Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Monika:
Jedes neue Leben
Jedes Neue Leben von C. F. Schreder
Lucias Aufgabe ist es, die letzten Wünsche anderer Menschen vor deren Tod zu erfüllen. Deshalb wacht sie in Sofias Körper auf und muss ersteinmal herausfinden, was Sofias Wunsch ist. Das ist nämlich oft nicht so einfach. Aber Sofia ist besonders verschlossn und scheint ein Geheimnis zu haben. Lucia weiß nicht, wie viel Zeit ihr bis Sofias Tod bleibt, um Sofias Wunsch zu erfüllen.
Sie setzt alles daran Sofias Geheimniss zu lösen und lernt dabei Giulio kennen, den ehemaligen besten Freund von Sofia.
Die Geschichte ist total schön und emotional. Der Schreibstil ist locker und ich hatte keine Probleme damit, in die Geschichte zu kommen. Ich konnte das Buch gar nicht weglegen. "Jedes neue Leben " ist mindestens 5 Sterne wert und absolut empfehlendswert.
Rezensionen von Lea:
Weg zur Balance
Happy Life Diät von Shermine Shahrivar
Shermine Shahrivar berichtet über ihren Weg, auf dem sie trotz widriger Umstände sowie einem turbulenten Modelleben zu innerer Zufriedenheit und zu sich selbst fand.
Shermine hat in ihrem Leben viel Erfolg am Laufsteg. Sie berichtet über Oberflächlichkeiten (falsche Freundschaften), ihre familiären Themen als einziges Mädchen in einem konservativen Elternhaus sowie ihrer Rolle als alleinerziehende Mutter.
Ihrer Lebensgeschichte folgend baut sie das Buch auf 6 Säulen auf - Beziehungen, Spiritualität, Ernährung, Beauty und Sport. Auf diese Bereiche geht sie in den einzelnen Kapiteln näher ein.
Das Buch liest sich sehr kurzweilig, es ist schön designed und mit wunderschönen Fotos der Autorin illustriert. Am Besten hat mir das Kapitel "Spiritualität" gefallen. Vielen anderen Kapiteln im Buch fehlt es leider an Tiefe. Die Kapitel sind zu kurz, um ausreichend zu informieren.
Mein Fazit: das Buch ist etwas für Fans und Personen, die beginnen, sich mit sich selbst zu beschäftigen. Personen, die ihren Weg bereits eingeschlagen haben, werden dieses Buch ein wenig enttäuscht beiseite legen.
Rezensionen von Dana:
gefühlvolle Geschichte
All das Ungesagte zwischen uns von Colleen Hoover
In Morgans Leben ist nicht immer alles nach Plan gelaufen. Schon sehr früh wurde ihre Zukunft in eine Richtung gelenkt, die sie ursprünglich nicht ganz so geplant hatte. Wirklich unglücklich war sie dennoch nicht. Bis dann der Tag kam, an dem ihre Welt auseinanderbrach und nichts mehr war, wie bisher.
Schmerz und Trauer begleiten ihren Alltag, jedes Aufstehen fällt schwer, jeder positive Gedanke ist hart erkämpft. Und als wäre es für Morgan nicht anstrengend genug, sich selbst irgendwie aufzurappeln, muss sie auch ihre Tochter Clara im Blick behalten, die ihr immer mehr zu entgleiten droht.
Der Schreibstil von Colleen Hoover ist sehr angenehm, flüssig und vollgepackt mit zahlreichen Emotionen, die die Charaktere durchleben. Die Geschichte wird aus zwei Ich-Perspektiven geschildert, so dass man sowohl Clara, als auch ihre Mutter Morgan intensiv begleitet und hautnah dabei ist, wie sie versuchen, ihr Leben trotz des schweren Schicksalsschlags zu meistern. Obwohl beide in einer sehr ähnlichen Situation stecken, sind die Voraussetzungen, die sie haben, um zu verarbeiten und wieder nach vorn zu schauen, sehr unterschiedlich. Auch das Verhältnis zwischen den beiden ist zeitweise sehr angespannt, es gibt Streit und Missverständnisse und damit zusätzlich verletzte Gefühle, anstatt Rückhalt und Unterstützung. Da ist der Buchtitel wirklich Programm: es gibt zahlreiche ungesagte Dinge zwischen Mutter und Tochter, was die angespannte Stimmung zusätzlich anheizt und die unguten Gefühle in den Protagonistinnen noch verstärkt. Umso schöner war es dann im Verlauf des Buches zu sehen, wie die Mauern, die sie um sich errichtet haben, wieder abgebaut werden, Offenheit und Ehrlichkeit wieder mehr Einzug erhält und auch die schwierigen Themen angegangen werden, auch wenn man am liebsten nur vergessen würde.
