Kunden em pfehlungen
Rezensionen von manu63:
Thekengespräche
Lotte mischt mit ist der Titel des sechsten Bandes rund um Sigi Siebert, geschrieben vom Autor Klaus Heimann. Sigi ist ein pensionierter Hauptkommissar und trifft sich gerne mit seinem Freund Ecki und dem Ex-Kollegen Erich in ihrer Stammkneipe und in diesem Band erzählt Sigi über einen alten Fall, den er mit Hilfe seiner Ehefrau Lotte lösen konnte.
Obwohl es der sechste Band einer Reihe ist konnte ich ihn gut eigenständig lesen ohne weitere Vorkenntnisse. Der Krimi ist eher unaufgeregt und dennoch spannend. Die kleinteilige Ermittlerarbeit und auch Kollege Zufall werden hier gut vereint. Der Erzählstil ist harmonisch, wobei ich mich an die Zwischenspiele an der Theke erst gewöhnen musste, das hemmte manches Mal den Fluss der Geschichte. Die Charaktere sind in Andeutungen durchaus etwas kauzig und einige Eigenheiten wirken wie aus der Zeit gefallen. So wird die Assistentin, welche rotes Haar hat zwar liebevoll, aber in meinen Augen auch etwas herabsetzend Möhrchen genannt und ist immer für den Kaffee zuständig. Ein altbackenes Klischee das mir nicht behagte. Auch die Dialoge zwischen Lotte und Sigi waren mir zu barsch und Lotte wird als zickig dargestellt. Der Fall selber wird gut entwickelt und hat durch die Verknüpfung von alter DDR Zeit und Neuzeit seinen Reiz. Insgesamt gute Unterhaltung mit einigen Klischees die ich nicht so passend fand.
Rezensionen von Gluecksklee:
Würdiger zweiter Teil
Wer auf dich wartet von Lodge Gytha
Nach dem ersten Band der Kriminalreihe um den Detective Chief Inspector Jonah Sheens („Bis ihr sie findet“), von dem ich begeistert war, hatte ich entsprechend hohe Erwartungen an den Nachfolgeband. Und was kann ich sagen? „Wer auf dich wartet“ hat mich definitiv nicht enttäuscht.
Zum Inhalt
Da ist zum einen wieder einmal ein spannender Kriminalfall – die Kunststudentin Zoe wird tot in ihrer Wohnung aufgefunden.
Ihr Freund, Aidan, hat über Skype beobachtet bzw. eher gehört, dass es in Zoes Wohnung wohl zu einer Auseinandersetzung gekommen ist. Als er die Polizei alarmiert und diese die Leiche der jungen Frau auffinden, beginnen die Ermittlungen im Umfeld der Künstlerin, um herauszufinden, was mit ihr geschehen ist.
Meine Meinung
Bereits im ersten Band hat man als Leser schon so einige Details über die verschiedenen Ermittler in Jonah Sheens Team erfahren. Neben der eigentlichen Kriminalfallhandlung interessiert mich auch deren persönliches Schicksal – sodass der Krimi für mich auf mehreren Ebenen spannend und unterhaltsam war.
Und auch in „Wer auf dich wartet“ schafft es die Autorin wieder, durch einen geschickten Handlungsaufbau, einen Spannungsbogen zu erzeugen, der bis zum Ende gehalten wird.
Mich zumindest hat die Auflösung des Falles überrascht, bis zum Ende habe ich mit den Ermittlern mitgefiebert. Stück für Stück und neben den Ermittlungen in Rückblenden aus der Sicht von Zoe erzählt, entfaltet sich die Geschichte, die zum Tod von Zoe geführt hat. Was genau ist geschehen, welche Aktionen und Ereignisse haben Reaktionen in Zoes Umfeld hervorgerufen? Wessen Geheimnisse kommen im Laufe der Ermittlungen ans Tageslicht und wie weit würden die Menschen rund um Zoe gehen, damit ihre Geheimnisse und Schwächen nicht aufgedeckt werden?
