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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von I.weilharter@ais-jugend.at:

Einfach genial!

Der Stotterer von Charles Lewinsky

Ich fand diesen Roman unheimlich fesselnd - beinhaltet er doch sämtliche Attribute, die ein gutes Buch erfüllen muss: Dramatisch, ironisch, zynisch, niemals langweilig und darüber hinaus auch zärtlich und berührend wird uns eine Charakterstudie vermittelt, welche im Aufbau und vom Inhalt her meisterhaft gelungen ist.

Umrahmt wird die Erzählung von einer wunderschönen Sprache - ein Spiel mit der Sprache - wie es auch seinem Protagonisten zu eigen ist.
Ein richtiger Kunstgenuss!

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Rezensionen von HEYN Leserunde, Harald Schellander :

Selbstfindungs-Trip mit souveräner Oma

Großmutters Haus von Thomas Sautner

„Meine Fantasie ging zwischen den Zeilen spazieren, mein Realitätssinn schärfte sich auf der einen, meine Vorstellungskraft explodierte auf der anderen Seite.“ So beschreibt Ich-Erzählerin Malina ihre Liebe zu Büchern und gleichzeitig ist das eine gute Charakterisierung für das Lese-Erlebnis, das mir Thomas Sautner mit seinem Roman Großmutters Haus bescherte.

Dank der souveränen, alles andere als tatterigen Kristyna-Oma und ihren Freunden ging ich mit Malina auf Selbstfindungs-Trip im mystischen Waldviertel und fand mich, trotz einiger aus anderen Büchern und Filmen bekannten Elemente, gut unterhalten.

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Rezensionen von LEXI:

Fontane im handlichen Kleinformat

FONTANE to go von Theodor Fontane

In der aktuellen „to-go-Reihe“ präsentiert die Eulenspiegel Verlagsgruppe kleine, wenige Seiten zählende Wissensschätze im handlichen Format von etwa 10 x 15 cm. Diese kleinen Reisebegleiter beinhalten Zitate und Auszüge aus Werken bekannter Persönlichkeiten, wie beispielsweise Johann Wolfgang von Goethe, Sigmund Freud, Martin Luther, Karl Liebknecht, Rosa Luxemburg, Karl Marx, Kurt Tucholsky, Wladimir Iljitsch Uljanow, genannt Lenin, Alexander von Humboldt, Ernesto Che Guevara, Bertolt Brecht, Willy Brandt, Heinrich Heine – und Theodor Fontane.

Das vorliegende Buch erhielt den treffenden Untertitel „Heitere Worte von Theodor Fontane“ und bietet dem interessierten Leser eine Fülle von Zitaten, Gedichten, Auszüge aus Reiseberichten der Wanderungen durch die Mark Brandenburg sowie aus seinem Roman Effi Briest und auch aus Fontanes schriftlicher Korrespondenz. Man liest Passagen aus Briefen, die unter anderem an Emilie Fontane, Fontanes Tochter Mete, Frau Jenny Treibel, Bernhard von Lepel, Paul Heyse, Karl Bleibtreu, Georg Friedlaender sowie viele weitere Personen gerichtet sind.

Zwar wurde der Inhalt vorwiegend in sehr kleinen Lettern dargestellt, viele einseitige und in Großdruck abgebildete Aussagen des Dichters sorgen jedoch für eine gefällige Abwechslung. Zu jedem Zitat und zu jedem aus einem Werk oder aus einem Briefwechsel stammenden Auszug wurde die Quelle bzw. der entsprechenden Namen der Korrespondenzpartner genannt. Die optische Aufmachung dieses Buches hat mir ebenfalls sehr gut gefallen. Sämtliche Ausgaben der „to-go-Reihe“ weisen eine einheitliche Gestaltung des Covers auf, wobei auf jeweils einem einfärbigen Hintergrund ein Portrait sowie der Nachname des Autors in sehr großen Lettern abgebildet wurde. Ein kleiner roter Stempel mit den Worten „to go“ vervollständigt das ansprechende Gesamtbild. Ich bedauerte es lediglich, keinen Auszug aus dem Lebenslauf oder eine kleine Lebensbeschreibung zum Autor in diesem Buch gefunden zu haben.

