Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Furbaby_Mom:
Ein Pageturner der Extraklasse – einfach genial!
Bis ihr sie findet von Lodge Gytha
Schon das Cover erweckt einen unbehaglichen Eindruck – ein nebliger Wald, keine Menschenseele in Sicht. Es ist eine für das Genre durch und durch treffende Covergestaltung, die neugierig auf den Inhalt macht.
Ich kann nur sagen: Wow! Dieses Werk hat mich komplett positiv überrascht und ich bin im Nachhinein so froh, mich darauf eingelassen zu haben.
Ich lese gerne mal einen Krimi/Thriller, oftmals lässt sich allerdings anhand des Klappentextes bereits die Auflösung erahnen und dann entscheide ich je nach verfügbarer Freizeit, ob ich den Roman trotzdem lesen werde. Hier war dies von Anfang an anders. Gleich sechs Verdächtige – darunter die Schwester der Toten. Ich musste unbedingt herausfinden, wie diese Konstellation aufgelöst werden würde und mit dem Ergebnis hatte ich tatsächlich nicht gerechnet. Ein meisterhaft verwobener Plot! Als ich erfahren habe, dass dieses Werk der erste Band einer Krimireihe um DCI Sheens ist, habe ich mir den Namen der Autorin gleich notiert und freue mich jetzt schon auf Band Nr. 2!
Südengland, 1983. Sieben Jugendliche verbringen im Sommer eine Nacht im Wald. Sie wollen gemeinsam zelten, tanzen, Spaß haben – inklusive Drogen und Sex. Unter ihnen ist die 14-jährige, in all diesen Sachen völlig unerfahrene, verträumte Aurora, die jüngere Schwester der hübschen Topaz. Normalerweise hängt Aurora nie mit der Clique ab, die an der ganzen Schule bekannt ist. Brett Parker, der Schwarm aller Mädchen, ist auch mit von der Partie. "Er war der ältere Junge, in den alle verknallt waren, der Star-Sportler, dem sofort ein Dutzend Mädchen zusah, wenn er bloß im Schwimmbecken der Schule trainierte." Sie kann es kaum fassen, dass ausgerechnet sie mit ihm Zeit verbringen darf und er auch noch so unerwartet freundlich zu ihr ist. "Sie empfand eine Mischung aus Dankbarkeit und Ängstlichkeit." Topaz hingegen ist schwer genervt; ihr ist die Anwesenheit ihrer kleinen Schwester peinlich. Aurora nervt sie - wie eine lästige Fliege, die einfach nicht verschwinden will. Und flirtet sie etwa mit Brett, mit dem Topaz ganz eigene Pläne hat?! Topaz ist sexy und sich ihres guten Aussehens – und ihrer Wirkung auf Jungs – voll bewusst. Sie und ihre beste Freundin Coralie spielen diesen Sex-Appeal gerne aus. Vor allem aber bekommt Topaz immer das, was sie will... Die unbeschwerte nächtliche Party im Wald nimmt ihren Lauf, gefolgt von einem ernüchternden Morgen, der sich in Grauen verwandelt, als sich herausstellt, dass Aurora spurlos verschwunden ist. Dreißig Jahre später stolpert ein Kind, das mit seiner Familie dort einen Campingurlaub verbringt, über menschliche Knochen. Schnell stellt sich heraus: es sind die sterblichen Überreste Auroras. Und mit einem Mal wird der Cold Case um ihr Verschwinden brennend heiß.
Gegenwart und Vergangenheit wechseln sich als Erzählzeit ab. Mal findet man sich als Leser mitten in den aktuellen Ermittlungen der Polizei wieder, die den Fall um Aurora nun groß wieder aufrollt, wobei es äußerst interessant ist, die mittlerweile erwachsenen Mitglieder der damaligen In-Clique 30 Jahre nach der verheerenden Nacht zu erleben, ihren Verhören zu lauschen und vergleichen zu können, wie sehr ihr Wesen sich verändert hat. Kaum jemand hätte beispielsweise dem tätowierten Troublemaker Connor damals zugetraut, dass er eines Tages Professor werden und ein sittsames Leben führen würde. Oder geahnt, dass die besten Freundinnen Topaz und Coralie sich je entfremden würden. Andererseits stellt sich ohnehin die Frage, wie gut sie alle einander wirklich gekannt hatten. Diese eine Nacht hatte alles verändert.
