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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Bellis-Perennis:

Fronturlaub - ein Reisebericht

Fronturlaub von Enno Lenze

Bislang war mir das Wort „Fronturlaub“ nur aus den diversen Kriegsberichten als Urlaub „weg von der Front“ bekannt. Doch in diesem Buch von Enno Lenze bekommt dieser Terminus Technicus eine neue Bedeutung: Urlaub nehmen, um in ein Kriegsgebiet zu fahren.

Wer ist nun dieser Enno Lenze, der seinen Urlaub lieber mit Stahlhelm und Splitterschutzweste im „Wilden Kurdistan“ als mit einem Cocktail unter Palmen verbringen will?

Enno Lenze ist in einer ungewöhnlichen Familie aufgewachsen.

Der Vater Journalist, der vornehmlich als Kriegsberichterstatter in (Nord)Irland tätig war. Nachdem es ihm dort dann doch zu blutig geworden ist, übersiedelt die Familie nach Ruanda, um als Entwicklungshelfer zu arbeiten. Auch nicht unbedingt ein anheimelndes Fleckchen Erde. Als dort der Bürgerkrieg ausbricht, kehren die Lenzes mit drei Kindern nach Deutschland zurück. Enno hat Anpassungsschwierigkeiten, weil er den Luxus von fließendem Wasser oder Elektrizität nicht kennt. Er wechselt häufig die Schule, schmeißt sie dann letztendlich und wird mit Mitglied im ComputerChaosClub. Er schließt sich der Piratenpartei an, ist Aktivist und gründet einen Verlag. In einem alten Bunker betreibt er ein Museum.

Doch seine größte Leidenschaft gilt den Kurden, nachdem ihn ein Freund auf deren Situation aufmerksam gemacht hat.
2011 bereist er das erste Mal dieses Gebiet, das zwischen Syrien, dem Irak, Iran und der Türkei liegt kennen.
Seit dem, kehrt er, sobald es seine Zeit erlaubt wieder in diese „Autonome Region Kurdistan“ so der offizielle Titel zurück.
Vorsicht oder Zurückhaltung ist sind unbedingt seine große Stärke. Lenze will der Sache auf den Grund gehen. Er begibt sich in unwirtliche Gegenden, wird von Freund zu Freund, von Clan-Chef zu Clan-Chef weitergereicht. Er lernt hochrangige Politiker wie Masud Barzani kennen und Betroffene des Völkermords an den Jesiden.
Enno Lenze zeigt nicht nur die Zerstörung ganzer Dörfer und Landstriche, sondern Menschen, die zwischen den Trümmern ihrer alten Existenz darangehen, eine neue aufzubauen. So werden mitten der kargen Wüstenlandschaft zwischen Sulaimaniyya und Halabscha Emus gezüchtet und recht erfolgreich Tomaten und Gurken angebaut (S. 171). Die Menschen sind gastfreundlich und teilen das Wenige, das sie haben, mit Flüchtlingen, die seit dem Syrien-Konflikt zu ihnen kommen. Derzeit sind nach Schätzungen 2 Millionen Kriegsflüchtlinge in Kurdistan untergebracht. Man bemüht sich um bestmögliche Betreuung und richtet für die Kinder in den Flüchtlingslagern Schulen ein. Von manchen dieser Einrichtungen könnten wir Europäer einiges lernen. Ja, natürlich wird viel improvisiert. Doch genau das macht für Enno Lenze die Faszination von Land und Leuten aus.

So ganz richtig an die Front, kommt er nicht, doch immer wieder geraten er und seine ortskundigen Begleiter in brenzlige Situationen.

Meine Meinung:

Das Buch liest sich flott und flüssig - ein bisschen wie Karl Mays „Im Wilden Kurdistan“. Ich habe es an einem Wochenende durchgelesen.
Hin und wieder muss ich mich über die Sorglosigkeit mit der Enno Lenze in umkämpfte Regionen reist, wundern. Natürlich wird nicht überall gekämpft. Die Diskrepanz zwischen der touristisch erschlossenen Stadt Erbil und dem Hinterland, muss gewaltig. Enno Lenze berichtet ja von diesem „Kulturschock“.

