Kunden em pfehlungen
Rezensionen von gletscherwoelfchen:
Ein fantastischer und empfehlenswerter Auftakt!
Millenia Magika - Der Schleier von Arken von Falk Holzapfel
Eigentlich möchte Adrian einfach nur einige ruhige Tage in der Kleinstadt Arken, dem wohl langweiligsten Ort weit und breit, verbringen. Doch als er bei seiner Tante ankommt, überschlagen sich die Ereignisse.
Plötzlich wirkt es, als ob Adrian selbst zu den magischen Wesen der Stadt gehört! Als er Zeuge von zahlreichen Spannungen in der Stadt wird und dann auch noch seine Tante spurlos verschwindet, scheint das Chaos komplett.
Zum Glück erhält er Unterstützung von Hexe Jazz und Troll Juri...
Aufmerksam geworden auf dieses Buch bin ich vor allem durch das wunderschöne Cover. Es wirkt überaus stimmig und harmonisch und macht sofort Lust auf mehr.
Umso erfreuter war ich dann, dass das tolle Design auch im Innenteil des Buches wieder aufgegriffen wird. Neben einer Karte und einem Zeitungsartikel auf dem Buchdeckel wird jedes Kapitel durch eine große Illustration und kleinere Vignetten begleitet. Dabei passt beides stets hervorragend zur Handlung und gibt ihr somit einen echten Mehrwert. Ich habe sie mir sehr gerne angeschaut und konnte mich kaum sattsehen!
Neben der Aufmachung konnte mich jedoch auch die Geschichte selbst überzeugen. Angefangen beim Schreibstil, der luftig locker und zugleich detailliert ist, bis hin zu den Charakteren hat alles gepasst.
Verschiedenste magische Wesen kommen in Arken miteinander in Berührung, auf allen Seiten gibt es etwas zu entdecken. Durch all das zieht sich immer ein roter Faden, welcher auf das Verschwinden von Adrians Tante hinausläuft. Begleitet wird dies durch eine rasant ansteigende Spannungskurve, auf Grund derer ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen wollte. Man fiebert als Leser von vorne bis hinten mit, möchte die sympathischen Protagonisten liebend gerne unterstützen und unbedingt erfahren, was es mit den seltsamen Vorkommnissen in der Kleinstadt auf sich hat. Durch unerwartete Wendungen und einige Überraschungen wird zusätzlich Schwung in die Geschehnisse gebracht. Und auch der Gruselfaktor kommt hier nicht zu kurz. Schaurige Antagonisten sorgen für Gänsehaut, dunkle und bedrohliche Settings unterstützen dies zusätzlich. Für ganz junge Leser ist dieses Buch daher vermutlich eher weniger geeignet, für etwas ältere Kinderbuchliebhaber dafür aber sicherlich umso mehr.
Ich bin begeistert von "Millenia Magika" und hoffe nach dem fiesen Cliffhanger, dass es bald mit dem nächsten Band weitergeht. Ich bin unheimlich gespannt auf den weiteren Verlauf und freue mich auf weitere Bücher von Falk Holzapfel!
5/5 Sterne
Rezensionen von C. P.:
Magisches Dreamteam auf Mörderjagd
Hex Files - Verhexte Nächte von Helen Harper
Ivy Wilde ist wieder da - die Hexe, die Bequemlichkeit als Lebenseinstellung zelebriert und ein Naturtalent der Runenmagie ist. An ihrer Seite Raphael Winter sowie ihr spechender Kater Brutus. Nachdem sie in Band 2 eine Riesenkatastrophe abwenden konnte, besitzt sie nun eine neue Fähigkeit: Sie kann Tote sehen.
Also genaugenommen nur deren Geister, und die sind nicht grad gut gelaunt, weil ihnen sterbenslangweilig ist. Wenn sie nicht schon tot wären. Über die Geister erfahren Ivy und Winter von einem Mörder, der unerkannt Hexen umbringt. Ein Hexenhasser? Ist der Orden in Gefahr?
