Kunden em pfehlungen
Rezensionen von begine:
Lebensfragen
Der brennende See von John Düffel
Von dem Schriftsteller John von Düffel habe ich schon lange nichts mehr gelesen.
Sein Roman „Der brennende See“ hat mir wieder total gefallen. Er hat viele Fragen angesprochen und man wird immer neugieriger.
Als Überschrift der Abschnitte gibt es einen Wetterbericht. Hannahs Vater, ein Schriftsteller, ist gestorben.
Sie kommt in ihren Heimatort, in einem Buch findet sie ein Foto einer Frau und es stellte sich die Frage, wer das ist. Sie trifft eine Jugendfreundin wieder.
Hannahs Art ist etwas eigenartig, ihr Verhältnis zu ihrem Vater war distanziert und jetzt versucht sie das aufzuarbeiten.
Der Autor flicht aktuelle Themen in die Geschichte ein. Da gibt es die Freitagsdemonstrationen.
John von Düffel ist eindeutig ein brillanter Autor. Er hat mich wieder total gefesselt und ich kann es nur empfehlen.
Rezensionen von spozal89:
spannendes Jugendbuch
Silberflut - Das Geheimnis von Ray's Rock. Bd.1.Bd.1 von Alex Falkner
Klappentext:
"Hallo, wer auch immer kommen wird, um uns zu retten. Ich schreibe das auf, weil ich nicht weiß, ob wir das hier überleben werden. Mein Name ist Eddie und vor vier Tagen ist unsere Schulklasse auf die Insel Ray´s Rock gekommen. Wir waren 26 Kinder. Jetzt sind wir nur noch zu siebt.
Seit vorgestern diese seltsame silberne Nebelwelle über die Insel gerollt ist, sind unsere Mitschüler und Lehrer spurlos verschwunden! Erst hatte ich gehofft, das gehört zu dem Survivalprogramm. Aber dann haben wir festgestellt, dass es tödlicher Ernst ist. Denn wir sind nicht allein...
Wow, was für ein spannendes Kinder- und Jugendbuch. Damit hätte ich nicht gerechnet. Aber der Autor schreibt super gut und absolut fesselnd und es machte echt Spaß zu lesen. Die Sprache ist modern und typisch Teenie-mäßig und ich denke die Kids fühlen sich beim Lesen ebenfalls sehr wohl. Es wurde abwechseld aus der Sicht von Eddie und Milla erzählt und jedes Ende eines Kapitels war so spannend, dass man einfach immer weiter lesen musste. Was hat es mit der Silberflut auf sich und was geschieht noch auf der Insel? Das stellst man sich während des Lesens ständig und ich muss sagen, dass ich noch nicht darauf gekommen bin. Natürlich erfährt man am Ende des Buches noch nicht das Geheimnis der Insel, da es sich hier um einen Zweiteiler handelt. Die Spannung ist gegeben, ohne das es langweilig wird und die Kids erleben allerlei Abenteuer auf Ray´s Rock. Am Ende möchte man natürlich wissen, wie es mit den Kids weitergeht, weshalb Band zwei selbstverständlich gelesen wird.
So gut mit die Geschichte gefallen hat, so schrecklich finde ich das Cover. Absolut grauenvoll, vorallem die Personen die vorne abgebildet worden sind. Bisher kam das Cover bei keinem gut an, dem ich das Buch gezeigt habe - weder bei Kindern noch bei Erwachsenen. Vielleicht sollte sich der Verlag da nochmal Gedanken darüber machen, weil ich es schade finden würde, wenn diese tolle Geschichte wegen des Covers unter gehen würde! Leider ist es heut zu tage nämlich so, dass beim Buchkauf überwiegend aufs Äußere geschaut wird.
Rezensionen von Claudia R:
das Abenteuer mit Linus und Fridolin geht weiter
Frecher Fridolin von Katharina Lankers
Klappentext:
Linus ist ein ganz normaler neunjähriger Junge, aber er hat einen besonderen besten Freund: Den Waschbären Fridolin! Seit Linus den kleinen Bären eines Nachts auf der Terrasse entdeckt hat, verwöhnt er ihn liebevoll, sodass Fridolin schon richtig zutraulich geworden ist und inzwischen regelmäßig zu Besuch kommt.
