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Rezensionen von csac:
Stille Nacht – ein fantastisches Weihnachtsabenteuer zur Entstehungsgeschichte des Liedes „Stille Nacht“
Stille Nacht und das Geheimnis der Zauberflöte von Reinhard Schwabenitzky
Verpackt in einen fesselnden Abenteuer- und Jugendroman erfährt man auf 239 Seiten sehr viel Interessantes zur Entstehungsgeschichte des wohl bekanntesten Weihnachtsliedes der Welt. Dabei wird Geschichtliches mit Fantastischem verwebt, so dass die Wissensvermittlung auf spielerische Art und Weise erfolgt und bereits der junge Leser leicht und unbemerkt in den Sog der Atmosphäre und des Zaubers von Weihnachten im 19.
Jahrhundert gerät. Ein kurzer historischer Überblick am Ende des Buches gibt noch einmal interessante Details zum Werdegang dieses Liedes wieder.
Zum Inhalt: Hallein in der Gegenwart: Lucas Schratt, zwölf Jahre alt, und Teil der verarmten Wandermusikerfamilie Schratt, bringt seine Familie durch eine spontane Hilfeleistung in ernste finanzielle Schwierigkeiten: Er rettet durch sein beherztes Eingreifen ein Menschenleben, für den entstandenen Schaden an mehreren Autos sollen nun aber seine Eltern zur Verantwortung gezogen werden. Deren finanzielle Misere ausnützend versuchen habgierige Unternehmer, die Familie zu erpressen, um so an deren alte und vor allem kostbare Instrumente zu gelangen: Nur wenn diese am Heiligen Abend vor einem großen Fernsehpublikum das Lied „Stille Nacht“ zum Besten geben und zwar in der Originalversion, werden ihre Schulden durch den Auftritt getilgt und sie womöglich über die Landesgrenzen hinaus bekannt und erfolgreich. Schaffen die Schratts es nicht, das Lied in seiner Urfassung vorzutragen, gehen sämtliche Instrumente in den Besitz der Unternehmer über und der Familie droht der finanzielle Bankrott.
Nur einer kann dies verhindern: Lucas, der aufgeweckte, neugierige, aber auch teilweise recht impulsive Sohn, der ohne es zu wollen, von einem Abenteuer ins nächste schlittert und dabei vor keiner Gefahr zurückschreckt. Über ein magisches Schaufenster, eine wundersame Zauberflöte und eine spannende Zeitreise führt sein Weg dabei in die Vergangenheit, nämlich in das Jahr 1818 in der Gemeinde Oberndorf. Dort lernt er nicht nur Josef Mohr, den Verfasser des Liedes „Stille Nacht“ kennen, sondern auch den Komponisten, Lehrer und Mesner Franz Xaver Gruber. Doch bis es zur Uraufführung deren Liedes in der Sankt Nicola-Kirche in Oberndorf kommt, müssen noch so manche Widersacher und „Höllenhunde“ besiegt, Gefahren umgangen und heikle Abenteuer überlebt werden. Wird es Lucas gelingen, seine Gegner zu überlisten, die „Stille Nacht“ hautnah mitzuerleben und seine Zauberflöte wiederzufinden, die ihm in dem ganzen Tumult geraubt wurde? Denn nur mit ihr kann er wieder in die Gegenwart zurückkehren und seine Familie mit einer Originalfassung der „Stillen Nacht“ vor dem Ruin bewahren….
Fazit: Ein spannender und turbulenter Familienroman, der trotz seiner fantastischen Elemente viel Wissen und geschichtliche Informationen vermittelt, dabei aber immer leicht und flüssig zu lesen bleibt. Ein Buch nicht nur, aber auch als Einstimmung für die Weihnachtszeit für Kinder und Jugendliche ab zehn Jahren.
Absolute Kaufempfehlung!
Rezensionen von KimVi:
Bezaubernder Liebesroman, der mitten ins Herz trifft
Nordsternfunkeln von Leonie Lastella
Vor acht Jahren hat Juna Amrum und ihren damaligen Freund Bosse fluchtartig verlassen und seither versucht, die Ereignisse, die dazu geführt haben, zu vergessen. Nun kehrt Juna zurück. Wider Erwarten lebt Bosse noch immer auf der Insel. Und Junas Gefühle fahren bei seinem Anblick sofort wieder Achterbahn.