Abgesehen von den Enthüllungen zu Beginn der Geschichte wartet das Buch nicht unbedingt mit überraschenden Wendungen auf. Größtenteils ist die Handlung vorhersehbar, auch wenn der Weg zum Ziel manchmal ein paar Abzweige nimmt und alles andere als leicht ist. Trotzdem war es schön die Entwicklungen zu verfolgen und nicht langweilig. Was für mich vor allem an der Fülle an unterschiedlichen Emotionen lag, die immer wieder den Verlauf der Geschichte bestimmt haben. Gefühlsmäßig ist es eine ziemliche Achterbahnfahrt, mit häufig leider mehr Talfahrten, als Aufschwung. Umso mehr freut man sich mit den Figuren über alle kleinen Lichtblicke, über die Menschen, die ihnen gut tun und alle Fortschritte, die sie beim Verarbeiten machen.
Durch die gewählte Perspektive werden die Gedanken und Ausbrüche der Protagonistinnen nachvollziehbar dargestellt. Es ist verständlich, wie schwer einige Sachen auf ihnen lasten und dass man in solchen Momenten manchmal aus seinen gewohnten Verhaltensmustern ausbricht – insgesamt bewegende Entwicklungen. Viele der Gespräche, die in die Handlung integriert sind, mochte ich richtig gern.
Fazit
Eine wirklich schöne, sehr gefühlvolle, bewegende Geschichte, die einen intensiv in die Leben von Clara und Morgan eintauchen lässt. Die Handlung punktet mit den authentischen Emotionen und den nachvollziehbaren Entwicklungen der Protagonistinnen.
Rezensionen von nil_liest:
Doch, es lässt sich noch was lernen!
Die geheime Kraft des Fettstoffwechsels von Kiechle Marion; Gorkow Julie
Beeindruckend, dass man in der Tat noch was lernen kann mit diesem Buch, wo man doch schon etliche Ratgeber durchpflügt hat, die uns verraten haben wie wir unsere Ernährung optimieren und verbessern können um dann letztendlich auch Gewicht zu verlieren! Das Buch „Die geheime Kraft des Fettstoffwechsels“ der beiden Bestseller-Autorinnen, die bereits mit den beiden Büchern „Tag für Tag leichter“ und dem dazugehörigen Kochbuch viel Wissen transportiert haben, gehen hier noch mal gezielt auf das Thema Fettstoffwechsel ein.
Das Buch gliedert sich in ein umfangreichen Wissensteil und einer Rezeptesektion. Was ich persönlich super fand ist das Verhältnis von Wissensvermittlung zu Rezepten. 2/3 Wissen zu 1/3 Rezepten grob geschätzt. Dieses Buch ist für alle wertvoll, die mehr erfahren wollen und auch physiologisch verstehen möchten was da im Körper passiert. Abgeleitet aus diesem Wissen ergibt sich eine entsprechende Ernährung.
Alleine das Wissen "Das ABC unseres Körperfetts" hat mich nachhaltig zum Nachdenken veranlasst. Das Buch gibt viel Hintergrundinformationen und mir gefällt die Fachtiefe kombiniert mit einfach umsetzbaren Tipps und Rezepten. Es wird nicht nur das „was“ soll ich machen erläutert, sondern eben auch das „warum“! Dann mach ich da auch viel lieber mit als nur Ansagen zu lesen.
Nur bei den Rezepten schien mir manches Mal die Angabe zu 2 Personen irreführend, sollten da wohl 4 Personen stehen, denn Salat aus 1,6kg Möhren und 800g Tofu erscheint mir für 2 Personen reichlich – vielleicht für mehrere Tage?
Vor allem finde ich das Teamwork gelungen der beiden Autorinnen, die beide einen unterschiedlichen Hintergrund haben, aber ein gemeinsames Ziel vor Augen: Erklären – aufklären – die Ernährung verbessern! Marion Kiechle ist eine Koryphäe der Frauenheilkunde und Julie Gorkow eine sehr erfahrene Journalistin und diese gelungene Kombination merkt man dem Buch an. Fachlich versiert, sprachlich gut erklärt und ansprechend dargestellt.