Leider muss Linus mit seiner Familie über ein Wochenende wegfahren und macht sich große Sorgen, wie der Waschbär ohne ihn zurechtkommen wird. Schließlich hat er eine Idee und schmiedet heimlich einen Plan - doch ob das wohl gutgehen wird?
Cover:
Das Cover ist bunt, aufdeckt und fröhlich. Man erkennt einen Jungen und davor einen kleinen Waschbären und die Beien wirken sehr vertraut. Dabei handelt es sich um Linus und Fridolin, den Waschbären. Auch der Hintergrund ist sehr schon gezeichnet und gestaltet, so dass man sehr viel auf dem Bild entdecken kann. Das Cover ist sehr gut gelungen und macht neugierig auf die Geschichte.
Meinung:
Dies ist bereits das zweite Abenteuer von Linus und Fridolin. Man kommt aber auch ganz gut in dieses Buch hinein, auch ohne den ersten Band zu kennen, da diese ganz gut abgeschlossen sind und es auch kleine Rückblicke gibt. Da ich den ersten band aber zuvor gelesen hatte, stellte sich mir diese Frage nicht und ich kam sehr schnell und gut wieder in das Geschehen hinein.
Zwischen den beiden Charakteren hat sich inzwischen eine richtige kleine Freundschaft entwickelt und so scheint es nicht weiter verblüffend, dass der kleine Waschbär Fridolin inzwischen fast mit zur Familie gehört, aber man sollte dabei nicht unterschätzen, dass es ein wildes Tier ist und somit einige Schwierigkeiten vorprogrammiert sind.
Der Schreibstil ist sehr angenehm und flüssig. Es lässt sich sehr gut lesen. Es ist sowohl zum Vorlesen, wie auch zum Selbstlesen und auch für Leseanfänger sehr gut geeignet. Vor allem die große Schrift, macht das Lesen und Vorlesen sehr angenehm und wurde altersentsprechend gewählt. Auch die Satzbildungen und die einfache Struktur ermöglicht es auch Leseanfängern und Einsteigern dieses tolle Buch zu erkunden, da die Sätze nicht zu lange und nicht zu verschachtelt sind.
Die Geschichte ist locker und spannend geschrieben. So das man gespannt mitverfolgt, was Fridolin und Linus diesmal erleben. Zu viel vom Inhalt möchte ich aber an dieser stelle nicht verraten, da ich nicht zuviel vorweg nehmen möchte.
Mir hat dieses lustige und z.T. freche und aufregende Abenteuer mit Linus und Fridolin sehr gut gefallen. Linus macht dabei wichtige Erfahrungen und lernt zwischen richtiger und falscher Tierliebe zu unterscheiden. Auch lernt er mehr über den Unterschied von Haustieren und Wildtieren und was es heißt Verantwortung zu übernehmen. Ein tolle, spannende und lehrreiche Geschichte, die mir sehr gut gefallen hat und mich auch sehr gut unterhalten hat.
Ich bin schon sehr gespannt, wie es mit Fridolin und Linus weitergeht und was die beiden noch so alles erleben.
Besonders schön fand ich auch die tollen Illustrationen, welche das Ganze sehr gut abrunden. Sie veranschaulichen das Gelesene und so kann man sich alles sehr gut vorstellen und auch verinnerlichen. Die tollen Illustrationen runden das Buch sehr gut ab.
Fazit:
Ein weiterer spannender Teil über Linus und Fridolin, aus dem man auch so einiges Lernen kann. Wunderschön gestaltet durch tolle Illustrationen und liebenswerte Charaktere.
Rezensionen von begine:
Düfte und Farben
Frecher Fridolin von Katharina Lankers
„Der Duft der Erinnerung“ ist ein schöner interessanter Roman von der Schriftstellerin Erica Bauermeister.
Emmeline lebt mit ihrem Vater auf einer Insel. Sie hat keinen Kontakt zu anderen Personen, aber eine glückliche Kindheit.
