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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Gaby 2707:

Schlechten Menschen Gutes tun

Achtsam morden von Karsten Dusse

Björn Diemel, 42, ist erfolgreicher Anwalt für Strafrecht und Wirtschaft, hat gerade nur einen Klienten, den großkriminellen Chef eines Mafia-Imperiums Dragan Sergowicz. Björns Frau Katharina gefällt es gar nicht, womit ihr Mann sein Geld für das gemeinsame Leben verdient. Björn soll sich ändern und besucht Achtsamkeitsstunden bei Achtsamkeitscoach Joschka Breitner um seine Work-Life-Balance wieder herzustellen.

Björn lernt schnell und legt die Achtsamkeitsregeln so aus wie er sie brauchen kann. Und schon läuft´s im Job und mit der Familie…


Die Geschichte ist schon sehr speziell. Grandioser schwarzer Humor gepaart mit leiser Spannung, der mir immer wieder ein Schmunzeln ins Gesicht gezaubert hat. Leider flacht dieser Humor ab der Mitte der Geschichte immer weiter ab. Die Szenen, in denen es um Folter, Mord usw. geht, sind mir persönlich hier einfach zu drastisch beschrieben. Da hätte ich mir mehr Achtsamkeit gewünscht.

Ich lerne viele dubiose, kriminelle Typen aus den verschiedensten Sparten kennen. Von Sympathie kann ich nur bei einem jungen Mann sprechen – Sascha. Der hat etwas mehr Grips im Kopf wie die anderen Dumpfbacken. Björn kann ich mir nicht als Freund vorstellen, genau so wenig wie seine Frau Katharina. Nur fordern und selbst nichts an sich ändern, geht für mich in einer Beziehung gar nicht. Töchterchen Emily mit ihrem Kindermund dagegen mag ich sehr.
Gut gefallen mir auch die kleinen Spitzen gegen unsere Gesellschaft. Sei es wegen dem „Ruthlessphone“, der Internet-Plattform „KOTZ“, den Autoreifenschlappen, den Teakholz-Möbeln oder einem Kindercafé – alles wird wie nebenbei behandelt und ist doch sehr präsent.
Karsten Dusse schafft es perfekt, die einfachsten Dinge auf den Punkt zu bringen. Und das gewürzt mit einer großen Prise Humor, Schlagfertigkeit und Sarkasmus.

Vor jeden der 38 Kapitel bekomme ich eine neue Achtsamkeitsregel präsentiert, die genau zu dem passt, was im Kapitel behandelt wird. Es geht um Achtsamkeit, Freiheit, Zeitinseln, Glück, Angst, Ungeduld, Vergebung, Minimalismus, Tod und einiges andere mehr.

Eine mal ganz andere Art von Krimi mit viel schwarzem Humor, spannend und vor allem gut unterhaltend.

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Rezensionen von yellowdog:

Im Schwarzwald

Wolf von Marie Brunntaler

Sehr fein gemachter Roman, der mehr das Leben im frühen 19.Jahrhundert im Schwarzwald zeigt und spürbar macht als die meisten historischen Unterhaltungsromane es vermögen.
Ein allein herumstreunender Junge, der für kurze Zeit in einem Kloster aufgenommen wird und dort den Namen Gabriel erhält, ist ein ganz besonderer Mensch mit Fähigkeiten.

Später kommt er auf einem Bauernhof bei den Steinhauers unter. Doch mit der Zeit kommt immer mehr Unruhe in die Gemeinschaft, der Roman gewinnt immer mehr an Dramatik. Eine große Schuld aus der Vergangenheit bestimmt die Gegenwart des Dorfes.
Gabriels Weg ist interessant zu folgen, der Roman entwickelt eine sehr dichte faszinierende Atmosphäre.

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Chronik eines Skandals

Die Ibiza-Affäre von Obermaier Frederik Obermaier Bastian

Die beiden Investigativ-Journalisten der „Süddeutschen Zeitung“ (SZ) Frederik Obermaier und Bastian Obermayer erhalten höchst brisante Daten zugespielt. Diese werden die türkis/blaue österreichische Bundesregierung implodieren lassen.