Parallel dazu taucht man in die Perspektive von Aurora ein und findet sich plötzlich inmitten des Waldes, in einer warmen Juli-Nacht des Jahres 1983, wieder. Keines der Story-Elemente wird in der Ich-Perspektive erzählt, dennoch werden insbesondere die Gedanken und Gefühle der jungen Aurora so eindringlich beschrieben, dass sie mich – vor allem aufgrund Auroras kindlicher Reinheit, Unbekümmertheit und ihrer menschlichen Güte - schlichtweg an dieses Buch gefesselt haben. Ich musste einfach wissen, was genau dem jungen naturverbundenen, herzensguten Mädchen, dem ich so sehr eine erfüllte Zukunft gegönnt hätte, zugestoßen war. Warum hatte sie sterben müssen? Der Wechsel zwischen den Zeitebenen erfolgt gekonnt genau dann, wenn man gerade rein gar nicht aus der jeweiligen Handlung gerissen werden möchte – so spannend! Im Laufe der Lektüre war ich mir mindestens fünfmal sicher, den wahren Täter ausgemacht zu haben. Bis kurz vor dem Ende bleibt allerdings alles offen und man tappt hinsichtlich der wahren Hintergründe der Tat im Dunkeln.
Während der zuständige Ermittler Detective Chief Inspector Jonah Sheens, der einst gemeinsam mit den Verdächtigen die Schulbank gedrückt und selbst vergeblich nach der Vermissten gesucht hatte, und sein Team alle Aussagen erneut aufnehmen, um Ungereimtheiten in den damaligen Kommentaren der Jugendlichen zu finden, lassen manch Gedankengänge Jonahs darauf schließen, dass er selbst eine persönliche, vor seinen Kollegen (und uns Lesern) geheim gehaltene Erinnerung an die vergangenen Ereignisse hat. Ich habe mich permanent gefragt, was er wohl verbergen würde. "Er sah wieder zu ihrem Foto. Der Anblick ihrer strahlenden Schönheit rief ein unbehagliches Gefühl in ihm wach, die Erinnerung an einen ganz bestimmten Abend, an eine verwirrte Folge von Handlungen, die er seit dreißig Jahren verzweifelt zu vergessen suchte." Die hochmotivierte 'Neue' im Team, Detective Constable Juliette Hanson, beeindruckte mich mit ihrer gründlichen Recherchearbeit und war mir direkt unheimlich sympathisch.
Gytha Lodge versteht es, einen nüchtern-faktischen, aber auch mit emotionalen Details gespickten Schreibstil absolut mitreißend wirken zu lassen. Authentische, den jeweiligen Charakteren realistisch angepasste Dialoge und insbesondere die atmosphärischen Beschreibungen der Juli-Nacht fügen sich zu einem faszinierenden Sog zusammen, dem man sich nur schwer entziehen kann.
Fazit: Dunkle Geheimnisse, Schuld und Verrat. Manipulation und Machtspiele, aber auch Loyalität und Freundschaft. Ein klassischer Whodunnit, der mich restlos begeistert hat! Für mich ist es der Thriller des Jahres. - Eine unbedingte Leseempfehlung für alle, die gerne rätseln und mitfiebern.
Rezensionen von yellowdog:
derb
Blaumann von Harald Darer
Harald Darers Roman Blaumann ist ein satirisch angehauchter Roman über die Arbeitswelt vor 25 Jahren. Das Buch ist recht derb und spielt reichlich mit Klischees.
Der Ton selbst kommt mir, der ich auch eine handwerkliche Ausbildung absolviert habe, bekannt vor, aber auch ein wenig übertrieben und was dann die ausführlichen Abschnitte über Hämorrhoiden soll, erschließt sich mir nicht.
Aber Stimmungen erzeugen kann der Autor. Dazu gehören neben den Beschreibungen der Arbeitswelt auch der Brief der Frau des Protagonisten an seinen Kollegen.
Dennoch verpufft das meiste leider wirkungslos.
Fazit: Ich habe den Roman, der auf der Longlist des Österreichischen Buchpreis steht, mit Interesse gelesen, aber gefallen hat er mir leider nicht.
Rezensionen von Petra:
ein Durcheinander
Der Teufel von Blackwood Hall von Julia London
WIECHMANN8052
VERÖFFENTLICHT AM 07.09.2019
EIN DURCHEINANDER
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Klappentext:
Miss Grace Cabot braucht dringend einen reichen Mann, um den Ruin von ihrer Familie abzuwenden. Deshalb stellt sie dem vermögenden Lord Amherst eine Falle: Wenn er zu ihrem heimlichen Rendezvous erscheint, wird sie ihn in eine kompromittierende Situation bringen und ihn so zur Ehe zwingen.
