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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Streiflicht:

Interessant und hilfreich

Leaky Gut von Dirk Schweigler

Wer sich fragt, ob mit seinem Körper etwas nicht stimmt, immer wieder Probleme mit der Verdauung und dem Darm hat, der ist bei diesem Buch genau richtig. Ich fand es sehr spannend, mich auf die Spur des Leaky Gut zu machen und denke, dass diese doch sehr unbekannte Erkrankung Ursache vieler Leiden sein kann.

Gut gefallen hat mir die Aufbereitung der Informationen in diesem Buch. Es ist interessant und hilfreich zugleich. Es bietet Infos zur Krankheit, deren Diagnose und was man unternehmen kann, um die Symptome zu lindern und der Erkrankung Einhalt zu gebieten. Das ist so geschrieben, dass es schon in Details geht und auch medizinisch wird, gleichzeitig aber auch für jeden verständlich ist. Man kann gut nachvollziehen, was nötig ist, was hilft und was eher nicht. Auch die Frage nach der Finanzierung der ganzen Untersuchungen fand ich gut und sinnvoll. Schließlich ist genau das oft der Knackpunkt.

Ein kurzes, aber dennoch umfassendes Buch, das „bekömmlich und gut verdaulich“ beschreibt, was man wissen muss, was man unternehmen kann und was man beachten sollte. So sollten Gesundheitsratgeber sein.

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Rezensionen von Streiflicht:

Sehr nordisch, sehr gut

Löwenzahnkind von Bengtsdotter Lina



Seit ich zum ersten Mal von diesem Buch gehört bzw. die Kurzbeschreibung gelesen hatte, wollte ich es unbedingt haben und lesen. Und nun bin ich traurig, dass es zu Ende ist und gleichzeitig begeistert, weil es so toll war.

Hauptfigur Charlie ist ein Querschläger, sie trinkt und feiert und hat sich privat kaum im Griff – dennoch ist sie eine geniale Ermittlerin.

Als aber ein Mädchen verschwindet und sie an den Ort ihrer Kindheit zurückkehren muss, zerspringt ihr so sorgsam zusammen gehaltenes Leben plötzlich in tausend Teile. Alte Erinnerungen, der aktuelle Fall, verworrene Beziehungsgeflechte, Alkohol und eine tiefe Traurigkeit verweben sich zu einem sehr nordischen Gemisch, das die Hauptfigur tief in sich einsaugt. Was danach kommt, weiß man nicht. Wer was getan hat, weiß man lange nicht. Erst am Ende löst sich das Gewirr und zeigt, was dahinter ist. Und das alles wunderbar melancholisch, nordisch und manchmal auch traurig. Aber immer lesenswert, sodass die Seiten quasi wie von selbst dahin fliegen.

Ein unglaublich guter Roman, der mich weggerissen hat, der mich begeistert hat, Tränen fließen ließ und mich zum Schmunzeln gebracht hat. Nun hoffe ich sehr, dass dieses Buch mit der ungewöhnlichen Hauptfigur nur der Auftakt zu einer Serie war und ich von Charlie noch sehr viel mehr lesen werde!

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Rezensionen von Streiflicht:

Ein Schatz der Erzählkunst

Löwenzahnkind von Bengtsdotter Lina

Ich dachte, dieses Buch ist einfach ein spannender Roman, ein Krimi, in dem eine Detektivin nach einer verschwundenen jungen Frau sucht. Aber weit gefehlt! Denn dieses Buch ist so viel mehr! Quasi jede Seite ist ein Schatz, viele Sätze sind einfach nur Juwelen! Ich bin und war begeistert und musste mehrfach nicht nur schmunzeln, sondern laut lachen.

Die Beschreibungen von Personen, Orten und Begebenheiten sind zum Teil so skurril und grotesk, dass es einfach genial ist. Der Autor hat eine wunderbare Beobachtungsgabe, kombiniert mit der Fähigkeit, diese Gedanken in wahre Satz-Prachtstücke zu verwandeln. So wird zum Beispiel eine sehr wichtige Figur, der marokkanische Kommissar so detailreich beschrieben, dass ich in vor mir stehen sah. Wenn man seine ganze Geschichte kennt, versteht man auch, warum alles so sein muss.

