Kunden em pfehlungen
Rezensionen von gerlisch:
Persönlicher Fall von Abel's Kollegin Sabine Yao
Zerrissen von Tsokos Michael
Wow, was für ein spannender Thriller. Michael Tsokos hat hier mit dem 4. Teil um Fred Abel und seinem Team wieder eine Story geschaffen, die eine Mischung aus realen Begebenheiten aus seinem Tätigkeit als Rechtsmediziner und fiktiven Handlungen beinhaltet.
Der Leser wird hier entführt nach Berlin in die Szene der Familienclans und der organisierten Krminalität.
In diesem Teil ermittelt Abel im Fall einer Kindesmisshandlung die die Familie seiner Kollegin Sabine Yao betrifft. Außerdem bittet sein alter Feund Lars Moewig um Hilfe, als er im Boxclub eine Leiche in einem Boxsack findet.
Obwohl im Laufe der Story schon im Großen und Ganzen klar wurde wie es mit der Handlung weitergeht, war der Thriller von der ersten bis zur letzten Seite sehr spannend. Die detaillierten Beschreibungen der Sektionen "mit einem knackenden Geräuch zerteilte Rippen" ließen mich beim Lesen zusammenzucken.
Interssant aber auch erschreckend fand ich den Hinweis am Ende des Buches, wo der Autor Vergleiche zu seinen realen Fällen zieht.
Auch den versprochenen nächsten Teil muss ich unbedingt lesen.
Rezensionen von brauneye29:
Hat Luft nach oben
Wenn ich dich hole von Anja Goerz
Zum Inhalt:
Bendix sitzt am Flughafen in London fest wegen eines Unwetters als er einen Anruf von seinem Sohn erhält. Er ist neun und allein zuhause, weil seine Mutter und Oma auch nach Stunden noch nicht vom einkaufen zurück sind. Der Schneesturm macht dem Kleinen Angst und glaubt, dass jemand in das Haus eingedrungen ist.
Wie soll Bendix seinem Sohn nur helfen?
Meine Meinung:
Das Buch ist schon recht spannend erzählt. Gerade auch die Rückblicke lassen tief blicken und jagen einem leichte Schauer über den Rücken. Dennoch wirkt das Buch ein bisschen unbeholfen, so als ob die Autorin noch nicht so erfahren im Schreiben ist. Aber es ist deutlich Potenzial vorhanden, um aus so einer Geschichte noch ein bisschen mehr rauszuholen. Der Schreibstil war ganz okay. Insgesamt habe ich mich dennoch ganz gut unterhalten.
Fazit:
Hat Luft nach oben
Rezensionen von brauneye29:
Hat mich gut unterhalten
Aller guten Dinge sind zwei von Mhairi McFarlane
Zum Inhalt:
Eigentlich waren Dan und Laurie ein Traumpaar, doch wie aus dem Nichts trennt Dan sich von Laurie, weil er sich neu finden will. Aber schon kurz darauf, hat er eine Neue und die ist auch noch schwanger. Zu allem Übel arbeitet Dan auch noch in derselben Firma. Wie soll man damit klar komme? Doch dann kommt Jamie ins Spiel und die beiden merken schnell, dass sie sich gegenseitig helfen können.
Meine Meinung:
Klar, weiß man bei solchen Büchern schnell, wohin die Reise geht, aber das macht nichts, so lange das Ganze gut umgesetzt ist. Und das war es hier. Die Protagonisten sind sympathisch, die Figuren sind zudem gut entwickelt und es macht Spaß sie zu begleiten. Irgendwann kriegen sie sich dann auch und das ist dann genau so auch gut. Der Schreibstil ist sehr angenehm und dadurch liest sich das Buch flott weg.
Fazit:
Hat mich gut unterhalten.
Rezensionen von hexenaugen:
Auf der Suche nach der Unsterblichkeit der Seele
Paracelsus - Auf der Suche nach der unsterblichen Seele von Eva-Isabel Schmid
Zum Inhalt:
Der junge Medizinstudent Paracelsus und sein Freund Caspar sollen im Namen der katholischen Kirche Leichen sezieren. Zu einem einzigen Zweck: Das Geheimnis um die menschliche Seele zu lüften. Doch dann werden sie der Ketzerei beschuldigt und Paracelsus wendet sich der dunklen Magie zu – mit unvorhersehbaren Folgen.