Ivy und Winter sind mittlerweile ein kleines Traumpaar, auch wenn Ivy der Besuch bei ihren Schwiegereltern in spe noch bevorsteht. Da ist sie sich auch noch nicht so ganz sicher, was schlimmer ist: Den Mörder zu jagen oder Winters Eltern zu besuchen. Immerhin hat er wegen Ivy seiner Karriere beim Orden den Rücken gekehrt und ist nun ein freier Hexer, auch wenn viele ihn gern wieder im Orden sähen. Selbst Ivy merkt, dass Winter sich nur glücklich fühlt, wenn er eine Aufgabe hat - und ihre Wohnung hat er mittlerweile zum x-ten Mal auf Vordermann gebracht.
Mir hat der dritte Band sehr gefallen. Die beiden ermitteln endlich wieder zusammen, ziehen sich dabei gegenseitig gerne auf und ergänzen sich zudem großartig. Zudem bekommt Brutus endlich etwas mehr Aufmerksamkeit. Ivys Freunde blieben diesmal wieder eher im Hintergrund, der Schwerpunkt liegt auf dem Dreamteam Ivy und Winter. Einziges Manko war das Klischee, dass Bösewichte gern am Ende mit ihren Taten angeben müssen, dadurch wurd das Ende etwas absehbar.
Der dritte Band des Bequemlichkeits- und Runen-Talents Ivy Wilde ist wieder herrlich spannend und humorvoll.
Rezensionen von Sago:
Einfach mal abtauchen
Wonderlands von Laura Miller
In "Wonderlands" lässt die Herausgeberin ein wahres Feuerwerk der phantastischen Literatur der vorangegangenen Jahrtausenden zünden. In kurzen Essays beginnt es mit den alten Mythen und Legenden wie dem Gilgamesch-Epos, Tausendundeiner Nacht und König Arthur, führt weiter ins Zeitalter der Wissenschaft und Romantik, geht über ins Goldene Zeitalter der Fantasy und die neue Weltordnung im 20.
Jahrhundert und schließt mit dem Computerzeitalter. Dabei werden nicht nur reine Fantasy-Schöpfungen vorgestellt, sondern auch dystopische und solche der Science Fiction.
Nach einer kurzen Einleitung geht es sofort in medias res. Eine Vielzahl an Professoren und Professorinnen, journalistisch Tätigen sowie Literaturkriterinnen und Literaturkritikern stellt die Werke vor, unter denen sich selbst für mich als Kennerin der Materie einige wenige unbekannte befanden. Jedes Essay wird abgerundet durch ein Foto der Originalausgabe, des Verfassers und Illustrationen aus dem jeweiligen Buch oder der späteren Verfilmung.
Trotz der ansonsten eng beschriebenen Seiten blieb das Buch für mich durchgängig faszinierend, was schon eine kleine Meisterleistung darstellt. Etwas schade fand ich aber, dass der Leser nicht erfährt, wonach entschieden wurde, welche Werke es ins Buch geschafft haben. Handelt es sich um solche, die die Herausgeberin für die mit dem meisten Einfluss hält oder für die literarisch wertvollsten? Jeder wird wohl zwangsläufig Bücher vermissen, die der eigenen Meinung nach dann zwingend hineingehört hätten. In meinem Fall wären das zweifellos die Michael Endes (wie man überhaupt deutschsprachige Autoren fast vergebens sucht) und die Wüstenplanet-Reihe. Dass Autorinnen in der absoluten Minderheit sind, versteht sich angesichts des geschichtlichen Hintergrundes leider von selbst. Gerade deswegen hätte man hier aber dann bei Darstellung der zeitgenössischen Literatur dort einen größeren Fokus hinlegen können.
Auch wenn die Werke nicht nur aufgezählt, sondern mit Verfasser, Inhalt und Einfluss dargestellt werden, fehlen mir außerdem zusammenfassende Erläuterungen über die Entwicklung der phantastischen Literatur durch Beschreibung etwa gemeinsamer Merkmale, Erläuterung der wirklich zahlreichen Subgenres usw. Dies tat dem Lesevergnügen aber keinen Abbruch.
Rezensionen von KimVi:
Konnte mich leider nicht überzeugen
Hexenjäger von Seeck Max
Die Bestseller-Trilogie des Autors Roger Koponen ist äußerst erfolgreich. Während er sich gerade auf einer Lesung befindet, wird seine Frau grausam ermordet. Ihre Leiche wird so arrangiert, dass sie an einen beschriebenen Mord aus der Trilogie erinnert. Kommissarin Jessica Niemi beginnt mit ihrem Team zu ermitteln.
