Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Lesemama:
Die Suche nach dem Glück
Koordinaten des Glücks von Cynthia Ellingsen
Zum Buch:
Dawn Conners reist zurück in ihre alte Heimat an den Lake Michigan. Dort versucht sich ein altes Familiengeheimnis ihres Großvaters zu lüften. Hat er tatsächlich einen Schatz gestohlen, wie es die Medien behaupten?
In dem Leuchtturm, in dem er lebte, beginnt sie die Suche. Immer mehr Menschen werden darauf aufmerksam, darunter auch der äußert gutaussehende Kit Whittaker.
Doch um das Geheimnis zu lüften muss Dan sich erst einmal klar werden, wem sie überhaupt vertrauen kann ...
Meine Meinung:
Angezogen von dem zuckersüßen Cover, ich liebe Leuchttürme, wollte ich die Geschichte lesen. Familiengeheimnisse liebe ich sowieso, das konnte doch nur gut werden. Und ich wurde nicht enttäuscht. Dawn war mit von Beginn an sympathisch, eine tolle Frau. Das es zwischen ihr und Mit nur so knisterte war schön zu lesen, sie Stimmung stimmte. Dazu noch das schon Setting, so dass ich am liebsten sofort die Koffer packen wollte.
Ein gefühlvoller, romantischer geheimnisvoller Roman der mich total in seinen Bann ziehen konnte.
Guter Schreibstil, sehr flüssig zu lesen, ich fieberte richtig mit den beiden mit.
So muss ein Roman für schöne Lesestunden sein.
Rezensionen von Ele:
Erstaunliche Weihnachtsgeschichten
Neues aus Bethlehem von Markus Brunner
Neues aus Bethlehem, Geschichtensammlung von Markus Brunner, 96 Seiten, erschienen im Fontis Verlag.
Für alle die auch an Weihnachten mehr suchen.
Markus Brunner setzt in diesem Werk die Ereignisse von Weihnachten in neue Perspektiven. Seine Erzählungen spielen in der Vergangenheit in der Gegenwart und in der Zukunft.
In der Hölle, auf Erden und im Himmel. 15 verschiedene Geschichten, nachdenklich machend, traurig oder lustig. Der Kern der Aussage ist immer derselbe, hören wir noch die Botschaft, können wir das Wunder der Menschwerdung Jesu noch erkennen, oder sind wir vom Bling-Bling, dem Glitzer und den Geschenken abgelenkt worden?
Jede der Geschichten hat eine zum Inhalt passende Überschrift, Der Anfangsbuchstabe ist prächtig gestaltet, die Bibelstellen die in den Geschichten zitiert werden, sind in Fußnoten angeführt. Zwischendrin, auf grauem Grund, besinnliche Texte zur Vertiefung. Der Schreibstil ist bildmalerisch und flüssig.
Die meisten der Geschichten haben mir gefallen, mich nachdenklich gemacht und alle haben mich gut unterhalten. Natürlich habe ich auch Lieblingsgeschichten gefunden, zu Herzen gehend Nr. 13 „Heinz sucht das Christkind“ und Nr. 15 „Generaldirektor John Calwer“. Jede einzelne Story ist in angenehmer Länge, gerade richtig zum Vorlesen oder um ein paar Minuten abzuschalten. Das Buch hat mich ein paar Stunden hervorragend unterhalten. Sehr zu empfehlen für Leser die in der Hektik der Vorweihnachtszeit, abschalten und zur Ruhe kommen wollen. Für alle die den Sinn in Weihnachten suchen oder schon gefunden haben. Die belehrend wirkenden Texte zur Vertiefung hätte ich nicht gebraucht, einige haben mich nicht erreicht und haben meinen Lesefluss unterbrochen. Die Covergestaltung ist bestens gelungen, edel und weihnachtlich. Ein Buch das tiefer geht und sich gut zum Verschenken eignet. Von mir 4 Sterne.
Rezensionen von Lesemama:
Konnte mich nicht erreichen
Solange wir lieben von Liv Thomas
Zum Buch:
Julia und Konstantin sind seit drei Jahren ein Paar, sie lieben sich, machen aber kaum noch was gemeinsam. Beruflich sehr eingespannt bleibt kaum Zeit für Zweisamkeit.