Meinung:
Paracelsus und sein Freund Caspar sollen Leichen sezieren, um das Geheimnis der menschlichen Seele zu lüften und werden aufgrund ihrer Forschungen der Ketzerei bezichtigt worauf Paracelsus sich der dunklen Magie zuwendet. Die Folgen, die dieses hat, sind nicht vorhersehbar...
Die Lehren des Paracelsus sind Grundlage der modernen Pharmazie und der meisten alternativen Heilverfahren. Paracelsus schrieb, dass sich ein Patient nur im Zusammenhang von Körper, Geist und Seele heilen lässt.
Fazit:
Es wird einem schnell bewusst, dass Paracelsus es verdient hat, dass ein Buch über sein Lebenswerk verfasst wurde.
Toller Inhalt des Buches der viel Wissen vermitteln konnte.
Die Autorin versteht es, die Welt und das Weltbild des Paracelsus uns heutigen Menschen näherzubringen.
Ich warte schon ungeduldig auf die Fortsetzung des Buches und gebe eine ganz klare Leseempfehlung ab.
Rezensionen von Petra Sch.:
Wenn ein digitaler Assistant dein Leben übernimmt...
Die Stimme von S. K. Tremayne
Kurz zum Inhalt:
Jo Ferguson,33, wohnt alleine in der Luxuswohnung ihrer besten Freundin Tabitha, da diese zu ihrem Verlobten Arlo gezogen ist. In ihrer Einsamkeit spricht sie viel mit dem Home-Assistant "Electra", der für Licht, Heizung, Musik, etc. sorgt.
Bis Electra eines Tages die Kontrolle über Jos Leben übernimmt.
Sie spricht zu Jo, und sie weiß von dem schrecklichen Geheimnis, das Jo bis jetzt wahren konnte.
Electra will Jo in den Wahnsinn und somit in den Selbstmord treiben...
Meine Meinung:
Die Geschichte ist hauptsächlich in ich-Form aus Sicht von Jo erzählt, somit erhält man tiefen Zugang zu ihrer Gedanken- und Gefühlswelt, was das Ganze noch bedrückender macht. Es gibt auch wenige Kapitel in Erzähl-Form aus Sicht von anderen handelnden Personen.
Leider konnte ich mit Jo nicht so ganz warm werden. Sie ist mir zu depressiv, ihr ganzes Leben ist irgendwie traurig und einsam, sie ist frisch geschieden, weil sie ihren Mann per erotischem Chat mit Liam betrogen hat; sie bekommt auch wenige Aufträge als Journalistin und ist so gut wie pleite. Und irgendwie ist sie total oberflächlich. Nur ihr Verhalten gegenüber dem Obdachlosen, den alle "Autos" nennen, macht sie mir sympathisch.
Dass sie nicht mit Tabitha über das Erlebte von damals spricht, fand ich nicht nachvollziehbar. Sehr gut nachvollziehbar fand ich hingegen ihre Angst, ebenso an einer psychischen Krankheit zu leiden wie ihr Vater, der auch Stimmen hörte und sich damals deswegen das Leben genommen hat. Denn niemand glaubt ihr, dass Electra zu ihr spricht. Und für böse Hassmails und ein leergeräumtes Konto gibt es ja erklärbare Gründe.
Doch als sich langsam alle Freunde und Bekannten von ihr abwenden, beginnt Jo sich zu wehren - das fand ich extrem toll, stark und mutig. Auch wenn sie immer wieder mal in ihre Angst zurückfällt, doch auch an Schizophrenie zu leiden wie ihr Vater...
Mir war von Anfang an klar - da dies ja keine Gruselgeschichte ist - dass ein Mensch hinter den Manipulationen durch Electra stecken muss. Derjenige, den man so oft verdächtigt hat, weil er ein offensichtliches Motiv hat, konnte es meiner Meinung nach nicht sein - das wäre ja zu offensichtlich gewesen. Der Autor hat es jedoch sehr gut geschafft, dass ich absolut nicht drauf gekommen bin, wer es war. Erst, als dieses Rätsel aufgelöst wurde, wusste ich jedoch sofort den Grund für diese Taten. Auch wenn ich es ein bisschen an den Haaren herbeigezogen fand.
