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Rezensionen von LEXI:

DIESER ESEL NAMENS FLASH IST EIN GESCHENK

Das Glück hat lange Ohren von Rachel Anne Ridge

„Als Flash auftauchte und über ihre Zufahrt zockelte, verloren, verwirrt, verängstigt und hungrig, schlenderte er geradewegs in die weit geöffneten Arme von Rachel Ridge, die überall und in allem Schönheit sieht. Sogar in einem schmutzigen, hungrigen, ungewollten, obdachlosen Esel. Und er fand bei ihr ein Zuhause.

“ (Priscilla Shirer)

Gerade als die berufliche und finanzielle Situation von des Ehepaares Ridge ziemlich angespannt ist, taucht plötzlich wie aus dem Nichts ein Esel auf dem Zufahrtsweg zu ihrem Haus auf. Nach einer Erstversorgung seiner vielen kleinen Verletzungen und der vergeblichen Suche nach seinem Besitzer beschließen Tom und Rachel, den Esel zu behalten, der sich in kürzester Zeit zielstrebig seinen Weg in ihre Herzen gebahnt hat. Und so wird Flash zum festen Bestandteil der Familie. Die anfängliche Vorsicht und ängstliche Zurückhaltung des Tieres entwickelt sich behutsam und ganz langsam zu einer von Vertrauen getragenen Beziehung zu seinen Menschen. Das Leben mit Flash inspiriert wiederum Rachel dazu, vieles neu zu überdenken. Es beschert ihr interessante Erkenntnisse – und führt letztendlich zu einem Perspektivenwechsel. Tom und Rachel verlassen ihre Komfortzone, nehmen berufliche Herausforderungen an und wagen es, zu träumen – und diese Träume auch zu verwirklichen. Und mithilfe von Flash lernen sie viele unschätzbar wertvolle Lektionen über sich selbst, ihr Leben und ihren Glauben.

Das Coverfoto dieses Buches mit dem süßen Esel im Vordergrund, der ein Gänseblümchen hält, hat mich auf der Stelle in seinen Bann gezogen. Ich mag Esel, ihren eigenwilligen Charakter, ihr strubbeliges Äußeres. Und ich mag Gänseblümchen. Als ich noch dazu las, dass es sich hierbei um die Geschichte einer Familie handelt, die einem verängstigten, stark mitgenommenen und verletzten heimatlosen Esel ein neues Zuhause schenkte, war ich sofort Feuer und Flamme für dieses Buch. Dieses wunderschöne Coverfoto zieht sich übrigens durch den gesamten Inhalt. Jedes Kapitel beginnt mit einer fettgedruckten Überschrift und einer kleinformatigen Schwarz-Weiß-Kopie dieses Fotos.

Rachel Anne Ridge erzählt in einem einnehmende, locker-leichten und mit einer Riesenportion Humor versehenen Schreibstil, der mich bei mancher akribischen Beschreibung des störrischen Verhaltens dieses Esels lauthals zum Lachen brachte. Im Gegensatz zur humorvoll dargebrachten Geschichte von Flash besitzt dieses Buch jedoch zugleich auch eine große Tiefe, offenbart Erkenntnisse und Lebensweisheiten einer starken und mutigen Frau, die auch in scheinbar ausweglosen Situationen nicht aufgibt. Rachels Kraft basiert auf ihren unerschütterlichen Glauben, dem in diesem Buch Rechnung getragen wird. Die Gedanken und Gebete der Protagonistin wurden in kursiver Schrift dargestellt, sie sind sehr bewegend und machen diese Geschichte zu einer tief berührenden und empfehlenswerten Lektüre

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In der Liebe und im Krieg ist alles erlaubt

Das Glück hat lange Ohren von Rachel Anne Ridge

Die Französische Revolution veranlasste Madame de Beaumont, mit ihrer bezaubernden Tochter Céline nach England zu fliehen, wo sie im Alter von achtzehn Jahren eine arrangierte Ehe mit dem mehr als dreißig Jahre älteren Earl of Waxham einging. Nach dem Tod ihres Ehemannes lebt die angesehene und nun auch sehr vermögende junge Witwe in London und umgibt sich mit einflussreichen Menschen.

Als die Countess als französische Spionin unter Verdacht gerät, schleust das britische Innenministerium einen Agenten in ihren Haushalt ein. Rees Phillips vertritt als Harrison Mac Kinnon Célines erkrankten Butler und macht sich auf die Suche nach belastenden Informationen. Dem attraktiven jungen Mann ist bewusst, dass ihre beiden Nationen Krieg gegeneinander führen – Lady Wexham und er sind im Grunde Feinde, fühlen sich aber dennoch zueinander hingezogen. Schon bald steht für Rees nicht mehr der Dienst für das Vaterland, sondern die Sicherheit und das Wohl von Céline an erster Stelle – und er entscheidet sich schließlich dafür, die Frau seines Herzens zu beschützen, und nicht sein Land.

Ruth Axtell hat mit diesem prachtvollen Regency-Roman alle Aspekte bedient, die mir in Büchern dieses Genres wichtig sind. Der Schreibstil ist gewählt und einnehmend, die historischen und politischen Hintergründe ausgezeichnet recherchiert und mit einer zarten Liebesgeschichte zu einem eindrucksvollen Roman verwoben. Auch dem Glauben wird in diesem Buch aus einem christlichen Verlag Rechnung getragen, und durch die Spionagetätigkeit entsteht ein gewisser Spannungsfaktor.