Da bekommt Julia eine Brief von ihrem ehemaligen Freund Tom. Tom ist sehr krank, ALS, und Julia versucht gemeinsam mit seiner Schwester Tom ein paar wünsche zu erfüllen.
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Meine Meinung:
Angezogen von dem absolut zauberhaften Cover und der vielversprechenden Kurzbeschreibung wollte ich das Buch so gerne lesen.
Der Schreibstil ist auch richtig gut zu lesen, es fließt. Ich hätte mir aber anhand des Themas etwas mehr Gefühl gewünscht, das kam nicht so richtig bei mir an.
Ich mag Bücher, die mich zu Tränen rühren können eigentlich total gerne, aber in diesem Fall war es fast zuviel des Guten, es war vollgepackt mit emotionalem Müll, der irgendwie zusammenhanglos abgeladen wurde.
Dennoch war es eine berührende Geschichte, mich konnte sie halt leider nicht wirklich erreichen.
Rezensionen von Furbaby_Mom:
Ein wahrhaftig hinreißender Regency-Roman!
Die hinreißende Lady Charlotte von Carolyn Miller
Es ist eine allgemein anerkannte Wahrheit, dass…Jane Austens zeitlos sensationeller Schreibstil bisher oftmals imitiert worden ist, diese Versuche mich jedoch nie begeistern konnten. Folglich rief die Tatsache, dass die Autorin Carolyn Miller (ebenso wie ich) eine bekennende Janeite ist, eine kribbelnde Neugier und hohe Erwartungshaltung in mir hervor.
Und tatsächlich: Endlich mal ein Regency-Roman, der diese Bezeichnung verdient! Das zauberhafte Cover hält, was es verspricht. Ich war selig!
Zunächst muss ich erwähnen, dass es sich bei diesem Werk um den zweiten Teil einer Roman-Reihe ("Regency Brides") handelt. Der Vorgängerband war mir nicht bekannt gewesen, dies war allerdings zu keiner Zeit spürbar. Alle relevanten Informationen (- welche Figur in welchem Verhältnis zu anderen Charakteren steht, welche Ereignisse zuvor stattgefunden hatten, etc. -) sind angenehm dezent in die Geschichte eingeflochten worden. Immer mal wieder lässt die Autorin diesbezüglich in passenden Szenen ein Detail einfließen, was einen absolut stimmigen Eindruck erweckt. (Oftmals werden Rückblicke in Romanen zu Beginn der Handlung lediglich oberflächlich in den Gedankengang einer einzigen Person hineingepresst, z.B. in Form einer Erinnerung oder im Rahmen einer Gesprächsäußerung; hier ist dies zum Glück nicht der Fall.) Die Geschichte hat eine in sich geschlossene Handlung und eignet sich hervorragend zum Hineinschnuppern in die Buchreihe.
Ganz in Austen-Manier ist das Streben nach einer vorteilhaften Verbindung ein zentrales Element der Handlung. Die junge Lady Charlotte Featherington ist zwar noch ein wenig naiv und anfällig für Schmeicheleien, hat aber das Herz am rechten Fleck. Sie träumt von einer Liebesehe, möchte eines Tages so glücklich werden wie ihre Cousine (und beste Freundin) Lavinia es mit dem Grafen Stamford ist; ihre Mutter Constance hingegen hat vor allem die finanzielle Absicherung der Tochter im Sinn. Niemand Geringerer als der wohlbetuchte Herzog von Hartington ist ihr Wunschkandidat für Charlotte – und sie setzt alles daran, die beiden miteinander zu verkuppeln. Natürlich geht sie dabei äußerst subtil vor…meint Lady Exeter zumindest. Die Parallelen zu Mrs. Bennet in Austens Klassiker 'Stolz und Vorurteil' waren frappierend, einfach köstlich! Tatsächlich sind ihre Kuppel-Manöver den Beteiligten – bzw. den 'Betroffenen' – mehr als peinlich. Insbesondere Charlotte ist unglücklich darüber, schwärmt sie doch längst für einen anderen jungen Mann. Außerdem kursieren allerlei unschickliche Gerüchte über den Herzog.