Mit diesem Thriller, der übrigens mein erster von S.K. Tremayne war, bestätigt der Autor meine Überzeugung, kein Smart-Teil in welcher Art auch immer im Haus haben zu wollen. Schon gruselig, wenn man geheim ausspioniert wird, entweder nur abgehört oder auch per Video... brrr… Und wenn es noch so praktisch ist. Denn wenn dadurch sein Leben plötzlich derart auf den Kopf gestellt werden kann - gar nicht auszudenken. Da stehe ich lieber auf und gehe zum Lichtschalter/Radio/Heizung, und stelle alles selber an und aus und habe dafür ein friedliches Leben.
Fazit:
Aufstehen und selbst die Geräte bedienen bricht euch keinen Zacken aus der Krone. Dafür kann euch keiner euer Leben zur Hölle machen. 4 Sterne für diese gruselig-schaurige Geschichte mit einer nicht ganz so überzeugenden Protagonistin, die jedoch durchaus wahr werden könnte...
Rezensionen von April1985 :
Fantasy-Debüt mit starken, weiblichen Charakteren und wichtigen Themen
Die Göttinnen von Otera (Band 1) - Golden wie Blut von Namina Forna
Meine Meinung
Namina Forna hat mit "Die Göttinnen von Otera - Golden wie Blut" einen grandiosen Debütroman veröffentlicht. Genauer gesagt ist dieses Buch der erste Teil einer Fantasy-Trilogie, an der ich im wahrsten Sinne des Wortes Blut geleckt habe. Namina Forna hat eine afrikanisch inspirierte Welt erschaffen, in der es grausam und brutal zugeht.
Vorallem Frauen und junge Mädchen werden in dem von Männern beherrschten Reich Otera unterdrückt und ihrer Rechte beraubt. So dürfen sie zum Beispiel nur in männlicher Begleitung und mit Maske das Haus verlassen. Auch Deka wird von ihrem Vater nach diesen Geboten erzogen. Was für uns Leser|innen ziemlich frauenverachtend und rückständig erscheint, ist für Deka allerdings normal und so freut sich das junge Mädchen, welches wegen ihrer dunklen Hautfarbe im Dorf noch nie so richtig akzeptiert wurde, schon auf das Ritual der Reinheit. Bei diesem Ritual wird das Blut junger Frauen am Übergang zum Erwachsensein auf seine Reinheit getestet, was den Frauen wiederum die Zugehörigkeit und ein Leben in der Dorfgemeinschaft garantieren soll. Als während Dekas Ritual die gefürchteten Todesrufer Dekas Dorf angreifen, wird Deka verletzt und dabei werden ihre größten Ängste Wirklichkeit. Denn in Dekas Adern fließt goldenes Blut. Blut, welches sie als Alaki, sprich als Dämon, auszeichnet. Um den Tod zu entgehen, tritt Deka in der Armee des Königs ein. Dieser rekrutiert Alaki, um gegen die Todesrufer vorzugehen und diese endgültig zu vernichten. Nach 20 Jahren im Dienst soll den Alaki Reinheit geschenkt werden, sodass diese danach ein normales Leben führen können.
So fesselnd wie das Buch beginnt, geht es auch weiter. Namina Forna hat mich mit ihrem jugendlichen und flüssigen Schreibstil so richtig für sich eingenommen. Die Autorin schreibt sehr atmosphärisch und bildhaft. Sie schreckt auch nicht davor zurück von Mord und Folter zu schreiben. Aber keine Panik; so detailliert die Charaktere und die Welt beschrieben sind, bei den Gräueltaten und brutalen Szenen geht sie nur soweit in die Tiefe, als dies für die Geschichte bzw. das Verständnis notwendig ist.
Mit Deka hat die Autorin eine starke Protagonistin erschaffen, deren Entwicklung authentisch und nachvollziehbar ist. Zu Beginn erscheint die junge Frau noch sehr ruhig und naiv. Sie lebt nach einem aufgezwungenen Diktat und in dem Glauben, dass alles so seine Richtigkeit hat. Als Deka aufgrund ihres Blutes und ihrer "unnatürlichen Art" als Kriegerin in der königlichen Armee ausgebildet wird, beginnt sie nach und nach das System und die Gesetze in Frage zu stellen. Denn nichts ist so wie es zunächst den Anschein hat. Namina Forna hat Dekas Gedanken, ihr Verhalten und ihre Handlungen außerordentlich gut und passend dargestellt. Aber nicht nur Deka, auch die Nebencharaktere glänzen mit ihren eigenen tragischen Geschichten, die einem das Herz schwer werden lassen. Die Autorin greift in ihrem Fantasyroman ernste Themen auf und hat diese gekonnt in die Geschichte verwoben. Themen wie Diskriminierung, Fremdenhass, Sklaverei und die Unterdrückung von Frauen finden sich in der Geschichte wieder und regen zum Nachdenken an.
