Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Lilli33:
Bewegend und hoffnungsfroh
Das Haus der Frauen von Laëtitia Colombani
Inhalt:
Gegenwart. Die Pariser Anwältin Solène kämpft mit einem Burn-out. Auf Anraten ihres Psychiaters engagiert sie sich ehrenamtlich. Ihr Job ist es, einmal in der Woche im „Haus der Frauen“ eine Sprechstunde abzuhalten und den dort lebenden Frauen beim Ausfüllen von Formularen oder Verfassen von Briefen behilflich zu sein.
Dabei hilft sie nicht nur den anderen Frauen, sondern diese helfen auch ihr, ihr Leben wieder auf die Reihe zu bekommen.
1925. Blanche Peyron ist mit Leib und Seele Offizierin bei der Heilsarmee. Sie hat ihr ganzes Leben dem Helfen verschrieben. In diesem Jahr kämpft sie darum, aus einem riesigen leerstehenden Haus in Paris ein Frauenhaus zu machen.
Meine Meinung:
Das erste Werk der Autorin, „Der Zopf“, habe ich leider nicht gelesen, aber viel Gutes darüber gehört. Als sich mir nun die Gelegenheit bot, „Das Haus der Frauen“ zu lesen, musste ich einfach zuschlagen. Und ich habe es nicht bereut. Es ist auf jeden Fall ein gutes Buch, das es wert ist, gelesen zu werden. Allerdings konnte Laetitia Colombani mich nicht hundertprozentig überzeugen.
Gelungen fand ich die Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit, die sich auf gewisse Weise mit demselben Thema beschäftigen, nur eben zu anderen Zeiten. Was sich seit dem Anfang des 20. Jahrhunderts verändert hat in unserer Gesellschaft, ist schon enorm. Trotzdem sind immer wieder hauptsächlich Frauen die Leidtragenden und Unterdrückten.
Colombani erzählt von ganz verschiedenen Frauen, die eine Zuflucht im Haus der Frauen gefunden haben. Ob es nun Flüchtlinge aus Guinea, ehemalige Obdachlose oder von ihren Ehemännern misshandelte Frauen sind, sie alle brauchen einen sicheren Ort, an dem sie zur Ruhe kommen und ihr weiteres Leben in Angriff nehmen können. Dies ist nun der Punkt, der mir nicht so recht behagte: Es ist von so vielen Frauenschicksalen die Rede auf so wenig Seiten. Für mich blieb das Erzählte deshalb leider etwas zu oberflächlich. Nicht einmal den beiden Protagonistinnen Solène und Blanche fühlte ich mich richtig nahe, obwohl sich die Handlung hauptsächlich um sie dreht.
Wie schon erwähnt, ist das Buch gut, aber es hätte noch besser sein können, wenn die Autorin mehr in die Tiefe gegangen wäre, detaillierter und ausgeschmückt erzählt hätte, die Sprache weniger nüchtern wäre und mehr Emotionen hervorrufen würde. Der Schreibstil hat mir nicht ganz zugesagt. Er wirkt recht einfach und schnörkellos. Die Sätze sind oft sehr kurz, eine Zeile lang oder auch nur eine halbe. Aber das ist meine subjektive Empfindung und sollte niemanden davon abhalten, dieses Buch zu lesen. ;-)
Rezensionen von barbara.liest:
Mit Hindernissen zum Riesenlolli
Familie von Stibitz - Der Riesenlolli-Raub von Anders Sparring; Per Gustavsson
Unser 9 jähriger Sohn hat das Buch in einer guten halben Stunde ausgelesen gehabt. Wir haben ihn einige Male lauthals lachen hören, da er einige Stellen sehr witzig gefunden hat.
Zum Buch befragt hat er mir folgendes erzählt:
"Die Geschichte war sehr spannend und die Zeichnungen haben mir gut gefallen.
Ture wollte unbedingt den Riesenlolli aus dem Süßigkeitengeschäft haben. Den zu stibizen ist der Familie aber nicht gelungen und er war sehr traurig. Die Schokolade die er bekommen hat hat er nämlich nicht mögen. Zum Schluss ist die Geschichte aber doch gut ausgegangen." Er hat auch noch angemerkt, dass es eigentlich nicht in Ordnung ist die Sachen zu stehlen und dass Ture der einzig Kluge in der Familie von Stibitz ist.