Bosse scheint es nicht anders zu gehen. Doch Juna will den großen Schmerz, den sie vor Jahren erlebt hat, nicht noch einmal durchmachen.....
Die zu Herzen gehende Liebesgeschichte wird in der Ich-Form erzählt. Leonie Lastella verwendet dazu verschiedene Perspektiven, da das Geschehen abwechselnd aus der Sicht von Juna und Bosse betrachtet wird. Dadurch bekommt man nicht nur einen guten Einblick in die Gedanken und Gefühle der beiden Hauptprotagonisten, sondern erfährt hautnah, wie sie aufeinander wirken und sich gegenseitig wahrnehmen. Da die Kapitel immer mit dem Namen des Protagonisten gekennzeichnet sind, in dessen Haut man quasi gerade steckt, ist es leicht die Übersicht zu behalten.
Der Einstieg in die Handlung gelingt ebenso mühelos. Denn Leonie Lastella hat einen wunderbar mitreißenden Schreibstil, dem man sich nur schwer entziehen kann. Es gelingt ihr hervorragend, die Charaktere so lebendig zu schildern, dass man sich vom ersten Moment auf die beiden unterschiedlichen Hauptprotagonisten, und ihren jeweiligen Umgang mit der Situation, einlassen kann. Die Handlungsorte sind ebenfalls so authentisch beschrieben, dass man das gesamte Inselleben und die unterschiedlichen Bewohner beim Lesen vor Augen hat und somit ganz in die Handlung eintauchen kann.
Die beiden Hauptcharaktere wirken sehr sympathisch und ihre Handlungen größtenteils nachvollziehbar. Es gibt zwar gelegentlich Momente, in denen man sie schütteln und am liebsten dazu zwingen würde, endlich miteinander zu reden, aber das zeigt ja, wie leicht es fällt, mit den Protagonisten mitzufiebern. Die Liebesgeschichte wird so bezaubernd und gefühlvoll erzählt, dass man das Knistern zwischen den Zeilen regelrecht spüren kann. Dadurch gerät man früh in den Sog der Ereignisse, fliegt förmlich durch das Buch und mag es erst aus der Hand legen, wenn man am Ende angekommen ist. Allzu romantische und kitschige Verwicklungen, bei denen die Heldin auf rosaroten Wolken schwebt und dem Helden ziemlich vorhersehbar und laut seufzend in die Arme sinkt, braucht man auch nicht zu befürchten. Denn Leonie Lastellas Geschichte trifft mitten ins Herz und ist trotzdem locker und leicht zu lesen.
Obwohl ich sonst um Liebesgeschichten immer einen großen Bogen mache, da mir die Handlungen meist zu vorhersehbar und zu zuckersüß sind, mache ich bei den Romanen von Leonie Lastella immer eine Ausnahme. Denn sie schafft es von der ersten Seite an, mich zu fesseln und ganz in den Bann der Handlung zu ziehen. "Nordsternfunkeln" konnte mich voll und ganz begeistern, da die Geschichte mitten ins Herz trifft und trotzdem locker und leicht erzählt wird.
Rezensionen von Gaby 2707:
Eine erfolgreiche Suche nach der eigenen Identität
Mein italienischer Vater von Anika Landsteiner
Laura Wind ist 29 als sie ihre Mutter Magdalena verliert, die nicht nur Mutter, sondern auch Freundin und Vertraute für sie war. Ihren Freund Daniel verläßt Laura, als sie erfährt, dass seine Exfreundin ein Kind von ihm bekommen wird. Ihr Leben scheint in Trümmern zu liegen, als sie sich entschließt ihre Wurzeln in Italien aufzuspüren.
Anika Landsteiner hat mich mit diesem Buch von Beginn an in ihren Bann gezogen. Sind es die wundervollen Beschreibungen der italienischen Südostküste? Sind es die so unterschiedlichen, aber wunderbaren Menschen, die ich hier kennenlernen darf? Ist es die Geschichte vom Suchen, von Verlust und einer Reise zu sich selbst?
Ich denke, es ist von allem ein bisserl, was den Reiz dieser eher melancholischen, wunderschönen Geschichte ausmacht.