Im letzten Drittel des Buches kommt es dann auch zu einigen überraschenden Wendungen, die die Ereignisse nochmal in einem ganz anderen Licht darstellen. Auch hier hat Namina Forna alles richtig gemacht. Ich bin natürlich jetzt sehr gespannt wie Dekas Weg weiter geht. Es gibt zwar keinen wirklichen Cliffhanger am Ende, meine Neugierde ist aber angesichts der Geschehnisse am Schluss mehr als geweckt.
Für alle, die sich eine Liebesgeschichte erhoffen, sei noch gesagt, dass es eine gibt. Diese ist aber wirklich sehr sanft und steht nicht im Fokus des Geschehens. Sie spielt sich wirklich nur am Rande ab, was mir in diesem Fall aber sehr gut gefallen hat.
Fazit
Mit "Die Göttinnen von Otera - Golden wie Blut" gibt Namina Forna ihr Romandebut und dieses finde ich mehr als gelungen. Die Geschichte spielt in einer afrikanisch inspirierten Welt, in welcher die junge Protagonistin Deka um ihr Überleben kämpfen muss. Die Autorin hat wichtige Themen wie Frauenunterdrückung, Diskriminierung und Sklaverei in ihren Fantasyroman eingearbeitet. Die Geschichte ist grausam und blutig, lässt einem Nachdenken und fesselt einfach von Anfang bis Ende. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Für mich ist dieser Reihenauftakt ein Lesehighlight, welches ich gerne weiter empfehle.
Rezensionen von manu63:
Eine neue Geschichte
Das Erbe der Päpstin von Helga Glaesener
Das Erbe der Päpstin ist ein historischer Roman der Autorin Helga Glaesener. In diesem nimmt die Autorin Bezug auf den Roman Die Päpstin von Donna Cross, erzählt jedoch eine ganz eigenständige Geschichte in dem die Päpstin Johanna nur einen sehr kleinen Raum einnimmt.
Der Hauptteil des Romans wird aus der Perspektive von Freya erzählt, einem jungen Mädchen das bei den Dänen aufgewachsen ist.
Freyas Entwicklung vom jungen Mädchen zur gereiften Frau wird gut erzählt, wobei es einige grausame Schilderungen von Kämpfen und Todesfällen gibt. Etliche Nebencharaktere runden das Gesamtbild ab, wobei nur ein kleiner Teil der Protagonisten an Tiefe gewinnt. Die Personen werden in Gut und Böse eingeteilt, wobei es wenig Grautöne gibt. Die historischen Ereignisse werden gut eingebunden, wobei die Autorin am Ende des Buches erläutert was Wahrheit und was Fiktion ist. Ein Personenverzeichnis gibt es leider nicht, ich finde es gerade bei historischen Romanen immer ganz informativ aufgelistet zu bekommen wen es wirklich gab und wer Fiktion ist.
Rezensionen von Bücher in meiner Hand:
Luc wird zur Tragödie
Baskische Tragödie von Alexander Oetker
Endlich ist er da, der vierte Band mit Luc Verlain als Ermittler. Doch schon bald wird klar, dass Luc in "Baskische Tragödie" erpresst und damit zum Opfer gemacht wird und quasi die Rolle tauscht. Die vielen Hinweise in den letzten drei Bänden verdichten sich nun und die geheimnisvolle Person, die Luc immer wieder Nachrichten hinterliess, tritt in den Vordergrund und hinterlässt eine neue Nachricht.
Die ist so brisant, dass Luc anstatt weiter an einem tragischen und epischen Kokainfall zu ermitteln, über die Grenze ins spanische San Sebastian fährt, um dort seine Tochter - von der er nichts wusste - und deren Mutter zu finden, bevor es zu spät ist. Doch Luc kommt nicht weit: kaum ist er unterwegs, passieren ihm Fehler. So kannte ich Luc bisher nicht und konnte deshalb kaum glauben, was ich da lese.
