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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Ein bewegender biografischer Roman

Wer ein einziges Leben rettet, rettet die ganze Welt von Dagmar Fohl

„Wer ein einziges Leben rettet, rettet die ganze Welt“, das ist nicht nur der Titel des Romans von Dagmar Fohl. So lautet auch die Inschrift auf dem Grabstein von Aristides de Susa Mendes. Wer ist dieser Mann, der oft als „Oskar Schindler von Portugal“bezeichnet wird? Mit diesem biografischen Roman hat ihm Dagmar Fohl ein Denkmal gesetzt.

Aristides de Susa Mendes stammt aus einer reichen Adelsfamilie Portugals und hat mit seiner Gemahlin 14 Kindern. Er ist Konsul unter Diktator António de Oliveira Salazar. Nach mehreren Stationen u. a. in den Niederlanden verschlägt ihn und seine Familie nach Bordeaux, Frankreich.

Nazi-Deutschland vertreibt rigoros Judden aus dem Land und bald will kein Land der Welt den Flüchtlingen auch nur die Durchreise geschweige denn die Einreise und einen Aufenthalt gewähren. Nur das diktatorische Portugal verhält sich neutral. Salazar ergreift für niemanden Partei, außer für sich selbst. Und so gerät Mendes, der Tag und Nacht Visa für ca. 30.000 Flüchtlinge, darunter 10.000 Juden, ausstellt, in Bannstrahl des Diktators. Denn er hat sich dessen ausdrücklichen Befehlen, „keine Visa für Juden“ widersetzt. Alles, was Salazar fordert, ist Disziplin, Befehlsverweigerung kann er nicht dulden. Salazar hält die Menschen in Portugal künstlich dumm. Sie sollen mit dem Fado, der Religion und Fußball ruhig gestellt werden. Es gibt kaum Schulen.

Weder die zahlreichen Eingaben, die der erschreckend naive Mendes an Salazar schreibt, erweichen den Diktator. Aristides de Susa Mendes verliert alles: Seine Anstellung, seinen guten Ruf, seine Gesundheit, die Immobilien und das Vermögen sowieso. Beinahe zehn Jahre kämpft er für seine Rehabilitierung, vergebens. Während Aristide nach wie an die Weitsicht des Diktators glaubt, weiß Aristides Bruder, dass Salazar die Familie Mendes vernichten will. Denn sie steht für alles, was er selbst nicht hatte: eine große Familie, Reichtum und Adel.

„In Salazars Kopf ist kein Platz für Barmherzigkeit. Mendes ist ein naiver Trottel, denkt er. Er hat nicht die winzigste Chance.“

Aristides de Susa Mendes stirbt am 3. April 1954, völlig verarmt in Lissabon. Salazar wird ihn um 16 Jahre überleben.

Aristides de Susa Mendes wird postum von Kanada und den USA geehrt. In der Gedenkstätte „Allee der Gerechten“ (Yad Vashem) in Jerusalem wird 1966 ein Baum für ihn gepflanzt und mit seinem Namen versehen.

In seinem Heimatland Portugal wird es noch bis 1988 dauern, bis Aristides de Susa Mendes offiziell rehabilitiert wird. 1995 erklärt Regierungschef Mario Soares Sousa Mendes zu „Portugals größtem Helden des 20. Jahrhunderts“

Fazit:

Ein, in der Ich-Form, fesselnd erzählter biografischer Roman, dem ich gerne 5 Sterne gebe.

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Ein vielschichtiger Krimi

Commissario Pavarotti probt die Liebe von Elisabeth Florin

Dieser Krimi ist der 5. Band rund um den italienischen Commissario Luciano Pavarotti, der mit seinem berühmten Namensvetter inzwischen nicht einmal die Gewichtsklasse mehr teilt. Pavarotti glaubt, an Magenkrebs zu leiden und will noch schnell alles ins Reine bringen.

Da ist vor allem seine Beziehung zu Elisabeth „Lissie“ von Spiegel, der er bei einer gemeinsamen Verbrecherjagd irrtümlich in den Kopf geschossen hat.

Lissie hat nach wie vor Erinnerungslücken, die Pavarotti mächtige Schuldgefühle bescheren. Jedenfalls begeben sich beide auf eine Reise in die Vergangenheit und suchen nach dem Verbleib von Lissies Vater Arno, der 30 Jahre zuvor spurlos verschwunden ist.

