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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von dorli:

Jahre aus Seide

Jahre aus Seide von Ulrike Renk

Krefeld, Oktober 1926. Die fünfjährige Ruth Meyer wächst wohlbehütet und unbeschwert auf. Ihr Vater Karl ist ein selbstständiger Handlungsreisender, der sich beruflich wie gesellschaftlich etabliert hat und seiner Familie ein sorgloses Leben ermöglicht. Ihre Mutter Martha kümmert sich liebevoll um sie und ihre kleine Schwester Ilse.

Anfang der 1930er Jahre wird die wirtschaftliche Lage immer schlechter, die Regierung instabiler. Während Karl die politische Entwicklung noch als ein Unwetter ansieht, dass hoffentlich schnell vorüberzieht, nehmen Angst und Unsicherheit in der Bevölkerung zu. Die Meyers machen sich jedoch wenig Sorgen, sie sind zwar Juden, aber vor allem sind sie ja Deutsche. Was soll ihnen im eigenen Land schon passieren?

Als Hitler Reichskanzler wird, werden die Veränderungen jedoch immer gravierender. Die Einschränkungen für Juden weiten sich aus, das Leben wird für die Meyers und ihre Freunde kontinuierlich problematischer. Schließlich gerät die ehemals heile Welt der Meyers vollends ins Wanken und plötzlich scheint es zu spät, sich in Sicherheit zu bringen…

Ulrike Renk ist dafür bekannt, dass ihre Romane auf wahren Begebenheiten beruhen. Auch ihre Seidenstadt-Trilogie basiert auf Tatsachen – Ruths Tagebuch sowie von den Nachfahren der Meyers zur Verfügung gestellte Dokumente und Interviews sind Grundlage für diese eindringlich erzählte Familiengeschichte.

Ulrike Renk lässt den Leser sehr intensiv an dem Schicksal der Meyers teilhaben. In diesem ersten Band der Trilogie erzählt die Autorin von den Ereignissen zwischen Oktober 1926 und dem 10. November 1938. Die glückliche Kindheit und Jugend Ruths stehen hier im Mittelpunkt. Die Handlung verläuft ruhig und man kann nicht nur am Alltag der Familie teilhaben, sondern bekommt auch viel Wissenswertes über die jüdischen Traditionen und Bräuche geboten.

Besonders gut gefallen hat mir, wie mitreißend Ulrike Renk das Verhalten der Meyers inmitten der immer aggressiver werdenden Stimmung im Land schildert. Man kann sehr gut nachvollziehen, warum sich die Familie trotz der drohenden Anzeichen relativ sicher fühlte und wieso Karl so lange gezögert hat, bevor er einen Ausreiseantrag gestellt hat.

„Jahre aus Seide“ hat mich durchweg begeistert – eine gelungene Mischung aus wahrer Familiengeschichte und fiktiver Handlung, die den Leser miterleben lässt, wie aus einer gut situierten, fröhlichen Familie nach und nach von Angst und Kummer geplagte Menschen werden. Absolute Leseempfehlung!

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Rezensionen von begine:

Gute Unterhaltung

Das Geheimnis der schwedischen Briefe von Tanja Bern

Tanja Bern schreibt schöne unterhaltsame Liebesromane.

Der neueste Roman „Das Geheimnis der schwedischen Briefe“ spielt 2018 und 1945.
Emilia ist die Ansprechpartnerin ihrer 91jährigen Urgroßmutter Johanna. Die alte Dame erzählt ihre Herkunft und Geheimnisse ihrer Urenkelin, weil sie das vor ihrem Tod noch ins Reine bringen will.

So erfährt Emilia von Johannas Flucht 1945 aus Pommern.
Wir erleben die junge Johanna, ihre Ängste und Verluste auf der Flucht vor den Russen.
Diese Zeit wird oft beschrieben und ich kenne sie von Erzählungen meiner Mutter und Großmutter. Die Autorin erzählt zwar von den Getöteten, aber ohne genau ins Detail zu gehen.
Die Liebesgeschichte zeigt, wie es typisch in den Wirren war.

Dann gibt es noch ein Happy End für Emilia.
Dieses Buch ist ein schöner lockerer interessanter Unterhaltungsroman
Der Stil ist stimmungsvoll und gut zu lesen.