Interessant sind auch seine Schilderungen vom täglichen Leben. Z.B., dass zur Streitbeilegung oft ein Angehöriger der Peshmerga geholt wird, dessen Urteil dann als quasi letzte Instanz gilt.

Außerdem berichtet er über seine guten Kontakte zu deutschen Politikern wie Frank-Walter Steinmeier oder Ursula von der Leyen, die ihm zuhören, wenn er Details aus Kurdistan erzählt. Hier darf dann ein bisschen Humor auch nicht fehlen. Er verspricht, die Verteidigungsministerin nicht mehr „Flinten-Uschi“ zu nennen.
Schmunzeln muss ich über Ako und seinen gepanzerten 7er BMW, der ziemlich durchlöchert nach wie vor seinen Dienst tut. Ako hat mit seinem „Armored vehicle“ (wie ein gepanzertes Fahrzeug korrekt heißt) rund 70 Menschen während der Kämpfe in Kirkuk das Leben gerettet, weil er sie aus dem Gefahrenbereich holte.

Ein Seitenblick auf die Waffenlobby und ihre Umgehungsgeschäfte darf auch nicht fehlen. Aufgrund selbst auferlegter Beschränkungen dürfen bestimmte Schutzwesten nicht direkt nach Erbil geliefert werden. Man behilft sich, indem man genehmigte direkt anliefert und die Bestandteile, die sie noch schussfester machen, nach Amman (Jordanien) liefert. Wenn dann die beiden Komponenten zusammengebaut werden, tja, das ist eine andere Geschichte. Eine Geschichte der Improvisation und davon gibt es in Kurdistan genug.

Fazit:

Ein interessanter Einblick in eine Welt, die, obwohl sie beinahe täglich in unsere Wohnzimmer flimmert, sehr fremd für uns ist.

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Rezensionen von Robert:

Fronturlaub von Enno Lenze

Einfach unglaublich!

Zu erst besaß ich Zweifel, legte mir dann allerdings diese Neuerscheinung zu und hatte seid langem wieder richtig Spannung beim lesen verspürt.

Ich empfehle es jedem Liebhaber des Genre Fantasy...

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Rezensionen von Petra Sch.:

eine außergewöhnliche Pony-Freundschaft; Humor und Detektivgeschichte

Bulli & Lina - Ein Pony verliebt sich von Scheunemann Frauke; Szillat Antje

Kurz zum Inhalt:
Die 11jährige Lina muss mit ihrer Mutter und Hund Karlchen in den Ferien auf den Hof von Onkel Hape, anstatt den Ferien-Malkurs an der VHS zu besuchen. Was ihr gar nicht gefällt, da sie sich schon so auf den Malkurs mit ihrer Freundin Jette gefreut hätte. Doch Onkel Hape macht eine längere Reise, und das Ehepaar, das sich um Onkel Hapes Koi-Karpfen kümmern wollte, musste leider absagen.

Der Nachbar von Onkel Hape ist ein Reiterhof, auf dem das Pony Bulli wohnt. Bulli ist nicht irgendein Pony, sondern ein ehemaliges Turnierpony mit dem klingenden Namen "Lord Royal Bullheimer".
Als Bulli Lina zum ersten mal sieht, ist er sofort in sie verliebt - obwohl er Kinder doch eigentlich nicht leiden kann! Doch Lina? Die flüchtet vor ihm!? Denn sie hat schreckliche Angst vor Pferden.
Und dann ist da auch noch der doofe Robin-Hood-Junge namens Lucas.
Kann Bulli Linas Herz gewinnen? Können Lina und Lucas Freunde werden? Und kann der Dieb gefasst werden, der bereits einige von Onkel Hapes teuren Koi-Karpfen gestohlen hat?


