Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Hat mich nicht vollends überzeugt
Die Reise des Zeichners von Schärf Christian
Autor Christian Schärf nimmt uns mit in das Jahr 1777, in dem Goethe seine erste Reise in den Harz unternimmt. Sein ehrgeiziges Ziel: Erstbesteigung des Brockens im Winter.
Schärf zeigt in seinem historischen Roman einen grübelnden und unzufriedenen Goethe. Ständig denkt er an seine kürzlich verstorbene Schwester Cornelia, mit der er eine innige, schon fast inzestuöse Beziehung hatte.
Auf seiner Reise in den Harz gibt er sich als Zeichner aus. Warum, erschließt sich mir nicht ganz. Außerdem verplappert er sich ein paar Mal, so dass es mich wundert, dass sein Inkognito nicht doch gelüftet wird. Da läge Spannung darin, die nicht genutzt wird.
Die Reise selbst wird wenige aufregend geschildert, obwohl böse Überraschungen stets vorhanden sind. Die Szene, in der er dem Scherenschleifer begegnet, der ihn in eine verlassene Einsiedelei begleitet, nur um ihn dort auszurauben, erscheint mir als Räuberpistole und hanebüchen. Die Rettung durch einen wild um sich schießenden Pater, ein wenig an den Haaren herbeigezogen.
Interessant finde ich die Reaktionen der Menschen auf seinen „Werther“, die von Begeisterung bis hin zur Ablehnung reicht.
Dass er vom Vergleich mit Klopstock genervt ist, kann ich verstehen.
Die Beziehung zu Jakob Lenz, der im „Sturm und Drang“ genauso zu seinen Freunden zählte wie Cornelias Mann Johann Georg Schlosser, wird hier nur gestreift. Seinem Schwager gibt er die Schuld am Tod seiner Schwester. Das passt mir so gar nicht zu einen wissenschaftlich und rational denkenden Goethe.
Der Schreibstil ist an einigen Stellen ein wenig langatmig. Die Sprache selbst ist dem Zeitalter angepasst. In einigen Abschnitten läge durchaus Spannung in der Luft. Diese zu einzusetzen, verstreicht ungenutzt. Schade!
Fazit:
Leider konnte mich dieser historische Roman, der einige biografische Elemente aus Goethes Leben enthält, nicht wirklich fesseln, daher nur 3 Sterne.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Die Dosis macht das Gift
Salbei, Dill und Totengrün von Manfred Baumann
Manfred Baumann stellt uns in neun Kurzkrimis eine Reihe von Küchen- und Heilkräutern vor. Allerdings dienen sie nicht dazu um missliebige Ehemänner, Konkurrenten oder Verwandte ins Jenseits zu befördern.
Nur eine, ist aus der Sicht des Mörders geschrieben. In den anderen acht helfen die Kräuter bei der Aufklärung von oft längst vergangenen Verbrechen.
Kräuterwissen und ein bisschen mehr „Bauchgefühl“ passen auch in unserer technischen Welt gut zusammen.
Eine nette Krimi-Sammlung, die durch ein schönes Cover und gute Verarbeitung wohltuend aus der Masse der Krimis heraus sticht. Es gibt sogar ein Lesebändchen. Das Buch eignet sich vorzüglich als kleines Mitbringsel zu jeder Jahreszeit.
Fünf Stern und eine Leseempfehlung.
Rezensionen von LEXI:
„Ich mag sie, deine Miss Hanby!“
Salbei, Dill und Totengrün von Manfred Baumann
Mit ihrer aktuellen Neuerscheinung führt Rosslyn Elliott die Reihe um die Familie Hanby fort. Die Protagonistin Susanna Hanby ist eine intelligente und wissbegierige junge Frau auf dem Weg nach Westerville, wo sie in zwei Monaten mit ihrem Studium der Botanik beginnen und sich damit ihren großen Traum erfüllen wird.