Auf ihren Recherchen in Deutschland und Südtirol stechen sie in ein Wespennest, das mehrere Anschläge auf ihre Leben zu Folge hat. Außerdem sterben einige Menschen, die möglicherweise den einen oder anderen Hinweis auf die Ereignisse von damals geben hätte können.
Doch nicht nur Pavarotti und Lissie geraten in Gefahr, sondern auch Lucianos Kollege Emenegger. Allerdings droht ihm nicht das Ungemach nicht in Form einer fehlgeleiteten Kugel, sondern von seiner eigenen Vergangenheit, die ihn einholt.

Meine Meinung:

Autorin Elisabeth Florin ist wieder ein fesselnder Krimi, der im schönen Südtirol spielt, gelungen. Südtirol blickt auf eine bewegte Vergangenheit zurück. Einst Teil von Österreich-Ungarn wird das Gebiet nach dem Ersten Weltkrieg von den Siegermächten Italien zugesprochen, obwohl die Mehrheit der Menschen ausschließlich deutsch spricht. Die Zwangsmaßnahmen zur Italienisierung der Südtiroler (inklusive lange Haftstrafen für das Verwenden der deutschen Sprache) bringen schon früh unterschiedliche Gruppen dazu, bewaffneten Widerstand gegen den Staat zu leisten - die einen im Verborgenen, die anderen ganz offen. Während der Zeit des Faschismus unter Diktatur Mussolini plant Hitler die Umsiedlung der deutschsprachigen Südtiroler nach Deutschland. Viele Optanten gehen und kehren nach 1945 enttäuscht wieder zurück. Der Widerstand gegen den italienischen Staat, der die Autonomiebestrebungen mit strengen Strafen belegt, gipfelt in den 1960er Jahren in zahlreichen Bombenanschlägen. Zwanzig Jahre später wiederholt sich die Geschichte, doch sind es diesmal andere, die im Hintergrund die Fäden ziehen.

Genau diesen geschichtlichen Hintergrund sucht sich Elisabeth Florin für ihre Krimi-Reihe aus. Immer wieder gibt es den einen oder anderen Rückblick, der uns diese Ereignisse näherbringen. Dazu gibt es im Anhang weiterführende Erklärungen. Mir gefällt es, wenn die Leser so ganz unterschwellig Geschichtsunterricht erhalten, weil die Ereignisse in die Handlung eingewoben sind. Der Autorin gelingt dieses Kunstwerk sehr gut. Was Fakt und was Fiktion ist, wird im Nachwort erklärt.

Der Krimi selbst fordert einige Konzentration und lässt die Leser immer wieder innehalten. Wer nicht ganz so beschlagen in der Geschichte Südtirols ist, wird vielleicht das eine oder andere nachschlagen müssen. Besonders die genannten Geheimdienste mit ihren Akronymen sind nicht jedermanns/jederfraus Sachgebiet.

Die Charaktere sind vielschichtig angelegt und haben ihre Ecken und Kanten. Besonders Emenegger hat sich im Laufe der Zeit ordentlich weiterentwickelt. Seine Vergangenheit als Mitglied einer Motorradgang kann er für seine Ermittlungen und den großen Showdown nutzen, allerdings wird das von seinem Vorgesetzten nicht wirklich goutiert. Herrlich ist die Beschreibung von Spock, Lissies Hund, der in einer alten Beiwagenmaschine Platz nimmt - ausgestattet mit einer Hundebrille. Dieses Bild ist schwer aus dem Kopf zu bekommen.

Wer mehr über Pavarotti und Lissie von Spiegel lesen möchte, sollte beim ersten Band ("Commissario Pavarotti trifft keinen Ton") beginnen. Die Spannung wächst mit jedem Buch.

Fazit:

Ein vielschichtiger Krimi, der Bezüge zur Vergangenheit, ohne die die Gegenwart nicht erklärbar ist, herstellt. Gerne gebe ich hier 5 Sterne und hoffe auf ein Wiedersehen mit Pavarotti, Emenegger & Co.