Meine Meinung:
Die Geschichte wird abwechselnd ich-Form von Lina und Bulli erzählt. Diese abwechselnde Sichtweise hat meiner Tochter besonders gefallen, denn bisher kannte sie so etwas noch nicht.
Der Schreibstil ist witzig und flüssig zu lesen, und perfekt abgestimmt auf die Zielgruppe-Kinder um die 11 Jahre.
Bulli & Lina ist nicht nur eine Ponygeschichte, sondern es vereint eine Geschichte um Freundschaft, Mut, Zusammenhalt und Kriminalspürsinn. Denn es gilt, den Dieb der Koi-Karpfen zu finden. Und das geht nur gemeinsam!
Bulli ist ein superniedliches Pony, und ganz besonders witzig ist es, seine Gedanken zu lesen; oder wenn er mit seinem Pferde-Freund Wally spricht.
Meine Tochter und ich mussten sehr oft lachen, und haben Bulli sofort ins Herz geschlossen.
Das Cover ist auch toll: farbenfroh, mit einem großen Hufeisen, darin sind Bulli und Lina und Hund Karlchen abgebildet.


Fazit:
Ein Muss für alle Fans von Pony- und Detektivgeschichten. Eine perfekte Mischung aus beidem. Und Bulli ist einfach oberniedlich.
Eindeutige Leseempfehlung! WÜHAHAWÜ!

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Rezensionen von Sandra8811:

Erschreckend und mitreißend zugleich. Der Schein des friedvollen Covers trügt...

Das Finkenmädchen von Trope Nicole

Wie kam ich zu dem Buch?
Ich durfte das Buch im Rahmen einer Leserunde vorab lesen.
Cover:
Das Cover ist sehr verspielt und die Finken passen gut zum Titel. Es wirkt sehr friedvoll und nett.
Inhalt:
Nachdem sie sie 25 Jahre nicht mehr gesehen hat, sieht Birdy Rose endlich wieder. Es verging kein Tag, an welchem sie nicht an sie und ihren Mann gedacht hat und eine große Wut im Bauch entwickelt hat.

Rose hat da weggesehen, wo Birdy dringend Hilfe benötigt hätte. Rose hat vor, sie für ihre Fehler büßen zu lassen.
Handlung und Thematik
Die Handlung ist super interessant und mitreißend. Ich kann hier leider nicht das Hauptthema verraten, da ansonsten das Überraschungsmoment (der für mich der großartigste aber auch schockierendste Teil des Buches war) weg ist. Man kommt im Laufe des Buches darauf, um was es geht und wie erschreckend friedvoll im Gegensatz dazu das Cover ist. Das Thema wird beängstigend realistisch beschrieben und man empfindet neben Abscheu auch Wut. Das Buch hing mir noch ein paar Tage nach, ich fand es aber trotzdem super!
Charaktere:
Birdy ist von klein auf langsamer als andere. Ihre Gedanken wirken etwas kindlich kombiniert mit Aggression, was mich zunächst störte. Sie kämpft nicht mit ihrem Übergewicht, sondern akzeptiert es bzw. sieht es als Schutzschild. Das finde ich super, sie wirkt dadurch sehr stark und selbstbewusst. Als ich dann den Hintergrund ihrer Wut auf Rose rausfand, hatte ich mehr Verständnis für sie.
Rose war mir gleich zu Beginn sympathisch. Sie ist eine Frau, die mit beiden Beinen im Leben stand, das heile Familienleben hatte bis auf den Tag, an dem ein Unglück geschah. Sie wirkt eigentlich die ganze Zeit sehr nett, liebevoll und mütterlich.
Schreibstil:
Der Autorin ist es gelungen, dieses prekäre Thema von zwei Opferrollen aus darzustellen. Das Buch lässt sich einfach und schnell lesen. Die bildlichen Beschreibungen sind schockierend realistisch! Man kann sowohl mit Rose als auch mit Birdy mitfühlen. Die Rückblicke in die Vergangenheit sind super mit eingebaut und man versteht mehr und mehr warum es zu Birdy’s Hass gekommen ist. Die Perspektivenwechsel von Birdy zu Rose haben mich anfangs verwirrt, aber wenn man mal den Rhythmus heraußen hat, weiß man wann wer kommt.
Persönliche Gesamtbewertung:
Ein echt bewegendes Buch, das mich echt positiv überrascht aber auch schockiert hat! Ich bin im Nachhinein immer noch sehr begeistert von diesem Buch und kann es jedem empfehlen (der nicht allzu zart besaitet ist). Das Buch regte sehr zum Nachdenken an! Es war etwas Besonderes mal sowas zu lesen! Ich hatte anfangs ja etwas eher Schnulziges bzw. mehr Drama im Sinn von „Freundschaft kaputt wegen einer Kleinigkeit“ erwartet, bin aber dankbar, dass es nicht so gekommen ist.