Erzählt wird aus Charlottes sowie aus Williams Perspektive. Letzterer hat in den vergangenen Jahren viel Unglück ertragen müssen und konnte sich dennoch sein Gottvertrauen und seine Aufrichtigkeit bewahren. Es hat mir enorm gefallen, dass dem christlichen Aspekt in diesem spannenden historischen Roman eine bedeutungsschwere Rolle zukommt, ohne das dies jemals moralisierend oder belehrend wirkt. Die unermessliche Geduld und Güte des Herzogs habe ich immer wieder bewundert.
Carolyn Miller hat sich durchgehend authentischer Wortwahl und treffender Beschreibungen bedient; man fühlt sich direkt in den Handlungszeitraum, das Jahr 1814, hineinversetzt. Auch die Kapitellänge habe ich als äußerst adäquat empfunden.
Fazit: Ein vortrefflicher Regency-Roman, der mich sowohl inhaltlich als auch sprachlich restlos begeistert hat. Ideal für Fans von Jane Austen!
Rezensionen von Furbaby_Mom:
Ganz und gar anders als erwartet bzw. erhofft
Das kleine Glück am Weihnachtsabend von Sheila O'Flanagan
Als ich das herrlich weihnachtlich anmutende Cover zum ersten Mal gesehen habe (- ja, ich bin schon immer ein Fan von Schneekugeln gewesen -), war ich sehr angetan. Hinzu kam ein Klappentext, der mehr als vielversprechend schien. Erwartet habe ich eine heimelig-kuschelige Weihnachtsstory voller Herzenswärme, angesiedelt im wunderschönen Irland, das schon seit langer Zeit mein Traumreiseziel ist.
Inhalt: Claire und ihr Gatte Neil führen ein Luxushotel in der Nähe von Dublin, die Sugar Loaf Lodge. In diesem Jahr stehen die Finanzen allerdings schlecht und die Zukunft des Hotels scheint ungewiss. Zum Glück trudeln pünktlich zu Weihnachten doch noch jede Menge Hotelgäste ein, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Eltern und ihre Kinder, langjährige Paare, frisch Verliebte und Seitensprung-Partner.
Hat es an meinen hohen Erwartungen gelegen, dass der Roman der irischen Bestsellerautorin Sheila O’Flanagan mich nicht vollends überzeugen konnte? Leider muss ich festhalten, dass der Klappentext etwas irreführend, bestenfalls enorm wohlwollend formuliert gewesen ist. Das von mir erhoffte Weihnachtsfeeling blieb leider gänzlich aus. Ebenso das irische Flair – die Ereignisse hätten auch an jedem anderen Ort stattfinden können. Lediglich die Tatsache, dass es (wie angepriesen) um "Eifersucht, Beziehungskrisen und Familiengeheimnisse" geht, trifft zu. Für meinen Geschmack war der Roman zu schwermütig und unterkühlt; er hat mich weder sonderlich berührt, noch gab es Szenen, die mir ein Schmunzeln entlockt hätten. Vielleicht trifft es die Beschreibung 'auf Krampf gewollt-tiefgründig' am besten. Scheinbar polarisiert das Werk, denn in meiner Leserunde hat es auch ein paar begeisterte Stimmen gegeben.
Das Buch besteht aus einer Aneinanderreihung einzelner Geschichten, die kaum Berührungspunkte haben und in denen das Thema 'Weihnachten' lediglich eine Randerscheinung ist. Die einzelnen Mini-Stories sind relativ zusammenhanglos gehalten; der einzige gemeinsame Nenner war die Tatsache, dass alle Figuren (= Gäste) zufällig im selben Hotel wohnten und sich gelegentlich über den Weg liefen bzw. Blicke austauschten. Auch die Hotelbesitzerin Claire kommt maximal einer Nebenrolle gleich, dabei sollte sie doch im Mittelpunkt stehen. Weniger wäre mehr gewesen: mehr Fokus auf eine Handvoll Charaktere hätte mehr Sinn gemacht als all diese Momentaufnahmen zahlreicher Gäste. Das eigentliche Drama ist: die Autorin schreibt, abgesehen von ein paar Wortwiederholungen, wirklich nicht schlecht. Nur der Story-Inhalt selbst…naja, da ist noch viel Luft nach oben.
Jedes Kapitel trägt, wie auch die Zimmer des Hotels, den Namen eines irischen Berges. Für die einzelnen Kapitelüberschriften ist eine verschnörkelte Schriftart ausgewählt worden, die zwar nett aussieht, aber eine Entzifferung zum Ratespiel macht. Eine Aufklärung diesbezüglich ermöglicht allerdings das Inhaltsverzeichnis im Anhang.
