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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von begine:

Erinnerung

Als ich jung war von Norbert Gstrein


Der österreichische Schriftsteller Norbert Gstrein schreibt gute Romane.
Sein Roman „Als ich jung war“ ist für den österreichischen Buchpreis nominiert.

Der Protagonist Franz fotografiert bei Hochzeiten, die im Lokal seines Vaters und später seines Bruders feiern.
Dann stirbt gleich darauf eine Braut, so wie er sie beim fotografieren kennen lernt, ist sie eigenartig.

Es soll Selbstmord sein.
Später ist da noch ein Professor, der sich auch umbringt. Dann kante Franz noch junge Frauen, die dann verschwunden sind.
Die Geschichte wird von Franz erzählt.
Es geht um Begehren, Schuld und Verdrängung.
Der Autor versteht es, Franz Zerrissenheit, Selbstmitleid und den Wunsch nach Glück nach zu vollziehen.
Sein Schreibstil ist ruhig und klar und etwas geheimnisvoll. Das Buch was sonst gut virtuos gemacht, lesenswert.

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Rezensionen von heinoko:

Vollmundige Verlagswerbung - zu Recht?

Ein anderer Takt von Kelley William Melvin


Vor mir liegt die Wiederentdeckung eines Romans, 1962 erschienen, und zwar eines Erstlingsromans eines (fast) vergessenen Autors. „Gigant“ wird der Autor in der Presse genannt, „Eine literarische Sensation“ lobt man den Roman. Warum? Das Thema ist schon in so vielen Variationen behandelt worden, in so vielen unterschiedlichen Schreibstilen verpackt, mal mehr, mal weniger packend.

Warum ist dieses Buch eine Sensation? Ehrlich gesagt – ich weiß es nicht.
Die Geschichte spielt in dem kleinen Dorf Sutton, in einem fiktiven Staat im Süden der USA gelegen. Der afroamerikanische Farmer Tucker Caliban versalzt seine Felder, schlachtet Pferd und Kuh, brennt sein Haus nieder und verlässt den Staat, gefolgt von dessen gesamter afroamerikanischer Bevölkerung. Was für ein Szenario, diese gesammelte Weigerung, noch länger in Unterdrückung zu leben. Besonders an der Erzählweise ist sicher, dass ein Afroamerikaner aus der Perspektive der zurückbleibenden Weißen berichtet. Wer wird von nun an die Feldarbeit übernehmen? Was soll nun überhaupt geschehen? Zorn und Hilflosigkeit gleichermaßen machen sich breit, schaukeln sich hoch zu einer gefährlichen Mischung…
Sehr hilfreich war für mich der dem Roman vorangesetzte erhellende Aufsatz über Leben und Werk des Autors William Melvin Kelley. So konnte ich den Roman etwas besser einordnen, auch den manchmal beißenden Humor besser verstehen. Dennoch hatte ich Mühe mit diesem Buch und habe es insgesamt gesehen einfach nicht gerne gelesen. Mit dem Schreibstil kam ich nicht zu Recht oder anders gesagt, die Sprache gefiel mir überhaupt nicht. Ich fand für mich keinen inneren Bezug zur Handlung und zu den Personen. Ich las das Buch gewissermaßen als Pflichtübung und empfand dies als anstrengend. Auch wenn der Inhalt natürlich letztlich heute noch so aktuell ist wie damals, keine Frage. Aber mir gab das Buch leider nichts, es hat mich nicht gepackt. Auch wenn es etwas Besonderes ist, dass ein schwarzer Autor aus Sicht der Weißen erzählt. Auch wenn es durchaus einzelne fesselnde Passagen im Buch gibt. Nein, für mich war das Buch leider keine Sensation.

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Rezensionen von LEXI:

Was geschah in jener Septembernacht 1908 mit Celia Sudworth?

Hill House - Sturm über Mandeville Park von Annis Bell

Was geschah in jener Septembernacht 1908 mit Celia Sudworth?

Im Prolog dieses Buches wird Rose Mandeville im September des Jahres 1908 Augenzeugin einer höchst seltsamen Szene. Mitten in der Nacht wird ihre Bekannte, die junge Lady Celia Sudworth, gegen ihren Willen aus dem Haus geschafft. Diese Beobachtung prägt sich tief in Rose ein.