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Rezensionen von HEYN Leserunde, Miriam Brandl:

Moderner Sklavenhandel

Dunkelkinder von Nora Luttmer

Laut der britischen Tageszeitung The Guardian leben in Großbritannien schätzungsweise dreitausend (!) vietnamesische Kinder und Jugendliche unter sklavenähnlichen Bedingungen. Sie arbeiten unbezahlt, werden eingesperrt, misshandelt und von der Außenwelt isoliert, sie leben hilf- und hoffnungslos.

Die Hamburger Journalistin und Autorin Nora Luttmer nahm diesen Artikel zum Anlass, sich intensiver mit den Themen Menschenhandel und Geisterkinder aus Vietnam zu beschäftigen. Der Thriller „Dunkelkinder“ ist nun ein Resultat dieser Recherchen.

Schauplatz der Handlung ist Hamburg, denn die Vermutung liegt nahe, dass diese moderne Art der Sklaverei in ganz Europa existiert.
Die Kommissarin Mia Paulsen ermittelt in einem Fall von toten vietnamesischen Kind, dessen Identität zwei Jahre lang ungeklärt blieb. Eher zufällig findet sie noch zwei Ermordete und beginnt mit Ermittlungen ohne zu ahnen, welch machtvoller Gegner sie damit bekommt.

Die Autorin erzählt die Geschichte aus immer wieder wechselnden Perspektiven. Die einzelnen Protagonisten kommen zu Wort, wodurch die Geschichte von der ersten bis zur letzten Seite spannend bleibt und der Leser die Möglichkeit hat, ein klein wenig hinter die einzelnen Fassaden zu blicken. Denn nicht nur die Sicht der Opfer oder der Kommissare wird geschildert, auch die Täter kommen zu Wort. Außerdem erfährt der Leser auch Einzelheiten über Mias Privatleben, ihre konfliktgeladene Beziehung zu ihrem aktuellen Vorgesetzten und über einige dubiose Vorkommnisse in dessen Vergangenheit.

Alles zusammen ergibt einen temporeichen Thriller mit einem realistischen Ende: es werden nicht alle Fragen geklärt, manche Handlungsstränge bleiben offen.
Folglich: ich freue mich auf eine Fortsetzung!

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Rezensionen von diebuchrezension:

es geht spannend weiter

Save You von Mona Kasten


Das Buch

Sie kommen aus unterschiedlichen Welten. 
Und doch sind sie füreinander bestimmt. 

Ruby ist am Boden zerstört. Noch nie hatte sie für jemanden so intensive Gefühle wie für James — und noch nie wurde sie so verletzt. Sie wünscht sich ihr altes Leben zurück — als sie auf dem Maxton Hall College niemand kannte und sie kein Teil der elitären und verdorbenen Welt ihrer Mitschüler war.

Doch sie kann James nicht vergessen, vor allem nicht, als dieser alles daransetzt, sie zurückzugewinnen - 

Band 2 der neuen Trilogie von Spiegel-Bestseller-Autorin Mona Kasten!


