Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Regt zum Nachdenken an
Rebellion oder Untergang! von Noam Chomsky
Mit seinem „Aufruf zu globalem Ungehorsam zur Rettung unserer Zivilisation“ versucht Autor Noam Chomksy möglichst viele Menschen zu erreichen, den Untergang der Menschheit doch noch zu verhindern.
Das Buch ist quasi die schriftliche Zusammenfassung einer Chomsky-Veranstaltung aus dem Jahre 2016, die um die aktuellen Ereignisse (Corona, Abwahl von Trump etc.
) ergänzt worden wist.
Das lesenswerte Buch ist wie folgt gegliedert:
Einführung
Die zweifache Bedrohung
Wie erreichen wir die Menschen?
Fragen der Strategie
Aktuelle Gedanken über Bewegungen und ihre Zukunft
Die dritte Gefahr: Die Aushöhlung der Demokratie
Was kommt nach Trump? Interview im Dezember 2020
Weitere Quellen
Noam Chomsky berichtet, wie oft die Welt schon vor dem Abgrund gestanden ist. Man erinnere sich nur an die Kuba-Krise oder die als „Operation Able Archer“ bekannte (oder eben nicht bekannte) US-Provokation die Verteidigungsstrategie der damaligen Sowjetunion testen zu wollen. In beiden Fällen haben besonnene Männer beider Länder die Nerven behalten und beschlossen, gegen die Befehle zu verstoßen.
Zu Recht wünscht Noam Chomsky die großen Männer Leonard Peroots und Stanislaw Petrow, sowie Wassili Archipow, der sich 1962 als sowjetischer U-Boot-Kommandeur während eines der gefährlichsten Momente der kubanischen Raketenkrise als Einziger dem Befehl zum Angriff mit atombestückten Torpedos widersetzte, obwohl zwei seiner Offizierskollegen in einem von US-Einheiten eingekreisten U-Boot erteilen wollte, auf eine Ehrenliste zu setzen. Auch hier hätte ein Atomkrieg ausgelöst werden können.
Ein wichtiges Anliegen ist dem Autor, auch mit Andersdenkenden ins Gespräch zu kommen, sie über Tatsachen aufzuklären. Denn oftmals ist das Unwissen Quelle der Gedanken.
„Wenn Menschen über wichtige Dinge nicht Bescheid wissen, bringt sie das oft zu sehr irrationalen Entscheidungen – rational in ihrer eigenen Interpretation, nur dass in dieser Interpretation einige entscheidende Fakten fehlen.“ (S.49)
Natürlich ist ihm bewusst, dass der Einzelne nicht jeden erreichen kann. Doch man könnte damit in seinem eigenen Umfeld beginnen.
Ein Blick in die Zukunft der Ära Joe Biden stimmt Noam Chomsky nicht ganz so euphorisch, wie viele Menschen landauf und landab. Die Gefahr, dass Joe Biden ein „schwacher“ Präsident sein wird, ist groß,
„Nun, es wird genügend Dinge geben, bei denen Biden schwach aussieht und die man dann den Demokraten in die Schuhe schieben kann, und dann könnten die Republikaner 2022 und 2024 in einer gewaltigen Welle zurückkommen.“ (...)“Das könnte eine Katastrophe werden.“ (S. 101)
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Intrigen und Amouren währed des Wiener Kongresses
Debütantenball von Michaela Baumgartner
Man schreibt das Jahr 1814: Napoleon ist auf die Insel Elba verbannt und die Sieger versuchen auf dem Wiener Kongress (18.09.1814-09.06.1815), die alten Grenzen der Reiche wiederherzustellen. Die Hauptstadt des österreichischen Kaiserreiches ist voller gekrönter Häupter und ihrer Entouragen, in denen sich neben Ehefrauen auch Mätressen, Diener und Spione tummeln.
Eine Figur, die zahlreiche Fäden in der Hand hält, ist die russische Fürstin Katharina Pawlowna Bagration. La Bagration spielt auch in diesem historischen Roman eine große Rolle.