Von mir erhält der Kriminalroman daher auch fünf von fünf Sternen und ich hoffe ehrlich gesagt darauf, dass es noch weitere Bände geben wird.
Rezensionen von liesmal:
Urlaub - nein danke!?
Ein Sommer in Cassis von Peter Berg
Jens Schneider, Kriminalkommissar in Frankfurt, freut sich nach einem anstrengenden, endlich abgeschlossenen Fall auf seinen wohlverdienten Urlaub in Cassis, dem kleinen Fischereihafen am Mittelmeer, einem idyllischen Fleckchen Erde inmitten einer malerischen Landschaft.
Leider währt die Urlaubsfreude nicht lange, denn bald wird die Leiche einer jungen Frau aus dem Meer gefischt.
Es ist die junge Kellnerin Isabelle, die Jens jeden Morgen im Hotel fröhlich das Frühstück serviert und immer gern auch ein wenig mit ihm geflirtet hatte. Warum zieht die Polizei weder Unfall noch Mord in Betracht? An einen Freitod aus Liebeskummer, der in der Gegend nicht der erste wäre, mag Jens nicht glauben, wenn er an das lebenslustige Mädchen denkt. Auch für die Empfangsdame des Hotels, Catherine, steht fest, dass ihre Kollegin nicht freiwillig aus dem Leben geschieden ist. Spätestens nachdem eine weitere junge Frau tot aufgefunden wird, ist für Jens klar, dass er sich nicht mit den Aussagen der Polizei abspeisen lässt. Er beginnt gemeinsam mit Catherine mit eigenen Ermittlungen, um den Todesfällen auf die Spur zu kommen.
„Ein Sommer in Cassis“ von Peter Berg mit herrlichen bildhaften Landschaftsbeschreibungen, die Urlaubsträume wecken, ist also kein locker-leichtes Urlaubsvergnügen, sondern entwickelt sich zu einem knallharten Kriminalfall mit teilweise sehr mysteriösen Ereignissen.
Peter Berg ist ein Autor ganz nach meinem Geschmack. Ihm gelingt es, mich total zu begeistern. Genieße ich gerade die Beschreibungen der herrlichen Landschaft und lasse meine Seele baumeln, so bin ich im nächsten Moment gelähmt vor Angst, dass Jens sich mal wieder in Schwierigkeiten bringt, wenn er zu forsch an eine Sache herangeht, oder wenn ich mich plötzlich frage, ob Catherine vielleicht ein falsches Spiel spielt…
Männer, die Tagebuch schreiben, kenne ich eher nicht. Aber ich finde es großartig, dass Jens eines führt und ich dadurch ganz viel seiner persönlichen Gedanken und Gefühle erfahre und ihn richtig gut kennen lerne.
Die tolle Geschichte mit vielen überraschenden Wendungen hat mir vergnügliche und spannende Lesestunden gleichermaßen geschenkt.
Rezensionen von Anja:
skurrile, deprimierende Geschichte mit fragwürdiger Moralvermittlung
Super reich von Polly Horvath
Ich bin nach der Lektüre dieser Geschichte ziemlich ratlos. Offensichtlich habe ich das Buch nicht verstanden. Zumindest kann ich ihm nichts Positives abgewinnen und empfinde es keinesfalls als schönes Kinderbuch mit weihnachtlicher Stimmung.
Es geht um den zehnjährigen Rupert. Rupert lebt mit seinen Eltern und seinen zahlreichen Geschwistern am Stadtrand.