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Hat mich nicht vollends überzeugt

Digitalisierung von Klaus-Jürgen Bruder; Christoph Bialluch; Jürgen Günther; Bernd Nielsen; Raina Zimmering

Klappentext:

Digitalisierung ist Staatsaufgabe höchster Priorität. Das Feld ist bereits gut vorbereitet. Dennoch regen sich Kritik und zum Teil auch Widerstand gegen einen weiteren, intensivierten Ausbau der Digitaltechnologie: Die Möglichkeit einer digitalen Totalüberwachung wird ebenso vorstellbar, wie der Verlust von immens vielen Arbeitsplätzen, von Privatheit, persönlicher Freiheit und demokratischer Teilhabe, psychischer und physischer Unversehrtheit.

Der Band stellt sich dem Thema der Digitalisierung in unterschiedlichen Facetten und Bereichen: Telematik und Digitalisierung der Psychotherapie, Digitalisierung der Arbeitswelt, des Gesundheitswesens, der Schule und des Bildungswesens, Digitalisierung der militärischen Einsätze, Überwachung und soziale Kontrolle und die Perspektiven des Widerstands dagegen.
Mit (u.a.) Jürgen Hardt, Detlef Hartmann, Christoph Marischka, Werner Meixner, Bijan Moini, Bernd Nielsen, Werner Rügemer, Jorinde Schulz, Werner Seppmann, Friedrich Voßkühler

Meine Meinung:

Mit dieser Sammlung an Vorträgen, Essays und Streitschriften tue ich mir ein wenig schwer.

In acht Kapitel wird das für und wider, also eher das wider, gegen die Digitalisierung zum Thema gemacht. Diese Kapitel sind wie folgt zusammengefasst:

Mit Zuckerbrot und Peitsche. Der Diskurs der Digitalisierung
Kritik im digitalen Zeitalter
Rückkehr zur Vernunft in Zeiten der totalen Digitalisierung
Widerstand
Arbeit
Digitalisierung und Psychotherapie
Subjektivitäten
Schule, Krieg und eine Alternative

Einigen Aussagen kann ich zustimmen, anderen nicht. Dass die digitale Schule Bildungsungleichheit ausgleichen kann, bezweifle ich stark. Denn die Unterschiede beim Einkommen der Eltern hat man während des Lockdowns deutlich gesehen. Familien, in denen jedes Kind über ein eigenes Zimmer und einen eigenen Computer, Tablet etc. Verfügt, konnten dem Homeschooling deutlich besser folgen und schnitten besser ab, als jene, die zu viert oder fünft in einer 70m² Wohnung leben und sich einen altersschwachen PC teilen müssen. Besonders dann, wenn (vorzugsweise) der Vater und (fallweise) die Mutter Homeoffice verordnet bekommen hatten.

Digitalisierung ist großteils nur das „Trägermedium“ wie Druckerpresse und Papier, die in der Geschichte das Pergament und die schreibenden Mönche abgelöst haben. Leider kann sich niemand an den Aufschrei wegen des „Teufelszeugs“ erinnern. Die Berichte darüber sind genauso zwiegespalten wie die derzeitige Diskussion zur Digitalisierung.

Die Angst vor der totalen Überwachung und diese selbst, sind ja auch nicht ganz neu. Man denke an das Spitzelwesen der Vergangenheit, egal ob im Osten oder Westen. OK, dieser Berufszweig ist beinahe ausgestorben. Ohne Digitalisierung fänden manche Staatschefs/Diktatoren andere Methoden, ihre Interessen durchzusetzen.

Bedenklich ist u. a., dass viele Menschen freiwillig allzu freigiebig mit ihren Daten umgehen, dass sich Verbrechen zunehmend ins Internet verlagert und dass manche Staaten die Meinungsbildung ihre Bürger durch Algorithmen beeinflussen (lassen).

Die Angst, seinen Arbeitsplatz zu verlieren kann nicht ausschließlich der Digitalisierung zum Vorwurf gemacht werden. Da muss wohl die Gier der Konzerne nach Gewinnmaximierung, genauer betrachtet werden.

Was mir in diesem Buch fehlt, sind praktische Ansätze, wie man der überbordenden Digitalisierung entkommt. Aber, das wäre wohl ein anderes Thema.

Fazit:

Ein schwieriges Thema, mit dem wir uns wohl oder übel weiter beschäftigen müssen. Ganz hat mich diese Sammlung an Meinungen nicht überzeugt, daher nur 3 Sterne.