Für die Grundidee zum Roman - aus der man eine wundervolle Geschichte hätte machen können - und für den unkomplizierten Schreibstil der Autorin vergebe ich jeweils einen Stern; der dritte Stern basiert auf der ansprechenden Covergestaltung.
Fazit: Eine nette (inoffizielle) Ansammlung von Kurzgeschichten über die Irrungen und Wirrungen des Lebens, die zufällig zur Weihnachtszeit in einem Hotel spielen.
Rezensionen von nanu?!:
Rache ist Blutwurst!
Vicious - Das Böse in uns von V. E. Schwab
Es ist eher der gegenseitige Respekt voreinander der Victor und Eli eine Art Zweckgemeinschaft eingehen lässt, als echte Freundschaft. Jedenfalls interessieren sie sich beide an der Uni für das selbe Forschungsthema.
Sie wollen herausfinden wie Menschen zu ExtraOrdinäre werden. Das es sie gibt, davon ist sowohl Victor als auch Eli fest überzeugt.
Sie glauben kurz vor einem Durchbruch zu stehen und wagen ein Experiment. Dass das Ergebnis aber solche weitreichende und schreckliche Folgen haben würde, ahnt keiner von ihnen.
Dies ist mein erstes Buch der Autorin und wird aber sowas von nicht das letzte gewesen sein. Meine Güte, kann die gute Plots entwickeln.
Dabei ist es eigentlich seltsam wenn man als Leser keinen der Hauptfiguren leiden kann. Das die Protas Superkräfte entwickeln, verrät ja schon der Klappentext. Von Anfang an weiß man aber nicht wer der Gute oder der Böse ist oder ob der Jäger nicht gleichzeitig auch der Gejagte ist.
Beide Hauptfiguren sind unsympatisch, berechnend und herzlos. Sie sind das genaue Gegenteil eines Helden, aber gerade deswegen so unheimlich faszinierend. Man kann eigentlich mit keinem der Beiden richtig mitfiebern, möchte ihnen aus dem Weg gehen und kann trotzdem nicht von ihnen lassen.
Die meiste Zeit wird aus Elis oder Victors Sicht erzählt. Dabei wird ständig in der Zeit herum gesprungen: Mal wird von den Anfängen vor zehn Jahren erzählt, mal von Ereignissen die erst wenige Wochen zurück liegen. Oder der Leser kommt dem großen Finale, das wie eine Art Countdown aufgebaut ist, einen Schritt näher.
Aus der Sichtweise anderer Nebenfiguren - die deutlich sympathischer als die Hauptfiguren sind - wird ebenfalls erzählt.
Trotz der vielen Perspektivwechsel und Rückblenden hatte ich nie Probleme der Handlung zu folgen. Im Gegenteil, es ist sogar gut dass die Wahrheit erst nach und nach ans Licht rückt.
Die relativ kurzen Kapitel und die flotte und klare Schreibweise der Autorin bringen ordentliches Tempo in die Geschichte. Starke Emotionen wie Enttäuschungen, Hass und vor allem Rache erhöhen die Spannung. Die Stimmung ist wunderbar düster und packend.
Die philosophischen Aspekte dahinter werden auch ein wenig durchleuchtet. Man kann sich fragen ob es in Ordnung ist einen Menschen nach dessen Tod eine zweite Chance zu schenken. Ob dieser wieder zum Leben erweckte Mensch danach überhaupt derselbe sein kann, und lauter solche Dinge.
Ich bin schon ganz gespannt auf den zweiten Teil und von mir gibt es ganz klar eine Leseempfehlung.
Rezensionen von nil_liest:
Es geht um die Optik
Die Zeit des Lichts von Scharer Whitney
Dieses Buch zog mich zunächst durch das sehr schöne Cover in den Bann. Es wirkte antiquiert und retro und doch so modern. Wunderbar wie sich im Buchcover schon ein entscheidender Aspekt des Romans von Whitney Scharer wiederspiegelt: die Optik. Auch der Titel hält dem ästhetischen Thema stand: „Zeit des Lichts“.
Es geht nämlich um das bewegte Leben der Fotografin Lee Miller.
