Kunden em pfehlungen
Rezensionen von canchita:
Berührender Einblick in das Leben einer Autistin
Mein Leben als Sonntagskind von Visser Judith
Ein sehr interessanter Einblick in das Innenleben einer Autistin.
Jasmijn ist ein außergewöhnliches Kind, sie nimmt Geräusche und Menschen viel intensiver wahr als andere Kinder. So lange sie noch zu Hause ist und viel Zeit mit ihrem Hund verbringt, fällt dies gar nicht so auf. Doch schon im Kindergarten und später vor allem in der Schule, wird die Umwelt ihr zu viel und sie muss Strategien entwickeln, um mit dem Überangebot an Input zurecht zu kommen.
Hier entwickelt sie eigene Strategien, die aber von ihrem Mitmenschen oft nicht verstanden werden.
Das Buch ist in sehr kleine Kapitel unterteilt und lässt sich daher einfach lesen. Die Sprache ist leicht zu lesen und man kann sich sehr gut in Jasmijn einfinden. Nach ca 50 Seiten wurde es für mich etwas langweilig, weil es wie eine Sammlung kleiner Ereignisse wurde, der rote Faden/die Geschichte fehlte mir. Ab Seite 180 wird es dann spannender, Jasmijn kommt in die weiterführende Schule, findet eine Freundin und sogar den ersten Freund.
Die Ereignisse am Ende waren für mich etwas viel. Da es sich um einen autobiographischen Roman handelt, war es vielleicht ein wahres Ereignis im Leben der Autorin und das Leben schreibt ja immer die tragischsten Geschichten.
Insgesamt aber ein sehr empfehlender Roman, wenn man sich mit dem Thema Autismus beschäftigt, der nur am Anfang aus meiner Sicht einige Längen hatte.
Rezensionen von canchita:
Poetische Sprache, aber ohne Einfühlungsvermögen für Frauen
Die Lotosblüte von Sok-Yong Hwang
Die Geschichte spielt im 19. Jahrhundert in Asien und erzählt die Lebensgeschichte von Chong, deren Mutter im Kindbett gestorben ist und die fortan von ihrem blinden Vater großgezogen wird. Von ihrer Stiefmutter wird sie im Alter von 15, noch vor ihrer ersten Regelblutung, an einen sehr alten Chinesen als Konkubine verkauft.
Nach dessen Tod gelangt sie durch seinen Sohn in ein Bordell und wird hier zur Kurtisane. Vergewaltigung, Menschenraum, brutale Prostitution nichts bleibt ihr erspart.
Ich bin immer sehr vorsichtig bei Büchern, die von Frauen handeln aber von Männern geschrieben werden. Und so auch hier. Die Sprache ist selbst in der deutschen Übersetzung noch grandios und auch die Schilderungen der Kultur und teilweise die erotischen Stellen haben mir sehr gefallen. Aber die Person Chong und was in ihr vorgeht, bleiben sehr oberflächlich. Sie sagt, sie nutzt die Männer aus und lacht über diese innerlich und damit bleibt ihre Seele erhalten, selbst wenn sie von mehreren Männern hintereinander vergewaltigt wird. Aber aus meiner Sicht, ist das Innere eine Frau nicht so eindimensional, wie von Hwank Sok-Yong dargestellt. Das hat mich zwischendurch immer wieder geärgert.
Auch die zeitlich, historische Einordnung war für mich schwierig, da ich mich bisher nicht mit der asiatischen Geschichte befasst habe, etwas mehr Einführung z.B. mit Jahresangaben hätte mir hier schon geholfen.
Trotz allem fand ich es in weiten Teilen auch ein Vergnügen das Buch zu lesen, wegen der poetischen Sprache und dem Erzählfluss.
Rezensionen von canchita:
Spannend und witzig
Samantha Spinner. Mit Schirm, Charme und Karacho von Ginns Russell
Die phantasievolle Geschichte handelt von Samantha Spinner, deren Onkel verschwindet und ihr einen alten Regenschirm hinterlässt. Samantha ist sehr enttäuscht, immerhin hat ihre Schwester über 2 Milliarden Dollar bekommen und ihr Bruder das Yankee Stadium und Verträge aller Spieler. Sehr ungerecht!
Ihrem Bruder wird das Stadium und die Spieler ratz fatz von der bösen Nachbarin abgeluchst und so entdecken beide zusammen das Geheimnis des Regenschirms.