Wie die beiden Journalisten zu diesem Material kommen, liest sich wie ein Agenten-Thriller.

Erst nach und nach erhalten sie Einblick in das Datenmaterial. Davor sind geheime Treffen und Telefonate auf abhörsicheren Leitungen und immer wieder die Frage nach der Echtheit. Dann weiße Bildschirme nach dem Hochladen der Videos - erst das Betrachten mit einer speziellen Brille ermöglicht das Erfassen des ganzen Ausmaßes der Brisanz. Man beginnt eine Kooperation mit dem dem deutschen Magazin „Spiegel“ und dem österreichischen „Falter“.

Eine der unumstößlichen Prämissen der SZ ist, niemals für Informationen zu bezahlen und keinesfalls die Quelle(n) preiszugeben. Um die Authentizität der Informationen zu beweisen, werden Forensiker bemüht, die an Hand eines Ohrmuschelvergleiches von Strache und Gudenus beweisen, dass es sich bei den gefilmten Personen tatsächlich um die beiden Politiker handelt und nicht um Schauspieler.

Das Buch enthält quasi zwei „Handlungsstränge“: Der eine, die Story, wie Obermaier und Obermayer die Videodateien erhalten und der andere die transkribierten Mitschnitte der Gespräche.

Hintergrund ist das millionenschwere Investment einer angeblich steinreichen russischen Oligarchin, die ihr Vermögen in Österreich anlegen möchte. Natürlich nicht aus Nächstenliebe, sondern mit entsprechender Rendite.

Rückblick in das Jahr 2017:

Eine Villa auf Ibiza: Strache, Gudenus, dessen Frau Tatjana, die vorgebliche Oligarchin sowie ein Übersetzer sitzen in geselliger Runde beisammen. Die Atmosphäre ist bestens. Wodka und Energy Drinks fließen in Strömen. Strache entwickelt allerlei Machtfantasien, wie er Österreich verändern will. So spricht er über den Entzug staatliche Aufträge an eine bestimmte Baufirma im Raum, genauso wie über den Verkauf der „Kronen Zeitung“, jener Auflagen stärksten Zeitung Österreichs, die bislang eher zu Gunsten von Strache & Co. geschrieben hat.
Strache und Gudenus wissen nicht, dass diese illustre Gesprächsrunde von mehreren Kameras gefilmt wird.

Als dann die breite Öffentlichkeit am 17. Mai 2019 in einem mehrere Minuten langen Video erfährt, welche Pläne der damalige Vizekanzler Heinz-Christian Strache und sein Parteifreund Johann Gudenus mit österreichischen Unternehmen bzw. mit dem ganzen Land vorhaben, ist Feuer am Dach.

Die Betroffenen sprechen von Fake-News, Fälschung und besonders Strache sieht sich als Opfer eine Verleumdung. Korrupt sind immer nur die anderen.

Österreichs Bundespräsident Alexander van der Bellen spricht deutliche Worte:

„Ich möchte das in aller Deutlichkeit sagen:
So sind wir nicht!
So ist Österreich einfach nicht!“

Und Bundeskanzler Kurz beendet die Koalition mit der FPÖ.
Trotzdem kann man über das Sittenbild der politischen Parteien im allgemeinen und dem Unrechtsbewusstsein in jener Partei, die sich als „Partei des kleinen Mannes“ ein Image einer „sauberen“ Partei auf die Fahnen geheftet hat,im Besonderen, nicht hinweg sehen.

„Ein unsauberer Law-and-order-Mann - das funktioniert nicht.“ (S.75).

Fazit:

Dieses Buch ist ein Plädoyer für die Pressefreiheit, die in mehreren europäischen Staaten, bedroht ist. Für die Aufdeckung des Ibiza-Skandals verdienen die beiden Journalisten und ihr Buch 5 Sterne.

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Norwegen unter dem Hakenkreuz

Vergesst unsere Namen nicht von Stranger Simon

Als Simon Strangers kleiner Sohn buchstäblich über den Stolperstein für Hirsch Komissar stolpert, und nachfrägt, was diese in den Straßen eingelassenen Messingplatten bedeuten, beginnt Stranger sich mit der jüdischen Geschichte seiner Frau Rikke zu beschäftigen.

