Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Gaby 2707:
Wie man eine Mutter allein gelassen hat
Marion, für immer 13 von Nora Fraisse
Es ist mir noch nie so schwer gefallen zu einem Buch mit einer realen Erfahrungsgeschichte eine Rezension zu schreiben, wie diesmal.
Marion Fraisse ist gerade mal 13 Jahre alt, als sie nach den verschiedensten Mobbingattaken einiger ihrer Mitschüler keinen anderen Ausweg sieht und sich in ihrem Kinderzimmer das Leben nimmt.
Für eine Mutter, in diesem Fall Nora Fraisse, ist das das Schlimmste, was passieren kann. Doch diese starke, von Schuldgefühlen, Trauer und Wut gebeutelte Frau will unbedingt wissen, warum ihre kleine Tochter diesen letzten grausamen Schritt gewählt hat.
Nora Fraisse schildert eindringlich, was sie bei der Suche nach der Wahrheit alles erlebt hat. Wie sie gerade von Marions Schule, vor allem dem Direktor, immer wieder Ablehnung und Ignoranz erfahren hat. Die den "Fall" als familienintern abtun. Nach dem Motto: Was nicht sein darf, ist auch nicht. Aber auch bei den Behörden stößt sie immer wieder auf Ablehnung. Hilfe kann sie anfangs von keiner Seite erwarten.
In diesem Buch bekomme ich keine interessante Familiengeschichte geliefert, sondern einen Tatsachenbericht über die Gründe des Tod eines kleinen Mädchens und der verzweifelten Suche einer Mutter nach Gerechtigkeit und Wahrheit.
Noras und Marions Geschichte hat mich von Anfang an gefesselt und tief berührt. Ich habe beim Lesen immer wieder den Kopf geschüttelt, weil ich bis jetzt nicht begreifen kann, wie man eine trauernde Mutter, die doch nur verstehen will, so allein und sich selbst überlassen kann.
Was mich anfangs etwas gestört hat, sind die vielen Wiederholungen. Aber ich denke, Nora Fraisse brauchte diese immerwiederkehrenden Erinnerungen, die sie hier niederschreibt, um mit ihrem Leid und ihrer Trauer besser fertig werden zu können. Schlimm finde ich auch, dass sie über der Suche nach der Wahrheit ihre beiden anderen Kinder fast vergessen hat. Dass sie das aber zugibt, hat mich wiederrum sehr berührt.
Ich hoffe sehr, dass viele Jugendliche und Eltern dieses emotionale, erschütternde, aus dem Leben erzählende Buch lesen und sie dadurch sensibilisiert und aufgerüttelt werden, damit Mobbing schon in seinen Anfängen erkannt und abgewendet werden kann. Man darf seine Augen und sein Herz nicht davor verschließen.
Rezensionen von DieLeserin:
Klassischer Polizeiroman, der Rassismus in geballter Form zeigt. Schwarz oder weiß?
Darktown von Thomas Mullen
Es ist eine Welt der Weißen, ein System der Weißen, eine Stadt, die von weißen Männern dominiert wird.
Atlanta, 1948. Um die Stimmen der "Schwarzen" zu bekommen, verspricht Bürgermeisterkandidat Hartsfield der Bevölkerung eine "schwarze Polizeieinheit". So kommt Atlanta zur ersten "Negro-Einheit", zu der auch Lucius Boggs, der Sohn des Predigers gehört.
Doch in einem Land, in der Rassismus allgegenwärtig ist, darf man sich nicht vorstellen, dass damit Rassismus abgeschafft wird. Denn selbst schwarze Polizisten werden von ihren weißen Kollegen tagtäglich rassistisch behandelt.
Die "Negro-Streifenpolizisten" werden natürlich separat in einem Keller untergebracht, mit einer eigens für Schwarze bereitgestellten Bibel vereidigt, sie dürfen nur den Dienstboten- oder Hintereingang benutzen, und selbstverständlich dürfen sie keine weißen Bürger verhaften.