Er enthält eine Karte über super geheime Gänge unter der Erde, die einen blitzschnell zu den verschiedensten Orten dieser Welt bringen.
Samantha und Nipper erleben kuriose Abenteuer und werden von einer Horde stinkender Ninjas dabei verfolgt.
Die Geschichte ist spannend, überraschend und lustig, mein Sohn und seine Cousins 4-7 Jahre alt waren begeistert, obwohl das Buch nur ganz wenige Bilder hat. Diese sind aber auch sehr süß, leider schwarz-weiß.
Leider kommt der zweite Teil erst in 2020 raus, die Geschichte ist so an sich aber abgeschlossen und im nächsten Buch gibt es wohl ein zweites Abenteuer.
Ein empfehlenswertes Buch für Kinder im Vorschul- und Grundschulalter.
Rezensionen von Nele33:
Bewegender Geschichtsunterricht
Wo die Freiheit wächst von Frank Maria Reifenberg
"Wo die Freiheit wächst" von Frank Maria Reifenberg macht Geschichtsunterricht lebendig.
1942 ist Lene Meister 16 Jahre at und lebt mit ihrer Mutter und den Geschwistern in Köln. Ihr großer Bruder ist an der Ostfronst, ihr jüngerer Bruder in diversen Ausbildungslagern der Hitlejugend.
Rosi ihre beste Freundin is mit Mutter und Bruder aufs Land geflüchtet und dort als Magd arbeitet.
Der Autor hat für dieses Buch die Briefform gewählt. Lene die Protagonistin schreibt sich in der schwierigen Zeit mit ihren Brüdern und der Freundin. Durch die gewählte Briefform bekommt der Leser hautnah den Schrecken der Nazi-Zeit mit. Die Ängste und Entbehrungen der Jugendlichen wird sehr detailliert geschildert, abr auch der Lebensmut und Überlebenswillen wird thematisiert.
Die Frage: Wer hat was gewusst, wer hat geholfen und wer hat weggeschaut wird zwischen den Zeilen angesprochen, da dass Briefgeheimnis zu dieser Zeit nicht viel zählte. Lene durchschaut auf traurige Weise nach und nach die perfiden Machenschaften der Regierung und weiß kaum damit zu Leben.
Lene schließt sich im Laufe der Briefe den Edelweißpiraten an, Jugendlichen die sich gegen das Regime auflehnen.
Frank Maria Reifenberg ist mit "Wo die Freiheit wächst" ein bewegender Jugendroman über eine grausame Zeit gelungen, zeigt wie Jugendliche ihre Jugend verlieren und einen Weg suchen die Welt zu etwas Besseren zu verändern.
Dieses Buch sollte Pflichtlektüre im Geschichtsunterricht werden.
Rezensionen von canchita:
Schöne Rezepte, Aufbau überzeugt nicht
Die One-Pot-Challenge von Kintrup Martin; Schocke Sarah; Schumann Sandra; Schreiner Jumbo
Die "One-Pot Challenge" ist ein schönes Kochbuch, das in alter GU Manier schöne Bilder und gute Kochanleitungen besitzt. Man blättert es durch und möchte bei einigen Gerichten direkt mit dem Kochen anfangen (z.B. warmer Kicherbsensalat oder Schnitzel mit Rosenkohl).
Der Aufbau dagegen überzeugt mich leider nicht.
Hier gibt es immer ein Hauptzutat aus der die drei Köche jeweils ein Gericht zaubern, dabei nutzt einer nur eine Pfanne, der zweite nur einen Topf und der dritte nur ein Backblech. Die Idee ist einen "Sieger" aus diesen drei Gerichten zu wählen (ähnlich wie bei verschiedenen Kochshows).
Jetzt zu meinen Kritikpunkten:
1. Das Resultat ist gar kein Ranking sondern alle drei Rezepte gewinnen quasi in einer anderen Kategorie (z.B. Oskar für die besten Nebenrolle oder Star auf jeder Grillparty oder ganz nach meinem Geschmack), daher ist die Seite mit der Beurteilung völlig überflüssig aus meiner Sicht.
