Kunden em pfehlungen
Rezensionen von yellowdog:
Das Rauschen des Wasserfalls
Bad Regina von David Schalko
David Schalko ist nicht nur Schriftsteller sondern auch Regisseur für Film und Fernsehen. Vielleicht vermag es deswegen, seine Schauplatz, die aussterbende Stadt Bad Regina, so gut in Szene zu setzen. Der Ort wird im Kopf des Lesers Gestalt annehmen.
Der Ort ist fast verlassen, praktisch eine Geisterstadt.
Nur noch 46 Menschen leben hier. Die Infrastruktur ist nahezu zusammengebrochen. Die Einsamkeit von Bad Regina ist spürbar.
Aussterbende Dörfer sind nicht unbekannt, daher ist der Plot nicht unrealistisch.
Othmar ist der Antiheld, dem man als Leser folgt. Trotz fatalistischer Lebenshaltung versucht er sich dem ganzen entgegenzustemmen.
Auch die anderen Figuren werden durchgehend ambivalent gezeigt.
Der herbe Stil von David Schalko erinnert leicht an Oskar Roehler, der ebenfalls Autor wie Filmemacher ist. Zwar gibt es immer mal wieder übertriebene oder überkonstruierte Sätze, aber in der Summe ist der Stil effektiv.
Ich hatte bisher noch nichts von David Schalko gelesen, aber nach Bad Regina werde ich mich nach weiteren Büchern von ihm umsehen.
Rezensionen von yellowdog:
Die schöne Epoche
Der Mann im roten Rock von Julian Barnes
Der englische Schriftsteller Julian Barnes hat mit Der Mann im roten Rock ein essayistisches Werk über eine Zeit der Jahrhundertwende in Frankreich vorgelegt, das sehr unterhaltsam ist. Im Mittelpunkt stellt er den Arzt Dr. Samuel Pozzi (1846–1918), der viele bekannte Persönlichkeiten kannte. Es ist ein scharfsinniges Buch und sehr interessant.
Man folgt Barnes gerne, wenn er nicht nur Pozzis Leben folgt sondern auch immer wieder die Leben vieler andere einbezieht:
Oscar Wilde, Robert de Montequieu, Maupassant, Marcel Proust, Sarah Bernhardt und viele andere.
Die Geschichten dieser Persönlichkeiten sind vielfach miteinander verquickt. Julian Barnes schreibt detailreich, ohne sich darin zu verlieren. In der Summe entsteht ein Gesamtbild!
Ein opulentes, lesenswertes Buch!
Rezensionen von S.:
Wollschweindame Persephone hats gesehen
Der Mann im roten Rock von Julian Barnes
Odette hat in über zweihundertfünfzig Tatortfolgen mitgespielt und sogar in einem Film mit Tom Cruise. Das betont sie gern und immer wieder. Nur leider ist sie nicht mehr jung, nicht mehr gefragt. Beleidigt kauft sie sich eine rustikale Hütte in einem abgelegenen Schweizer Bergdörfchen und ist erschüttert über brummige, wortkarge Nachbarn.
Besonders Anton ist kauzig und liebt offenbar seine Wollschweindame Persephone über alles. Als eines Nachts ein Toter in ihrem Garten aufgefunden wird, Persephone total durchdreht und die kauzige Alte von nebenan über okkulte Riten und Sagengestalten schwafelt, reicht es Odette. Aber wie kann sie beweisen, dass es kein Unfall, keine männermordende Dämonin war, sondern Mord? Den Polizeibeamten hat sie mit ihrer überdrehten Art schon vergrätzt, mehrere Arbeitgeber auch. Ladina Bordoli lässt ihre Heldin in verschiede Rollen, z. B. Putzfrau, Journalistin, Privatdetektivin, Promoterin für eine Männerpille oder Babysitterin schlüpfen. Verschwurbelt, aber mit Bravour füllt sie die Vorgaben aus, nächtigt gemeinsam mit Schwein und Katze auf fremden Sofas und nötigt sogar dem schrulligen Anton Respekt ab. Aber ob das reicht?
Ein ausgesprochen unterhaltsamer, humorvoller Krimi mit einer etwas nervigen, aber durchaus sympathischen Heldin verspricht angenehme Lektüre und gute Unterhaltung. Teilweise ein wenig Überspitztes, aber sehr Vergnügliches aus der Piper Verlag GmbH.
