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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Bellis-Perennis:

Ein LIchtblick in Österreichs Romanlandschaft

Leibnitz von Andreas Kiendl

Andreas Kiendl, in Österreich eher als Schauspieler, denn als Autor bekannt, hat mit „Leibnitz“ einen Roman geschrieben, der sich so oder so ähnlich überall abspielen könnte:
Das Ehepaar Claudia und Christian Grebien leben gemeinsam mit ihren beiden Kindern im Haus von Christians Eltern. Alt und jung unter einem Dach, ist nicht immer ein Vergnügen.

Doch auch das Ehepaar hat außer dem gemeinsamen Singen im Kirchenchor und die Kinder wenig Berührungspunkte. Man lebt eher neben- als miteinander. Christian pendelt wie viele Männer dieser Gegend zum Arbeiten aus. Und genauso ertränkt er die Unzufriedenheit mit sich und der Welt im Alkohol.
Als er betrunken einen schweren Autounfall verursacht, der ihn als Invaliden zurücklässt, gerät seine ohnehin instabile Welt weiter in Schieflage.
Meine Meinung:
Andreas Kiendl fängt in seinem Roman die Stimmung einer Kleinstadt ein, deren Bewohner durchaus zurückhaltend und manchmal depressiv ist. Dazu passt das eher trostlose Cover perfekt.
Der übermäßige Alkoholgenuss, um seine Sorgen zu ertränken, zieht seine Spur durch den Roman, genauso wie die Sprachlosigkeit, die zwischen den Eheleuten herrscht. Manchmal habe ich mich gewundert, warum Claudia ihren Ehemann nicht rechtzeitig verlassen hat, denn ein harmonisches Zusammenleben sieht anders aus. Dass sie nach dem Autounfall bei ihm bleiben „muss“, um dem Gerede der Leute entgegenzutreten, ist eine schwierige Entscheidung. Wo sollte sie auch hin? Ohne wirkliche Ausbildung? Ohne Rückhalt? Ihre Mutter lebt ihren eigenen Traum in Amerika und die Schwiegereltern, nun ja.
Der Autor beschreibt diese stellenweise recht triste Situation mit einfühlsamen Worten. Der Spagat zwischen „Schein“ und „Sein“ wird von fast allen Mitwirkenden virtuos beherrscht. Sei es der Chorleiter, der seine Frau doch nicht wegen Claudia verlässt, oder die Freundin, die Claudia einen Job verschafft.
Viele der Charaktere sind wie aus dem Leben gegriffen. Der Spiegel, den uns der Autor vor die Nase hält, lässt manchen Leser vielleicht erschrecken. Jede Figur des Romans hat sympathische und (häufiger noch) unsympathische Züge. Dadurch wirkt der Roman lebensecht.

Fazit:

Der Roman besticht durch korrekte Grammatik und wohl gesetzte Worte. Ein Lichtblick in Österreichs Romanlandschaft, auch wenn der manchmal ein pessimistischer Unterton mitschwingt. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.

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Rezensionen von nuean:

Ein Wahnsinnsbuch voller Spannung, Intrigen und Liebe

One True Queen, Band 1: Von Sternen gekrönt (Epische Romantasy von SPIEGEL-Bestsellerautorin Jennifer Benkau) von Jennifer Benkau

Mailin lebt mit ihrer Mutter und ihrer kranken Schwester in Irland. Während die Mutter viel arbeitet um die Kosten für Vicky, die seit einigen Jahren im Wachkoma liegt tragen zu können, kümmert sich Mailin neben der Schule liebevoll um ihre Schwester. Nach einem Streit mit ihrer Mutter will sich Mailin beim Training abreagieren, doch als sie sich nach dem Training umziehen will, verliert sie plötzlich das Bewusstsein.