Mir als Mama hat die Geschichte auch gut gefallen und ich finde die Aufmachung mit den vielen Zeichnungen sehr abwechslungsreich.
Rezensionen von Bücher in meiner Hand:
Kekse, Konkurrenz und Freunde
Herzklopfen in der kleinen Keksbäckerei von Holly Hepburn
Den letztjährigen Roman "Um fünf unter den Sternen" von Holly Hepburn habe ich in der kompakten Version gelesen. Da mich dort die Zeitsprünge zwischen den einzelnen Teilen genervt haben, wollte ich es dieses Jahr mit "Herzklopfen in der kleinen Keksbäckerei" umgekehrt machen und die Einzelbände lesen.
Die sind analog dem englischen Original auch in vier Einzelteile erhältlich, allerdings nur als eBook. Preislich macht es jedenfalls keinen Unterschied, welche Variante gelesen wird.
Die Zeitsprünge sind leider auch hier wieder vorhanden. Besonders zwischen "Winterzauber" und "Valentinstag" störte mich die Pause sehr. Danach sind sie zwar noch vorhanden, fühlen sich aber nicht mehr nach "mitten im Satz drin abgebrochen" an.
Zuerst dache ich, ich lese sie mit grösserem Abstand, mache zumindest vielleicht eine Pause zwischen Valentinstag und Ostern. Aber dann war ich doch zu gespannt, wie es weitergeht und las alle hintereinander.
Es ist übrigens nicht sinnvoll irgendwo einzusteigen, denn die Geschichte ist aufeinander aufgebaut. Szenen, die sich in einem der ersten Bände abspielen, machen erst später Sinn. Von daher: bitte brav der Reihenfolge entlang lesen.
Egal, ob Gerüchte gestreut werden, Verleumdungen an der Tagesordnung sind, oder Ostern vor der Türe steht, bloss die Wassermassen eines Unwetters nicht davor stehen bleiben und alles unter Wasser setzen, Aufträge zu unzähligen Nachteinsätzen führen, oder das Liebesleben der beiden fleissigen Frauen vollkommen durcheinander gerät, zusammen mit ihren Freunden und Nachbarn schaffen Cat und Sadie alles.
Die Geschichte um die zwei Frauen, die in Chester am Castle Court einen Keksladen aufbauen, ist ein netter "Easy-Read". Die Keksbäckerei boomt schnell und die Freundinnen legen viele Extra-Schichten ein. Es geht um Kekse, Konkurrenz, Freunde und natürlich um Liebe. Es gibt Auf und Ab's in allen Bereichen - Hauptsache am Ende sind alle auf ihre Art und Weise glücklich.
"Herzklopfen in der kleinen Keksbäckerei" war interessanter als gedacht, und hat mir diesbezüglich besser gefallen als "Um fünf unter den Sternen".
Fazit: Ein romantisches Auf und Ab für Zwischendurch, eine relaxte Lektüre passend zum Beispiel zum heutigen Valentinstag - auch für alle, die Kekse nicht mögen.
4 Punkte.
Rezensionen von Claudia R:
Sammlung von 10 Kurzgeschichten rund ums Thema Wald
Waldflüstern von Dietmar Cuntz
Klappentext:
Ob auf einer Bahnfahrt, in den Straßen der Großstadt oder in der Natur – Begegnungen sind überall und jederzeit möglich.
Menschen bewegen sich in ungewohnter Umgebung undtreffen dabei auf Unbekannte. Der Reiz des Unbekannten entfaltet sich
dann, wenn wir uns darauf einlassen.
Lassen Sie sich ein auf die Begegnung
mit dem Unbekannten mit dem
zweiten Kurzgeschichtenband von
Dietmar Cuntz.
Cover:
Das Cover finde ich sehr schön und passend zum Titel. Ein wunderschöner Lichtschein bricht sich den Weg durch die Bäume auf den Boden hinab. Das Bild des Waldes und auch die Natur wurde hier sehr gut in Szene gesetzt und das Foto wurde sehr gut ausgewählt. Es strahlt eine gewisse Ruhe und Schönheit aus.