Genial beschreibt der Autor die Geschichte, in dem er Detektivin Rita die Reise nachkonstruieren lässt. Sie reist auf den Spuren des verschwundenen Mädchens und macht für den Leser das Geschehen damals und heute nachvollziehbar.

Nach und nach erst entblättert sich die Realität und alte Geheimnisse und Geschichten kommen ans Tageslicht. So kann man als Leser immer mehr in die Lebensgeschichte der Verschwundenen, aber auch von Rita abtauchen.

Meiner Meinung nach ist auch die Lebensart der Menschen in Nordafrika herrlich dargestellt und wirkt realistisch. Man merkt, wie die Welten aufeinander krachen, wie verschiedenen das Denken der Menschen in Nordafrika und im nördlichen Europa ist. Da stehen sich Gegensätze gegenüber, da geraten Figuren in Fettnäpfchen oder Fallen, da wird eine Unterhaltung zur Farce. Gleichzeitig sind da überall liebenswerte Menschen, egal wo. Sie zu finden, ist die Kunst und zugleich das größte Glück.

Für mich ein wahrer Schatz der Erzählkunst. Nicht nur wegen der wunderbaren, witzigen Beschreibungen, sondern auch wegen der Geschichte, die dahinter steckt und sich erst nach und nach preis gibt.

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Rezensionen von Streiflicht:

Wie Urlaub

Lava und Wellen: Tod auf dem Vulkan von Sabine Strick

Sobald ich von diesem Buch gehört hatte, war mir klar, dass ich es unbedingt lesen möchte. Mein Urlaub auf La Réunion war eine der schönsten Zeiten in meinem Leben und ich denke immer wieder gerne und voller Sehnsucht daran zurück. Gleichzeitig liebe ich spannende Bücher, sodass dieser Krimi unbedingt von mir gelesen werden wollte.

Nun bin ich durch und traurig, dass es schon vorbei ist, andererseits auch dankbar für die wunderbaren Lesestunden, die wie ein Urlaub für mich waren.

Man merkt, dass die Autorin die Insel kennt und gut recherchiert hat. Eine kleine Karte wäre vielleicht nicht schlecht gewesen, aber zum Glück gibt es ja auch Google Maps. Dort war ich viel unterwegs, um nochmal gut nachvollziehen zu können, wer wann wo ist. Es war herrlich – zumindest in Gedanken – nochmal auf der Insel zu sein. Die vielen Erinnerungen haben das Lesen noch schöner gemacht. Wer noch nicht auf dieser wunderbaren Insel war, wird nach der Lektüre dorthin wollen, nehme ich an.

Der Kriminalfall und die Verbindung mit dem Privatleben des Ermittlers haben mir ebenfalls gut gefallen. Es war spannend, emotional, lustig, unterhaltsam – wie das Leben eben ist. Der Krimi ist logisch, gut nachvollziehbar und in sich rund und geschlossen, das finde ich wirklich gut. Gleichzeitig ist es eine ausgewogene Mischung aus Privatleben, Landschaftsbeschreibungen und guter Unterhaltung! Da sich am Ende eine Chance auftut (nein, mehr kann ich leider nicht verraten!), hoffe ich, dass es bald eine Fortsetzung zu diesem tollen Buch auf dieser herrlichen Insel gibt!

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Rezensionen von Miro76:

Wo die Flusskrebse singen

Der Gesang der Flusskrebse von Delia Owens

Catherine Danielle Clark, von ihre Familie liebevoll Kya gerufen, ist sechs Jahre alt, als ihre Mutter die Hütte in der Marsch verlässt. In den nächsten Tagen brechen auch ihre Geschwister in eine ungewisse Zukunft auf, denn das Leben mit dem Vater ist unerträglich. Ein alkoholkranker Kriegsveteran, dem ständig die Hand ausrutscht.

Auch der jüngste Bruder schafft es nicht zu blieben und so ist es an Kya, zu lernen sich durchzuschlagen. Vorerst scheint es, als würde sich die Lage mit dem Vater entspannen, aber schon bald greift er wieder zur Flasche und auch er geht weg ohne Widerkehr.

Kya lernt von der Marsch zu leben. Die Dorfbewohner meiden das "Marschmädchen" doch in der Gemeinde der Schwarzen findet sie Hilfe. Sie findet einen Freund, der ihr lesen beibringt und den sie lieben lernt. Doch auch er hat nicht die Kraft, bei ihr zu bleiben. Sie ist zu anders in ihrer Abgeschottenheit. Nie findet sie Anschluss an die Gemeinschaft der Menschen in ihrer Gegend.