Auf den Straßen selbst geht es weiterhin verdammt gewalttätig zu: Nach wie vor verprügeln weiße Polizisten schwarze Bürger wegen Nichtigkeiten, zwingen ihnen bei Verhören gewalttätig Geständnisse ab, erpressen und verjagen sie, und manchmal hat man als Leser das Gefühl, dass einige der Farbigen längst resigniert haben. Das ist erschreckend, weil es verständlich ist, warum sie um jeden Preis nicht auffallen wollen.
Boggs und sein impulsiver Partner Smith kommen zu einem Unfall. Ein betrunkener Weißer hat einen Laternenpfahl gerammt. Da sie den Fahrer nicht verhaften dürfen, rufen sie eine weiße Streife hinzu.
Ausgerechnet der durch und durch gewaltbereite, rassistische Dunlow ist ihm Dienst und kommt mit seinem neuen Partner, einem Frischling, Rakestraw hinzu. Er lässt den Fahrer straffrei laufen und kümmert sich auch nicht um die junge, schwarze Frau, die scheinbar verprügelt auf dem Beifahrersitz sitzt.
Als die Leiche der jungen Frau auftaucht, bemerkt Boggs, dass sein Bericht gefälscht wurde. Und niemanden interessiert eine tote Schwarze.
Im klassischen Stil entwickelt sich nun die Geschichte weiter. Boggs will den Fall lösen, den Mörder finden, bringt sich dadurch selbst in Gefahr und muss Gesetze übertreten. An seiner Seite kämpft Smith, der sich nicht immer unter Kontrolle hat und auf dessen Hilfe Boggs im weiteren Verlauf angewiesen ist. Auch die Annäherung zwischen einem schwarzen und weißen Polizisten ist vorhersehbar. Die Grenzen überschneiden sich.
Das ist ein klassischer Polizeiroman, der sich deswegen manchmal leider etwas verstaubt anfühlt, auch wenn es zum Setting der 40er Jahre passt.
Nichtsdestotrotz hat Mullen hier einen Roman abgeliefert, der durch das Thema für Schrecken und Bedrängnisgefühle beim Lesen sorgt. Auch wenn die Geschichte einen Zeitabschnitt aus der Vergangenheit zeigt, ist sie (leider) nach wie vor aktuell. Denn die Meldungen in den Medien sind auch heute noch voll von Polizeigewalt gegen die farbige Bevölkerung. Schon das macht den Roman zu einem wichtigen Buch, dem man viele Leser wünscht.
Mullen hat hier wirklich Rassismus in geballter Form geliefert, der wohl jeden Leser zum Nachdenken anregen wird. Dieser Roman ist Rassismus pur und steckt in jedem Detail (die Blicke der Farbigen auf Weiße, die auf Brusthöhe enden, denn alles andere wird als unsittlich eingestuft, z. B.). Diese erschreckende weiße Macht, die in diesem Buch auf jeder einzelnen Seite - von Anfang bis zum Ende - gezeigt wird, liest sich erschreckend, real, und wie ein Mahnmal.
Ein Lesetipp für Leser, die klassische Polizeiromane mögen und an alle, die sich mit Rassismus auseinandersetzen möchten.
Rezensionen von Vicky:
Wenn du glücklich mit ihm bist, behalte ihn
Like Nobody Else von Kim Nina Ocker
Ich finde das Cover toll, es ist zwar einfach gestaltet aber definitiv alles andere als dezent oder zurückhaltend denn es ist auf jeden Fall eine absoluter Augenfang. Außerdem passt es perfekt zur restliche Reihe.
‘Like Nobody Else‘ ist der dritte Band der Upper-East-Side-Reihe der Autorin Kim Nina Ocker.
Der Roman umfasst achtundzwanzig Kapitel und schließt mit einem Epilog ab. Die Abschnitte sind abwechselnd aus Sicht von June und Sam geschrieben, diese Aufteilung finde ich gut gestaltet und sehr abwechslungsreich denn so bekommt man einen Einblick in das Gefühlsleben und die Gedanken von beiden Figuren und versteht somit beide viel besser.