Als sie aufwacht befindet sie sich in einer völlig fremden Welt, Lyaskye, die zuerst wunderschön aussieht, doch dann ihre Monster und Intrigen offenbart. Zu ihrem Glück trifft sie auf einem Einheimischen, der ihr, wenn auch widerwillig, helfen will nach Hause zu kommen.
Doch in Lyaske ist nichts wie es scheint und Mailin macht unglaubliche Entdeckungen und muss immer neue Entscheidungen treffen um sich und die Menschen, die sie liebt zu retten.
Dieses Buch hat mich von Anfang an begeistert. Der Schreibstil ist so locker und flüssig, mitreißend, bildhaft und spannend. Die Charaktere sind toll. Allen voran Mailin, die schon einiges in Ihrem Leben erlebt hat, so stark ist und nie aufgibt. Ich habe sie von Anfang an ins Herz geschlossen und liebe ihre Schlagfertigkeit und Humor. Die Begegnung mit dem Fremden, den sie Peter nennt zeigt schon, dass es in dieser Welt ums pure Überleben geht. Auch „Peter“ ist ein toller Charakter, düster, undurchschaubar, aber auch er kämpft für die die er liebt.
Ich war von der Handlung immer wieder aufs Neue überrascht, so viele Erkenntnisse, aber auch unvorhersehbare Wendungen, einfach nur toll, wenn ein Buch mich so überraschen kann. Ich weiß immer noch nicht wo das alles hinführen wird, wer gut und wer böse ist. Schade nur, dass ich so lange auf den 2. Teil warten muss.
Fazit: Absolut spannend, überraschend und mitreißend!

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Rezensionen von yellowdog:

emotional aufgeladen und mit sprachlicher Wucht

One True Queen, Band 1: Von Sternen gekrönt (Epische Romantasy von SPIEGEL-Bestsellerautorin Jennifer Benkau) von Jennifer Benkau

Die Frankfurter Buchmesse naht und Norwegen ist Partnerland. Dringend Zeit, etwas von der norwegischen Literaturnobelpreisträgerin Sigrid Undset zu lesen. Viga-Ljot und Vigdis, ein Frühwerk der Autorin und doch sprachlich sehr reif, ist eine gute Wahl.
Es ist die verunglückte Liebesgeschichte zwischen dem Isländer Viga-Ljot und der jungen Norwegerin Vigdis zu der Spätzeit der Wikinger.

Die Charakterisierung der Figuren ist außerordentlich. Obwohl Ljot barbarisch handelte, hat er eigentlich einen sensiblen Charakter und Vigdis ist eine starke Persönlichkeit, willensstark und entschlossen.
Ihr Leben verbringen sie getrennt, aber es gibt einen Sohn, der sie verbindet.
Es ist eine tragische, emotional aufgeladene Geschichte, von der man sich beim Lesen kaum losreißen kann.

Das Buch hat ein hohes Niveau und eine nur leicht verhaltene Wucht, die mich sehr beeindruckte.

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Rezensionen von Lesehörnchen99:

Eine Chance für die Liebe

Cherish Love von Nalini Singh

Welche Chance hat eine Liebe, für die man seine Träume aufgeben muss?

Sailor Bishop hat nur ein Ziel: ein erfolgreiches Unternehmen aufzubauen! Diesem Traum hat er sein Leben verschrieben, und er investiert seine ganze Energie und Zeit, um ihn wahr werden zu lassen. Ablenkung kann er daher absolut nicht gebrauchen - auch nicht in Form seiner neuen Auftraggeberin.

Doch die schöne Ísa Rain macht Sailor unmissverständlich klar, dass sie mehr von ihm will als nur einen unvergesslichen Kuss. Viel zu lange hat sie ausschließlich das getan, was andere von ihr erwarten. Sailor muss sich entscheiden: zwischen der Frau, die sein Herz berührt wie keine andere zuvor, und seinem großen Traum!

