Kunden em pfehlungen
Rezensionen von heinoko:
Verspricht viel, ohne es zu halten
Die Plotter von Un-Su Kim
Das Gute zuerst: Die Buchgestaltung ist ein absoluter Blickfang! Auf dem Cover sieht man eine weiße Pompondahlie auf schwarzem Grund, ein Bild, das Reinheit suggeriert. Jedoch diese Reinheit wird zerstört, indem das gesamte Buch einschließlich Cover und Seitenschnitt dicht übersät ist mit leuchtend roten Blutspritzern.
Perfekter gestalterischer Einstieg also für einen Thriller.
Für den Inhalt bemühe ich ausnahmsweise den Klappentext: Raeseng ist Killer von Beruf, seit ihn Old Raccoon als Kind bei sich aufnahm und ausbildete. Aufgewachsen an einem geheimen Rückzugsort in Seoul, einer Bibliothek voller alter Bücher, gehört er zur Killer-Elite Koreas. Denn Old Raccoon ist ein Plotter. Als Kopf der Organisation »Library of Dogs« hat er seit Jahrzehnten alle politisch gewollten Exekutionen in Korea geplant. Doch als die Macht der Diktatur schwindet, gerät auch der Einfluss der Plotter ins Wanken – und eine neue Generation beginnt, ihr eigenes tödliches Netzwerk aufzuziehen. Als Raeseng vom Plan der Plotter bei der Ausführung eines Auftrags abweicht, geraten die Dinge außer Kontrolle – und Raeseng rückt selbst an die erste Stelle der Todesliste …
Die Leseprobe, der Einstieg ins Buch, hatte mich fasziniert. Die Schreibweise wirkte auf mich ruhig und intensiv und dadurch sehr, sehr eindringlich. Allein schon die Walgeschichte, die in der Leseprobe erzählt wird, lässt den Leser nicht mehr los. Tja, das war es aber dann auch. Je weiter ich las, desto mehr verlor ich das Interesse. Ich empfand das Buch zunehmend als langweilig, schleppend – und am Ende fragte ich mich, was das ganze Buch eigentlich soll. Auch der Schreibstil, der mich zu Beginn des Buches so fasziniert hatte, verlor im weiteren Verlauf zunehmend an Intensität, wirkte teilweise fast holprig. Mag sein, dass ich aufgrund meiner mangelnden Kenntnis, Südkorea betreffend, den Sinn des Buches nicht verstehe. Vielleicht liest jemand mit entsprechendem politischen Hintergrundwissen das Buch mit mehr Gewinn. Wie auch immer - als Thriller würde ich das Buch nicht bezeichnen. Damit weckt man, wie ich glaube, völlig falsche Erwartungen.
Rezensionen von TanyBee:
Wunderwunderschön
Die Schneeschwester von Maja Lunde
Julian ist fast 10, an Weihnachten hat er Geburtstag und es sind nur noch wenige Tage bis dahin. Doch dieses Jahr ist alles anders, nichts ist weihnachtlich bei ihm zu Hause, es gibt kein bisschen Freude im Haus. Denn es wird das erste Weihnachten ohne seine Schwester sein, die gestorben ist. Doch dann tritt Hedvig in sein Leben, mit ihrem breiten Lachen und ihrer Lebensfreude.
Was für ein wunderwunderschönes Buch! Sowohl die Geschichte, als auch die Illustrationen sind herzberührend und magisch. Ich habe mich auf jedes einzelne Umblättern gefreut und war gespannt, was mich dort erwartet. Ich glaube nicht, dass es möglich gewesen wäre, bessere Illustrationen zu erschaffen. Sie sind nicht nur wunderschön, sondern sie vermitteln die Emotionen perfekt. Julians Eltern sind verständlicherweise sehr traurig. Er nennt sie "Elternkopien", da sie aussehen wie seine Eltern, aber sich kein bisschen so benehmen. Wenn man die Bilder der Eltern anschaut, kann man diese Traurigkeit förmlich in sich spüren. Und genauso sprühen die schönen Bilder vor Freude oder vor Gemütlichkeit. Und nicht nur die Bilder wecken Emotionen, auch die Geschichte. Ein paar Tränen haben sich beim Lesen in meine Augen geschlichen.
