Kunden em pfehlungen
Rezensionen von begine:
Josef Kleins Eigenartigkeit
Der Empfänger von Ulla Lenze
Der Empfänger von der Autorin Ulla Lenze ist eine interessante Geschichte. Es ist das erste Mal, das ich etwas über die Deutschamerikaner während des Zweiten Weltkrieges lese.
Josef Klein wandert etwas naiv nach New York aus. So richtig gelingt es ihm nicht, da richtig Fuß zu fassen. Da gerät er, ein Amateurfunker in die Fänge der deutschen Spionageringes.
Plötzlich ist es 1949 und er ist bei seinem Bruder Karl in Neuss. Man erfährt das er und viele Deutsche, Italiener und Japaner im Internierungslager war und dann abgeschoben wurde.
Die Geschichte wechselt in den Zeiten hin und her. In den Überschriften der Kapitel sind die Orte und Daten angezeigt.
Josef zieht weiter nach Südamerika.
Die Autorin hat fiktional das Leben ihres Großonkels erzählt. Ihr Schreibstil ist flüssig und angenehm. Ihre Geschichte ist gut umgesetzt.
Rezensionen von nuean:
Kurzweilig, leidenschaftlich und humorvoll, das perfekte Buch für einen stürmischen, verregneten Sonntag.
Crushing on the Cop von Piper Rayne
Ich warte immer sehnsüchtig auf neuen Lesestoff von Piper Rayne. Die Saving Chicago Reihe hat mich auch schon wieder infiziert und ich konnte es kaum erwarten Christian und Vanessa´s Geschichte zu lesen.
Die Beiden sind schon aus dem Vorgänger-Bad bekannt und gerade auf Vanessa war ich sehr gespannt, da sie einige Geheimnisse hat auf deren Auflösung ich gehofft habe.
Christian war dagegen nicht ganz so interessant, was sich aber während des Lesens komplett geändert hat.
Er ist wirklich ein Traum von einem Mann. Der Mittlere der Bianca-Brüder versucht alles zusammenzuhalten. Er ist Polizist, liebt Recht und Ordnung, stählt seinen Körper und zieht die Frauen an. Doch er hat nur Augen für eine. Vanessa die Tochter seines Chef´s ist ihm schon länger aufgefallen und da er für sie bei der Jungesellenversteigerung ersteigert wurde, drängt er schon länger auf ein Date, welchem Vanessa aber aus dem Weg geht. Mit einem Trick bewegt er sie endlich dazu und merkt, dass es sich lohnt um sie zu kämpfen. Doch Vanessa trägt einigen Ballast aus der Vergangenheit mit sich rum und so wird es nicht ganz einfach.
Ich liebe die Charaktere einfach. Sie sind alle so unterschiedlich, individuell und doch hat jeder sein Herz am rechten Fleck. Endlich durchschaut man Vanessa etwas und erfährt ihre Geheimnisse. Lauren und Maddy sind natürlich auch wieder mit von der Partie und es macht einfach nur Spaß zu lesen, was ihnen so alles wiederfährt.
Ich liebe den Umgang der Freundinnen miteinander und auch den Zusammenhalt der Biancos. Beim Lesen taucht man in ihre Welt ein und fiebert bis zum Ende mit. Der Schreibstil ist wieder sehr humorvoll und mitreißend, dass ich das Buch in einem Rutsch durchgelesen habe.
Der „Cliffhanger“ am Ende, lässt mich dem letzten Band nur so entgegenfiebern.
Ich liebe jedes einzelne Buch der Autorinnen. Es wird einfach nicht langweilig und ich freue mich immer wieder wenn auch die Charaktere der älteren Reihen auftauchen. Ich hoffe es geht ewig so weiter. Chicago ist groß und da gibt es bestimmt noch einige Liebesgeschichten zu entdecken.
Vielen lieben Dank an Netgalley und den Forever Verlag, dass ich das Buch schon lesen durfte!
Fazit: Kurzweilig, leidenschaftlich und humorvoll, das perfekte Buch für einen stürmischen, verregneten Sonntag.
Rezensionen von Miro76:
Abgründe im Umgang mit einer psychisch kranken Mutter
Je tiefer das Wasser von Katya Apekina
Nach einem Selbstmordversuch müssen Edie und Mae zu ihrem Vater nach New York ziehen. Er hat die Familie verlassen, als Edie vier und Mae zwei war. Edie kann sich noch erinnern und vertraut dem Vater nicht, hat er sie doch schon einmal verlassen und nicht einmal einen Brief geschrieben.