Ich mochte das Cover gleich total gerne, weil kein halbnackter drauf ist und man trotzdem gleich weiß um was für ein Genre es sich handelt.
Der Einstieg in die Geschichte war einerseits überraschend anders, andererseits auch total schön zu lesen. Überhaupt gefiel mir der Schreibstil der Aurtorin richtig gut. Sie versteht es, die Spannung trotz vorhersehbaren Thema hochzuhalten und hält die ein oder andere Überraschung für uns Leser bereit.
Ich mochte die Geschichte um Sailor sehr gerne und werde die Reihe und die Autoren auf jeden Fall weiterverfolgen.
Wer Liebesromane gerne mag, ist hier jedenfalls gut beraten. Gerade weil nicht alles vorhersehbar war.

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Rezensionen von Lesehörnchen99:

Zeitreise in die DDR

Wie Frau Krause die DDR erfand von Kathrin Aehnlich

Für eine Fernsehserie »Wild Ost« gibt es ein klares Konzept, die Inhalte stehen fest, man braucht nur noch die Menschen, die authentisch erzählen, »wie es wirklich war«. Sie zu finden ist Frau Krauses Auftrag. Was aber, wenn jene, die nicht dort gelebt haben, besser wissen, wie es »im Osten« war? Was wird dann erzählt?
Zehn Ostdeutsche zu finden, die für eine Fernsehserie aus ihrem Leben erzählen, sollte für Isabella Krause einfach sein.

Schließlich ist sie in der DDR aufgewachsen, auch wenn sie mehr Jahre im vereinten Deutschland verbracht hat als in der DDR. Sie kehrt also an die Orte ihrer Kindheit zurück und findet Menschen, die sie für DDR-repräsentativ hält: die Traktoristin, den Stahlwerker, die Köchin, den ehemaligen Staatsschauspieler.
Doch der Filmautor kommt aus München und hat ein eigenes Bild von der DDR. Und das ist, dreißig Jahre nach dem Mauerfall, auf Diktatur, Mangelwirtschaft und Staatssicherheit geschrumpft. Doch was ist mit dem Leben der Anderen? Der ganz Anderen, die ihre Arbeit mochten, das Land tolerierten und am Wochenende »Ein Kessel Buntes« guckten? Und was unterschied das Familienleben Ost vom Familienleben West?

Ich fand das Buch total witzig, emotional und erfrischend erzählt. Gerade für mich, lange nach der Wende geboren, ist es sehr interessant zu lesen. War doch die DDR für mich immer Anstellen für Banane und der eiserne Vorhang.
So bekam ich einen Einblick, ob er ernst gemeint ist sei mal dahingestellt.
Mir hat Frau Krause jedenfalls sehr gut gefallen und ich habe mich prima unterhalten. Ein kleines, feines Büchlein zur dreißigjährigen Wiedervereinigt, für zu lesen, spannend und emotional.

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Rezensionen von KimVi:

Mitreißende Fortsetzung

Wir gegen euch von Backman Fredrik

Noch immer liegt den Bewohnern von Björnstadt, der kleinen Stadt, die mitten in den schwedischen Wäldern liegt, viel am Eishockey-Sport und dem Erhalt ihres Teams. Doch nach den dramatischen Ereignissen, die dafür gesorgt haben, dass ein ganzer Ort spüren konnte, wie es ist, wenn die Entscheidung eines Einzelnen Auswirkungen auf alle Bewohner hat, droht die Gemeinschaft weiterhin auseinanderzubrechen.

Dabei sollten doch eigentlich alle zusammenhalten und ein gemeinsames Ziel verfolgen. Doch Hass und Gewalt sind große Gefühle, die sich nicht so leicht in Schach halten lassen....

"Wir gegen euch" ist die Fortsetzung zu "Kleine Stadt der großen Träume". Man kann den aktuellen Ereignissen sicher auch dann folgen, wenn man den ersten Teil nicht gelesen hat, da der Autor wichtige Hintergrundinformationen in die Handlung einstreut. Dennoch ist es nicht empfehlenswert, da man die Dynamik in der Stadt einfach besser nachvollziehen kann, wenn man die Bewohner, mit all ihren Eigenarten und Ansichten, bereits kennt und im ersten Band ausführlich erfahren hat, wie es dazu kam, dass Hass und Gewalt überhaupt eine Chance bekamen, in das kleine Städtchen einzuziehen. In dieser Fortsetzung erfährt man nun wie es weitergeht.