Fazit: „Fontane to go“ stellt sowohl für Einsteiger, als auch für Menschen, die Fontanes Werke bereits kennen und schätzen, einen praktischen Begleiter dar, der bequem auch in kleinen Handtaschen Platz findet. Fontane starb am 20. September 1898 in Berlin, doch seine Gedanken zu den Themen Familie, Ehe, Glück und vielen anderen Dingen, die Menschen beschäftigen, sind nach wie vor aktuell.

„Fontane to go“ hat mir sehr gut gefallen und wird auch meine eigene Korrespondenz zukünftig bereichern – bestimmte Zitate und Auszüge bieten sich perfekt für die Verwendung in handgeschriebenen Glückwunschkarten an.

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Rezensionen von Bücher in meiner Hand:

Positiv überrascht

Komme, was Wolle von Steffi Hochfellner

Das sehr pinke Cover wird der Geschichte um Franzi und der Neueröffnung der Wunderkiste nicht gerecht. Das Cover ist zwar auffällig, aber stellt euch eine Reihe Fachwerkhäuser vor, die im Erdgeschoss Geschäfte beherbergen. Vor dem Haus mit dem Kurzwarenladen steht eine einladende Bank, auf dem sich Protagonistin Franzi oft mit Jan, dem Coiffeur von nebenan, hinsetzt und den Arbeitstag ausklingen lässt.

So das Setting in diesem netten Roman.

Das Haus, das Franzi von ihrer Grosstante Gerlinde erbte, liegt eine Strassenzeile hinter der Einkaufsstrasse von Westersum. Mit der Bäckerin versteht Franzi sich gut, nur nicht mit der Besitzerin des altmodischen Herrenausstatters. Ob diese Hinrichsen wohl etwas mit den Farbanschlägen und den aufgeschlitzten Autopneus zu tun hat?

Wer etwas gegen Franzis Einzug hat, ist nicht klar; auch auf die Lauer legen bringt keine Erkenntnisse. Schade, denn bis auf die Geldsorgen gefällt es Franzi immer mehr in Westersum. Sie wird unterstützt von Jan, von Gerlindes Freunden und findet selbst welche in Joost und Rieke, die ihr beim Umbau helfen. Mit Sönke, der im Auftrag seiner Firma das Haus kaufen wollte, trifft sie sich gerne privat zum Auswärts essen zu gehen oder Ausflüge zu unternehmen.

Es ist ein Abenteuer, auf dass sich Franzi einlässt - fast täglich sieht sie sich neuen Überraschungen und Herausforderungen ausgesetzt. Und genau deshalb ist "Komme, was wolle" nicht nur ein sehr passender Titel, sondern auch viel mehr als nur ein "Häkelroman".

Vielfältige und originelle Figuren, wie etwa der griesgrämige Onno mit seinen Eseln, warten in diesem Roman auf. Sie tragen viel zum Gelingen der Geschichte bei, dessen Ende mir fast ein wenig zu abrupt kam.

Am Schluss warten einige Ideen auf die bastelwütigen Leser, auf die auch am Ende eines jeden Kapitel hingewiesen wird. Mich störten diese Hinweise im eBook, sie passten nicht zu den spannenden Kapitelenden. Bei Stellen wie "Sie wollte gerade zum Auto laufen, als eine knochige Hand sie kräftig an der Schulter packte und zurückriss" wollte ich nur weiterlesen und nicht nach zwei Zeilenumbrüchen mit "Flip-Flops kann man nicht genug haben. Im Anleitungsteil des Buches erfahren sie, wie...." aufgehalten werden.