Die handelnden Figuren dieses Buches wirken zwar angesichts des über vier Buchseiten umfassenden Personenverzeichnisses zunächst überwältigend, Ruth Axtell konzentriert sich jedoch in ihren Ausführungen hauptsächlich auf ihre beiden Protagonisten und einige wenige Nebenfiguren. Historisch belegte Figuren werden zwar am Rande erwähnt, spielen jedoch für die Handlung keine tragende Rolle.

Mit Céline Wexham betritt eine sehr feminine, elegante und vornehme junge Lady den Schauplatz des Geschehens, die ihre Schönheit und Intelligenz geschickt einzusetzen weiß. Ihre Fürsorge und Freundlichkeit machen sie darüber hinaus zu einer beliebten Dienstherrin. Die Rolle des männlichen Gegenspielers besetzt Rees Phillips, der als Angestellter des Außenministeriums durch diesen Spionageauftrag die Karriereleiter im diplomatischen Dienst erklimmen möchte. Der attraktive Mann mit der unnahbaren Ausstrahlung besitzt einen tiefen Glauben, er mag keine Unwahrheiten und empfindet das Leben der verwitweten jungen Countess als ausschweifend und nutzlos. Wichtige Nebendarsteller sind Célines langjährige Vertraute und Angestellte Valentine Simonette und Gaspard Guignoret. Sowohl ihre Zofe, als auch ihr Koch stammen aus Frankreich und sind ihrer Dienstgeberin aufrichtig zugetan. Auf Célines Anwesen lebt auch Agatha, die unverheiratete Schwester des verstorbenen Earls. Ihre strenge, missbilligende Persönlichkeit und ihr Standesdünkel erzeugten in mir gleich zu Beginn eine Antipathie für diese Figur.

Das Coverfoto dieses Buches zeigt eine elegante junge Lady, die in einem Empire-Kleid mit hoher Taillenlinie und einem langen, fließenden Rock die Stufen eines prachtvollen Herrenhauses herabsteigt. Bei der farblichen Gestaltung dominieren warme Rot- und Goldtöne, das liebreizende Äußere der abgebildeten Lady Céline Wexham entspricht exakt der Beschreibung im Buch. Das bereits erwähnte Personenregister listet sowohl die fiktiven, als auch die historischen Figuren dieses Buches auf, die Epoche „Regency“ wird in einer Anmerkung der Autorin erläutert.

Ich durfte mit „Maskerade im Mondlicht“ bereits den zweiten Roman der Autorin Ruth Axtell kennenlernen, der mir großes Lesevergnügen bereitet und mich ausgezeichnet unterhalten hat. Fans historischer Liebesromane, die Wert auf inhaltliche Tiefe, historisches Hintergrundwissen und nicht zuletzt christliche Werte legen, werden dieses Buch lieben.

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Der Garten der Liebe - gemeinsam auf dem Weg

Der Garten der Liebe von Jörg Berger

Der Psychologe, Psychotherapeut, Paartherapeut und Buchautor Jörg Berger vergleicht in diesem Buch die Liebe zwischen Paaren mit einem Garten, dessen Pflanzen man schützen und pflegen muss, damit sie gedeihen. Er betrachtet es als Ratgeber, der dabei helfen soll, das Gespür der Leser für die Wachstumsbedingungen der Liebe zu schulen.

Jörg Berger bedient sich hierbei einiger seiner Artikel, die bereits in der Zeitschrift „Family“ publiziert wurden. Jeder Artikel ist in sich abgeschlossen und es bedarf daher auch keiner bestimmten Reihenfolge, um sich die Ausführungen des Autors zu Gemüte zu führen. Man kann dieses Buch alleine, oder auch zu zweit, an einem gemütlichen Sonntagnachmittag, oder als kleine tägliche Lektüre zwischendurch lesen. Für das gemeinsame Lesen bieten sich die Gesprächsanregungen in Form von kurzen Fragen zum Ende eines jeden Kapitels an. Bei einigen Kapiteln tragen Checklisten dazu bei, sich und den Partner genauer zu analysieren.

Die Themenbereiche in diesem Ratgeber sind vielfältig. Jene Elemente, die eine Liebe zwischen Paaren fördern und zum Wachsen bringen werden ebenso unter die Lupe genommen wie Störfaktoren, die durch ihre schädlichen Einflüsse eine Beziehung zum Scheitern bringen. Der Autor beschäftigt sich mit Quellen des Glücks, betont, wie wichtig eine beiderseitige Kompromissbereitschaft ist, führt mögliche Konfliktbereiche an und bietet einfache, praxistaugliche Lösungsansätze dafür. Es werden negative Gefühle und mögliche Ursachen dafür analysiert, zugleich aber auch Wege für einen konstruktiven Umgang damit aufgezeigt. Verletzungen in Form von persönlicher Kritik, Verachtung, Selbstrechtfertigung und Rückzug werden ebenso thematisiert wie die Faktoren Berufung, Geld, Lebensträume und Persönlichkeitsentwicklung als vier Quellen des Glücks. Auch der Intimität und der Gefahr von und durch Seitensprünge wird in diesem Buch ein Kapitel eingeräumt. Letztendlich geht Jörg Berger auch auf das Konzept „Die Jahreszeiten der Liebe“ ein – einem Vergleich von Gary Chapman, dessen Buch „Die fünf Sprachen der Liebe“ bereits zum Bestseller wurde.

Fazit: Ich empfand den christlichen Ratgeber „Der Garten der Liebe“ als bereichernde Lektüre, die meines Erachtens bei Partnerschaftskrisen und Eheproblemen eine durchaus konstruktive Hilfestellung bieten kann. Der einnehmende Schreibstil, die kurzen, in sich abgeschlossenen Kapitel und die große und interessante Themenvielfalt haben mir ausgezeichnet gefallen.