Unter 'Zu diesem Buch' kann man sich bereits einen kurzen Vorgeschmack auf die zwanzigjährige June Bishop, die einen Autounfall hatte und nun laut ihren überfürsorglichen Eltern einen Alltagshelfer bzw. Collegebegleiter benötigt – und den gutaussehenden Sam, holen.
Auch wenn der Job erstmal im Vordergrund steht bleiben die privaten Probleme und Erlebnisse der beiden definitiv nicht auf der Strecke. Außerdem fand ich es sehr, sehr schön altbekannte Figuren aus den beiden anderen Bänden wieder zu treffen. Leider war mir June stellenweise zu negativ eingestellt, zwar ändert sich das im Lauf der Geschichte (und diesen Prozess zu sehen fand ich gut) allerdings war es mir an manchen Stellen doch etwas zu überspitzt weshalb ich auch einen Stern abziehe. Sorry, aber da fand ich die Hauptfiguren der anderen Bände um einen Tick besser und in sich harmonischer dargestellt.
Leider ist dieser Band bereits der letzte der Reihe und kennzeichnet somit das Ende der Upper-East-Side-Clique, das finde ich sehr schade denn ich hätte gerne noch mehr und öfters von diesen hier doch sehr lieb gewonnen Figuren gelesen. Aber was solls, schließlich muss alles ja mal enden. Ich werde die Autorin auf jeden Fall im Auge behalten und hoffe auf neue spannenden Romane und Reihen!
Fazit: Eine tolle Liebesgeschichte mit viel Gefühl und etwas Witz versüßt :-) Dieser Teil kann zwar unabhängig vom vorherigen gelesen werden aber sollte man die ganze Reihe lesen wollen empfehle ich, dies definitiv in der richtigen Reihenfolge zu machen!
Rezensionen von Bellis-Perennis:
EIn intelligenter Krimi
Lenz von Michael Theurillat
Dieser 6. Fall aus der Reihe rund um den Zürcher Kommissar Eschenbach ist für mich der erste.
Der Krimi beginnt schon recht ungewöhnlich mit einer scheinbar zusammenhanglosen Versteigerung.
Danach begeben wir uns in die „Niederungen“ der Zürcher Kriminalpolizei. Kommissar Eschenbach kehrt nach einer mehrmonatigen Auszeit in Amerika nach Zürich zurück und muss feststellen, dass einige Änderungen in der Dienststelle vorgenommen wurden.
Zwar übernimmt er wieder die Leitung seiner Truppe, doch ist ihm die Yvi Köhler als seine Stellvertreterin zur Seite gestellt. Es hat den Anschein, dass die toughe Köhler ein eigenes Süppchen kochen will.
Noch an seinem ersten Arbeitstag wird Eschenbach zur Leiche eines alten Mannes gerufen. Natürlicher Tod oder hat hier wer nachgeholfen?
Als sich herausstellt, dass Eschenbachs alter Freund Ewald Lenz dringend tatverdächtig ist, weiß Eschenbach nicht, wer Freund oder Feind ist. Er sieht sich einem Lügengeflecht gegenüber, in dem eine Menge vertuscht werden soll – auf Anweisung von ganz oben.
Meine Meinung:
Ein wunderbarer Polit-Krimi, der durch außergewöhnliche Charaktere besticht. Da ist einmal Ewald Lenz, ein pensionierter Archivar mit einem IQ von über 150 und einem phänomenalen Gedächtnis, sein Studienfreund Walter Habicht, ein brillanter Wissenschaftler, der mit einer Körpergröße von 1,47 m, nicht jene Anerkennung erhält, die ihm zustünde und letztlich Isabelle, die eine ebenso geniale wie undurchschaubare Rolle in diesem Drama spielt.
Die Perspektive wechselt zwischen Eschenbach und Lenz, was eine besondere Spannung hervorruft.
Michael Theurillat verquickt in beeindruckender Weise aktuelle politische Ereignisse wie den Syrien-Konflikt und den Anteil der UNO und der USA an dieser Tragödie, in diesem Krimi. Im Anhang nennt der Autor die entsprechenden Quellen.
Der Schreibstil ist ansprechend. Deshalb wird dies nicht mein letzter Krimi von Michael Theurillat.