Da ist zum einen das Setting: der Gargano an Apuliens Ostküste, dem Sporn am Stiefel Italiens. Hier meine ich die salzige Luft riechen zu können. Würde mich am liebsten gleich ins Auto setzen und dorthin fahren, wo es jährlich viele tausend Urlauber hin treibt. Wo aber um diese Zeit höchstens ein Jogger seine ahn zieht oder eine Abfalltüte über den Bürgersteig weht.
Da sind zum anderen die Menschen, denen Laura dort begegnet. Ihrem Vater Emilio, der sich beide Unterschenkel gebrochen hat und nun erst mal im Rollstuhl sitzt. Er muss sich erst mit der neuen Situation – meine Tochter ist hier – auseinandersetzen.
Gianna, eine alte Freundin ihres Vaters, bei der es eine ganze Zeit braucht um mit ihr warm zu werden. Nach einem Knall, bei dem auch Lauras italienisches Temperament zum Ausbruch kommt, klärt sich die Situation. Sie müssen ja keine Freundinnen werden. Aber sie lernen sich zu arrangieren und vor allem zu respektieren.
Aber auch die anderen Figuren, Luca, Pino und Rio z.B. sind alle lebhaft, mit Ecken und Kanten, nicht fehlerfrei, sehr menschlich und gut vorstellbar beschrieben.
Was für mich den ganz besonderen Reiz dieser Geschichte ausmacht, ist vor allem auch der Schreib- und Erzählstil von Anika Landsteiner. Sehr einfühlsam, sehr emotional, aber auch mit einer gewissen Grundspannung, die sich bis zum Schluss hält, lerne ich die Vergangenheit und deren Wirken bis in der Gegenwart kennen und verstehen. Dazwischen immer die Leichtigkeit des italienischen Lebensgefühles. Nicht zu vergessen, das leckere Essen, das immer wieder erwähnt wird.
Und ich würde Laura so gerne auf dieser Reise mit der Transsibierischen Eisenbahn begleiten.
Ein wundervolles Buch voller Abenteuer, Leben, Liebe, Trauer, Fernweh, Familie und der Suche einer jungen Frau nach ihrer Zugehörigkeit. Und auch wenn die Geschichte ein paar Längen hat, sollte man doch jede Zeile der Geschichte genießen.
4,5 von 5 Sternen
Rezensionen von rewareni:
Eine besondere Liebe
Mein italienischer Vater von Anika Landsteiner
Die Liebesgeschichte zwischen Johanna und Vera geht in die zweite Runde. Endlich ist Johanna von ihrem Mann Martin getrennt und sie kann mit Vera zusammen leben. Sie genießen ihr neues gemeinsames Leben und könnten glücklich sein, wenn nicht immer wieder unschöne Dinge passieren würden, die sie erschüttern.
Johanna beendet sogar die vor kurzem begonnene Arbeit in der KITA, da sie mit Beleidigungen ob ihrer Beziehung zu Vera konfrontiert wird. Also beschließen beiden, dass sie einfach einmal eine Auszeit brauchen. So ergibt es sich auch durch Zufall, dass sie auf Bernds Tochter Jennifer aufpassen sollen und so fahren sie zu dritt in den Urlaub. Die gemeinsamen Tage gestalten sich zwar auch nicht immer einfach, sei es , dass sich Jennifer nicht immer bevormunden lassen möchte oder dass Vera wie schon öfters zuvor mit Bauchschmerze zu kämpfen hat. Trotzdem versuchen Johanna und Vera die Zeit zu genießen, ohne zu ahnen, was das Schicksal mit ihnen noch vor hat.
,, Johanna und Vera´´ Eine schicksalhafte Liebe, von Petra Kania, ist der Nachfolgeroman der Liebesgeschichte der beiden Frauen. Da es eine in sich abgeschlossene Geschichte ist, muss man den ersten Teil nicht gelesen haben um ihn zu verstehen.