Ihre Suche nach der seither wie vom Erdboden verschwundenen jungen Frau zieht sich wie ein roter Faden bis zur letzten Seite dieses Buches und hat eine überaus starke Motivation: „Celia steht für all jene Frauen, die keine Stimme haben, weil sie keine Rechte haben, weil andere über ihr Schicksal bestimmen.“

Der zweite Band der Trilogie aus der Feder von Annis Bell konzentriert sich auf Lady Rose Mandeville, eine jener drei Freundinnen, die in einem ungewöhnlichen Haus auf den Hügeln, umgeben von Hecken, einem Rosengarten und Zypressen und einem See im Wald ihre Kindheit verbrachten. „Damals glaubten wir, es würde niemals enden, wir dachten, dass das Leben unendlich ist und jeder neue Tag nur noch schöner und verheißungsvoller würde…“ Der Kriegsausbruch beendete das Wunschdenken und die Träume von Alice Buxton, Rose Mandeville und Vera Lyttleton. Während der Kontinent in Blut und Tränen versinkt, kämpfen die drei jungen Frauen auf ihre Weise um ihr Glück. Alice, die Protagonistin des ersten Buches, lebt mit ihrem Vater Geoffrey in Hill House und unterrichtet in ihrer Montessori-Schule. Die überzeugte Pazifistin ist eine liebenswerte und fröhliche Frau, mitfühlend und hilfsbereit. Sie führt ein unkonventionelles Leben und ist glücklich mit ihrer großen Liebe Lorenzo Ranieri. Doch Lorenzo befindet sich derzeit als neutraler Beobachter und unbefangener Berichterstatter mitten im Kriegsgebiet.

Die selbstbewusste Rose besitzt eine ausgeprägte Persönlichkeit und einen starken Charakter. Sie wehrt sich vehement gegen die nachdrückliche Erwartungshaltung ihrer aristokratischen Eltern und bricht aus ihrem vorbestimmten Leben aus. Das Engagement im Kampf der Frauen um das Wahlrecht und die Gleichberechtigung bestimmt ihr Denken und Handeln. Roses Ruf als streitbare Suffragette und ihr Kontakt mit führenden Persönlichkeiten der Frauenrechtsbewegung bringen sie wiederholt in Schwierigkeiten. Doch die blonde Schönheit setzt alle Hebel in Bewegung, um ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Ihre Bemühungen, den Menschen die Schattenseiten des Krieges bewusst zu machen und ihr Plädoyer für soziale Reformen, faire Arbeitsbedingungen und gleiche Rechte hinsichtlich Kinder und Besitz machen sie zu einer Frau, die man kritisch im Auge hat. Roses verbotene Gefühle für den unglücklich verheirateten Anwalt Michael Wodehouse werden von dem charismatischen Juristen erwidert, doch Rose widerstrebt es zutiefst, eine Ehe zu brechen und eine heimliche Affäre zu beginnen. Der Wunsch nach einer Scheidung ruft Michaels rasend eifersüchtige und rachedürstende Ehefrau Blanche auf den Plan.

Während Alice und Rose sich in relativer Sicherheit befinden, setzt Vera ihre Fähigkeiten als ausgebildete Krankenschwester mitten im Kriegsgebiet ein. Vera ist in diesem Folgeband ein wenig weicher geworden, ihre schwierige, verschlossene und eigensinnige Art wich einer gewissen Umgänglichkeit und Toleranz anderen Menschen gegenüber.

In dieser Fortsetzung trifft man auf viele bekannte Gesichter aus dem ersten Band, auch Spencer Mandeville wird eine gewichtige Rolle zuteil. Der liebenswerte und großherzige Bruder von Rose fliegt als Pilot für die Royal Flying Corps Kampfeinsätze und gilt nach einem feindlichen Artilleriefeuer bei Neuve-Chapelle als vermisst. Roses Mutter Margaret, die kalte und unmenschliche Duchess Mandeville, war mir bereits im ersten Band zutiefst unsympathisch, was sich auch im vorliegenden Buch nicht änderte. Ihr Ehemann, Duke Douglas Mandeville, findet sich als Mitglied der britischen Hocharistokratie mit der neuen Situation nicht zurecht. Sein außer Kontrolle geratener Hang zum Spiel und seine zahlreichen Affären brachten die Familie bereits an den Rand des Ruins. Ob er fähig ist, im zweiten Band seine Fehler wiedergutzumachen?