Und kaum betritt sie den dunklen Raum, spürt sie seinen hungrigen Mund auf ihrem und das Reißen des Stoffs über ihren Brüsten … Doch als das Licht angeht, sieht sie schockiert, wer sie da schamlos verführt hat: nicht der charmante Lord Amherst, sondern sein düsterer Bruder Jeffrey, Earl of Merryton! Man sagt, er sei mit dem Teufel im Bunde - und ihn muss Grace nun heiraten!
Meinung:
Der Teil mit der Liebe war in Ordnung. Aber das Darum herum brachte mich manches Mal ins Stolpern. Das Wieso, Weshalb, Warum war teilweise so abstrus das ich nur den Kopf schütteln konnte. Mir fehlten die Erklärungen weshalb der Earl Zwangsstörungen hatte, eine schlimme Kindheit hatten wohl die meisten Kinder in der Zeit. Auch der Bruder, erst war er begehrt dann wurde er verachtet, dann war er wieder einer von den Guten.
Der Roman hatte explizite Sexszenen die teilweise nicht so richtig ins Bild passten.
Rezensionen von yellowdog:
absorption
Jorinde Voigt von Julia London
Jorinde Voigt ist eine interessante Berliner Künstlerin. Ihr Werk besteht aus vielen Bildtafeln mit außergewöhnlichen Formen und vermag zu faszinieren, besonders die intensiven Farbexplosionen.
Den farbfreudigen Immersion I bis X folgt das Integral in dunkleren Motiven.
Schließlich folgt ein Text der Kunstkritikerin Jeso Khadivi über Joringe Voigts Immersion und das gleich in mehreren Sprachen.
Schließlich wechseln sich dunkle und helle Bilder ab und entwickeln entsprechend Wirkung.
Es bleibt etwas hängen und der Name Jorinde Voigt wird dem Betrachter im Gedächtnis bleiben.
Rezensionen von nil_liest:
Grundschüler für das Thema Müll sensibilisieren!
Weniger ins Meer von Hannah Wilson
Jeder spricht momentan über das Thema Müll und das es zu viel ist was wir produzieren in der heutigen Konsumgesellschaft. Zu Recht wie ich finde! Aber wie erklärt man schon den Jüngsten was da eigentlich passiert, wenn man sagt, dass wird recycelt? Es fängt schon bei dem schweren Wort an: Recycling!
Und dann gibt es ja auch noch unterschiedliche Rohstoffe, hier gilt es auch noch zu differenzieren! Hannah Wilson nimmt sich genau dem an in ihrem Kindersachbuch „Weniger ist Meer“.
Sehr übersichtlich mit einer Einleitung wie unser schöner Planet vermüllt und was das Problem ist beginnt dieses übersichtliche Buch.
Dann folgt für jeden Rohstoff ein Kapitel (Plastik, Glas, Papier, Metall, Textilien, Lebensmittel) in dem zunächst erklärt wird um was es sich da eigentlich handelt. Dann wird in jedem Kapitel erklären wie es recycelt wir und Tipps für die Müllvermeidung bekommen die Kinder auch noch an die Hand. Zum Schluss sind Upcycling Ideen zum Basteln per Rohstoff aufgezeigt. Eine runde Sache, bei der Kinder ihr Wissen erweitern und mit den Tipps und Bastelanregungen sogleich aktiv werden können. Alles sehr anschaulich mit vielen Graphiken und Bildern um es verständlich zu machen. Auch gibt es einzelne Textboxen die alle einzeln gelesen werden können und einen Leseanfänger nicht überfordern. So kann ein Grundschüler sich das Buch immer wieder zur Hand nehmen und die Illustrationen anschauen und mal die eine mal die andere Box lesen. Natürlich eignet es sich auch bereits im Vorschulalter zum Vorlesen! Ganz hinten im Buch gibt es auch ein Glossar, dass Begriffe kindgerecht erklärt.
Fazit: Ein aufklärendes und bereicherndes Buch, das Grundschüler für ein so wichtiges Thema sensibilisiert!