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Ich habe dich nicht gefunden, du wurdest mir geschickt!

Der Garten der Liebe von Jörg Berger

„Ich weiß, dass ich alles daransetzen werde, so lange wie möglich zu leben, um bei dir sein zu können. Falls ich dich verlassen muss, werde ich jemanden finden, bei dem du glücklich sein wirst. Ich liebe dich. Mama.“

Tricia Somers liegt im Community General Hospital in Pinnacle Health. Bei der alleinerziehenden Mutter wurde nach einer scheinbar erfolgreich verlaufenen Operation festgestellt, dass der Krebs bereits gestreut hatte.

Tricias Prognosen sind sehr schlecht, ihr bleibt nur noch wenig Zeit, um ihre Angelegenheiten zu regeln. Tricia hat weder Verwandte, noch Freunde im Umkreis, sie kämpft mit ihrer ganzen Kraft gegen die tödliche Krankheit und wünscht sich nichts sehnlicher, als ihren kleinen Sohn lieben, schützen und aufwachsen sehen zu dürfen.

Der achtjährige Wesley Somers mit dem süßen Lächeln ahnt noch nicht, dass die einzige Person, die ihn auf dieser Welt lieben und beschützen konnte, nicht mehr lange bei ihm sein wird. Er hängt sehr an seiner Mutter und ist ein tapferer und einsichtiger kleiner Junge, der Computerspiele, Lego und MacDonalds liebt.

Tricia Seaman ist seit zwanzig Jahren Krankenschwester, glücklich verheiratet und Mutter von drei Töchtern und einem Sohn. Die lebensfrohe, optimistische und tief gläubige Frau trifft an ihrem Arbeitsplatz in der Onkologie auf eine neue Patienten, die den gleichen Vornamen trägt, von allen jedoch stets „Trish“ genannt wird. Tricia empfindet für die neue Patientin gleich beim ersten Zusammentreffen eine spontane und große Sympathie, aus der sich sehr rasch eine tiefe Freundschaft entwickelt. Über ihre Pflichten als Krankenschwester hinaus bietet Tricia der todkranken Frau ihre Fürsorge, Stärke, Kraft und eine Schulter, an die Trish sich anlehnen kann. Trishs Bitte trifft sie dennoch wie ein Blitz, als diese fragt: „Wenn ich sterbe, werden du und dein Mann meinen Sohn aufziehen?“

Die gläubige Familie Seaman entscheidet sich schließlich dafür, nicht nur den kleinen Wesley, sondern auch Trish bei sich aufzunehmen. Behutsam und Schritt für Schritt gewöhnen sie sich aneinander, gemeinsame Unternehmungen schaffen wertvolle Erinnerungen und machen ihre Verbindung immer enger, bis sie schließlich zu einer einzigen großen Familie zusammengewachsen sind. Doch Wesleys Mama wird diese Welt sehr bald verlassen…

Tricia Seaman versprach ihrer Freundin Trish, ihre außergewöhnliche Geschichte zu erzählen. Das Ergebnis, nämlich die Einlösung dieses Versprechens, liegt in Form dieses Buches vor. Tricia berichtet auf sehr einfühlsame Art und Weise von einer starken, stolzen und unabhängigen Frau, die sich ihr ganzes Leben lang nichts sehnlicher gewünscht hatte, als eine Familie. Sie schreibt von Trishs gescheiterter Ehe und ihrem Leben als alleinerziehende Mutter. Und sie erzählt von dem Wunder, das Gott ihr in der Gestalt der liebevollen und großherzigen Krankenschwester Tricia Seaman schickte. Während die Seamans für Wesley und Trish zur Familie werden, zeigt Trish ihrer neuen Freundin, wie wertvoll die kleinen Dinge des Lebens sind, sie bringt ihr bei, diese Dinge ganz bewusst auszukosten. Es wird nicht nur der tapfere Kampf gegen die Krankheit, sondern vielmehr auch die grenzenlose Menschlichkeit thematisiert, mit der sämtliche Bekannte, Verwandte und Freunde, ja sogar die Kirchengemeinde der Seamans unaufgefordert und mit einer großen Selbstverständlichkeit Trish zur Seite stehen.

„Dann sorge ich für dich“ ist ein Tatsachenbericht, ein starkes Buch über eine ungewöhnliche Freundschaft und voller Emotionen, welches Menschlichkeit und Wärme thematisiert. Es zeigt auf, wie Gottes Wunder auch heute geschehen – und wo in kleinen Momenten, oftmals aus winzigen Gesten und getragen vom tiefen Glauben, Großes und unvorstellbar Schönes entstehen kann. Dieses Buch war im wahrsten Sinne des Wortes atemberaubend - es hat mich so tief berührt, wie bislang noch keine einzige Lektüre.

„Es sind die unschuldigen Momente und Zeiten mit der Familie, an die man sein Herz hängen sollte. Wenn man sich zu sehr in Schnelllebigkeit und belanglosen Dingen verheddert, kann man diese Momente allzu leicht verpassen.“

„Ich wollte Trish nicht verlieren, aber ich wusste, dass man Menschen gehen lassen muss, wenn Gott sie ruft. Ich hatte keinen Anspruch auf sie. Sie war mir nur geliehen worden.“

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Alles, was wir brauchen, ist ein sicherer Anker

Der Garten der Liebe von Jörg Berger

„Alles, was wir brauchen, ist ein sicherer Anker, der uns vor dem Abdriften schützt, wenn das Leben aus dem Ruder gerät.“ (Katie Kavinsky)

Die amerikanische Pastorin und Buchautorin Holly Wagner beschäftigt sich im vorliegenden Buch „Anker im Sturm“ mit den Herausforderungen des Lebens, mit denen jeder Einzelne von uns konfrontiert wird.