Die Autorin brachte zudem weitere interessante und vielschichtige Akteure in die Handlung ein. Neben Alices exzentrischen, aber liebenswerten Künstlerfreund Raymond „Ray“ Saull betritt mit der Malerin Mabel Goodwyn eine ungezwungene Befürworterin des Frauenwahlrechts die Bühne. Sie unterstützt Roses Bestreben nach Unabhängigkeit und gewährt ihr Unterkunft. Major Steve Norbury ist mir auf der Stelle ans Herz gewachsen. Der junge Offizier aus dem kleinen Fischerdorf Coverack in Cornwall verliert trotz einer schlimmen Verwundung niemals seine lebensbejahende Haltung und wird nicht nur für Spencer, sondern auch für Rose zu einer wichtigen Figur. Auch der sympathische Butler der Buxtons namens Newton erhielt einen kleinen Gastauftritt – er ist für Rose ein Fels in der Brandung und bezaubert durch seine umsichtige und mitfühlende Art. Zu guter Letzt erhielten in diesem Buch auch namhafte Figuren der Frauenbewegung eine Rolle, der interessierte Leser darf sich auf kleine Einblicke in die Aktivitäten von Sylvia und Christabel Pankhurst, Jodie Green, Millicent Fawcett, Lady Phyllis Linnsdale und Doktor Florence Dalgrave freuen.

Sowohl der einnehmende Schreibstil, als auch die bildhaften Beschreibungen der Autorin und die hervorragende Charakterzeichnung der handelnden Figuren haben mir erneut ein herausragendes Lesevergnügen bereitet. Die Kriegshandlungen und die britische Suffragetten Bewegung bilden bedeutende Rahmenhandlungen, sie bringen Spannung und Emotionen ins Buch. Das Festhalten an der alten Gesellschaftsordnung und an ihren Standesdünkel wird durch den Duke und die Duchess of Mandeville veranschaulicht. Doch auch sie können der Aufbruchsstimmung und dem Wunsch nach Freiheit und Selbstbestimmung nicht mehr viel entgegenhalten. „Wenn man den weiblichen Verstand schärft, indem man ihn bildet, ist Schluss mit dem blinden Gehorsam.“ (Mary Wollstonecraft, 1759 - 1797)

FAZIT: Wie bereits dessen Vorgänger hat mich auch der zweite Band dieser eindrucksvollen Trilogie sofort in seinen Bann gezogen. „Sturm über Mandeville“ besticht durch eine perfekte Mischung aus Abenteuer, Liebe und Romantik und bietet darüber hinaus Einblicke in die Ereignisse im Ersten Weltkrieg. Das Buch thematisiert die Kämpfe mutiger und entschlossener Frauen um jene Rechte, die ihnen von Natur aus zustehen, aber in einer von Männern beherrschten Gesellschaft vorenthalten wurden. Ich würde interessierten Lesern jedoch zum besseren Verständnis die Einhaltung der Reihenfolge dieser Trilogie empfehlen:

1. Hill House. Die drei Freundinnen.
2. Hill House. Sturm über Mandeville Park.

Begeisterte fünf Sterne für dieses überaus unterhaltsame und spannende Leseerlebnis, das ich sehr genossen habe. Ich sehe dem Erscheinungsdatum des finalen Bandes bereits mit großer Vorfreude und hoher Erwartungshaltung entgegen.

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Rezensionen von simone.h1:

Überzeugungen

Hippocampus von Gertraud Klemm

Helene Schulze, die verkannte feministische Autorin, ist tot. Deren Freundin Elvira wird von Helenes Exmann gebeten, sich um ihren Nachlass bzw. ihr Haus zu kümmern. Doch aufgrund von zahlreichen aufgewühlten Erinnerungen und um der Freundin Tribut zu zollen, verfolgt Elvira einen ganz anderen Plan.

..

Das Buch ist aus zwei verschiedenen Perspektiven geschrieben, welche sich in längeren Kapiteln abwechseln. Die Sprache ist modern und direkt, ja fast schonungslos, was mir sehr gefällt und perfekt zu den Charakteren passt. Diese selbst sind sehr markant und trotz ihrer Eigenarten für mich als Leser gut zugänglich und authentisch.

