Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Claudia R:
Abenteuerreise der Nussbaums
Die total verrückte Reise der Familie Nussbaum von Anja Schenk
Klappentext:
Endlich Sommerferien, aber alles geht schief! Als die langersehnte Flugreise ausfällt, ist die Stimmung der Familie Nussbaum im Keller. Stattdessen soll es mit dem kribbelbunten Reisebulli losgehen. "Oberpeinlich!", findet die zwölfjährige Karla. "Megacool!", jubeln ihre jüngeren Geschwister Merle und Moritz.
Doch unterwegs wird der Bulli geklaut und die Familie ist ganz allein in einer verlassenen Gegend. Was nun? Nacht im Wald gruseln sich die Geschwister gewaltig. Nur zusammen können sie es schaffen. Da entdecken sie eine Waldhütte. Ist das die Rettung?
Cover:
Das Cover ist bunt und fröhlich und zeigt einen sehr bunten Reise-Bulli mit fünf Personen an Bord, die alle selbst sehr schrill, bunt und einzigartig sind. Sehr actionreich und lebendig wirkt dieses Cover und es verspricht Vielfalt, Spannung, Lebensfreude und Humor und auch Action und Chaos, lässt es vermuten.
Meinung:
Der Schreibstil ist sehr angenehm und flüssig. man kommt sehr schnell in die Handlungen und Geschehnisse hinein. Es ist spannend und fesselnd und zugleich sehr lebhaft, detailliert und bildlich geschrieben.
Die einzelnen Kapitel haben eine angenehme Länge und auch die Überschriften passen sehr gut zu den jeweiligen Kapiteln. Auch die Schriftgröße und die Erzählweise ist altersentsprechend und sehr gut angepasst.
Das Buch, sowie die Geschichte ist sehr spannend und fesselnd und möchte das Buch am liebsten nicht mehr aus der Hand legen.
Es eignet sich sowohl zum Vorlesen, aber auch ganz gut zum selbst lesen.
Die Charaktere sind einfach genial. Sowohl die Eltern, wie auch die Kinder sind ein wenig skurril und speziell und dennoch sehr liebenswert und sympathisch, auf ihre ganz eigene Weise.
Familie Nussbaum möchte Urlaub machen, doch als ihr Flug gecancelt wurde hängt der Familiensegen schief. Doch ein toller, älterer, bunter Reise-Bulli namens Gisela könnte den Urlaub vielleicht noch retten, doch dann werden der Familie weitere Steine in den Weg gelegt für einen ruhigen Urlaub und es entwickelt sich zu einer Abenteuer-Tour, die der Familie sicherlich noch lange im Gedächtnis bleiben wird.
Doch zu viel vom Inhalt möchte ich an dieser Stelle eigentlich nicht verraten. Da am Ende zum Glück alles gut ausgeht und besser als manch "Nussbaum" es gedacht hätte. Ich kann dieses spannende und humorvolle Reiseabenteuer nur wärmstens empfehlen, da ich es sehr gelungen und unterhaltsam finde.
Die Charaktere sind einfach herrlich und auch die Situationen und Ereignisse sind sehr spannend und teils auch sehr humorvoll und lustig, so dass sich spannende und lustige Ereignisse hier abwechseln. Die Familie erlebt eine abwechslungsreiche Reise mit so einigen Höhen und Tiefen und die Familie gibt dabei nicht auf. Daher vermittelt die Geschichte auch, dass es wichtig ist zusammen zuhalten und füreinander da zu sein. Familie ist einfach wichtig und es kommt nicht immer darauf an, dass ein Urlaub weit weg sein muss oder viel Geld gekostet hat, sondern auf den Spaß, den man zusammen hatte und was man alles erlebt und bewältigt hat, darauf kommt es an.
Eine wirklich wundervolle Geschichte, mit einer tollen hintergründigen Botschaft und sehr viel Humor und Spannung, die mich überzeugen konnte und mir einige schöne Lesestunden bereitet hat.
Auch die kleinen Illustrationen ab und zu haben mir sehr gut gefallen.