Ein Roman der mit einem Prolog im Jahr 1966 startet aus der Retroperspektive aus der Sicht von Lee Miller erzählt und somit das Ziel vorzeichnet wo der Roman als Weg hinführt. Mag für den ein oder anderen zunächst Langweilig erscheinen, ist es aber ganz und gar nicht. Der Roman ist mit diesem vorgezeichneten alten Ego von Lee Miller eine Voraussage. Aber wie wird sie zu dem was sie am Ende ihrer Lebzeit war?
Natürlich eine fiktionale Annäherung, aber eine interessante! Die eigentliche Geschichte wird dann chronologisch erzählt und der Leser startet im Jahr 1929 in Paris mit einer jungen lebenshungrigen Lee Miller, die bereit ist die Welt zu entdecken, aber für damalige Verhältnisse als Frau sehr unfrei war.
Mir gefällt der Roman sprachlich sehr gut, eine fein erzählte Geschichte. Eine Frau die sich durchgeboxt hat und ihren eigenen Weg ging.
Fazit: Eine Hommage an eine moderne Frau in unmodernen Zeiten!
Rezensionen von nil_liest:
Grand Dame einer vergangenen Zeit
Die Dame hinter dem Vorhang von Peters Veronika
Wenn ein/e Autor/in sich einem Thema angenommen hat und es mit viel Freude durchdenkt und eine Roman basierend auf ihrer Recherche zu Papier bringt, merkt man schnell ob mit Präzision gearbeitet wurde und das kann man in diesem Fall!
Veronika Peters hat mit „Die Dame hinter dem Vorhang“ ein wunderbares Buch geschrieben über die Exzentrikerin Edith Sitwell.
Ende des 19. Jahrhunderts war es in adeligen Kreisen notwendig als Frau eine Schönheit zu sein um auf dem Heiratsmarkt eine gute Partie abzubekommen. Und nun kommt Edith 1887 als hässliches Entlein zur Welt, zwar schlau wie ein Fuchs und mit einem ungebändigten Wissensdurst, aber leider zählte das Nichts zur damaligen Zeit, die Rolle der Frauen war klar beschränkt: Zum Glück hat Edith eine Freundin, Emma Banister, die ihr zur Seite steht so gut sie kann, denn sie ist im Rang nicht ebenbürtig, die Tochter des obersten Gärtners. Später bekommt sie eine Anstellung im Haus und kann ihr näher sein. Erzählt wird es allerdings aus Jane Banisters Sicht, die später einmal auch für Edith arbeitet. Eine sehr enge Vertraute, aber sie bleibt ihr Leben lang eine Angestellte.
Durch die beiden Banister Frauen lernen wir Edith Sitwell kennen durch alle Perioden ihres Lebens, sei es die tragische Liebe, der Krieg oder auch ihre zum Teil dürftige finanzielle Situation bis hin zu ihren schriftstellerischen Erfolge.
Edith Sitwell provoziert gerne, lockt ihren Gegenüber gern aus der Deckung und ist gnadenlos mit ihrem Umfeld. Trotz all ihrer Unzulänglichkeiten weicht Jane ihr nicht von der Seite.
Der Schreibstil ist angenehm und der Roman ist wohl bemerkt auf Deutsch verfasst, obwohl er britischer nicht sein könnte. Details, die auch viele Informationen zwischen den Zeilen durchblicken lassen. Well done!
Mich hat der Roman in seinen Bann gezogen und von Edith Sitwell überzeugt, genauso wie Veronika Peters mit ihrem Können.
Fazit: Wer sich der Grand Dame Edith Sitwell auf fiktive Weise nähern will, sollte unbedingt zu diesem sehr guten Portrait greifen.
Rezensionen von Furbaby_Mom:
Herrlich amüsant!!
Der ist für die Tonne von Ellen Berg
Eines steht fest: dieser spritzig-witzige Roman ist definitiv nicht 'für die Tonne', auch wenn man sich während der Lektüre - im wahrsten Sinne des Wortes – 'wegschmeißen' möchte vor Lachen! Ich habe mich köstlich amüsiert!
Bisher kannte ich von Ellen Bergs Werken lediglich die ulkigen Cover, die allesamt im humorvollen Comic-Stil gehalten sind und schon allein deshalb – sowie aufgrund ihrer ausgefallenen Untertitel - einen hohen Wiedererkennungswert haben.