Die Reihe

Dieses Buch ist der Auftakt einer Reihe. In folgender Reihenfolge könnt ihr die Bücher gut lesen:

Band 1: Save Me
Band 2: Save You
Band 3: Save Us


Cover und Titel:

Mir hat das Cover wieder sehr gut gefallen. Der bronzene Farbton passt hervorragend zum Inhalt. Das Glitzern spiegelt die reiche Gesellschaft von Maxton Hall gut wieder und wirkt elegant. Es zieht sofort die Aufmerksamkeit auf sich und steigert die Vorfreude aufs Lesen.

Fazit:

Mit Save you hat Mona Kasten, die Autorin der Again-Reihe, die Trilogie weitergeführt. Der Leser wird wieder an die Maxton Hall, eine Eliteschule in England, katapultiert. Dort geht Ruby, eine Stipendiatin, zur Schule. Nachdem sie durch einen Zufall im ersten Band

Lydia Beaufort in einer sehr prekären Situation erwischt hat und ins Visier von James Beaufort, Lydias Zwillingsbruder, geraten ist, ist viel passiert. Sie ist einfach in die Welt der Schönen und Reichen gerutscht. Doch nachdem James sie verletzt hat, ist sie nicht sicher, wie es weitergehen soll. James bemüht sich sehr um sie, doch sie ist nicht sicher, ob sie ihm vertrauen soll oder ob sie weiterhin auf Abstand bleiben soll.

Mona Kastens Schreibstil ist sehr angenehm, leicht und wirklich fesselnd. Von der ersten Seite an konnte ich nicht aufhören zu lesen. Durch die sprachliche Gestaltung hat Mona Kasten einen Roman erschaffen, der viele romantische Züge, aber auch Intrigen und heimtückische und intrigante Personen beinhaltet.

Im letzten Band wurde immer nur aus Sicht von Ruby und James erzählt. In diesem Band lernt man auch die Sichtweisen von Ember und Lydia kennen. Das hat mir sehr gut gefallen, weil man so einen tieferen Einblick in die verschiedenen Charaktere bekommen konnte. So konnte ich mich auch gut in die Charaktere hineinversetzen und hab noch einen anderen Blickwinkel auf Ruby und James kennengelernt.

Die Charaktere sind sehr sympathisch und wahnsinnig vielschichtig. Wenn man denkt, dass man eine Person kennt, dann passiert etwas, dass einem zeigt, dass eine Person auch anders sein kann. Ruby ist sehr integer, intelligent und rundherum sympathisch. Sie ist meistens ruhig und freundlich. James ist zu Beginn des Buches ein wenig aus der Bahn geworfen worden. James ist auch in diesem Band das Paradebeispiel, dass Geld eben auch nicht glücklich macht. Ruby und James sind gar nicht so verschieden. In diesem Band lernen wir auch James Freunde ein wenig näher kennen. Wir erfahren einige Geheimnisse und müssen Zeuge von weiteren Intrigen und falschen Spielchen werden. Über den Verlauf des Buches treten einige Personen immer wieder in Erscheinung bzw. werden miteinander in Verbindung gebracht. Ich denke, dass sich diese Beziehungen im nächsten Band noch vertiefen werden.

Dieses Buch besticht durch seine Vielfalt. Dadurch, dass aus Sicht mehrerer Personen erzählt wird, bekommt die Geschichte noch mehr Tiefgang und weißt weitere Ebenen auf, die im ersten Band noch gar nicht so stark in den Vordergrund getreten sind. Die Mischung aus Liebe, Intrigen, Freundschaft und Verrat weißt eine große Bandbreite an Gefühle auf, die dieses Buch faszinierend machen und es zu einem absoluten Hit für gemacht haben. Ich freue mich schon sehr auf den nächsten und leider auch letzten Band.

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Rezensionen von Jassi Etter:

Frei ist, wer nichts zu verlieren hat.

König der Hobos Unterwegs mit den Vagabunden Amerikas. Kartoniert. von Gareis Fredy

Ganz nach den Liedzeilen von Janis Joplin „Freedom's just another word for nothin' left to lose” kann das Leben der Hobos in den USA zusammengefasst werden. Rastlos leben sie einen Traum von Freiheit, der so ganz anders als der amerikanische Traum ist. Die Hobos fahren illegal auf Güterzügen durch die USA und Fredy Gareis hat ein paar von ihnen für ein paar Monate begleitet.