Fazit:
Ein intelligenter und top-aktueller Krimi, dem ich gerne 5 Sterne gebe.
Rezensionen von simone.h1:
Schuldfrage
Marion, für immer 13 von Nora Fraisse
Marion ist 13 Jahre alt, als sie beschließt ihrem Leben ein Ende zu setzen. Als ihre Mutter das Mädchen erhängt in ihrem Zimmer vorfindet bricht die Welt der ganzen Familie zusammen. Sie möchte Antworten, warum Marion diesen Schritt gewählt hat, stößt aber im ganzen Umfeld auf Unverständnis und eine nicht zu erklärende Härte.
Vorweg möchte ich anmerken, dass mir die Bewertung des Buches wirklich schwer gefallen ist und diese nichts mit dem Mitgefühl zu tun hat, dass ich natürlich für diese Familie empfinde. Dieser tragische Schicksalsschlag und die Geschehnisse, die zu diesem geführt haben, sind unsagbar traurig und schlimm, jedoch muss ich das Buch als Ganzes bewerten.
Ich finde es sehr mutig von der Mutter, ihre eigene Tragödie in einem Buch zu verarbeiten, um anderen Menschen zu helfen, diese wach zu rütteln und die Welt dadurch vielleicht ein bisschen besser zu machen. Es gehört viel dazu, wenn man der breiten Öffentlichkeit einen solchen Einblick in sein Leben gewährt und dafür möchte ich meinen tiefsten Respekt aussprechen. Ich war beeindruckt wie stark diese Frau in dieser Situation war und finde sehr viel vom Gelesenen wahr und überlegt. Leider kommt es bei der sehr persönlichen Schilderung immer wieder zu Wiederholungen und schweifen die Ausführungen immer wieder in dieselbe Richtung ab. Gerade mit den letzten 40 Seiten habe ich mir persönlich etwas schwer getan, da es sich hierbei leider um einen Monolog handelt, der sich lediglich mit der Schuldfrage an Marions Tod befasst. Diese Teile waren für mich als Leser einfach ein wenig zäh und voller Wiederholungen, wobei ich natürlich verstehe, was die Autorin damit bezwecken will.
Ich denke es ist schwer einen persönlichen Schicksalsschlag in einem Buch so zu verarbeiten, dass er für den Leser durchweg "gut" zu lesen bzw. nachvollziehbar ist, da man als Betroffener natürlich andere Aspekte als wichtig erachtet bzw. seinen eigenen Standpunkt in jedem Satz verdeutlichen will.
Rezensionen von Gaby 2707:
Die Geschichte einer Wanderfotografin
Die Fotografin - Am Anfang des Weges von Durst-Benning Petra
Als Minna Rewentlov, genannt Mimi, von ihrem Freund Heinrich Grohe einen Heiratsantrag bekommt und er ihr in den schönsten Farben das Leben einer Pfarrersfrau auf dem Land schmackhaft machen will, bleibt ihr erstmal die Sprache weg. Jedoch anstatt zu heiraten, fährt sie, die von ihrem Onkel Josef die Liebe zur Fotografie angenommen hat, wie er selbst auch, als Wanderfotografin durch die Lande und erarbeitet sich durch die unkonventionelle Art ihrer Bilder bald einen sehr guten Ruf.
Als Onkel Josef, der sich in Laichingen auf der Schwäbischen Alb niedergelassen hat, sehr krank wird, ihre Mutter aber keine Anstalten macht, ihren Bruder zu pflegen, übernimmt sie dies selbst. Sie eröffnet das Fotostudio ihres Onkel wieder und will solange bleiben, bis ihre Mutter Muße findet, sich um ihren Bruder zu kümmern...
Mit ihrem angenehm leicht zu lesenden Schreibstil hat mich Petra Durst-Benning direkt hineingezogen in den kleinen Ort Laichingen und in das karge Leben auf der Alb, wo die Leinweber zuhause sind. Hier lerne ich ausser Mimi, die eine für diese Zeit schon sehr starke und eigenständige Frau ist, auch einige Mitglieder der Leinweberfamilien und deren Arbeitgeber kennen. Die Armut, das Leid, das Ausgebeutet werden und das karge Leben, das dort herrscht, haben mich doch demütig werden lassen, da ich heute in einer so ganz anderen Zeit leben darf.