Die Autorin greift wieder das Thema der gleichgeschlechtlichen Liebe zwischen zwei Frauen und zwei Männern auf. Auch hier lässt sie wieder Johanna in der Ich- Form ihre Gedanken und Gefühle beschreiben. Ich denke, dass Petra Kania in diesem Roman den Alltag mit allen Höhen und Tiefen einer besonderen Beziehung beschreiben wollte. Leider gibt es dabei viele Szenen, die mir wie Lückenbüßer vorgekommen sind. So wird ca. auf jeder 4 Seite beschrieben was sie essen und trinken und das zieht sich durchgehend von Beginn weg bis zum Ende. Auch die Beschreibungen des gemeinsamen Urlaubs mit Jennifer, war sehr auf die Promleme und Handlungen des Mädchens aufgebaut, wo einiges an ,,Spannung´´ verloren gegangen ist. Mir hat der erste Teil besser gefallen, weil er tiefgründiger war und die Gefühle und Emotionen von Johanna und Vera intensiver beschrieben worden sind.
Ich denke, dass der jetzige Roman einiges an Potenzial verloren hat, weil die Erzählung an sich zu oberflächlich war. Wenn Johanna und Vera vielleicht öfters außerhalb agiert hätten z.B beim Einkaufen, bei gemeinsamen Aktivitäten..... wo sie mit anderen Menschen zusammentreffen, wären Gespräche und Emotionen besser und intensiver rüber gekommen.
Es ist ein eher ,,ruhiger´´ Roman, der mit einem überraschenden Ende aufwartet und mit dem ich so nicht gerechnet hätte.
Rezensionen von Harakiri:
Leichenstapel
Muttertag von Neuhaus Nele
Durch Zufall werden unter einem Hundezwinger die Leichen von 3 Frauen gefunden. Erste Verdächtige sind schnell ausgemacht, aber deren gibt es viele. Denn die Bewohner des Hauses hatten im Laufe der Jahre einige Pflegekinder aufgezogen und misshandelt. Das Team von KK Oliver von Bodenstein und KK Pia Sander ermitteln in einem Milieu, das einem Sumpf gleicht.
Es dauert eine Weile bis man sich in das Buch eingelesen hat, wie ich finde. Zu viele Personen werden sehr schnell eingeführt, so dass man etwas den Überblick verliert.
Ist man aber erst einmal in der Handlung angekommen, gibt es keinen Grund mehr zu meckern. Neuhaus schreibt gewohnt anschaulich, authentisch und mit ihren beiden Protagonisten ist ihr ein tolles Team gelungen. Durch die vielen Verdächtigen ist es auch schwierig für den Leser, herauszufinden, wer denn nun der Mörder ist. Es könnten einfach (fast) alle sein. Erst kurz vor dem Ende hebt sich der Schleier und es beginnt eine wilde Jagd. Das Finale in einen Flugplatz zu legen hat mir sehr gut gefallen. Vor allem die Stelle mit dem landenden Flugzeug, wenn sie auch etwas unglaubwürdig war, dennoch sehr spannend.
Anfangs noch wie nebenbei, läuft ein zweiter Handlungsstrang, der sich dann später mit dem ersten verwebt. Auch hier hatte ich erst keine Ahnung, was es mit Fiona auf sich hat, das Mädchen hat mir aber sehr gut gefallen.
Fazit: stimmig aufgebauter Krimi mit einer Rekordzahl an Leichen.
Rezensionen von Gaby 2707:
Ein wunderbares erstes Buch der Schokoladen-Trilogie
Die Schokoladenvilla von Maria Nikolai
Die 21-jährige Judith Rothmann, Tochter des Schokoladenfabrikanten Wilhelm Rothmann in Stuttgart, ist für die Zeit Anfang des 20. Jahrhunderts eine sehr modern eingestellte junge Frau. Sie würde gerne in der Schokoladenfabrik mitarbeiten, wovon der patriarchischen Vater, der sie schnellstmöglich gewinnbringend verheiraten will, gar nichts wissen will.
Victor Rheinberger, ehemaliger Strafgefangener der Haftanstalt Ehrenbreitstein in Koblenz, hat es für einen Neuanfang nach Stuttgart verschlagen. Als er die 8-jährigen Zwillinge Karl und Anton Rothmann, die mal wieder nichts wie Unfug im Kopf haben, nachhause bringt, trifft er auf Judith. Zu seinem großen Glück bekommt er eine Anstellung in der Schokoladenfabrik. Dort kreuzen sich die Wege der beiden jungen Leute immer wieder.