Das ganze Buch ist so liebevoll gestaltet. Der Einband hat sogar einen Hauch Glitzer. Das Buch ist einfach ein Gesamtkunstwerk. Die Geschichte ist einerseits sehr traurig, aber andererseits auch so voller Hoffnung und Freude. Sie berührt den Leser. Ein Weihnachtsmärchen für Erwachsene. Genau richtig.
Rezensionen von LadyIceTea:
Konnte mich wirklich überzeugen
Thug von Sarah Saxx
Thug ist in allen Belangen ungebunden. Er bevorzugt unverbindlichen Sex und bleibt auch bei seinen Drogengeschäften lieber sein eigener Boss. Denn dass Abhängigkeit zum Tod führen kann, hat er oft genug bei Junkies erlebt. Aber da ist diese Frau, die weder aus seinem Kopf noch aus seinem Leben verschwindet.
Sie will ihn ködern, von seinen beruflichen Erfahrungen profitieren, ihn an sich binden – und Thug tut alles, um das zu verhindern. Gegen manche Kräfte ist jedoch auch er machtlos …
Viel zu früh und unvorbereitet übernimmt Jane die Geschäfte ihres verstorbenen Vaters. Sie ist gezwungen, sich in einer Männerdomäne zu behaupten, der sie vor Jahren den Rücken gekehrt hat. Den Respekt ihrer Feinde muss sie sich hart erkämpfen, das Vertrauen von Verbündeten verdienen. Doch auf welcher Seite steht Thug, der sich mit aller Macht gegen den Verlust seiner Unabhängigkeit wehrt, obwohl er bereits ihren Körper besessen hat und nun auch noch dabei ist, in ihr Herz vorzudringen …?
Dies ist mein erstes Buch von Sarah Saxx. Neugierig bin ich durch den Klappentext und das Cover geworden. Der Typ auf dem Bild ist ja wirklich mal heiß!
Der Klappentext hat mich neugierig gemacht, weil dieses ganze Drogenthema, gepaart mit einer Frau in Machtposition und Erotik neu für mich war. Ich wollte wissen, wie die Autorin das umgesetzt hat.
Mir fiel direkt positiv auf, dass man die Bücher wirklich unabhängig voneinander lesen kann. Man merkt zwar, dass vorher schon einiges passiert ist aber die Sachen werden dem Leser knapp aber ausreichend erläutert, so dass ich nicht das Gefühl hatte, etwas verpasst zu haben.
Die Figuren in dem Buch haben mir alle gut gefallen. Klar sind da einige Stereotype bei aber die gehören irgendwie dazu. Jane war mir nicht sofort sympathisch, da ich auch nicht wirklich einschätzen konnte, was wirklich ihr Plan ist und wie sie tickt. Anders Thug. Auch wenn ich auf den ersten Seiten einen etwas prolligen Eindruck von ihm hatte, habe ich ihn recht schnell liebgewonnen und den Eindruck revidiert. Er war das ganze Buch über mein Lieblingscharakter.
Die Geschichte fängt sehr interessant an und führt gut in dieses Thema ein. Man lernt Janes und Thugs Rollen kennen und wie der Hase in dem Business so läuft. Nach etwa der Hälfte wird es richtig spannend und auch wenn man ahnen konnte, welche Knaller da noch kommen, habe ich es bis zum Schluss mit Spannung gelesen.
Die Geschichte hat mir mit all ihren Facetten gut gefallen und auch den Schreibstil fand ich super. Ich werde die anderen beiden Bücher auf jeden Fall ebenfalls lesen.
Rezensionen von liesmal:
Glück auf Gut Fennhusen
Das Fest der kleinen Wunder von Ulrike Renk
Die Erzählung aus dem Jahr 1925 auf Gut Fennhusen in Ostpreußen beginnt mit dem Erntefest, in das der Leser sofort mitgenommen wird. Eine große Familie lebt auf Fennhusen – und es gibt eine große Zahl an Angestellten. Mehrmals im Jahr werden riesige Feste gefeiert, gemeinsam mit Familie, Nachbarn und Freunden.
