Kunden em pfehlungen
Rezensionen von dorli:
Das Spiel der Königsmacher
Das Spiel der Königsmacher von Priska Lo Cascio
In ihrem Roman „Das Spiel der Königsmacher“ nimmt Priska Lo Cascio den Leser mit auf eine kurzweilige Zeitreise in das 10. Jahrhundert und wartet mit einer gut ausbalancierten Mischung aus Historie, Spannung und Romantik auf. Die Autorin hat die historischen Ereignisse zwischen August 911 und dem Jahr 916 mit einer mitreißenden fiktiven Geschichte verknüpft und ein vielschichtiges und vor allen Dingen sehr glaubwürdiges Bild der damaligen Zeit gezeichnet.
Priska Lo Cascio erzählt sehr unterhaltsam. Jede Szene wirkt lebendig und ist fesselnd, so dass ich ruckzuck mittendrin war in einer Welt aus Lug und Trug, Machtgier, Intrigen und Verrat, aber auch aus Liebe und Leidenschaft. Dank der farbenfrohen Beschreibungen und detailreichen Schilderungen konnte ich mir die Schauplätze und die vorherrschenden Gegebenheiten bestens vorstellen. Man erlebt im Verlauf der Handlung viele aufregende und einschneidende Momente intensiv mit und kann sich daher bestens in die Zeit und die Lage der Menschen einfühlen.
Die Figuren bekommen allesamt schnell ein Gesicht, sie wirken echt, sind ausdrucksstark und haben Persönlichkeit, sie zeigen Emotionen und handeln entsprechend ihren Eigenheiten. Historische und fiktive Figuren werden geschickt miteinander kombiniert, das Zusammenspiel aller Akteure ist ausgeklügelt und funktioniert bestens.
Im Mittelpunkt dieser Geschichte stehen der 26-jährige Liuthar - Krieger und Gefolgsmann des sächsischen Herzogssohn Heinrich - und die 21-jährige Fränkin Sarhild von Babenberch, die im Zuge einer Fehde um die Macht im Frankenland ihren Vater, ihren Rang und ihre Heimat verloren hat. Die beiden Protagonisten begegnen sich kurz in Frankfurt und lernen sich dann später besser kennen, als Sarhild zu ihrem Oheim Otto nach Sachsen flüchtet, um einer arrangierten Ehe mit dem barbarischen Manhard von Baiern zu entkommen.
Liuthar und Sarhild geraten hinein in das Gerangel um die Vorherrschaft im Ostfränkischen Reich und müssen während der Machtkämpfe und Ränkespiele der einflussreichen Landesfürsten und hochrangigen Kirchenvertreter viele Höhen und Tiefen durchleben. Es war äußerst spannend für mich, ihre Wege zu verfolgen und es hat Spaß gemacht, das Miteinander und Gegeneinander aller zu beobachten. Besonders gut gefallen hat mir, dass die Autorin die Geschichte aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt und Sarhild und Liuthar abwechselnd zu Wort kommen lässt. So bekommt man einen guten Einblick in die Ansichten, Beweggründe und Gefühle beider Akteure.
Dass Priska Lo Cascio ein gutes Händchen für Figuren hat, zeigt sich auch bei den zahlreichen Nebendarstellern. Dazu gehören zum Beispiel Heinrichs quirliger Sohn Thankmar, der mich mit seinen herrlich altklugen Äußerungen begeistert hat. Und der Mönch Frodebert, der nicht nur den Schalk im Nacken hat, sondern zudem einen überaus wichtigen Part in dem Intrigenspiel einnimmt. Oder auch die durchsetzungskräftige Herzogsmutter Kunigunde, die weiß, welche Fäden sie ziehen muss, um die Dinge in die von ihr gewünschte Richtung zu lenken. Jeder Einzelne von ihnen spielt die ihm zugedachte Rolle ausgezeichnet und bereichert die Handlung außerordentlich.
„Das Spiel der Königsmacher“ hat mich rundum begeistert – eine sehr gelungene Verknüpfung von historischen Fakten, Spannung und Unterhaltung, die mit viel Pep und Schwung erzählt wird und mir nicht nur kurzweilige Lesestunden beschert, sondern mich auch lebensnah an einem Stückchen mitteleuropäischer Geschichte teilhaben lassen hat. Absolute Leseempfehlung!
Rezensionen von HEYN Leserunde, Harald Schellander :
Exzellente Typen, gute Story
Jud von Georg Thiel
Auf eine (irr)witzige Reise in die eigene Vergangenheit macht sich Titus Strings alias Streicher in diesem Roman von Georg Thiel. Auf seinen Wegen vom düsteren Manchester des Jahres 1958 in die Weltausstellungsstadt Brüssel über die verhasste Heimatstadt Wien bis in die tiefste Provinz Bruchleithens (!) und retour muss sich der Protagonist seinen traumatischen Erlebnissen in der Nazi-Zeit stellen.