Thematisch werden sehr viele Punkte aufgeworfen, die das Publikum geradezu zum Nachdenken zwingen. Die Rolle der Frau steht hier in all ihren Facetten zentral im Mittelpunkt, aber auch zwischenmenschliche Beziehungen werden in verschiedensten Formen schön beleuchtet. Mich selbst hat aber vor allem die Frage beschäftigt, inwiefern man für seine Überzeugungen kämpft bzw. welchen Weg man hier zu gehen bereit ist oder vielleicht sogar gehen darf. Das ist natürlich toll, wenn ein Roman einen Leser derart zum Grübeln bringt und - wie mich persönlich trotz an sich gleicher Denkweise - zur Selbstrefklektion einlädt!

Die Autorin hat hier meiner Meinung nach auch in der heutigen Zeit noch extrem wichtige Themen perfekt in Romanform verarbeitet, ohne direkt Kritik am Leser zu üben bzw. ohne diesem eine Meinung aufzudrücken.

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Rezensionen von Harakiri:

hat mir sehr gut gefallen

Die Hafenschwester - Als wir zu träumen wagten von Melanie Metzenthin

Ende des 19. Jahrhunderts in Hamburg. Martha lebt in ärmlichen Verhältnissen und als ihre Mutter stirbt bewirbt sie sich als Krankenhelferin. Sie hat großen Spaß an ihrem Beruf und bekommt die Möglichkeit, Krankenschwester zu werden. Martha scheint ihr Glück gefunden zu haben, doch dann lernt sie Paul kennen – und Krankenschwestern dürfen keinen Mann haben…
Das Buch beschreibt die Situation Ende des 19.

Jahrhunderts in Hamburg sehr gut. Die Enge des Gängeviertels, in dem nur die armen Leute wohnen. Die Zustände, die dazu führen, dass die Leute sich nicht hocharbeiten können und die Klassenunterschiede der damaligen Zeit. Die Autorin hat sehr gut recherchiert und die Stimmung super eingefangen. Ich klebte förmlich an den Zeilen und litt mit Martha und Milli mit, die unbeirrt ihren Weg gehen, auch wenn ihnen große Steine in den Weg gelegt werden.
Mir hat Metzenthins Schreibstil sehr gut gefallen. Auch wenn mich die politische Lage zwischendurch etwas langweilte, ich las einfach lieber von Martha im Krankenhaus und ihren Problemen mit Auguste, der Freundschaft zu Susanne und Carola und wie ihre Familie es schafft, von ganz unten wieder etwas Fuß zu fassen und sich nicht unterkriegen zu lassen.
Von Melanie Metzenthin habe ich bisher noch nichts gelesen, aber ich bin sehr gespannt auf die Fortsetzung der Hafenschwester und werde mir auch einmal ihre anderen Bücher zulegen.

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Rezensionen von jiskett:

Schöne Liebesgeschichte mit etwas zu geringem Fokus auf dem Sport

Weightless Heart von Tine Nell

Da der erste Band der "Read! Sport! Love!"-Reihe mir gut gefallen hatte, war ich auch sehr auf den zweiten Teil, in dem Schwimmen eine große Rolle spielen sollte, gespannt. "Weightless Heart" hat meine Erwartungen auch weitgehend erfüllt. Ich fand die Protagonisten sympathisch, ihre Liebesgeschichte entwickelt sich überzeugend und der Schreibstil selbst lässt sich gut lesen.

Allerdings gab es auch ein paar Aspekte, die mich nicht hundertprozentig begeistern konnten.

Besonders schade fand ich, dass das Schwimmen nicht so bedeutsam war, wie ich gedacht hatte. Zwar wird mehrfach betont, wie sehr Chloe es liebt und dass es auch für Alex' Leben eine große Bedeutung hat, doch da Bergsteigen für die Handlung von "Das Dach der Welt" und die Entwicklung der Liebesgeschichte mehr als zentral war, hatte ich ähnliches von diesem Buch erwartet. Stattdessen stand der Sport für mich hier eher im Hintergrund und das war schade, da die vorhandenen Szenen mir gut gefallen haben.