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Rezensionen von KimVi:

Spannende Fortsetzung

Der Verfolger von Katzenbach John

Fünf Jahre ist es her, dass es Dr. Frederick Starks gelungen ist, den von Hass getriebenen Killer, der es sich gemeinsam mit seinen Geschwistern zum Ziel gesetzt hatte, ihn zu jagen und schlussendlich zu töten, bei einem Schusswechsel auszuschalten. Nach all den Jahren beginnt Starks, sich in Sicherheit zu wiegen.

Er gibt die schützende Identität, die er vorsichtshalber angenommen hatte, auf und praktiziert wieder unter eigenem Namen. Doch plötzlich kehrt die Vergangenheit mit enormer Wucht zurück, denn der vermeintlich tote Killer, sitzt eines Abends seelenruhig in Starks Praxis und stellt klar, dass sein damaliger Rachedurst keinesfalls gestillt ist. Um einem sofortigen Tod zu entgehen, bietet der Killer Starks einen Deal an. Denn die Geschwister des Killers werden anonym bedroht und Starks soll dabei helfen, den Unbekannten aufzuspüren.....

"Der Verfolger" ist die Fortsetzung zu "Der Patient". Da John Katzenbach wichtige Hintergrundinformationen aus dem ersten Band in die Handlung einstreut, kann man dem aktuellen Geschehen auch dann mühelos folgen, wenn man "Der Patient" nicht gelesen hat. Um alle Feinheiten des perfiden Spiels wahrzunehmen und auszukosten, empfiehlt sich allerdings die Einhaltung der Reihenfolge.

Der Einstieg in den Psychothriller verläuft eher gemächlich, denn John Katzenbach sorgt zunächst dafür, dass die Erinnerungen an die damaligen Ereignisse aufgefrischt werden. So werden Leser, die den ersten Teil nicht kennen, bzw. bei denen es Jahre her ist, dass sie "Der Patient" gelesen haben, mit nötigen Hintergrundinformationen versorgt. Das ist zwar hilfreich, geht allerdings am Anfang zu Lasten der Spannung. Denn diese baut sich dadurch nur langsam auf.

Doch dann gelingt es dem Autor mühelos, an das spannende Katz- und Mausspiel aus dem ersten Teil anzuknüpfen. Man ist hin- und hergerissen und weiß nicht, was man glauben soll und wem hier eigentlich noch vertraut werden kann. Es kommt zu einigen spannenden Szenen, die dazu führen, dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen mag. Der Schreibstil ist gewohnt flüssig und sehr angenehm lesbar. Man kann sich die beschriebenen Szenen problemlos vorstellen, die Spannung genießen und ganz in die Handlung eintauchen. Zum Ende hin verknüpfen sich alle Handlungsfäden, sodass man das Buch mit einem guten Gefühl zusammenklappen kann.

Ich habe vor einigen Jahren bereits "Der Patient" gelesen. Da ich im Jahr unzählige Thriller verschlinge, waren meine Erinnerungen an die damaligen Ereignisse nicht mehr ganz so gut, doch durch die eingestreuten Hintergrundinformationen wurden diese aufgefrischt, sodass ich der Handlung problemlos folgen konnte. Am Anfang fehlte mir ein wenig die Spannung, doch das hat sich dann zum Glück schnell geändert, sodass ich das Katz- und Mausspiel wieder genießen konnte.

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Rezensionen von skiaddict7:

Ein schönes, inspirierendes Buch für junge Mädchen

Good Night Stories for Rebel Girls.Bd.2 von Elena Favilli; Francesca Cavallo

Dies ist kein Buch, das man einfach von vorne bis hinten durchliest. Jede linke Seite enthält eine Geschichte zu einer besonderen Frau, rechts ist ein Bild derjenigen. Der Text ist stets eine Seite lang und beginnt mit „es war einmal…“ was dem Ganzen ein bisschen den Charakter eines Märchenbuches gibt.

Die Bilder sind künstlerisch gestaltet und wirklich besonders. Es ist ein perfektes Buch, um Mädchen oder auch Jungs am Abend ein bis zwei der Geschichten daraus vorzulesen. Wenn eine Person einen mehr inspiriert könnte man sich dann auch in deren Geschichte mit anderen Büchern oder Ressourcen mehr vertiefen. Die Frauen sind bunt gemischt von Wissenschaftlerinnen, Künstlerinnen und politisch aktiven Frauen. Allen gemeinsam: es sind starke, inspirierende Frauen, von denen wir lernen können und sollten!
Ein tolles, wirklich inspirierendes Gute-Nacht-Geschichten-Buch für Jung und Alt.