In sehr bildhafter Sprache und stets Bezug auf das bekannte Gleichnis der Bibel nehmend, in welchem Jesus den Sturm besänftigt, schreibt sie über einen möglichen Umgang mit den Stürmen unseres Lebens. Die Autorin ist der Ansicht, dass wir in den Prüfungen des Lebens nicht steckenbleiben, sondern auch in den dunklen, erschütternden Momenten aufstehen und kämpfen sollen. Sie gibt Anregungen dazu, wie man diese Stürme überwinden und gestärkt daraus hervorgehen kann. Eine weitere biblische Grundlage für ihre Ausführungen ist die Beschreibung der tugendhaften Frau in Sprüche 31, und anhand des Beispiels des Apostels Paulus thematisiert sie, wie man Stürme überlebt.

In schwierigen Zeiten benötigt der Mensch eine Stütze, einen Halt, wobei Holly Wagner einerseits auf Gottes Wahrheit, andererseits auf Menschen, die Gott in unser Leben gestellt hat, hinweist. In diesem interessanten Sachbuch, welches man durchaus auch als Ratgeber und Lebensbegleiter betrachten darf, thematisiert sie das Abwerfen von Ballast, die Konfrontation und den Umgang mit Ängsten, das Setzen von Prioritäten, die Hoffnung als lebenswichtiges und wertvolles Gut, den Umgang mit unseren Gefühlen, Mut und Zuversicht und Stärke. Selbst verursachte Stürme werden ebenso besprochen wie die große Notwendigkeit, sich dabei auf einen Anker verlassen zu können. Ihre Aufmunterung, schwierige Lebensphasen auszuhalten, werden von den Lebensgeschichten einiger Frauen umrahmt, die durch ihr Durchhaltevermögen die Weltgeschichte beeinflussten.

„Anker im Sturm“ war eine sehr informative, stark bibelzentrierte Lektüre, die neben vielen Lebensberichten und Beispielen aus dem Alltag auch Anregungen zur Selbstreflektion enthält. Die zahlreichen Bibelzitate sind kursiv dargestellt, die Autorin befasst sich intensiv und ausführlich damit. Ich möchte abschließend noch einige der beeindruckendsten Zitate dieses Buches anführen:

„Wer Gott liebt, dem dient alles, was geschieht, zum Guten.“

„Egal, ob wir in einer Beziehungskrise stecken, Schwierigkeiten am Arbeitsplatz haben oder mit gesundheitlichen Problemen kämpfen, jeder Sturm in unserem Leben birgt die Gelegenheit in sich, ihn nicht nur zu überleben, sondern auch als Sieger daraus hervorzugehen.“

„Das Leben ist nicht so, wie es sein soll. Es ist so, wie es ist. Die Art, wie man damit umgeht, macht den Unterschied.“

„Wir suchen nach einem Weg, wie wir den Sturm überstehen können, um dann am Ende siegreich aus dieser Krise hervorzugehen – gestärkt und gefestigt in unserem Glauben, unseren Beziehungen und unserem Denken.“

„Die Hoffnung ist für uns ein sicherer und fester Anker.“

„Anker im Sturm“ von Holly Wagner - beeindruckend, positiv, motivierend – Prädikat: „Sehr gut!“

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Du bist dein eigener Gefangener

Das Licht scheint in die Finsternis von Thomas Franke

Helena Brendel ist Mutter von zwei Söhnen. Jonathan stammt aus ihrer zweiten Ehe mit Jürgen Brendel, er betreibt mit einer guten Freundin eine Literaturagentur. Sein Halbbruder Maik, der Sohn von Helenas geschiedenen Mann Frank Täschner, verschwand nach einem fürchterlichen Streit und ist bereits seit 15 Jahren wie vom Erdboden verschluckt.

Nach dem Tod von Helena muss Jonathan seinen Bruder nun aufgrund der Testamentsbedingungen ausfindig machen, um das Erbe antreten zu können. Er sichtet alte Unterlagen und begibt sich auf die Suche nach Spuren, die Maik hinterlassen haben könnte.

Polizeihauptkommissar Thorsten Boddien investierte die letzten beiden Jahre in die Suche nach „El Nino“, einem gefürchteten Unterweltboss und einem Phantom, das mit der Polizei Katz und Maus spielt. Der mysteriöse und mächtige Mann ist der führende Kopf der organisierten Kriminalität, er gilt als vollkommen unberechenbar und äußerst gefährlich. Thorsten Boddien gelingt es schließlich, Alexander Wolkow als Undercoveragent in das Umfeld von El Nino einzuschleusen, bei einer Verfolgungsjagt eskaliert die Situation jedoch und die Folgen für Alex sind fatal. Nun ist die Ergreifung dieses gefürchteten Verbrechers für den Kommissar auch zu einem persönlichen Anliegen geworden und der Mann schwört sich, El Nino zu fassen.

Ein Kerker aus Stein, an einem rätselhaften Ort, umgeben von Felsen und Wüstensand. Ein Mann, der sich „Sokjan“ (Suchender) nennt und herauszufinden versucht, wo er sich befindet. Er trifft auf merkwürdige Gestalten, und befreit einen verwahrlosten Jungen namens Faith.