Besonders in der ersten Hälfte störten mich auch die vielen "selbstgemacht"-Hinweise im laufenden Text, sie wirkten aufgesetzt, zu betont DIY. Auch gehe ich davon aus, dass ein "Müesli mit frischem Obst" zubereitet wird. Interessanter wäre die konkrete Bezeichnung ihrer Fruchtwahl gewesen: "sie machte sich ein Müesli und schnitt einen Apfel mit rein" hätte sich normaler angehört. Nach der Hälfte passen die Hinweise viel besser, da sie mit der Ladengestaltung oder mit dem Laden zu tun haben.

Ohne die von mir kritisierten Stellen ist der Roman schnell, fliessend und spannend zu lesen. Steffi Hochfellners erster Roman gefällt und unterhält.

Fazit: Lustig und packend erzählte Geschichte um eine Ladenrenovierung, die mich positiv überrascht hat.
4 Punkte.

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Rezensionen von Gaby 2707:

Zwei Frauen - zwei Welten - eine Freundschaft

Alte Sorten von Ewald Arenz

Sally, die in einer Klinik ihre Magersucht und ihre psychischen Probleme auskurieren soll, flieht von dort und findet sich inmitten von Weinbergen wieder. Hier versucht gerade Liss, eine ältere Frau, den Anhänger ihres Traktors aus einer Schlammspur zu befreien. Mit Hilfe von Sally gelingt ihr das endlich.

Sie bietet dem jungen Mädchen an, auf ihrem Hof die Nacht zu verbringen. So beginnt eine wunderbare Freundschaft.

Dabei sind die beiden Frauen so unterschiedlich und zugleich sich ähnlich. Sally, jung, unangepasst, wütend, will einfach nur als sie selbst gesehen und gehört werden; Liss einsam, arbeitsam und traurig, nimmt einfach nur an, was sie mit Sally bekommt. Sie lässt sie sein, wie sie ist, nimmt sie an, ohne sie zu bedrängen oder über sie zu urteilen. Und sie scheint ein unsichtbares Band zu verbinden, wobei sich Liss immer öfter in der jungen Sally wiedererkennt. Schön zu lesen, wie sich Sally und Liss ganz langsam annähern. Sally stellt Fragen, die Liss nicht beantwortet, nicht beantworten will. Bis zu dem Zeitpunkt, wo beide Frauen ihrem Inneren Luft machen und ihre Vergangenheit offen auf den Tisch kommt.

Aber es geht nicht nur um diese Freundschaft der beiden Frauen, die sich ganz leise und langsam entwickelt. Es geht auch um den Bauernhof, den Liss ganz allein bewirtschaftet mit allem, was dazu gehört. Sie widmet sich mit Hingabe der Landwirtschaft, dem Weinanbau, und den alten Birnenobstsorten hinten im Garten – einem wunderschönen Ort, wie ich finde. Sie hält Hühner, keltert und entringt den Bienen ihren Honig. Und jetzt, wo Sally da ist, greift sie mit an, hilft bei der Kartoffelernte und bei der Weinlese, ist beim keltern mit dabei und brennt Schnaps.

Mir gefällt diese leise, melancholische Sprache. Aber es geht auch ganz anders. Auch ohne einen Namen zu lesen, erkenne ich an der Sprache, mit wem ich es gerade zu tun habe. Sally oft wütend, hart und ausfallend; Liss dagegen leise, und ruhig. Das finde ich einfach genial. Dass gerade ein Mann diese Gefühle und Emotionen von zwei gegensätzlich-gleichen Frauen so rüber bringt, hätte ich nicht erwartet.

Ein wunderbarer, emotionsgeladener Roman über zwei so unterschiedliche Frauen, die sich im Laufe von ein paar Wochen gegenseitig Halt geben. Eine Geschichte, die mich aufgewühlt hat und die noch lange in mir nachwirken wird. Ein Buch, das ich jedem empfehlen kann zu lesen.