Die Familie ist arm, sie besitzen nicht genug Betten, keine warmen Sachen und die Mahlzeiten, die aus dem Müll anderer Leute bestehen, reichen nie, um auch nur halbwegs satt zu werden. Auf dem Weg zur Schule kommt Rupert an den Villen der Reichen vorbei. Durch einen (un-?)glücklichen Zufall gerät Rupert am Weihnachtstag ins Haus der Familie Rivers, eine der reichsten Familien der Stadt. Er isst mit ihnen und kann sich richtig vollstopfen. Danach wird er dazu eingeladen, mit der Familie um eine Vielzahl an Geschenken zu spielen. Rupert ist zunächst unsicher, schöpft aber mehr und mehr Hoffnung, er könnte das Haus vielleicht mit warmen Stiefeln oder gar einem Spielzeug für seine Geschwister verlassen. Letztlich verliert Rupert und geht mit leeren Händen. Keine Ausnahme möglich. So sind einfach die Regeln…
In den folgenden Wochen und Monaten kommen einige der Familienmitglieder auf ihn zu und verwickeln ihn in aufregende Abenteuer.
Nun hätte sich eine interessante, herzliche Geschichte entwickeln können, in der Rupert allerlei Gutes hätte wiederfahren können.
Aber das komplette Gegenteil ist der Fall. Unter dem Vorwand, ein schlechtes Gewissen wegen der Weihnachtsspiele zu haben, kommen die Familienmitglieder auf ihn zu und nehmen ihn zu einem Ausflug mit – schnappen ihn auf dem Weg von der Schule oder wecken ihn mitten in der Nacht -, aber keinesfalls um wirklich etwas für ihn zu tun. Letztlich geht es jedem einzelnen darum, die eigenen Bedürfnisse zu befriedigen und dabei wird Rupert teilweise noch als Handlanger ausgenutzt. Und jedes Mal geht es irgendwie um Essen. Rupert ist von Essen umgeben oder ihm wird eine Mahlzeit versprochen – doch immer wieder geht er leer aus. Unter den unglücklichsten Umständen kehrt Rupert jedes Mal hungrig heim. Soll es witzig sein, wie das hungernde Kind jedes Mal anderen beim Essen zuschauen muss, immer wieder Hoffnung auf eine Mahlzeit schöpfen darf und immer wieder aufgrund skurriler Ereignisse enttäuscht wird…?
Schräge Ereignisse gibt es nämlich einige. Die Geschichte bekommt etliche fantastische Elemente. Ich empfand das Geschehen allerdings insgesamt als zu überdreht und oft auch einfach absurd. Ausflug reiht sich an Ausflug, während dazwischen die Zeit verstricht und sich in Ruperts Leben nichts verändert. Dabei empfand ich die Geschichte streckenweise nicht nur als wirr, sondern auch zäh. Auch den Schreibstil empfand ich, für ein Kinderbuch, das ab 9 Jahren empfohlen wird, nicht leichtgängig genug.
Und dann ist da auch noch Ruperts Familiensituation, welche ganz nüchtern als absolut grausam beschrieben wird – was ich für ein Kinderbuch schon sehr extrem fand. Als wäre es normal und ok, dass Kinder so aufwachsen. Zum Hunger und der fehlenden winterfesten Kleidung kommen auch noch regelmäßige Schläge und seelische Quälereien. So ist der Geburtstag der Kinder eine der wenigen Gelegenheiten, wo die Mutter etwas „besonderes“ kauft – Bonbons, die nur sie allein mag. Diese schenkt sie den Kindern jedes Jahr aufs Neue in dem Wissen, dass sie die Bonbons am Ende zurückbekommt und selbst essen darf.
Während die Mutter einem schlecht bezahlten Job nachgeht, sitzt der Vater den ganzen Tag nur auf dem Sofa. In einer Art Rückblende wird sie als absolutes Dummchen dargestellt, welches einen Blender anhimmelt, der nur Nichtigkeiten von sich gibt.
Ähnlich rückständig ist auch das Familienbild, welches in der Familie Rivers skizziert wird, in der die Frauen ihren Berufstraum höchstens heimlich nachgehen können, weil die Frauen an der Seite der erfolgreichen Geschäftsmänner nicht zu arbeiten haben.