Fazit:
Eine wundervolle, spannende und humorvolle Abenteuerreise, die der Familie Nussbaum, sicherlich noch lange im Gedächtnis bleiben wird.
Rezensionen von Nele33:
Packend realistisch
Die Schlange von Martin Wehrle
Die Schlange von Martin Wehrle ist das zweite Buch des Autos, aber mein erstes von ihm.
Susanne, eine ehrgeizige Journalistin wird von Schulden geplagt, hat immer noch mit den Folgen ihres vorherigen Jobs zu kämpfen und ist sehr depressiv.
Einzig ihre beste Freundin bedrängt sie immer wieder sich einen Job zu suchen.
Nach einem misslungenen Vorstellungsgespräch wird sie von einem stillen Teilhaber der Immobiliengesellschaft StageBau angeworben, da dieser befürchtet das in der Firma mit massivsten Mitteln versucht wird Mieter aus ihren Wohnungen zu vertreiben. Nach kurzem Zögern stimmt Susanne zu und übernimmt die Stelle in der Immobilienfirma. Sie wird mit vielen Verstrickungen konfrontiert und bringt sich und auch andere durch ihr Doppelspiel mehrfach in Gefahr.
Der Schreibstil des Autors war flüssig und mit genügend hohem Spannungsaufbau um mich von Anfang an zu fesseln. Die leider oft realen Machenschaften großer Immobilienfirmen werden äußerst realitätsnah, und dadurch noch mal mehr erschreckend, geschildert.
Besonders gut haben mir die Kapitel mit dem Strassenlotsen gefallen, ein Serienkiller, der gute Einblicke in seine Gedanken gibt.
Insgesamt empfand ich die Schlange als spannenden Krimi, der für mich einige gute Überraschungen bereithielt und darum kann ich diesen Krimi gerne weiterempfehlen.
Rezensionen von Lesemama:
Stellenweise war es etwas langatmig
Unsere Liebe für immer von J. P. Monninger
Bewertet mit 4 Sternen
Zum Buch:
Kate macht ein Auslandsjahr in der Heimat ihrer Vorfahren, in Irland, um ihre DoktorArbeit zu schreiben.
Dort lernt sie Ozzie kennen, einen Fischer und ehemaligen Soldaten. Die beiden verlieben sich, sie haben eine aufregende Zeit und urplötzlich kehrt Kate zurück ik die Staaten.
Als dann die Nachricht kommt, Ozzie sei vermisst, macht sich Kate zurück nach Irland um mit ihrer Vergangenheit abzuschließen ...
Meine Meinung:
Angetan von dem Klappentext war ich sehr neugierig auf die Geschichte. Das Cover allerdings gefällt mir nicht so gut, es passt zwar zu den anderen Titeln der Auto rin aber meiner Meinung nach nicht zur Geschichte.
Die Geschichte beginnt recht gemütlich mit der Ankunft von Kate in Irland und dem Kennenlernen von Gran Nora, die die Großmutter von Ozzie ist. Das Kennenlernen von Ozzie und Kate ist ganz schön, aber dann hatte das Buch für mich einen kleinen Durchhänger, ich fand das mittlere Drittel ein bisschen langatmig und fad. Als Kate allerdings wieder zurück in Amerika war, nahm das Buch richtig Fahrt auf und konnte mich sehr berühren. Das Ende war dann zwar etwas kitschig, aber auch durch aus romantisch.
Alles in allem eine schöne, ruhige und berührende Geschichte mit Höhen und Tiefen. Vor allem Irland hat es mir sehr angetan und wurde wunderbar beschrieben.
Rezensionen von Claudia R:
Wölfin und Hund ... kann das gut gehen?
Wolfsliebe von Rike Reiniger
Klappentext/Inhalt:
"Samika erwachte im ersten Morgenlicht. Das Wasser rollte heran und ging zurück, der Wind blies den Schnee weit über den Sand, das scharfe Gras neigte sich. Die Erinnerung sprang sie an. Sie hatte einen Vogel erschreckt, einen Fisch gegessen, in dem fremden Sand geschlafen.
Und sie war aus dem weißen Land weggelaufen."