In ihrer Einsamkeit wird sie zu einer Spezialistin der Marschflora und -fauna und schafft es schließlich daraus Kapital zu schlagen. Sie ist intelligent und talentiert, bleibt aber ausgeschlossen.

In einem zweiten Erzählstrang folgen wir einem Kriminalfall. Ein Toter wurde am Fusse des alten Feuerwehrturms gefunden und ohne viele Beweise wird das Marschmädchen verdächtigt. Die alten Vorurteile leiten Polizei und Dorfbewohner. Wird Kya eine faire Chance bekommen?

Die Autorin verwebt hier zwei Handlungsstränge, getrennt in der Zeit, gekonnt miteinander. Sie lässt Kya langsam erwachsen und resilient werden, denn sie konnte sich immer nur auf sich selbst verlassen. In ihr steckt eine unbändige Kraft, die sie einen Schritt nach dem anderen tun lässt. Sie entwickelt einen starken Charakter und lässt uns mitleiden und mitlachen. Ihre Geschichte ist die traurigste und schönste zugleich.

Das Buch ist von der ersten bis zur letzen Seite spannend. Die Gegend ist so anschaulich beschrieben, dass man sich mitten in die Marsch versetzt fühlt und Kyas Charakter so klar ausgeformt, dass ihr Handeln, trotz Überraschungen, absolut nachvollziehbar ist.

Mich konnte diese Geschichte restlos begeistern und ich hoffe, Delia Owens lässt uns nicht zu lange auf ihr zweites Buch warten!

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Rezensionen von Gluecksklee:

Vereint Poesie mit hemmungsloser Direktheit

Auf Erden sind wir kurz grandios von Ocean Vuong

Der erste Roman des Autors Ocean Vuong „Auf Erden sind wir kurz grandios“, ist eigentlich ein sehr langer Brief an die Mutter des Protagonisten. In diesem „Brief“ werden unglaublich viele Themen angesprochen: Kriegstraumata, die die Mutter und Großmutter aus dem Vietnam-Krieg mit sich herumtragen, die gewalttätigen Ausbrüche der Mutter ihrem Sohn gegenüber, die Schizophrenie der Großmutter, was es bedeutet, sich in eine Kultur einzufügen, die einen selbst als fremdartig abstempelt, Drogenprobleme, eine erste tragische Liebe…
Dabei verfolgt der Autor in seiner Erzählung keinen linearen Erzählstrang.

Immer wieder werden einzelne Fragmente beleuchtet, mal aus der frühen Kindheit des Jungen, der den ganzen Roman hindurch nur „Little Dog“ genannt wird und dessen wahren Namen man bis zum Schluss nicht erfährt, mal gewährt der Autor einen Einblick in das Leben der Mutter und Großmutter des Protagonisten, bevor diese nach Amerika kamen… was alle diese Fragmente (Kapitel wäre für mich hier nicht der richtige Begriff) gemeinsam haben, ist die Emotion, die durch sie transportiert wird. Das schafft der Autor zum einen durch eine sehr poetische Sprache, die immer wieder von hemmungslos direkt und offen formulierten Abschnitten durchbrochen wird. Die Schläge der Mutter werden beschrieben, aber eigentlich schwingt kein direkter Vorwurf an die Mutter mit in den Passagen, die sich damit befassen, sondern eher ein Gefühl von Traurigkeit, dass die Mutter, die mal so liebevoll ist, auch immer wieder in Ausbrüchen von Gewalt versinkt.
Einige Teile des Romans, vor allem zum Ende des zweiten der drei Abschnitte des Romans, waren mir ein wenig zu eklektisch. Es fiel mir hier schwer, den Überblick zu behalten, an wen sich die Aussagen richten oder von wem sie handeln. Vielleicht ist das aber auch durch den Autor so beabsichtigt. Der Großteil des Romans gibt dem Leser immer Anhaltspunkte, zu welchem Zeitpunkt im Leben von „Little Dog“ man sich gerade befindet.
Von mir erhält „Auf Erden sind wir kurz grandios“ vier von fünf Sternen. Es ist ein aufwühlender Roman, der den Leser berührt und fesselt, selbst über die letzte Seite hinaus.