Und auch darüber hinaus steckt der Buch voller Vorurteile, Stereotype und Sticheleien – vor allem von „den Reichen“ gegenüber „den Armen“.
Eigentlich nehmen die Rivers sowohl Ruperts optischen Zustand (kaputte dünne Kleidung, ausgehungertes Kind) als auch seine Familiensituation wahr (ein River beobachtet 2 Tage sein Haus, bevor es auf den Ausflug geht), und dennoch scheinen sie die Wahrheit nicht sehen zu können oder schlichtweg nicht sehen zu wollen. Statt ihm etwas Nützliches zukommen zu lassen, ihm etwas zu essen zu geben oder warme Kleidung, bekommt er beispielsweise einen völlig nutzlosen dünnen Anzug.
Was ich letztlich von der Geschichte mitnehme:
– reiche Leute sind Idioten
– als reicher Mensch kannst du machen, was du willst, es hat keine Konsequenzen
– wenn du den ganzen Tag faul auf dem Sofa sitzt, fällt dir vielleicht irgendwann zufällig doch ein netter Job zu
– vielleicht hast du irgendwann durch Zufall Glück – Hilfe von anderen musst du zumindest nicht erwarten
Einen positiven Punkt gibt es dann aber doch, denn zumindest wird schon auch vermittelt, dass Geld allein nicht glücklich macht. Alle Rivers lassen Rupert an ihren Sorgen und Wünschen teilhaben. Zudem kommt immer mal wieder der Gedanke auf, dass sie Rupert ein anderes Leben aufzwängen möchten, doch er hält an seinem eigenen fest. Auch wenn dies keineswegs rosig ist, sehnt er sich nach seinem zuhause und besonders einer Schwester zurück. Weil das eigene Leben einzigartig ist.
Fazit
Für mich handelt es sich bei „Super reich“ nicht um ein besinnliches positives Kinderbuch. Stattdessen reihen sich immer neue Grausamkeiten aneinander, in denen Rupert (der unter katastrophalen, lieblosen Umständen aufwächst) immer wieder Hoffnung schöpfen darf, um dann doch hungernd und frierend zurückzubleiben.
Erstaunlich dabei ist eigentlich nur, wie der Junge alles wegsteckt. Obwohl er von den Rivers auf gewisse Weise immer wieder entführt wird, ist er hilfsbereit und neugierig, wie ihre Pläne weitergehen. Nur dass sich hinterher, bis auf eine Ausnahme, niemand mehr für ihn interessiert. Sie haben mit ihrem Ausflug schließlich ihr Gewissen beruhigt und ihre Schuldigkeit getan.
Ich empfinde die Geschichte insgesamt als sehr deprimierend mit eigenwilligen Werten, die hier vermittelt werden.
Rezensionen von SAW:
Ein wunderschönes Buch...
Traditionelle Hautmedizin von Gabriela Nedoma
Wer braucht schon Chemie-Salben, wenn die Apotheke der Natur alles bietet, was in Jahrmillionen um uns gewachsen ist und uns gut tut, ohne zu schaden oder Nebenwirkungen zu erzeugen? Nedoma ist eine wahre Meisterin der Naturlehre, sie bezieht ihr Wissen aus dem Ayurveda, der TCM und der Bingen-Klostermedizin.
In 3000 Jahren entstand aus der Beobachtung von Aussehen, Geruch, Wirkung ein riesiger Erfahrungsschatz. Der Grieche Galen ordnete die Pflanzenwirkungen nach den 4 elementen Luft (warm-feucht) Feuer (warm-trocken) Erde (kühl-trocken, Wasser (kühl-feucht). Hunderte Generationen von Heilern auf der ganzen Welt beobachteten und verfeinerten die Pflanzenwirkung und heilten ohne chemisches Risiko.