Der Krimi entwickelte sich fast zu einem Thriller und war so ganz anders, als die drei Fälle zuvor. Eigentlich wollte ich das Buch schon weglegen, weil ich über Luc nur den Kopf schütteln konnte. Aber ich blieb dran, was ich am Ende zum Glück nicht bereute.
Es ist, als ob Luc im falschen Film ist und zur Marionette eines Verbrechers wird, der die Fäden in der Hand hält. Doch der wahre Strippenzieher ist Autor Alexander Oetker, dem ich am Anfang bei Lucs spontanem Aufbruch ein lautes "Gehts noch?" zurufen und ihm dann am Ende am liebsten einen nassen Schwamm anwerfen wollte, für all die Nerven und Gefühle, die ich beim Lesen investierte, und dabei schlussendlich herausfand, dass eben doch der Autor der Puppenspieler ist und sich nicht in irgendwas verrannt hatte - wie es anfangs glasklar und eindeutig erschien.
Bis auf zwei Kleinigkeiten, die mir ins Auge gefallen sind, wird alles schlüssig aufgelöst. Der Krimi ist enorm spannend, wobei es für Leute, die wie ich keine Thriller mögen, in denen es um das Schicksal von Kindern geht, schon recht grenzwertig ist.
Nun, da nicht nur diese leidige Sache um diese alte Geschichte aus Luc Zeit in Paris - den er damals meisterlich gelöst hat - endlich vom Tisch ist, freue ich mich aber wieder auf "normale" Luc Verlain-Fälle. Ob die dann erneut mit - hoffentlich erfreulicheren - Ausflügen nach San Sebastian verbunden sind, wäre fast wünschenswert. Ein gemütlicher Spaziergang durch die Stadt wäre Luc nach diesen aufregenden Tagen sehr gegönnt.
Fazit: Ein etwas anderer Luc Verlain-Krimi, sehr spannend und rasant.
4 Punkte.
Rezensionen von liesmal:
Pferde, Räuber und Gedichte
Die Gabe der Sattlerin von Ralf H. Dorweiler
Charlotte lebt mit ihrer Familie in einem kleinen Dorf. Ihr Lieblingsplatz ist die Werkstatt ihres Vaters. Dort hat sie auch den Beruf der Sattlerin erlernt, den sie mit Leib und Seele ausübt.
Der historische Roman aus dem Lübbe Verlag, „Die Gabe der Sattlerin“ von Ralf H. Dorweiler, beginnt im Jahre 1781.
Erst am Vorabend ihrer Hochzeit bekommt Charlotte die Gewissheit, dass sie sich ein Leben mit ihrem Verlobten nicht vorstellen kann. Noch in derselben Nacht flüchtet sie auf ihrem Pferd Wälderwind, weil sie keinen anderen Ausweg sieht, dieser Vernunftehe zu entgehen. Nach abenteuerlichen Erlebnissen findet sie Zuflucht auf dem Hofgestüt Marbach. Dort bekommt sie Gelegenheit, ihr Können als Sattlerin unter Beweis zu stellen. Ausgerechnet für den Lieblingshengst des württembergischen Herzogs Carl Eugen, der für seine Prunksucht bekannt ist, soll sie einen Sattel anfertigen. Charlotte lässt sich auf dieses Wagnis ein und erlebt eine turbulente Zeit auf dem Gestüt.
Ein zweiter Erzählstrang beschäftigt sich mit Friedrich Schiller, einem Regimentsarzt, der gern Gedichte verfasst und zur gleichen Zeit wie Charlotte auf dem Gestüt eintrifft, um sich verantwortlich um die Gesundheit der Pferde zu kümmern.
Wieder einmal ist es Ralf H. Dorweiler gelungen, mich mit einem seiner historischen Romane restlos zu überzeugen. Ich konnte abtauchen in eine frühere Zeit und mich in einer Geschichte bewegen, die von guter Recherche überzeugt, was sicherlich mit viel Arbeit verbunden war. So wurden Realität und Fiktion durch gekonnte Verknüpfungen zu einer wirklich glaubwürdigen Einheit zusammengefügt.