Mimi ist mir von Anfang an mit ihrer mitfühlenden Art Anderen gegenüber, ihrer leidenschaftlichen Art gegenüber ihrer Arbeit mit den Bildern, die sie macht und ihrer Unangepasstheit sehr sympathisch. Da kann auch ein Webereibesitzer daher kommen und sie gibt ihm Kontra. Überhaupt kann ich in dieser Geschichte meine Sympathien schnell vergeben. Aber es gibt auch ein paar Menschen, die sich sehr schwer tun, mich von ihnen zu überzeugen.
Mit ihrer einfühlsamen, sehr bildlichen und manchmal humorigen Art zu erzählen führt mich Petra Durst-Benning durch den kleinen Ort, so daß ich meine mich hier schon auszukennen. Die Postkarten, die Mimi in Auftrag gibt habe ich direkt vor Augen Und auch als die Jungs in ihren Konfirmandenanzügen im Atelier sitzen um zu ihrem großen Tag fotografiert zu werden, habe ich sie direkt im Kopf. Und ich meine ihre Gedanken lesen zu können, wenn sie sich mit Landkarten oder der Malerei beschäftigen.
Die immer wieder einfließenden historischen Informationen sind so gekonnt in die Geschichte hineingewebt, dass es sogar Spaß macht noch etwas zu lernen und Neues zu erfahren. Ich kann nur ahnen, wieviel Recherche hinter dem Buch stecken mag.
Ich habe es sehr genossen, einen ersten Einblick in das Leben von Mimi Rewentlov und den Laichingern zu bekommen. Und ich feue mich schon sehr auf die Fortsetzung dieser interessanten Familiengeschichte, die für mich einige Fragen offen gelassen hat.
5 von 5 Sternen
Rezensionen von dorli:
Falkenberg
Falkenberg von Regine Seemann
Hamburg. Am Falkenberg entdecken Schüler die grausam zugerichtete Leiche des 87-jährigen Psychiaters Henning Manteuffel. Ein auf dem Rücken des Toten eingeritztes Hakenkreuz lässt einen rechtsradikalen Hintergrund vermuten, doch es gibt schon nach kurzer Zeit Zweifel an dieser Theorie…
Regine Seemann wartet in ihrem Krimi „Falkenberg“ mit einem sehr aufwühlenden Thema auf.
Es geht um menschenverachtende Verbrechen während der NS-Zeit. SS-Ahnenerbe und Aktion T4 spielen eine Rolle – zwei Programme, denen damals unzählige unschuldige Menschen zum Opfer gefallen sind.
Regine Seemann hat einen sehr fesselnden Schreibstil, der mich schnell in das Geschehen hineingezogen hat. Der Aufbau des Krimis hat mir besonders gut gefallen. Das Geschehen wird auf zwei Zeitebenen präsentiert. Die aktuelle Handlung mit den Ermittlungen im Mordfall Henning Manteuffel wird immer wieder von Tagebucheinträgen aus den 1930er und 40er Jahren unterbrochen. Ein junges Mädchen erzählt darin von ihrem Leben in einem Waisenhaus und ihren schrecklichen Erlebnissen in einer Heil- und Pflegeanstalt. Diese Berichte wirken sehr authentisch und sind äußerst ergreifend.
Die Autorin schickt mit Stella Brandes und Banu Kurtoglu zwei Kommissarinnen ins Rennen, die auf den ersten Blick nicht unterschiedlicher sein könnten – dennoch, oder vielleicht auch gerade deswegen bilden die beiden ein gut aufeinander abgestimmtes Team. Am Ende des Krimis stellt Regine Seemann ihre Protagonistinnen vor eine gewichtige moralische Entscheidung – hier wird sehr gut dargestellt, das Recht und Gerechtigkeit manchmal meilenweit auseinanderklaffen.
„Falkenberg“ hat mir sehr gut gefallen – ein Krimi, der mit spannenden Ermittlungen daherkommt und durch das bewegende Thema besonders mitreißt.