Es kommt schon bald zu weiteren Todesfällen. Dabei stellt sich nicht nur heraus, dass der Täter sich offenbar von den Büchern inspirieren lässt, sondern dass alle Frauen ein starke Ähnlichkeit mit der ermittelnden Kommissarin haben...
Der Einstieg in diesen Thriller gelingt mühelos, denn man befindet sich sofort mitten im spannenden Geschehen. Der Mord an der Frau des Schriftstellers gibt einige Rätsel auf. Der Täter scheint den Ermittlern nicht nur immer einen Schritt voraus zu sein, sondern ein regelrechtes Katz- und Mausspiel zu treiben, dass er genießt. Jessica Niemi und ihr Team ermitteln fieberhaft. Sie folgen jeder Spur, kommen aber immer nur so weit, wie der Täter es zulässt. Jessica Niemi hat schon bald den Verdacht, dass die Taten etwas mit ihr zu tun haben könnten. Doch auch dieser Verdacht lässt sich nicht näher eingrenzen. Die Atmosphäre, die zwischen den Zeilen schwebt, ist düster und bedrohlich und damit äußerst passend für einen spannenden Thriller. Deshalb fliegt man zunächst atemlos durch das Buch.
Die aufgebaute Spannung kann leider nicht durchgehend gehalten werden, da es immer wieder Rückblicke in Jessicas Vergangenheit gibt, die man zunächst nicht zuordnen kann und die offenbar nichts mit den aktuellen Ereignissen zu tun haben. Diese Einschübe bremsen die Spannung im aktuellen Handlungsstrang aus und wirken zuweilen langatmig und zäh. Erst ganz zum Schluss fügen sich die unterschiedlichen Stränge zusammen.
Die aktuellen Ermittlungen sind durchgehend spannend und äußerst temporeich, denn die Ereignisse überschlagen sich regelrecht. Das Ganze gipfelt in einem hochspannenden Finale. Wobei man über die Auflösung, ob Motiv und Umsetzung glaubhaft wirken, geteilter Meinung sein kann.
Auf meiner persönlichen Bewertungsskala vergebe ich leider nur drei von fünf Bewertungssternchen. Die aktuellen Ermittlungen wirkten auf mich durchaus spannend, doch die Rückblicke in Jessicas Vergangenheit konnten mich leider nur bedingt fesseln und das atemlos spannende Finale wirkte auf mich viel zu konstruiert und extrem unglaubwürdig.
Rezensionen von C. P.:
Mir fehlten Spannung und Atmosphäre
Die Schrecken des Pan von Ursula Neeb
In diesem Roman hat die Autorin versucht, eine Reihe fiktiver brutaler Mordfälle rund um den realen Okkultisten Aleister Crowley anzusiedeln. Tatsächlich lernt man zunächst ein paar Momente seiner aktiven Zeit kennen, bevor er im luxuriösen Holloway-Sanatorium u. a. von der jungen Krankenschwester Maureen Morgan betreut wird.
Ihr vertraut Crowley ein paar wichtige Details an, welche später für die Aufklärung brutaler Morde wichtig, aber nicht entscheidend sind. Dank dieser Details versucht Maureen unabhängig von der Polizei, die Morde aufzuklären, da sie meint, als einfache Krankenschwester würde sie von der Polizei nicht ernst genommen werden. Vorhersehbar, dass ihre Naivität sie in tödliche Gefahr bringen wird.
Die Grundidee am Roman ist nicht schlecht. Vermisst habe ich jedoch neben einem vernünftigen Spannungsbogen auch diese viele kleinen Details, welche mir die damalige Atmosphäre greifbarer gemacht hätten. Ebenso fielen die Dialoge zu modern und umfangreich aus, um authentisch zu wirken. Als unnötig empfand ich Maureens Liebesleben, welches den eh nur spärlich mit Spannung versehenen Roman nur unnötig streckte, zumal es für den Kriminalfall an sich unbedeutend war.
Mich konnte der Roman nicht überzeugen, mir haben Spannung und Atmosphäre gefehlt.