Maria Nikolai nimmt mich mit in das Stuttgart Anfang des 20. Jahrhunderts. In eine Zeit der Neuerungen und des Umbruchs. Den Duft und den Geschmack von Kakao und Schokolade hatte ich während des Lesens immer wieder in der Nase und auf der Zunge.
Judith und ihre Mutter Helene sind zwei Frauen, die sich nicht in das Korsett des Gehorsam und des Heimchens am Herd pressen lassen wollen. Helene entgeht dem häuslichen Alltag durch ein Nervenleiden, das sie am Gardasee auskuriert und nun schon Monate von zuhause weg ist. In dieser Zeit hat Judith dafür zu sorgen, dass im Hause Rothmann alles seinen geregelten Gang geht. Was gerade bei den Zwillingen Karl und Anton, die nichts als Schabernack im Sinn haben, nicht so einfach ist. Aber sie hat ja ihre Zofe Dora, die ihr bedingungslos zur Seite steht.
Wilhelm ist ein Patriarch des alten Schlages. Konservativ und auf Alleinherrschaft bedacht führt er sein Unternehmen und auch zuhause muss alles nach seinem Willen laufen.
Ich lerne aber nicht nur privilegierte Menschen aus dem Stuttgart der damaligen Zeit kennen. Auch mit den Arbeiterinnen in der Schokoladenfabrik und den Angestellten im Hause Rothmann, mit denen gerade Judith sehr menschlich und zugewandt umgeht, komme ich zusammen. Maria Nikolai versteht es hervorragend, die gravierenden Unterschiede der Lebensumstände, der gesellschaftlichen und sozialen Probleme dieser Menschen in die Geschichte aufzuzeigen und einzuweben. Auch bei dem niederen Volk regt sich langsam der Wille zu Veränderung.
Ich tauche ein in eine Geschichte, in der es hauptsächlich um Judith geht, die mit dem
Mann, den sie heiraten soll, überhaupt nicht einverstanden ist und sich gegen diese Heirat wehrt. Es war sehr schön für mich, die junge Frau auf ihrem rebellischen Weg ein Stück begleiten zu dürfen.
Was mir auch sehr gut gefallen hat, dass ich auch im Sprachgebrauch um ein Jahrhundert zurück geworfen wurde. Dadurch kamen mir die Personen in ihrem Wirken und Denken noch ein Stück näher und realer vor. Überhaupt merkt man, dass die Autorin sehr viel Zeit in die Recherche gesteckt hat – hier in Stuttgart und auch am Gardasee, wohin es mich mit Helene immer wieder verschlägt.
Ein Personenregister, ein Glossar und die Erläuterung einiger historischer Hintergründe runden den ersten Teil der Trilogie ab.
Obwohl es sich bei diesem Buch um den ersten Band zu einer Trilogie handelt, ist die Geschichte hier sehr gut abgeschlossen und lässt mich dennoch erwartend zurück. Ich freue mich schon sehr auf ein Wiederlesen mit Judith, den Zwillingen, die eine Portion Humor in die Geschichte eingebracht haben und auf Victor, den charismatischen Mann, den sich wohl jede Frau als Partner wünschen würde.
Rezensionen von Pink Anemone:
Toller Auftakt einer Kinderbuch-Reihe voller Bücher, Zauber und Magie.
Archie Greene und die Bibliothek der Magie (Band 1) von D. D. Everest
Der Auftakt einer neuen Kinderbuch-Reihe für Mädchen und Jungen ab 11 Jahren, die Magie, Spannung und Abenteuer lieben. Im Mittelpunkt der originellen Geschichte von Debütautor D.D. Everest stehen magische Bücher und ein sympathischer Protagonist, der sich plötzlich in einer Schule der Buchbinderei wiederfindet und zusammen mit seinen neuen Freunden auf echte Zauberbücher aufpassen muss.
Archie Greene bekommt an seinem Geburtstag ein ganz besonderes Paket überbracht – eines, das vierhundert Jahre auf seine Auslieferung gewartet hat. Auch der Inhalt ist mehr als außergewöhnlich: ein magisches Buch! Und ehe sich Archie versieht, ist er in Oxford in der Bibliothek der Magie angekommen und soll dort die Künste des Buchbindens erlernen. Als ob das nicht alles schon aufregend genug wäre, geht dort auch noch etwas unheimliches vor sich: Eine Quelle der schwarzen Magie raubt den Büchern ihre Zauberkräfte und plötzlich ist Archie der Einzige, der sie beschützen kann....(Klappentext)
☯✩∘•°.: :.°•∘✩☯
"Befreie die Magie, die Innen schlummert.