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Rezensionen von Marie aus E.:

Das erste selbst gebackene Brot - ich bin stolz wie Bolle

Brot backen mit Christina von Christina Bauer

Ich liebe Koch- und Backbücher, aber realistisch eingeschätzt, landen die meisten oft doch nur im Bücherregal. Mehr als ein bis zwei Rezepte (wenn es hochkommt) reizen mich dann letztendlich doch nicht zum Ausprobieren.

Das ist hier gaaaaaaanz anders!

Christina schafft es mit ihren Rezepten, dass ich nahezu jedes ausprobieren und nachbacken möchte.

Das Gefühl, als ich mein erstes selbstgebackenes Brot aus dem Ofen genommen hatte, war einfach unbeschreiblich.
Ich hatte mir Brot backen viel komplizierter vorgestellt, dabei braucht es so wenig.

Das Krustenbrot war köstlich, die Kruste richtig schön knusprig, hier habe ich nur einen Fehler gemacht, ich hatte beim ersten Versuch kein Backpapier verwendet und der Teig ist am Blech kleben geblieben. Deswegen mein Tipp: bei dem Brot braucht es das Papier.

Die anderen Teige wie das Vegie-Fladenbrot und das Zupfbrot waren hingegen völlig pflegeleicht, sie haben nicht mal beim ausrollen des Teigs Mehl gebraucht, geschweige denn Backpapier.

Mein zweiter Tipp: auch wenn die Fotos so köstlich aussehen, nicht gleich wild losbacken, sondern tatsächlich erst mal die Hinweise zu Beginn alle brav durchlesen.
Hier ist auch eine Übersetzungstabelle von Österreich nach Deutschland enthalten. Denn seltsamerweise sind die Mehlsorten in Europa nicht einheitlich benannt, in Ö ist die Nummerierung anders als in D. Und nachdem es ein Backbuch aus Österreich ist, ist in den Rezepten natürlich auch diese Mehlnummer verwendet. Das kann in Deutschland dann zu erfolglosen Suchaktionen vor Supermarktregalen führen...muss aber nicht sein, wenn man die Tabelle geschwind abfotografiert.

Als nächstes werde ich mich nun an Sauerteig wagen und freue mich schon sehr auf den leckeren Brotduft, der dann wieder durch die Wohnung wabern wird.

Das Buch wurde übrigens wie alle Bücher aus dem Löwenzahn-Verlag auf höchstem ökologischen Standard gedruckt, klimapositiv und ohne Plastikfolie.

Brot backen mit Christina macht glücklich - mich zumindest!

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Eine bissiges BUch - eine Lesesmpfehlung

Teufelsküche von Peter Gnaiger

Peter S. Gnaiger ist Journalist bei den „Salzburger Nachrichten“, in der er die Kolumne „Teufelsküche“ betreibt.

Dieses Buch ist eine Zusammenfassung dieser Kolumne, die mit den selbst ernannten und vermutlich von der Convenience-Industrie gesponserten Gourmet-Kritikern hart ins Gericht geht.

In acht Kapiteln erfahren wir, mit durchaus bissigem („al dente“) Humor, was so in den Küchen so mancher Gourmet-Tempel vor sich geht.

Da treten Blender und Besserwisser auf, die ganz subtil entzaubert werden. Junk Food statt bodenständigem Essen? Vorgefertigtes und Aufgetautes statt Frisch gekochtem?

Wie kann es sein, dass ein Kilogramm Schweineschale (Schnitzelfleisch) billiger sein als drei Äpfel? (S.55). Ein solches Stück Fleisch ist - als Sonderangebot - im Supermarkt bereits um Euro 2,99 erhältlich.

Dieser und ähnlichen Fragen geht der Autor nach. Stellenweise vergeht einem, ob der verwendeten Zutaten, fast der Appetit.

Besonders gut gefällt mir der Beitrag über Curnonsky, jenem französischen Kolumnisten, der, um die Moral der französischen Soldaten im Ersten Weltkrieg aufrecht zu erhalten folgendes schrieb:
„Wie zerlege ich einen Hasen perfekt, der mir während der Patrouille vor die Büchse läuft?“. Oder später beschreibt er ein katastrophales Menü mit diesen Worten:
„Wenn die Suppe genauso warm gewesen wäre wie der Wein. Der Wein auch alt wie das Huhn und die Poularde ebenso fett wie die Hausfrau, dann wäre es perfekt gewesen.“
Für diese Art des beißenden Humors haben ihn die Leute geliebt. Die Beschreibung so mancher Gourmet-Kritiker, die in eine ähnliche Kerbe schlagen wollen, klingt leider weniger originell.