Rezensionen von C. P.:
Spaß - Spannung - Unterhaltung
Herbstlande / Die Reisen des jungen Haselhorn von Markus Heitkamp
Die Herbstlande - ein magischer Ort in Form eines Ahornblattes. Ich muss gestehen, dass mir dieser Ort bisher fremd war, dennoch (oder grad deswegen?) war ich neugierig auf diese Novelle, die zu den Herbstlanden gehört. Vermutlich war da ein gewisses Haselhorn nicht ganz unschuldig dran. Im Anhang befindet sich ein Glossar, welches u.
a. aus den Aufzeichnungen eines Reisenden besteht und die wichtigsten Orte und Lebewesen erklärt. Derart gerüstet fühlte ich mich fit genug, mich in die abenteuerliche Novelle zu stürzen, wusste ich doch jetzt, was es mit Haselhorn, Dreizeh-Po und Zylinderbackenbartfisch (siehe auch das Coverbild) auf sich hat.
Die Reisen des jungen Haselhorn ist als Novelle geschrieben, welche zum Einen durch die Aufzeichnungen des Reisenden zu verschiedenen Themen zwischendurch immer wieder humorvoll aufgelockert wird. Einiges davon kannte ich bereits aus dem angehängten Glossar, aber das störte mich nicht. In Form von Zwischenspielen gibt es desweiteren noch eine Ebene hinter dem Geschehen, welche mit Haselhorns Schicksal verbunden ist und ein interessantes "hinter den Kulissen" bietet. Überhaupt bietet die Novelle jede Menge Möglichkeiten, seine Lachmuskeln zu trainieren, auch wenn sie eher ins Genre Fantastik statt Sport und Fitness eingeordnet wird. An den Lach- und Schmunzelmomenten war allerdings auch Haselhorns Eigenart nicht ganz unbeteiligt, die ich nicht vorweg nehmen möchte. Wobei mir die vielen kleinen Anspielungen und Wortspielereien auch sehr gefielen.
Eine sehr unterhaltsame und amüsante Novelle aus den Herbstlanden, welche auch ohne weitere Ortskenntnisse gelesen werden kann. Definitiv nicht mein letzter Ausflug in diese Gegend. Oder um es mit den Worten eines Spitzohrs zu beschreiben: Faszinierend!
Rezensionen von Petra Sch.:
weihnachtlich ponytastisch!
Ponyschule Trippelwick - Schiefer die Ponys nie singen von Ellie Mattes
Kurz zum Inhalt:
Kurz vor Weihnachten wird im Ponyinternat Trippelwick gewichtelt. Und Annie zieht ausgerechnet den Ponydirektor. Was kann sie ihm bloß schenken? Sie will natürlich das beste Geschenk für ihn finden. Zufällig hört sie, dass er einen Hinweis auf den geheimen Schatz von Gräfin Trippelwick, der Gründerin der Ponyflüsterschule, gefunden hat.
Kann sie das Rätsel mit Hilfe ihrer Freunde und ihres Gefährtenponys Henry lösen? Doch plötzlich haben ihre Freundinnen anderes zu tun und Henry verhält sich seltsam.
Meine Meinung:
"Schiefer die Ponys nie singen" ist der 3. Teil der Ponyschule Trippelwick. Für uns war es das erste Buch der Reihe, aber das hat uns nicht gestört, denn wir kamen sehr schnell in die Geschichte rein und haben uns auch gleich im Ponyinternat mit den vielen Kindern und Tieren zurechtgefunden. Sehr schön fanden wir die Idee, dass jede/r Schüler/in ein eigenes Gefährtenpony hat und dass nur die Ponyflüsterkinder mit den Tieren sprechen können.
Meine Tochter fand es lustig, dass der Direktor der Schule ein Pony ist. Und ein Zebra als Lehrer fand sie auch total witzig!
Der Schreibstil ist kindgerecht und humorvoll, und v.a. den Ausdruck "ponytastisch" fanden wir prima und die Bezeichnung "Ponichteln" für das Wichteln mit Ponys!! Und natürlich Henrys Verhörer, als er Annie einen "Weihnachtshahn" schenkt ;)
Auch das soziale Zusammenspiel zwischen den Ponyflüster-Kindern und ihren Gefährtenponys sowie überhaupt zwischen Menschen und Pferden und den Schülern untereinander ist faszinierend.