Das Buch hat mich unheimlich gefesselt, Garais hat ein Talent dafür, Erlebnisse, Dinge und Menschen zu beschreiben; ich hatte nicht nur das Gefühl, dabei zu sein, sondern wollte für den Moment tatsächlich meine Sachen packen und all die unwichtigen materiellen Dinge hinter mir lassen.
Doch Garais beschreibt nicht nur ein romantisches Leben auf den Schienen, sondern fängt auch ein anderes Bild ein. Hunger, Betteln, Alkohol und Drogen oder das Leben von Kriegsveteranen, die es in diese Parallelgesellschaft verschlagen hat, gehören ebenso zum Alltag und sind der Preis, den diese Freiheit mit sich bringt. Zwischendurch gibt uns Garais ein paar Infos und Fakten zur Geschichte von Amerika und dem Ausbau des Zugnetzes. Außerdem gibt es in der Mitte des Buches eine Bildstrecke, die Orte und Personen zeigt, die im Buch vorkommen.
Dieses Buch ist mehr als nur ein Reisebericht – es zeigt eine ganz eigene Art zu leben und zu reisen, wenn man es denn überhaupt so nennen mag.

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Rezensionen von moni_loves:

Schwestern für einen Sommer

Schwestern für einen Sommer von Cecilia Lyra

Dieses Buch habe ich durch den Fischer Leseclub auf Lovelybooks.de entdeckt und es weckte meine Neugierde.

Ein Roman über zwei Halbschwestern der trotz seiner Länge und Tiefe schnell und locker zu lesen ist.

Durch den letzten Willen ihrer geliebten Großmutter sind die ehemals besten Freundinnen und Halbschwestern Cassie und Julie gezwungen einen Sommer im Haus in den Hamptons zu verbringen.

Doch die Distanz und knapp 15 Jahre Funkstille gab es nicht ohne Grund. Beide fühlen sich für ein Ereignis in der Vergangenheit schuldig.
Nun müssen sie einen Monat unter einem Dach verbringen.

Es beginnt frostig. Jede Schwester hat ihr eigenes Leben aufgebaut und ihre seelischen Kratzer aus der Vergangenheit sitzen tief.

Also ist es nicht verwunderlich, das es zu Beginn eher ein aneinander vorbei leben der beiden ist.

Vorurteile und Neid auf das Leben der anderen sitzen fest. Sie mussten sich einen Vater teilen, der seine Sache wirklich miserabel bewältigt hat. Und auch ihre Mütter hätten weiß Gott bessere Vorbilder darstellen sollen und ihre Mädchen beschützen müssen!

Im Fortschreiten der Geschichte erfahren wir immer wieder Bruchstücke aus der Vergangenheit, die sich nach und nach zusammen fügen.

Es gibt immer im Wechsel ein Kapitel über Julie und Cassie, so wird die Situation von beiden Seiten beleuchtet und der Leser kann ihre Reaktionen gut nachempfinden.

Missverständnisse sind bei all dem schon vorprogrammiert und so dauert es nicht lang bis es zu Streitigkeiten kommt.
Doch diese sind wohl nötig, damit jede ihr Schneckenhaus verlässt und sich öffnet.

Ohnehin strömen die Erinnerungen an diesem Ort so auf sie ein und beeinflussen ihre Sicht auf die Dinge.

Beide müssen ihre Vergangenheit aufarbeiten, um damit abschließen zu können.

Ein wundervoller Roman über die unsichtbaren Bände zwischen Geschwistern. Er zeigt deutlich auf, wie vor allem die Kinder an den Unzulänglichkeiten der Eltern zu leiden haben und durch diese unbewusst ihr ganzes Leben richten können und Entscheidungen fällen, die nicht in ihrem Interesse sind oder sie nicht glücklich machen.