Die Wölfin Samika trifft nach entbehrungsreicher Wanderung auf Jannik, den Fremden, der einem Wolf auf verwirrende Weise ähnelt. Jannik ist ein Hund. Missverständnisse tauchen auf und Unterschiede bleiben. Trotzdem erleben die beiden einen Frühling leidenschaftlicher Liebe. Im Sommer bekommen sie Junge. Doch Menschen verfolgen ihre einzigartigen kleinen Wolfshunde. Auf der Flucht werden Samika und Jannik vor die Wahl zwischen zwei Welten gestellt. Wofür entscheiden sie sich?
Aus der Perspektive der Tiere wird von Liebe, Vertrauen und Verrat erzählt. Die Geschichte ist inspiriert von einem realen Ereignis: Seit Mitte der 1990er Jahre wandern Wölfe über die Oder nach Deutschland ein. Und eine Wölfin paarte sich aus Mangel an einem Wolfspartner mit einem Hund.
Cover:
Das Cover zeigt einen heulenden Wolf im Schnee und macht dadurch auf sich aufmerksam. Jedoch wirkt das Bild ein wenig verpixelt und nicht ganz klar, was etwas schade ist.
Meinung:
Der Schreibstil ist recht angenehm und es lässt sich locker und flüssig lesen. Die einzelnen Kapitel sind recht übersichtlich und kurz. Teilweise sogar nur einige wenige Seiten. Die Kapitel sind durchnummeriert und durch einen Pfotenabdruck hervor gehoben.
Die Geschichte dahinter ist relativ einfach und kurz erzählt. Die Wölfin Samika trifft auf Jannik, einem Hund der einem Wolf sehr ähnlich sieht und verlieben sich in einander. Verbundenheit und doch zwei unterschiedliche Welten, die hier auf einander treffen. Wird das gut gehen und welche Abenteuer warten noch auf die beiden?
Zu viel möchte ich an dieser Stelle nicht verraten, da ich ansonsten zu viel vorweg nehmen würde.
Die Geschichte wird aus der Sicht der Tiere erzählt und die hierbei angewendete Erzählperpektive ermöglicht den Einblick in die Handlungen und Geschehnisse und das gesamte drumherum. Die Erzählperspektive ermöglicht einen Einblick in das Leben und die Handlungen der Tiere und ermöglicht es diese besser zu verstehen.
Die Geschichte ist sehr schön, detailliert und bildlich beschrieben, so dass man sich alles sehr gut vorstellen kann und die Geschichte miterlebt. Auf wundervolle Art und Weise wird hier versucht die Gefühle der Tiere herauszuheben und zu transportieren, auch der Zusammenhalt, sowie die Themen wie Verantwortung, Rudel und Vertrauen werden hier thematisiert.
Die Geschichte lehnt sich an ein wahres Ereignis im Jahre 1990 an, bei welchem sich eine Wölfin mit einem Hund, mangels geeigneter Wolfspartner, paarte.
Die Geschichte ist sehr interessant und auch sehr schön geschrieben und eignet sich für Zwischendurch. Ein kurzes, aber sehr schönes Lesevergnügen.
Fazit:
Eine gute und unterhaltsame Geschichte über die Liebe zwischen einer Wölfin und einem Hund.
Rezensionen von Gaby 2707:
Mörderjagd im Spreewald
Vermisst von Christiane Dieckerhoff
Kriminalhauptmeisterin Klaudia Wagner ist auf dem Weg nachhause, als sie einen Augenblick abgelenkt ist, ein unbeleuchtetes Fahrzeug aus einem Nebenweg kommt, sie gerade noch ausweichen kann und über ein Gurkenfeld rumpelt. Kurz darauf entdeckt sie dort eine junge Frau – tot. Sie macht sich die schlimmsten Vorwürfe, ist der Meinung, dass sie die Frau überfahren hat.
Doch dann die große Überraschung: die Frau war schon tot. In einem Indizienprozess wurde ihr Mörder vor 2 Jahren verurteilt. Nur, wo war Jennifer Böseke in den letzten beiden Jahren, wenn sie jetzt hier auf dem Feld liegt?