Rezensionen von dorli:
3 Zimmer, Küche, Mord
Falkenberg von Regine Seemann
Ein halbes Jahr nach der Trennung von Pascal beschließt Loretta, in ihrem Leben gründlich aufzuräumen – neue Wohnung, Erinnerungsstücke an die Zeit mit Pascal entsorgen, angesammeltes Zeugs aus den letzten Jahren aussortieren und das Wichtigste: keine mörderischen Angelegenheiten mehr, Mordermittlungen sind ab sofort tabu! Nach einigen Wochen intensiven Suchens hat Loretta ein neues Domizil gefunden und ist ruckzuck umgezogen.
Als sie kaum eine Woche später einen augenscheinlich ermordeten Nachbarn im Hof findet, versucht sie eisern an ihrem Vorsatz festhalten und kann es dann – wie sollte es auch anders sein? - doch nicht lassen, sich in die Ermittlungen einzumischen…
„3 Zimmer, Küche, Mord“ ist bereits der zehnte Fall für die gewiefte Loretta Luchs und ihre nicht minder clevere Truppe, der Krimi ist aber auch ohne Kenntnis der vorherigen Bände bestens verständlich.
Lotte Minck erzählt diesen Krimi gewohnt schwungvoll - Situationskomik, lockere Sprüche, witzige Kommentare, herrlicher Ruhrpottslang und natürlich spannende Ermittlungen warten auch diesmal wieder auf den Leser. Ich habe schmunzelnd das Miteinander und Gegeneinander in Lorettas neuer Hausgemeinschaft verfolgt und mich dabei köstlich über die illustre Schar ihrer Nachbarn amüsiert. Für Loretta steht schnell fest, dass hier nicht alles so ehrenwert ist, wie es auf den ersten Blick zu sein scheint…
Es hat mir wahnsinnig viel Spaß gemacht, wieder mit Loretta auf Mörderjagd zu gehen. „3 Zimmer, Küche, Mord“ bietet von der ersten Seite bis zu letzten Seite kurzweilige Unterhaltung - ein tolles Lesevergnügen.
Rezensionen von Caroline :
Gelungener Young Adult Roman
When it's Real - Wahre Liebe überwindet alles von Erin Watt
Vaughn hat die Schule im Eiltempo abgeschlossen. Dieses gewonnene Jahr verbringt sie mit ihrer Familie. Der Verlust ihrer Eltern hat die 4 Geschwister hart getroffen. Geldsorgen drücken Vaughn und ihre Schwester, deshalb arbeiten beide, um den Zwillingsbrüder eine gute Ausbildung zu ermöglichen.
Da scheint ein Angebot von den Managern vom heißesten Rockstar Oakley Ford gerade zum richtigen Zeitpunkt zu kommen.
Vaughn soll für ein Jahr Oaks Freundin spielen, um sein Image aufzubessern. Für diese Charade bekäme sie auch noch unverschämt viel Geld, das dringend gebraucht wird.
Zwar fühlt sich Vaughn nicht zu 100% zufrieden mit diesem Deal, aber nach einigen hitzigen Gesprächen mit ihrer Schwester, entschließt sie sich den Job anzunehmen.
Schon bei ihrer ersten Begegnung mit Oakley stellt sie ihre Entscheidung in Frage, denn dieser entpuppt sich als unhöflich und regelrecht unsympathisch. Dazu sieht sie bereits große Probleme auf sich zukommen, denn ihr Freund muss sich all den Forderungen zur Geheimhaltung auch unterwerfen. Somit scheint dieses Abkommen von Beginn an zum Scheitern verurteilt, aber Vaughn will unbedingt durchhalten.
Wie hat es mir gefallen?
Nachdem ich so viel über die Autorin und ihre „Paper“ Reihe gehört hatte, wollte ich mir selbst ein Bild machen, konnte mich aber zu „Paper Princess“ nicht durchringen. Somit griff ich zu „When it’s Real“.
Die Geschichte ist ganz eindeutig die Young Adult Genre zuzuordnen. Keine unschicklichen Szenen, sondern altersgerechte Darstellungen und Formulierungen. Das fand ich sehr passend und kann damit das Buch Jugendlichen empfehlen.