Der Autor macht auch vor der österreichischen (Tages)Politik nicht halt und erklärt schlüssig, warum Wladimir Putin in Gamlitz war und rein zufällig bei einer Hochzeit einen Walzer mit der Braut tanzte (S.129).

Das Buch ist im Klagenfurter Wieser-Verlag in gediegener, gebundener Ausführung mit Lesebändchen erschienen - ein passendes Präsent, besonders wenn man ein naturbelassener Lebensmittel dazu gibt.


Fazit:

Ein bissiges Buch, dass trotz allem Lust auf gutes Essen macht und uns dafür sensibilisieren soll, nicht jedem Artikel, der in einem Gourmet-Führer steht, Glauben zu schenken. Gerne gebe hier wohlverdiente 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Eine Hommage an eine Rennstrecke

Teufelsküche von Peter Gnaiger

Dieses vom Salzburger Anton-Pustet-Verlag herausgegebene Buch ist eine Hommage an die zweite österreichische Rennstrecke, den Salzburgring. Die Neuauflage erfolgt nun zum 50. Geburtstag dieses Rundkurses. Braucht Österreich zwei Rennstrecken? Wie kam es dazu? Diesen und anderen Fragen geht der Autor akribisch nach.

In zahlreichen Beiträgen kommen ehemalige Rennfahrer, Streckenposten und Fans zu Wort. Jeder berichtet über seine eigenen Erfahrungen mit dieser Rennstrecke. Ein Formel I-Rennen hat zum Leidwesen vieler niemals stattgefunden. Die wurden auf den Österreich-Ring im steirischen Zeltweg (heute „Red Bull Ring Spielberg“) ausgetragen.

Legendär sind die DTM-Rennen sowie die zahlreichen Motorradrennen, für die die Rennstrecke nahe der deutschen Grenze berühmt/berüchtigt ist.
Interessant ist, dass hier die Geburtsstunde der professionellen Streckenposten geschlagen hat, ohne die ein Grand Prix heute nicht mehr vorstellbar ist.


Liebevoll hat der Autor Fotos zusammengetragen. Hin und wieder klingt ein wenig Wehmut zwischen den Zeilen durch. Für Freunde schneller Autos und Motorräder ein nettes Geschenk, dem Salzburgring noch ein „Happy Birthday“ zum 50er.

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Jede Menge Recherchefehler

Karolinas Töchter von Ronald H. Balson

Dies ist der zweite Fall für Detektiv Liam Taggart und Rechtsanwältin Catherine Lockhart.

Lena Scheinmann-Woodward, 89 Jahre alt und eine vermögende Witwe, ist eine Überlebende der Shoah. Sie bittet Lockhart und Taggart etwas über die Zwillingstöchter ihrer besten Freundin Karolina herauszufinden, die während eines Transportes „verloren gegangen“ sind.

Aufmerksam hören Liam und Catherine der alten Frau zu, die ihre Lebens- und Leidensgeschichte von ihrer Geburt 1924 als Tochter eines jüdischen Kaufmanns in Chrzanòw, Polen, bis zu ihrer Ankunft in den USA 1949 erzählt.

Catherine macht sich eifrig Notizen, Liam versucht auf Grund der wenigen Angaben, etwas über die Kinder herauszufinden.

Unterbrochen werden diese „Sitzungen“ durch Arthur Woorward, Lenas Sohn, der seine Mutter entmündigen lassen will, weil er die Existenz der Töchter für ein Hirngespinst seiner Mutter hält. Er bezichtigt Catherine, seine Mutter in diesem Glauben noch zu bestärken und so an ihr Geld zu kommen. Arthur strebt ein Gerichtsverfahren an, in dessen Folge Catherine sogar ins Gefängnis muss.

Meine Meinung:

Diese unglaubliche Geschichte ist bizarr und wird von den Schikanen des Sohnes und seiner Anwälte mehrmals unterbrochen. Ob das ein übliches Procedere in den USA ist? Möglich ist es dem amerikanischen Rechtssystem schon.