An ihre Macht glaube, mehr als an alles andere."
(S. 119)
Archie ist ein aufgeweckter 12-jähriger Junge und das trotzdem er ohne seine Eltern und seine Schwester aufwachsen musste. Diese sind bei einem Schiffsunglück ums Leben gekommen als Archie noch klein war. So wuchs er bei seiner Großmutter auf, die er liebevoll Gran nennt. Sein Leben war bisher eher langweilig und öde, passierte in diesem südenglischen Dorf so gar nichts und seine Gran ist auch eher von der ruhigen Sorte.
Eines Tages steht plötzlich ein komischer Kauz mit einem uralten Päckchen vor der Tür. Dieses kann wohl nur für ihn sein, hat er doch heute Geburtstag. In diesem Paket ist ein ebenso uraltes Buch mit dem Archie nichts anzufangen weiß, kann er doch nicht einmal diese komische Schrift lesen. Was folgt ist ein Kuddelmuddel, ausgelöst durch eine vergessene Nachricht zu dem Päckchen, was zu einer Reise nach Oxford in einen kleinen mysteriösen Buchladen führt und das Kennenlernen seiner äußerst schrägen aber witzigen Verwandten mit sich bringt. Ehe er es sich versieht, ist er in diesem Buchladen als Buchbinde-Lehrling angestellt.
Archie tritt so in die Welt der Bücher und auch der Magie ein, erfährt nach und nach ein unglaubliches Familiengeheimnis und dann fangen auch noch die Bücher zu sprechen an. Als ob das nicht alles schon seltsam genug wäre, machen ihn die Bücher auf unheimliche Vorgänge aufmerksam. Nun muss Archie über sich hinaus wachsen und die Bücher vor einem Unheil bewahren, denn genau für das scheint Archie bestimmt zu sein.
"Plötzlich hörte Archie über sich etwas flattern, bevor es mit einem lauten Schlag auf einem Tisch neben ihm landete.
Entsetzt stellte Archie fest, dass es kein Vogel war - sondern ein Buch!
Nachdem es sich kurz ausgeruht hatte, öffnete es die Klappendeckel wie Flügel und schwang sich auf einen Schrank,
um sich in einem der Regale niederzulassen."
(S. 109)
Was gibt es Schöneres als in eine Welt voller Bücher und Magie abzutauchen. In diesem magischen Buch für Kinder ab 11 Jahren, geht es diesbezüglich wirklich hoch her. Man lernt mit Archie das von Magie umwobene Oxford kennen, wo sich in jeder Gasse, in jedem kleinen alten Geschäft etwas Magisches verbergen kann. Hier konnte mich vor allem das Museum für Magiekunde begeistern, welches durch Quills Schokoladenhaus betreten wird.
Man ist umgeben von dicken, antiquarischen Magiebüchern und kann diesen Geruch von alten Büchern und muffigen Pergament regelrecht riechen. Begegnungen mit skurrilen Figuren und auch Büchern, sind an der Tagesordnung. Sei es der Alte Zeb, der Lehrmeister Archies, der die Größe eines Gnoms hat und irgendwie an einen Gecko erinnert. Dann gibt es noch fliegende und sprechende Bücher oder Ritter die samt Pferd und Rüstung aus Büchern springen. Seine Tante Loretta, die außergewöhnliche Rezepte liebt, wie z.B. Torte mit Sardinenfüllung und blauen Zuckerguss und noch viele mehr.
Hier ist also wirklich für magische Unterhaltung gesorgt und es wird niemals langweilig.
"Außerdem gab es Bilder von Vampiren, Werwölfen und einem Geschöpf, das man Gärwolf nannte -
eine wolfsähnliche Kreatur, in deren Eingeweiden so grässliche Gase gärten,
dass sie Feuer speien konnte wie ein Drache."