Ich habe mich die ganze Zeit gefragt, was das auf sich hat. Eigentlich war er ihr ein guter Vater, aber kein glücklicher Mensch.
Sein Ende tat mir leid.
Emmelines Leben verlief mit Problemen, aber es gab immer Personen die sie Liebten.
Der Duft der Erinnerung ist eine gute Idee.
Die Autorin hat mit Poesie und Gefühl gearbeitet. Ich konnte bei der intensiven Beschreibung der Düfte fast den Duft riechen und empfinden. Der Geruchssinn wird aktiviert.
Die Geschichte um Emmeline hat mich gefesselt.
Rezensionen von Meli:
Ein langsamer Start, da konnte es nur besser werden!
Das neunte Haus von Leigh Bardugo
Eigentlich sage ich inzwischen ja selten etwas über das Cover, aber ich finde es toll, wie man die einzelnen Schuppen der Schlange fühlen kann.
Der Einstieg fiel mir ziemlich schwer, weil vor allem am Anfang die Erklärungen fehlen, obwohl man schon mitten im Geschehen ist. Bei den Häusern, ihren Ritualen und ihrer Magie konnte ich erstmal gar nicht durchblicken.
Dann gab es aber auch Kapitel, in denen Alex gerade erst in diese magische Welt eingeführt wird und man lernt sie zusammen mit ihr kennen. Dadurch kam ich schon bald besser zurecht, aber die Namen und Eigenschaften der acht Häuser konnte ich mir trotzdem kaum merken.
Alex - eigentlich Galaxy, ein seltsamer Name - hat eine besondere Gabe, die ihr ganzes Leben verändert hat, und das nicht zum Guten - bis zu ihrer Aufnahme in Yale. Während es für andere manchmal sogar erstrebenswert ist, Geister zu sehen, ist es für sie eine große Bürde. Sie hat schon einiges durchmachen müssen und diese furchtbaren Erfahrungen haben sie traumatisiert und auch abgehärtet, was sie zu einem sympathischen, unperfekten Charakter macht.
Darlington wird zu ihrem Mentor und bringt ihr die neuen Regeln bei, doch dann verschwindet er und Alex ist auf sich allein gestellt, als in der Nähe ein Mädchen ermordet wird. Alex macht es sich zur Aufgabe, mehr darüber herauszufinden, obwohl sie nur wenig Unterstützung hat und auch nur wenig Ahnung.
So wird das zu einem spannenden magischen Krimi, was ich generell sehr gerne mag. Der Fall war durch die magische Unklarheit zusätzlich verwirrend, aber zum Ende hin fand ich es wirklich spannend und gut gelöst. Die Magie selbst ist interessant und baut auf Rituale, Gegenstände und anderes, das sich logisch nicht erklären lässt, sodass ich da auch nichts selbst vorhersehen konnte. Trotzdem war es zum Schluss schlüssig! Inzwischen habe ich mich ja auch mehr mit der Welt angefreundet und nach einem Cliffhanger freue ich mich auch schon sehr auf die Fortsetzung.
Fazit
"Das neunte Haus" war am Anfang etwas anstrengend und ich wurde erst nach und nach mit der Geschichte warm. Danach gefiel es mir aber immer besser und wurde spannender. Auch die Protagonistin konnte mich überzeugen!
Rezensionen von begine:
Die Weiße Maus
Die Spionin von Kealey Imogen
Die Autorin Imogen Kealey erzählt in ihrem Roman „Die Spionin“ über den Kampf der Agentin Nancy Wake. Nancy lebte tatsächlich von 1912 bis 2012. Sie war als Weiße Maus“ in der Résistance bekannt und auf ihr gab es ein Kopfgeld von 5 Millionen France.
Die Autorin hat in ihrem Roman ziemlich nah von den Tatsachen berichtet, allerdings sind verschiedene andere Personen von ihr erfunden wurde.
Die Geschichte in der Résistance sind erschreckend real. Nancy Wake war eine mutige Frau.
Ich habe schon viele erschreckende Romane aus der Kriegszeit im Osten gelesen. Jetzt hat mir die Autorin den Kampf der Résistance in Frankreich nahe gebracht. Ich wusste von den grausamen Aktionen der Deutschen. Es erschüttert mich immer wieder.