In dem friedvollen Städtchen Westerville leben auch Susannas Onkel und Tante – Will und Ann Hanby, bei denen sie die Zeit bis zu ihrem Studienbeginn zu verbringen beabsichtigt. Unterwegs besucht sie ihre Schwester Rachel, trifft jedoch lediglich auf deren brutalen und streitsüchtigen Ehemann George, der dem Alkohol verfallen ist. Rachel selbst ist spurlos verschwunden, ihre sechs Kinder wurden auf zwei verschiedene Waisenhäuser aufgeteilt. Außer sich vor Sorge und Angst informiert Susanna ihre Verwandten, und gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach den Vermissten. Wird es ihnen gelingen, die Kinder vor einer unwiderruflichen Trennung durch Adoptionen zu retten und ihre verschollene Mutter Rachel wiederzufinden?
Johann Giere ist ein deutschsprachiger Einwanderersohn und lebt in Columbus. Als einziger Sohn wird er in naher Zukunft die Brauerei seines Vaters erben, in der er bereits jahrelang mitarbeitet. Seine große Leidenschaft gilt jedoch seinem Nebenberuf – dem Journalismus. Johann fühlt sich durch die Erwartungen des Vaters, die Verkuppelungsversuche seiner wohlmeinenden Mutter und der übermäßig anhänglichen besten Freundin seiner beiden Schwestern immer mehr in die Ecke gedrängt. Die Aussicht auf eine hauptberufliche Karriere als Reporter einer New Yorker Zeitung scheint ihm die Erfüllung all seiner Wünsche und zugleich auch die Lösung seiner Probleme zu sein. Doch dann lernt Johann die bezaubernde Susanna Hanby kennen, die trotz ihrer anfänglich kratzbürstigen und starrsinnigen kühlen Distanz sein Herz im Sturm erobert. Wie wird Johann sich hinsichtlich seiner Zukunft entscheiden?
Rosslyn Ellliott hat es erneut geschafft, mich mit einem ihrer Romane zu verzaubern. Susanna ist eine äußerst vielschichtige und direkte Protagonistin, die kein Blatt vor den Mund nimmt, unerschrocken und manchmal auch zu impulsiv agiert. Der ruhige und besonnene Johann ist mit seiner bescheidenen, zuvorkommenden und mitfühlenden Art der ruhende Gegenpol in dieser Geschichte, sein tiefer und aufrichtiger Glaube und die Liebe zu Susanna haben mich tief berührt. Eine ganz besondere Freude bereitete mir das Wiedersehen mit Will und Ann Hanby, die mir bereits im ersten Band dieser Reihe sehr ans Herz gewachsen sind. Die beiden einfühlsamen und liebevollen Menschen setzten sich ihr ganzes Leben lang für Schwache und Unschuldige ein und treten in diesem Buch bereits als in die Jahre gekommene reife Persönlichkeiten auf. Ihr Glaube ist stark wie eh und je und sie vermitteln auch in der vorliegenden Geschichte auf liebevolle Art und Weise anderen Menschen Trost und Zuversicht. Die Autorin hat in ihrer Charakterzeichnung auch einiges Augenmerk auf die Nebenfiguren gelegt und dafür gesorgt, dass zwei Antagonisten ein klein wenig Spannung ins Spiel brachten.
Eines der Kernthemen dieses Romans ist der Kampf gegen den Alkohol mit all seinen tragischen Auswirkungen – sowohl innerhalb der Familien, als auch seitens Angehöriger des christlichen Glaubens. Damit verbunden beschreibt Rosslynn Elliott das Auseinanderreißen von Familien und die Tragödie, Geschwister voneinander zu trennen, die zunächst in Waisenhäusern ein erbärmliches Dasein fristen, und danach in verschiedene Adoptivfamilien vermittelt werden – ohne jegliche Hoffnung auf Wiedervereinigung. Die deutschen Einwandererfamilien in Ohio bekommen durch die fiktive Brauereifamilie Giere ein Gesicht und man erhält als Leser Einblicke in ihre Kultur und ihre Bräuche.