Das Tolle an diesem Buch sind die wunderschönen Fotos, zum zum Selbermachen und Ausprobieren animieren. Auf der Seite neben dem Foto steht dann jeweils die Anleitung, wie man seine Salben und Cremen selbst herstellen kann, wobei wirklich alles natürlich ist und man selbst auch prüfen kann, dass nichts Schlechtes auf die eigene Haut aufgetragen wird.
Die Haut ist unser größtes Organ, hat die meisten Sinneszellen und beeinflusst alle Stoffwechselvorgänge im Körper. Aus den Hautzellen entwickelte sich auch das Nervensystem und so ist auch das Gehirn mit der Haut verbunden. Alles ist miteinander verbunden. Das ist die Grundlage der ganzeheitlichen Hautmedizin. Man merkt, dass dies bei Nedoma wirklich Leidenschaft ist, der sie ihr Leben widmet. Wer genug hat von Chemie und Pharmaskandalen, ist hier bestens aufgehoben.
Dr. Rüdiger Opelt, Autor von "Medizin ohne Seele. Wie man Chronisch Kranke züchtet"
Rezensionen von Bibliomarie:
Vielversprechender Reihenauftakt
Der Petticoat-Mörder von Bell Leonard
1958 kommt der junge Fred Lemke zur Berliner Kriminalpolizei. Obwohl er den Lehrgang sehr schlecht abgeschlossen hat, ist der Personalmangel so groß, dass er eine Stelle als Assistent im Morddezernat bekommt. Eine zweite Quereinsteigerin fängt gleichzeitig mit ihm an. Die geheimnisvolle Ellen von Stain, für die besondere Regeln zu gelten scheinen.
Offensichtlich hält jemand mit Einfluss seine schützende Hand über sie.
Fred bekommt es in den ersten Tagen sofort mit einem Tötungsdelikt zu tun, ein Mann wurde erschossen am Ufer eines Sees aufgefunden. Sein Chef findet die Deklaration als Raubmord sehr schlüssig und weil es vage Verdächtigen gibt, möchte er den Fall schnell abschließen. So hat man es vor anderthalb Jahrzehnten auch gemacht und ist nach seiner Meinung nicht schlecht dabei gefahren. Aber das kann Fred nicht hinnehmen, sein Ehrgeiz ist geweckt und mit einem Fundstück, aus Tatortnähe, einem befleckten Petticoat, macht er sich auf eigene Spurensuche. Die Ehefrau des Opfers, genau wie die Geliebte, scheinen nicht allzu betrübt über den Tod und als Lemke auch noch von dessen NS-Vergangenheit erfährt, ergeben sich ganz neue Ansätze.
Mit diesem ersten Roman um den jungen, nicht angepassten Fred Lemke, möchte der Autor eine Reihe etablieren. Die späten 50iger und frühen 60iger sind ja auch ein interessanter Hintergrund, bereits historisch, aber noch nicht allzu fern in unserem Gedächtnis. Der Kriminalroman ist in Berlin angesiedelt und das ist sehr farbig und detailreich erzählt. Die Stadt zeigt noch deutliche Trümmerwunden, aber auch das Wirtschaftswunder ist schon zu spüren. Immer mehr Automobile bevölkern die Stadt und jede Menge Leute mit Vermögen machen ihre Geschäfte. Das wirkt sehr gut recherchiert und das Buch bekommt dadurch viel Authentizität. Auch das Opfer gehörte zu den Gewinnern der Nachkriegszeit. An vielen Schaltstellen der Behörden und der Wirtschaft, ja auch bei der Polizei sitzen noch genügend Ewiggestrige, für die der verlorene Krieg nur ein Unfall war. In diese Kategorie gehört auch Freds Chef.