2. Unter dem Titel "One-Pot" denke ich an Eintöpfe oder Aufläufe und einfache Gerichte. Ein paar der Rezepte sind aber ziemlich aufwendig. Außerdem führt die Einschränkung auf ein Backblech öfter mal dazu, dass Gerichte die besser in einem Bräter aufgehoben werden, auf einem Backpapier gemacht werden, dessen Enden zusammen gezwirbelt werden. Naja, kann man dann ja auch einfach in einem offenen Bräter machen...
3. Hauptkritik für mich ist, dass es irgendwie eine chaotische Ansammlung von Gerichten ist. Mal mit Fleisch, mal mit Fisch, mal vegetarisch. Mal ein Hauptgericht, mal eher eine Beilage. Mal asiatisch, mal mexikanisch, mal klassisch deutsch. Hier ist für mich selbst das Risiko, dass das Buch im Schrank verstaubt, weil ich meistens nach etwas speziellem suche. Für jemanden, der sich gerne querbeet inspirieren lässt sicherlich besser geeignet.
Fazit: Ein Buch mit wirklich schön gestalteten Rezepten mit etwas unübersichtlichem Aufbau.
Rezensionen von *RC*:
Wunderheiler, Mord und Liebe
Die geheime Mission des Kardinals von Rafik Schami
+ Es ist kein Pageturner! Aber ein wunderbarer – eher ruhiger – Krimi, den man genießen sollte wie den nach Kardamom duftenden arabischen Mokka +
Das Cover allein ist schon sehr ansprechend, da man gleich beim Anblick der kunstvollen arabischen Schriftzeichen in die orientalische Welt entführt wird.
Und auch in arabischer Sprache ist der uns in Deutsch präsentierte Titel „Die geheime Mission des Kardinals“ lesen. (So sagte es mir eine arabische Bekannte.)
Syrien, November 2010, noch herrscht Frieden in dem Land, aber man merkt, dass ungute Zeiten, ein Bürgerkrieg, in das Land hereinbrechen werden. Der Norden des Landes ist bereits unter der Kontrolle der Islamisten.
Kommissar Barudi steht kurz vor der Rente und wird beauftragt, den grausamen Mord an Kardinal Angelo Cornaro aufzuklären, dessen übelst zugerichtete Leiche in einem Fass Olivenöl an die italienische Botschaft in Damaskus geliefert wurde. Da Barudi Christ ist, ist sein Chef der Meinung, dass er für diesen Fall prädestiniert sei. Da es sich hier aber um eine internationale Angelegenheit handelt, bekommt Barudi Hilfe aus Italien zugesprochen. Kommissar Mancini, der die arabische Kultur liebt und zudem perfekt Arabisch spricht, wird ihm und seinem Team zur Seite gestellt.
Gemeinsam versuchen sie herauszufinden, warum der Kardinal auf solch bestialische Art und Weise sterben musste. Auch von einem ihm zur Seite gestellten Begleiter, einem Jesuiten, fehlt jede Spur. Immer ist von einer „Geheimen Mission“, die Cornaro zu erfüllen hatte und ihm letztendlich zum Verhängnis wurde, die Rede. Während Barudi in seiner Funktion als Kriminaler unterwegs ist, recherchiert Mancini getarnt als Journalist, der angeblich für eine wichtige italienische Zeitung einen Bericht schreiben soll. Langsam kommen sie voran und erfahren, dass Cornaro in dem kleinen Bergdorf Derkas, südwestlich von Aleppo, einen muslimischen Wunderheiler, der in eine Kirche weilt, aufsuchen wollte. Er wollte sich von seiner Heilkunst zu überzeugen. Gemeinsam machen sie sich auf den Weg in dieses Bergdorf, das wie eine Insel im sonst von Islamisten beherrschten Gebiet, liegt und sein „normales“ Dasein behaupten kann. Die Reise in das von Rebellen dominierte Gebiet ist nicht ungefährlich; sie geraten sogar in Lebensgefahr, und kommen aufgrund einer glücklichen Fügung mit ihrem Leben davon und bekommen sogar noch unerwartete Unterstützung und bringen erstaunliche Erkenntnisse ans Licht.
Der Roman „Die geheime Mission des Kardinals“, der zweite Fall des Kommissars Barudi, ist in meinen Augen kein klassischer Krimi. Auch wenn der Mord an einem Kardinal der Aufhänger ist, ist es vielmehr ein Gesellschaftsroman, in dem das politische System, die Diktatur in Syrien, wo Korruption und Vetternwirtschaft an der Tagesordnung ist, kritisch beäugt wird. Auch die Macht der Geheimdienste wird deutlich. Es ist außerdem ein Buch über Glaube und Aberglaube, Vertrauen und Misstrauen, Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit, sowie Freundschaft und Liebe. Es ist fiktive Geschichte mit einem wahren politischen, soziokulturellen und religiösen Hintergrund.