Bereits in der Einführung deutet der Autor an, dass es ein schlimmes Ende nehmen wird. Doch wie genau das aussehen und wen es betreffen wird, erfährt man nicht. Dadurch ist das Interesse an der Stadt, den Bewohnern und den unterschiedlichen Schicksalen allerdings sofort wieder geweckt. Außerdem schwebt eine unterschwellige Anspannung zwischen den Zeilen, die von Anfang an einen großen Reiz ausübt.

Backman erzählt die Geschichte auf seine einzigartige Weise. Der Schreibstil ist ruhig und gelegentlich geradezu poetisch. Mit Formulierungen, die es auf den Punkt bringen, schafft er es mühelos, Personen und Handlungsorte zum Leben zu erwecken und ganz nebenbei noch zum Nachdenken anzuregen. All die unterschiedliche Charaktere wirken, jeder für sich, einzigartig und absolut authentisch. Denn keiner ist unfehlbar. Sie alle haben Stärken und Schwächen und handeln nachvollziehbar. Das ist auch der Grund, warum man mühelos in die Handlung eintauchen kann und dabei das Gefühl hat, selbst ein Teil der Stadt zu sein. Backman gelingt es auf wunderbare Art und Weise, problematische Themen anzusprechen, ohne dabei den erhobenen Zeigefinger zu benutzen. Was man hier liest, wirkt ausgesprochen einfach und klar. Man wird auf eine emotionale Berg- und Talfahrt mitgenommen, bei der man hinter die Fassaden der Bewohner schaut. Dabei wird einem längst nicht alles gefallen, was man zu lesen bekommt. Doch gerade das macht die Geschichte so authentisch.

Ich habe bisher fast alle Bücher von Fredrik Backman gelesen. Dabei konnten mich der wunderbare Schreibstil und die Beschreibungen der Charaktere jedes Mal überzeugen. Vom Vorgängerband "Kleine Stadt der großen Träume" war ich so begeistert, dass ich ihn in meiner damaligen Rezension als den besten Backman, den ich bisher gelesen habe, bezeichnet habe. Das muss ich nun allerdings korrigieren, denn mit "Wir gegen euch" ist es dem Autor, meiner Meinung nach, gelungen, sich selber zu übertreffen.

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Rezensionen von Bücher in meiner Hand:

Mutter-Tochter-Spannungen

Immer wieder im Sommer von Herzog Katharina

"Immer wieder im Sommer" wird abwechselnd von den konfliktfreudigen Frauen dieser Geschichte erzählt: von Frieda, Anna und Sophie.

Anna hat seit Jahren keinen Kontakt mehr zu ihrer Mutter und ist sehr überrascht, als sie auf einmal Post von ihr bekommt. Anstatt sie anzurufen, reist sie gleich hin.

Nicht alleine wie erst geplant, sondern mit der ganzen Familie (Ex-Mann Max und ihre beiden Töchter Sophie und Nelly) im Gepäck.

Dass sie von Max geschieden ist, will sie ihrer Mutter verschweigen, doch Frieda findet es schneller heraus als gedacht. Und verkündet gleich allen, dass sie an Alzheimer erkrankt ist und in wenigen Wochen in ein Pflegeheim ziehen will. Ein Konflikt mehr, an dem sich alle Beteiligten messen müssen.

Viele Themen und Konflikte packt die Autorin Katharina Herzig in diesen Roman rein. Trotzdem war er nicht überladen, aber es gab viele Situationen, die wenig glaubhaft waren - beginnend mit der Reise zu Frieda.