Ich fand die Story spannend erzählt, es verführte zwar nicht zum Nägelknabbern, hatte aber eine eigene Dynamik. Als Reihenauftakt geplant, ist natürlich der Hintergrund von Fred Lemke und Ellen von Stain besonders ausgeleuchtet worden, was dem Krimi ein wenig Tempo nahm. Der Kriminalfall selbst entwickelte sich eher langsam, aber immer sehr schlüssig. Als Leser war ich immer auf Wissens- und Augenhöhe von Fred Lemke.
Mir hat dieser gut geschriebene Krimi sehr gefallen und auf eine Fortsetzung bin ich schon gespannt. Die Epoche bietet noch viel Stoff für weitere Fälle des sympathischen jungen Ermittlers, denn er hat – genau wie die geplante Serie – eine Menge Potential.
Rezensionen von Bücher in meiner Hand:
Hoffen auf bessere Zeiten
Madame Clicquot und das Glück der Champagne von Susanne Popp
Obwohl ich das Prickelzeug selbst nicht trinke, bin ich, seit ich "Die Champagnerkönigin" von Petra Durst-Benning gelesen habe, fasziniert von den Champagner-Witwen - also jenen Frauen, die das Geschäft ihrer verstorbenen Männern weiter führten. Frauen in Männerberufen haben es auch heute noch immer nicht leicht, aber stellt euch das mal vor 200 Jahren vor.
Eindrücklich erzählt Susanne Popp von Barbes mutigen Ideen und vor allem von ihrer Geduld und ihrer Beständigkeit trotz etlichen Schwierigkeiten. Die Kriegs- und Belagerungsjahre mussten überstanden werden, das Hoffen auf bessere Zeiten war die Durchhalteparole - und da ihr Name, Veuve Clicquot, und ihr Champagner auch 200 Jahre nach diesen harten Zeiten immer noch in aller Munde ist, scheinen sich alle Entbehrungen gelohnt zu haben.
Der Schwerpunkt von "Madame Clicqout und das Glück der Champagne" liegt aber weniger auf den Entbehrungen, dafür viel mehr auf Barbes Ideen und ihrem Dilemma zwischen Witwe sein oder doch wieder heiraten (die Firma wäre dann an ihren neuen Ehemann übergegangen) oder zumindest einfach nur lieben und geliebt werden. Auch in diesem Bereich war sie ihrer Zeit weit voraus.
Obwohl die junge Witwe sympathisch und grossherzig rüberkommt, Bekanntschaft mit Napoleon und Josephine macht und mit anderen politischen Grössen ihrer Zeit handelt, fehlt mir ein wenig die Nähe. Als Leser fühlt man sich mehr als Beobachter als mittendrin im Geschehen, dennoch fand ich den Roman sehr lesenswert.
Neben den geschichtlichen Begebenheiten hat die Autorin viel Wissenswertes rund um den Weinanbau mit eingewebt, zum Beispiel die Entwicklung zum Klären des Champagner, die laut Roman Barbe zusammen mit ihrem Kellermeister erfunden hat.
Fazit: Interessanter historischer Roman über eine Wegbereiterin in einem von Männern dominierten Beruf.
4 Punkte.
Rezensionen von Miro:
Wie kann man nur in so einer Welt leben?
Eine fast perfekte Welt von Agus Milena
Milena Agus erzählt uns mit "Eine fast perfekte Welt" eine Familiengeschichte, die geprägt ist, von der Suche nach einem besseren Leben. Während die Großmutter verbittert ist, weil sie ihren Reichtum verloren hat, sucht die Mutter das Glück immer an einem anderen Ort. Raffaele, der Vater hat es nicht leicht mit seiner Frau, doch er hat das Talent sich überall einzuleben und seinen Weg zu finden.
Und Felicità, die Tochter und das Zentrum der Erzählung hat es auch nicht leicht. Sie ist pummelig und nicht besonders hübsch. Aber sie hat die Gabe immer und überall das Gute zu sehen.