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Rezensionen von LEXI:

Meisterwerke – geschaffen nach Gottes Plan

Das Meisterwerk von Francine Rivers

„Ich will mehr vom Leben. Ich will das, was Sie haben und was Ihnen offensichtlich dabei hilft, Dinge zu sehen, die ich nicht sehen kann.“

Der vierunddreißigjährige Roman Velasco lebt auf der Sonnenseite des Lebens. Als erfolgreicher und gefeierter Künstler, für den Geld keine Rolle spielt, müsste er im Grunde rundum glücklich und zufrieden sein.

Doch der attraktive Junggeselle bewahrt ein dunkles Geheimnis, er wird von Albträumen gequält, ist unzufrieden, frustriert und launisch. Roman hält nichts von Regeln und versteckt sich hinter seinem Zorn. Er ist ein Getriebener, innerlich zerfressen, fühlt eine große Leere in sich.

Grace Moore, alleinerziehende Mutter eines kleinen Sohnes, ergreift die Chance, als Romans neue Assistentin endlich auf eigenen Füßen stehen und selber für sich und ihren Sohn Sam sorgen zu können. Die attraktive und einfühlsame Frau überzeugt durch ihre offene und vertrauenswürdige Art, sie erledigt ihre Arbeit ruhig und zuverlässig. Grace wird von ihrem Glauben an Gott getragen und spricht mit großer Offenheit darüber.

Die beiden Protagonisten dieses Buches wirken zunächst konträr, haben jedoch eines gemeinsam: ihre von Angst und Verletzungen geprägte lieblose Kindheit wird von traumatischen Erlebnissen überschattet, die sie bis zum heutigen Tage nicht aufarbeiten konnten. Während Grace Trost und Halt im Glauben fand, errichtete Roman hohe Mauern um sein Inneres. Er lässt keine Vertrautheit und Nähe zu und seine Erfahrungen lehrten ihn, dass Liebe stets mit Verlust und Schmerzen verbunden ist. Erst ein dramatischer Vorfall in Graces Beisein führt zu einer großen Wende in Romans Leben.

Die christliche Bestsellerautorin Francine Rivers rückt auf knapp sechshundert Buchseiten die Bewältigung von Kindheitstraumata, die Macht der Vergebung und den Glauben an Gott in den Mittelpunkt der Handlung. Ihre erstklassig ausgearbeiteten und liebevoll gezeichneten Charaktere punkten durch hohe Authentizität. Der Entwicklungsprozess von Grace und Roman wird detailliert beschrieben und ihre innere Wandlung im Verlauf des Buches sehr überzeugend dargestellt. Die Autorin lässt den Leser an den Gedanken ihrer Protagonisten teilhaben, sie wurden im Buch in kursiver Schrift dargestellt. Francine Rivers arbeitet zudem mit vielen Rückblenden, um dem Leser nähere Einblicke über die Vergangenheit zu ermöglichen. Darüber hinaus präsentiert sie überzeugend ausgearbeitete Nebenfiguren, die mir sofort ans Herz gewachsen sind. Das Ehepaar Masterson sowie Jasper Hawley wurden zu wichtigen Bezugspersonen für Roman Valesco, während ihre drei Freundinnen Shanice, Ashley und Nicole einen wichtigen Anker in Graces Leben darstellten. Besonders hervorheben möchte ich den bodenständigen Jugendpastor Brian Henley, der allen Menschen mit Liebe und Respekt begegnet, ihnen voller Mitgefühl und ohne jegliche Vorurteile oder Verurteilung zuhört und hilft. Der tief gläubige Mann hat mich durch seine umsichtige und kluge Art und seinen Umgang mit seinen Mitmenschen beeindruckt. Ich kann nicht umhin, Graces Ex-Ehemann Patrick als meinen ganz persönlichen Antagonisten anzuführen – sein Charakter und sein Verhalten haben starke – und keineswegs positive - Emotionen während der Lektüre erzeugt. Graces Tante Elizabeth war ein Charakter, den ich lange nicht einschätzen konnte sie durchlebte abgesehen von den Protagonisten dieses Buches wohl die größte Wandlung.

Die Handlung dieses Buches wird von der Entwicklung ihrer Figuren getragen, die vielschichtig und tiefgründig dargestellt sind. Francine Rivers kommt mühelos ohne große Spannungsmomente aus und glänzt durch einen von detaillierten Beschreibungen und tiefen Emotionen getragenen Schreibstil sowie einer bildhaften und wunderschönen Sprache. Die Umsetzung ihrer Geschichte ist ihr aus meiner Sicht ausgezeichnet gelungen.