Die Mutter-Tochter-Spannungen von früher wiederholen sich zwischen Anna und der widerspenstigen Sophie. Frieda gefiel mir am besten. Eine sympathische ältere Frau, die versucht sich selbst zu helfen, was nicht immer gelang, aber sie hat es immerhin versucht.

Fazit: Ein Generationenroman, der nicht gross überrascht - die zwei anderen Romane der Autorin fand ich deutlich besser.
3.5 Punkte.

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Rezensionen von Gluecksklee:

Tolles Thrillerdebüt

Bis ihr sie findet von Gytha Lodge

Zum Inhalt
Vor dreißig Jahren haben 7 Jugendliche eine Nacht in einem Waldstück verbracht. Sie wollten Zelten und Spaß haben. Allerdings ist am nächsten Morgen eine von ihnen verschwunden – und wird erst zu Beginn von „Bis ihr sie findet“ wieder auftauchen.
Kann es der Polizei nach all den Jahren noch gelingen, herauszufinden, was der vierzehnjährigen Aurora Jackson in jener Nacht zugestoßen und wer dafür verantwortlich ist?
Meine Meinung
Die britische Autorin Gytha Lodge hat mir „Bis ihr sie findet“ einen absoluten Volltreffer gelandet.

Der Thriller ist spannend von der ersten bis zur letzten Seite. Und das liegt nicht zuletzt an dem cleveren Aufbau und er Wahl der Erzählperspektiven.
Ein Großteil der Handlung wird aus Sicht der Polizei erzählt – Jonah Sheens und sein Team ermitteln in dem alten Fall Vermisstenfall, aus dem nun, nach dem Auftauchen von Auroras Leiche, ein Mordfall geworden ist. Beim Lesen sind mir die Ermittler allesamt ans Herz gewachsen, auch oder gerade weil viele von ihnen mit ihren eigenen Dämonen zu kämpfen haben.
Ein weiterer Teil der Handlung nimmt den Leser mit zurück in das Jahr 1983, in die Nacht von Auroras Verschwinden. Viele dieser Kapitel sind aus Auroras Perspektive erzählt – und das geht einem nahe. Denn man weiß ja leider schon zu Beginn des Thrillers, wie diese Nacht für Aurora enden wird.
Durch diesen Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit entsteht ein solider Spannungsbogen. Mit jeder weiteren Information über jene schicksalhafte Nacht macht man sich unweigerlich auch seine Gedanken über die aktuellen Erkenntnisse der Ermittlungen und über das Verhalten der Verdächtigen.
Dabei verfügt die Autorin auch über einen sehr angenehmen Schreibstil. Der Text liest sich flüssig und kommt ohne ausschweifende Beschreibungen aus, die eventuell für Längen in der Geschichte sorgen könnten.
Fazit
Mir hat „Bis ihr sie findet“ außerordentlich gut gefallen. Ich habe bis zum Ende noch mitgerätselt, auf wen die Ermittlungen als Täter/in hinauslaufen werden. Und gerade durch die unterschiedlichen Zeitebenen, auf denen sich die Handlung entwickelt, war ich dermaßen gefesselt, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte.
Von mir erhält „Bis ihr sie findet“ vier von fünf Sternen und eine Leseempfehlung für Fans von Thrillern, die gerne miträtseln und durchgängige Spannungsbögen lieben.

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Rezensionen von Furbaby_Mom:

Die Kunst war ihr Leben: größte Freude und letztlich einziger Trost

Die Malerin des Nordlichts von Lena Johannson

Signe lebt für die Kunst. Sie ist 38 Jahre alt und geschieden – ihre Ehe zum zackigen Offizier Johannes, der im Sinne einer klassischen Rollenverteilung erzogen worden war und dies auch von seiner Ehefrau erwartete (der Mann verdient das Geld, die Frau ist zuständig für den Haushalt), war auf ihren eigenen Vorschlag hin aufgelöst worden.