Mae ist glücklich bei ihrem berühmten Schriftstellervater und tut alles, um ihm zu gefallen.
Mae ist vor allem auch froh, von ihrer Mutter wegzukommen, die sie auf ihren psychotischen Ausflügen häufig begleiten musste.
"Sie sagte immer, ich wäre Moms Liebling, aber das ist nicht wahr. Es war eher so, dass Mom mich als Erweiterung ihrer selbst sah, während Edie die Freiheit hatte, ganz sie selbst zu sein."
So kommt es, dass Edie ihren Vater verlässt, um sich um ihre Mutter zu kümmern und Mae den Vater beim Schreiben seines nächsten Buches unterstützt. Marianne war seine Muse und Mae ist ihr wie aus dem Gesicht geschnitten. Die Grenzen zwischen Mutter und Tochter beginnen zu verwischen und Mae beginnt sich immer mehr in ihre Mutter zu verwandeln. Es entspinnt sich eine leise Tragödie im inneren dieser Kleinfamilie.
Die Autorin lässt abwechselnd Edie und Mae zu Wort kommt. Ergänzt das ganze aber mit Blickwinkeln anderer Menschen. Langsam entspinnt sich ein Bild der Eltern, das sie in ihren verschiedensten Facetten zeigt. Die Außenansichten entsprechen hier nicht immer dem Bild, das sie selbst von sich präsentieren möchte. Es ist eine äußert interessante Form, einen Menschen den LeserInnen vorzustellen und wir können klar erkennen, dass es hier kein schwarz-weiß gibt. Jeder trägt sein Bündel Schuld, jeder ist manchmal egoistisch und jeder leidet.
Die Spuren, die die Mutter bei ihren Töchtern hinterlassen hat, werden sie nie mehr los. Sie schaffen es zwar, sich in ihren jeweiligen Leben einzurichten, sind erfolgreich und können sich schwesterlich lieben. Dennoch sind sie auf der Suche und die Angst lässt sich nie ganz los.
Sprachlich ist das Buch wirklich großartig gemacht. Der Erzählstil passt sich dem jeweiligen Sprecher perfekt an und die vielen Perspektiven entwickeln einen ungemeinen Sog. Ich konnte das Buch kaum mehr aus der Hand legen, so spannend fand ich es! Ein großartiges Debüt! Ich freue mich jetzt schon auf das nächste Werk dieser jungen Autorin.
Rezensionen von Harakiri:
Ein Haus auf Sylt
Ein Sommer auf Sylt von Lena Wolf
Als Julia von ihrem Vater ein Haus auf Sylt erbt, fährt sie mit ihrer Mutter und ihren Tanten hin, um es zu verkaufen. Zu groß ist der Schmerz, um es zu behalten. Doch auf Sylt angekommen, stellen sie fest, dass das Haus vermietet ist. Was hat es mit der Mieterin auf sich? Und wieso verhält sich Hotelbesitzer Mats Julia gegenüber so seltsam?
Lauter Fragen, auf die Julia so nach und nach die Antwort erhält.
Bloß fallen die Antworten nicht immer so aus, wie sie es gerne hätte. Und dann sind da ja noch ihre exaltierten Tanten und ihre trauernde Mutter, die sie auf Trab halten.
Ein lockerer Roman, der auf einer schönen Insel spielt. Lena Wolf fängt den Zauber Sylts mit ihren Worten und Beschreibungen sehr gut ein. Man spürt förmlich ihre Liebe zu der Insel und möchte am liebsten auch gleich hinfahren. Ihr Schreibstil ist anschaulich und die Charaktere größtenteils sympathisch. Authentisch fand ich vor allem Jo, der seinen Stiefel durchziehen will, auf Biegen und Brechen. Ein richtiger Ko…brocken von Geschäftsmann. Die Tanten fand ich teilweise etwas nervig, aber das ist halt Familie und auch eher authentisch.
Bei Liebesromanen ist das Ende ja meist vorhersehbar, dennoch fand ich es schön, mit Julia die Wochen auf Sylt verbringen zu dürfen, auch wenn ich ihre Motivation manchmal nicht recht nachvollziehen konnte.