"Warum wurde er ermordet, Papa?
"Weil er Jude war.

"
"Ja, aber warum?"

Rikke, ist eine Nachfahrin von Hirsch Komissar, der von den Nazis ermordet worden ist. Über 80 Jahre und vier Generationen erstreckt sich der Roman, der ein beredtes Zeugnis einer dunklen Zeit beleuchtet.

Die Geschichte der Familie Komissar ist eng mit der Vita von Henry Oliver Rinnan verknüpft. Rinnan, aus einfachen Verhältnissen, kleinwüchsig, unscheinbar und fies, ist Spitzel der Nazis, schleimt sich bei seinen norwegischen Landsleuten ein und liefert
Widerständler und Juden den Deutschen aus.


Meine Meinung:

„Ich bin kein Jude, ich bin ein Mensch“ - das Menschsein haben die Nazis den Juden mehrfach abgesprochen.

Über die Nazis und ihre Gräueltaten sind schon viele Bücher geschrieben worden. Die meisten beschäftigen sich mit den Schicksalen deutscher Juden. Diesmal liegt der Fokus auf Norwegen, das von 1940 bis 1945 von der deutschen Wehrmacht besetzt war. Um an Mitglieder des norwegischen Widerstands zu kommen, bedient sich die Wehrmacht, wie in allen besetzten Gebieten, einiger Einheimischer wie Rinnan. Ob aus Überzeugung oder „nur“ wegen einer kriminellen Ader, lässt sich nicht ganz herausfinden. Rinnan fühlt sich das erste Mal in seinem Leben bedeutend. Er wird Kopf einer Verbrecherbande, die vor Folter und Mord auch in den eigenen Reihen nicht zurückschreckt.

Autor Simon Stranger verknüpft geschickt Fakten mit Fiktion. Ein interessantes Detail sind die Kapitelüberschriften, die lediglich aus einem Buchstaben des Alphabets bestehen. So steht das A für Antisemitismus, das H für Hirsch oder Hoffnung.

Zuerst wollte der Simon Stranger nur den Namen Hirsch Komissar vor dem Vergessen bewahren, denn die jüdische Tradition glaubt, dass ein Mensch erst dann richtig tot ist, wenn sich keiner mehr an ihn erinnert. Doch dann entdeckt er, dass seine Schwiegermutter Grete Komissar, im „Bandenkloster“ genannten aufgewachsen ist. Es ist das Haus von Henry Oliver Rinnan, der Hirsch und zahlreiche andere Juden denunziert hat. Die Geschichte des Hauses liest sich ebenso spannend wie die Geschichte der Personen.

Während Hirsch 1942 ermordet wird, gelingt seinen Söhnen Gerson und Jacob die Flucht nach Schweden. Gerson wird später Ellen heiraten und in das „Bandenkloster“ einziehen. Während Gerson den Einzug in das Haus eher pragmatisch sieht, da es billig zu haben ist, leidet Ellen unter der gewalttätigen Aura des Gebäudes.

Obwohl es interessant ist, wie aus einem unscheinbaren, nicht beachteten Jungen ein brutaler Verbrecher wird, nimmt die Lebensgeschichte von Rinnan weit mehr Raum in diesem Roman ein, als ihm meiner Ansicht nach zusteht. An manchen Stellen tritt die Familiengeschichte Komissar in den Hintergrund und jene von Rinnan plustert sich ungebührlich auf. Das eine oder andere Mal hat sich bei der Gedanke aufgedrängt, dass aus dem gehänselten, missachteteten Rinnan, also einem Opfer, nichts anderes werden konnte als ein Täter. Denn mit der Unterstützung der Nazis ist sein Name endlich in aller Munde, wenn schon nicht geachtet, so denn gefürchtet.

Der Schreibstil ist dem Thema angemessen: Sachlich, bisweilen, ob der Monströsität der Verbrechen, distanziert wirkend, begeben wir uns mit dem Autor in die wohl dunkelste Zeit der Historie.

Mehrfache Perspektivenwechsel lassen die Erzählstränge deutlich erkennen.