Francine Rivers wurde im Verlauf der letzten Jahre zu meiner favorisierten Autorin im Bereich der christlichen Romane und zeichnet sich durch den hohen Stellenwert des Glaubens in ihren Büchern aus. Ich schätze ihre Bücher über alle Maßen, habe mich auch bei dieser Neuerscheinung emotional stark auf die Figuren einlassen können, wurde tief in die Handlung einbezogen und durfte diese Lektüre in vollen Zügen genießen. Francine Rivers tiefe Einsichten und Lebensweisheiten wurden gemeinsam mit den Grundwerten des Christlichen Glaubens zu einem wundervollen Ganzen verwoben. Ich empfand „Das Meisterwerk“ als ein sehr tiefgründiges und herzergreifendes Lesehighlight, das ich nur zu gerne weiterempfehle.

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Rezensionen von Sikal:

Plus zwei Grad von Helga Kromp-Kolb; Herbert Formayer

Ein wichtiges Thema für alle

Gerade weil sich auch Politiker zu so manch unüberlegter Aussage hinreißen lassen, viele Menschen denken, dass es nur für die anderen gilt und Österreich quasi eine „Insel der Seligen“ bildet, ist dieses Buch wichtig und sollte für alle zur Pflichtlektüre werden.

Der Klimawandel ist präsent, ja, es gibt ihn und er kann auch nicht wegdiskutiert werden.

Die Autoren Helga Kromp-Kolb sowie Herbert Formayer, beide Meteorologen und Klimaforscher, haben mit diesem Buch die wichtigsten Punkte strukturiert und für den Laien verständlich zusammengefasst. Ohne mit erhobenem Zeigefinger auf Verursacher zu zeigen, schildern sie Fakten, Auswirkungen, aber auch Lösungsansätze. Sie widerlegen so manchen Mythos, hinterfragen Ursachen, stellen Zusammenhänge her und zeigen immer wieder auf: Es betrifft uns alle!

Das Buch ist klar strukturiert, hat kurze Kapitel, die mit Studienergebnissen, Grafiken ergänzt werden und zusätzlich kann man noch „Mehr erfahren“ in hervorgehobenen Kästchen, die so manche Zusatzinformation parat haben. Nicht nur die Klimaveränderungen der letzten Jahrzehnte, das Kyotoprotokoll und das Pariser Abkommen werden ausführlich behandelt, auch Österreich als Musterland? sowie der Zusammenhang zwischen Hunger, Migration und dem Klimawandel wird hergestellt. Was jeder einzelne tun kann, um entgegenzusteuern wird ebenso thematisiert wie die Verpflichtung, unseren Enkeln gegenüber – auch sie sollen noch auf einem lebenswerten Planeten leben können. Doch es werden auch sehr viele positive Beispiele genannt und besondere Aktivitäten hervorgehoben.

Ein Buch, das zum Nachdenken anregt, auch den eigenen Lebensstil zu überdenken. Ich für meinen Teil konnte mich bei den Lösungsvorschlägen einige Male wiederfinden – wir versuchen regionale Produkte zu kaufen, zum Großteil in Bioqualität, weniger Fleisch zu essen, fahren mit einem Elektroauto und haben eine Photovoltaik-Anlage … doch es gibt immer was zu tun und darum halte ich mich an das letzte Kapitel des Buches, welches treffend verlautet: „Meine Enkerl sollen stolz auf mich sein!“

Das Buch empfehle ich sehr gerne weiter und vergebe 5 wichtige Sterne.

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Rezensionen von heinoko:

Sensibel und brutal gleichermaßen

Stella von Würger Takis


Als ich Takis Würger bei einer Lesung seines ersten Buches Der Club beobachten konnte, erschien er mir seltsam zwiegespalten. Einerseits unerfahren, unsicher, fast ein wenig linkisch, auf der anderen Seite auf eine vornehm-sichere und privilegierte Weise von sich überzeugt. Und ebenso zwiegespalten erscheint mir das vorliegende Buch: sowohl leise-vorsichtig, scheu, als auch von einer inhaltlichen und sprachlichen Wucht, wie sie kaum zu ertragen ist.