Klaudia Wagner soll sich zwar aus diesem Fall heraus halten, was allerdings gegen ihre Arbeitsauffassung geht. Und so geht sie zusammen mit ihrem Team auf Spurensuche.
Dies ist schon der 5. Fall für das Kommissariat in Lübbenau, den ich mit Klaudia Wagner löse. Man kann auch dieses Buch lesen, ohne die vorherigen Bände zu kennen. Ich persönlich beginne immer bei Band 1, um die Entwicklung der Figuren sowohl beruflich als auch privat von Beginn an mit zu erleben.
So sind mir KHM Klaudia Wagner, ihre Kollegen KOM Thang Rudnik, KHM Peter Demel, ihre Freundin KHM Wibke Bredau und vor allem Kahnführer Schiebschick richtig ans Herz gewachsen. Alle hier agierenden Figuren, nicht nur die Kommissare, sind sehr detailgenau und menschlich beschrieben. Mit ihren Ecken und Kanten, ihren Gedanken und Gefühlen kann ich sie mir alle sehr gut vorstellen. Ich komme mir vor wie ein Teil von ihnen.
Christiane Dieckerhoff gelingt es mühelos mich in diesen besonders kniffligen Fall, mit dem sich Klaudia und ihre Kollegen sich herum schlagen müssen, ab der ersten Seite hinein zu ziehen. Wie oft kommt es schon vor, dass die Leiche bereits seit 2 Jahren tot sein soll, hier aber erst jetzt getötet wurde. Ein großes Verwirrspiel beginnt und endet für mich in einer menschlichen Tragödie. Was bei mir auch immer punktet: es gibt kein großartiges Blutvergießen. Nur beim Besuch der Leichenbeschau eines jungen Mannes habe ich meinen Geruchssinn ausgeschaltet. Boah, das müsste ich nicht haben.
Der Fall löst sich nach und nach auf, alle losen Fäden verbinden sich und es kommt zu einer schlüssigen Auflösung. Für mich mit einer kleinen Überraschung.
Besonders gut gefallen haben mir auch diesmal wieder die Beschreibungen vom Umland und der Menschen aus dem Spreewald. Wie gerne würde ich mich in einen Kahn setzen und durch die Gegend staken lassen.
Insgesamt habe ich einen spannenden Krimi mit einem interessanten, nicht alltäglichen Fall, ohne viel Blutvergießen gelesen, der mich ab der ersten Seite gefangen genommen hat. Schon heute freue ich mich auf den nächsten Besuch bei meinen Freunden im Spreewald.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Ein tolles Kindersachbuch
Willi Virus von Heidi Trpak
Mit diesem Sachbuch für Kinder lassen sich die Neugier und das Interesse von Kindern wecken. Zumal das Wort „Virus“ derzeit in aller Munde ist.
Dieses Buch erzählt aus der Perspektive des Rhinovirus Willi sachlich und humorvoll wie ein Schnupfen entsteht. Dazu werden folgende neun Themen kindgerecht aufbereitet:
Was ist ein Rhinovirus?
Wie groß ist das Virus
Welche Arten von Viren gibt es?
Wie werden sie übertragen?
Wie breiten sie sich im Körper aus?
Was ist eine Immunabwehr?
Welche Maßnahmen zur Bekämpfung gibt?
Wie verbreitet ist das Rhinovirus?
Wann ist Schnupfensaison?
Der Haupttext des Buches ist auch für kleinere Kinder gut zu verstehen.
Für größere sind dann weitere Ausführungen vorhanden. Das Buch kann über mehrere Jahre vor- und dann selbst gelesen werde. Es findet sich immer wieder ein kleines neues Detail.
Die Illustrationen finde ich entzückend. Besonders gut hat mir gefallen, dass auf der Buchinnenseite die Worte „Hatschi“ und „Gesundheit“ in zahlreichen Sprachen angegeben sind.