(S. 144)
Der Schreibstil ist flüssig und klar. Während einem der Plot packt, einem die ausgefeilten und gut gezeichneten Charaktere mit ins Buch reißen und die Wendungen einem ein überraschtes "Oh" entschlüpfen lassen, jagt man regelrecht durch das Buch, um die anderen Bücher zu retten.
Dieses Buch spricht außerdem sowohl Jungs, als auch Mädchen an. Archie muss hier seinen Weg finden und der ist alles andere als ein Strandspaziergang. Doch mit Bramble, seiner Cousine, wurde eine ebenso starke und tolle Mädchenfigur erschaffen. Sie ist ein mutiges 14-jähriges Mädchen und ist mit Magie aufgewachsen. Bramble ist klug, hat es aber auch faustdick hinter den Ohren. Sie nimmt sich Archie an und führt ihn in diese mysteriöse Welt voller Zauber und Bücher ein. Kurz gesagt - sie hat den vollen Durchblick.
Und so begibt man sich als Leser mit auf die Reise durch diese magische Bücherwelt.
Fazit:
Es ist ein wundervoller und spannender Auftakt einer Kinderbuch-Reihe voller Bücher, Magie und skurriler Figuren. Hier geht es spannend, witzig und magisch zu und ich habe es geliebt in diese Welt abzutauchen. Einziger Nachteil - man bekommt verdammt oft Lust auf Heiße Schokolade ;-)
Diese Reihe gefällt mir so gut, sodass ich sofort zum 2. Teil der Archie-Reihe greife, da ich unbedingt wissen muss wie es mit Archie und seinen Freunden weitergeht.
© Pink Anemone
Rezensionen von rewareni:
Aus dem Leben
"Nichtalltägliches aus dem Leben eines Beamten" und "Einladung zum Klassentreffen" von Martin Schörle
In dem kleinen Büchlein ( 117 Seiten ) präsentiert der Autor Martin Schörle, dem Leser zwei Theaterstücke.
Das erste, mit dem Titel: ,,Nichtalltägliches aus dem Leben eines Beamten´´, bringt uns Hans Fredenbek näher, der in seiner leicht übertriebenen und manchmal auch etwas zynischen Art und Weise, sein schweres Leben als Beamter beschreibt.
Sein monologisieren lässt den Leser an vielen Dingen teilhaben, über die sich Fredenbek fürchterlich aufregen kann. Als korrekter Beamter muss sein Tag ausgefüllt sein mit Regeln, Formularen und natürlich der Beachtung aller Vorschriften. Hierbei spürt man als Leser immer wieder, wie er mit sich selbst und der Welt zu kämpfen hat. Er wird im Grunde als ,,tragischer Held´´ dargstellt, der für seinen geliebten Beruf bis an seine eigenen Grenzen geht, aber dabei vergisst, dass er auch noch ein Privatleben hat.
Im zweiten Stück ,, Einladung zum Klassentreffen´´ wird der Leser auf humorvoller und auch sehr emotionaler Weise Zeuge davon, wie die Dialoge zwischen Carsten und Marina, die sich seit 20 Jahren nicht mehr gesehen haben, immer intensiver und tiefgründiger werden. Hier spielt der Autor auch immer wieder nur mit einem einzigen Wort als Frage oder als Antwort und trotzdem steckt darin viel Gefühl. Die Gespräche wechseln ständig zwischen Freude und Hoffnung bis zu Wut und Verzweiflung. Sehr schön sind hier die Gefühle dargestellt und es zeigt, dass eine tiefe seelische Verbundenheit, selbst noch nach vielen Jahren bestehen kann.
Eine interessante Geschichte mit schönen Sätzen : ,, Menschen sind wie Musikinstrumente. Ihre Resonanz hängt davon ab, wer sie berührt.´´
Zwei unterschiedliche Stücke, die beide ihren Charme haben und man sieht, dass der Autor sein Gegenüber genau beobachtet und Alltagssituationen gekonnt humorvoll und auch zum Nachdenken anregend, erzählen und beschreiben kann.
Rezensionen von manu63:
Zerbrochen
Das Erbe der Macht - Band 13: Onyxquader von Andreas Suchanek
Onyxquader lautet der Titel des dreizehnten Bandes der Das Erbe der Macht Reihe des Autors Andreas Suchanek und ist der Auftaktband zur zweiten Staffel. Jen versucht immer noch die Erinnerungen von Alex zurückzuholen und die Unsterblichen arbeiten daran den Onyxquader zu erhalten.