Die beiden Hauptprotagonisten Barudi und Mancini habe ich gleich in mein Herz geschlossen. Es ist die perfekte Besetzung für diese warmherzige, tiefsinnige aber durchaus auch kritische Geschichte. Umso schöner ist es auch im Laufe der Geschichte mitzuerleben, dass sich aus der kriminalistischen Zusammenarbeit auch eine innige Freundschaft entwickelt. Auch seine mit unterschiedlichen Charakteren bestückten Kollegen Schukri, Ali und Nabil sind gut gezeichnet. Mir gefällt vor allem, dass Schami zeigt, dass die unterschiedliche Religionszugehörigkeit für ein gutes Miteinander eine Selbstverständlichkeit ist.
Nicht zuletzt wird noch eine Liebesgeschichte in den Roman eingewebt. Barudi, der seit längerer Zeit schon Witwer ist und immer noch seiner Frau Basma nachtrauert, öffnet sein Herz für eine neue Liebe.
Eine reizvolle Unterbrechung der Handlung sind die regelmäßigen Tagebuchaufzeichnungen vom Barudi. Hier bekommt man nicht nur Einblicke in seine Vergangenheit, hier äußert er auch unverblümt seine Ansichten zu Kollegen, seinem Chef, dem Regime und beschreibt, was ihn bewegt.
Aufgrund der genauen örtlichen Beschreibungen, hat man das Gefühl, mit Barudi und Mancini durch Damaskus und die Landschaft Syriens unterwegs zu sein. Mit kleinen Randepisoden und Anekdoten erfährt der Roman eine fast schon märchenhafte Atmosphäre.
Und wie Perlen einer Kette begegnet man immer dem arabischen Kaffee mit Kardamom, der Ruhe, Gelassenheit und Wärme vermittelt. Beim Lesen hatte ich fast schon das Gefühl, dass dieser Geruch in meiner Nase kitzelt.
Schade, dass Barudi nun in Rente geht. Denn auf einen weiteren Fall hätte ich mich sehr gefreut.
Für mich ist dieser Roman ein absolutes Sommerhighlight. Schami kann wirklich toll erzählen, ein flüssiger Schreibstil, in den man gut eintauchen kann. Man wird gefangen von einer anspruchsvollen poetischen Sprache, die sowohl mit Tiefgang hat und gleichzeitig auf hohem Niveau anzusetzen ist. Und man merkt, dass Schamis Herz nach wie vor für 'seine' Stadt Damaskus schlägt. ✭ ✭ ✭ ✭ ✭
Rezensionen von Manfred Fürst:
Rasanter Thriller mit überraschenden Wendungen
The Fourth Monkey - Das Mädchen im Eis von J. D. Barker
DAS MÄDCHEN IM EIS von J. D. Barker ist Band 2 der „4 Monkey Killer“-Serie (THE FIFTH TO DIE im Original). Der Originaluntertitel „It’s a family affair“ klingt nach leicht verdaulicher Familiengeschichte. Familiengeschichte stimmt im weitesten Sinn, aber keineswegs leicht verdaulich. Vielleicht für die Kenner des Band 1 der „4 Monkey Killer“-Serie, nur für die Neueinsteiger bietet der Thriller Mord und Folter in ungeahnter Brutalität.
In wahren Gewaltorgien reiht sich ein grausamer Mord an den anderen und eine bestialische Folter an die andere. Es müssen tatsächlich mörderische Psychopaten in der „Familie“ vorhanden sein. Das „Familienoberhaupt“ ist Anson Bishop AB, der 4 Monkey Killer, 4MK. Er liefert sich ein Psychoduell mit Detectiv Sam Porter vom Chicago PD. Bishop schein Parker immer einen Schritt voraus zu sein. Wegen seiner unkonventionellen Ermittlungsmethoden wird Porter „kaltgestellt“, verfolgt jedoch die Spur nach Bishop auf eigene Faust. Das FBI hat wenig Vertrauen in die Chicagoer Kollegen und reißt die Ermittlungen an sich. Einzig Special Agent Frank Poole kann sich in die Gedankenwelt Porters versetzten, vertraut ihm und hält gegen alle Widerstände zu ihm Kontakt. J. D. Barker lässt den Leser auf fast 700 mehrmals ins Leere laufen, wenn man glaubt bereits alle Puzzles zusammengefügt zu haben. Teile des Thrillers lesen sich wie ein Drehbuch für eine CSI-Serie.