Man spürt ein liebevolles Miteinander – nicht nur in der Familie, sondern auch im Umgang mit den Angestellten. Allerdings gibt es auch weniger schöne Dinge, die angesprochen und „bearbeitet“ werden müssen.
Besonders gefällt mir die warmherzige 16-jährige Frederike. Als älteste Tochter ist sie immer für ihre Geschwister da. Nicht selten hilft sie ihrem Bruder Fritz aus dem Schlamassel heraus, in den er sich immer wieder bringt. Dann ist da noch Caramell, das Pferd, das scheinbar den Teufel im Leib hat, für das sich Frederike mit all ihrer Kraft einsetzt.
Das Cover mit der winterlichen Landschaft, den Pferden und der jungen Frau führt den Leser neugierig in die Geschichte ein und lässt Bilder im Kopf entstehen. Eine bezaubernde Geschichte, die wunderschön in die Weihnachtszeit passt.
Für mich wird dieses Buch, das erste von Ulrike Renk, das ich gelesen habe, wohl nicht das letzte. Gern empfehle ich es weiter.
Rezensionen von LEXI:
Aufgeben ist keine Option
Hoffnungsschimmer in Trümmern von Pia Wunder
Aufgeben ist keine Option
Niemals, unter keinen Umständen, die Hoffnung aufzugeben, ist das Lebensmotto von Grete aus Posen. Dieser felsenfesten Überzeugung ist es zu verdanken, dass die starke und tapfere junge Frau all ihren Mut zusammennahm und sich mit ihrer kleinen Tochter Ilse auf den gefährlichen Weg in die Freiheit aufmachte.
Im vorliegenden Roman erzählt die Autorin Pia Wunder die tief bewegende Geschichte ihrer Großmutter. Sie beginnt dabei mit den Ereignissen im Jahre 1942 in Posen, wo die ledige junge Grete ein kleines Mädchen zur Welt brachte. Da ihr Verlobter kurz vor der geplanten Hochzeit an die Front versetzt wurde und ihre Familie weit entfernt von ihr lebt, ist Grete völlig auf sich alleine gestellt. Doch mit ihrem unglaublichen Mut und Überlebenswillen sowie einer felsenfesten Hoffnung auf ein glückliches Leben mit ihrem geliebten Ludwig nach Kriegsende schafft sie es, nach einer dramatischen Flucht die Reise voller Gefahren und Hindernisse in die Freiheit mit ihrer kleinen Tochter anzutreten.
Pia Wunder hat mich mit ihrer biografischen Erzählung über die Geschicke ihrer Großmutter Grete und ihrer Mutter Ilse tief beeindruckt. Die Kriegsereignisse und deren furchtbare Auswirkungen auf die Bevölkerung als stete Rahmenhandlung vor Augen zeichnet sie ein anschauliches Bild dieser beiden starken Frauen, erlaubt dem Leser auch Einblicke in deren Gefühls- und Gedankenwelt. Grete brachte ihrer Tochter bei, niemals über ihr Schicksal zu hadern, sondern vielmehr stets dankbar dafür zu sein, was sie hat. Sie ermöglichte Ilse als ledige und alleinstehende Mutter trotz aller Armut und Einschränkungen ein Aufwachsen in einem liebevollen Zuhause voller Wärme und Glück. Jenes Glück, welches diese bewundernswerte Frau in den kleinsten Dingen fand, eine Lebenseinstellung, die sie auch ihrer Tochter vermittelte.
Der einnehmende und flüssige Schreibstil sowie die Neugier auf den Fortgang dieser Schicksale brachten mich dazu, das Buch nicht mehr aus der Hand zu legen. „Hoffnungsschimmer in Trümmern“ war eine Lektüre, die mich stark bewegt und sehr nachdenklich zurückgelassen hat. Ich finde es großartig, dass Pia Wunder mit diesem Buch dafür sorgte, die Geschichte ihrer beiden mutigen Vorfahren auch für die Nachwelt zu erhalten und sie es ihren Lesern darüber hinaus auch gestattete, durch ihr Buch ebenfalls Anteil an den damaligen Ereignissen zu nehmen.