Thomas Franke erzählt seine Geschichte in verschiedenen Handlungssträngen und verwendet als Einstieg in seine Geschichte ein folgenschweres Telefongespräch zwischen Helena Brendel und ihrem Ex-Ehemann Frank, das eine Katastrophe auslöst. In vielen Rückblenden erfährt man Details über die Familie, das Leben der beiden Söhne und jener Menschen, die deren Wege kreuzen. Jonathan Brendel strengt die Suche nach seinem jahrelang vermissten Halbbruder an, der seine Spuren geschickt verwischt hat und sichtlich nicht gefunden werden möchte. Dabei lernt er verschiedene Menschen kennen, bei denen eine Verbindung zu Maik besteht. Der hohe Stellenwert des Glaubens wird vordergründig durch eine alte Diakonisse namens Maggy und die Diakonieschwester Mara ins Buch eingebracht und spielt auch im zweiten Handlungsstrang eine bedeutende Rolle. Dieser befasst sich mit den Ereignissen in der mysteriösen Festung mitten in der Wüste und zieht sich durch das gesamte Buch, bis die losen Fäden letztendlich verknüpft werden und dem Leser der große Zusammenhang offenbart wird. Schließlich stellt die Polizei unter Thorsten Boddien ihre eigenen Recherchen an – und das Krankenhaus, in dem der schwerverletzte Undercoveragent und ein unbekannter Mann, der schwer verletzt an einem Flussufer aufgefunden wurde, steht schließlich im Zentrum des Geschehens.

Der Schreibstil dieses Buches war flüssig und einnehmend, die Thematik interessant. Mich hat jedoch die nicht zu knappe Verwendung der Gossensprache in diesem Buch massiv gestört - ich persönlich mag es einfach nicht, wenn ich in einem Buch aus einem christlichen Verlag permanent Ausdrücke wie „Scheiße“ oder „Arschloch“ lesen muss. Ich erahnte als Leser zudem bereits sehr früh die wahre Identität des berüchtigten „El Nino“ und vermisste den relativ hohen Spannungsbogen, den ich aus anderen Büchern dieses Autors gewohnt bin.

Fazit: Thomas Franke legt mit seiner Neuerscheinung „Ein Licht scheint in die Finsternis“ erneut einen höchst interessanten Spannungsroman vor, der mich nicht nur sehr gut unterhalten hat, sondern bei dem ich auch ganz besonders auf den hohen Stellenwert des Glaubens hinweisen möchte.

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MACHT EUCH KEINE SORGEN (Phil 4,6)

Das Licht scheint in die Finsternis von Thomas Franke

„Lasst euch durch nichts im Leben in ständige Atemlosigkeit und Angst versetzen. Dass wir uns mal Sorgen machen, ist unvermeidlich, doch im Gefängnis der Sorge zu sitzen ist etwas, wofür wir uns selbst entscheiden.“

In seiner Neuerscheinung „Keine Sorge!“ steht der titelgebende Slogan im Mittelpunkt der Ausführungen Max Lucados.

Der Autor schreibt über die Ursachen, das Wesen und die Auswirkungen unserer Sorgen und erwähnt hierbei auch die Schuld, die Christen deshalb empfinden. Mitten in den Stürmen unseres Lebens gibt es jemanden, der diesen Stürmen auch gewachsen ist. Die Bibelstellen, die Max Lucado anführt, sind sehr zahlreich und werden zum Teil auch in kursiver Schrift dargestellt. Besonders eingehend beschäftigt der ehemalige Pastor sich mit Philipper 4 und dem Apostel Paulus, er nimmt kapitelübergreifend immer wieder Bezug darauf. Man findet in diesem Buch zwischendurch immer wieder eigene Lebenserfahrungen und Erlebnisse des Autors. Unter anderem offenbart er seinen Lesern aber auch, was der Begriff „Amygdala“ mit unseren Sorgen zu tun hat, wie man sich Güte, Freundlichkeit und innerer Ruhe zu eigen macht, die Kraft des Gebets und die Dankbarkeit als achtsame Wahrnehmung des Guten im eigenen Leben erkennt oder ein gezieltes Gedankenmanagement dazu nutzt, das eigene Leben von Sorgen zu befreien. Zum Thema „Im Hier und Jetzt leben“ erlaubt er einen Einblick in seine ganz persönlichen Gedanken dazu, die er in Form eines Gedichtes zusammengefasst hat. Den Fragen zur Vertiefung widmet er ungewöhnlich großen Raum, der Leser kann sich auf knapp sechzig Buchseiten intensiv damit beschäftigen und findet schließlich noch wertvoller Bibelzitate, die sich auf die Thematik konzentrieren.

Der Schreibstil dieses Buches wirkt angesichts der vielen Bibelstellen und Erzählungen aus dem Alltagsleben aufgelockert. Der Inhalt ist übersichtlich gegliedert. Besonders wichtige beziehungsweise eindringliche Zitate werden an einigen Stellen sogar in riesengroßen Lettern und eine ganze Buchseite füllend wiederholt. Ich möchte abschließend jene drei Zitate anführen, die mich ganz besonders bewegt und beeindruckt haben:

„Wir haben eine Wahl. Wir können unseren Schmerz tragen oder unsere Hoffnung. Wir können uns in unser Unglück hüllen oder uns mit Gottes Fürsorge kleiden. Wir können unter dem Chaos des Lebens zusammenbrechen oder uns auf den vollkommenen Plan Gottes stützen. Und wir dürfen auf diese Verheißung vertrauen: „Das eine aber wissen wir: Wer Gott liebt, dem dienst alles, was geschieht zum Guten. Das gilt für alle, die Gott nach seinem Plan und Willen zum neuen Leben erwählt hat.“ (Römer 8,28)