Fazit:
Das Buch erzählt verständlich und ist mit vielen witzigen Bildern garniert. Willi Virus eignet sich wunderbar, Kindern Virus-Erkrankungen und deren Verbreitung zu erklären. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Abgründe der menschlichen Seele
Nebelmeer von Jobst Schlennstedt
In seinem 8. Fall für Birger Andresen lässt uns Autor Jobst Schlennstedt wieder tief in die menschlichen Abgründe blicken.
Auf dem Priwall wird an einem nebligen Tag die skelettierten Frauenleiche gefunden. Die Knochen weisen deutliche Spuren von massiven Misshandlungen auf. Und obwohl Birger Andresen nicht für aktuelle Tötungsdelikte zuständig ist, sondern als Leiter des Team X für Cold Cases, wird er von KHK Kregel hinzugezogen, erinnert das geschundene Skelett doch an einen bis dato nicht aufgeklärten Fall.
Erst als es eine kürzlich „frische“ Leiche gibt und eine junge Frau, Larissa, ihre Freundin als vermisst meldet, kommt ein wenig Tempo in die Truppe. Weitere Details kann Birger von Larissa nicht erfahren, denn die ist plötzlich selbst verschwunden. Allerdings findet sich in einem Chat eine erste, heiße Spur ...
Meine Meinung:
Autor Jobst Schlennstedt ist wieder ein spannender Krimi gelungen. Ich habe zuvor „Lübsche Wut“ gelesen, weil ich die Gegend, in der seine Verbrechen spielen, einfach mag.
Diesmal bekommen es Birger, Ida-Marie und die Kollegen es mit einem ziemlich abartigen Täter zu tun. Junge Frauen, die allesamt ein wenig am Rand der Gesellschaft stehen, werden grausam misshandelt und anschließend getötet.
Birgers Privatleben ist nach wie vor komplex. Da will seine aktuelle Freundin Agnes mit ihm eine gemeinsame Wohnung beziehen, doch er ist nicht so recht überzeugt, hat er doch eine gescheiterte Ehe und abgebrochene Beziehungen hinter sich. Zusätzlich taucht seine psychisch schwer gestörte Ex-Frau auf, um das gemeinsame Haus zu verkaufen. Zusätzlich gibt es Probleme mit dem Sorgerecht. Alles ein wenig viel, für den eigentlich mit seinem Beruf verheirateten Birger.
Doch auch bei Ida-Marie ist nicht alles im Lot. Sie ist momentan mit Simon Winter, einem zwielichtig erscheinenden Zeitgenossen liiert. Das passt Birger nicht so ganz in den Kram, denn er kennt Simon von früher.
Und auch der Rechtsmediziner Dr. Birnbaum hat steht völlig neben sich: Er hat vor kurzem die Diagnose Demenz erhalten und muss sich damit abfinden, ersetzt zu werden.
Alles in allem ist das Umfeld, eine solche Mordserie aufzuklären ganz schön knifflig. Oder sollen die Verbrechen von den diversen privaten Problemen ablenken?
Jobst Schlennstedt gelingt das vorzüglich, denn die privaten Zores treten sowohl bei den Protagonisten als auch bei den Lesern recht bald in den Hintergrund.
Ich hatte relativ bald eine Idee, wer in diese Mordserie verwickelt ist. Dennoch ist es spannend, die Schlussfolgerungen der Kriminalbeamten zu folgen. Dass Ida-Marie sich als Lockvogel anbietet, ist - wie man liest - extra gefährlich.
Ein realer Kriminalfall in Deutschland hat den Autor auf die Idee gebracht, diese Einblick in die Abgründe der menschlichen Seelen zu schreiben.
Fazit:
Ein weiterer fesselnder Krimi aus der Feder von Jobst Schlennstedt. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Eine gelungene Forstsetzung
Die Maske der Schuld von Jennifer B. Wind
Es ist Hochsommer in Wien. Man nützt die Zeit zum Faulenzen oder zum Sporteln. Überall in der Stadt und besonders an der Alten Donau. Doch irgendwer hat eine Leiche im Altarm der Donau versenkt, die nun zur Unzeit wieder an die Oberfläche kommt.
Ein Fall für Richard Schwarz und Paul Marek vom LKA Wien, zumal die männliche Leiche an einen Rollstuhl - sprichwörtlich - gefesselt gewesen sein muss.