Fazit: die Autorin zeichnet schöne Landschaftsbilder und malt authentische Charaktere. Vor diesem Hintergrund webt sie eine nette Love-Story, die man selbst gern erleben würde.
Rezensionen von Marco L.:
TOP
Eine LESE-Humoreske aus Kleinkakanien von Herbert Molzbichler
Herbert Molzbichler hat in seiner "Lesehumoreske" eindrucksvoll gezeigt, wie ein an sich ernsthaftes Thema mit Witz und einem Schuss Ironie abgehandelt werden kann. Besonders originell ist die Führung durch den Bücherzoo. Auch die Beweggründe von Autoren, Bücher zu schreiben, werden gekonnt auf die Schaufel genommen.
Kurz gesagt: Gute Unterhaltung um wenig Geld!
Rezensionen von Marie aus E.:
Nicht wirklich spannend
DRAUSSEN von Klüpfel Volker; Kobr Michael
Vorneweg: Ich bin kein riesiger Kluftinger-Fan, insofern habe ich mich hier ohne Erwartungen diesbezüglich einfach auf einen spannenden Thriller gefreut.
So richtig begeistert hat mich das Buch allerdings nicht.
Das lag zum einen am Thema: Es geht um das Überleben in deutschen Wäldern, um die Prepper-Szene (mir war bis dato gar nicht bewusst, dass es da eine richtige Szene gibt) und dann in einem anderen Strang um Lobbyismus, politische Einflussnahme der Wirtschaft.
Ein über lange Zeit nicht weiter beschriebener Stephan drillt die zwei Geschwister Cayenne und Joshua. Sie dürfen keinen Kontakt zu anderen Kindern oder Menschen haben und sind in einem ständigen, jahrelangen Übungs-Survival-Camp, damit sie für einen Angriff gewappnet sind.
Dieser Teil der Story ist sehr, sehr lang. Viel zu lang, meines Erachtens und das hat mich einfach nicht interessiert, besonders nicht in der Breite.
Bis sich dann (endlich) mal die Stränge verknüpft haben und Spannung aufkam, war das Buch schon zu mindestens 70% gelesen.
Dann hat es allerdings wirklich an Fahrt aufgenommen und die Autoren haben bewiesen, dass sie auch Spannung und Thriller können.
Rezensionen von S.:
Ein erfolgreicher Gauner
Priest of Bones von Peter McLean
Eine wahrhafte Hau-drauf -Truppe treibt ihr (Un)-wesen im fiktiven Ellinburg. Tomas Piety, der Anführer der Ex-Söldner, kommt mit eben diesen nach brutalen Schlachten im Namen der Königin schwer traumatisiert nach Hause und muss feststellen, dass sein Gaunerimperium von der Konkurrenz übernommen wurde.
Mit viel Blutvergießen, geschickten Strategien, etwas Magie und der Hilfe seiner Kumpane macht er sich daran, seinen Besitz zurückzuerobern. Und das, obwohl er inzwischen Priester geworden ist.
Peter McLean hat eine absolut spannende Fantasygeschichte verfasst. Mannigfaltige Charaktere gehören zu Tomas‘ Trupp. Stark, dumm, raffiniert, clever, bauernschlau, loyal, geldgierig, treu, kämpferisch - alle Eigenschaften sind vertreten, McLean lässt sie durch seinen Helden perfekt nutzen. Dadurch gewinnt der eine Menge. Dennoch gibt es eine Figur, die sogar diesen Tomas streng steuert. Weitreichende Ziele werden angestrebt.
So wird Politik gemacht!
Gaunerehre, Korruption, Kämpfe, Rücksichtslosigkeit und Intrigen bestimmen die Handlung. Spannung, Unterhaltung und das schöne Gefühl, nicht in Ellinburg zu leben, machen dieses Buch zu einem phantastischenLesevergnügen.
Deutsch von J. Schwarzer, Hobbit Presse bei Klett-Cotta.
Rezensionen von heinoko:
Langweilig!
Milchmann von Anna Burns
Wenn die Presse ein Buch über den grünen Klee lobt, ist zwar Neugier angesagt, aber keineswegs ehrfürchtiges Nachplappern der sich überschlagenden Pressestimmen. Und so scheue ich mich nicht, meine Meinung ehrlich zu formulieren: Ein Buch, das langweilt, hat seinerzeit schon bei Reich-Ranicki verloren.