- Nicht, weil Johannes sich längst zu einer anderen Frau hingezogen gefühlt hatte, sondern weil er Signes Passion für die Kunst, die Malerei weder gutheißen noch nachvollziehen hatte können. Zwar fand er ihre "Bildchen", ihr "Gekleckse" teilweise ganz nett, aber es stand außer Frage, dass Signe ihre Werke verkaufen dürfte. Sollten die Leute etwa denken, dass er seine Frau nicht ernähren und ausreichend versorgen könne? Das wäre eine Blamage! Signe entschied sich gegen ihren Mann und für die Kunst. Unterstützt wird sie in diesem Entschluss von der lebensfrohen Lilla, ihrer 20-jährigen Kommilitonin an der Kunsthochschule. Diese steht mit ihrem frivol-koketten, energiegeladenen, leicht naiven Wesen in starkem Kontrast zu Signe, die deutlich besonnener und bodenständiger wirkt. "Nicht nur achtzehn Jahre trennten sie, sondern im Grunde ihr ganzes Leben. Und doch waren sie Freundinnen geworden."

Signe hat ihr Talent für die Malerei quasi geerbt, denn ihr Onkel Edvard war niemand Geringerer als der berühmte Maler Edvard Munch. Er hatte sie gelehrt, dass wahre Kunst jene sei, die es verstünde, Gefühle in den Menschen zu wecken bzw. den Menschen dabei zu helfen, sich über ihre Emotionen klarzuwerden. Im Rahmen ihres Stipendiums hatte Signe ihre Technik in Paris verfeinert und nimmt sogar Unterricht beim Sohn von Paul Gauguin. Sie kann sich nicht vorstellen, je etwas mehr lieben zu können als die Kunst. Dann begegnet sie eines Tages Einar Siebke – er wird ihre große Liebe.

Beim Lesen des Klappentextes kam mir sofort der Titel von Munchs Gemälde 'Der Schrei' in den Sinn: ein Kunstwerk, dass mittlerweile selbst dem größten Kunstverächter ein Begriff sein dürfte. Leider war mir bis dato überhaupt nicht bekannt, dass auch Signe Munch eine Kunstgröße gewesen war. In der Tat hatte ich ihren Namen noch nie gehört und war umso gespannter darauf, mehr über sie zu erfahren.

Es ist kein temporeiches Werk, vielmehr bezaubert es durch seinen Schreibstil: mitreißend, atmosphärisch und einladend, oftmals humorvoll und direkt, dann wieder verträumt und melancholisch. Man kann mühelos in die Geschichte, die im Jahre 1922 in Norwegen beginnt, eintauchen - Oslo hieß damals noch Kristiania. Die weibliche Hauptfigur ist sehr greifbar gestaltet worden; ich habe mich sofort mit Signe identifizieren können; ihre Gedankengänge sind durch und durch nachvollziehbar und lassen tief in ihren Charakter blicken. In diesem Punkt hat mich der Roman sogar mehr überzeugt als Johannsons Werk "Die Villa an der Elbchaussee". Auch die fundierte Recherche der Autorin muss gelobt werden.

Das Cover des Romans an sich finde ich (- Achtung, Wortspiel! –) absolut 'malerisch', ein ganz typisches Merkmal für die historischen Werke des Aufbau Verlags, deren Covergestaltung stets bedacht, stilvoll-elegant und einfach wunderschön ist.

Nun könnte man meinen, die Geschichte habe einzig und allein Malerei im Fokus – dies ist nicht der Fall, auch wenn mich speziell die detaillierten Farbbeschreibungen in ihrer Intensität begeistert haben. Stattdessen erfährt man unheimlich viel über die geschichtlichen Hintergründe Norwegens, das im Jahr 1940 von deutschen Truppen besetzt wurde, und wie harsch mit Widersachern umgegangen worden ist. Es ist bewundernswert, wie sehr Signe sich für ihren Traum von der Malerei eingesetzt hat. Die Tatsache, dass der Großteil ihrer Gemälde seit der Beschlagnahmung durch die Gestapo verschollen geblieben ist, wiegt umso schwerer, da ich das Gefühl hatte, sie dank dieses Romans ein Stück weit kennengelernt zu haben und zu wissen, wieviel Herzblut sie in ihre Bilder gesteckt hatte.