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Rezensionen von Emmmbeee:

Sehnsucht nach dem Fall

All das zu verlieren von Leïla Slimani

Um das Leben, das Adèle führt, würden viele Frauen sie beneiden: ein verlässlicher Mann, Wohlstand, eine seriöse Umgebung, ein interessanter Beruf, dem sie trotz Kind nachgehen kann. Und doch fehlt ihr das Entscheidende, etwas, das sie erfüllt. So versucht sie, diese innere Leere mit vielen Seitensprüngen, teils abenteuerlichster Art, zu übertünchen.

Dabei ist ihr sehr wohl bewusst, was sie an der Sicherheit ihrer Ehe hat. Sie liebt ihren Mann Richard und kehrt jeden Abend nach Hause zurück, nur um aufs Neue vom allzu ruhigen Fahrwasser ihrer Ehe auszubrechen.
Dabei geht es ihr nicht um den eigenen Orgasmus, sondern um Situationen, in denen sie sich ausgeliefert fühlen und passiv bleiben darf. Sie sucht den Schwindel, das Vulgäre, will schwach sein dürfen, hat aber gleichzeitig Angst vor dem Fall und Sehnsucht nach dem nächsten.
Zitat: "Sie ist euphorisch, wie Betrüger es sind, die man noch nicht entlarvt hat. Voller Dankbarkeit, geliebt zu werden, und starr vor Angst bei der Vorstellung, all das zu verlieren."
Auf den letzten 50 Seiten ist die Situation aus Richards Sicht dargestellt. Das ist ein kleiner Bruch, der aber einen positiven Kontrast herstellt. Slimani beschreibt eine der vielen Facetten, aus denen Menschen bestehen können. In kurzen Kapiteln führt sie straff durch die Handlung, hin und wieder ist ein klärender Rückblick eingestreut. Der Roman ist in einem ruhigen, unaufgeregten Stil gehalten und entwickelt von der ersten Seite an einen starken Sog. Plastisch, farbig, lebendig schildert die Autorin, was alles in einem Menschen vorgehen kann. In Adèles Getriebenheit wird sich der eine oder andere Leser erkennen, denn mit ihrem Problem steht sie nicht allein. Im Grund ist sie sehr zu bedauern, aber die Lesersympathien werden wohl eher auf Richards Seite sein.
Ein Buch für alle, die sich nicht scheuen, einen Blick in die ungeahnten Tiefen der menschlichen Psyche zu wagen.

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Rezensionen von LEXI:

Sie ist nun mal, wie sie ist.

Mein Leben als Sonntagskind von Visser Judith

„Ich war das stille Wesen mit dem durchdringenden Blick, das Kind, das lieber mit einem Hund zusammen war, als mit anderen Menschen.“

Jasmijn Vink ist an einem Sonntag geboren und anders als die Kinder in ihrem Alter. Obgleich sie bereits mit drei Jahren nichts lieber tat, als in Büchern zu schmökern, ist sie hinsichtlich sozialer Kontakte unbeholfen.

Sie spricht ausschließlich mit ihren Eltern, ihrem Bruder Emiel und ihren Großeltern. So lange sie sich in ihrem geschützten Umfeld zu Hause befindet, ist Jasmijn glücklich. Doch mit dem Eintritt in die Vorschule begannen die Schwierigkeiten, sich in einer schier erdrückenden Welt der Reize – Licht, Lärm, und Gerüche – zurechtzufinden. Lehrerschaft und Mitschüler reagieren überwiegend mit Unverständnis auf dieses stille Mädchen, das sich im Unterricht wie ein Vogel im Käfig fühlt, so gut wie niemals spricht und die Pausen lieber an einem abgeschiedenen stillen Ort mit einem Buch verbringt.