Für Porter ist das Tagebuch von Bishop der Schlüssel, diesen zu finden. Ein Foto mit einer Frau im Vordergrund des Orleans Parish Prison, von der er vermutet, dass es die Mutter von Bishop sei und mit deren Anwältin Sarah Werner macht sich Porter auf den Weg. Nun zu dritt begeben sie sich - unter fernmündliche Anleitung von Bishop - in ein verlassenes Hotel zum Showdown: Freilassung der gefangengehaltenen Mädchen im Austausch mit Bishops Mutter. Nichts ist wie es scheint zu sein. Bishop spielt seinen letzten? Trumpf, ob er sticht erfährt der 4MK-Fan in Kürze, wenn Band 3 der „4 Monkey Killer“-Serie erscheint. Am Ende gibt das Tagebuch Bishops aufschlussreich Auskunft über dessen „familiäre Beziehungen“.
Rezensionen von Wanderpfa.de:
Unterhaltsame Urlaubslektüre mit beeindruckenden Bildern
The Fourth Monkey - Das Mädchen im Eis von J. D. Barker
Christoph Hainz? Nie gehört! Wie gibt es das, obwohl Christoph Kammerlander im Nachwort über ihn sagt "An Dir hat mir stets Deine Vielseitigkeit und die Professionalität imponiert, mit der Du in jedem Gelände unterwegs warst." Und einen Kammerlander zu beeindrucken, dazu gehört ja wohl schon einiges.
Und das nächste Bemerkenswerte ist das Vorwort. Es stammt immerhin von keinem Geringeren als Frank-Walter Steinmeyer, seines Zeichens Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland und seit Jahren Kunde des Bergführers Christoph Hainz.
Das macht neugierig auf den Menschen, der sich hinter dem Namen verbirgt. Und das ist etwas, das gut gelungen ist, den Menschen zu beschreiben, dessen Lebensweg im Mittelpunkt des Buches steht. So werden in den ersten Kapiteln die Ursprünge des Bergbauernkindes aus einem Seitental des Tauferer Ahrntals beschrieben und das Entstehen seiner Leidenschaft zu den Bergen.
Man versteht, warum so ein Mensch kein Lawinen-3x3 braucht. Allein durch die Beobachtung der gegenüber liegenden Berge sammelt sich im Laufe der Jahre so viel an Erfahrung an, dass das Erkennen der Gefahr in Fleisch und Blut überzugehen scheint - faszinierend.
Heimatverbunden und bodenständig, so präsentiert sich Christoph Hainz zunächst, bis ihn Sturm und Drang aus der Südtiroler Heimat hinausführen. Wirklich packend liest sich die Beschreibung seiner Erlebnisse in der Eigernordwand. Und nicht zu vergessen: die dazu gehörenden Bilder. "Magic Mushroom" nennt er seine Route; warum, das erschließt sich angesichts wirklich großartiger Aufnahmen von selbst.
Eher wesensfremd scheint dann seine Besteigung des Shivling-Nordpfeilers mit Hans Kammerlander. Wer hier meint, nach den dortigen Abenteuern sei das Thema außereuropäisches Bergsteigen erledigt, sieht sich aber getäuscht. Zwar ist es nicht mehr der Himalaja. Aber eine mehr oder weniger ungeplante Free-Solo-Besteigung des Fitz Roy zeigen die Suche nach der Herausforderung. Touren im Yosemite, Routen am Polarkreis, in Südafrika und in Jordanien folgen, bevor die Heimat den Menschen Christoph Hainz wieder vereinnahmt. Dass sich Hainz aber inmitten der Jordanischen Einsamkeit wundert, dass er beim Abseilen über 400m jede der Abseilstellen selbst einrichten muss, erstaunt doch ein wenig.
Das letzte Kapitel über waghalsige Eisklettereien in Südtirol beeindruckt mich dann nur noch von den Fotos her. Eine der Bildunterschriften bringt es dann doch ganz gut auf den Punkt : "Ice is nice oder doch ein paar Schrauben locker? Das ist die Frage ...."