Rezensionen von nil_liest:
Ein Kleinstadtpanoptikum
Der Sprung von Simone Lappert
Es gibt immer wieder Situationen, in denen wir Menschen begegnen und wir deren handeln und Aussprüche nicht nachvollziehen können. Aber was steht hinter diesen isoliert betrachteten Ausfällen? Es lohnt sich oft genauer hinzusehen und zuzuhören. Oft steckt etwas dahinter, dass Ausbrüche oder Abneigungen so extrem ausfallen.
Sei es ein traumatisches Erlebnis, ein Umstand, eine desaströse Kindheit, eine Abneigung gegen etwas oder oder oder. Und genau das zeigt uns dieses Buch auf eine facettenreiche Art. Menschen sind geprägt durch ihre Lebenserfahrungen.
Auch gibt es Situationen, in denen einzelne etwas tun und andere dadurch beeinflusst werden, auch wenn es indirekt ist, eine Art Schmetterlingseffekt. Auch das ist ein zentrales Element in diesem Romans.
‚Der Sprung‘ von der Schweizerin Simone Lappert ist ein besonderes Buch. Die Autorin hat ein feinsinniges Gespür für Sprache. Sie schmeißt bekannte sprachliche Bilder in die Luft und setzt sie nonchalant auf neuartige Weise wieder kreativ zusammen. Ein Beispiel wäre auf Seite 171 zu finden, wo es heißt: „Du kommst ganz nach deinem Vater, dem hat auch der Feinsinn fürs Brachiale gefehlt.“ Oder auch auf Seite 90 „weil Tanzen Träumen mit den Füßen war“.
Aber kurz zum Inhalt. Zunächst einmal geht ein Spotlight an und wir bekommen ein Bild von einer Frau auf einem Hausdach zugetragen und wie sie springt. Dann werden wir 24 Stunden zurück in die Vergangenheit versetzt. In jedem Kapitel lernen wir eine neue Person kennen. Immer wieder wechselt die Perspektive. Zunächst zusammenhangslos wie einzelne Puzzlezeile, aber dann setzt sich das Bild nach und nach zusammen. Zum Schluss ist das Bild komplett und einige Dinge dann doch anders als gedacht.
Das Figurenpersonal ist vielfältig und umfangreich. Eine Lektüre in längeren Etappen lohnt sich, sonst verliert man den Faden recht schnell. Faszinierend an dem Roman ist, dass die Personen so vielschichtig entworfen sind, dass jeder Leser eine persönlichen Fokus zu legen scheint und Sympathien und Antipathien unterschiedlich verteilt werden – wie im echten Leben.
Fazit: Mich hat der Roman begeistert und ich habe ihn sehr gerne gelesen. Einerseits eine leichte Lektüre, andererseits immer mit doppeltem Boden und einem Aufruf Menschen zunächst urteilsfrei zu begegnen, weil jeder eine Lebensgeschichte im Gepäck hat.
Rezensionen von yellowdog:
Stimmungsvolles Sportbuch
Miro von Ronald Reng
Ronald Rengs Sportbiografien ragen heraus aus dem was auf dem Markt erscheint. Miro macht da keine Ausnahme.
Miroslav Klose war ein Fußballer, dessen Art zu spielen mir immer gefallen hat, auch sein bescheidenes Auftreten war angenehm. Er wurde Meister in der Bundesliga, Pokalsieger und Weltmeister.
Mit seinem zurückhaltenden Wesen war er eine Ausnahmeerscheinung in der Bundesliga. Über den Mensch Miroslav Klose wusste ich wenig und dieses Buch hat die Lücke geschlossen.
Es werden auch die jungen Jahre erzählt, unter anderen wie Miro mit seiner Familie nach Deutschland gekommen ist. Sein Weg ist teilweise auch nicht leicht.
Nebenbei werden auch wichtige Momente in der Fußballgeschichte mit Intensität erzählt. Man erlangt tiefe Einblicke in Details des Fußballs, die in der Öffentlichkeit wenig diskutiert werden.
Ich finde es auch gut, dass die Biographie erst nach Beendigung von Klose Fußballkarriere erscheint. Biografien, die schon zu aktiven Zeiten erscheinen, bieten ja doch nur ein unvollständiges Bild.
Zum Ende hin gibt es viel Pathos, aber insgesamt kann man sagen: Ronald Reng hat ein Sportbuch gestaltet, das sich für mich spannend wie ein Thriller las. Mehr kann man wirklich nicht verlangen!