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Eine detaillierte Geschichte UNgarns

Die Ungarn von Paul Lendvai

Dieses Buch ist bereits 1989, also kurz nach dem Fall des Eisernen Vorhanges erschienen. Da Geschichte und die dazu gehörige Forschung ein dynamischer (wenn auch oft langsamer) Prozess ist, hat Paul Lendvai sein Buch überarbeitet und auf den neuesten Stand gebracht.

Das Buch ist knapp 600 Seiten stark und bietet einen detailreichen und umfassenden Überblick Ungarns von seiner Entstehung bis heute.

Paul Lendvai, 1929 in Budapest geboren, 1944 wegen seiner jüdischen Herkunft ins KZ verschleppt ist, flüchtet während des Ungarn-Aufstandes 1956 nach Österreich, wo er nach wie vor lebt.

Er beleuchtet Ungarns ethnisches Spannungsfeld aus mehreren Blickwinkeln. Ungarn ist in seiner mehr als 1.000 Jahre alten Geschichte immer wieder Schauplatz von Kriegen und Krisen.

Der Autor spannt den Bogen vom 9. Jahrhundert bis heute. Während die Anfänge detailreich geschildert werden, erscheinen die kommunistischen Nachkriegsjahre eher knapp erzählt.

Die letzten beiden Kapitel beschäftigen sich mit dem Ungarn seit 1989. Wie konnte es passieren, dass das Land in das rechte Eck der Demokratie bedrohenden Regierungen abrutscht?

Meine Meinung:

Die 35 Kapitel umreißen die lange Geschichte Ungarns, das auch immer wieder ein Spielball der Mächtigen der jeweiligen Zeit war, in anschaulicher Weise. Ungarn stellt mit seiner schwierig zu lernenden Sprache eine Besonderheit dar, sodass während der Zugehörigkeit Ungarns zum Habsburgerreich LATEIN statt deutsch, Amtssprache war.

Paul Lendvais Schreibstil ist sehr detailreich, verliert sich aber nie in Wiederholungen oder Nichtigkeiten aus.

Paul Lendvai ist renommierter Journalist, Osteuropa-Experte und Autor der preisgekrönten Biografie von Viktor Orbán. Erst kürzlich habe ich die und das Buch „Verspielt Welt“ gelesen.

Fazit:

Dieser aktualisierten und erweiterten Neuauflage mit umfangreichem Bildmaterial muss ich unbedingt 5 Sterne geben.

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Hat mich nicht vollends überzeugt

Lass Gott aus dem Spiel von Harald Lüders

Dieser Thriller, mein erster aus der bislang dreitieligen um Journalisten Mitch Berger.

Berger soll gemeinsam mit Reporterkollegen Enis eine Reportage über das Bahnhofsviertel in Frankfurt schreiben. Dieses Viertel ist, wie fast jedes Bahnhofsviertel, ein Potpourri von unterschiedlichen Menschen und ihren Schicksalen.

Es geht um Drogenhandel, offene und versteckte Prostitution, Gier, Immobilienspekulation und Bandenkriege.

Meine Meinung:

Obwohl zahlreiche zwielichtige Gestalten das Buch bevölkern, ist es in meinen Augen kein echter Thriller. Das Auftreten von rivalisierenden Gruppen amerikanischer Geheimdienste in Deutschland, die ihre persönlichen Rachegelüste befriedigen wollen, bedeutet keine Hochspannung. Das meiste ist ziemlich vorhersehbar. Der Autor nimmt Anleihe an echten Ereignissen, um so eine Art Wirklichkeit entstehen zu lassen.

Die Charaktere sind ein wenig klischeehaft. So treten neben einem ehemaligen, korrupten Polizisten, ein Auftragskiller aus dem früheren Jugoslawien, mehrere gescheiterte und enttäuschte Existenzen, Elitesoldaten, die mit Muslimen noch ein Hühnchen zu rupfen haben sowie eine Investorengruppe, die eine bestimme Liegenschaft im Viertel haben möchte, koste es, was es wolle, auf. Daraus hätte ein spannender Thriller werden können. Ist es aber nicht, denn vor allem der Hauptdarsteller Mitch Berger verhält sich wie ein Anfänger. Den investigativen Journalisten kann ich ihm nicht abnehmen. Er stolpert vielmehr von einer dümmlichen Aktion in die nächste. Dass er sich in die toughe Hauptkommissarin Canan Aydin verliebt, passt nicht ganz in den „harten“ Thriller.