Das vorliegende Buch aus der Feder der christlichen Autorin Rosslyn Elliott bescherte mir allergrößtes Lesevergnügen und ich konnte diese in einnehmendem Schreibstil erzählte romantische Geschichte in vollen Zügen genießen.
„Mit Herz, Mut und Verstand“ hat mir ausgezeichnet gefallen!
Rezensionen von csac:
Schau – ein Bilderbuch zum Staunen für alle Sinne
Schau! von Martina Fuchs
„Man sieht nur mit den Augen gut. Davon ist Herr Soundso überzeugt“. Dem widerspricht die blinde Nele: „ Man sieht auch mit den Ohren gut. Und mit der Nase. Und mit der Zunge. Und mit den Fingerspitzen. Und natürlich auch mit der Fantasie“.
So beginnt ein wunderschönes, berührendes Kinderbuch, das sich mit den unterschiedlichen Möglichkeiten der Wahrnehmung auseinandersetzt und den Leser mitnimmt auf eine Reise zu allen Sinnen.
Dabei steht Herr Soundso stellvertretend für die eher nüchtern-pragmatische Sichtweise der Dinge: „Der Schatten ist schwarz und kennt keine Sonne“. Nele hingegen erkennt im Schatten einen „geheimnisvollen Zauberer“, der mal hier und mal dort auftaucht und dich mit seinem kühlen Umhang umfängt. Sie nähert sich den Dingen auf völlig andere Weise an, über die Erfahrung des Fühlens, Riechens, Hörens, Schmeckens und Tastens. Auch sie „sieht“, wobei dieses Sehen mit allen Sinnen getragen wird von ihrer Fantasie und Kreativität.
Auch die grafische Umsetzung des Buches ist äußerst gelungen: Auf jeder Doppelseite zeigt sich zunächst die Sichtweise von Herrn Soundso in sehr klaren, scharf konturierten Bildern. Klappt man im Anschluss die Seite weiter auf, befindet man sich plötzlich in Neles Welt: So wird der streng aufgerichtete Baum plötzlich zum Kobold mit knorrigen Ästen, aus dem fallenden Regen, der laut Herrn Soundso aus unzähligen Wassertropfen besteht, wird ein lustiger Kerl, der die Blumen zum Duften bringt.
Insofern ist „Schau“ ein anregendes, inspirierendes Buch, das uns Leser animiert, offen zu bleiben oder zu werden, nicht immer auf unsere geläufigeren Wahrnehmungskanäle zurückzugreifen, sondern das eigene Spektrum ganz bewusst zu erweitern und die Sinne zu schärfen. Wieso nicht mal versuchen, Schnee zu riechen, die Nacht am Körper wie eine sanfte Umarmung zu erspüren oder aber ganz genau zuzuhören, was uns das Feuer zu sagen hat?
Dabei bietet das Buch sehr viele Impulse und Anregungen, um ins Gespräch zu kommen und sich mit Themen wie „unterschiedliche Wahrnehmung“ oder „Blindheit“ auseinanderzusetzen. Speziell für die Arbeit mit Kindern dürfte das Buch von großem Nutzen sein, hat es doch eine bestärkende Botschaft: Traue Deiner Wahrnehmung. Jeder Mensch sieht, fühlt, spürt, hört, riecht auf etwas andere Art und Weise und dennoch hat jede einzelne ihre Berechtigung.
Dieses Buch hat zurecht den Blderbuch-Nachwuchspreis LESEL gewonnen. Absolute Kaufempfehlung!
Rezensionen von jiskett:
Ein fesselndes, spannendes Buch
Schau! von Martina Fuchs
In "Iron Flowers: Die Rebellinnen" geht es um zwei Schwestern, die sehr unterschiedlich zu sein scheinen. Serina wurde zu einer sogenannten 'Grace' erzogen, die anmutig, unterwürfig und vor allem schön sein soll, während Nomi rebellisch und mit der aktuellen Situation nicht zufrieden ist.
Trotz all dem stehen sie sich nahe und die enge Verbindung zwischen ihnen war immer präsent, egal, was passiert ist.