Rezensionen von Buechertraeumerin:
Leider nicht so tiefgründig, wie erwartet
Miro von Ronald Reng
Nina war immer die perfekte Tochter ihres Vaters, der ein großes Familienunternehmen leitet. Als dieser jedoch plötzlich erkrankt und verstirbt, muss sie seine Nachfolge an der Spitze der Firma antreten. Jedoch hat sie nicht damit gerechnet, hinter so viele Geheimnisse zu kommen, die ihr Vater offenbar hatte.
Und plötzlich muss sie sich fragen, wer ihr Vater wirklich war, wer sie sein möchte und vor allem wen sie liebt...
Der Schreibstil liest sich flüssig und angenehm und man kann der Geschichte gut folgen. Das Buch ist in sehr viele - teils auch recht kurze - Kapitel unterteilt. Grundsätzlich gefällt es mir, wenn Kapitel sich nicht über allzu viele Seiten ziehen, doch ein Kapitel auf nur einer Seite, störte doch manchmal etwas den Lesefluss.
Nina als Charakter mochte ich als Person eigentlich relativ gerne. Jedoch nervte es mich nach einiger Zeit, dass sie immer noch versucht hat, ihrem Vater in allen Belangen - sogar in ihrer Beziehung - gerecht zu werden. Ein bisschen Anpassung, schön und gut, sein komplettes Leben jedoch danach auszurichten, den Ansprüchen seines Vaters zu genügen, fand ich ein bisschen übertrieben. Denn ich bin der Meinung, dass Rafael der viel bessere Partner gewesen wäre. Sie haben sich gegenseitig geliebt und zwischen ihnen war eine tolle Atmosphäre. Da Nina jedoch der Meinung war, dass Rafael den Ansprüchen ihres Vaters nicht genügen würde, blieb sie lieber mit Tim zusammen, den sie eigentlich nicht wirklich liebt.
Rafael war ein toller Charakter. Sehr gut ausgearbeitet und authentisch. Ein wirklich netter Mann, den sich jede Frau wünscht!
Tim hingegen durchblickte man während des gesamten Buches nicht. Hier wäre ein bisschen mehr Klarheit schön gewesen.
Die Geschichte hat definitiv Potenzial und ist in vielen Aspekten auch sehr realistisch beschrieben und dargestellt worden. Jedoch wurden einige Stellen meiner Meinung nach viel zu sehr in die Länge gezogen, manche Dinge wiederholten sich öfter und teils war sie auch vorhersehbar. Hier wäre manchmal weniger mehr gewesen. Aufgrund von Cover und Titel hätte ich mir auch eine etwas tiefgründigere Geschichte vorgestellt, die nicht so sehr an der Oberfläche bleibt.
Fazit: Ein netter Roman für Zwischendurch, bei dem man aber besser keine zu hohen Erwartungen haben sollte. Leider keine so tiefgründige Geschichte, wie der Titel verspricht, dennoch eine gute Grundidee. Aufgrund von Schreibstil und der Idee gibt es von mir noch 2,5 Sterne.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Nachkriegszeit - Tummelplatz für dubiose Gestalten
Die im Dunkeln sieht man nicht von Andreas Götz
Karl Wieners hat im Krieg alles verloren: die geliebte Frau und seine Töchter. Desillusioniert kehrt er in das München von 1950 und zu seiner Familie zurück. Einerseits um zu vergessen und einen neuen Anfang als Journalist zu wagen. Andererseits behagt es ihm gar nicht, im Gasthaus seiner Eltern Quartier zu beziehen, das von seinem Bruder Veit geführt wird.
Bei der neu gegründeten Zeitschrift „Blitzlicht“ erhofft er sich einen Job.
Man setzt ihn auf das Thema „Raubkunst“ an. Wobei hier das Verschwinden von arisierten Kunstwerken aus dem Führerbunker gemeint ist.
Gemeinsam mit seiner Nichte Magda, die Verbindungen zum Schwarzmarkt und allerlei zwielichtigen Gestalten hat, beginnt er zu recherchieren.
Dabei kreuzt Ludwig Gruber, ein ehemaliger Schulkollege und nunmehriger Kriminalbeamter, Karls Weg. Ludwig ist mit dem Mord am Fuhrwerksunternehmer Otto Brandl beschäftigt. Das Motiv ist unklar, aber es scheint, als hätte dieser Tod mit den verschwundenen Kunstwerken zu tun. Neben diesem Mord muss sich Ludwig mit dem Sonderermittler Emil Brennicke herumschlagen, der ihm einigermaßen suspekt vorkommt, aber von den Vorgesetzten einige Unterstützung erhält. Dazu kommt, dass sich Brennicke an Magda heranmacht.