Genauso bei mir. Denn was nutzt eine vermeintlich brillante Sprache oder die gar vermuteten gesellschaftspolitischen Inhalte, wenn das Buch anödet, sodass man sich durch die Seiten schleppt und letztlich mit einem Seufzer der Erleichterung des Lesen beendet? Was bleibt dann von der angeblichen Genialität des Buches übrig?
Das Schönste am Buch ist (für mich) das Cover. Dieser wunderschöne Abendhimmel hat so manchen Leser angelockt, so auch mich. Für den Inhalt, den ich so nicht wirklich erkennen konnte, nutze ich ausnahmsweise die Verlagsankündigung: „Eine junge Frau zieht ungewollt die Aufmerksamkeit eines mächtigen und erschreckend älteren Mannes auf sich, Milchmann. Es ist das Letzte, was sie will. Hier, in dieser namenlosen Stadt, erweckt man besser niemandes Interesse. Und so versucht sie, alle in ihrem Umfeld über ihre Begegnungen mit dem Mann im Unklaren zu lassen. Doch Milchmann ist hartnäckig. Und als der Mann ihrer älteren Schwester herausfindet, in welcher Klemme sie steckt, fangen die Leute an zu reden. Plötzlich gilt sie als »interessant« – etwas, das sie immer vermeiden wollte. Hier ist es gefährlich, interessant zu sein.“
Man schlägt das Buch auf und es geht los, dieses endlose Geschwätz über alles und nichts. Und dazu noch in endlosen Bandwurmsätzen verpackt, diese wiederum in endlosen Kapiteln ausgebreitet. Wortreiche Schilderungen von Nichtigkeiten. Neigung der Autorin, dasselbe mit mehreren Wörtern zu benennen. Viel Ekel, viel Abscheu, viel Depression, viel jugendliche Wut. Selten aufblitzender schwarzer Humor. Und entsetzlich langweilig, das vor allem. Nein, für mich ist das Buch keine literarische Offenbarung.
Rezensionen von Caro2929:
Intelligente Erzählung
Three Women Drei Frauen von Taddeo Lisa
Klappentext:
"Alles, was Lina will, ist, dass sie jemand begehrt. Wie ist sie in diese Ehe geraten, mit zwei Kindern und einem Mann, der sie nicht einmal mehr auf den Mund küsst?
Alles, was Maggie will, ist, dass sie jemand versteht. Wie konnte sie sich auf ihren Lehrer einlassen? Und warum scheinen alle nicht ihn, sondern sie dafür zu hassen?
Alles, was Sloane will, ist, dass sie jemand bewundert.
Wie ist sie zum Objekt der Begierde eines Mannes geworden, ihres Mannes, der nichts lieber tut, als ihr beim Sex mit anderen zuzuschauen?
Three Women – Drei Frauen ist das Buch der Stunde über weibliche Sexualität zwischen Lust und Macht, anziehend und verstörend, vielschichtig, gewaltig und schön."
Meine Meinung:
Ich habe das Buch mit Begeisterung gelesen. Des Öfteren mit einem Kopfschütteln, aber auch mit einem wohlwissenden Nicken. Das Zitat von Sophie Passmann "Männer werden dieses Buch lesen und bestürzt den Kopf schütteln, Frauen werden wissend nicken", trifft es ziemlich genau auf dem Punkt.
Mich konnte sogleich der Prolog des Buches in seinen Bann ziehen. Er hat mich unglaublich neugierig auf das gemacht hat, was mich noch in dem Buch erwarten wird. Und was soll ich sagen, ich wurde nicht enttäuscht.
Die Autorin erzählt die bestürzende Realität dreier unterschiedlicher Frauen in Zusammenhang mit einer beinahe Selbstaufgabe bei der einen oder anderen. Mich hat diese Geschichte insgesamt bestürzt zurückgelassen, vor dem Hintergrund, dass sich Frauen für Männer noch heute so selbst aufgeben und nahezu den Respekt vor sich selbst verlieren.
Ich meine wer kennt es nicht, dass man auf eine Nachricht wartet, die nicht kommt... Das wird schon jeder einmal erlebt haben. Aber es ist eine Sache, damit angemessen umzugehen und eine andere, wie sich so manche Frau dadurch selbst kasteit. Ich musste beim Lesen auch des Öfteren den Kopf schütteln, wie man sein Glück, sein Leben, ja beinahe alles von einem einzigen Mann abhängig machen kann.