Meinung:
Hierbei handelt es sich um einen Sammelband der 10 Kurzgeschichten rund um das Thema Wald, sowie Begegnungen und Bewegungen handelt.
Jede der 10 Kurzgeschichten ist weitestgehend in sich geschlossen. Bei einigen der Geschichten, fehlt mir jedoch manchmal etwas bzw. hätte ich am Ende noch etwas mehr erwartet. So waren leider einige der Geschichten für mich nicht ganz rund oder ich hätte sie mir noch etwas länger und fortschreitender erwartet.
Jeder der zehn Geschichten ist anders, so gibt es einige, die zum Nachdenken anregen, manch andere überrascht durch ein nichtvorhersehbares Ende, oder verblüfft durch manch eine Erkenntnis die man erlangt.
Zu viel möchte ich vom Inhalt nicht verraten und nicht zu sehr auf die jeweiligen Geschichten eingehen.
Es gibt einige sehr zauberhafte, aber auch sehr berührende Geschichte. Manch eine Geschichte regt auch zum Nachdenken oder zum Überlegen über das Handeln an. Bei einer anderen Geschichte bekommt man erst nach und nach durch einige Anhaltspunkte mit, wer eigentlich gerade agiert, so dass man auch das ein oder andere mal überrascht wird. es gibt einige sehr schöne Geschichten, die mich überzeugen, verblüffen und überraschen konnten. Auch die Gefühle und die Handlungen in den Geschichten sind zum Großteil sehr gut nachvollziehbar. Mir haben einige Geschichten richtig gut gefallen, teils auch zum Nachdenken angeregt oder mich sogar tief berührt. Weiterhin wurde ich durch die Geschichten sehr gut unterhalten und habe manch interessanten Einblick erlangt.
Zwar konnten mich nicht alle Geschichten zu 100% überzeugen, aber ich denke, dies ist auch Ansichtssache. So gab es einige Dinge, die mich mehr überzeugen konnten und andere, die nicht ganz meinen Geschmack getroffen haben, dies kann aber bei anderen wieder anders sein. Denn ich denke, hier ist für jeden was dabei und es wurde eine sehr schöne Mischung in dieser Sammlung gefunden.
Die Geschichten wurden sehr gut formuliert und es gibt wirklich einige tolle Kurzgeschichten, die ich sicherlich noch mehrere Male lesen werde.
Es ist eine tolle Sammlung von unterschiedlichen Eindrücken und auch ganz verschiedene Geschichten und so ist für jeden was dabei. Es ist eine tolle Sammlung von ganz unterschiedlichen Werken und doch haben sie durchaus auch kleine Gemeinsamkeiten und sind im Kern mit dem Thema Wald und Waldflüstern verbunden.
Das Buch eignet sich sehr gut für Zwischendurch und auch zum Abschalten oder für kleine kurze Auszeiten. Ich habe es in der S Bahn auf dem Weg zur Arbeit gelesen und konnte so ein paar mal dem Stress und dem Alltag der Großstadt entkommen.
Ein tolles Buch, mit einigen wunderschönen Geschichten, die mich gut unterhalten haben, berührt, überrascht und auch zum Nachdenken bringen konnten.
Fazit:
Dies ist eine Sammlung von 10 Kurzgeschichten, die einen sehr gut unterhalten, berühren, überraschen und auch durchaus nachdenklich stimmen.
Rezensionen von Marie aus E.:
Verstörend
Je tiefer das Wasser von Katya Apekina
Nach einem erneuten Selbstmordversuch ihrer Mutter müssen die zwei Schwestern Edie und Moe zu ihrem Vater nach New York ziehen. Jede der Beiden sieht die Beziehung zur Mutter aus einem anderen Blickwinkel und verhält sich entsprechend.
In sehr kurzen Kapiteln wird aus unterschiedlichen Perspektiven - nicht nur aus denen der Schwestern - erzählt.
Anfang sehr verwirrend, da man die ganzen Charaktere gar nicht einordnen kann und auch bei fortgeschrittenem Lesestatus schwierig, da die jeweilige Situation immer nur ganz kurz gestreift wird und man auch nie weiß, was nun der Wahrheit entspricht.