Im Haus der Grafen Friedrich von Wohlleben herrscht gespannte Aufregung. Der fünfzehnjährigen Tochter Fanny steht das gesellschaftliche Debüt bevor. Fanny ist allerdings ein Wildfang und schert sich wenig um ihre Reputation. Um ihr vorab noch ein wenig Feinschliff zu verpassen, wird ihr eine bekannte Gesellschaftsdame zur Seite gestellt, ohne zu wissen, dass man damit den Bock zum Gärtner macht.
Auch ihre ältere Schwester Sophie, die ihren Verlobten auf einem, der zahlreichen Schlachtfeldern gefallen wähnt, muss sich ihren Gefühlen stellen.
Bruder Georg, ein schneidiger Offizier, der wenig anbrennen lässt, gerät in die Fänge der Bagration, mit ungeahnten Folgen für die Familie ...
Meine Meinung:
Autorin Michaela Baumgartner nimmt den Wiener Kongress als Kulisse für ihren historischen Roman im englischen Regency-Stil.
Das Buch lässt sich flüssig und locker lesen. Für manche Leser mag der politische Hintergrund des Wiener Kongress ein wenig komplex erscheinen, mir hat er gut gefallen. Ich hätte mir noch ein wenig mehr vom Intrigantenstadl gewünscht.
Der Autorin ist es gut gelungen historische Persönlichkeiten wie eben die Bagration bzw. historische Details wie den Brand des Palais Rasumofsky in der Silversternacht von 1814 in die Ereignisse rund um Fanny und Sophie einzuflechten.
Der Roman gibt Einblicke in die bigotte Welt der 19. Jahrhunderts. Gut verheiratet zu sein ist alles. Persönliche Vorlieben nebensächlich, denn, wenn man nur diskret genug vorgeht, sind standesgemäße Liebschaften auch für Ehefrauen möglich. Um Diskretion brauchen sich die Männer, vor allem die jungen Offiziere nicht zu scheren. Es gehört zum guten Ton, reihenweise Dienstmädchen zu verführen und anschließend fallen zu lassen.
Dieser historische Roman scheint als Reihe konzipiert zu sein. Schauen wir einmal, welche Überraschungen der nächste Teil bringt.
Fazit:
Wer sich gerne in die kapriziöse Welt des Wiener Adels begibt, ist hier richtig. Gerne gebe ich hier 4 Sterne.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Im Frieden gelten andere Regeln
1946: In den Ruinen von Babylon von Carlo Feber
„Im Frieden gelten andere Regeln.“ „Jetzt darf man töten wieder Mord nennen“
Carlo Feber, Autor zahlreicher historischer Roman entführt die Leser in das Berlin des Jahres 1946.
Die Stadt liegt in Trümmern, die Menschen sind teilweise demoralisiert, teilweise haben sie Hoffnung auf einen Neubeginn.
Fast allen ist die Jagd nach Lebensmitteln und Gütern des täglichen Gebrauchs gemeinsam. Doch es ist kaum etwas auf Bezugsscheine erhältlich, weswegen der Schwarzmarkt floriert und sich große und kleine Gauner breit machen.
Atze und Günni, zwei Kinder, finden auf einer ihrer Suche nach brauchbaren Resten die Leiche von Margarete Döring, einer Apothekerin und angehenden Politikerin. Sie klauen deren Ohrringe, melden aber die Tote bei der Polizei. Damit setzen sie eine Ermittlung in Gang, deren Dimension nicht abschätzbar ist.
Kommissar Oskar Brenner beauftragt Curt Lanke und Hajo Steinert, zwei Kommissaranwärter, mit den Ermittlungen. Schnell stoßen sie auf zahlreiche Ungereimtheiten im Leben der Apothekerin. Warum interessiert sich die Polizei der französischen Besatzer für den Fall? Was hat es mit der chemischen Analyse der Tabletten „Cibazol“ auf sich? Will die Apothekerin in den Handel mit gefälschten Medikamenten einsteigen? Hat sie deswegen eine große Menge Devisen in ihrem Tresor?
Lanke und Steinert sind nicht die Einzigen, die in diesem Mordfall Nachforschungen anstellen. Da ist neben Günni, noch die Näherin Hella, die das Abendkleid für Margarete Döring genäht hat. Als sie entdeckt, dass ihre Chefin das eine oder andere Geheimnis hat, beginnt sie Nachforschungen anzustellen, die sie in große Gefahr bringen.