„Ich bin kein Schaf. Ich gehöre nicht in eine Herde. Warum darf ich nicht ein einziges Mal meinen eigenen Weg gehen?“

Dieser autobiographische Roman von Judith Visser ist in den Niederlanden bereits ein prämierter Bestseller. Das Buch thematisiert die Kindheit und Jugend eines Mädchens mit dem Asperger-Syndrom. Die tiefen Einblicke, die sie in die Gefühls- und Gedankenwelt ihrer Protagonistin gewährt, sind faszinierend und werden eindrucksvoll und mit einer unglaublichen Authentizität vermittelt. Man merkt, dass die Autorin ganz genau weiß, wovon sie schreibt.

Die Handlung dieses über sechshundert Seiten zählenden Werkes umfasst zwar lediglich den Zeitraum von 1997 – 1999, die Rückblenden erzählen jedoch die Lebensgeschichte des jungen Mädchens von ihrem vierten bis zum neunzehnten Lebensjahr. Ein Mädchen, das erst mit dem Eintritt ins Erwachsenenalter zu einer Diagnose fand und ihre Einzigartigkeit fortan auch erstmals benennen kann.

Als Hauptfigur dieses Romans fungiert die Ich-Erzählerin Jasmijn, die stets im Zentrum des Geschehens steht. In einem wundervollen Schreibstil und mit beinahe akribischen Beschreibungen von Emotionen und Handlungen darf man Jasmijns Sicht auf die Welt sowie ihr gesamtes soziales Umfeld hautnah miterleben. Man erfährt, weshalb sie bestimmte Dinge nicht ertragen kann, und wie sie lernt, eine drohende Reizüberflutung rechtzeitig abzuwenden. Sie erzählt von ihrem Festhalten an der Logik, den komplexen Gedankengängen und ihrer Beschäftigung mit Dingen, an die andere nicht einmal denken, während sie zugleich unfähig scheint, verbal mit anderen Menschen zu kommunizieren. Mit fortschreitendem Alter bemüht Jasmijn sich immer mehr, ihr Verhalten an jenes der anderen anzupassen, muss dabei aber auch so manches Scheitern in Kauf nehmen. Von ihren Eltern Paulien und Wim Vink sowie ihren Großeltern erfährt sie liebevolle und vorbehaltslose Annahme. Das Elternhaus ist Jasmijns Rückzugsort, wo sie Erlebtes gedanklich und emotional verarbeitet kann und wo niemand ihr Verhalten in Frage stellt. Im Zuge ihres Heranwachsens tauchen verschiedene Mitschüler, Lehrkräfte und Verwandte als Nebenfiguren auf, die für Jasmijn eine große Herausforderung darstellen. Im Umgang mit ihnen muss sie sich sozialen Kontakten mit anderen Menschen stellen, aus sich herausgehen und letztendlich über sich selbst hinauswachsen. Es fiel mir ehrlich gesagt sehr schwer, mich nach der letzten Buchseite von dieser außergewöhnlichen jungen Frau verabschieden zu müssen, ich hätte gerne noch viel mehr über Jasmijn gelesen.

Fazit: „Mein Leben als Sonntagskind“ überzeugt durch ein hoch interessantes Thema und eine außergewöhnliche und hervorragend gezeichnete Protagonistin. Ich empfand die Einblicke in die Welt eines Menschen mit Asperger-Syndrom sowie die Darstellung ihrer Gefühls- und Gedankenwelt als unglaublich bereichernd. Dieses Buch stellte ein sehr intensives Lesehighlight der ganz besonderen Art dar und ist für mich die bislang beste und faszinierendste Lektüre zum Thema Autismus. Ich kann dieses beeindruckende Werk jedem ans Herz legen, der sich mit dieser Thematik auseinandersetzen und die Welt aus der Sicht einer Betroffenen erleben möchte.

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Rezensionen von Pink Anemone:

Enttäuschung - flache Charaktere, lächerliche Auflösung, Klischees wohin man blickt

DIE KATAKOMBEN (Die beängstigendsten Orte der Welt 2) von Jeremy Bates

Paris ist als die Stadt der Lichter bekannt, eine Metropole berühmt für Romantik und Schönheit. Doch unterhalb der geschäftigen Straßen und Cafés liegen die Katakomben, ein Labyrinth aus zerfallenden Tunneln, angefüllt mit sechs Millionen Toten.
Als eine Videokamera mit mysteriösem Bildmaterial auftaucht, wagt sich eine Gruppe von Freunden in die Tunnel, um Nachforschungen anzustellen.