Etwas wie eine grelle Lampe, die kurz auf die jeweilige Person gerichtet wird und kaum gewöhnen sich die Augen daran, schwenkt sie weiter auf eine andere Person.
Schwere Kost, schlimme Kindheit mit depressiver Mutter und abwesendem Vater und ein nicht minder schlimmer Verlauf nach dem Umzug nach New York ohne dass der Schluss zumindest einen aufklärenden Schlussstrich setzt.
Ein Buch das mich zwar ratlos, aber nicht kalt zurücklässt. Zwar nicht mein Buch, aber nachdem ich nach Abschluss immer noch darüber grüble, auch keine verlorene Lesezeit.
Rezensionen von barbara.liest:
Wie macht das Tier?
Bauernhoftiere von Gernhäuser Susanne
In gewohnter "Wieso Weshalb Warum?" Manier ist auch das "Mein junior zum Hören" Buch gestaltet.
Tolle Illustrationen in realitätsnahen Farben, sehr gute Erklärungen in den Texten, qualitativ hochwertiges Kartonpapier damit die Kinder lange Freude am Buch haben und nun auch noch richtige Tiergeräusche machen das Buch zu einem richtigen Erlebnis.
Die Kinder können Schweine, Schafe, Kühe, Ziegen und Hühner sehen und hören.
Schade nur, dass nach 5 Tieren schon Schluss ist. Es wäre toll gewesen, wenn auch noch Pferde, Hunde und Katzen vorgekommen wären, denn die gehören doch meist auch zu einem Bauernhof.
Werde für meinen Großneffen sicher auch noch das Buch über Einsatzfahrzeuge besorgen und freue mich schon auf weitere Bücher in dieser Reihe.
Rezensionen von Bibliomarie:
Steuerprüfung
Schiffsmord von Katharina Peters
Romy Beccare von der Stralsunder Kripo wird zu einem Todesfall im Hafen von Sassnitz gerufen. Auf einer kleinen Yacht liegt der Finanzbeamte Florian Gerber. Ganz offensichtlich starb er keines natürlichen Todes, sein Körper weist Spuren von Misshandlung auf und der Fundort ist keinesfalls der Tatort.
Wer sollte Interesse am Tod eines honorigen Finanzbeamten haben?
Romy macht sich auf Spurensuche, dabei wird sie von Ruth Kranold aus Greifswald unterstützt, die als Springerin immer mal wieder bei Personalengpässen aushilft. Inzwischen schätzt Romy die Zusammenarbeit mit Ruth sehr.
Kleine Details im Lebenslauf des Toten machen Romy stutzig, aber keines scheint als Indiz ausreichend oder rechtfertigen gar eine weitere Suche im Lebenslauf. Aber das hat sie noch nie aufgehalten und es ist wirklich wieder ausgesprochen spannend die beiden Kriminalbeamtinnen bei ihren Ermittlungen zu begleiten.
Die Autorin schafft es immer wieder, auch kleinteilige Suchen fesselnd zu beschreiben und den Grad der Spannung im Lauf ihres Plots zu steigern. Je mehr Romy und Ruth ihre Suche ausweiten, desto mehr Ungereimtheiten kommen ans Licht. Seltsam nur, dass viele Zeugen auffällig wortkarg bleiben.
Die Rügen Krimis von Katharina Peters sind sehr atmosphärisch geschrieben, Rügen und die Küstenlinie sind immer auch ein Teil der Geschichte und ich tauche gern in den Kosmos dieser Kriminalromane ein. Vor allem weil die Geschichten sehr realistisch und nachvollziehbar aufgebaut sind. Das gilt auch für die Figuren, die sich die Autorin ausgedacht hat. Neben dem feststehenden Personal aus den Kommissariaten, die ich im Lauf der vorhergegangenen Bücher immer besser kennenlernte und deren Entwicklung mir sehr gut gefällt, sind auch die Charaktere der anderen Beteiligten sehr vielschichtig aufgebaut. Genauso vielschichtig ist auch der Plot, unterschiedliche Handlungsstränge entwickeln sich spannend bis zum Finale.