Ein unglaublich fesselnder Schreibstil mit bildhaften Beschreibungen, dazu die Gabe, mich einzubeziehen zum Beispiel in die Arbeit in einer Sattlerei und den Umgang mit Pferden, mich dort am richtigen Platz und dabei sehr wohl fühlen zu lassen, obwohl ich keinerlei Vorkenntnisse besaß, beweist Einfühlungsvermögen und großes Können.
Sehr hilfreich ist das übersichtliche Verzeichnis am Anfang des Buches mit der Markierung historischer Persönlichkeiten.
Ich möchte nicht vergessen zu erwähnen, wie großartig die Kapitel überschrieben sind. Ortsnamen und Datumsangabe machen die Orientierung einfach, das ist schon mal gut. Was ich aber ganz großartig finde, sind die Zitate aus Schillers Werken, die einfach genau zu jedem der einzelnen Kapitel passen.
Sehr gern gebe ich meine Empfehlung für das Buch, das mir mit Spannung, Humor und so mancher Überraschung unterhaltsame Lesestunden geschenkt hat.
Rezensionen von Gaby 2707:
Die ultimative Liebesformel – absoluter Schwachsinn???
Willst du Blumen, kauf dir welche von Ellen Berg
Als Lena Hagedorn, 34, einen Hilferuf von ihrer Tante Hilde bekommt, packt sie ihre Siebensachen und geht aus der Großstadt zurück auf´s Land in ihren Heimatort. Da der Laden „Für die Dame“ ihrer Tante nicht mehr zu retten ist, wird renoviert und „Lenas Leseparadies“ entsteht. Damit der Buchladen mehr Zulauf bekommt, bietet sie Lesungen an.
Als nächstes kommt der Erfolgsautor Benjamin Floros, eine Mischung aus George Clooney und Brad Pitt mit einem Schuss Jonny Depp, der die ledigen Damen des Ortes anzieht, wie das Licht die Motten. Lena hält seine ultimative Liebesformel für absoluten Schwachsinn und lässt sich auf ein Experiment ein.
Was daraus entsteht? Das müsst ihr beim Lesen selbst heraus finden.
Ich habe schon einige Bücher von Ellen Berg gelesen und bin auch diesmal wieder ganz begeistert. Ich liebe ihren Humor, ihre Leichtigkeit des Schreibens und vor allem ihre aus dem Leben gegriffenen Protagonisten. Menschen wie Du und ich, manche vielleicht ein kleines bisserl chaotischer, aber alle so gut vorstellbar, dass sie real erscheinen.
Lisa, die mir anfangs etwas zu verträumt und in ihrer Einstellung Männern gegenüber naiv erschien, hat sich im Laufe der Geschichte zu einer supernetten, sehr sympathischen jungen Frau gemausert. Aber klar, wer wartet nicht auf den Prinzen auf einem weißen Pferd. Und wenn man hier und da schon runter gefallen ist, bzw. abgeworfen wurde, da hält man sich irgendwann etwas zurück. Aber unvermittelbar – Lisa doch nicht.
Benjamin dagegen kann mit Romantik gar nichts anfangen. Im Gegenteil – beweist doch die von ihm erfundene Formel, dass dass nur ein paar Dinge übereinstimmen müssen und schon klappt´s auch mit dem Mann/der Frau.
Lenas Freundin Michelle war lange Zeit nicht meine „Freundin“. Ich empfand sie einfach als zu engagiert, zu laut, zu anstrengend und teilweise auch übergriffig. Das hat sich aber dann gebessert.
Absolut liebenswert ist dagegen Tante Hilde, die jedes Fettnäpfchen treffsicher findet, jede Situation noch peinlicher macht. So eine Tante hätte ich auch gerne gehabt.
Ich kann mir die kleine Buchhandlung in den verschiedenen Blautönen und den 5 gelben Sesseln – in einem liegt Kater Dewey - sehr gut vorstellen. Auch die anderen Örtlichkeiten und Lokalitäten finde ich sehr gut vorstellbar beschrieben.
Obwohl sich von Anfang an abzeichnet in welche Richtung es gehen wird und was mich erwartet, hatte ich auch bei dieser Geschichte, die das Leben genau so schreiben könnte, wieder ein paar wundervolle, leichte, unterhaltsame Lesestunden. Mit Menschen, mit denen ich mich in meinem Alltag auch gerne umgeben würde.