FAZIT: Absolut lesenswert, unglaublich berührend und mit ihrem Porträt dieser beiden starken Frauen darüber hinaus auch sehr überzeugend!
Rezensionen von thora01:
Die Klausen sind los - spannender Krimi
Klausentod von Nicki Fleischer
Inhalt/Klappentext:
Von wegen Besinnlichkeit...
Gerade Vater geworden hat PHK (Polizeihauptkommissar) Egi Huber eigentlich ganz andere Dinge im Kopf als die verbrecherischen Machenschaften im Allgäu. Und Zeit hat er für solchen Unfug sowieso nicht, es ist schließlich bald Weihnachten. Wie alle Oberstdorfer will er sich auch dieses Jahr das Klausentreiben nicht entgehen lassen.
Blöd nur, dass nach dem Schabernack einer der verkleideten Männer samt Klausenkostüm tot im Brunnen liegt. Direkt vor Egis Nase! Und schon hat der PHK wider Willen nicht nur einen Mordfall, sondern auch wieder die Kripo Kempten am Hals. A Graus is des! Egi stürzt sich wie immer halbwegs motiviert in die Ermittlungen. Bald wird klar, dass sowohl Opfer als auch Täter unter den vielen verkleideten Klausen zu suchen sein müssen, aber auch, dass kein Klaus im richtigen Kostüm steckte. Egi ahnt, das wird sein härtester Fall…
(Quelle: Midnight)
Meine Meinung:
Sehr spannender und undurchsichtiger Kriminalfall. Ich war sofort fasziniert von der Geschichte und der besonderen Umgebung. Der Schreibstil gefällt mir auch sehr gut. Ich liebe die Dialektabschnitte in der Geschichte. Ich musste öfters über die Ausdrucksweise von Egi und den Oberstdorfer schmunzeln. Die Protagonisten sind mir sehr sympathisch. Ganz besonders gefällt mir Egi. Er wirkt auf mich ein wenig schrullig und dennoch sehr liebenswert mit dem ganz besonderen Durchblick. Egi lässt nichts auf seine Dörfler kommen. Er versucht sein Bestes um den Fall zu lösen und den Täter dingsfest zu machen. Die Kollegen von außerhalb haben ihre Mühe mit den oberstdorfer Ermittlern. Die Story ist sehr verwirrend und der Leser hat Mühe mit den Gedanken und Überlegungen von den Ermittlern mitzukommen. Ich fand es sehr spannend wie Egi in diesem Fall agiert hat. Der Abschluss war sehr spannend und richtig actionreich. Ganz besonders hat mir an diesem Ende gefallen, das die beiden Gruppierungen ungewollt sehr gut zusammengearbeitet haben.
Mein Fazit:
Sehr spannender und interessanter Krimi. Die Geschichte ist etwas eigen und ich musste erst in die Welt von Egi hineinfinden. Nach den anfänglichen Schwierigkeiten konnte mich das Buch überzeugen.
Rezensionen von Furbaby_Mom:
Gelungener Debütroman, unterhaltsam und amüsant
Wir zwei auf Wolke sieben von Rauter Anja
Für Lea kommt es knüppeldick: nicht nur, dass ihr Freund Sebastian sie nach 2 Jahren Beziehung völlig überraschend verlassen hat – er hat auch ihr Sparkonto leergeräumt und sie damit ohne finanzielle Rücklagen in einer völlig überteuerten Wohnung zurückgelassen. Aber Lea ist nicht die Einzige, die vor vollendete Tatsachen gestellt worden ist: Sebastians launischer dicker Kater Van Gogh ist ebenfalls ein Opfer der Trennung geworden; Lea hat das rothaarige Fellmonster sozusagen als Abschiedsgeschenk vererbt bekommen.