Der Klappentext lässt uns nur Fakten wissen: „Es ist 1942. Friedrich, ein stiller junger Mann, kommt vom Genfer See nach Berlin. In einer Kunstschule trifft er Kristin. Sie nimmt Friedrich mit in die geheimen Jazzclubs. Sie trinkt Kognak mit ihm und gibt ihm seinen ersten Kuss. Bei ihr kann er sich einbilden, der Krieg sei weit weg. Eines Morgens klopft Kristin an seine Tür, verletzt, mit Striemen im Gesicht: "Ich habe dir nicht die Wahrheit gesagt." Sie heißt Stella und ist Jüdin. Die Gestapo hat sie enttarnt und zwingt sie zu einem unmenschlichen Pakt.“ Was im Klappentext jedoch fehlt, ist für mich ein entscheidender Teil der Geschichte. Denn Friedrich war nicht immer so still gewesen. Seine Vorgeschichte, wie und warum es zu seiner entstellenden Gesichtsverletzung kam, wie er dadurch die Liebe seiner Mutter und noch viel mehr verlor, das ist aus meiner Sicht die Grundlage des Buches, denn es steht Friedrich im Mittelpunkt, nicht Stella. Es wird mit den Augen Friedrichs das Geschehen, sowohl das politische als auch das individuelle, beobachtet, und für den Leser wird nachvollziehbar, weshalb Friedrich eher passiv und leidend geschehen lässt, was geschieht. Seine bedürftige, obsessive Liebe zu Stella verschließt ihm die Augen vor den Wahrheiten um ihn herum.
Die Erzählweise ist besonders. Schlichte Wörter, schlichte Sätze, und dabei eine so dichte Atmosphäre schaffend und so treffgenau, wie es manch einem Autor mit vielen Wörtern und langen Sätzen nicht gelingt. „Berlin ist ein Ort, an dem sogar Friseure sagen, was sie denken.“ An anderen Stellen knallen dem Leser die kurzen Sätze nur so um die Ohren, dass man sich ducken möchte vor den Bildern, die angeschossen kommen. Ein Buch, sensibel und brutal gleichermaßen, Fakten und Fiktion genial vermischend. Ein großes Buch.

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Rezensionen von kkarin:

Mann oh Mann: was für eine geniale Sammlung inspirierender Frauen-Portraits!

Good Night Stories for Rebel Girls.Bd.2 von Elena Favilli; Francesca Cavallo

Ich hatte zwar schon zuvor Lobeshymnen auf „Good Night Stories for Rebel Girls 1“ gehört und gelesen, kam aber erst mit Band 2 in den Genuss, jeweils auf der linken Buchseite die Erfolgsgeschichte einer Frau zu lesen, welche die gängigen gesellschaftlichen Konventionen ihrer jeweiligen Zeit gesprengt, an sich und ihr Vorhaben geglaubt und es konsequent verfolgt hat.

Äußerst erfrischend dabei ist der Mix an Frauen aus unterschiedlichsten Epochen, geographischen und gesellschaftlichen Schichten, beruflichen Betätigungsfeldern - von (Friedens-)Aktivistinnen, Menschenrechtlerinnen und Wissenschaftlerinnen bis hin zu Künstlerinnen, Sportlerinnen oder gar einer Skateboarderin bzw. einer Pfadfinderin - und unterschiedlichem heutigen Bekanntheitsgrad.

Jede (!) der Frauen bzw. Stories überzeugt für sich und wird optisch durch eine jeweils auf der rechten Buchseite befindliche äußerst ansprechende und/oder eindrückliche Illustration – von 50 auf der gesamten Welt wohnhaften/tätigen Illustratorinnen – gewürdigt.

Neben dem Mut, Kraft und der Hartnäckigkeit der Frauen sind es auch die Vielzahl an starken Vätern, Ehemännern oder Wegbegleitern, die in den Geschichten vorkommen, die aufzeigen, dass Gleichberechtigung und die Unterstützung weiblichen Empowerments für alle – unabhängig vom Geschlecht – einen unbezahlbaren (regionalen/weltweiten gesellschaftlichen) Mehrwert schafft.

Ein RIESEN Dankeschön an die Protagonistinnen für ihre Vorreiterinnen-Funktion, an Francesca Cavallo, Elena Favilli und die gesamte Timbuktu-Family für diese Buch-Reihe, die hoffentlich noch viele Fortsetzungen finden wird, sowie an alle Rebellinnen und Rebellen, die mittels Crowdfunding die Realisierung ermöglichten/beschleunigten.

Meinerseits gibt es eine klare Leseempfehlung für jedermann/-frau jeden Alters, sich mit einer Dosis „Rebel-Girls-Power“ zu stärken!

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Rezensionen von BarbaraM:

Ein wunderbares Weihnachts-Leseabenteuer!