Viele Themen, die für Mädchen in diesem Alter wichtig sind, werden angesprochen: natürlich die Ponyliebe, Freundschaft, aber auch Eifersucht, Streit, Missgunst und erste romantische Gefühle.
Toll kombiniert ist das Ganze mit der Detektivgeschichte um das Rätsel des Schatzes von Gräfin Trippelwick.
Sehr schön war natürlich das Happy-End; nicht nur um den Schatz, sondern v.a. der Freundschaften. Dass die Kids merken, dass man miteinander sprechen muss, ehrlich sein und sich zuhören muss, dann können ein Streit und Probleme auch wieder aus der Welt geschaffen werden.
Schön war natürlich die Weihnachtsgeschichte zur Weihnachtszeit, und beim Lesen haben wir richtig Lust auf Kekse bekommen *lach*
Die vielen farbig illustrierten Bilder untermalen das Gelesene und peppen die Geschichte auf. Toll und hilfreich ist auch der Lageplan von Trippelwick im Buchdeckel.
Fazit:
Eine weihnachtliche fantasievolle Geschichte über Pferdeflüster-Mädchen, Freundschaft, Zusammenhalt und eine Schatzsuche.
Rezensionen von mamaofhannah07:
Ritter, Stolz und Glaube, mittelalterliches Magdeburg zum Leben erweckt
Die Jüdin von Magdeburg Historischer Roman von Ruben Laurin
Die Jüdin von Magdeburg ein historischer Roman von Ruben Laurin (Bastei Lübbe)
...„Eine Pfütze gleich neben dem Altar!“, platzte es aus ihr heraus, noch bevor sie ihn begrüßt hatte. „Das muss man sich nur einmal vorstellen: Es regnet herein, es regnet auf den Altar!“ S.92
Die gealterte, mystische Mechthild spricht bisweilen aus, was nicht jedem Obrigen und Machthungrigen behagt.
Ihre eigenes Schicksal ist eng mit der Geschichte Magdeburgs verknüpft. Die historische Persönlichkeit versucht die ihr anvertrauten Lieben zu schützen, wobei sie sich und ihrem Glauben treu bleibt. Die Geschlechterrolle, Fehltritte und der allgegenwärtige Glaube bieten einiges an Zündstoff und Konflikte sind somit vorprogrammiert. ...
Der Autor hat ein Gespür für diese längst vergangene Zeit. Zuweilen derb und direkt, zeitgemäß und eindringlich beschreibt er das Machtgefüge und die Abhängigkeit des Einzelnen von höfischer und kirchlicher Gunst. Es entsteht ein lebendig klares, realistisches Bild vom Mittelalter mit diesem Detailausschnitt von Magdeburg um 1250 bis 1278.
Die Charaktere sind beispiellos authentisch und wunderbar glaubhaft gezeichnet. Mit der Jüdin Esther und dem jungen Knappen Wolfram, dem einnehmenden Markgraf Otto von Brandenburg und der ach so feinen Heilwig sowie dem einnehmenden Ritter Gero von Greifenstein und dem hinterhältigen Priestermönch Gallus von Trier erlebt der Leser aufregende Momente. Die Figuren sind vielfältig und beleben die Geschichte auf berührende und bedrückende Art und Weise.
Die Personenliste mit historischen und fiktiven Figuren zu Anfang des Buches ist hilfreich, eine weitgefasste Zeittafel dient der Einordnung der vormaligen Geschehnisse. Besonders gut gefallen hat mir die Karte von Magdeburg anno 1250n.Ch. Während des Lesens habe ich die Wege des ein oder anderen Protagonisten durch die Stadt verfolgt. Ein ergänzendes Nachwort des Autors verdeutlicht die geschichtlichen Zusammenhänge und nachfolgenden Jahre dieser bewegten Ritterzeit. Das Glossar hilft bei erklärungsbedürftigen Worten weiter. Alles in allem finde ich diese Details sehr gelungen. Auch das Cover ist passend und ansprechend gestaltet. Neben dem Klappentext ist dies ein Kriterium, warum ich diesen Roman gern lesen wollte.