Doch was als unbeschwertes Abenteuer beginnt, wird schnell zum Albtraum, als sie ihr Ziel erreichen – und auf das Böse stoßen, das dort lauert....(Klappentext)

☠☠☠☠☠

">>Ich will nicht so sterben, nicht hier, nicht so, nicht in einem Massengrab. Ich will nicht einfach nur ein weiterer Haufen namenloser Gebeine sein, von der Welt vergessen.
Diese Videokamera.
Diese verdammte Videokamera<<"
(S. 9)

"Die Katakomben" gehört zu der Reihe "Die beängstigendsten Orte der Welt" aus Jeremy Bates Feder. "Suicide Forest" war der Auftakt dieser Reihe, man kann jedoch jedes Buch unabhängig voneinander lesen, da jede Story in sich abgeschlossen ist.

Nach dem 1. Teil dieser Reihe wollte ich diese Reihe eigentlich nicht mehr weiterverfolgen. Zu sehr war ich davon enttäuscht, vor allem vom Ende und den nervigen und blassen Charakteren. Das Setting der Pariser Katakomben hat mich jedoch zu sehr angefixt. Tja, hätte ich es wohl besser gelassen, denn "Die Katakomben" ließ mich noch enttäuschter zurück als der japanische Selbstmordwald. Aber erstmal auf Anfang ...

Die Katakomben von Paris bestehen aus dunklen Gängen, welche sich 350km wie ein Netz unterhalb von Paris schlängeln. Sie liegen ca. 20 Meter unter der Erde und werden hauptsächlich als Gebeinhaus genutzt. Nachdem 1785 mehrere Friedhöfe aufgelassen wurden, wurden tausende Schädel und Knochen in die ehemaligen Steinbrüche gebracht, in denen konstante Temperaturen von 14 Grad herrschen. Die Katakomben sind heute eine schaurige Touristenattraktion, wobei jedoch nur ein kleiner Teil für die Öffentlichkeit zugänglich ist, während der restliche Teil ein komplexes Labyrinth ist, eingebettet in tiefste Dunkelheit.

Mit Will, dem Protagonisten des Buches, begeben wir uns in einen dieser unbekannten Bereiche.
Der Amerikaner ist beruflich in Paris gelandet und hat hier Danièle kennengelernt. Sie und einer ihrer Freunde, Pascal, treiben sich öfters in den Katakomben herum, um diese unbekannten Bereiche zu erforschen. Diesmal ist es jedoch anders.
Pascal hat bei seiner letzten Tour tief in den Katakomben eine Videokamera gefunden. Diese zeigt wie eine Person hektisch und voller Angst durch die Gänge irrt, schließlich zu laufen beginnt und die Kamera schließlich vor Schreck fallen lässt. Danièle und Pascal möchten dem auf den Grund gehen und Danièle überredet Will in den finsteren Untergrund voller Gebeine hinabzusteigen. Mit von der Partie ist auch Rob, ein Kanadier und der Schwager von Danièle. Auch er will die unvergleichliche Atmosphäre der Pariser Katakomben endlich erleben. Es sei nur so viel gesagt - sie hätten es wohl besser lassen sollen.

">>Ich schätze mal, die Deutschen wollten nicht, dass die Frösche in ihr Versteck kamen.<<, sagte Rob.
Ich schüttelte den Kopf.
>>Es gibt nur diesen einen Eingang. Die waren dazu gedacht, die Leute DRINNEN zu halten.>>"
(S. 128)

Man liest aus verschiedenen Perspektiven, z.B. aus der von Danièle und von Pascal. Diese sind jedoch eher kurz gehalten, während Will hauptsächlich zu Wort kommt. Zwischendurch wird die Story von Zeitungsberichten unterbrochen und gewähren in bereits zurückliegende Vorfälle in den Katakomben.