Im Laufe der Handlung werden beide mit Situationen konfrontiert, die sie bis an ihre Grenzen und darüber hinaus bringen, und mir hat gut gefallen, wie die Autorin damit umgegangen ist. Die Protagonistinnen haben Probleme und wissen oft nicht, was sie tun sollen, aber sie stellen sich den Herausforderungen, wachsen wiederholt über sich hinaus und entwickeln dabei eine ganz neue Stärke. Gerade von Serinas Charakterentwicklung war ich begeistert und sie ist mir rasch ans Herz gewachsen, doch Nomi war mir ebenfalls sympathisch. Ich konnte mit beiden mitfühlen und die unterschiedlichen Kämpfe, die beide ausstehen mussten, waren sehr gut dargestellt. Die Kapitel, in denen es um Serina ging, fand ich einfach ein wenig fesselnder.
Das Tempo der Geschichte ist rasant und sie schreitet schnell voran. Das Buch ist definitiv packend und mitreißend, es passiert dauernd etwas und die Figuren erleben nicht nur eine Achterbahn der Gefühle, sondern müssen auch einiges durchstehen und können kaum zur Ruhe kommen. Einerseits fand ich dies gut, da man so immer weiter lesen wollte, um zu sehen, was als nächstes passiert; andererseits hätte ich mir zu ein paar Ereignissen weitere Details gewünscht und gerade das World Building kam mir zu kurz. Die Welt, die Banghart erschaffen hat, scheint sehr faszinierend, wenngleich auch unfair und in vielerlei Hinsicht schrecklich, zu sein. Das, was man erfährt, macht neugierig auf weitere Einzelheiten und die Autorin hätte hier wirklich in die Tiefe gehen können, doch stattdessen liegt der Fokus auf den Protagonistinnen und dem Vorantreiben der Handlung. Besonders über die systematische Unterdrückung der Frauen bekommt man zwar einige Informationen, aber ich wollte trotzdem mehr und mir hat hier leider etwas gefehlt. Ebenso sind mir die Nebenfiguren ein wenig zu blass geblieben, auch wenn aus der Entwicklung der Geschichte hervorgeht, warum dies der Fall ist - deshalb hoffe ich, dass man im zweiten Band mehr über sie erfahren wird.
Insgesamt hat "Iron Flowers: Die Rebellinnen" mir gut gefallen. Es ist ein fesselndes, spannendes Buch, die Protagonistinnen fand ich beide sympathisch und bei den Nebenfiguren gibt es einiges Potential. Ich hätte es toll gefunden, noch mehr über die Welt an sich zu lesen, doch davon abgesehen hat die Geschichte mich wirklich überzeugt und ich bin sehr gespannt auf die Fortsetzung.
Rezensionen von freakajules:
Fabelhafter Auftaktband mit großem Unterhaltungswert!
Iron Flowers Die Rebellinnen 25.04.2018. Hardback. von Banghart Tracy
Anfangs war ich mir überhaupt nicht sicher, ob "Iron Flowers – Die Rebellinnen" ein Buch für mich ist. Zwar hat mich der "Selection"-Zusatz im Klappentext und die Leseprobe überzeugen können, aber ich hatte trotzdem so meine Bedenken. Wie viele Bücher mit starken Heldinnen und Rebellinnen haben wir denn schon gelesen? Und wie besonders und außergewöhnlich kann eine Geschichte zu diesem Thema denn noch sein? Trotzdem habe ich "Iron Flowers" eine Chance gegeben – und ich wurde nicht enttäuscht.
Im Gegenteil. Dieses Buch glänzt mit so viel unterschiedlichen Facetten und einer außergewöhnlichen Dynamik, so dass ich es kaum aus der Hand legen konnte.