"Man darf nicht mit dem Schicksal hadern, man muss es einfach schlucken." Signe war eine mutige, starke, blitzgescheite Frau mit einem sanften Wesen, vor allem aber war sie eine eigenständige Künstlerin. In jedem Fall hat die Autorin ihr mit diesem Roman ein verdientes Denkmal gesetzt.

Fazit: Ein wundervoller historischer, feinfühliger Roman, der durch eine starke weibliche Protagonistin brilliert und für alle Kunstliebhaber ein Muss ist!

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Rezensionen von Vicky:

Was tust du, wenn außer Liebe nichts mehr übrig ist? 

Pretty Venom von Ella Fields

'Pretty Venom' ist ein Liebesroman der Autorin Ella Fields und bildet den dritten Band der ‘Gray Springs University‘ Reihe. Ich habe die Autorin mittlerweile in mein Herz geschlossen und bin süchtig nach ihren Büchern! Ihr Schreibstil ist absolut wunderbar, alles ist leicht und flüssig zu lesen wodurch man einfach und schnell voran kommt.

Das Cover ist wunderschön und sehr stimmig gestaltet. Ich finde es sehr ansprechend und harmonisch. Außerdem passt es gut zu den anderen Bänden der Reihe.

Unter 'Das Buch' kann man sich bereits einen kurzen aber recht guten Vorgeschmack auf die Geschichte rund um Callum und Renee holen. Die Geschichte dieser beiden Figuren wurde bereits im Epilog des letzten Bandes angedeutet und ich freute mich bereits sehr auf die Geschichte dieser zwei. Der Roman umfasst zweiundvierzig Kapitel sowie einen Epilog. Diese sind abwechselnd aus Sicht von Renee und Callum geschrieben. Das ist wie immer eine gelungene Abwechslung und bring so noch mehr Schwung in die Geschichte.

Ich fand die Rückblenden in die Vergangenheit der beiden äußerst spannend und informativ. So konnte man die Figuren, deren Entwicklung und Handlungen noch besser verstehen. Allerdings ist es in meinen Augen ein Bruch der Reihe denn bisher hatten wir noch nie ‚so viel‘ Vergangenheit und so wenig Gegenwart. Ich fand das tat der Geschichte aber keinen Abbruch sondern hat sie sogar noch mehr verbessert! Außerdem fand ich es gut das man die Geschichte aus Teil eins und zwei nun noch aus Sicht von Renee und Callum zu lesen bekam! Das gefiel mir sehr gut und brachte mich an einigen Stellen nochmals zum Schmunzeln und ich habe mich gerne an die vorherigen Teile zurück erinnert! Herrlich!! :-)

Mittlerweile weiß ich den Ausblick im Epilog ala ‚Zehn Jahre später‘ zu schätzen. Auch wenn ich es nach wie vor etwas schräg finde solch ein Vorgehen in einer Reihe vorzufinden. Gibt es hier im Epilog außerdem bereits die Andeutung auf den nächsten Band? Irgendwie würde ich es ja toll finden einen Band zu lesen der zehn Jahre später spielt und alle nochmals zusammenbringt! Das wäre mein Wunsch für einen Abschlussband der Serie, denn dann würden dieses Ausblicke für mich endlich mehr Sinn ergeben :-)

Am Anfang des Buches steht eine Widmung die ich hier noch unbedingt zitieren möchte denn dieser Satz passt perfekt zur Geschichte und beschreibt sie vortrefflich: Wenn du jemanden zu deiner ganzen Welt machst, beschwer dich nicht, wenn der Boden unter deinen Füßen bröckelt.

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