Inzwischen bin ich unsicher, wie viel und was ich in diesem Buch glauben soll. Denn wie schon in „Hannah und ihre Brüder“ unterlaufen dem Autor einige Recherchefehler.

Beispiele gefällig:

Beispiel Nr. 1: Gleich im ersten Kapitel ein Fehler: Es wird auf das andere Buch Balsons verwiesen, in der Ben Solomon einen angesehenen Bürger Chicagos als seinen Ziehbruder und Nazi-Schergen entlarvt. Hier wird der Name mit Otto Piatek angegeben obwohl er in „Hannah und ihre Brüder“ Otto PIONTEK heißt. Kennt der Autor seine eigenen Bücher nicht?

Beispiel Nr. 2: In Kapitel 13 erhält die kranke Lena 1941 im Ghetto Antibiotika. Das stimmt aus mehreren Gründen historisch nicht: Erstens, nur Briten bzw. Amerikaner verfügten über solche Medikamente und die gaben sie sicher nicht für irgendwelche jüdischen Mädchen im Ghetto aus. Zweitens, die Nazis selbst verwendeten Sulfonamide, die auch erst in Erprobung waren. Man hat vor allem an jüdischen KZ-Insassen klinische Studien durchgeführt, ohne auf irgendwelche Nebenwirkungen zu achten. Drittens, woher sollte ein einfacher deutscher Soldat dieses Medikament her haben? Völlig an den Haaren herbeigezogen. Wenn das ein Indiz für die Verwirrung von Lena sein sollte, wäre das gut gelungen. Weder Liam (der Super-Detektiv) noch die Anwältin hinterfragen das.

Beispiel Nr. 3: Auch, dass die jungen Frauen von Siegfried den einen oder anderen Kübel Kohle zum Heizen erhalten, erscheint unglaubwürdig. Im ganzen Ghetto wird seit Monaten nicht geheizt und dann plötzlich schon. Und keiner sieht Rauch aufsteigen?

Beispiel Nr. 4: Im Kapitel 38, schenken die Bewohner des tschechischen Dorfes Parschnitz den KZ-Insassen Käse und Obst, vor allem Bananen - völlig absurd! Die Menschen hatten selbst nichts mehr und hungerten. Außerdem war es bei Todesstrafe verboten, Juden zu helfen. Das Lager Parschnitz war 1944 Außenstelle des KZ Groß-Rosen mit mehr als 2.500 Jüdinnen. Zuvor war es, ab 1940, ein Lager für Zwangsarbeiter.

Beispiel Nr. 5: Fehler in der geografischen Lage. So liegt Mauthausen südlich von Chrzanòw und nicht nördlich.

Außerdem verwundert es mich immer wieder, wie Liam und Catherine ganz einfaches nicht nachfragen, z. B. wer der Ehemann von Lena ist. Ein Detektiv müsste meiner Ansicht nach auch vom Klienten ein ordentliches Dossier anlegen. Ein ähnlicher Fehler ist dem Autor schon in seinem Buch „Hannah und ihre Brüder“ unterlaufen.

Die beinahe schon fanatische Suche von Lena Woodward nach den Kindern hat bei mir recht bald den Gedanken aufkeimen lassen, dass es sich um ihre eigenen Zwillinge handelt und, dass Karolina so etwas wie eine Projektionsfläche ist.

Zwei Babys aus einem, wenn auch langsam fahrenden Zug zu werfen, die das völlig unbeschadet überstehen, klingt auch nicht sehr glaubwürdig, selbst wenn die Kinder stramm in Decken eingewickelt und verschnürt worden wären.

Die Charakters von Liam und Catherine wirken nach wie vor ein wenig naiv. Es wird gemutmaßt und spekuliert, aber wenig hinterfragt. Dass Liam nach 70 Jahren einen „Oberst Müller“ in Deutschland ausfindig macht, klingt ebenso unglaubwürdig als fände er einen „John Smith“ in den USA.

Arthur Woodward wird als zorniger Mann dargestellt, dem es vordringlich um sein Erbe geht. Und plötzlich am Ende macht er eine 180° Kehrtwendung? Wie plausibel ist das? Meiner Ansicht nach gar nicht!

Fazit:

Leider kann ich diesem Buch nicht mehr als 2 Sterne geben, denn die historischen Fehler sind wirklich gravierend.

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