Dank ihren fürsorglichen besten Freunden (- der stets pragmatischen und toughen Schönheit Su und dem leicht hysterischen, aber herzlichen Paradiesvogel Armin -) hat Lea keine Gelegenheit, in Selbstmitleid zu zerfließen; stattdessen landet sie sogar einen neuen Job beim Magazin SoYou, wo sie fortan als Beauty Queen wider Willen für die weibliche Leserschaft die neuesten Schönheitstrends und -behandlungen in den angesagtesten Metropolen (London, Paris, Wien) testen soll…ein prall gefülltes Spesenkonto für Sonderausgaben inklusive. Für viele Frauen wäre dies der Traumjob schlechthin, doch Lea sieht ihre neue Tätigkeit eher als vorrübergehende Notlösung – schließlich muss die Miete gezahlt und der dauerhungrige Kater gefüttert werden. Schneller als ihr lieb ist, stolpert Lea - nun topgestylt - durch die europäischen Großstädte und von einer Katastrophe in die nächste, lässt Anti-Falten-Treatments und Hornhaut-knabbernde Fischchen über sich ergehen, wird mit einer lebensverändernden Frisur zwangsbeglückt und um ihre "Hängebäckchen" erleichtert. Auf ihrer beruflichen Reise zum besseren, schöneren Ich begegnet sie dem legendären Beautyguru Sacha, wird von einem persönlichen Fitness-Coach zu Höchstform gedrillt und von einem Profi-Visagisten in jeglicher Hinsicht gerettet. Als wäre dieser neue Lebenswandel nicht stressig genug, naht bereits die nächste Hiobsbotschaft: Möchtegern-Künstler Sebastian geht mit einer Ausstellung auf Europa-Tournee, die ein sehr privates Aktfoto von Lea beinhaltet… Das geht entschieden zu weit! Lea weiß nicht, wie es mit ihr und Sebastian weitergehen soll – ob sie ihm je verzeihen wird, aber feststeht: sie muss ihn zur Rede stellen!
Anja Rauter ist ein bezaubernd-berauschender, luftig-leichter, spritzig-witziger Debütroman gelungen, der mich häufig zum Schmunzeln gebracht hat. Wir erleben, wie die sympathische, leicht naive Chaos-Queen Lea in ihrem größten Schmerz von ihren besten Freunden aufgefangen und aufgepäppelt wird, dank ihrem neuen Beruf zu mehr Selbstsicherheit findet und sich zu einer starken, selbstbestimmten jungen Frau mausert. Leas Gedanken und Gefühle werden stets nachvollziehbar und humorvoll beschrieben, man muss sie einfach mögen! Die Redewendung "Schmetterlinge im Bauch" wurde hier durch die niedliche Formulierung "Meerschweinchen im Magen" ersetzt; überhaupt ist der flüssige, durchgehend amüsante Schreibstil wunderbar kreativ und originell. Dies setzt sich auch bei den Kapitelüberschriften fort ("Rosa Racheschweinchen", "Schlumpfblaue Träume", etc.) sowie bei dem ulkigen Spitznamen "Mehlwurm", den Sebastian aufgrund seines blass-bleichen nordischen Teints von Su und Armin verpasst bekommen hat. Die Städtereisen werden detailliert geschildert und lesen sich wie ein kleiner Reisebericht an sich. Ein klitzekleines Sternchen Abzug gibt es für die an manchen Stellen teilweise überzogene, zu realitätsfremde Darstellung gewisser Eigenarten und Ereignisse, mit denen ich mich schlichtweg nicht identifizieren konnte; Stichwort: "Mausezahn", Tennisschläger-Gewalt und Mitbewohner-Casting.
Das Cover erinnert an einen Flug durch die Wolken; ein Eindruck, der verstärkt wird durch die Silhouetten der Vögel und des Flugzeugs. Der Eiffelturm hingegen deutet an, dass Paris eine tragende Rolle in der Geschichte spielen wird. Am Wortlaut des Buchtitels, der in großen roten Lettern das Cover dominiert, lässt sich das Genre erahnen. Insgesamt spiegelt sich auch im Cover die angenehme Leichtigkeit des Schreibstils wider.
Fazit: Ein durchaus gelungenes Erstlingswerk von Anja Rauter! Empfehlenswert für alle Fans von witzig-romantischen Frauenromanen.