Dabei wird er von einer Vielzahl exzellent gezeichneter Typen begleitet (erwähnt sei vor allem der Feuilletonist Rupert), die neben der gut gebauten Story das Lesen zur ebenso vergnüglichen wie nachdenklichen Abrechnung mit der jüngeren österreichischen Geschichte machen. Das ganze andere Buch zum Gedenkjahr mit großem Wiedererkennungseffekt. Absolut empfehlenswert!
Rezensionen von Jituschka:
Die (zum Teil wahre) Geschichte einer Seifenfabrikantenfamilie aus Schwabach
Die Manufaktur der Düfte von Sabine Weigand
Als sich eines Tages ein junger Mann bei Seifensiedemeister Strunz als Lehrling vorstellt, kann dieser nicht ahnen, dass der junge Ribot nicht nur neue Ideen für die Seifensiederei mitbringt, sondern auch Teil seiner Familie werden und den Grundstein für eine erfolgreiche Seifendynastie mit großer Fabrikanlage legen wird .
..
Mit diesem Buch kann sich der Leser auf eine spannende Zeitreise an der Seite der Seifenfabrikantenfamilie Ribot begeben, die tatsächlich einmal im kleinen Ort Schwabach gelebt hatte. Ich fand es sehr faszinierend, oft aber auch sehr aufwühlend, lesend mitzuerleben, wie die Menschen damals, im Zeitraum von 1845 bis 1934, einer Zeit großer industrieller wie gesellschaftlicher Entwicklungen, lebten, fühlten und dachten. Manchmal wünschte ich der einen oder anderen Romanfigur so sehr, dass sie doch die Kraft finden möge, aus den Denkmustern ihrer Zeit auszubrechen, Not und Ungerechtigkeit zu erkennen und mehr ihrem Herzen zu folgen ... (Ich hoffe nur, dass später einmal die Menschen der Zukunft mit der gleichen Fassungslosigkeit auf akzeptierte Missstände unserer Zeit wie beispielsweise die grausame Massentierhaltung zurückblicken werden ...) Sabine Weigand geht jedoch sehr behutsam mit den Haupt- und Nebenfiguren um, sie vermeidet Klischees, Schwarz-Weiß-Malerei und Verurteilungen, sondern zeigt die Menschen einfach als nicht ganz vollkommene Geschöpfe, die stark unter dem Einfluss ihrer Zeit stehen, sich aber durchaus auch weiterentwickeln können.
Es ist dem Buch anzumerken, dass die Autorin nicht nur eine talentierte Erzählerin ist, sondern auch Historikerin. Wie sie im Nachwort erklärt, hatte sie sogar an der Einrichtung und Forschung für die Abteilung "Ribot" im Schwabacher Stadtmuseum mitgewirkt. So wirkt ihre Darstellung der Menschen in den damaligen Zeiten sehr authentisch und überzeugend. Im Nachwort listet sie außerdem auf, welche Personen tatsächlich gelebt haben (erstaunlich viele) und welche sie erfunden hat. Der historischen Unternehmerfamilie, über die es einige Aufzeichnungen gibt, hat sie eine Reihe fiktiver Personen gegenübergestellt, die diejenigen repräsentieren, die in der Regel weniger gut von der Geschichtsschreibung dokumentiert werden: die Ärmeren in der Gesellschaft, die doch gerade in dieser Zeit der Arbeiterbewegung eine wichtige Rolle spielten ...
Die Zeit mit den relativ vielen Seiten dieses Romans verging für mich wie im Flug, da ich mich den Menschen, von denen er handelt, nahefühlte und sehr gespannt war, wie ihre Geschichte weitergeht - ein sehr empfehlenswerter historischer Roman!
Rezensionen von Heyn Leserunde Elisabeth Del Carlo:
Vergangenheitsbewältigung mit Humor und Zynismus
Jud von Georg Thiel
Rechtzeítig zum Gedenkjahr 2018 ein Roman der sich mit der Vergangenheitsbewältigung eines Opfers der Nazizeit in Österreich beschäftigt.
Das erste Drittel ist etwas langatmig, dann jedoch gewinnt die Geschichte an Tempo. Dem Autor gelingt es mit Humor und Zynismus die Reise eines Engländers, der mit 15 Naziösterreich verlassen musste, zurück in die Vergangenheit zu beschreiben.
Übrerraschend humorvoll trotz des Themas.
Unbedingt lesen.
Rezensionen von HEYN Leserunde Erika Liebminger:
Unglaublich!