Noch während der Lektüre freute ich mich diebisch, dass in meinem Bücherregal bereits ein weiterer Roman der Autorin ("Den lass ich gleich an – (K)ein Single-Roman") auf mich wartet.
Zum Inhalt: Hauptfigur Hannah ist ein Profi im Ausmisten und Entrümpeln. Das weiß auch ihre beste Freundin Tess, die neuerdings schwer verknallt ist in einen sympathischen jungen Herrn namens Pascal. Alles könnte perfekt sein – wäre da nicht das Chaos, welches in Pascals Zuhause herrscht. Auch sein Kleidungsstil ist so ganz und gar nicht nach dem Geschmack der immerzu schick-und-sexy gestylten Tess. Prompt engagiert diese also Hannah, um Pascal sowie seine Villa auf Vordermann zu bringen. Widerwillig nimmt Hannah den Auftrag an, zumal sie gerade einen finanziellen Engpass hat – denn die Pflegekosten ihrer Mutter sind hoch. Dumm nur, dass Pascal eigentlich viel zu nett ist…und seine Marotten irgendwie ganz liebenswert. Gerade als Hannah sich mitten in eine emotionale Bredouille manövriert hat, taucht plötzlich ein viel größeres Problem auf: eine Leiche. Auf Pascals Dachboden…
Ich war enorm erstaunt darüber, wie easy und selbstverständlich die Autorin hier Herzklopfen, Witz und Spannung zu einer gelungenen Story zusammengefügt hat. Angenehme, glaubwürdige Figuren (- von denen Hannahs entzückende, spirituell-angehauchte Mutter Marie-Luise meine absolute Favoritin war; ihre Sprüche sind der Knüller! -), eine turbulente, actionreiche Handlung, jede Menge Überraschungen – richtig klasse! Ich habe so viele außergewöhnliche Formulierungen und Bezeichnungen aus diesem Roman aufschnappen können und mit Freude in meinen alltäglichen Sprachgebrauch übernommen! Ich sage nur: "Licht und Liebe" oder Stichwort 'krümelnder Keks'.
Von mir gibt es eine uneingeschränkte Leseempfehlung!
Rezensionen von heinoko:
Schuster bleib bei deinen Leisten
Draußen von Klüpfel Volker; Kobr Michael
Ein schweres Erbe haben die beiden Autoren angetreten mit sich selbst und ihren bisherigen überragenden Erfolgen, indem sie nun das Genre gewechselt haben vom humorigen Regional-Krimi hin zum ernsthaften Thriller. Die Erwartungen waren hoch, zu hoch vielleicht. Und eigentlich möchte ich nach Lektüre des Thrillers Klüpfel und Kobr zurufen: Schuster, bleib bei deinen Leisten.
Eine seltsam verworrene Geschichte wird uns da serviert. Einerseits verborgen draußen im Wald, stets bereit zur Flucht, ein Mann mit zwei Jugendlichen mit knallhartem Drill, zwischen Prepper-Denken und Überlebenstraining. Andererseits in der Großstadt zwischen politischen Machenschaften und Stromwirtshaft. Und rückblickend befinden wir uns dann auch noch in der Fremdenlegion. Wer gegen wen und warum, bleibt lange, zu lange für meine Begriffe im Dunkeln. Ein paar geschickte politische Seitenhiebe konnten die Autoren unterbringen. Dennoch bleibt die Handlung übertrieben, an den Haaren herbeigezogen, und, weil nicht überzeugend, nur von mäßiger Spannung. Lediglich die Kampfszenen sind fesselnd geschildert, auch wenn sie ebenso überzogen und unwirklich sind wie die gesamte erzählte Geschichte. Psychologisch gesehen bleiben die geschilderten Personen dem Leser fern, man mag niemandem einen Sympathie-Bonus gewähren. Die hölzernen Gespräche und die abfälligen Sicht- und Ausdrucksweisen sollten vielleicht die Härte der Protagonisten unterstreichen, erzeugten bei mir jedoch nur distanzierte Abneigung.
Was in der Summe bleibt, ist eine mäßig spannende, wenn auch unterhaltsame Lektüre. Damit eine Geschichte jedoch zum packenden Thriller wird, braucht es mehr, viel mehr, als eine emotionsarme Erzählung rund um harte Superhelden bei Stromausfall.