Good Night Stories for Rebel Girls.Bd.2 von Elena Favilli; Francesca Cavallo

Weihnachten steht vor der Tür und Familie Bollermann, die aus Papa-Chef und Mami und den fünf Kindern Leni, Leo, Lukas, Lischen und Mopse besteht, bereit sich darauf vor. So wird ein toller Klopapierrollenadventskalender gebastelt, es wird gebacken, gesungen und allerhand, mehr, um sich auf auf den Heiligen Abend vorbereitet.

Der Weihnachtsabend wird dann ganz stimmungsvoll mit einem Krippenspiel und im engen Familienkreis gefeiert. Bis zum fröhlichen Silvesterabend geht es dann auch noch nach draußen in den Schnee und natürlich mit den Schlittschuhen aufs Eis. Es ist einfach wunderbar, mit der Familie Bollermann durch die Adventszeit und noch etwas darüber hinaus zu gehen.
Hier ist einfach immer etwas los und als Leser ist man mittendrin!

Mit ihrem Band „Familie Bollermann feiert Weihnachten“ ist Lena Maria Wandzioch ein wunderbares stimmungsvolles und lesenswertes Abenteuer gelungen, das 2018 erschienen ist und knappe 90 Seiten umfasst.
Das Buch ist fünf Geschichten gegliedert und in einfach gehaltener Sprache zu lesen. Also absolut für Kinder geeignet.
Die Handlung ist in sich stimmig und lädt zum Mitfreuen und -fiebern ein.
Wir haben die einzelnen Charaktere sofort ins Herz geschlossen und freuen uns schon sehr auf einen nächsten Band.
Passend zur Geschichte sind immer wieder wunderschöne, detailreiche und auch lustige bunte Zeichnungen ebenfalls von Lena Maria Wandzioch zu finden.

Fazit: Wir sprechen eine absolute Kaufempfehlung aus für Jungen und Mädchen ab 6-7 Jahren, die ein herzliches und lustiges Weihnachtabenteuer mit der Familie Bollermann erleben wollen. Man merkt der Geschichte an, dass sie mit ganz viel Herzblut geschrieben wurde.
Lesespaß ist hier 100%ig garantiert.

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Rezensionen von liesmal:

Die zwei Seiten einer Katastrophe

Kascha und der große Schnee von Anne C. Voorhoeve

Die zwölfjährige Kascha gehört zu einer Sinti-Familie, die in einem kleinen einsamen Dorf an der Küste lebt. Von den anderen Dorfbewohnern werden sie abgelehnt und auch in der Schule will niemand etwas mit ihnen zu tun haben. Doch das ist nicht Kaschas einziges Problem: Ihre große Schwester will heimlich von zu Hause fort und ihr geliebter Puro, der Großvater, ist sehr krank.

Mit der Schneekatastrophe, die im Winter 1978 über Norddeutschland hereinbricht, kommt Veränderung ins Leben der Dorfbewohner. In Notsituationen hält man zusammen!
Obwohl sie von sämtlichen Nachbarn bisher gemieden wurden, waren Kascha und ihre Familie diejenigen, die sofort bereit waren Nachbarschaftshilfe zu leisten. Hier gefällt mir besonders, wie sie die Kühe gemolken haben; und ebenfalls die „Rettung“ von Hugenmüller. Auch Kaschas Mutter hat sich etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Es war sicher für die Nachbarn nicht einfach, die Hilfe der Menschen anzunehmen, denen sie so feindlich gegenübergestanden haben.
Kascha ist ein sehr liebenswertes Mädchen, auch wenn sie manchmal gemein sein kann oder zumindest ziemlich direkt. Herrlich, wenn auch nicht immer lustig, ist das Verhältnis zwischen Kascha und ihrer Cousine Bettina – eine Bereicherung für die Geschichte.
Das Buch erzählt viel aus dem Leben und den Traditionen der Sinti. Schon allein deswegen ist es für mich ein richtiger Schatz. Ein eindrucksvoller Schreibstil, in dem das Herz der Autorin mitschwingt, bietet ganz viele Gelegenheiten zum Nachdenken, es gibt Trauriges, aber auch Fröhliches.
Qualle und seine Geschichte haben mich sehr berührt und ich mag es, dass Krankheit, Tod und Trauer auch ihren Raum bekommen haben.
Dieses Buch, das ich gern einfach noch weitergelesen hätte, hat mich besonders bewegt. Ich empfehle es unbedingt und wünsche mir, dass ganz viele Menschen diesen Schatz für sich entdecken.

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