Jud von Georg Thiel
Es ist die Geschichte des Fotografen Titus und seiner unaufgearbeiteten Vergangenheit als Naziopfer, die Georg Thiel erzählt. Ob Manchester, Brüssel oder Wien, jeder dieser Orte bedient sich auf unnachahmliche Art einer angepassten Ausdrucksweise. Aber das Ende in Bruchleiten ist für mich eine Meisterleistung.
Zweieinhalbmal gelesen, einfach unglaublich.
Rezensionen von Buechertraeumerin:
Nettes Buch für Zwischendurch
Ellas Welt - Das verflixte neue Schuljahr von Meredith Costain
Die Ella Reihe kannten wir bisher noch nicht. Doch da es sich um einen Comicroman handelt, war auch mein Bruder zum Lesen des "Mädchenbuches" zu motivieren.
Im Buch geht es um Ella, die sich schon auf das neue Schuljahr freut. Besonders darauf, endlich ihre beste Freundin Zoe wiederzusehen.
Doch diese taucht nicht auf und ausgerechnet Penny Parker, die fiese Zicke setzt sich neben sie. Na das kann ja heiter werden, denn Penny hat sie ohnehin schon auf dem Kieker. Wo ist nur die beste Freundin, wenn man sie braucht?
Das Buch ist in Tagebuchform aufgebaut und wird aus der Ich-Persepektive von Ella erzählt. Man denkt beim Lesen wirklich, dass man ein Tagebuch in der Hand hält, da es mit Schönschrift, Skizzen und durchgestrichenen Wörtern richtig interessant gestaltet wurde. Alle Illustrationen von Danielle McDonald sindin rot und schwarz gezeichnet. Teilweise war es ein wenig irritierend, denn so war auch die beschriebene grüne Jacke rot gezeichnet.
Gut gefallen hat uns, dass Ella mit den typischen Problemen einer Viertklässlerin zu kämpfen hatte, wie zum Beispiel Zickenkrieg und dem Druck von Mutproben. Manchmal war die Geschichte auch ziemlich lustig.
Leider ging es im Buch fast ausschließlich um die Streiterein zwischen Penny und Ella und manche Situationen wiederholten sich in ähnlicher Weise, wodurch die Geschichte sehr dahinplätscherte. Hier hätten wir uns noch ein wenig mehr Abwechslung gewünscht.
Da es sich um ein Mädchenbuch handelt, kommen die Jungs teilweise nicht besonders gut weg. Das hat vor allem meinen Bruder gestört und ein wenig verärgert.
Beim Buch handelt es sich um den ersten Band der Ella Reihe, bei der es bisher drei Bände gibt.
Fazit: Ein sehr schön gestaltetes Buch, dass sich wunderbar zwischendurch lesen lässt, da die Handlung eher flach bleibt. Für Jungs ist das Buch wohl eher nicht geeignet, aber das lässt sich ja schon an der Gestaltung erahnen.
4 von 5 Sternen!
Rezensionen von CanYouSeeMe:
Eine Liebe in Apulien
Eine Liebe in Apulien von Sabrina Grementieri
Schon das Cover macht deutlich, dass es sich hier um einen seichten, sommerlichen Roman handelt. Dieser Prämisse hat das Buch dann auch entsprochen. Der Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen und sehr bildreich. Die vielen detailreichen Beschreibungen machen das Lesen zunächst ein wenig schwerer, ich habe mich jedoch sehr schnell daran gewöhnt und großen Gefallen daran gefunden.
Meinem Kopfkino wurde in diesem Buch ausreichend Grundlage gegeben.
Die Handlung konnte mich positiv überraschen. Ich war auf eine eher seichte und wenig anspruchsvolle Lektüre eingestellt. Die Handlung konnte mich dann jedoch sehr fesseln und durch unvorhersehbare Wendungen überraschen. Anderes hingegen war ziemlich vorhersehbar, insgesamt war es eine ausgewogene Mischung,
Geschildert wird die Geschichte aus einer auktorialen Sicht, so dass man als Leser einen guten Überblick über die Charaktere und deren Sichtweisen hat. Die Charaktere sind solide dargestellt.
Insgesamt hat ‚Eine Liebe in Apulien‘ meine Erwartungen erfüllt. Dieses Buch ist sicher keine anspruchsvolle Lektüre, für einen sonnigen Tag ist es jedoch genau das richtige. Die Geschichte plätschert vor sich hin ohne langweilig zu werden und versetzt den Leser in das sonnige Italien.
Rezensionen von Tyrolia-Testleser:
Tobias, 14 Jahre aus Birgitz,
Dear Martin von Nic Stone
In diesem Buch geht es um Justyce McAllister, der Schulbester, Studienplatzerwerber in Yale ist und eine außergewöhnlich schöne Freundin hat. Das alles interessiert den Polizisten nicht, der ihn ohne Grund verhaftet. Wobei einen Grund gibt es: Justyce ist schwarz, und er lebt in den USA im Jahr 2017.