In den Text fließt ein Element des Mittelalters, der Minnesang ein. Der Autor hat dies gekonnt, in fast heiterer Form umgesetzt. Wie wichtig dies in Bezug auf das Werben und Leben war, wird auf informative und erfrischende Weise im Roman eingeflochten.
Zahlreiche Einzelthemen fließen hier ein. So auch die Stellung der Juden und deren wichtige Bedeutung für die damalige Zeit. Oftmals stand ihre Bedeutung und ihr Ansehen in keiner Relation zur allgemeinen Behandlung und zweifelhaften Wertschätzung, die ihnen von den Christen mehr oder weniger entgegengebracht wurde.
Nochmals wird die Historie und die Hintergründe des Dombaus beleuchtet. Hier erfolgen interessante Einblicke.
Fazit: Mit "Die Jüdin von Magdeburg" liefert Ruben Laurin, wie schon "Die Kathedrale des Lichts" und "Das Weisse Gold der Hanse" einen großartigen Roman in einem einzigartigen Schreibstil ab. Mich konnte die Geschichte durchweg begeistern und hat meine Erwartungen übertroffen. Die, in vorangegangenen Rezessionen bemerkten Fehler, störten den Lesefluss nicht. Es überwiegt der fesselnde Erzählstil und die Verflechtung der charakterstarken Figuren. Ich kann die Lektüre gern weiterempfehlen, da mir der Autor mit dem vorliegenden Roman wunderbare Lesestunden beschert hat. Es war eine bildliche Zeitreise in eine bewegte Zeit unserer Geschichte.
Rezensionen von Claudia R:
Zeitreise ...
Marta von Monika Hürlimann
Klappentext:
Das kommunistische Polen, 1984. Die fünfzehnjährige Marta wird aus ihrem Leben gerissen, als sie mit ihrer Mutter und dem Bruder nach Westdeutschland flieht.
Doch in Auschwitz wurde der Mutter von den Nazis, nach ihren Worten, Schlimmes angetan. Warum also emigriert die Familie ausgerechnet in dieses Land?
Was Ende April 1984 begann, endet über viele Stolpersteine, nach Zwischenstationen unter anderem im Berlin der ersten Stunde nach der Wiedervereinigung Deutschlands schließlich in der Schweiz.
Als die verschlossene Mutter dreißig Jahre später stirbt, wird Marta mit der Vergangenheit konfrontiert. Kann sie Mutters dunkles Lebensgeheimnis lüften? Die Autorin legt einen mitreißenden Roman vor, der Tatsachen, Wirren, und Träume miteinander verwebt und für den Leser ein Stück europäischer Zeitgeschichte sehr persönlich erfahrbar macht.
Cover:
Das Cover ist sehr einfach und schlicht gehalten. Ein orangefarbener Hintergrund und nur der Titel durch die blaue färbe sticht hervor. Da ich an sich eigentlich ein sogenannter "Coverkäufer" bin, muss ich ehrlich sagen, dass mir auf den ersten Blick das Cover ein wenig zu wenig ist, wahrscheinlich hätte ich nur aufgrund des Covers nicht unbedingt zugegriffen.
Meinung:
Die Geschichte um Marie wird spannend erzählt und ich bin froh, dass ich diese lesen durfte.
Wie bereits erwähnt, wäre aufgrund des Covers, das Buch nicht unbedingt meine erste Wahl gewesen, aber der Klappentext klingt interessant und vielversprechend und hält, was er verspricht.
Der Schreibstil ist angenehm und flüssig und lässt sich recht gut lesen. man kommt sehr gut in die Geschehnisse und Handlungen hinein.
Marta hat mir von Anfang an sehr gut gefallen und ich habe mit ihr mitgebangt, gezittert und mitgefiebert. Während mir ihr Bruder Tomek und auch ihre Mutter eher unsympathisch erschienen. Emotionen und Gefühle wurden sehr gut herübergebracht und vermittelt. Man konnte sich die Situation und die Lage von damals sehr gut vorstellen. Auch der bildliche Schreibstil hat dazu sehr gut beigetragen.