Zusätzlich fand ich die Geschichte auch sehr gut konstruiert. Anfangs frage ich mich, wie es dazu kommen kann, dass ein „normales“ Mädchen zur Fake Freundin eines Rockstars werden kann. Das Autorinnen-Duo hat das überzeugend gelöst und damit die Geschichte schnell in Fahrt gebracht.
Die zwei so unterschiedlichen Charaktere wie Vaughn und Oakley haben von Beginn weg unzählige Reibungspunkte, die in witzigen Wortduellen ausgefochten werden. Vaughn schenkt keinen cm Boden her, um sich gegen den „ach so großen Rocker“ zu behaupten. Dabei behält sie immer ihre Familie im Focus.
Oakley zeigt herzlich wenig von seiner echten Persönlichkeit. Sein Ruhm erschwert ihm das Leben. Normale Tage mit ganz gewöhnlichen Tätigkeiten gibt es nicht. Sobald er erkannt wird, haben die Menschen Erwartungen und auch Forderungen an ihn. Jeder einzelne Tag kostet ihn Kraft und Energie.
Gemischt mit ein paar Klischees, herzlosen Menschen und einer Portion Intrige gibt das einen ausgesprochen guten Young Adult Roman. Ich bin 47 und konnte mich gut in die Geschichte einfinden, fand die Hauptfiguren sympathisch und bin schon gespannt, wie sich „One small Thing“ lesen lassen wird.
www.mariessalondulivre.at
Rezensionen von christina.hirschberger@gmail.com:
Brisante Ermittlungen in den Schären
Flucht in die Schären von Sten Viveca
> Handlung
Das Zentrum dieses Krimis ist Andreis Kovač, ein unangenehmer Zeitgenosse. Seine Frau Mina behandelt er so schlecht, sodass sie die Flucht vor ihm als einzigen Ausweg sieht, um sich und ihren Sohn zu schützen. Aber auch Nora Linde interessiert sich beruflich für den Drogenhändler und Geldwäscher Andreis Kovač.
Diese Begebenheiten führen dazu, dass Nora und Thomas beide ermitteln müssen. Dabei müssen sie nicht nur die Fakten im Blick behalten, sondern vor allem dafür sorgen, dass Mina in Sicherheit ist. Besonders Nora lässt sich in diesen Fall sehr tief hineinziehen und begibt sich in große Gefahr.
> Charaktere
Während der Leser Nora Linde in den letzten Romanen eher als Mutter und Privatperson kennengelernt hat, erfährt man in diesem Krimi mehr über ihre berufliche Tätigkeit als Wirtschaftsprüferin, was mir persönlich sehr gut gefallen hat.
Thomas kämpft beruflich mit den Einsparungen im öffentlichen Dienst und privat mit dem Verhältnis zu Pernilla.
Mina Kovač schließt der Leser genauso schnell ins Herz, wie er Abneigung gegen die Weggefährten von Andreis Kovač entwickelt.
Alle Personen sind sehr authentisch geschildert und es gelingt dem Leser leicht, sich in sie einzufühlen.
> Leseerfahrung
Dieser Band hat wesentlich mehr aktuelle und brisante Themen in sich vereint, als seine Vorgänger. Ich finde das Thema der häuslichen Gewalt sehr geschickt umgesetzt und stimmig konstruiert. Auch die Rückblicke in die Zeit des Kriegs in Bosnien (Herkunft von Andreis Kovač) sind sehr eindrücklich beschrieben und gut platziert.
> Fazit
Ein rundum gelungener Krimi mit ernsten Themen, vielen Spannungsmomenten und authentischen Ermittlern. Ein Muss für alle Fans von Skandinavien-Krimis und für Fans von der wunderbaren Viveca Sten sowieso!
> Eckdaten
Titel: Flucht in die Schären
Autor: Viveca Sten
Verlag: Kiepenheuer & Witsch
ISBN: 978-3-462-05197-1
Preis: 15,00 € (broschiert)