Für mich ein sehr großer Pluspunkt an diesem Buch sind auf jeden Fall die Charaktere. Ich habe zwar schon oft Bücher gelesen, in denen Figuren, die ich anfangs nicht leiden konnte, mich doch noch überzeugen konnten. Allerdings habe ich sehr selten Geschichten gelesen, in denen die Charaktere eine solche Entwicklung durchmachen – und das, obwohl die beiden Hauptfiguren unterschiedlicher nicht sein könnten. Sowohl Serina, als auch Nomi machten in den ersten Kapiteln keinen besonders guten Eindruck auf mich. Serina erschien viel zu sehr von sich selbst überzeugt, zu oberflächlich und eigentlich wie ein kleines, dummes Mädchen, das man mit der Vorbereitung, eine Grace zu sein, ordentlich einer Gehirnwäsche unterzogen hat. Nomi stand da allerdings ihrer Schwestern in nichts nach. Sie ist zwar ganz anders, aber ihre leicht erregbare, streitsuchende Art, die in allem und jedem eine Bedrohung sieht und nicht in der Lage ist, sich in bestimmten Situationen unterzuordnen, hat es mir eher schwer gemacht, mich mit ihr identifizieren zu wollen.
Aber wie gesagt: beide haben sich entwickelt, beide habe ich lieben gelernt und beide habe ich in ihrer ganz eigenen Geschichte bewundert. Serina muss einige harte Entscheidungen treffen, sie darf nicht aufgeben und muss die rebellische Seite, die sie stets unterdrückt hat, hervorkramen um zu überleben – keine Übertreibung, denn sie muss wirklich lernen, zu überleben. Dabei macht sie große Entwicklungssprünge, wodurch sie sich meinen Respekt verdient hat. Und auch Nomi muss sich in einer Welt und in Situationen zurechtfinden, die sie anwidern, die sie nicht kennt und die sie nicht akzeptiert. Sie ist in dem Moment leichte Beute, sucht nach einem Verbündeten und scheitert kläglich bei dem Versuch, anzukommen und sich sicher zu fühlen. Aber gerade dass sie nicht durchschaut, in welche gefährliche Machtkämpfe sie gerät und auch ich als Leser hereingelegt wurde, hat mich spielend leicht eine Verbindung zu ihr aufbauen lassen.
Abgerundet wird die Charakterentwicklung von den unterschiedlichsten Nebenfiguren, die frischen Wind in die Handlung bringen, eine neue Richtung des Plots einschlagen lassen oder einfach nur da sind, um eine Schneise des Chaos und der Zerstörung zu hinterlassen. Sicher hätte ich davon nicht jeden Charakter gebraucht, aber diese Abwechslung und Vielfältigkeit haben mir sehr gut gefallen. Jeder hat letztlich seinen vorbestimmten Platz in der Geschichte – ob es am Ende dem Leser gefällt oder nicht.
Nun zur Geschichte: Niemals hätte ich gedacht, dass sich das Buch und der Plot so entwickeln. Es gibt einige drastische Wendungen, viele dramatische Szenen und stellenweise grausame Ereignisse, die das Buch wahnsinnig spannend und fesselnd erscheinen lassen. Die beiden abwechslungsreichen Handlungsstränge haben mich von vorne bis hinten packen können, so dass ich an keiner einzigen Stelle von Längen oder langatmigen Passagen reden könnte. Ich finde, "Iron Flowers" hat einen unglaublichen Unterhaltungswert, so dass ich das Buch innerhalb von 24 Stunden locker zu Ende lesen konnte. Auch der Schluss hat es nochmal in sich und bietet einen perfekten Übergang für die Geschichte in Band 2. Leider lässt der wohl noch eine Weile auf sich warten.
Die einzige Kritik, die ich habe, ist das Setting. Für mich kam das leider ein bisschen zu kurz. Da hatte ich wohl einfach mehr Hoffnungen. Es gibt einige Stellen, an denen das World-Building aufgegriffen wird, aber mir hat immer das gewisse Etwas gefehlt. Gerade der Palast, diese grausige Insel oder der Parfümladen laden doch dazu ein, sich bildreich auszudrücken und den Leser auf eine einzigartige Reise mitzunehmen. Ich hatte zwar ein umfassendes Kopfkino, ein bisschen mehr hätte ich mir trotzdem gewünscht.