Der Roman ist spannender wie jeder Thriller. Und erschütternder, weil er auf Tatsachen beruht.
Rezensionen von Petra Sch.:
Packender Roman über eine eher unbekannte Widerstandskämpferin der Résistance
Die Spionin von Kealey Imogen
4,5 Sterne
Kurz zum Inhalt:
Nancy Wake, die vor Kurzem ihre große Liebe Henri Fiocca in Marseilles geheiratet hat, hilft von den Nazis verfolgten Franzosen, das Land zu verlassen. Da sie ihren Feinden immer wieder entschlüpfen kann, erhält sie den Spitznamen "Weiße Maus".
Als ihr Mann von den Nazis gefangen genommen wird, kann Nancy in letzter Minute nach England fliehen.
Sie schwört sich, die Nationalsozialisten mit aller Kraft zu bekämpfen. In England wird sie zur Spionin und Agentin ausgebildet und wird wieder nach Frankreich geschickt, um die Partisanen anzuführen, auszubilden und auf die Ankunft der Alliierten vorzubereiten und natürlich den Deutschen zu schaden, wo immer es geht.
Nancy kämpft nicht nur für die Befreiung Frankreichs, sondern auch für ihre Liebe...
Meine Meinung:
Dieser Roman über eine - auch mir - unbekannte taffe Frau und Widerstandskämpferin im Zweiten Weltkrieg hat mich von Anfang an in den Bann gezogen.
Geschichten über die damalige schreckliche Zeit und vor allem über starke Persönlichkeiten, die sich diesem Regime widersetzt haben, faszinieren mich.
Der Schreibstil ist mitreißend und man muss mit Nancy in jeder Lage mitfiebern. Einerseits ist sie manchmal etwas zu divenhaft (sie lässt sich zB Lippenstift schicken - darüber konnte ich nur den Kopf schütteln), andererseits kommt sie teilweise hart rüber, aber das war in der damaligen Zeit wohl nötig, um zu überleben.
Auch die anfängliche Ablehnung der Partisanen und Nancys harte Arbeit, dass diese sie als Frau und vor allem als Anführerin zu akzeptieren, war faszinierend zu verfolgen.
Und auch der immer wiederkehrende innere Zwist von Nancy war gut nachvollziehbar: sie hasst die Nazis und will sie mit allen Mitteln bekämpfen - doch andererseits ist da ihr Mann Henri in Gefangenschaft, von dem sie nicht weiß, ob er noch lebt. Sie würde natürlich (fast) alles dafür geben, damit er freigelassen wird.
Leider waren manche Szenen zu kurz abgehakt und zu ungenau, da hätte ich mir teilweise mehr Tiefe und mehr Infos gewünscht.
Die Figur des Major Markus Friedrich Böhm, stellvertretend für alle furchtbaren und brutalen Nazi-Anführer, ist eine Figur, die die meisten Gefühle in mir ausgelöst hat - Hass. Mir ist immer noch unverständlich, wie die Leute so dermaßen menschenfeindlich, menschenverachtend, gewalttätig und schrecklich sein konnten. Und selbst war er aber ein derartiger Feigling, der alles so gedreht hat, dass es für ihn gepasst hat. Ich war so unglaublich wütend beim Lesen der Szenen, in denen Böhm vorkam.
Der Roman spielt von 1943 bis 1944, die Autoren haben jedoch leider viele zeitliche und personelle Umstände abgeändert, was mir nicht ganz erklärlich ist. Aber der fesselnde Schreibstil und das spannende Thema machen diese "Flunkereien" wieder wett.
Die Karte über Frankreich im Inneren des hinteren Buchdeckels fand ich sehr lehr- und hilfreich; und im Nachwort erklären die Autoren, was in diesem Roman den Tatsachen entsprochen hat und was erfunden bzw. abgeändert wurde - für meinen Geschmack etwas zu viel; das wäre meiner Meinung nach für den Fortlauf der Geschichte in diesem Roman auch gar nicht notwendig gewesen.