Sie weiß, dass es nicht Reichtum braucht, um ein erfülltes und glückliches Leben zu führen und deshalb lässt sie den Vater ihres Sohnes kurz vor der Hochzeit stehen, weil er sie nicht lieben kann. Auch er ist kein glücklicher Mensch. Er hat zwar Geld wie Heu, traut sich aber nicht, seinen Wünschen zu folgen. Vielleicht ist das der Grund, warum ihn Felicita sein ganzes Leben lang nicht loslässt.
Auf ihrem Lebensweg begegnet Felicita immer wieder Menschen, die sich von den äußeren Umständen das Leben vermiesen lassen und nicht erkennen, dass sich das Glück in ihrem Inneren befindet. Felicita kann überall glücklich sein und das gibt sie an ihren Sohn weiter, der sein Glück in der Ferne findet.
Mich konnte Milena Agus mit diesem Roman begeistern. Das Buch hat zwar keinen Spannungsbogen, aber es wirft Fragen nach Glück und Zufriedenheit auf, nach Sehnsüchten und Wünschen. Es ist schön zu lesen, wie Felicita mit ihrem grenzenlosen Optimismus die Leben der Menschen in ihrem Umfeld verbessern kann.
"Eine fast perfekte Welt" ist ein wahres Kleinod. Ein Buch, das das Gute im Menschen hervorholt und die Stärke der scheinbar Schwachen aufzeigt. Eine perfekte Geschichte um etwas Wärme in diese grauen Novembertage zu bringen!
Rezensionen von marsu:
Spannend
Dark von Candice Fox
Ich habe schon einige Bücher von Candice Fox gelesen und war deshalb auch sehr gespannt auf ihr neuestes Buch. Dieses Mal spielt die Handlung nicht in Australien, dem Heimatland der Autorin, sondern in den Vereinigten Staaten, genauer gesagt in Los Angeles. Und wieder einmal sind die Charaktere außergewöhnlich.
Blair, eine ehemalige Ärztin, wegen Mordes verurteilt und inzwischen aus dem Gefängnis entlassen, wird von ihrer ehemaligen Zellengenossin Sneak kontaktiert, weil deren Tochter verschwunden ist. Dazu kommen noch eine Polizistin und eine knallharte Gangsterin und die Action ist in vollem Gange. Candice Fox hat wieder einmal bewiesen, dass sie gute Thriller schreiben kann, doch mir persönlich gefallen die Bücher besser, die in Australien spielen. Warum müssen die Handlungen unbedingt in die USA verlegt werden? Dennoch insgesamt eine sehr spannende Lektüre, ein Buch, das man schwer aus der Hand legen kann.
Rezensionen von marsu:
Naja
Asterix - Der Goldene Hinkelstein von René Goscinny; Albert Uderzo
Ich bin ein großer Asterix-Fan und habe viele Bände sowohl im Original als auch auf deutsch gelesen und mich immer gut amüsiert und unterhalten gefühlt. Darum war ich auch umso gespannter auf diesen wieder entdeckten Schatz, der ursprünglich nur ein reines Begleitheft zu einer Schallplatte war und schnell vergriffen war.
Der Text startet wie wir es gewohnt sind. Anders sind nur die Dialoge und der Fließtext und unabhängig davon die Zeichnungen, ohne die gewohnten Sprechblasen. Doch das hätte mich nicht weiter gestört. Die Zeichnungen von Albert Uderzo sind gewohnt wunderbar und zum Teil sehr großformatig, größer als in den Comicbänden. Doch was ist mit den Texten? Es beginnt mit der bekannten "Ganz Gallien..." Aussage, doch dann geht es so holprig und ungelenk weiter, dass man sich beinahe nicht vorstellen kann, dass es sich um Texte von Goscinny handelt. Teilweise klingt es wie ein Theaterstück, jedoch ein sprachlich schlechtes Stück. Durch die Texte musste ich mich wirklich zum großen Teil quälen und darum erhält das Buch auch nur 2,5 Sterne von mir.