Rezensionen von Streiflicht:
Das Spiel mit der Angst
Kälter als die Angst von Drews Christine
Auf dieses Buch war ich sehr gespannt, denn ich mochte Schattenfreundin von der gleichen Autorin sehr. Und meine hohe Erwartung würde auch bestätigt. Hat richtig Spaß gemacht!
Das Buch besticht durch unerwartete Wendungen und Überraschungen und die Autorin führt ihre Leser immer wieder auf falsche Fährte, sodass es bis zum Schluss spannend ist und bleibt.
Gleichzeitig zeigt sie auch, dass Spannung auch durchaus ohne Blut und gewaltsame Brutalität auskommen kann.
Die vielschichtigen Charaktere und interessanten Protagonisten machen das Lesen zu einem Vergnügen.
Leider war die Lektüre von Schattenfreundin dann doch zu lange her und ich erinnere mich kaum. Allerdings kann man dieses Buch sehr gut ohne Vorwissen lesen. Immer mal wieder klingt an, dass es eine Vorgeschichte gibt, aber das macht eher neugierig als dass es stört. Ich werde mich nochmal mit Vergnügen in die Vorgeschichte stürzen.
Die flüssige Erzählweise ist sehr gelungen. Immer wieder wechselt sie zum Ich-Erzähler, der vermutlich der Täter ist, sodass man als Leser ganz nah dran ist. Man merkt , dass die Autorin Ahnung von Psychologie hat und hier in ihre Erzählung gut einbringt.
Ein Buch, dass mich gut unterhalten hat und von dessen Autorin ich gerne noch viel, viel mehr lesen möchte!
Rezensionen von Gaby 2707:
Locker, leicht und unterhaltsam
Hochzeit im Café am Meer von Phillipa Ashley
Die Kälte des Winters vergeht und langsam wird es Frühling in Cornwall. Kilhallon Park ist auf den Ansturm der Gäste gut vorbereitet, Demelza´s Café läuft auch sehr gut. Da bekommen Demelza „Demi“ Jones und Calvin „Cal“ Penwith den Auftrag eine Promihochzeit auszurichten. Die Schauspieler Lily Craig und Ben Trevone wollen sich auf dem Anwesen das Ja-Wort geben.
Da an diesem Tag mit viel Aufmerksamkeit zu rechnen ist, die die Ferienanlage gut brauchen kann, sagt Demi zu. Nicht ahnend, was nun alles auf sie einstürmen wird.
Dies ist der 3. und letzte Teil der Serie um das kleine Café am Meer. Für mich war es das erste Buch aus der Reihe, aber ich hatte keine Probleme dem Geschehen zu folgen. Im Gegenteil. Die vielen kleinen Andeutungen, die in die Vergangenheit zielen, machen neugierig. Vielleicht werde ich die ersten beiden Geschichten auch noch lesen.
Die Protagonisten werden ziemlich detailliert, mit Ecken und Kanten, beschrieben. Gerade Cal hat immer noch das Päckchen der Aufarbeitung seiner Vergangenheit zu tragen, die auch in dieser Geschichte noch eine Rolle spielt. Genauso wie Demi, die erst seit einem Jahr wieder sesshaft geworden ist und sich ihrer Familie langsam wieder annähert. Lily und Ben, bei dessen „Für dich tu ich doch alles Baby“ ich schon geahnt habe, was da wahrscheinlich noch kommen wird, entsprechen genau dem Klischee von verwöhnten egoistischen Schauspielern. Wobei ich bei Lily die Wandlung, die sie durchgemacht hat, geschätzt habe. Und natürlich gibt es auch hier wieder jemanden, der sich meine Sympathien erst hat verdienen müssen.
Die Geschichte lässt sich leicht und locker lesen, typisch Sommerlesebuch. Sehr gut gefallen mir die Beschreibungen von Land und Leuten, von der rauen See und der weiten grünen Landschaft mit ihrem Blütenreigen. Es werden aber auch ernste Themen angeschnitten, die jedoch der Leichtigkeit der Geschichte nicht schaden. Sie hätten für mich sogar noch etwas tiefer gehen dürfen.