Fazit
Für mich ist "Iron Flowers – Die Rebellinnen" ein fabelhaftes, einnehmendes und kurzweiliges Buch, das mit einer großartigen Geschichte und vielfältigen Charakteren brilliert. Ich hätte nicht erwartet, dass mich das Buch so unterhalten und überzeugen würde, doch ich kann es kaum erwarten, der weiteren Geschichte von Serina und Nomi zu folgen. Schließlich erwartet die Rebellinnen noch so einiges.
[4,5 Sterne]
Rezensionen von HEYN Leserunde Andrée:
Lesevergnügen der besonderen Art
Jud von Georg Thiel
Mit unglaublichem Sprachwitz führt der Autor den Leser durch die verschiedenen europäischen Charaktere, um später an einem österreichischen wunden Punkt elegant vorbeizumanövrieren. Die Geschichte regt zu vielen Diskussionen über politische Entwicklungen, menschliche Schwächen und Stereotypen an.
Sehr zu empfehlen!
Rezensionen von rewareni:
Der Albtraum beginnt in Curacao
Das Curaçao-Komplott - Hinter Gittern im Paradies - Autobiografischer Roman von Frank Pulina
Der deutsche Pilot Jo, der immer wieder für verschiedene Auftraggeber arbeitet, hätte sich nie gedacht, dass das Angebot eines türkischen Luftfrachtunternehmers einen Job auf die Karibikinsel Curacao anzunehmen, ihn ins Gefängnis bringen würde. Obwohl Jo von Beginn an ein ungutes Gefühl dabei hat ist er froh, dass er endlich wieder einmal fliegen und Geld verdienen kann.
Doch plötzlich wird er als vermeintlicher Drogenschmuggler verhaftet und der Albtraum beginnt. Unverschuldet landet er im Gefängnis, wo er tagelang zwischen hoffen und bangen lebt. Ein gelangweilter Pflichtverteidiger, der nicht deutsch kann, keine deutsche Botschaft, an die er sich wenden kann und immer zu wissen, dass er unschuldig ist. Einzig seine Gedanken an seine Frau Belinda und die moralische Unterstützung der Mitgefangenen halten ihn am Leben und an den Glauben, dass sich alles zum Guten wenden wird.
Der Autor Frank Pulina hat mit der Geschichte ,,Das Curacao- Komplott´´ - Hinter Gittern im Paradies, einen autobiografischen Roman geschrieben. Er erzählt darin in einfacher und eindringlicher Weise seine Erlebnisse im Gefängnis.
Zu Beginn liest sich die Geschichte in eher kurzen Sätze wie eine Art Aufzählung von Erlebnissen aus seiner wohlbehüteten Kindheit und seine Beziehung zu Belinda. Da merkt man, dass es dem Autor einfach darum gegangen ist dem Leser seine Empfindungen und Gedanken an schöne Zeiten und Erinnerungen näher zu bringen. Diese Gedanken haben ihm immer wieder geholfen durchzuhalten, wenn es ihm schlecht ging.
Im Laufe der Zeit nimmt die Geschichte Fahrt auf und man wird immer tiefer in Geschehnissen hineingezogen, die den seelischen Leidensweg von Jo beschreiben. Man spürt seine zunehmende Verzweiflung als man ihm ein Verbrechen vorwirft, das er nie begangen hat.
Seite 129: Sonst ist der Raum leer. Keine Bettwäsche, keine Kissen oder Decken, keine Seife oder Handtücher. Einfach nichts. Nur ich.
Man fühlt mit ihm mit, wenn er Angst hat, was der nächste Tag bringt und man blickt ungläubig auf die Zeilen, die von Armut und Korruption in Curacao berichten. Obwohl zu den Niederlanden gehörend und somit Schengen Gebiet ist, wird Jo schnell klar, dass er sich von öffentlicher Seite keine Hilfe erwarten kann.