Eine emotionale Achterbahnfahrt durch die Vergangenheit und das Heute, in dem jede der Schwestern mit ganz eigenen Problemen zu kämpfen hat und sie sich dringender brauchen, als sie sich anfangs eingestehen wollen.

Eines kann ich euch schon vorweg nehmen. Dieser Sommer wird beider Leben sehr folgenreich beeinflussen. Ob zum positiven oder negativen müsst ihr nun schon selbst lesen!

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Rezensionen von heinoko:

Prächtiges Zeitgemälde ohne Tiefgang

Die Muse von Wien von Caroline Bernard


Beginn 20. Jahrhundert. Alma Schindler, privilegiert aufwachsend in einer wohlhabenden Wiener Künstlerfamilie, erhält eine sehr umfasssende kulturelle Bildung, ist vielseitig interessiert und offen-neugierig für all die vielfältigen künstlerischen Entwicklungen in Wien. Sie liebt es, am Klavier zu improvisieren und zu komponieren.

Jeder, der ihr begegnet, ist fasziniert von ihrer Schönheit und Intelligenz. Aus den Begegnungen mit Klimt, der sie malen möchte, entsteht eine jugendlich-schwärmerische Liebe, die erst ein Ende findet, als Alma Gustav Mahler kennenlernt und seinem alles überragenden Genius verfällt. Als seine Ehefrau muss sie alle eigenen Wünsche hintanstellen, was sie viele Jahre auch gerne tut, denn Gustav liebt sie sehr und Alma weiß, dass sie mit einem der größten Musiker dieser Zeit verheiratet ist. Erst einige Jahre und Schicksalsschläge später findet Alma zurück zu sich selbst…
Es empfiehlt sich, das Buch ohne viele Unterbrechungen zu lesen. So taucht man völlig ein in die Welt des Jugendstil, der Wiener Bohème, der Wiener Secession. Das Buch beschreibt sehr farbenprächtig und eindringlich das schillernde künstlerische Leben in Wien, das einerseits mit Judenfeindlichkeit und an Konventionen gebunden kleinbürgerlich wirkt, andererseits aber auch neuen Kunstrichtungen ein Podium gewährt und bereit ist, seinen Künstlern frenetischen Beifall zu zollen. Die Schilderungen des Wien dieser Zeit, in der Kunst einen so großen Raum einnahm wie sonst nie, sind großartig gelungen. Man spürt in so manchen geschilderten Details die mühevoll-sorgsame Recherchearbeit, die dem Roman zugrunde liegt. Aber auch die der Fantasie der Autorin entsprungenen Details sind so gut eingearbeitet, dass sie durchaus als möglich angesehen werden können. Viele Künstlerbegegnungen werden sehr lebendig geschildert, Richard Strauß mit seiner dümmlichen, tratschsüchtigen Frau zum Beispiel. Überhaupt begegnet man vielen großen Namen, Caruso, Schaljapin, Sigmund Freud, Walter Gropius und viele andere finden im Buch mehr oder weniger ausführlich ihren Platz.
Mit der Darstellung Alma’s, ganz Kind ihrer Zeit, konnte ich mich allerdings nicht in allen Passagen anfreunden. Sie wird beschrieben einerseits als eine kluge, hochgebildete, vielseits verehrte und begehrte Frau, andererseits wirkt sie aus der Sicht der Autorin, was Beziehungen, Mutter-Sein oder Selbstwahrnehmung betrifft, oftmals fast kindlich-naiv und unreflektiert, für den Leser deutlich spürbar in etwas langatmigen Erzählteilen. Mein persönlich größter Kritikpunkt ist allerdings, dass an keiner Stelle im Buch die Musik von Gustav Mahler dem Leser wirklich nahe gebracht wird. Es wird von der Musik erzählt, das ja, von Sinfonien, von Kindertotenliedern, aber ich fand keine einzige Stelle im Buch, an der es der Autorin gelungen wäre, den Leser in die unglaublich intensive und tiefe Musik von Gustav Mahler eintauchen zu lassen. Denn nur so, wirklich nur so, wäre die Hingabe Alma’s an den Genius Gustav Mahler nachvollziehbar gewesen. Insofern bleibt das Buch für mich ein gut und farbenprächtig erzähltes geschichtliches Zeitgemälde ohne echten Tiefgang.