Dabei ist auch dieses Buch, obwohl bereits der achte oder neunte Band um Kommissarin Romy Beccare völlig eigenständig zu lesen. Man braucht keine Vorkenntnisse um in die Geschichte einzusteigen.
Katharina Peters steht für fesselnde Krimis mit hohen Unterhaltungswert. Ich freue ich auf jedes neue Buch der Autorin.
Rezensionen von yellowdog:
Unspektakulär und doch bedeutend!
Das Gewicht der Worte von Mercier Pascal
Das Thema Sprachen und Übersetzen sowie Verlage interessiert mich und Pascal Merciers sehr ruhiger, fast meditativer Erzählstil spricht mich an.
In der von Markus Hoffmann getragen gesprochenen Hörbuchfassung wirkt das besonders gut. Sprache und Bedeutung durchzieht das ganze Hörbuch. Gespiegelt wird das im sensiblen, bedächtigen Protagonisten Simon Leyland.
Eine Erkrankung ändert sein Leben. Es gibt einen Verdacht auf einen Hirntumor, angeblich unheilbar und tödlich.
Er verkauft seinen Verlag in Triest und erbt überraschend ein Haus in London. Als sich herausstellt, dass seine Krankheit eine Fehldiagnose war, ist sein Leben dennoch verändert. Als Leser macht man die Gefühlsbewegungen mit durch.
Sehr schön Leylands Freundschaft zum Nachbarn Kenneth Berg. Auch der Handlungspart um Lelylands Tochter ist einfühlsam gemacht. Und schließlich faszinierte mich der Prozess, wie der Übersetzer Leyland selbst zum Schriftsteller wird.
Manche Passagen sind sorgfältig ausgearbeitet, manchmal ist es sehr unspektakulär und aus ein paar Motiven hätte man auch noch mehr machen können. Der Roman ist im zeitgenössischen Feuilleton umstritten, aber ich persönlich habe das Buch gemocht, da es ganz offensichtlich eine ganz eigene Größe besitzt.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Eine Hommage an eine großartige SChauspielerin
Die Verwegene. Jeanne Moreau von Jens Rosteck
Autor Jens Rosteck, der schon einige Biografien berühmter Franzosen wie Edith Piaf, Marguerite Duras oder Jacques Brel verfasst hat, wagt sich diesmal an eine Unangepasste: Jeanne Moreau (1928-2017).
Die Tochter einer britischen Tänzerin und eines französischen Gastwirts hat wie keine andere den französischen Film geprägt.
Die Mutter macht sie zeitlebens für ihr eigenes Karriereende verantwortlich und der Vater will lieber einen Sohn. Kein Wunder, dass Jeanne (ursprünglich war der Name Pierrette im Gespräch) sich eher selbst überlassen ist und mehr als Junge denn als Mädchen aufgewachsen ist.
Anders als Brigitte Bardot oder Catherine Deneuve entspricht sie nicht dem gängigen Schönheitsideal oder dem Typus der Filmschönheiten. Jeanne wirkt regelrecht kantig. Diese Ausstrahlung macht aber genau den Reiz aus und befördert sie zu einer viel gebuchten Schauspielerin. Moreau verkörpert einen ganz anderen Frauentyp: Wild, verwegen, emanzipiert, voller Abgründe, unbeugsam und dennoch höchst erotisch.
"Die größte Freiheit ist, man selbst zu sein." Jeanne Moreau
Von Regisseuren wie Orson Wells als Ausnahme-Könnerin verehrt, dreht sie mit allen, die in der Nouvelle Vague Rang und Namen haben: Von Michelangelo Antionioni bis Wim Wenders.
Hier muss angemerkt werden, dass diese Biografie nicht wie üblich chronologisch angelegt ist. So erfährt der Leser erst im dritten Kapitel etwas über Jeannes Eltern und Kindheit. Der Autor ist bekennender Cineast und deshalb stehen die Filme der Moreau (fast) mehr im Mittelpunkt als der Mensch. Das wird jene Leser, die gerne mehr (Skandalgeschichten?) über die Schauspielerin lesen wollen, ein wenig irritieren. Wer die Filme nicht oder nur unzureichend kennt, wird hier ein wenig enttäuscht sein. Fans der Nouvelle Vague kommen hier voll auf ihre Rechnung.