Mir hat das Buch zwar nicht wirklich gefallen, aber ich finde es absolut lesenswert. Es ist kein Buch, in dem lustige Stellen vorkommen, denn es ist die blanke Wahrheit. Ich glaube, das ist es, was es so speziell macht. Ich würde es an Leser weiterempfehlen, die keine spannende Action-Story brauchen.
Mir ist das Buch auf alle Fälle sehr zu Herzen gegangen, auch wenn es zum Lesen nicht so spannend war.
Rezensionen von Tyrolia-Testleser:
Lea-Sophie, 10 Jahre aus Wörgl,
Der Klang der Freiheit von Lewis Gill
In diesem Buch geht es um den jungen Rami. Er lebt im Moment auf einem Schlauchboot, mit vielen anderen Leuten. Rami und die anderen Leute auf dem Boot sind Flüchtlinge. Sie sind aus ihrer Heimat geflohen, da es dort im Moment Krieg gibt. Rami hat noch ein einziges, wertvolles Stück, seine Geige.
Die Leute im Schlauchboot wollen, dass Rami eine seiner Geschichten erzählt.
Dazu spielt er eine hübsche Melodie mit seiner Geige, die voll und ganz in seinem Besitz steht. Er erzählt eine spannende Geschichte.
Das Buch an sich fand ich eigentlich ganz okay. Mir hat es an einigen Stellen sehr gut gefallen, an anderen dafür wieder nicht so.
Dass es darum geht, dass in diesem Land Krieg herrscht, gefällt mir nicht, weil es mich traurig macht…Aber es ist leider die Wahrheit.
Spannend war es immer. Sei es: das tote Pferd, die Geschichte, die Rami erzählt oder das Wettrennen.
Ich persönlich würde es für Kinder, die nicht so viel lesen, weiterempfehlen. Natürlich müssen sie sich auch für Pferde, Flüchtlinge und so weiter interessieren.
Danke, dass ich dieses Buch lesen durfte!
-----------------------------------------------------------
Leonie, 10 Jahre aus Schwaz:
Als ich das Buch ausgepackt habe, hatte ich den WOW Effekt. Das Cover hat mir total gut gefallen. Als mir meine Mama dann erzählt hat, dass es im Buch um das Thema Flüchtlinge geht, war ich etwas enttäuscht.
Aber zu unrecht. Das Buch ist super geschrieben, und ich habe es in einer Woche ausgelesen. Es war übrigens mein erstes Buch zum Thema Flüchtlinge.
Im Buch geht es um Rami, einen kleinen Jungen. Er musste von seiner Heimat flüchten, und so landete er auf einem kleinen Boot. Auf diesem wurden ihm Sachen von anderen Leuten angeboten, aber er nahm nichts an. Als er gefragt wurde, wieso er nichts nehme, sagte er, dass er nichts als Gegenleistung habe. Alles, was er bei sich hatte, war ein kleines Täschchen mit einer Gegie. Da sagte eine Frau zu ihm „Du kannst ja als Gegenleistung etwas auf deiner Geige vorspielen.“
Daraufhin spielte der Junge eine Geschichte vor, die seine Geige immer bei sich trägt. Er erzählte seine erste und traurigste Geschichte. Die handelte von Suke, seinen zwei Geschwistern und seinen Eltern. Suke war der jüngste Bruder, und die Geschichte handelte von einem Wildpferd, das er gerettet hatte.
Besonders gefallen hat mir, dass der junge Rami es schafft, mit seiner Geige die Menschen etwas abzulenken und dabei eine tolle Geschichte erzählt.
Die Geschichte, die Rami erzählt hat, handelt davon, dass man mit viel Ausdauer und Glauben vieles erreichen kann, auch Dinge, die unmöglich erscheinen.
Rezensionen von Ewa Wiercinska Leserunde Heyn:
Die Macht der Demütigung
Jud von Georg Thiel
20 Jahre nach dem Anschluss Österreichs kehrt Fotograf Titus, in die Stadt seiner (Alb)träume zurück. Thiel erzählt uns die Geschichte über den Zusammenprall von Macht und Ohnmacht, Angst, Unterwerfung, Demütigung, …
Erstklassige Sprache, mit dem Witz wie ästhetischer Eispickel, mit Spitze und Schneide.
Nach 80 Jahren, dürfen wir keinen Schlussstrich unter die NS-Zeit ziehen, weil die Gesellschaft – darunter all jene, die einst „arisierte“ Wohnungen, Galerien, Kanzleien geerbt haben, nach wie vor die Nutznießer der einstigen NS-Verbrechen sind.
Sehr gut recherchiert. Ein kleines Buch mit einem großen Anspruch.








