hingegen erkennt im Schatten einen „geheimnisvollen Zauberer“, der mal hier und mal dort auftaucht und dich mit seinem kühlen Umhang umfängt. Sie nähert sich den Dingen auf völlig andere Weise an, über die Erfahrung des Fühlens, Riechens, Hörens, Schmeckens und Tastens. Auch sie „sieht“, wobei dieses Sehen mit allen Sinnen getragen wird von ihrer Fantasie und Kreativität.

Auch die grafische Umsetzung des Buches ist äußerst gelungen: Auf jeder Doppelseite zeigt sich zunächst die Sichtweise von Herrn Soundso in sehr klaren, scharf konturierten Bildern. Klappt man im Anschluss die Seite weiter auf, befindet man sich plötzlich in Neles Welt: So wird der streng aufgerichtete Baum plötzlich zum Kobold mit knorrigen Ästen, aus dem fallenden Regen, der laut Herrn Soundso aus unzähligen Wassertropfen besteht, wird ein lustiger Kerl, der die Blumen zum Duften bringt.

Insofern ist „Schau“ ein anregendes, inspirierendes Buch, das uns Leser animiert, offen zu bleiben oder zu werden, nicht immer auf unsere geläufigeren Wahrnehmungskanäle zurückzugreifen, sondern das eigene Spektrum ganz bewusst zu erweitern und die Sinne zu schärfen. Wieso nicht mal versuchen, Schnee zu riechen, die Nacht am Körper wie eine sanfte Umarmung zu erspüren oder aber ganz genau zuzuhören, was uns das Feuer zu sagen hat?

Dabei bietet das Buch sehr viele Impulse und Anregungen, um ins Gespräch zu kommen und sich mit Themen wie „unterschiedliche Wahrnehmung“ oder „Blindheit“ auseinanderzusetzen. Speziell für die Arbeit mit Kindern dürfte das Buch von großem Nutzen sein, hat es doch eine bestärkende Botschaft: Traue Deiner Wahrnehmung. Jeder Mensch sieht, fühlt, spürt, hört, riecht auf etwas andere Art und Weise und dennoch hat jede einzelne ihre Berechtigung.

Dieses Buch hat zurecht den Blderbuch-Nachwuchspreis LESEL gewonnen. Absolute Kaufempfehlung!

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Rezensionen von jiskett:

Ein fesselndes, spannendes Buch

Schau! von Martina Fuchs

In "Iron Flowers: Die Rebellinnen" geht es um zwei Schwestern, die sehr unterschiedlich zu sein scheinen. Serina wurde zu einer sogenannten 'Grace' erzogen, die anmutig, unterwürfig und vor allem schön sein soll, während Nomi rebellisch und mit der aktuellen Situation nicht zufrieden ist.

Trotz all dem stehen sie sich nahe und die enge Verbindung zwischen ihnen war immer präsent, egal, was passiert ist.

Im Laufe der Handlung werden beide mit Situationen konfrontiert, die sie bis an ihre Grenzen und darüber hinaus bringen, und mir hat gut gefallen, wie die Autorin damit umgegangen ist. Die Protagonistinnen haben Probleme und wissen oft nicht, was sie tun sollen, aber sie stellen sich den Herausforderungen, wachsen wiederholt über sich hinaus und entwickeln dabei eine ganz neue Stärke. Gerade von Serinas Charakterentwicklung war ich begeistert und sie ist mir rasch ans Herz gewachsen, doch Nomi war mir ebenfalls sympathisch. Ich konnte mit beiden mitfühlen und die unterschiedlichen Kämpfe, die beide ausstehen mussten, waren sehr gut dargestellt. Die Kapitel, in denen es um Serina ging, fand ich einfach ein wenig fesselnder.

Das Tempo der Geschichte ist rasant und sie schreitet schnell voran. Das Buch ist definitiv packend und mitreißend, es passiert dauernd etwas und die Figuren erleben nicht nur eine Achterbahn der Gefühle, sondern müssen auch einiges durchstehen und können kaum zur Ruhe kommen. Einerseits fand ich dies gut, da man so immer weiter lesen wollte, um zu sehen, was als nächstes passiert; andererseits hätte ich mir zu ein paar Ereignissen weitere Details gewünscht und gerade das World Building kam mir zu kurz. Die Welt, die Banghart erschaffen hat, scheint sehr faszinierend, wenngleich auch unfair und in vielerlei Hinsicht schrecklich, zu sein. Das, was man erfährt, macht neugierig auf weitere Einzelheiten und die Autorin hätte hier wirklich in die Tiefe gehen können, doch stattdessen liegt der Fokus auf den Protagonistinnen und dem Vorantreiben der Handlung. Besonders über die systematische Unterdrückung der Frauen bekommt man zwar einige Informationen, aber ich wollte trotzdem mehr und mir hat hier leider etwas gefehlt. Ebenso sind mir die Nebenfiguren ein wenig zu blass geblieben, auch wenn aus der Entwicklung der Geschichte hervorgeht, warum dies der Fall ist - deshalb hoffe ich, dass man im zweiten Band mehr über sie erfahren wird.

Insgesamt hat "Iron Flowers: Die Rebellinnen" mir gut gefallen. Es ist ein fesselndes, spannendes Buch, die Protagonistinnen fand ich beide sympathisch und bei den Nebenfiguren gibt es einiges Potential. Ich hätte es toll gefunden, noch mehr über die Welt an sich zu lesen, doch davon abgesehen hat die Geschichte mich wirklich überzeugt und ich bin sehr gespannt auf die Fortsetzung.

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Rezensionen von freakajules:

Fabelhafter Auftaktband mit großem Unterhaltungswert!