Das Cover passt natürlich perfekt zu Titel und Inhalt - aufgrund der Kampfflieger erkennt man sofort, in welcher Zeit dieser Roman spielt; und Nancy ist oft mit dem Rad unterwegs gewesen. Gefällt mir also sehr gut.
Und dass dieser Roman bald verfilmt wird, war mir von Anfang an klar - die Geschichte gibt einfach besten Hollywood-Stoff ab! Ich freue mich schon sehr auf den Film!
Fazit:
Obwohl nur die Person der Nancy Wake auf wahren Tatsachen beruht und die Details der Geschichte drumherum im Großen und Ganzen bis auf einige Ausnahmen erfunden sind, war es spannend, die harte Arbeit von Nancy und ihren Widerstandskämpfern zu verfolgen. Ich vergebe 4,5 Sterne.
Rezensionen von liesmal:
Wie durch einen Nebel
Je tiefer das Wasser von Katya Apekina
Zwei halbwüchsige Mädchen, eine alleinerziehende labile Mutter, die versucht sich umzubringen und in einer psychiatrischen Klinik landet. Dazu der Vater der Mädchen, ein berühmter Schriftsteller, der die Familie verlassen hat, als die Kinder noch sehr klein waren, und der jetzt seine Töchter aus Louisiana zu sich nach New York holt.
Was sind das für Mädchen? Wie verarbeiten sie das Geschehene? Wie begegnet der Vater der neuen, ungewohnten Situation? Das sind nur drei von ganz vielen Fragen, die sich mir stellen.
Ich muss gestehen, dass ich am Ende immer noch unbeantwortete Fragen habe, aber die Autorin Katya Apekina hat mich mit ihrem Buch „Je tiefer das Wasser“ aus dem Suhrkamp Verlag von Beginn an mitgerissen in das „wilde Wasser“, von dem die Familie umgeben ist. Dazu trägt nicht zuletzt der etwas ungewöhnliche, aber außerordentlich packende Schreibstil bei. Die Geschichte wechselt zwischen Gegenwart und Vergangenheit, erzählt wird in der Ich-Form in kurzen Kapiteln. Allerdings ist es nicht eine bestimmte Person, die erzählt, sondern die Erzählenden, deren Namen über dem jeweiligen Kapitel stehen, wechseln. Da sind zum einen die beiden Schwestern Mae und Edith, die abwechselnd aus ihrem Leben berichten, über Vater und Mutter, aber auch viel über ihre eigene Gefühlswelt, in der keine klaren Grenzen erkennbar sind. Zum anderen sind es die Menschen, die eine Verbindung zur Familie haben, sei es in der Gegenwart oder in der Vergangenheit, die ihre Ansichten mitteilen. Auch der Vater und die Mutter kommen zu Wort. So wird aus vielen einzelnen Bausteinen eine Geschichte. Allerdings ist es keine fertige Geschichte, sondern es liegen irgendwo noch Bausteine, die eingefügt werden wollen, und alles wirkt zum Teil undurchsichtig und verschwommen. So würde ich es beschreiben.
Auf jeden Fall hat mich das Ende sehr überrascht und ich hätte nichts dagegen, mehr aus dem Leben dieser ungewöhnlichen, besonderen Menschen zu erfahren.
Rezensionen von I.weilharter@ais-jugend.at:
Ein brilliantes Buch...
Vom Land von Dominik Barta
Dominik Barta legt einen unheimlich spannenden Heimatroman vor - quasi eine Milieustudie über den Niedergang kleinbäuerlicher Kultur. Dabei bleibt keiner seiner Protagonisten verschont: Menschliche Vorurteile und Abgründe werden offengelegt. Der Autor zeichnet ein Sittenbild der Kleinbürgerlichkeit auf patriarchalischem Boden.
Geschickt setzt Barta seinem Roman, der in einem oberösterreichischem Dorf im Heute angesiedelt ist, das Migrationsthema auf und vermittelt uns durch die Haltung seiner Romanfiguren unterschiedliche Lösungswege, mit dem Phänomen umzugehen. Dabei werden die Menschen greifbar in ihrer existenzieller Not - der Rechtsradikale und Islamophobe, der Humanist und ökonomisch Orientierte wie auch die Menschen anderer Kultur, die nach ihrer Flucht in Österreich unterkommen, aber noch lange nicht beheimatet und sicher sind.