Die Identität des Toten ist recht bald klar: Jan Dorn, ein ehemaliger Kollege, der an MS erkrankt ist.
Die Ermittlungen führen Schwarz & Co. zu einer dubiosen Selbsthilfegruppe, die den Erkrankten trügerische Hoffnung auf Heilung vorgaukelt. Genauso wie der selbst ernannte Wunderheiler Santianos, der der von Erblindung bedrohten Gerichtspsychiaterin Theres Lend das Blaue vom Himmel verspricht. Lend hat zweifelt zwar, kann sich aber des manipulativen Charismas von Santianos nicht entziehen. Es scheint, als wäre er in ihre Seele eingedrungen. Als dann noch ein Mitglied von Santianos‘ Anhängerschaft verschwindet, vertraut sie sich Richard Schwarz an.
Ob der Tote und der Vermisste eine gemeinsame Vergangenheit haben?
Zusätzlich zu den beruflichen Herausforderungen sieht sich Richard Schwarz auch noch mit den Schwierigkeiten seiner Schwester Sarah konfrontiert. Und so ganz nebenbei will er noch den Mord an seiner Mutter aufklären, dessen Zeuge er als Kind war. Ein riesiges Pensum an Arbeit hat Richard Schwarz sich hier aufgeladen. Wie viel kann ein Mensch aushalten, bevor er zusammenbricht?
Meine Meinung:
Dieser zweite Teil der Trilogie rund um den Kriminalbeamten des LKA Wien hat es wieder in sich. Wir tauchen tief in die Abgründe der menschlichen Seele ein. Wir erleben die Albträume des Richard Schwarz hautnah mit - jene, aus seiner Kindheit und die aktuellen. Denn die Schwierigkeiten in denen seine Schwester Sarah mit ihrem Zirkus steckt, sind nicht ohne.
Es scheint, als lache sich der Täter ins Fäustchen, weil er Schwarz immer einen oder sogar zwei Schritte voraus ist.
Obwohl „Thriller“ ist die Story nicht blutrünstig, sondern geradlinig, auch wenn uns die Autorin mehrfach durch gekonnt gelegte falsche Spuren, an der Nase herumführt.
Aufschlussreich sind die Erklärungen zur Krankheit Multiple Skleros (MS), die unaufgeregt und subtil in den Kontext verpackt werden. Damit das so augenscheinlich leicht gelingt, sind aufwändige Recherche nötig.
MS, eine Krankheit, über die noch wenig bekannt ist, weil jeder Fall anders verläuft, bietet eine riesige Spielwiese für allerlei Scharlatane und skrupellose Pharmaunternehmen, die mit Heilsversprechen und/oder Medikamentenversuchen Gewinnmaximierung betreiben. Nicht falsch zu verstehen, der Großteil Pharmabetriebe arbeitet streng wissenschaftlich und seriös. Doch wo ein riesiger Markt vorhanden ist, sind schwarze Schafe inklusive korrupter Politiker nicht weit.
Gut gefällt mir auch das Cover, das einen hohen Wiedererkennungswert hat.
Fazit:
Ein fesselnder zweiter Teil der Trilogie, bei der unbedingt die Reihenfolge eingehalten werden sollte. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
(S)ein Leben für die Musik
Mariss Jansons von Markus Thiel
Als am 1. Dezember 2019 das Herz von Mariss Jansons aufgehört hat zu schlagen, hat die Musikwelt einen ihrer großen Dirigenten verloren.
Markus Thiele hat mit dieser Biografie dem Stardirigenten ein ehrenwertes Andenken gewidmet. Das Buch wäre auch ohne Jansons‘ Tod erschienen, denn die beiden haben zahlreiche Gespräche miteinander geführt.
Die Biografie beginnt, wie üblich, bei der Geburt des Porträtierten. Mariss ist das einzige Kind von Arvids und Irida Jansons. Der Vater Dirigent, die Mutter Mezzosopranistin. Irida ist jüdischer Herkunft und bringt ihren Sohn 1943 heimlich in einem Versteck in Riga zur Welt, nachdem ihr Vater und Bruder im Ghetto von Riga ums Leben kommen. 1956 leben die Jansons in Leningrad (heute wieder St. Petersburg). Der musikalische Kleine „dirigiert“ schon in seiner Kindheit, was durch ein entzückendes Foto im Anhang des Buches belegt ist.