Die Gliederung und auch die Länge der Kapitel hat mir gut gefallen. Die Kapitel sind in Zeitabschnitte eingeteilt und auch wenn diese nicht in chronologischer Reihenfolge erfolgten, so konnte ich mich durchaus daran gewöhnen, man musste nur ab und an etwas rechnen, wie alt wohl gerade Marta war und auch immer entsprechen aufpassen auf die entsprechende Zeitform. Ich finde aber auch, dass dieser Wechsel der Zeit, also die Zeitsprünge eine gewisse zusätzliche Spannung hineingebracht haben. Was mir ganz gut gefallen hat.
Die Geschichte über Marta und ihre Reise von Polen über Deutschland in die Schweiz hat mir sehr gut gefallen und diese hat mich gut unterhalten. ich empfand diese als sehr interessant und hatte einige schöne Lesestunden. Eine unterhaltsame und interessante Geschichte über die Vergangenheit und auch die unterschiedlichen Länder und die Gegebenheiten dieser Zeit. Man erlebt hier eine kleine Zeitreise in die Vergangenheit von Deutschland, Polen und der Schweiz und lernt dabei Marta und ihre Familie, sowie deren Geschichte näher kennen.
Inhaltlich möchte ich hier jedoch nicht zuviel vorweg nehmen und nicht zu viel verraten.
Ein mitreißender Roman, der eine kleine Zeitreise darstellt und den Leser in die Geschichte von Marta und ihrer Familie mitnimmt und deren Reise durch Deutschland, Polen und der Schweiz. Verwirrungen, Träume und Realitäten werden hier sehr schön miteinander verknüpft und auch sehr authentische, aber auch emotionale Weise wieder gegeben, so dass man als Leser direkt Teil daran haben kann und sich sehr gut mit hinein versetzen kann. Die Geschichte ist sehr gut nachvollziehbar geschrieben und so erkennt man auch so einige Situationen und Handlungen wieder und kann diese durchaus nachempfinden.
Fazit:
Eine interessante Reise in die Vergangenheit und durch Deutschland, Polen und die Schweiz, sowie Wirrungen, Träume und Realitäten, die hier ineinander verschlungen werden.
Rezensionen von Emmmbeee:
Man möchte mitreisen
Miss Bensons Reise von Rachel Joyce
Mit Rachel Joyce auf Reisen zu gehen, finde ich empfehlenswert. Schon die Pilgerschaft des Harold Fry war ein grandioses Stück Weg im Bereich der Literatur.
Diesmal darf der Leser zwei Frauen nach Neukaledonien begleiten. Zwei sehr unterschiedliche Frauen, was bereits in der Leseprobe viele Überraschungen versprach.
Und diese Überraschungen wurden durchaus gehalten, die ganze Reise entlang bis zum Südpazifik.
Das Duo besteht aus der eher unscheinbar-grauen Hauswirtschaftslehrerin Margery Benson und Enid Pretty, die ihrem Namen alle Ehre macht und auf den ersten Blick in die Schablone „hübsch, aber dumm“ passt. Doch das täuscht, und das muss auch Marge erkennen, welche anfangs keine große Freude mit ihrer sexy Reisegefährtin hat.
Gemeinsam überwinden sie die Hindernisse, die sich ihnen entgegenstellen, nicht zuletzt ihre eigenen Vorurteile. Mit Witz, Mut und Tatkraft kommen sie einander näher, ändern ihre Sichtweisen und finden nicht zuletzt auch zu sich selbst.
Auf knapp 480 Seiten streut Joyce sowohl literarische Bonbons als auch mühselige Strecken, die vom Leser Durchhaltevermögen verlangen. In den langatmigen Partien habe ich eine gewisse Ruhe zwischen all dem Aufregenden gesehen und genossen.
Die Schilderungen sind überaus farbig, der Erzählfluss hat Tempo, der Stil ist flott, gepflegt, die Übersetzung in anspruchsvoller und dennoch leichter Sprache gehalten.
Die Umschlaggestaltung ist sehr gelungen, denn das Coverbild deutet gleich mehrere Themen des Inhalts an, ohne jedoch etwas Wesentliches zu verraten. Alles in allem ein Roman, den ich all meinen Bekannten schenken würde.