Doch nicht nur Karl und Brennicke haben Interesse an Magda. Da ist noch der mächtige Schwarzhändler Walter Blohm, der seine illegalen Geschäfte nun auf seriöse Beine stellen will.
Je weiter Karl und Ludwig in ihre eigenen Recherchen eindringen, desto offensichtlicher wird, dass hier Kräfte am Werk sind, die buchstäblich über Leichen gehen und die aus dem Dunklen ihre Fäden ziehen.
Meine Meinung:
„Die im Dunklen sieht man nicht“ - mit diesem Zitat aus Bertold Brechts „Dreigroschenoper“ hat Autor Andreas Götz den Nagel auf den Kopf getroffen. Es dauert recht lange, bis sich der Schleier etwas lüftet und der Leser kann sich nicht sicher sein, ob die Drahtzieher wirklich erkannt werden.
Der Schreibstil ist flüssig und gut zu lesen. Die Stimmung im München von 1950 ist recht authentisch eingefangen. Dazu tragen so kleine Details wie die Erwähnung der Zeitschrift „Burda Moden“ bei, die 1949 von Aenne Burda gegründet wurde, und vielen Frauen die Möglichkeit gab, Kleider selbst zu nähen, ohne Schneiderei gelernt haben zu müssen.
Die Krimi-Handlung tritt ein wenig zu Gunsten der Zeitgeschichte zurück, so dass man sich eher in einem historischen Roman wähnen könnte.
An manchen Stellen könnte das Buch ein wenig Straffung vertragen. Die Liebesgeschichte zwischen Karl und Magda nimmt für meinen Geschmack ein bisschen zu viel Raum ein.
Das Ende ist für mich nicht wirklich überraschend, obwohl der Autor versucht, die Leser durch allerlei Umwege und Sackgassen zu verwirren.
Die Charaktere haben Ecken und Kanten. Gut sind das nach wie vor vorhandenen braune Gedankengut und das nicht vorhandene Unrechtsbewusstsein geschildert.
Fazit:
Mehr historischer Roman denn Krimi, der einen guten Einblick in die Zeit von 1950 bietet. Gerne gebe ich hier 4 Sterne.
Rezensionen von Bücher in meiner Hand:
Viel los in der Heide
Heideblütenküsse von Silvia Konnerth
Silvia Konnerths aktueller Roman besticht zuerst mit seinem schönen Cover und dann mit seinem Inhalt. Denn schon von der ersten Seite an hat mich der Roman gepackt.
Emma ist Immobilienmaklerin und soll in ihrem Heimatdorf eine Pension für einen Kunden kaufen. Doch diese Pension gehört Mark, Emmas Freund aus Kindertagen und ihrer ersten Liebe.
Ihm gab sie als Kind ein Versprechen: dass sie alles tun würde, damit er nie aus Moorbach weg muss.
Aber nicht nur deshalb hat Emma Bedenken nach Hause zu fahren und dieses Geschäft abzuwickeln. Anscheinend wurde Emma vor 16 Jahren in Schimpf und Schande aus Moorbach vertrieben, weil sie Schuld an etwas hat. Emma nagt noch immer daran. Um was es dabei geht, bleibt lange ein Geheimnis.
Da sich Emma auch gleich mit ihren Eltern verkracht und Mark eh nicht gut auf sie zu sprechen ist. Obwohl er unterschiedliche Signale aussendet, fühlt sie sich ausgeschlossen. Nur Elvis, das Pferd, das immer ausbüxt, und dessen Besitzer Leo scheinen Emma zu verstehen.
Elvis ist ohne Zweifel der Herzensbrecher und das Goldstück des Romans. Auch die anderen Charaktere sind der Autorin gelungen, so dass es eine runde und sehr stimmige Geschichte ist, die sich auch im wahren Leben so abspielen könnte.
Fast bist zur letzten Seite überrascht "Heideblütenküsse" immer wieder aufs Neue, somit machte mir das Lesen enorm Spass.
Wer Wohlfühlbücher mit einer authentischen Geschichte und schönen Landschaftbeschreibungen mag, der sollte zu "Heideblütenküsse" greifen.
Fazit: Ganz schön viel los in der Heide - ein schöner Roman für alle Jahreszeiten.
4 Punkte.