Fazit:
Mehr eine Filmografie denn eine Biografie des Menschen Jeanne Moreau. Gerne gebe ich hier 4 Sterne.
Rezensionen von Gaby 2707:
Ein wunderbarer Wohlfühlausflug nach Sylt
Ein Sommer auf Sylt von Lena Wolf
Architektin Julia Hirschfeldt hat vor Jahren den Kontakt zu ihren Eltern abgebrochen. Nun hat ihr Vater ihr das Ferienhaus auf Sylt vererbt. Zusammen mit ihrer Mutter und ihren beiden Tanten macht sie sich auf den Weg auf die Insel um dort den Verkauf des Anwesens voran zu treiben. Noch ahnt sie nicht, dass das Haus noch bewohnt ist und sie sich bald in einer ziemlichen Zwickmühle befinden wird.
Nachdem ich im vergangenen Jahr meinen Urlaub auf Sylt verbringen durfte und mich total in die Insel verliebt habe, musste ich dieses Buch unbedingt lesen.
Lena Wolf hat es geschafft, dass ich schon bei der Überfahrt auf dem Hindenburgdamm alle Bilder sofort wieder vor Augen hatte. Ich stehe mit Julia am Strand, lausche den Wellen und dem Rauschen des Strandhafers; rieche den Schlick und schmecke das Salz auf den Lippen. Die Beschreibungen der Insel treffen genau ins Schwarze und ich fühle mich so wohl in diesem Roman.
Die Personen habe ich fast alle direkt gemocht. Egal ob es die Bewohnerin des Ferienhauses Charlotte Engel ist, die beiden so unterschiedlichen Schwestern Christiane und Annegret oder der smarte Inhaber
der Weißen Villa Mats Christensen – alle haben sich ganz schnell im mein Herz geschlichen. Nur mit Mama Beate habe ich mich anfangs etwas schwer getan. Als sie sich dann ihr Herz erleichtert und mal wieder richtig mit ihrer Tochter gesprochen hat, hat sich meine Antipathie ihr gegenüber gelegt. Total unsympathisch von Anfang an war mir Jo, der Freund von Julia. Sein liebstes Wort „Ich“, seine liebste Beschäftigung nach seinem Job im eigenen Architekturbüro „Julias Geld aus dem Erbe ausgeben bzw. verplanen“ und „Pläne machen, ohne Julia darin einzubeziehen“. Was die sympathische junge Frau an dem gefunden hat, war für mich nicht nachvollziehbar.
Die Gespräche und Gefühle, von denen hier sehr viele im Spiel sind, werden richtig gut und ausführlich beschrieben. Julia hat es oft nicht leicht mit ihren im Dauerstreit liegenden Tanten. Und auch wenn die mal über die Stränge geschlagen haben, habe ich Julia bewundert, wie gleichmütig sie doch Vieles hinnimmt.
Nach und nach wir die Vergangenheit der drei Schwestern aufgearbeitet und es kommen viele Dinge aus der Vergangenheit ans Licht. Missverständnisse werden ausgeräumt, die auch Julia betreffen. Hier liest man mal wieder – man sollte viel mehr miteinander reden.
Ich mag es sehr, wenn in fiktiven Romanen immer auch aktuelle Themen angesprochen werden. Hier z.B die akute Wohnungsnot auf der Insel. Hier sind die Insulaner gezwungen auf dem Festland zu leben, da viele Spekulationsobjekte ihnen als Wohnraum nicht mehr zur Verfügung stehen.
Ich war für ein paar unterhaltsame Stunden sehr gerne im Austernfischerweg in Rantum und in der Weißen Villa. Habe mir den Wind um die Nase wehen lassen und bin mit Julia und Mats durch die Dünen gewandert.
Ein absolutes Wohlfühlbuch nicht nur für die Sommerzeit. Ich habe es auch im Winter gelesen und mich eingekuschelt in eine Decke nach Sylt entführen lassen.