Fazit: Lesenswerter als so mach andere Bücher über gesunde Ernährung und wie der Körper tickt. Mich hat es trotz meiner bereits umfangreichen Kochbuch/Diätbuchmeter im Regal bereichert – wissentlich wie kulinarisch!
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Penibel recherchiert und grandios erzählt
Krone der Welt von Sabine Weiß
„Krone der Welt“ ist ein opulenter historischer Roman, der in vier Teilen erzählt wird. Beginnend in den Jahren 1585/88 endet er 1617 just vor dem Ausbruch des Dreißigjährigen Krieg (1618-1648). Schauplatz ist Amsterdam. Es ist die Zeit der Glaubenskriege, in der sich Katholiken und Calvinisten bis aufs Blut bekämpfen.
Doch nicht der Glaube spielt eine Rolle, sondern auch handfeste wirtschaftliche Gründe befeuern die Grausamkeiten. England und Spanien kämpfen um die Vorherrschaft auf See und die Franzosen wechseln immer wieder die Seiten. Schlechte Ernten lassen die Menschen verarmen.
So ist auch Wim Ardzoon, ein bekannter Architekt in Antwerpen, betroffen. Er verliert sein Haus und muss mit seinen drei Kindern, Ruben, Vincent und Betje nach Amsterdam fliehen. Dort wird er, als er endlich Fuß gefasst ermordet. Für die Kinder beginnt eine ungewisse Zeit, die sie zum Teil im Waisenhaus verbringen müssen. Vincent , der älteste will wie sein Vater Architekt werden, Ruben träumt von der Seefahrt und Betje wird zur Köchin ausgebildet.
Immer wieder kreuzen die alten Widersacher den Weg der Kinder. Manchmal versteckt, manchmal offen. Liebe, Hass, Intrigen und Lügen sowie die ewig schwärenden Religionskonflikte machen dem Trio das Leben in Amsterdam nicht leicht. Dennoch schaffen sie es, sich durchzuschlagen und mit mancher unerwarteter Unterstützung sowie wie Fleiß und Rechtschaffenheit, ihren Weg zu gehen.
Meine Meinung:
Der historische Roman schildert das Leben der Menschen während des ausgehenden 16. bzw. Des beginnenden 17. Jahrhunderts. Mittelpunkt sind die Lebensgeschichten des Trios und die Entwicklung von Amsterdam, die eng mit dem aufstrebenden Architekten Vincent verknüpft ist.
Wie wir es von Sabine Weiß gewöhnt sind, verbindet sie Fakten und Fiktion geschickt miteinander. Ihr unterschwelliger Geschichtsunterricht mag ich auch gerne, denn der Leser erfährt - so ganz nebenbei - Wissenswertes aus einer kriegerischen Epoche. Der Sieg der Engländer unter Sir Francis Drake über die Spanische Armada mag ja noch bekannt sein, die vielen anderen Scharmützel sind in der breiten Öffentlichkeit sicherlich nicht. Viele historische Fakten, wie die Gründung der Niederländischen Ostindien Company haben Auswirkungen, die Jahrhunderte anhalten. Diese historischen Ereignisse sind penibel recherchiert und gekonnt in den Roman eingeflochten.
Für alle jene, die mit den niederländischen Begriffen und dem nautischen Fachvokabular nicht so vertraut sind, gibt es im Anhang ein Glossar. Zu Beginn hilft ein ausführliches Personenverzeichnis, fiktive von historischen Personen zu unterscheiden. Zu guter Letzt findet sich auch eine Stadtplan von Amsterdam aus dem Jahre 1600.
Die Charaktere sind sehr sorgfältig herausgearbeitet, wobei die Bösen immer einen Hauch lebendiger erscheinen.
Fazit:
Ein opulent erzählter und penibel recherchierter historischer Roman, dem ich gerne eine Leseempfehlung und 5 Sterne gebe.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Machtkampf ums neue Deutschland
Kampf ums Kanzleramt von Daniel Koerfer
Ludwig Erhard (1897- 1977) und Konrad Adenauer (1876-1967) sind zwei Politiker, die gegensätzlicher nicht sein konnten. Dennoch prägten sie gemeinsam die Gründungsphase der Bundesrepublik Deutschland nach dem NS-Regime. Allerdings ist der Name Konrad Adenauer den meisten ein (fast) verklärter Begriff, während Ludwig Erhards Name in den Hintergrund tritt und kaum mehr präsent ist.