Seite 253: Aber auf dieser ,,Ferieninsel´´ scheinen alle Gesetzmäßigkeiten aufgehoben. Es existiert kein verlässliches Recht, auf das ich mich berufen könnte. Es gibt nicht einmal einen Anwalt, der meine Sprache spricht.
Schön beschrieben sind auch die Szenen im Gefängnis, wo die Zusammengehörigkeit der Mithäftlinge ihn am Leben erhalten haben. Hier hat man gespürt, wie sich die Personen, denen oft selbst jahrelange Haft drohen, Jo für unschuldig halten und ihm immer wieder Mut gemacht haben.
Ein berührender Roman der zeigt, wie schnell von einem Moment auf den anderen das Leben aus den Fugen geraten kann.
Rezensionen von yellowdog:
Fabel-haft
Das Mädchen, das in der Metro las Gebunden. von Féret-Fleury Christine
Den Romantitel “Das Mädchen, das in der Metro las” schätze ich nicht besonders, obwohl es dem Originaltitel entspricht.
Die Hauptfigur Juliette ist eigentlich kein Mädchen sondern eine erwachsene Frau und in der Pariser Metro lesen wohl so viele Menschen, dass das kein besonderes Merkmal ist.
Der Titel trifft nicht das eigentliche.
Das Buch lebt von den schrulligen, sympathischen Figuren.
Juliette führt als Angestellte ein gleichförmiges, ruhiges Leben. Juliettes Leben verändert sich, als sie Soliman und seiner kleinen Tochter Zaide begegnet.
Juliette ist ein zurückhaltender Charakter, es gibt aber auch lebhaftere, wie z.B. Zaide oder Leonidas.
Bücher in denen Bücher eine Hauptrolle spielen gibt es schon ein paar. Hier werden viele klassische und zeitgenössische Romane genannt, aber kaum ihre Bedeutung verdeutlicht. Das ist schade. Ausnahmen gibt es, wo doch die Wirkung der Bücher ausgearbeitet wird z.B. Maya Angelous Lyrik. Ich hätte mir gewünscht, das mehr literarische Anekdoten eingebaut würden.
Ein sehr französisches Buch, das wie eine Fabel gestaltet sein will. Die These ist, das eine sichere Existenz nichts nützt, wenn man nicht wirklich bewusst lebt.
Ab und zu gibt es sprachlich poetische Momente.
Rezensionen von adinagraffunder@gmx.de:
Emotionale Geschichte über das Überwinden von Vorurteilen
Summ, wenn du das Lied nicht kennst Roman. 12.03.2018. Hardback. von Marais Bianca
In dem Buch "Summ wenn du das Lied nicht kennst" von Bianca Marais geht es um Robin ein neun Jahre altes Mädchen, welches ihre Eltern bei einem Aufstand verliert. Robin soll von nun an bei ihrer Tante aufwachsen, die ist aber beruflich sehr eingebunden und engagiert daher Beauty. Beauty ist eine schwarze Lehrerin vom Stamme der Xhosa und ist selbst in Johannesburg um ihre verschwundene Tochter zu suchen.
Robin beginnt recht schnell Beauty trotz ihres schlimmen Traumas zu vertrauen und entwickelt ein tiefe Beziehung zu ihr. Doch Beauty sucht weiterhin nach ihrer Tochter - und Robin hat Angst wieder verlassen zu werden, sollte Beauty diese finden.
Die Autorin greift in diesem Buch das Thema der Apartheid auf, die vielen Menschen nicht mehr so gegenwärtig ist, obwohl sie schließlich bis 1992 existierte und sie probiert dieses schwierige Themen ihren Lesern einfühlsam und doch einprägsam näher zu bringen.
Insgesamt ein sehr ergreifendes Buch was hervorragend geschrieben ist.
Als zusätzliches Plus hat das Buch eine wunderschöne, liebevolle Gestaltung und ein außergewöhnlicheres Cover und eine tolle Haptik.
Eine klare Leseempfehlung.