„Heben Sie Ihren Blick. Verlieren Sie sich nicht in Ihren Schwierigkeiten. Wagen Sie, daran zu glauben, dass Gutes geschehen wird. Wagen Sie, daran zu glauben, dass mit den Worten aus dem Römerbrief auch Sie gemeint sind!“

„Mit Gott als Ihrem Helfer werden Sie heute Nacht besser schlafen, und morgen mehr lächeln. Sie werden Ihren Ängsten anders begegnen. Sie werden lernen, innerlich zur Ruhe zu kommen und schlechte Nachrichten durch die Brille Ihres souveränen Gottes zu betrachten.“

Fazit: Ich empfand „Keine Sorge!“ als sehr anregende, interessante und bereichernde Lektüre, die ich nur zu gerne weiterempfehle. Ein tolles Buch, dessen Ratschläge man beherzigen sollte!

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Der Sieg nützlicher Effizienz über sinnlose Gewohnheiten

Wie dein Smartphone dich verändert von Tony Reinke

„Wir wissen nicht, was unsere Smartphones mit uns machen, aber so viel ist gewiss: Wir werden verändert!“

Tony Reinkes beschäftigt sich in diesem Buch mit dem bislang einflussreichsten Einzelgerät aller Zeiten, nämlich dem Smartphone. Inhaltlich sehr gut recherchiert und in einfachen, verständlichen Worten interessant und überzeugend dargebracht, thematisiert er Veränderungen, die aus einer digitalen Welt resultieren.

Eine Welt, in der ein Handy nicht nur die Funktion des Telefonierens innehat, sondern zu all den einfallsreichen zusätzlichen Möglichkeiten nun auch schon Computer, MP3-Player, Spielekonsolen und E-Book-Reader in sich vereint.

Als investigativer Journalist liegen die Schwerpunkte des Autors auf der Ethik und der praktischen Theologie, und seine wichtigste Frage ist jene zur Auswirkung dieser Technik auf das geistliche Leben eines Christen. Dem entsprechend verwendet er in seiner Argumentation immer wieder Bibelstellen und stellt stets einen Bezug zum Wort Gottes her. Tony Reinke ist um Objektivität bemüht und plädiert für eine ganz bewusste Selbstreflektion hinsichtlich des eigenen Umgangs mit dem Smartphone. Ganz kurz widmet er sich der technischen Entwicklung, und geht anschließend in insgesamt zwölf Buchkapiteln auf zwölf gefährliche Veränderungen in der Nutzung der Smartphones ein, die zugleich auch als jeweilige Kapitelüberschriften dienen. So befasst der Autor sich beispielsweise mit den Beweggründen für die Sucht nach virtueller Ablenkung, den Nachteilen der digitalen Kommunikation gegenüber echten, persönlichen Begegnungen und dem digitalen Narzissmus. Er beleuchtet die brandgefährliche Handynutzung während des Lenkens eines Fahrzeuges, Online-Aggressionen und deren Auswirkungen, die Lesekompetenz oder die Isolation und Einsamkeit durch soziale Netzwerke. Ein weiterer gewichtiger Punkt ist der Aspekt der anonymisierten Unmoral, wo er auf digitale Pornographie eingeht und dabei auch auf die Auswirkungen heimlicher Sünde hinweist. Auch der digitale Konsumismus/Materialismus und der Begriff „Junkfood für die Seele“ werden im Buch behandelt. Für die permanente Befürchtung, etwas zu verpassen, liefert er sogar einen Fachausdruck, und auch der Umgang mit Schwächen und Sünden unserer Mitmenschen in den sozialen Medien sowie die zeitliche Orientierungslosigkeit beschäftigen den Autor.

Fazit: „Wie dein Smartphone dich verändert“ ist ein sehr gut recherchiertes Sachbuch über die Vor- und Nachteile der digitalen Welt, mit starkem Fokus auf die Auswirkungen auf das geistliche Leben eines Christen. Tony Reinkes aufgeworfene Fragen empfand ich als höchst anregend und hilfreich, und seine Empfehlungen lassen jedem Leser den respektvollen Freiraum, seine für sich ganz persönlich als richtig empfundene Entscheidung hinsichtlich des Umgangs mit dem Smartphone zu treffen. Als Überlegungsgrundlage liegt ein wahrer Schatz an gesammeltem Wissen vor, dessen Fokus ganz stark auf Gottes Wort in der Bibel liegt. Mir hat dieses hoch interessante Buch ausgezeichnet gefallen und ich kann es uneingeschränkt weiterempfehlen.

Ich möchte abschließend noch auf das aussagekräftige Buchcover hinweisen, welches ein „Zusammenwachsen“ des Menschen mit der Maschine symbolisiert - es scheint beinahe, der Mensch wird zum Teil selber zum Roboter, und somit fremdgesteuert. Auch die farbliche Gestaltung gefällt mir sehr gut, zudem mag ich die klaren, schlichten Linien, die den Titel "umrahmen". Ich würde dieses Cover als unaufdringlich und aussagekräftig bezeichnen.

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Roter Herbst in Chortitza

Wie dein Smartphone dich verändert von Tony Reinke

Tim Tichatzki erzählt in seinem beeindruckenden Roman die Geschichte des russischen Reiches von 1919 – 1947, jene Zeit, in der durch den Bürgerkrieg und den großen Vaterländischen Krieg das Land von Gewalt und Terror heimgesucht wird und die Bevölkerung unermesslichem Leid ausgesetzt ist. Er berichtet über eine Epoche, in der Menschen wahllos festgenommen, enteignet, gefoltert und getötet wurden und sie nur allzu oft gezwungen waren, furchtbare Entscheidungen zu treffen.