Der Schreibstil wirkt stellenweise wie ein Schulaufsatz. So reihen sich Wortwiederholungen aneinander. Auf S. 67 „steuert“ man gleich zweimal hintereinander auf etwas zu. Doch das dreimalige „ich hoffe“ innerhalb eines Absatzes (S. 154) toppt das „Steuern“. Und so finden sich einige Wiederholungen. Natürlich vermutet man in einem rasanten Thriller keine Weltliteratur, aber ein bisschen mehr sprachliche Vielfalt, hätte dem Buch gutgetan.

Fazit:

Dieser dritte Fall für Mitch Berger hat mich nicht so überzeugt, dass ich die anderen Bände lesen möchte. Leider nur drei Sterne.

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Besser als der Vorgänger

Giftglobuli von Wolfgang Jezek

Elvira Hausmann, nunmehrige Sommerauer, ehemalige Journalistin aus Wien, lebt nach ihrem kriminalistischen Abenteuer („Rachemond“), seit einigen Jahren zufrieden mit ihrer Familie in Kärnten.

Elvira besucht nach längerer Zeit eine Freundin in Wien, bei der sie auch übernachten kann. Just in dem Haus wird die Chemieprofessorin Mara Ulcanova tot aufgefunden und Elvira trifft wieder auf den Manfred Zapletal, den Ermittler von damals.

Schnell stellt sich heraus, dass die Chemikerin an einer Überdosis Tollkirsche gestorben ist, die augenscheinlich mittels homöopathischen Globuli verabreicht worden ist.

Doch wie kann das sein? Die Professorin ist überall als militante Gegnerin der Homöopathie bekannt.

Elvira lässt alle guten Vorsätze, sich nie mehr in Kriminalfälle einzumischen, fahren und beginnt zu recherchieren. Ehe sie sich versieht, gerät sie in den Kampf zwischen Schulmedizin und Homöopathie.

Meine Meinung:

Im Vergleich zu seinem Krimidebüt „Rachemond“ hat sich der Schreibstil des Autors Wolfgang Jezek deutlich verbessert. Der Leser muss nach wie vor zahlreiche Wiederholungen über sich ergehen lassen. Elvira wird mehrfach als „in die Breite gegangen“ und „Tee trinkend“ beschrieben. Gibt es über die Journalistin nichts Griffigeres oder Netteres zu erfahren? Dass gleich mehrere Personen die Wirkungsweise der Homöopathie zu erklären versuchen, kann man als Überzeugungsarbeit an Zweiflern gelten lassen.

Meine Einschätzung von Elvira drückt Franz, ihr Ehemann, recht gut aus:
„Manchmal kommst du mir vor wie ein kleines Mädchen, das auf dem Jahrmarkt überall dorthin läuft, wo’s etwas Interessantes zu entdecken gibt. So wie jetzt dieser Mordfall. Ach, was soll ich machen mit dir ...“

Ja, was soll ich von Elvira halten? Da habe ich es mit Manfred Zapletal einfacher: Er ist desillusioniert, schläft zu wenig und trinkt zu viel. Wieder flicht Wolfgang Jezek eine erotische Komponente ein. Diesmal zwischen Elvira und Manfred doch es bleibt beim einseitigen Wollen des Polizisten, obwohl Elvira einen Bruchteil eines Momentes nicht abgeneigt erscheint.

Die Auflösung des Falles, der mit einer Überraschung aufwartet, ist nicht ganz stringent. Wieder braucht es einige Zufälle, bis der Groschen fällt.

Gut gefallen hat mir der Prolog mit der Gerichtsverhandlung gegen den Erfinder der Homöopathie Samuel Hahnemann, der deutlich zeigt, dass dessen Thesen rund um seine alternative Heilmethode (zu Aderlass und Einläufen) schon vor 200 Jahren sehr umstritten war, weil Ärzte und Apotheker um ihre Einkünfte bangten.

Fazit:

Deutlich besser als sein Vorgänger, aber noch immer nicht ganz überzeugend. Gerne gebe ich diesmal gute 3 Sterne.

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

EIne interessante Biografie

Augen, die im Dunkeln leuchten von Ingo Rose; Barbara Sichtermann

Mit dieser Biografie setzen das Autorenduo Barbara Achtermann und Ingo Rose der nur knapp 1,48m großen Helena Rubinstein ein Denkmal.
1870 in Kazimierz, einem der ärmlichen Bezirke von Krakau, geboren, wandert die alteste von acht Töchtern des jüdischen Kaufmanns Herzel Rubinstein zuerst nach Wien und dann 1896 nach Australien aus, nachdem sie mehrere Heiratsangebote ausgeschlagen hat.