Iron Flowers – Die Rebellinnen 25.04.2018. Hardback. von Banghart Tracy

Anfangs war ich mir überhaupt nicht sicher, ob "Iron Flowers – Die Rebellinnen" ein Buch für mich ist. Zwar hat mich der "Selection"-Zusatz im Klappentext und die Leseprobe überzeugen können, aber ich hatte trotzdem so meine Bedenken. Wie viele Bücher mit starken Heldinnen und Rebellinnen haben wir denn schon gelesen? Und wie besonders und außergewöhnlich kann eine Geschichte zu diesem Thema denn noch sein? Trotzdem habe ich "Iron Flowers" eine Chance gegeben – und ich wurde nicht enttäuscht.

Im Gegenteil. Dieses Buch glänzt mit so viel unterschiedlichen Facetten und einer außergewöhnlichen Dynamik, so dass ich es kaum aus der Hand legen konnte.

Für mich ein sehr großer Pluspunkt an diesem Buch sind auf jeden Fall die Charaktere. Ich habe zwar schon oft Bücher gelesen, in denen Figuren, die ich anfangs nicht leiden konnte, mich doch noch überzeugen konnten. Allerdings habe ich sehr selten Geschichten gelesen, in denen die Charaktere eine solche Entwicklung durchmachen – und das, obwohl die beiden Hauptfiguren unterschiedlicher nicht sein könnten. Sowohl Serina, als auch Nomi machten in den ersten Kapiteln keinen besonders guten Eindruck auf mich. Serina erschien viel zu sehr von sich selbst überzeugt, zu oberflächlich und eigentlich wie ein kleines, dummes Mädchen, das man mit der Vorbereitung, eine Grace zu sein, ordentlich einer Gehirnwäsche unterzogen hat. Nomi stand da allerdings ihrer Schwestern in nichts nach. Sie ist zwar ganz anders, aber ihre leicht erregbare, streitsuchende Art, die in allem und jedem eine Bedrohung sieht und nicht in der Lage ist, sich in bestimmten Situationen unterzuordnen, hat es mir eher schwer gemacht, mich mit ihr identifizieren zu wollen.

Aber wie gesagt: beide haben sich entwickelt, beide habe ich lieben gelernt und beide habe ich in ihrer ganz eigenen Geschichte bewundert. Serina muss einige harte Entscheidungen treffen, sie darf nicht aufgeben und muss die rebellische Seite, die sie stets unterdrückt hat, hervorkramen um zu überleben – keine Übertreibung, denn sie muss wirklich lernen, zu überleben. Dabei macht sie große Entwicklungssprünge, wodurch sie sich meinen Respekt verdient hat. Und auch Nomi muss sich in einer Welt und in Situationen zurechtfinden, die sie anwidern, die sie nicht kennt und die sie nicht akzeptiert. Sie ist in dem Moment leichte Beute, sucht nach einem Verbündeten und scheitert kläglich bei dem Versuch, anzukommen und sich sicher zu fühlen. Aber gerade dass sie nicht durchschaut, in welche gefährliche Machtkämpfe sie gerät und auch ich als Leser hereingelegt wurde, hat mich spielend leicht eine Verbindung zu ihr aufbauen lassen.

Abgerundet wird die Charakterentwicklung von den unterschiedlichsten Nebenfiguren, die frischen Wind in die Handlung bringen, eine neue Richtung des Plots einschlagen lassen oder einfach nur da sind, um eine Schneise des Chaos und der Zerstörung zu hinterlassen. Sicher hätte ich davon nicht jeden Charakter gebraucht, aber diese Abwechslung und Vielfältigkeit haben mir sehr gut gefallen. Jeder hat letztlich seinen vorbestimmten Platz in der Geschichte – ob es am Ende dem Leser gefällt oder nicht.

Nun zur Geschichte: Niemals hätte ich gedacht, dass sich das Buch und der Plot so entwickeln. Es gibt einige drastische Wendungen, viele dramatische Szenen und stellenweise grausame Ereignisse, die das Buch wahnsinnig spannend und fesselnd erscheinen lassen. Die beiden abwechslungsreichen Handlungsstränge haben mich von vorne bis hinten packen können, so dass ich an keiner einzigen Stelle von Längen oder langatmigen Passagen reden könnte. Ich finde, "Iron Flowers" hat einen unglaublichen Unterhaltungswert, so dass ich das Buch innerhalb von 24 Stunden locker zu Ende lesen konnte. Auch der Schluss hat es nochmal in sich und bietet einen perfekten Übergang für die Geschichte in Band 2. Leider lässt der wohl noch eine Weile auf sich warten.

Die einzige Kritik, die ich habe, ist das Setting. Für mich kam das leider ein bisschen zu kurz. Da hatte ich wohl einfach mehr Hoffnungen. Es gibt einige Stellen, an denen das World-Building aufgegriffen wird, aber mir hat immer das gewisse Etwas gefehlt. Gerade der Palast, diese grausige Insel oder der Parfümladen laden doch dazu ein, sich bildreich auszudrücken und den Leser auf eine einzigartige Reise mitzunehmen. Ich hatte zwar ein umfassendes Kopfkino, ein bisschen mehr hätte ich mir trotzdem gewünscht.

Fazit
Für mich ist "Iron Flowers – Die Rebellinnen" ein fabelhaftes, einnehmendes und kurzweiliges Buch, das mit einer großartigen Geschichte und vielfältigen Charakteren brilliert. Ich hätte nicht erwartet, dass mich das Buch so unterhalten und überzeugen würde, doch ich kann es kaum erwarten, der weiteren Geschichte von Serina und Nomi zu folgen. Schließlich erwartet die Rebellinnen noch so einiges.
[4,5 Sterne]

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