Brilliant ist Barta in der Darstellung dieser Tragik und manchmal entwickelt es sich zur tragischen Komik, wenn beispielsweise die Weiterführung des Hofes durch die Mithilfe und Unterstützung eines arbeitswilligen jungen Muslimen gesichert werden kann.
Schön finde ich auch die Metapher der Bubenfreundschaft als positive Zukunftsperspektive für ein interkulturelles Miteinander, welches ohne Vorurteile und Fremdenangst auskommt.
Barta versteht es, menschliche Schicksale und Abgründe darzustellen, Familientragödien und gesellschaftlichen Kleingeist offenzulegen in einer Gesellschaft, die am liebsten alles zudecken und daran zugrunde gehen möchte. Und er schreibt mit der dafür notwendigen menschlichen Wärme und dem notwendigen Respekt. Ein wahrhaft mitreißendes Buch, das man nicht aus der Hand legen möchte.
Rezensionen von Hennie :
SCHÖNHEIT - FLUCH UND SEGEN
Die Bagage von Monika Helfer
Auf nur 159 Seiten präsentiert Monika Helfer die einzigartige, ungewöhnliche Lebensgeschichte ihrer Familie mütterlicherseits. Die Hauptperson ist ihre Großmutter Maria, die permanent über ihre große Schönheit definiert wird und die ihr mehr Fluch als Segen ist.
Was will mir das Geschehen sagen? Über 100 Jahre ist das her.
Da ereignen sich die Dinge um die „Bagage“. Maria und Josef (wie aus der Bibel!) leben mit ihren noch vier Kindern außerhalb eines Bergdorfes in ärmlichen Verhältnissen. Sie werden gemieden, fast geächtet von den Bewohnern. Die Eltern indes scheinen sich selbst genug, obwohl von Liebe nie die Rede ist. Josef ist ein wortkarger Mann, kann gut mit Zahlen umgehen und macht sich beim Bürgermeister nützlich.
Man schreibt das Jahr 1914, der erste Weltkrieg beginnt, und Josef Moosbrugger als alleiniger Ernährer der Familie wird in die Armee einberufen. Das ist der alles entscheidende Ausgangspunkt für die darauf folgenden Situationen. Maria bleibt mit ihren Kindern allein zurück. Sie sollen auf Josefs ausdrücklichem Wunsch vom Bürgermeister beschützt werden. Dann kommt ein gutaussehender, charismatischer Deutscher ins Dorf und mit Maria und ihrer Bagage in Kontakt. Wie alles in dem Büchlein werden die Begebenheiten sehr komprimiert erzählt. Die zeitlichen Abfolgen zwischen Josefs Fronturlaub, die Besuche von Georg legen Vermutungen nahe. Maria wird schwanger mit Grete, der Mutter der Autorin. Die Gerüchte kochen hoch und das Leben für die Familie wird noch härter.
Erzählt wird skizzenhaft, auch mal zwischen den Zeilen, verschwommen wie das Cover, dass ein Gemälde des bekannten Malers Gerhard Richter zeigt. Nur in Andeutungen werden immer wieder die gleichen Aspekte der Familienmitglieder beleuchtet und doch ist es sehr komplex, was die Autorin über ihre Ahnen preisgibt. Von den Geschwistern ihrer Mutter erzählt sie, aber die Grete bleibt wie ein Phantom. Doch ist das weiter nicht verwunderlich, da sowohl sie als auch schon Mutter Maria jung sterben. Josef ebenso.
Aus der Ich-Perspektive und im auktorialen Stil erfolgen die Abläufe in der Geschichte, wobei die Erzählstile auch des öfteren innerhalb eines Satzes wechseln. Das erforderte Aufmerksamkeit beim Lesen.
Monika Helfer erzählt sehr speziell von ihrer eigenen Herkunft und führt den Leser von 1914 bis in die Gegenwart.
Ich empfehle „Die Bagage“ und bewerte mit vier von fünf Sternen.