Rezensionen von Bibliomarie:
Ms Walker ermittelt
Die Jägerin von Tara Moss
Ich kenne gar nicht so viele australische Krimis, deshalb hat mich der Titel von Tara Moss, „Die Jägerin“ sofort angesprochen. Die Protagonistin Billie Walker war Kriegsberichterstatterin und nach Ende des Kriegs eröffnet sie die Detektei ihres verstorbenen Vaters wieder. Anfangs erschien sie mir wie eine Schwester von Miss Phryne Fisher, aber schnell wird klar, Billie ist zwar genauso modebewusst, aber härter und professioneller.
Ihr kleines Detektivbüro wirft noch nicht allzu viel ab. Im Jahr 1946 sitzt auch in Sydney das Geld nicht so locker. Die Kriegsfolgen sind überall spürbar, auch Billie hat ihren Liebsten in Europa verloren.
Als Mrs Brown den Auftrag erteilt ihren verschwundenen 17järigen Sohn zu suchen, scheinen wenigstens einige Tage die Einkünfte gesichert. Aber bald stellt Billie fest, dass hinter Adins verschwinden sehr viel mehr steckt. Zusammen mit ihrem Assistenten Sam sticht Billie in Wespennest von Kriegsgewinnlern und Gangstern, die offensichtlich von einzelnen korrupten Polizisten geschützt werden.
Ich war begeistert. Ein intensiver Fall und ein toll ausgedachter Plot, dazu der Erzählstil von Tara Moss, der mich sofort gefesselt hat. Die Autorin lässt sehr viel Geschichte in ihren Krimi einfließen und immer wieder fiel mir auf, dass sie auch die Behandlung der Aborigines durch die Regierung sehr kritisch hinterfragt. So versucht sie ihrer Informantin Shyla zu helfen, ihren Bruder zu finden. Den Aborigines wurden die Kinder weggenommen, um sie „christlich“ zu erziehen, was nur bedeutete, dass sie in Waisenhäuser gesteckt wurden und mit 13 oder 14 als billige Arbeitskräfte in die Fabriken und Bergwerke oder als Dienstmädchen vermittelt wurden. Auch das wird ein spannender Handlungsstrang, der plötzlich auch Verbindungen zu Billies aktuellem Fall zeigt.
Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen, die vielschichtige Handlung hat mich in Bann gezogen. Hier stimmt wirklich alles, Hintergrund, Spannungsbogen und Protagonisten sind perfekt gelungen.
Ich hoffe, dass es für Billie Walker noch einige Fälle zu klären gibt, denn ich möchte von der Autorin unbedingt noch weitere Krimis lesen.
Rezensionen von Bücher in meiner Hand:
Zwischen Pädagogik, Politik und der Liebe zur Bergwelt
Elsas Glück von Beate Maly
Viele Jahre später, nachdem Lotte und Jakob zusammen gefunden haben, bekommen wir nun die Geschichte ihrer Kinder zu lesen, vor allem jene der titelgebenden Tochter Elsa.
Elsas Bruder Conrad liebt die Berge, aber sein Vater will, dass er sich beruflich anders aufstellt. Jakob sieht es mittlerweile gar nicht mehr gerne, wenn Lotte auf eine Bergtour geht oder nur davon spricht: der Krieg hat Jakob stark verändert.
Aber auch Lotte ist älter und grauer geworden, ihr ist langweilig zu Hause.
Elsa studiert Pädagogik, interessiert sich obendrein für Reformpädagogik und besucht weitere Vorlesungen. Die sympathische Elsa ist nicht so stark von ihrem Tun überzeugt wie früher ihre Mutter Lotte, die ganz genau wusste, was sie wollte. Ob Elsa später als Lehrerin arbeiten möchte, weiss sie eben noch nicht. Diese Unentschlossenheit ruft bei ihren Freunden Unverständnis hervor. Sie kommen alle aus unterschiedlichen Gesellschaftsschichten, deshalb verheimlicht Elsa lange ihren Familiennamen. Dass das Sinn machte, merkt sie später, als sie den Sozialdemokraten Otto Pfeiffer kennenlernt, der zwar hübsch ist, aber auch voller Vorurteile. Elsa ist auf eine Art fasziniert von ihm, allerdings mag sie ihren sympathischen Mitstudenten Moritz Grün, der wie sie nicht alles erzählt und eher scheu ist, auch sehr gerne.