Mit im Gepäck reisen zwölf Tiegel einer Gesichtscreme.

Warum nach Australien? Dort leben schon zwei Onkel aus der weitverzweigten Familie Rubinstein. Nach mehreren Jobs findet sie ihre Erfüllung: 1902 eröffnet sie einen Schönheitssalon, deren beste Werbung sie selbst ist. Ihr heller Teint fällt unter den von der Sonne Australiens gegerbten Frauen auf. Der Salon wird so erfolgreich, dass sie ihre jüngeren Schwestern nachkommen lässt. Dann geht es für die Rastlose weiter zu neuen Ufern. Nach Zwischenstationen in England und während des Ersten Weltkriegs in Amerika, heißt das Ziel Paris.

Nach wie vor steht Helena Rubinstein auch selbst in der „Küche“ wie sie ihr Labor nennt, in dem sie ihre Kosmetika herstellt. Helena Rubinstein ist keine angenehme Chefin. Sie verlangt von allen - wie von sich selbst - Höchstleistungen. Die meisten ihrer Salons werden von den zahlreichen Familienmitgliedern geführt.

Während des Zweiten Weltkriegs verlagert sie ihr Imperium wieder in die USA. Dort liefert sie sich mit den anderen Kosmetikgiganten wie Elizabeth Arden oder Charles Revson (Revlon) einen lebenslangen Konkurrenzkampf. Sie ist mehr als geschäftstüchtig. Helena Rubinstein verkehrt in Künstlerkreisen und lässt sich von zahlreichen Malern porträtieren.

Dass dabei das Privatleben auf der Strecke bleibt, ist klar. Sie war zwei Mal verheiratet und hatte zwei Söhne.

Fazit:

Ein interessante, leicht lesbare Biografie einer Frau, die mit großem Ehrgeiz und eisernem Willen eine beispiellose Erfolgsgeschichte geschrieben hat. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.

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Rezensionen von Lesemama:

Wohin eine falsche Entscheidung führen kann

Wozu wir fähig sind von Laila El Omari

Bewertet mit 3.5 Sternen

Zum Buch:
Wozu wir fähig sind. Alexander taucht plötzlich mit seiner Freundin im Freundeskreis von Alina, Patrick und Robin auf.
Alexander und Leonora sorgen für Verwirrung, für Streit, für Heimlichkeiten. Keiner wird aus den beiden schlau, doch schnell ist klar. Alexander sorgt für Ärger .

..

Meine Meinung:
Der Klappentext und auch das Cover sprachen mich sofort an. Als ich zu lesen begann, war ich irgendwie enttäuscht, ich brauchte unheimlich lange um in die Story einzufinden. Der Schreibstil, die Art wie das Buch aufgebaut ist, ist sehr gewöhnungsbedürftig und eigenartig. Aber nach der guten Hälfte hatte mich das Buch, ich war gefesselt von den Geheimnissen rund um Alexander und Leonora, aber auch Patrick und seine Umgebung hatten ordentlich Dreck am Stecken, der nach undnach aufgedeckt wurde.
Am Ende war es dann doch noch eine Geschichte die mich nachdenklich stimmte und auf jeden fall nachhaltig ist.
Ist es noch Mobbing, oder doch schon kriminell, was die Freunde getan haben?
Ich denke, das Buch wird mir noch eine Zeitlang nachhängen. Auf jeden Fall ist es Lesenswert.

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Rezensionen von tesssa:

Einfach göttlich

Das Lied des Wolfes von Anthony Ryan

Flüssig geschrieben, spannend und lässt es einen sehr schnell in die Welt Vaelins eintauchen. Zum einen die Erinnerungen der Schwester an den Aufstieg ihres Bruders, zum anderen Vaelins Sicht. Trotz vieler Anspielungen auf Vaelins Vergangenheit (und den daraus resultierenden Wunsch die vorherige Trilogie zu lesen), ist alles scheinbar unabhängig davon und gut zu verstehen.