Warum ist das so? Immerhin waren die beiden Weggefährten, um ein neues wirtschaftlich starkes Deutschland zu errichten. Und außerdem war Erhard ja Adenauers Nachfolger.
Historiker Daniel Koerfer legt mit dieser erweiterten Neuauflage seines Buches aus dem Jahr 1967 zahlreiche neue Fakten auf den Tisch. Vor allem Erhards Tätigkeit in der NS-Diktatur wird durch neu entdeckte, fundierte Quellen erläutert. Diese Zeit am Nürnberger Institut ist wohl nicht ganz ungefährlich für Erhard, denn durch geschickte Schachzüge rettet er zahlreiche seiner Mitarbeiter vor einem Fronteinsatz. Es zeigt sich, dass Ludwig Erhard, der häufig farblos erscheint, recht gut vernetzt ist.
Als Österreicherin habe ich natürlich von den geheim und öffentlich ausgetragenen Kämpfen um und später im Kanzleramt wenig mitbekommen. Daher finde ich dieses Buch recht aufschlussreich. Sehr spannend und interessant ist, dass Erhard rund 20 Jahre die Nachbarländer Ostdeutschland und Österreich sowie das Rheinland penibel wissenschaftlich untersucht hat.
Was zum Sturz zuerst von Adenauer und später zu seinem eigenen beigetragen hat? Adenauer war in seiner autoritären Art vielen suspekt, Erhard hingegen fast zu weich. Dass er wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten Deutschlands in Misskredit gerät, ist wohl eine Ironie des Schicksals.
Der Konflikt ums Kanzleramt ist wohl auch ein Generationenkonflikt. Adenauer ist knapp 20 Jahre älter als Erhard und gesundheitlich nicht mehr auf der Höhe, was er immer wieder vertuscht haben soll.
Fazit:
Ein penibel recherchiertes Buch über zwei Politiker, die unterschiedlicher nicht sein konnten, aber als Väter des deutschen Wirtschaftswunders und der neuen Bundesrepublik gelten. Wen die 992 Seiten, die zahlreiche Ausschnitte aus Briefen und Reden enthalten sowie die manchmal trockenen Fakten nicht abschrecken, findet hier eine ausgezeichnete Darstellung der deutschen Nachkriegsära. Gerne gebe ich hier 4 Sterne.
Rezensionen von S.:
Mutmachbuch
ministeps: Meine liebsten Vorlesegeschichten von Orso Kathrin Lena
Liebenswerte und realistische Vorlesegeschichten für die Kleinen. Sie können nachvollziehen, dass andere Kinder den gleichen Kummer und die gleichen Probleme wie sie selbst haben. Sie werden nicht nur getröstet, optimistisch stimmende Lösungen werden aufgezeigt. Egal, ob der Nachwuchs nicht in den Kindergarten gehen mag, ob das kleinere Geschwisterkind alles kaputt macht oder ein Regentag das Draußenspielen verhindert - mit farbenfrohen, kindgerechten Bildern und knappen Texten wird hier für bessere Stimmung gesorgt, getröstet, Mut gemacht.
Für uns super, dass sogar die Namen der beschriebenen Kinder in unserem Bekanntenkreis vorkommen.
Toll, dass die anschaulichen Bilder viele Möglichkeiten bieten, Sprachanlässe zu schaffen; Farben, Familienmitglieder, Spielzeug, Geschirr und vieles mehr aus dem Alltag werden gezeigt.
Abwechslungsreiche Vorlesegeschichten für die Kleinsten ( ab 24 Monaten)von Katja Senner und Kathrin Lena Orso aus der Ministeps-Reihe aus dem Hause Ravensburger.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Very british
Das Geheimnis von Dower House von Nicholas Blake
Dieser Krimi ist ein englischer Krimi-Klassiker, der vom Klett-Cott-Verlag in ansprechender Ausführung neu aufgelegt wurde.
Nigel Strangeways ist ein Hobby-Detektiv aus der besseren Gesellschaft und wird von seinem Onkel, dem stellvertretenden Polizeichef Londons gebeten, ganz privat und sehr diskret einige Drohbriefen nachzugehen.
Ein Unbekannter droht Fergus O‘Brien, einem hoch dekorierten Fliegerass aus dem Großen Krieg, mit dessen Ermordung am zweiten Weihnachtstag.
O’Brien, ganz Kriegsheld, will seinem zukünftigen Mörder ins Gesicht sehen und lädt alle dafür infrage kommenden in das Dower House ein. Als neutrale Beobachter soll auch Nigel anwesend sein.