In diesem Kontext begleiten wir Leser die Familie Sonnstein einige Monate und erfahren ausserdem wie sich Wien im Laufe der Jahre - seit "Lottes Träume" - verändert hat. All die neuen Erfindungen wie zum Beispiel das Telefon, Autos (und wie es mit der Lizenz, sie zu fahren, war), Taxis, das Leben in Kinderheimen und einiges mehr bindet Beate Maly fliessend in den Roman mit ein.
Gesellschaftskritische oder neue kulturelle Dinge wie Jazzmusik bekommen ihren Platz, insbesondere werden zudem politische und diverse pädagogische Strömungen beleuchtet.
Mir war der erste Teil des Roman viel zu politisch und ich befürchtete schon, dass sich dies durch die ganze Geschichte durchziehen wird, doch nach der Hälfte geht es dann zum Glück auch um anderes. Familiengeheimnisse kommen ans Licht und das Skifahren bekommt erneut Platz, nicht sehr viel zwar, aber immerhin ein wenig und dieses Wenige ist sehr gut eingebaut.
"Elsas Gück" ist gut geschrieben, bis auf das Politische interessant und manchmal sehr spannend. Dennoch vermisste ich das spezielle Thema aus "Lottes Träume".
Es ist natürlich sehr schwierig, an den einzigartigen Vorgängerband anzuknüpfen, der alleine wegen seines tollen Themas (den Skisport alltagstauglich zu machen) grandios war. Obwohl ich den Roman, vor allem die zweite Hälfte, gerne gelesen habe, hätte es mir besser gefallen, wenn das Augenmerk auch hier wieder auf dem Bergsport gelegen hätte - denn darüber gibts keine oder zumindest kaum Romane, über Politik in den 1920er Jahre hingegen schon.
Fazit: Interessanter zweiter Band, dem aber der Charme und das spezielle Thema von "Lottes Träume" fehlte.
4 Punkte.
Rezensionen von buchina:
Ein interessantes und spannendes Thema
Wieso? Weshalb? Warum? Band 47 - Alles über Roboter von Andrea Erne
Zuerst konnte ich mir nicht vorstellen, dass das Thema Roboter ein eigenes Wieso Weshalb Warum Buch bekommt. Meine Kinder und ich sind schon lange große Fans der Wissensbücher und das Thema Roboter schien mir für Kinder doch nicht interessant genug, dass man damit ein ganzes Buch spannend füllen kann.
Aber ich habe mich getäuscht.
Meine 8-jährige Tochter, die ja alterstechnisch schon aus der Lesempfehlung fällt, hat mir das Buch sofort aus den Händen gerissen und darin geblättert. Roboter sind für sie ein ganz neues Thema, sie hat kaum Vorwissen darüber. Als Roboter stellte sich meine Tochter und auch ich mir immer so etwas vor wie auf dem Titelbild und dachte das sei noch ferne Zukunft. Aber auch schon heute im täglichen Leben gibt es Roboter in allen erdenklichen Formen, nur das sie nicht immer sichtbar sind. Es wird aber auch geschaut, was es schon für Ideen für die Zukunft gibt, wo uns Roboter unterstützen können.
Es ist ein sehr abwechslungsreiches Buch, wo auch noch Erwachsene und ältere Kinder etwas lernen können. Die Illustrationen sind detailreich, bunt und realistisch. Die Klappen machen neugierig und der 3-jährige Bruder hat mit dem Buch auch seinen Spass und fand vor allem die Roboter mit Gliedmaßen sehr spannend.
Ich kann dieses Buch absolut weiterempfehlen und würde die Alterspannen nach unten und oben erweitern, abhängig vom individuellen Interesse des Kindes.
Rezensionen von S.:
Total irre
Plötzlich 1 Million Follower (Band 2) von Rüdiger Bertram
Leo kann Unglaubliches: öffnet er irgendeine Tür, steht er mitunter an einem ganz anderen Ort, manchmal auch in einer ganz anderen Zeit. Klar, dass es unerfreulich ist, plötzlich eine Lateinarbeit schreiben zu müssen, als Sklave im alten Ägypten schuften zu sollen oder vor einem hungrigen Eisbären wegzurennen.