Ich möchte jetzt den weiteren Lebensweg gar länger ausführen, denn der ist Inhalt des Buchs.
Mariss Jansons zeichnet ein überdurchschnittliches Arbeitspensum. Ja, er ist das, was man einen „workaholic“ nennt. Dabei verlangt er von seinem Orchester nicht mehr als er sich selbst auferlegt. Die Ansprüche, die er sich lebst auferlegt, haben letztlich zu seiner Herzerkrankung geführt. Er lebt für die Musik. Doch nicht immer kann er sich ausschließlich auf die Musik konzentrieren. Mitunter hat er es mit organisatorischen Maßnahmen zu tun, die er so gar nicht mag. In Amerika ist es üblich, dass Kultur hauptsächlich von privaten Sponsoren finanziert wird, statt wie in Europa vom jeweiligen Staat. Das heißt, dass sich der Dirigent auch mit den Geldgebern sehen lassen muss. Abendveranstaltungen, die Mariss Jansons nicht immer sonderlich liegen.
Mir ist Mariss Jansons als Dirigent von gleich 3 Neujahrskonzerten der Wiener Philharmoniker in Erinnerung (2006, 2012 und 2016).
Kenner der klassischen Musik werden an den Aufzählungen der gespielten Werke und ihrer fachlichen Details ihre Freude haben.
Interessant für mich war, dass Mariss Jansons immer wieder kleine Überraschungen für sein Publikum bereit gehalten hat. So lässt er eher unbekannte Stücke von renommierten Komponisten aufführen oder interpretiert manches neu. Allerdings achtet er dabei immer den Urheber.
„Ich dachte immer, dass ich stilistisch, also im SInne des jeweiligen Komponisten handeln muss.“
Fazit:
Eine respektvolle und sehr lebendige Biografie, die uns den großen Künstler, Interpreten und Menschen nahe bringt. Gerne gebe ich hier 5 Sterne und eine Leseempfehlung.
Rezensionen von yellowdog:
Burundi, du schönes, unruhiges Land
Mariss Jansons von Markus Thiel
Die junge, deutsche Übersetzerin Elisa geht Mitte der sechziger Jahre aus Liebe nach Burundi.
Ihre Hoffnung erfüllt sich jedoch nicht, ihren Freund sieht sie nur noch einmal.
Es ist eine unbeständige Zeit. Die Unabhängigkeit des Landes ist noch jung und die politische Entwicklung ungewiss. Zwischen Hutu und Tutsi gibt es Auseinandersetzungen.
Gewalttätigkeiten und Gefahr sind allgegenwärtig.
Elisa, die eine Dolmetschertätigkeit im Außenministerium ausübt, schafft es dennoch nach anfänglicher Unsicherheit sich etwas einzuleben und Freundschaften zu knüpfen, z.B. zu ihrem Kollegen Mikradi. Außerdem lässt sie sich mit 2 sehr unterschiedlichen Männern ein.
Doch nach Änderung der Machtverhältnisse im Land lernt sie eine ganz anderen Mann kenne,n den Tutsi Antoine, der der Königsfamilie nahesteht. Mit ihm zusammen kann sie sich ein Leben aufbauen, doch politisch brodelt es weiter.
In der Mitte des Buches gibt es einen Bruch der Erzählperspektive, den ich nicht ganz nachvollziehen kann. Jetzt wird Jahre später von Elisa zurück erinnernd in erster Person erzählt, was damals passiert war. Aber der Roman funktioniert weiterhin.
Die Autorin Renate Ndarurinze war in der damaligen Zeit offenbar selbst in Burundi als Dolmetscherin. Deswegen sind ihre Schilderungen über das Land glaubhaft und auch Elisas widerstrebende Emotionen kann man nachvollziehen.