Fazit:

Eine interessante Familiengeschichte, der ich gerne 4 Sterne gebe.

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Rezensionen von Emmmbeee:

Unter den Rädern des Lebens

Menschen neben dem Leben von Ulrich Alexander Boschwitz

Die Kneipe "Der fröhliche Waidmann" ist eine Oase der Gestrandeten, der Verlierer und Obdachlosen, der am Rand der Gesellschaft lebenden Menschen. Sie tragen die Auswirkungen der Elendsjahre nach Ende des ersten Weltkrieges und sind unter die Räder des Lebens geraten. Vielfach geprügelt von der Not, kollidieren sie immer wieder mit den Anforderungen des Alltags.

Um nicht allein zu sein und sich ein wenig abzulenken, suchen sie die billige Geselligkeit. Alkohol ist allgegenwärtig, im Hintergrund lauert stets die Gewalt.
Der Autor skizziert den bisherigen Lebenslauf der tragenden Figuren und gibt Einblick in ihre spezielle Lage. Er greift zwei Tage heraus, die besser als jeder Geschichtsunterricht deutlich machen, wie so viele Arbeitslose und Bettler (in Deutschland und bestimmt auch in weiten Teilen Europas) ums Überleben kämpfen mussten. Er schildert die einzelnen Episoden keineswegs larmoyant, sondern nüchtern und objektiv. Gerade dadurch hatte ich Mitleid mit diesen Menschen.
In fast heiterem, leichtem Ton erzählt Boschwitz von dieser Subkultur, in der sich Trägheit und Explosion nebeneinander bewegen. Ihm selbst werden die geschilderten Situationen nicht gänzlich fremd gewesen zu sein, musste er doch selbst emigrieren. So sind auch weite Teile des Textes den Betrachtungen über die menschliche Psyche gewidmet, besonders nach Niederlagen und in Konfliktsituationen. Daneben gefiel mir besonders die Art, wie die Geräusche der Strasse in Worte gefasst werden, zum Beispiel: "Leise meckerten die Klingeln der Fahrräder." Das dürfte in der Literatur nicht oft vorkommen.
Der Titel allerdings könnte besser gewählt sein, denn neben dem Leben befinden sich die Protagonisten keineswegs. Für sie ist es DAS LEBEN. Es sieht auch heute noch für viele ganz ähnlich aus, denn Leben ist nicht gleich Wohlstand. Nur widmet ihnen – seit Erich Kästner, Irmgard Keun und Hans Fallada – kaum ein Autor mehr als ein paar Worte.

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Rezensionen von Lesemama:

Die kleine Spinne geht schlafen

Die kleine Spinne Widerlich sagt Gute Nacht von Diana Amft

Zum Buch:
Die kleine Spinne Widerlich ist müde und möchte schlafen gehen. Aber vorher muss sie noch allen eine gute Nacht Wünschen.

Meine Meinung:
Hierbei handelt es sich um ein Pappbilderbuch für die Allerkleinsten. Diana Amft hat den Text geschrieben, Marina Matos hat es Illustriert.
Die Illustrationen sind absolut zauberhaft, die kleinen Spinnen total liebenswert und niedlich.

Alleine die Illustrationen sind die volle Punktzahl wert.
Die Familie von der kleinen Spinnen widerlich hat tolle Namen, am meisten musste wir über Tante Igitte mit ihren Strubelhaaren lachen. Es gibt auf den Seiten einiges zu entdecken ohne dass es überladen ist. Soweit finde ich das Buch wunderbar und sehr gut geeignet für die kleinsten Zuhören.
Nun komme ich zum Text, er ist in Reimform gehalten, was gerade für kleine Kinder sehr gut ist, sie lieben ja Wiederholungen. Allerdings kamen mir die Teile Teil weiße sehr holprig vor, was ich ein wenig schade fand.
Ansonsten ist Die kleine Spinne Widerlich sagt gute Nacht ein total niedliches Buch, welches ich mir sehr gut als Gute-Nacht-Lektüre vorstellen kann.