Schön dagegen aber ist es, ein superreicher Millionärssohn in einer coolen Villa zu sein. Nur nicht dann, wenn das erste Date mit der tollen Miriam bevor steht. Unglücklicherweise jedoch geschieht es kurz davor wieder: Leo wacht in einem fremdem Bett, mit unbekannten Eltern und einem sehr erfolgreichen Videoblog auf. Spannend, was er als Idiotenkaiser mit seinem Freund erlebt. Dabei geht es um Tiefkühlpizzen, Ketchupschlachten, Clickbites, Freiheitsberaubung. Und namensgerecht um ironisch geschilderte idiotische Verhaltensweisen.
Rüdiger Bertram hat eine sehr spannende und unterhaltsame Geschichte für Teenager geschrieben. Liest sich witzig und verdeutlicht sehr offen, wie Influencer arbeiten, wie sie manipulieren, für ihre Klicks sämtliche Skrupel fallenlassen und sich für dämlichste Werbung hergeben, aber auch, wie ihre angeblichen Förderer sie über den Tisch ziehen und kräftig abkassieren. Sprudelt der Einnahmequell nicht mehr, wird zu kriminellen Methoden gegriffen.
Altersgerecht erzählt, jungen Teenies wird kein aufdringlicher pädagogischer Zeigefinger vorgehalten, sondern amüsant auf die Verlockungen und Fallstricke für „Internetstars“ hingewiesen.
Gelungene Illustrationen von Heribert Schulmeyer ergänzen und erklären die Handlung, lockern den Text auf. Durch eine angenehme Schriftgröße leicht zu lesendes und ungemein unterhaltsames Jugendbuch von Edel Kids Books, ein Verlag der Edel Germany GmbH.
Rezensionen von marsu:
Mäuseabenteuer
Mopsa - Eine Maus kommt ganz groß raus von Charlotte Habersack
Dieses Buch ist einfach wundervoll und das liegt sicherlich nicht zuletzt an den fantastischen Illustrationen von Laura Fuchs, die die Geschichte von Charlotte Habersack zum Leben erwachen lässt und die Bilder passen sehr gut zum inneren Kopfkino. Eine gelungene Zusammenarbeit. Titelheldin Mopsa ist eine weiße Maus, die sehr vorwitzig ist und unzufrieden mit ihrem Leben im Rathausturm und darum das Abenteuer sucht, um endlich Schauspielerin zu werden und nicht mehr für den Mäusekönig Tartar, diesen "Mausbeuter", arbeiten möchte.
Das sagt sie ihm auch prompt auf den Kopf zu und was macht dieser? Er verjagt sie. Da hatte Mopsa wohl eine zu große Klappe und muss sich tatsächlich auf den Weg machen, um ihre Träume zu verwirklichen. Gemeinsam mit ihrem Bruder zieht sie los. Bald landen sie auf dem Jahrmarkt, dem vermeintlichen Paradies, doch dann verlieren sie sich und...
Rezensionen von Helga Tomasi:
Toi, toi, toi, viel Erfolg
Einfach? von Maria Safrata
Das Schicksal von Maya würde für ein paar Leben reichen. So viele Knüppel wurden in den Weg gelegt und trotzdem so positiv geblieben. Maya ist ein Vorbild und eine Kämpferin.
Rezensionen von marsu:
Königlich
Das Windsor-Komplott von Bennett S J
Ich fand schon die Ankündigung sowie auch den Trailer zu diesem Buch einfach nur herrlich und war schon sehr gespannt auf die ermittelnde Queen und den Fall, den sie zu lösen hat und wie sie sich dabei schlagen wird. Für Liebhaber des cosy crime und mit einem gewissen Interesse an der Queen und dem britischen Königshaus ist dies garantiert eine unterhaltsame Lektüre, wobei man natürlich nicht alles ernst nehmen darf.
Aber das ist ja auch nicht die Intention hier. Aber starten wir das Abenteuer und lernen die Queen einmal ganz privat kennen. Denn sie ist kein Neuling in Sachen Privatermittlerin, oh nein, ganz sicher nicht. Immerhin muss sie wissen, was so in ihrem Königreich vor sich geht. Und nun ist es auch noch äußerst pikant. Nach einer Ballnacht auf Schloss Windsor ist die Queen not amused, dass doch glatt der russische Pianist, mit dem sie so wunderbar getanzt hat - ja, sie ist noch fit für ihr Alter - in einer delikaten Pose tot aufgefunden wird. Da muss sie tätig werden und ermittelt mit ihrer aus Afrika stammenden Assistentin Roziein.