Wie bereits erwähnt waren mir Chloe und Alex beide sympathisch, obwohl sie teilweise fragwürdig handeln. Gerade Alex' Verhalten war mir manchmal unverständlich und dadurch ist es mir gelegentlich schwer gefallen, mich in ihn hineinzuversetzen. Rückblickend konnte ich allerdings verstehen - wenn auch nicht gutheißen - wieso er so gehandelt und was ihn angetrieben hat. Zudem hat auch Chloe Fehler gemacht, doch da ihr dies zumindest bewusst war, hat sie dadurch Ecken und Kanten bekommen. Beide Protagonisten sind auf jeden Fall gut ausgearbeitet und wirken menschlich. Die Nebenfiguren haben die Geschichte ebenfalls bereichert, sowohl im positiven als auch im negativen Sinn.

Die Liebesgeschichte hat ihre Höhen und Tiefen, aber die Chemie zwischen den Charakteren stimmt von Anfang an und sie interagieren sehr gut miteinander, selbst wenn ihr Verhältnis einmal angespannt ist oder sie nicht genau wissen, wie sie eigentlich zueinander stehen. Zwischen ihnen gibt es sehr schöne, durchaus emotionsgeladene Momente und ich habe definitiv auf ein glückliches Ende für die beiden gehofft. Die Entwicklung ihrer Beziehung zueinander kam mir zudem unter den gegebenen Umständen realistisch vor.

Alles in allem würde ich "Weightless Heart" mit 3,5 Sternen bewerten. Trotz ein paar kleiner Kritikpunkte hat das Buch mich gut unterhalten, ich mochte die Protagonisten und die Liebesgeschichte an sich konnte mich überzeugen.

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Rezensionen von Marie aus E.:

Beeindruckendes Buch

Laufen von Isabel Bogdan

Von Isabel Bogdan habe ich schon ihr Erstlingswerk gelesen und war sehr angetan, deshalb war ich gespannt, ob mir "Laufen" wieder so gut gefällt.
Es ist nicht vergleichbar, so dermaßen anders und lange nicht so kurzweilig zu lesen.
Aber das neue Buch hat mich sehr beeindruckt.

Wir lernen die namenlose Ich-Erzähler kennen, die nach langer Zeit wieder mit dem Laufen beginnt.

Alle Laufanfänger werden sich sofort wiedererkennen: "Wie bitte? Natürlich macht es keinen Spaß, es ist wahnsinnig anstrengend, das fängt schon beim Aufraffen an, und dann muss man immer weiterlaufen, obwohl man längst nicht mehr kann, und kurz vorm Herzinfarkt ist doch erst eine halbe Stunde rum, das macht doch keinen Spaß!"
Wie wahr!

Nach und nach erfährt man, warum die Ich-Erzählerin läuft. Etwas Furchtbares ist passiert und sie will einfach nur davon Weglaufen.
Lange Zeit gibt es nichts außer den Verlust - und man bekommt hautnah mit, wie wichtig gute Freunde, Kollegen, ein Job der Freude macht und Familie sind. Und Zeit. Und Geduld.

Das Buch ist nicht einfach zu lesen, obwohl es mit nur 224 Seiten relativ dünn ist. Denn es ist komplett als innerer Monolog verfasst und die Sätze sind oft atemlos, während des Laufens ausgestoßen. Zumal der Inhalt auch keine leichte Kost ist.
Aber es lohnt sich, ich konnte mich so in die Erzählerin einfühlen und trotz aller Schwere blitzte auch immer ihr Humor durch ("Vielleicht gibt es ja ein paar tolle Bachblüten oder Einhornessenzen").

Ein starkes Buch, das ich sicherlich nach einiger Zeit noch einmal lesen werden.

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Rezensionen von spozal89:

Trauer und deren Bewältigung

Der lange Weg zu dir von Widmark Martin

Klappentext:

Eine emotionale Geschichte über Verlust und Neubeginn

Ein Mädchen namens Sonia lebt zusammen mit seiner Katze Miezi auf der einen Seite des Meeres. Auf der anderen Seite lebt ein Junge namens Adam zusammen mit seinem besten Freund, dem Hund Rufus. Doch Rufus ist schon alt und eines Tages stirbt er.

Der Junge ist am Boden zerstört ... Zur selben Zeit machen sich das Mädchen und die Katze auf eine abenteuerliche Reise. Können die beiden den Jungen erreichen, bevor es zu spät ist?