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Rezensionen von Lealein1906:

Erwartungen übertroffen

Der Sprung von Simone Lappert

„Der Sprung“ von Simone Lappert hat meine Erwartungen an das Buch deutlich übertroffen. Ich hätte nicht gedacht, dass mich der Roman so fesselt. Die Ereignisse von den Menschen, die hier miteinander verknüpft werden, sind spannend und emotional erzählt, ganz eigen und hochinteressant. Das gibt auf jeden Fall 5 Sterne von mir.

Das Buch handelt von elf Personen, von denen nach und nach berichtet wird. Eines haben sie gemeinsam: Sie stehen irgendwie in Verbindung mit dem Ereignis, das ganz Thalbach für einen Tag und eine Nacht in Atem hält. Eine junge Frau steht auf einem Dach und will nicht mehr herunterkommen.
Die elf Charaktere sind komplett unterschiedlich: ein Polizist, ein Modeschöpfer, ein Fahrradkurier, um nur einige Beispiele zu nennen. Alle auch in unterschiedlichem Alter, in unterschiedlichen Beziehungen, in unterschiedlichen Lebenssituationen. Diese Mischung fand ich hochspannend. Jede Geschichte ist ein Unikat. Da sie nur nach und nach erzählt wird, muss man einfach weiterblättern, bis dieser Strang wieder aufgenommen wird. Durch die große Geschichte mit der Frau auf dem Dach wird alles zusammengehalten und natürlich zusätzlich noch einmal Spannung in das Buch gebracht. Springt sie, oder springt sie nicht?
Der Schreibstil hat mir ebenfalls sehr gut gefallen. Die Geschichte wird einfach in einem guten Erzählton wiedergegeben und so fiel es mir schwer, das Buch aus der Hand zu legen.
Einziger kleiner Kritikpunkt: Ich würde zwar keinen Charakter missen wollen, aber es wahren doch ganz schön viele, einige auch mit ähnlichen Namen. Da musste man schon zum Beginn der jeweiligen Kapitel immer kurz überlegen, wer war das jetzt noch und was war seine Vorgeschichte. Aber nach einer halben Seite hat sich das bei mir immer gelegt.
Deswegen bleibe ich trotzdem bei der Höchstwertung, weil mich dieses Buch einfach so positiv beeindruckt hat. Sollte man auf jeden Fall lesen!

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Rezensionen von Lealein1906:

Wichtiges Thema für Kinder aufbereitet

Über die Grenze von Maja Lunde

Ich bin ja ein großer Fan von Maja Lunde und auch dieses neue Kinderbuch von ihr hat es mir wieder angetan. An diesem Buch finde ich vor allem besonders, dass es schafft, ein so ernstes und eigentlich auch erschreckendes Thema in ein Format zu bringen, was auch Kinder anspricht. Deswegen gebe ich für „Über die Grenze“ auch fünf Sterne.

Gerda ist Norwegerin und lebt dort mit ihrem Bruder Otto und ihren Eltern. Norwegen ist 1942 unter deutscher Besatzung und auch hier werden Juden verfolgt. Eines Tages hört Gerda komische Geräusche aus dem Keller, kurze Zeit später werden ihre Eltern in einer Nacht-und-Nebel-Aktion verhaftet. Die zwei jüdischen Kinder, die Gerdas Eltern versteckt hatten, haben die Polizisten jedoch nicht gefunden. Nach kurzem Zögern beschließen Gerda und Otto die Geschwister Daniel und Sarah selbst über die Grenze nach Schweden zu bringen. Ein aufregendes Abenteuer beginnt.
Die Geschichte war wirklich spannend und ich fand toll, wie die Kinder in den Mittelpunkt gerückt wurden. Sie kommen dabei auch sehr authentisch rüber: Gerda zum Beispiel, wie sie gerade von dem Buch „Die drei Musketiere“ fasziniert ist und in ihre Fantasiewelten abtaucht, aber gleichzeitig auch oft Streit mit ihrem Bruder Otto hat – einfach genauso wie im richtigen Leben und wie man sich selbst an seine Kindheit erinnert.
Hinzu kommt, dass dieses wichtige und ernst Thema „Zweiter Weltkrieg“ auf kindliche Weise verständlich gemacht wird, da eben aus der Sicht von Gerda erzählt wird, das war von der ersten Seite an so. Die Kinder sind wirklich mutig und wahrscheinlich hätte so manch ein Erwachsener sich das nicht getraut. Aus dem Buch kann man also auch viel lernen. Der Schreibstil war sehr gut zu lesen, gut für ältere Kinder, die Leseempfehlung ab 9 Jahren würde ich so übernehmen. Über jedem Kapitel gibt es auch noch ein kleines Bild, also ein paar schwarz-weiß Illustrationen.
Mir hat dieses Buch einfach sehr gut gefallen und ich empfehle es gerne weiter, auch für Erwachsene.