Es kommt, wie es kommen muss, und O’Brien wird wie angekündigt tot aufgefunden. Was zunächst wie ein Selbstmord aussieht, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als gefinkelter Kriminalfall, bei dem allerdings ein handfestes Motiv zu fehlen scheint.
Meine Meinung:
Wer die typischen „closed room“-Krimis aus England mag, kommt hier voll auf seine Kosten. Alle sind verdächtig, selbst das Spülmädchen und die calvinistische Köchin. Die Rangordnung in der Liste der Verdächtigen ändert sich mehrfach und es dauert eine geraume Weile und ein weiteres Todesopfer, bis Nigel die Vorgänge so richtig durchschaut.
Wie in diesen englischen Krimiklassikern üblich ist, gibt es exaltierte Ex-Geliebte des Opfers, beinahe bankrotte Snobs, ehemalige Militärs, die den Kommandoton noch immer nicht abgelegt haben und einen unerschütterlichen Butler.
Mir gefällt diese Art Krimis, weil man so herrlich miträtseln kann. Auch die heute übliche hektische Betriebsamkeit und „Action“ fehlt, was durch ausgefeilte Sprache durchaus wettgemacht wird. Der Schreibstil ist gehoben und mit zahlreichen lateinischen Zitaten gespickt.
Nicholas Blake ist das Pseudonym von Cecil Day-Lewis (1904–1972), der von der Queen zum Hofdichter ernannt wurde. Wie viele britische Gelehrte hat er zahlreiche Krimis geschrieben.
Fazit:
Ein ruhiger englischer Krimi-Klassiker, dem ich gerne 4 Sterne gebe.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Von den Anfängen der Kinderheilkunde
Kinderklinik Weißensee - Zeit der Wunder von Antonia Blum
Marlene und Emma Lindow wachsen nach dem Tod ihrer Mutter in einem Waisenhaus auf, denn der Vater der Mädchen ist unbekannt. Anders als in vielen ähnlich gelagerten Fällen werden die Schwestern nicht getrennt und dürfen sogar das Abitur ablegen. Eine eher ungewöhnliche Vorgangsweise, die auch während ihrer Ausbildung zu Kinderkrankenschwestern zu allerlei Spekulationen Anlass gibt.
Ist vielleicht der Chef der neu eröffneten Kinderklinik der Vater?
Meine Meinung:
Dieser historische Roman lässt sich leicht und flüssig lesen. Man fliegt als Leser nur so durch die Seiten. Die Autorin hat penibel recherchiert, denn die Kinderklinik gab es von 1911 bis 1977 wirklich.
Was ich interessant finde ist, dass die Ausbildung zur Kinderkrankenschwester nur wenige Wochen umfasst und die Prüfung gerade einmal eine Stunde dauert. Das erscheint ein wenig unglaubwürdig. Doch wer weiß, vielleicht war es wirklich so, zumal einige der jungen Frauen ja eher einen Ehemann als eine Anstellung suchen.
Geschickt verquickt die Autorin die Lehr- und Lerninhalte in die Handlung. So erhalten wir Einblick in die damaligen Behandlungsmethoden.
Gut gelungen sind die Charaktere der beiden Schwestern. Die ältere, Marlene, die, als die Mutter starb, schon mit sechs Jahren die Verantwortung für ihre jüngere Schwester übernommen hat, ist die zielstrebigere der beiden. Marlene will unbedingt Kinderärztin werden und das in Berlin, wo erst seit 1908 Frauen zum Medizinstudium zugelassen worden sind. Für ihren Traum arbeitet sie hart.
Emma hingegen hat nicht so hochfliegende Pläne. Sie findet heraus, dass Spiele, Denksportübungen und Kuscheltiere die Ängste der Kinder vor dem Krankenhaus mildern können. Hier ist sie zu Hause und gut aufgehoben.
Die persönlichen Gefühle bzw. Liebschaften sind mir persönlich einen Hauch zu Platz greifend. Hier hätte es ein wenig weniger auch getan.
Gut herausgearbeitet sind die Intrigen zwischen den Elevinnen. Doch auch die eine oder andere ausgelernte Schwester scheint nicht immun gegen Eifersüchteleien zu sein. Guter Geist ist der Pförtner, der manchmal ein Auge zudrückt, wenn Emma oder Marlene es mit dem Ausgang nicht ganz so genau nehmen.