Meine Meinung:
Das zerstörte Berlin, wenige Monate nach Kriegsende, bietet eine ideale Kulisse für diesen Krimi. Die vier Besatzungsmächte müssen erst die Strukturen wieder errichten, was angesichts der Trümmer nicht so leicht zu bewerkstelligen ist. Es ist schwierig, Menschen zu finden, die keine Anhänger des Regimes waren. Zu den wenigen gehören Lanke und Steinert, die nun in die neue Kriminalpolizei aufgenommen werden sollen.
Die Charaktere sind gut gelungen und die Atmosphäre wirkt authentisch.
Wir lernen zahlreiche Menschen kennen, die unterschiedlicher nicht sein können. Lanke und Steinert, die Jungs Atze und Günni, die nichts anderes als HJ, Parolen, Bombenhagel kennen und vaterlos aufwachsen müssen, Sigrid und Hella, die neben ihrer Arbeit in der Schneiderei als Tänzerinnen auftreten.
Eine schillernde Figur ist die ermordete Pharmazeutin: Man versucht ihre Reputation zu untergraben und dichtet ihr an, die Apotheke auf unredliche Art erworben zu haben, um ihre Kandidatur zu verhindern.
Wir Leser bekommen einen guten Eindruck vom Leben der Menschen im Berlin des Jahres 1946. Jeder ist sich selbst der Nächste und viele versuchen rücksichtslos, Vorteile zu lukrieren. Wir begleiten Atze und Günni bei ihrer Jagd nach braubaren Gütern aus den Trümmern, die sie auf dem Schwarzmarkt eintauschen und dürfen Sigrid und Hella bei ihren Auftritten als Tänzerinnen zusehen.
Die Ermittlungen der beiden Kommissar-Anwärter gestalten sich komplex. Mehrmals werden sie nicht ernst genommen. Durch den krankheitsbedingten Ausfall von Oskar Brenner, sind sie auf sich allein gestellt und müssen improvisieren. Sie ermitteln in verschiedene Richtungen. Autor Carlo Feber schickt nicht nur seine Ermittler in diverse Sackgassen, sondern auch die Leser, denn nichts ist, wie es scheint.
Fazit:
Ein gut gelungener, spannender Reihenauftakt aus dem Berlin 1946, wo das Alte nicht mehr gilt und das Neue noch nicht etabliert ist. Gerne gebe ich hier 4 Sterne.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Was darf das persönliche Glück kosten?
Die Frau vom Strand von Petra Johann
Rebecca lebt mit Greta, ihrer 5 Monate alten Tochter in einem Traumhaus an der Ostsee. Sie führt eine glückliche Ehe mit Lucy. Das Glück des Frauenhaushaltes wird nur dadurch getrübt, dass die erfolgreiche Lucy beruflich in Hamburg ziemlich eingespannt ist und nicht täglich hier sein kann. Daher fühlt sich Rebecca einsam und verbringt ihre Zeit mit langen Strandspaziergängen.
Auf einem solchen lernt sie dann Julia kennen. Man freundet sich binnen weniger Stunden an. Als Rebecca ihre neue Freundin den anderen Freunden vorstellen will, verschwindet die Frau so plötzlich, wie sie gekommen ist. Rebecca beginnt nach Julia zu suchen, und muss entdecken, dass sie einem Phantom nachjagt.
Wenig später wird Lucy tot am Strand aufgefunden. Ist sie abgestürzt oder hat jemand nachgeholfen? Und wenn ja, wer?
Diese und viele andere Fragen stellt sich Kriminalkommissarin Edda Timm, die mit den Ermittlungen betraut ist.
Meine Meinung:
Zu Beginn ist mir die Idylle fast zu süßlich. Lucy ist zu perfekt in ihrem Altruismus. Das irritiert auch Edda Timm, die lange nur vermuten kann, dass hier Fremdverschulden vorliegt.
Nach und nach kratzt sie Lackschicht für Lackschicht von der Beziehung Lucy/Rebecca ab. Lucy scheint Rebecca fast hörig zu sein, denn sie tut alles für ihre Frau.