Da in diesem Buch im Café viel gemixt wird, finde ich die im Anschluss an die Geschichte eingestellten Rezepte für Cocktails sehr gelungen.
„Hochzeit im Café am Meer“ ist ein leichter, abwechslungsreicher Frühlingsroman, der mich einige Lesestunden lang gut unterhalten hat.
Rezensionen von KimVi:
Ein ganz anderer Safier
Die Ballade von Max und Amelie von David Safier
Die einäugige Hündin Narbe lebt auf einer Müllkippe. Ihren Namen hat sie nach einem Kampf mit ihrem Bruder Blitz erhalten. Denn der beanspruchte die Rudelführung, die ihm Narbe nicht kampflos überlassen wollte. Doch leider verlor sie nicht nur den Kampf, sondern auch ihr Auge und wäre fast gestorben.
Nun wird sie vom Rudel nur noch geduldet. Liebe, Freundschaft und Vertrauen kennt Narbe nicht. Das beginnt sich allerdings zu ändern, als der Haushund Max sich auf die Müllkippe verirrt. Sie rettet ihm sein Leben und verspricht ihm, ihn bei der Suche nach seinem Zuhause zu begleiten. Gemeinsam machen sich die beiden auf den Weg. Dabei lernt Narbe ein vollkommen anderes Leben kennen. Doch in den Nächten wird Max von Alpträumen geplagt, in denen er und Narbe ein Liebespaar sind und vor einem grausamen und äußerst brutalen Menschen um ihr Leben rennen müssen. Sind das wirklich nur Alpträume oder Erinnerungen an vergangene Leben? Gerade als Narbe beginnt, sich in Max zu verlieben und an ein besseres Leben zu glauben, taucht der Mensch aus den Alpträumen auf.....
"Die Ballade von Max und Amelie" ist kein typischer Safier, bei dem man beim Lesen ein Dauergrinsen im Gesicht hat und die Hauptprotagonisten dabei beobachtet, wie sie von einer irrsinnigen Situation zur nächsten stolpern. Denn in diesem Buch schlägt David Safier ernstere Töne an. Er beschreibt eine abenteuerliche Reise von zwei Hunden. Dabei spielen Liebe, Freundschaft, Vertrauen und unsterbliche Seelen eine große Rolle.
Der Schreibstil ist ruhig und angenehm lesbar. David Safier schlägt sanfte und manchmal geradezu poetische Töne an, die berühren und unter die Haut gehen. Doch ganz muss man auf seine humorvolle Art nicht verzichten, denn es gibt auch immer wieder Szenen, bei denen man unverhofft schmunzeln muss.
Die Geschichte wird aus der Sicht der beiden Hunde erzählt. Man begleitet sie auf ihrem Weg und sollte sich nicht daran stören, dass sie selbst und auch die Tiere, denen sie unterwegs begegnen, recht menschliche Charakterzüge haben und nicht unbedingt arttypisch handeln. Gerade das macht allerdings den besonderen Reiz dieser Geschichte aus, denn so kann man sich ganz auf die Handlung einlassen und mit den Hunden mitfühlen. Es gibt allerdings auch Perspektiven, in denen man dem Menschen aus den Alpträumen direkt in die finstere Seele blickt und dabei den unbändigen Hass und die Rachegefühle, die ihn antreiben, zu spüren bekommt. Da dieser Mensch nicht gerade zimperlich mit seinen Opfern umgeht, sollte man beim Lesen nicht zu zartbesaitet sein. Zunächst ist nicht klar, was diesen Menschen antreiben könnte, doch das erfährt man nach und nach im Verlauf der Handlung.
Ich habe bereits einige Romane von David Safier mit großer Begeisterung gelesen und dabei seinen Humor schätzen gelernt. "Die Ballade von Max und Amelie" ist zwar ganz anders, konnte mich aber dennoch sofort begeistern. Die ruhigeren und eher sanften Töne haben mich emotional angesprochen, sodass ich mich ganz auf diese wunderbare Geschichte einlassen und jede Seite genießen konnte. Auf meiner persönlichen Bewertungsskala vergebe ich deshalb alle fünf Sternchen und eine klare Leseempfehlung.