Die Beschreibungen der Gewalttaten und des Elends der Menschen im kriegsgebeutelten Land machen dieses Buch zu einer sehr harten, aber überaus notwendigen Lektüre. Die Geschichte der Familie Bergen, Tim Tichatzkis Vorfahren, ist beispielhaft für unzählige Familien, die zutiefst traumatische Erlebnisse, schmerzliche Verluste und den Tod naher Angehöriger verkraften musste. „Roter Herbst in Chortitza“ ist eine Geschichte, die als ein in Romanform verfasster Tatsachenbericht dafür Sorge tragen soll, dass diese Ereignisse niemals in Vergessenheit geraten.

Gleich zu Beginn erzählt der Autor vom kleinen Willi Bergen, der mit seiner Familie in der Ukraine lebt und im Alter von zwölf Jahren beim Spielen mit seinem Freund Maxim Orlow ein Maschinengewehr entdeckt. Dieser Fund sollte der Anlass für ein Zerwürfnis werden, das die beiden Freunde trennt und ihre Lebenswege in völlig konträre Richtungen lenkt. Die russische Bevölkerung leidet an den Folgen des Bürgerkriegs zwischen den Bolschewiken und den Anhängern des Zaren. In seinen Erzählungen richtet Tim Tichatzki sein Augenmerk stets auf seine beiden Protagonisten Willi und Maxim, die mit ihren Eltern und Geschwistern in der frommen Mennoniten Gemeinde in Osterwick aufwachsen. Heinrich und Maria Bergen und die Gemeinschaft der Mennoniten bleiben unter sich, konzentrieren sich auf ihre Arbeit und behielten ihre Sitten, ihre Sprache und ihren Glauben bei. Ihren Kindern vermittelten sie bereits sehr früh christliche Werte, Disziplin und Respekt vor der Gemeinschaft. Als klare Gegner von Gewalt lehnen sie den Kriegsdienst vehement ab. Auf anschauliche Art und Weise schildert der Autor das friedliche Leben der Mennoniten und den Terror, der nach und nach Einzug in Osterwick hält. Die gesamtrussischen Ereignisse vor Augen bleiben als Mittelpunkt dieser gewaltigen Erzählung dennoch stets die Familie Bergen und ihre mennonitische Gemeinschaft. Tim Tichatzki verwebt sowohl historische Hintergründe und politische Entscheidungen, als auch die Auswirkungen dieser „menschenfressenden Maschinerie“ mit der Geschichte seiner Vorfahren. Der Autor verfolgt den Weg des Maxim Orlow vom lausbübischen und charmanten Bengel zum wuterfüllten und grausamen Tschekisten und Handlanger von Stalins Henker Blochnin, bis hin zu seiner Deportation nach Sibirien. Er erzählt vom Überlebenskampf des Willi Bergen in der Mennoniten Gemeinde Osterwick, seiner Familiengründung und den Drangsalen, denen die gläubigen Deutschen ohne Unterlass ausgesetzt waren. Er führt seine Leser durch die leiderfüllten Kriegsjahre, bis die Wege von Willi und Maxim sich in Sibirien letztendlich wieder kreuzen.

Die Charakterzeichnung der handelnden Figuren ist höchst authentisch. Der Autor widmet sowohl seinen Protagonisten, als auch sämtlichen Nebenfiguren, allergrößte Aufmerksamkeit und lässt sie vor den Augen seiner Leser lebendig erscheinen. Ihre Emotionen, Handlungsmotive und Gedanken umfangen den Leser und beziehen ihn tief in die Handlung ein. Durch diese erstklassige Umsetzung gewinnen die dramatischen Ereignisse während des Krieges noch zusätzlich an Schärfe, und an manchen Stellen war das Grauen dermaßen groß, dass ich das Buch kurzfristig zur Seite legen musste. Am Beispiel des Maxim Orlow wird drastisch dokumentiert, wie rasch man in der menschenverachtenden Diktatur des Kommunismus durch eine Fehlentscheidung die falsche Richtung einnimmt und dabei zerrieben wird. Überzogener Personenkult, eine menschenverachtende Politik, Not und Elend der Bevölkerung, der Hungertod und die grausame und brutale Ermordung von Millionen Menschen sprechen eine deutliche Sprache.

Dieser Roman rückt jene grauenhafte Ereignisse der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts wieder stark in den Vordergrund und wird mich vermutlich noch eine ganze Weile beschäftigen und nachwirken. Für Greta Bergen, die dieses Grauen überlebt hat, „waren die Enkel und Urenkel das größte Glück. Sie freute sich, dass diese ohne Angst und ohne Hunger aufwachsen durften und betete täglich darum, dass ihnen die leidvollen Erfahrungen ihrer eigenen Kindheit erspart bleiben mögen.“ Ich möchte diesen Wunsch noch ausweiten und bin der Meinung, dass unsere Generation sowie alle Generationen nach uns danach trachten – und dafür beten – sollten, von solch unbeschreiblich grauenhaften Erfahrungen verschont zu werden.

„Roter Herbst in Chortitza“ ist ein gewaltiges Buch, voller Gräueltaten und einer sehr realistisch dargebrachten Dokumentation, die zeigt, wie schnell Menschlichkeit und Moral verlorengehen und was der Krieg aus Menschen macht. Ich wünsche dem Autor eine weite Verbreitung dieses Meisterwerkes und ein ganz bewusstes Innehalten und Gedenken der unzähligen Opfer des Krieges und der Gewaltherrschaft bei seinen Lesern! Die Bedeutung der häufig vorgebrachten Mahnung vor der Wiederholung der Fehler der Vergangenheit gewann durch diese Lektüre für mich eine völlig neue, intensive Dimension. Danke für dieses überwältigende Buch!