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Rezensionen von inya:

atemraubend

Drei von Dror Mishani

Dieses Buch hat mich zu tiefst beeindruckt, da es mich so gefesselt hat, wie sonst kein Buch in jüngster Vergangenheit. Es handelt von drei Frauen, die überhaupt nichts gemeinsam haben und dennoch in einer geheimnisvollen Verbindung zueinander stehen. Denn alle kennen den Anwalt Gil. Ich möchte nicht zu viel von der Handlung verraten, denn es wäre schade, wenn andere Leser nicht den gleichen Aha-Effekt wie ich am Ende hätten.

Es ist wunderbar geschrieben, die Sprache ist sehr ansprechend und sehr literarisch. Es hat sich auch anfangs gar nicht wie ein Krimi gelesen oder angefühlt, deshalb fand ich es besonders gut! Ich kann dieses Buch nur weiterempfehlen und bin sehr begeistert von dieser Entdeckung!

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Rezensionen von Lealein1906:

Was ist wahres Glück?

Die schönste und die traurigste aller Nächte von Maurício Gomyde

„Die schönste und die traurigste aller Nächte“ hat mir sehr gut gefallen. Die Geschichte ist schon ein bisschen „magisch“, erzählt aber vor allem von einer großen Liebe und entführt in die wunderschöne Welt von Südamerika. Außerdem lernt man so einiges über das Glück. Ich gebe fünf Sterne für diesen Roman.

Das Buch handelt von Victor und Amanda, die sich in der Schule kennengelernt haben und dann auch ihren ersten gemeinsamen Kuss hatten. Aber am nächsten Tag bricht Amanda mit ihrer Familie nach Kenia auf um dort zu leben. Dort werden ihre Eltern bei einem Bombenanschlag getötet. Anschließend macht das Buch einen Zeitsprung und man lernt die Erwachsenen Victor und Amanda kennen, die sich inzwischen ein eigenes Leben aufgebaut haben. Ein Klassentreffen bringt die beiden jedoch wieder zusammen.
Soweit der „normale“ Teil der Geschichte. Denn Victor hat ein verrücktes Geheimnis: Wenn er glücklich ist, erlebt er diese Momente noch einmal. Wenn er von Trauer erfasst wird, macht er Zeitsprünge in die Zukunft, verschwindet einfach so und taucht irgendwo wieder auf. Dieses „fantastische“ Element macht dieses Buch noch ein bisschen ungewöhnlicher, aber auch sehr spannend.
Was mir neben den beiden tollen Charakteren und dem angenehmen Schreibstil vor allem gefallen hat, ist die Auseinandersetzung mit dem Glück. Die Zitate, die das Buch in verschiedene Abschnitte teilen, machen wirklich nachdenklich. Was ist wirklich wahres Glück?
Zwischendurch habe ich doch, das muss ich zugeben, kurz gedacht, ob ich nur vier Sterne geben, weil es in der Mitte des Romans ein, zwei Stellen gibt, die ich etwas nervig fand, die Geschichte ist dort nicht auf den Punkt gekommen, sondern hat ein paar Wendungen genommen, die ich nicht ganz so wichtig fand. Da das dann aber nicht noch einmal vorgekommen ist und das Ende nochmal richtig spannend und gut war, habe ich mich doch wieder zu den fünf Sternen entschlossen. Das Buch hat einfach Tiefgang und wenn es um das Thema Glück geht sogar ein paar philosophische Ansätze, die mir wirklich gut gefallen haben. Das ist ein perfektes Buch für laue Sommernachtstunden.

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