Der Schreibstil zwingt einen förmlich weiter zu lesen, es wird immer spnnender und ehe man es sich versieht, hat man die letzte Seite umgeblättert und....
Das Ende ist ein neuer Anfang, weshalb sich einem die Frage stellt, wie man die Zeit jetzt überbrücken soll, bis Band 2 raus kommt und man endlich erfährt, wie es weiter geht!
Alles in allem ein MUSS für jeden Fantasy-Fan, auch ohne die Vorgeschichte zu kennen und für alle die es werden wollen ist Anthony Ryan definitiv ein Name zum merken!

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Rezensionen von Petra Gruber:

Menschen und Vögel auf einer letzten Reise

Zugvögel von Charlotte McConaghy

Aufmerksam wurde ich auf dieses Buch eindeutig durch das wunderschöne Cover, bei dem einfach alles stimmt, das stimmige Bild der Seeschwalbe, dazu die Schriftart und die Farben, in denen die Schrift gehalten ist. Im Inneren gibt es dann noch ein zusätzliches Extra, die Schwalben tauchen sowohl beim Titel als auch zu Beginn der einzelnen Kapitel wieder als Grafiken auf.

Ein sehr liebevoll gestaltetes Buch, das mag ich.
Der Titel ist ebenfalls großartig, kurz, prägnant macht er schon, ehe man den Klappentext liest, neugierig. Es geht um die Reise der letzten Seeschwalben, also passt er perfekt zur Geschichte, im Laufe der Lektüre stellt sich aber heraus, dass auch eine ganze Menge menschlicher Zugvögel eine Rolle spielen werden. Eine von ihnen ist Franny, die Protagonistin, geboren mit „Wanderfüßen“.
Sie hat es sich zum Ziel gemacht, dem Zug der letzten verbliebenen Küstenseeschwalben in den Süden zu folgen. Es gelingt ihr drei von ihnen mit Peilsendern zu versehen, doch dann muss sie noch ein Schiff finden, das sie mitnimmt. Eine schwierige Aufgabe, denn es gibt kaum noch Fischerboote, die Geschichte spielt in einer nahen Zukunft, in der die meisten Wildtiere ausgestorben sind, die Fischerei mit leergefischten Meeren und Protesten zu kämpfen hat. Franny hat Glück und landet auf der Saghani, einem der letzten Fischkutter. Dort trifft sie auf eine bunte, sehr besondere Crew, für mich eines der Highlights dieses Romans, wie ihre Charaktere und die Interaktion untereinander gezeichnet sind. An der Spitze steht der Kapitän Ennis, auch so ein Zugvogel.
Am Anfang stellen sich viele Fragen. Warum ist Frannys Mutter verschwunden? Warum hat ihr Mann Niall sie verlassen? Was ist in Frannys Vergangenheit passiert, dass sie so traumatisiert ist? Auf der Reise in den Süden, immer auf den Spuren der Küstenseeschwalben, erfahren wir nach und nach in Rückblicken mehr.
Die Autorin Charlotte McConaghy hat einen Abschluss als Drehbuchautorin, das merkt man! Sie kann wunderbare Bilder hervorrufen und eine Geschichte in gutem Timing sehr spannend erzählen. So mag man den Roman gar nicht mehr aus der Hand legen und liest ihn ziemlich rasch und muss aufpassen, wichtige Details, die oft nur in einem Satz oder Absatz erwähnt werden, die aber später noch eine Rolle spielen werden, nicht zu überlesen.
Sprachlich hat mir dieser Roman auch sehr gut gefallen, er war richtig schön zu lesen.
Allerdings hatte er kleine Lücken in der Plausibilität mancher Ereignisse, auch das Setting in einer nahen Zukunft, in der es keine Wildtiere mehr gibt, war mir nicht konsequent genug durchgeführt. Auch hält sie uns zu lange hin, bis sie beginnt, die offenen Fragen aufzulösen, bis zur Hälfte stellt sich Frage über Frage, das war mir ein wenig zu viel des Guten. Und einige Episoden waren mir zu überdramatisiert, da ist wohl die Drehbuchautorin mit ihr durchgegangen, im Film muss es für einen Wendepunkt immer ein wenig mehr sein. Das hätte dieser Roman gar nicht nötig gehabt.
Ein schöner Roman, den ich sehr gerne gelesen habe, der es aber nicht ganz in die Reihe meiner Lieblingsbücher geschafft hat. Auf alle Fälle ein überzeugendes Debüt und eine Autorin, von der wir hoffentlich noch hören werden.

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