Edda wirkt durch ihr analytisches Vorgehen manchmal wenig empathisch. Doch als Vorgesetzte kann sie ihre Mitarbeiter ihren Stärken und Schwächen entsprechend gut einsetzen.
Die mehrfachen Perspektivenwechsel erhöhen die Spannung. Der Leser erhält Einblick in die Psyche der Beteiligten. So erkennt man in Rebecca eine egozentrische und besitzergreifende Person, die um ihr Ziel zu erreichen, auch vor Manipulationen nicht zurückschreckt. Die Obsession, mit der sie die kleine Greta buchstäblich nicht aus der Hand gibt, hat einen vagen Verdacht bei mir aufkommen lassen, der sich letzten Endes bestätigt hat. Ich habe recht bald den richtigen Riecher für die Zusammenhänge gehabt, was meinen Lesespaß nicht gemindert hat. Mich interessiert immer, wie löst die Autorin/der Autor die Geschichte auf.
Jedenfalls haben zahlreiche Personen aus dem Umkreis von Rebecca ihre Geheimnisse. Bis alle enthüllt sind, haben die Ermittler rund um Edda Timm jede Menge Arbeit.
Fazit:
Ein spannendes Familiendrama, bei dem wenig so ist, wie es scheint. Gerne gebe ich hier 4 Sterne.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Nichts für mich
Anleitung zum Diätwahnsinn von Bernhard Ludwig; Ronny Tekal
Eine Diät ist der beste Weg zum Dickwerden. Humorvoll dem Diätwahnsinn begegnen und entgehen.
Kabarettist und Psychologe Bernhard Ludwig hat mit Arzt Dr. Ronny Tekal wieder einen amüsanten Ratgeber zum Thema Abnehmen geschrieben.
Bernhard Ludwig spricht aus langjähriger Erfahrung, hat er doch (nach eigenen Angaben) im Lauf seines Lebens rund 200 kg ab- und wieder zugenommen.
Das Resümee der Autoren:
Wenn man wirklich dick werden will, braucht man viele Abmagerungskuren. Ich (Ludwig) bin Diättäter und Opfer in einer Person. Ich habe sehr viele Diäten selbst ausprobiert, ich habe Diätwahnsinn im Kabarett gespielt und war selbst dick. Als ich das durchschaut habe, habe ich abgenommen. Das war vor zwanzig Jahren und seither halte ich das Gewicht, aber nicht mit der Waage, sondern mit der Kleidergröße. Das ist viel besser als die Waage selbst.
Das Buch ist launig geschrieben und wird noch zusätzlich durch zahlreiche Zeichnung aufgelockert. Über die eine oder andere Formulierung musste ich allerdings schon recht schmunzeln:
„Überlassen Sie das Fasten asketischen Mönchen, veganen Fundamentalisten und Feinden“
Das Buch ist nicht unbedingt für die breite Masse (sorry für das Wortspiel) gedacht, denn man muss sehr sorgfältig lesen und die Ironie hinter den Sätzen auf sich wirken lassen und das Gegenteil davon zu tun.
Fazit:
Ich persönlich kann mit dieser Art von Anleitung (egal zu welchem Thema) wenig anfangen und kann daher nur drei Sterne vergeben.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Fesselnd bis zur letzten Seite
Der Malik von Bernhard Kreutner
Michael Lenhart und Sabine Preiss von zahlreichen Kollegen abschätzig „Bonnie und Clyde der Abteilung für Abfälle“ genannt, bekommen mit Anton Steinbach personellen Zuwachs und von Innenministerin Mannlicher einen neuen Fall: Walter Denk, ein hochrangiger Mitarbeiter des Finanzministeriums ist auf Malta verschwunden.
Einziger Hinweis, was er auf der Mittelmeerinsel, die seit hunderten Jahren Raubrittern, Seeräubern und Steuerflüchtlingen Unterschlupf bietet, wollte, ist ein Post-it mit den beiden Wörtern „Der Malik“.
Wer, wie Lenhart Karl May gelesen hat, wird sich vielleicht dunkel daran erinnern, dass „Malik“ soviel wie Herrscher oder König heißt.