Am amüsantesten zum Lesen finde ich eines der eingestreuten Interviews und zwar das mit seiner Lebensgefährtin. Und die macht eines deutlich: Nicht der Berg ist der Boss, sondern Christoph Hainz' Leidenschaft, die ihn immer wieder und immer noch zu wirklich beeindruckenden Höchstleistungen anspornt. Ein Mensch und Bergführer mit dem man gerne einmal unterwegs sein möchte, am liebsten in den Drei Zinnen.
Eine wirklich empfehlenswerte Urlaubslektüre mit teils Wahnsinnsbildern.
Buchbesprechung im alpinen Forum von Alpic.net von Gipfelsammler Claus
Rezensionen von heinoko:
Beunruhigend nahe
Tödliche neue Welt von Paul Weiler
Mit hohen Erwartungen begann ich den neuen Kriminalroman von Paul Weiler zu lesen. Und siehe da, bereits nach wenigen Seiten war ich restlos begeistert, allein schon wegen des vorgestellten genialen Taubenvertreibungsgerätes! Meine bisherigen primitiven Wasserspritzpistolenangriffe wirken dagegen geradezu lächerlich… Und genau das ist eine der großartigen Fähigkeiten dieses Autors, uns eine gar nicht so ferne Zukunft mit all ihren technischen und nicht immer nur segensreichen Möglichkeiten so nahe zu rücken, dass ein beunruhigendes Gefühl weit über die Lektüre des Buches hinaus zurückbleibt.
In Münster bricht ein weltberühmter Künstler vor seiner Fangemeinde tot zusammen. Innerlich zerfetzt. Rätselhaft. Unerklärlich. Hauptkommissar Ivens dringt bei seinen Ermittlungen staunend immer weiter ein in die Welt von morgen, in der Smartphones und Drohnen Ungeheueres in sich tragen, in der Hacker eine unfassbare Macht besitzen. Und bei dem einen Toten bleibt es nicht…
Auch bei diesem Buch kann ich wiederum nur begeistert feststellen, dass der Autor schreiben kann, und wie! Fesselnd, lebendig, nie oberflächlich seicht, psychologisch stimmig, die Spannung schöpfend aus der Bedrohlichkeit unserer nahen Zukunft. Paul Weiler ist mit diesem Kriminalroman wiederum ein erschreckend realistisches Buch gelungen, geradezu gespenstisch erschreckend, weil dem Leser schnell klar wird, dass die vom Autor erdachten Möglichkeiten in ihrer Fantastik so bedrohlich nahe sind, dass sie quasi schon vor unser aller Türen stehen und wir nur zu gerne bereit sind, sie einzulassen.
Rezensionen von Lesehörnchen99:
Anders als erwartet
Auris von Vincent Kliesch
Die kleinste Abweichung im Klang einer Stimme genügt dem berühmten forensischen Phonetiker Matthias Hegel, um Wahrheit von Lüge zu unterscheiden. Zahlreiche Kriminelle konnten mit seiner Hilfe bereits überführt werden. Hat der Berliner Forensiker nun selbst gelogen? Allzu freimütig scheint sein Geständnis, eine Obdachlose in einem heftigen Streit ermordet zu haben.
Die True-Crime-Podcasterin Jula Ansorge, darauf spezialisiert, unschuldig Verurteilte zu rehabilitieren, will unbedingt die Wahrheit herausfinden. Doch als sie zu tief in Hegels Fall gräbt, bringt sie nicht nur sich selbst in größte Gefahr …
Ich muss gestehen, mich hat Fitzeks Namen gelockt. Aber das Buch hat einen ganz anderen stil.
Ich las vor Jahren ein Buch von Vincent Kliesch, kann mich aber ehrlichgesagt nicht mehr richtig erinnern. Ich fand es damals allerdings recht blutig und brutal.
Bei diesem war es nicht ganz so, allerdings hatte ich irgendwie auch was anderes erwartet. Ich kannte die Werbung für das Hörspiel und war dann vom Buchfast enttäuscht.
Natürlich ist es spannend, es hat ein paar unerwartete Momente, aber es war jetzt auch nicht herausragend.
Für Thrillerfans ist es wohl eher geeignet als für mich, da ich sehr selten Krimis oder Thriller lese.