Einmal mehr gelingt es dem Autor der Geschichte unvorhersehbare Wendungen zu geben.
Der Einstieg in Band dreizehn erfolgt durch eine gute Zusammenfassung der vorherigen Ereignisse und lässt den Leser danach sofort wieder mitten ins Geschehen fallen. Jen und ihre Pein Alex nicht helfen zu können wird greifbar dargestellt und auch die Überraschung, die der zerbrechende Quader freigibt lässt den Leser ahnen was geschehen könnte.
Moriarty muss sich einer mächtigen Prüfung stellen und erfährt mehr über sich selbst als ihm lieb ist.
Der Schreibstil ist gewohnt flüssig und die Cliffhanger sind gut eingesetzt, so das ich als Leserin gespannt auf Band vierzehn bin. Wieder werden Fragen beantwortet und es ergeben sich neue Handlungsfäden. Für mich ein gelungener Einstieg in die zweite Staffel der Reihe.
Rezensionen von jiskett:
Eine schöne Liebesgeschichte voller Gefühle
Outback Dreams. So weit die Liebe reicht von Sasha Wasley
"Outback Dreams: So weit die Liebe reicht" erzählt eine Liebesgeschichte, die sich in einem entscheidenden Punkt von vielen anderen unterscheidet. Aus der Inhaltsangabe wird ersichtlich, dass die Protagonisten seit ihrer Kindheit beste Freunde sind - wer hier aber eine typische "aus Freunden werden Liebhaber"-Geschichte erwartet, wird vermutlich enttäuscht werden.
Es knistert zwischen den Charakteren, sie verstehen sich wirklich gut und es ist offensichtlich, wie viel sie einander bedeuten, weshalb man sich vorstellen kann, dass sie ein gutes Paar abgeben würden... doch Willow reagiert abweisend, wenn diese Möglichkeit zur Sprache kommt, weil sie keine Beziehung mit Tom beginnen möchte. Das macht die Dynamik zwischen ihnen sehr interessant und komplex.
Ich mochte, wie facettenreich die Freundschaft der beiden dargestellt wurde; die Szenen, in denen man merkt, wie gut sie sich kennen und wie nahe sie sich stehen, waren sehr gelungen und bedeutsam - und die durchaus vorhandenen romantischen Momente wunderschön und emotional. Aufgrund der engen Verbindung zwischen ihnen hofft man als Leser natürlich, dass Willow erkennen wird, wie unglaublich glücklich sie sich machen und dass sie mehr als Freunde sein könnten, aber mir hat auch gefallen, dass die Dynamik nicht immer leicht war. Es gibt Missverständnisse, verletzte Gefühle und durchaus schmerzvolle Auseinandersetzungen, aber dadurch wurde das Buch realistischer und ich mochte, dass Wasley beide Sichtweisen verständlich gemacht hat. Man kann nachvollziehen, wieso Willow auf einer platonischen Beziehung beharrt, doch zugleich ist überzeugend dargestellt, wieso Tom sich Hoffnungen auf mehr macht.
Die Handlung selbst war interessant und ich mochte die Weiterentwicklung der Protagonisten, aber auch der große Fokus auf der Rinderfarm, die Willow leitet, war faszinierend. Ich kenne mich mit dem Thema überhaupt nicht aus, aber die Autorin hat die ganzen Prozesse, die nötig sind, um eine Farm zu betreiben und umzustrukturieren, plausibel und durchaus spannend dargestellt, sodass mich gar nicht gestört hat, dass dieser Aspekt oft im Vordergrund stand, vor allem, da im Zuge dieser Szenen die Charakterisierung der Figuren deutlich wurde. Die Liebesgeschichte leidet keineswegs darunter, dass Willows Entwicklung, das Überwinden der Vergangenheit und die Arbeit auf der Farm so ausgiebig behandelt werden - im Gegenteil wurde sie meiner Meinung nach durch all dies bereichert. Das Buch hat mir sehr gut gefallen und deshalb bekommt es von mir 4 Sterne.