Nicht vernachlässigt wird auch der Standesdünkel, der viele plagt und die wechselnden Koalitionen zwischen den Schülerinnen. Stellenweise ist dieser historische Roman ziemlich sozialkritisch, was mir gut gefällt.
Im Laufe der Zeit erfährt der Leser, wer und warum die schützende Hand über die Schwestern gehalten hat. Doch das Geheimnis, wer der Vater von Marlene und Emma ist, wird vielleicht erst im nächsten Band gelüftet.
Fazit:
Ein gelungener historischer Roman, der in einer Zeit des Umbruchs spielt. Gerne gebe ich hier 4 Sterne.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Fesselnd bis zur letzten Seite und beste Krimiunterhaltung
Die siebte Zeugin von Florian Schwiecker; Michael Tsokos
Es ist Sonntagmorgen in Berlin-Charlottenburg und Nikolas Nölting, Beamter in Berliner Stadtverwaltung, Dezernat „Bau“, fährt mit seinem Fahrrad zum Bäcker und schlägt, statt Frühstücksgebäck zu kaufen, den anwesenden Kontakt-Polizisten nieder, bemächtigt sich dessen Dienstwaffe und schießt auf drei Personen.
Während zwei nur leicht verletzt sind, ist Moritz Lindner sofort tot. Der Schütze lässt sich widerstandslos festnehmen und schweigt beharrlich.
Auch seinem Verteidiger Rocco Eberhardt gelingt es nicht, dem Täter Details und vor allem ein Motiv zu entlocken. Für den Oberstaatsanwalt steht das Urteil bereits vor der Gerichtsverhandlung fest: Es kann nur lebenslänglich für den Angeklagten geben. Doch Eberhardts Ehrgeiz ist geweckt. Was hat den unscheinbaren Beamten zu dieser Tat getrieben?
Meine Meinung:
Ich habe diesen Justiz-Krimi an einem Tag, in einem Rutsch gelesen, weil ich unbedingt wissen wollte, wie die Sache ausgeht. Ich hatte nämlich gleich einen Verdacht, der sich recht schnell bewahrheitet hat. Ein Einzeltäter, der beharrlich schweigt, lieber ins Gefängnis geht - das klingt sehr nach organisiertem Verbrechen. Ein weiteres Indiz hierfür liefert die Arbeitsstätte: Die Behörde, die für Umwidmungen von landwirtschaftlichen Grundstücken in Bauland zuständig ist. Hier ist mit den richtigen Insiderinformationen so richtig viel Geld zu holen.
Das Autoren-Duo Florian Schwiecker und Michael Tsokos sind vom Fach. Schwiecker war lange Jahre als Strafverteidiger tätig und Tsokos ist Leiter der Rechtsmedizin in der Charité. Diese ihre Erfahrungen bringen sie in dem ersten gemeinsamen Krimi, der offensichtlich nicht der letzte sein wird, ein.
Die kurzen Kapitel, die die Tat und ihren Auslöser aus unterschiedlichen Blickwinkel beleuchten, machen die Auflösung so richtig spannend. Jedes Kapitel ist mit einer genauen Orts- und Zeitangabe versehen. Oft ist ein Kapitel nur eine Seite kurz und gleicht damit einem Kameraschwenk.
Spannung wird auch durch die beiden Hauptpersonen im Gerichtssaal erzeugt: Zum einen der Oberstaatsanwalt, der den Angeklagten für den Rest des Lebens hinter Gitter sehen will, und den Anwalt, der genau dieses verhindern will. Mitten drinnen, die souveräne Richterin.
Je mehr der Oberstaatsanwalt auf „lebenslänglich“ beharrt, desto stärker beschleicht den geneigten Leser, dass er vielleicht seine eigenen Ziele verfolgt.
Die ersten fünf Zeugen scheinen bis auf einen, ein recht neutrales Bild der Ereignisse zu geben. So richtig spannend wird es, als ein vorab unbekannter 6. Zeuge den Gerichtssaal betritt. Den Höhepunkt bildet aber die 7. Zeugin, nämlich de Ehefrau des Angeklagten. Mit ihrer Aussage offenbart sich endlich die Tragödie, die sich hinter der Tat, verbirgt.
Fazit:
Dem Autoren-Duo Schwiecker/Tsokos ist ein fesselnder Justiz-Krimi gelungen, dem ich eine Leseempfehlung ausspreche und 5 Sterne gebe.