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Behindert, zerbrechlich, orthopädisch auffällig, aber gesegnet. Das ist mein Leben.

Espenlaub von Jürgen Mette

„Der Herr ist mein Hirte. Mir wird nichts mangeln…“

Der alleinstehende Anton Hinteregger führt ein äußerst arbeitsames Hirtenleben, er ist Kuhhirte aus Leidenschaft und lebt mit seinen Kühen abwechselnd im Sommerquartier auf der Alm und im Winterquartier bei der Familie des Raffaltbauern Alois Schmid.

Nach dem schrecklichen Unfalltod der Mutter nahm sich die tiefgläubige Altbäuerin Walburga Schmid des armen Waisenkindes an und nahm es wie einen eigenen Sohn in die Familie auf. Da Anton aufgrund seiner Sprachbehinderung kein Schulbesuch möglich war, unterrichtete die ausgebildete Lehrerin Walburga den Jungen. Sie lehrte ihm die Liebe zur Literatur und zeigte ihm den Weg zu einem fröhlichen und befreiten Christsein. Anton wuchs unter ihrer Obhut zu einem charakterstarken, zuverlässigen, fürsorglichen und gläubigen jungen Mann heran.

Als die gleichaltrige Evamaria Stocker als Hausmädchen auf den Raffalthof kam, begegnete Toni der Liebe seines Lebens. Zu seiner großen Freude erwiderte das hübsche und fröhliche Mädchen seine Gefühle und die beiden planen eine gemeinsame Zukunft. Evis Mutter kann jedoch aufgrund ihrer Standesdünkel den Freund der Tochter nicht akzeptieren und sorgt auf sehr effektive Art und Weise dafür, die Liebenden zu trennen. Evi wird für zwei Jahre zum Studium nach England geschickt, kehrt jedoch entgegen allen Zusagen und Versprechungen nach dieser Zeit nicht mehr zurück. Sie gerät in die Fänge einer Sekte und bricht unter dem Einfluss des fanatischen Sektenführers jeden Kontakt zu ihrer großen Liebe, ihrer Familie und ihren Freunden ab.

Toni leidet sehr unter der Trennung von Evi und seiner quälenden Einsamkeit, er ist tief verletzt und die sterbende Hoffnung auf ihre ist beinahe schlimmer als seine Diagnose Morbus Parkinson.

Jürgen Mette hat sich mit diesem Roman zielstrebig in mein Herz geschrieben. In seiner Geschichte über den geduldigen und in sich gekehrten Anton Hinteregger konzentriert er sich vor allem auf seinen Protagonisten, dessen Charakterisierung ihm hervorragend gelungen ist. Tonis stille Gedankenwelt, seine Emotionen, seine Ängste, aber auch sein Festhalten an der Hoffnung auf ein Wiedersehen mit seiner geliebten Evi werden im Buch sehr eindringlich und außergewöhnlich berührend beschrieben. Tonis früh verstorbene Mutter gab ihm einen starken Glauben mit auf den Weg, der durch die Person der Walburga Schmid noch vertieft wurde. In den langen Jahren der Einsamkeit und des Wartens auf Evi reifte er trotz tiefster Verzweiflung und infolge seiner Weigerung, nicht aufzugeben, zu einer in sich ruhenden Persönlichkeit, die auch anderen Menschen Mut und Hoffnung vermittelt.

Der Leser erhält in diesem Buch einige Informationen über die Parkinson-Erkrankung, beginnend von den ersten Anzeichen körperlicher Einschränkungen, über den Weg zu einer Diagnose bis hin zu verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten. Das Hauptaugenmerk wird jedoch stets auf die Person des Protagonisten gelegt und dessen Erfahrungen und Empfindungen in den Mittelpunkt gerückt. Der christliche Glaube spielt in diesem Buch eine zentrale Rolle, und in den Erzählsträngen, die sich mit dem Leben von Evamaria Stocker in London beschäftigen, erfährt man von ihrem Abgleiten in die Fänge einer Sekte.

Ich empfand „Espenlaub“ als tief berührende, zum Teil erschütternde Lektüre. Evis lange Abwesenheit ließ an manchen Stellen sogar einen gewissen Groll in mir entstehen, und das Wiedersehen ging mir ein klein wenig zu „glatt“ über die Bühne. Das happy end versöhnte mich jedoch mit Evis Abtrünnigkeit und ich möchte dieses Buch, das so voller Glauben und Hoffnung ist, jedem ans Herz legen, der sich mit der Parkinson-Erkrankung eines gläubigen Christen auseinandersetzen möchte.

Besonders berührt hat mich eine ganz bestimmte Passage eines Briefes, die Anton am Ende des Buches zitiert:

„Ich kann wieder glauben, dass ich trotz Parkinson vielleicht die beste Zeit meines Lebens noch vor mir habe. Nicht ein erfolgreiche, aber eine folgenreiche Zeit. Nicht eine furchtlose, aber tapfere Zeit. Nicht ein gesunde, aber doch eine geheilte Zeit. Nicht eine zweifelsfreie, aber doch keine verzweifelte Zeit. Nicht eine überzeugte, aber doch eine zeugnishafte Zeit. Ich bin allerdings auch ganz nüchtern darauf eingestellt, dass ich möglicherweise die schwerste Phase meines Lebens vor mir habe.“

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