Natürlich ist es eine völlig andere Geschichte, wenn ein junges Mädchen von einem Lehrer ausgenutzt wird oder es sich um eine 32 jährige Frau handelt.
Insgesamt gelingt es der Autorin sehr gut, die einzelnen Charaktere dem Leser entsprechend zu vermitteln. Der Leser wird über ihre Sehnsüchte, ihre tiefsten Gefühle und auch Ängste entsprechend aufgeklärt.
Die Autorin erzählt authentisch, intelligent, schonungslos und fesselnd die Geschichte der "three women".
Fazit:
Absolute Leseempfehlung.
Rezensionen von Bücher in meiner Hand:
Meine neueste Lieblingskrimiserie?
Signora Commissaria und die dunklen Geister von Pietro Bellini
Vor dem Lesen einer neuen Krimiserie bin ich immer ein wenig aufgeregt. Man weiss nicht, auf was man sich einlässt, hat scheue hohe oder keine Erwartungen. Schliesslich weiss man ja nicht, ob der neue Krimi ein Flop oder vielleicht sogar die nächste Lieblingsserie wird.
Bei "Signora Commissaria und die dunklen Geister" könnte es doch tatsächlich Letzteres sein.
Der Kriminalfall hat mich positiv überrascht, auch wenn ich das Ende nicht ganz so gelungen fand. Doch von Anfang an:
Als die Polizei in Florenz eine Leiche verliert - sie ist spurlos verschwunden - schickt das Innenministerium Giulia Ferrari an die Stadt mit der berühmten Brücke über dem Arno. Sie darf sich selbst ein Team auswählen und will den besten Mann vor Ort. Den findet sie im ehemaligen Kommissar Luigi Battista. Bald auch mit zur Partie gehört Enzo Aleardi, ein junger und blinder Polizist, der bisher vor allem Bürodienst machte.
Der Krimi ist gut aufgebaut, es geht rasant und humorvoll zu und her. Die Ermittlungen sorgen immer wieder für Überraschungen, angefangen beim Moment als Giulia ihre Mitstreiter eruiert, bei der Suche nach der verschwundenen Leiche und den Zeugenvernehmungen im Juweliermilieu, bis zum Ende, als man endlich alles über den Toten herausgefunden hat und dem Mörder auf der Spur ist.
Die Auflösung ist zwar schlüssig gelöst und stimmig und kommt real so wohl öfters vor. Für mich war der Schluss aber ein wenig unrund, einen klitzekleinen Hinweis auf gewisse Ereignisse hätte ich als Leser gerne früher bekommen und deshalb verteile ich gute vier Punkte - bis vor der Auflösung hätte ich sogar 5 gegeben.
Neben dem spannenden Fall werden auch die Hintergründe der drei Ermittler erzählt. Giulia kennt Florenz und Sante Croce, wo Luigi wohnt, nur allzu gut. Doch sie spricht nicht darüber und erst nach und nach gibt sie, bzw. der Erzähler preis, wieso Giulia eigentlich nie mehr zurück wollte. Luigi gefällt sein neues Leben als Wirt, vermisst zwischendurch sein Commissario-Leben, will aber unter keinen Umständen mehr einen Fuss ins Polizeipräsidium setzen. Enzo freut sich, dass er nun auch endlich mal Aussendienst machen kann und zeigt seine Fähigkeiten am Computer, die auch Sehende gerne hätten. Ich mag die drei total gut! Nicht zu vergessen Luigis Hund Tulipan, der zwischendurch auch als Polizeihund amten darf.
Der Krimi wird wahrscheinlich auch allen "Madame le Commissaire"-Fans gefallen. Ich kann mir nämlich vorstellen, dass der Autor derselbe ist und hier einfach unter einem anderen Pseudonym schreibt - der Vorname ist gleich, einfach italienisch anstatt französisch. Aus der "Madame le Commissaire" wird "Signora Commissaria", beide schickt das Innenministerium, beide Damen haben spezielle Assistenten - mich würde es deshalb wirklich nicht wundern, wenn es so wäre. Die "Signora Commissaria" kommt allerdings eine Spur witziger daher.
Fazit: Ein tolles, und mit einem blinden Polizisten in ihrer Mitte, aussergewöhnliches Ermittler-Trio, von dem wir voraussichtlich bald wieder etwas lesen dürfen. Ich bin dann jedenfalls am Start - mi piace molto!
4 Punkte.