Schon mit den Charakteren hatte ich so meine Probleme. Diese bleiben bis zum Ende hin eher blass und zudem nervten sie mich unheimlich. Das Mimimi von Pascal und Will ist fast nicht zu ertragen, Danièle ist eine manipulative und unsensible Tusse, einzig Rob sorgte bei mir hin und wieder für Schmunzeln. Trotzdem wollte ich jeden einzelnen von ihnen tot sehen und sehnte eine dementsprechende Handlung herbei.

Womit wir bei der Handlung wären.
Abgesehen davon, dass im Prolog schon viel zu viel verraten wird, entwickelt sich die Story leider in eine gänzlich andere Richtung als von mir erwartet und erhofft. Die Auflösung erfolgt übrigens schon in der Mitte des Buches und ich habe selten so einen Schwachsinn gelesen, der im Verlauf nicht wirklich besser wurde. Das Ende kostete mir daher nur einen müden Lacher. Im Grunde war der Rest einfach nur Blabla.
Apropos Blabla, auch hier schweift der Protagonist ständig in seine Vergangenheit ab, dies konnte zwar die Spannung nicht zusammenfallen lassen, da sowieso keine vorhanden war, aber es stört trotzdem. Vor allem da dies absolut keine Relevanz für die Handlung hat.
Dies habe ich schon bei "Suicide Forrest" bemängelt und auch bezüglich der Dialoge scheint sich der Autor nicht weiterentwickelt zu haben.Zudem ist die Story vollgepumpt mit Klischees und Logikfehlern. Es wird sich trotz Schutzhelm der Kopf an einem Felsen blutig geschlagen (beim Gehen daran angestoßen), im ersten Absatz sind die Hände einer Person gefesselt, im nächsten doch wieder nicht, um im übernächsten plötzlich doch wieder gefesselt zu sein, etc.

Während ich bei "Suicide Forrest" von der Settingbeschreibung und der damit einhergehenden Atmosphäre begeistert war, ist dies hier leicht in die Hose gegangen. Der Autor schafft es nicht die drückende und unheimliche Stimmung der Katakomben einzufangen. Einmal, nur ganz kurz, sah ich sie vor Augen und es kam Gruselstimmung auf, doch das war's dann auch schon.
In so manchen Dokumentationen und Reiseberichten werden die Pariser Katakomben besser und unheimlicher beschrieben als in diesem Buch.

"Ein weiteres Klicken. Fast wie das Geräusch, das man macht, wenn man mit der Zunge gegen den Gaumen schnalzt. Pascal erstarrte. Alles in ihm erstarrte.
Wer macht dieses Geräusch?
Was macht dieses Geräusch?
'VERSCHWINDE VON HIER! GEH! JETZT!' er wirbelte zur Flucht herum.
Und schrie."
(S. 180)

Der Schreibstil ist einfach gehalten und das Buch lässt sich dadurch sehr flüssig lesen. das war es aber auch schon mit dem Lob.

Fazit:
Ich habe das Buch zwar in einem Rutsch gelesen, ich wollte jedoch eigentlich nur, dass es so schnell wie möglich endet. Selten so einen Schwachsinn gelesen, angefangen über die flachen und nervenden Charaktere, über die lächerliche und blödsinnige Auflösung, welche einem schon in der Mitte vor die Füße geknallt wird, bis hin zu einer sinnbefreiten Handlung ohne Spannung.
Ich gebe Autoren gerne eine 2. Chance, diese hatte Jeremy Bates mit diesem Buch und hat es in meinen Augen völlig versemmelt.
Ob Jeremy Bates und ich diesbezüglich jemals Freunde werden, wage ich zu bezweifeln und ich würde nun gerne von mir behaupten diese Reihe nie wieder anrühren zu wollen ... doch in Bezug auf die folgenden Teile, die noch folgen werden, kann ich für nichts garantieren: Helltown in Ohio - ein verlassene Indianersiedlung und Isla de las Muñecas - Insel der Puppen in Mexiko, auf der Hunderte verstümmelte Spielzeugpuppen in den Bäumen aufgehängt sind. Und wer kann bei so einem Setting schon widerstehen? So wie es aussieht wird der Autor von mir also noch eine 3. Chance bekommen.