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Rezensionen von Gaby 2707:

Vom Träumen und Glauben

Wo die Dünen schimmern von Patricia Koelle

Jessieanne Jessen ist 26, eine Künstlerin die Windräder aus den verschiedensten Materialien entwirft und baut, die eine ganz besondere Gabe hat: sie nimmt Gerüche als Farben wahr und kann sie sehen. Ihr Traum ist es eine Körperlotion herzustellen, die nicht nur der Haut, sondern auch der Seele gut tut, die neue Lebenskraft und Optimismus bringt.

Als Kind hat sie ihre Leukämie erfolgreich bekämpft und nun bereiten ihr ihre Bronchien und die Lunge große Probleme. Ihr Vater Pinswin, ein anerkannter Archäologe und Paläontologe, schickt sie auf die Nordseeinsel Amrum, wo er geboren und aufgewachsen ist, um sich auszukurieren. So sehr Jessieanne sich anfangs dagegen wehrt, so schnell findet sie dort ihre "andere, zweite" Familie und auch ihr Herz wird auf eine harte Probe gestellt.

Der rote Faden, der sich durch die Geschichte zieht gehört zum einen Jessieanne, die ich in den Jahren 2004 bis 2005 begleite, andererseits zu ihrem Vater Pinswin, den ich heute genau so bei seinen Ausgrabungen begleite, wie ab 1943, als er als 8-jähriger wissbegieriger kleiner Junge, der seine Leidenschaft für die Erde und alles was sich darin verbirgt entdeckt, die er später zum Beruf macht.
Dazu kommen viele kleine Geschichten, die sich nicht nur um heitere Themen drehen, wie die schwere Erkrankung von Jessieannes älterer Freundin Katriona, die riesige Strandläufer baut. Ich habe mich eigentlich nie für die Geschichte unserer Erde und die vielen Versteinerungen interessiert. Aber hier wird das alles so leicht und flüssig in die Geschichte eingewoben, dass es sogar für mich richtig interessant wurde.
Dies ist eine der ganz wenigen Geschichten, bei denen mir keine Person, und davon gibt es hier sehr viele, richtig unsympathisch war. Sie haben alle ihre Ecken und Kanten, sind zumeist detailliert und menschlich beschrieben, und ich habe die meisten richtig lieb gewonnen. Ganz besonders ans Herz gewachsen ist mir Skem, ein Großonkel von Jessieanne. Aber den solltet ihr beim Lesen selbst kennenlernen.
Anfangs hatte ich mit den aussergewöhnlichen Namen (Jessieanne, Katronia, Pinswin, Skem) meine Probleme. Aber das hat sich beim Lesen schnell gelegt.
Ich habe auch ein neues Ziel gefunden, wohin ich unbedingt einmal reisen muss: die Insel Amrum. Ich kann jetzt noch das Salz des Meeres riechen, sehe den Strandhafer sich im Wind wiegen, fühle den starken Wind in meinen Haaren und schaue auf das endlos blaue Meer. Alles ist so nebensächlich, aber trotzdem beeindruckend beschrieben. Mein Kopfkino lief die ganze Zeit auf Hochtouren.
Gerade auch die Sprache, die dieses Buch prägt, gefällt mir sehr gut. Patricia Koelle zeichnet für einfache Worte wunderschöne einprägsame und farbige Bilder. Wie ein Sog zieht mich die Geschichte und die Menschen langsam immer tiefer in sich hinein.
Mit einer Nadel werden zwischendurch immer wieder Rezepte eingepickt, die mir während des Lesens schon das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen.

Eine ruhige, nicht immer leichte Geschichte über Menschen, die ihre Träume leben. Ich habe sie sehr gerne gelesen und wurde zum Träumen verführt.

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