Das Thema Trauer und dessen Umgang damit ist ja immer ein sehr sensibles Thema, weil es einfach sehr bewegend ist und auch jeder anders damit umgeht. Mit "Der lange Weg zu dir" wird Kindern ab 5 Jahren mit tollen Illustrationen dieses Thema nahe gebracht. Die Geschichte ist sehr traurig und voller Emotionen, die dank der fabelhaften Bilder noch verstärkt werden. Dennoch werden die Themen Sehnsucht, Trauer, Abschied aber auch Freundschaft gut in Szene gesetzt und gut rübergebracht - zumindest für mich als Erwachsene. Ob fünfjährige den Sinn hinter der Geschichte erkennen, kann ich nicht einschätzen, mein Sohn ist noch zu klein dafür. Aber früher oder später werden wir dieses Buch auf jedenfall mal gemeinsam lesen.

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Rezensionen von spozal89:

Ein tolles Wimmelbuch im gewohnten Wieso, Weshalb, Warum Stil

Wieso? Weshalb? Warum? Sonderband - Das große Wimmelwissen (Riesenbuch) von Carola von Kessel

Zu aller erst: Das Wort Riesenbuch stimmt sowas von, ich war wirklich überrascht, als ich es erhalten habe. Es ist um die 40 cm lang und um die 35 cm breit und somit auch kein Leichtgewicht. Beim anschauen ist es oftmals eine Herausforderung, bis wir die richtige Position gefunden haben :-D aber das macht nichts, denn das Buch ist bei uns wirklich der Renner.

Mein Sohn (2,5 Jahre) liebt das Buch heiß und innig - obwohl es erst ab vier ist. Der Text ist eher noch uninteressant für ihn (welcher aber sehr gut geschrieben ist und auch ein gutes Wissen vermittelt), aber er schaut die Bilder bzw. die Szenen so gerne an. Es gibt wirklich viel zu entdecken und zu bestaunen und für jeden Geschmack ist das Richtige dabei. Es gibt eine Doppelseite über Städe, über Einsatzkräfte, über den Zoo, über das Meer, über die Baustelle, über den Bauernhof, über den Wald und über den Bahnhof. Die Illustrationen sind total schön gestaltet und zu entdecken gibt es wirklich, wirklich sehr viel. Die Klappen zum Öffnen wurden auch schön eingesetzt - wobei wir uns hier und da noch ein paar mehr gewünscht hätten. Dennoch wirklich ein tolles Buch, dass wir mittlerweile wirklich täglich anschauen.

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Rezensionen von BarbaraM:

Ein unglaublich berührender, so wunderbar naturverbundener und feinfühliger Debütroman

Der Gesang der Flusskrebse von Delia Owens

„Der Gesang der Flusskrebse“ von Delia Owens ist 2019 im Verlag hanserblau erschienen. Der Roman umfasst in der gebundenen Ausgabe 464 Seiten.

Kya, das Marschmädchen, musste von frühester Kindheit an sehr selbstständig sein und sehen, wie sie im Leben zurechtkommt. Sie stellt eine Außenseiterin dar, die sich weit ab von der Stadt, im Marschland, auskennt wie kein zweiter Mensch.

Sie weiß um die Pflanzen, Tiere, das Wasser und die Zusammenhänge. Nun soll sie schuld sein, am Tod von Chase Andrews, da sind sich fast alle Stadtbewohner einig.

Delia Owens gelingt es in ihrem Roman den Leser durch ihren feinfühligen, ruhigen, fesselnden und sehr malerischen Schreibstil in den Bann zu ziehen. Ich als Leserin fühlte so ab der ersten Seite sowohl was die Höhen als auch die Tiefen von Kya anbelangt, mit und konnte mich gut in die Protagonistin hineinversetzen und ihre Gefühle und Gedanken nachvollziehen. Die Autorin erzählt die Geschichte in zwei verschiedenen Handlungssträngen. Der eine handelt in der Vergangenheit vom Heranwachsen des Mädchens Kya, der andere berichtet von dem Fund einer Leiche in der Gegenwart. Beide Handlungsstränge laufen letztendlich in einem permanent aufrechterhaltenen Spannungsbogen zusammen. Delia Owens schafft es in ihrem Roman gleichzeitig eine Kriminalgeschichte zu erzählen und die Lebensgeschichte von Kya und ihrer großen Liebe zum Marschland. Ich habe dies sehr genossen.

Fazit: Ein wunderschöner, feinfühliger und sehr lesenswerter Roman.
Es war für mich ein Erlebnis, dieses Buch zu lesen und in die Welt von Kya einzutauchen.

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