© Pink Anemone (inkl. Leseprobe, Autoren-Info)

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Rezensionen von begine:

Familienserie

Rose Creek – Die Trilogie von Lucy McKay


Die Autorin Lucy McKay schreibt mit dem Roman „Rose Creek – Die Trilogie“ eine nette interessante Familiengeschichte. In der Trilogie sind 3 abgeschlossene ineinander gehende Romane der Serie Rose Creek, die es schon einzeln gab.. Die Familie Ashburn sind die Besitzer der Rose Creek Ranch, Sie züchten Pferde.

Der Vater TJ und seine älteste Tochter Emily führen die Ranch. Der Sohn Jackson ist Rechtsanwalt, früher war er Turnierreiter, bis er einen schweren Unfall hat.
Die jüngste Tochter Josie war ein berühmter Country-Pop-Star. Nach dem Ende ihrer Kariere wird sie alkoholsüchtig. Dann ist da noch die Tante Djs geschiedener Frau Aunt Mabel, die oft verwirrt ist. Sie hält die Familie in Aufregung, immer wieder verschwindet sie mal oder läuft im Nachthemd herum.
Die Autorin beschreibt die Probleme aller Personen nachvollziehbar, liebevoll und spannend. Der Leser sieht vor seinen Augen eine interessante Serie. Die Trilogie besticht durch immer wieder neue Vorkommnisse.
Der Roman ist eine leichte lockere Unterhaltung.

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Rezensionen von yellowdog:

Der Wert der Erinnerungen

Rose Creek – Die Trilogie von Lucy McKay

Sayed Kashua ist ein in Israel geborener Schriftsteller arabischer Herkunft, der 2014 in die USA emigrierte. Er hat mehrere Romane geschrieben, darunter das bekannte Tanzende Araber. Sein neuer Roman Lügenleben hat einige autobiografische Wurzeln.

Der Icherzähler Said ist ein ebenfalls ein israelischer Araber, der aus Tira in der Nähe von Jerusalem stammt.

Er berichtet seine Geschichte, die ihn ins Exil nach Amerika führte.
Als junger Mann gab es einen entscheidenden Vorfall, der das Leben mehrerer Menschen veränderte und das ihn mit Schuld ausfüllt, die ihn jahrelange begleitet.
Das Buch nimmt seine Spannung daraus, das man erst allmählich erfährt, was damals geschehen ist, was den Protagonisten zum Exil zwang. Das bedeutete den Verlust der Heimat und eigentlich auch der Existenz.
Said ist Journalist und Schriftsteller, eigentlich Ghostwriter, doch in den USA bekommt er keine Aufträge. Nach 13 Jahren kehrt er kurzzeitig zurück nach Israel, weil sein Vater schwer erkrankt ist. Das ist der Ausgangspunkt der Geschichte, die in Form eines Berichts dient, indem er seine Erinnerungen zurückfließen lässt. Verlust, Trauer und Melancholie bestimmen den Erzählton.
Die Beziehungsprobleme der Figuren lassen sich nicht einfach lösen, sie sind erstarrt und oft sprachlos. Said und seine introvertierte Frau können nicht über die Vergangenheit sprechen, obwohl sie immer gegenwärtig ist und als innerer Konflikt ungelöst bleibt.

In diesem Buch erfährt man viel vom Leben palästinischer Familien in Israel. Die literarische Qualität ist stark.
Der aus dem Hebräischen übersetzte Roman war die letzte Übersetzungsarbeit von der großartigen Mirjam Pressler.

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