Das Trio durchforstet einmal alle möglichen Register nach Personen dieses Namens und bleibt bei einem umtriebigen Geschäftsmann in Wien hängen. Malik ist vor Jahrzehnten aus Nordafrika nach Österreich eingewandert und hat mit hilfe eines gerissenen Winkeladvokaten ein komplexes Firmenimperium geschaffen und gilt als Musterbeispiel der gelungenen Integration, was er auch mit großzügiger Unterstützung von Integrationsprojekten vor allem im achten Bezirk untermauert.
Was dann folgt, ist akribische Recherchearbeit quer durch mehrere Ministerien und Dienststellen, ohne auf die Befindlichkeit mancher Leiter Rücksicht zu nehmen.
Meine Meinung:
Wie schon im ersten Krimi „Der Preis des Lebens“ nimmt Autor Bernhard Kreutner Bezug auf Österreichs Innenpolitik und ihre Repräsentanten. Ich finde den Blick auf die Beamten der unterschiedlichen Ministerien herrlich erfrischend und erkenne (da ich selbst Beamtin bin) zahlreiche Charaktere wieder.
Die philosophischen Betrachtungen von Michael Lenhart gefallen mit außerordentlich gut, vor allem dann, wenn sie durch Sigrid Wolf, jene Frau deren Netzwerk besser als jeder Geheimdienst ist (S. 159) um eine Wienerische Variante bereichert werden:
Lenhart: „Wenn du ein Problem hast, versuche es, zu lösen. Kannst du es nicht lösen, dann mache kein Problem daraus.“
Frau Wolf anlässlich einer Info zu einer externen Beratungsfirma, die im Ministerium ihre Arbeit aufnehmen soll: „Wenn du ka Problem hast, dann erfindn mia ans, am besten ans, des du net lösen kannst, weil’s eigentlich kans ist. (S.158)
Wer hier einen actionreichen Krimi erwartet, ist fehl am Platz. Hier wird sauber recherchiert, zahllose Datenbanken angezapft und durch messerscharfe Analysen zu einem entsprechenden Gesamtbild verknüpft. Der Leser darf auch dem kriminellen Clan über die Schulter schauen und erfährt, wie einfach es ist, EU-Fördergelder für eigene Zwecke zu lukrieren und sich selbst noch das Mäntelchen des generösen Wohltäters umzuhängen.
Sprachlich ist Bernhard Kreutner wieder ein Meisterstück gelungen. Hier die philosophischen Bemerkungen, dort die g’standene Wiener Vorzimmerdame, häufig als Vorzimmerdrache bezeichnet, die schon Legionen von Ministern, Sektionschefs und Abteilungsleiter kommen und gehen gesehen hat.
Ein bisschen habe ich die Verbindung zum Bundesheer vermisst, das ja auch immer wieder für Turbulenzen sorgt. Doch diesmal ist der Bezirksvorsteher des achten Bezirks der Sparringpartner für Michael Lenhart. Obwohl, Partner ist er wohl nicht, eher der Punchingball. Eine kurze Schrecksekunde hatte ich beim Zusammentreffen Lenharts mit dem neuen Pressespecher von Ministerin Mannlicher. Wie man ja weiß, sind Pressesprecher und Lenhart so gar nicht kompatibel.
Fazit:
Es müsste mehr solcher Krimis geben, denn die bereiten deutlich mehr Lesevergnügen als die üblichen, in denen alkoholkranke, kaputte Ermittler den Verbrechern nachjagen. Gerne gebe ich diesem zweiten Krimi rund um Lenhart & Preiss 5 Sterne und eine Leseempfehlung.
Rezensionen von marsu:
Quinn
Touch of Ink, Band 1: Die Sage der Wandler (Fesselnde Gestaltwandler-Romantasy) von Stefanie Lasthaus
Quinn ist erst fünf Jahre alt, als sie von ihren leiblichen Eltern verlassen wird. Das ist viele Jahre her und nun hat sie ein Studium an der Vancouver Island University begonnen. So lange sie denken kann, hat sie eine Tätowierung im Nacken; woher, weiß sie nicht und auch ihre Adoptiveltern können ihr da nicht weiterhelfen.
An der Universität trifft sie auf Nathan und auf einen Schlag verändert sich ihr Leben und vieles wird auf den Kopf gestellt und die Welt, in der sie sich nun befindet, ist eine ganz andere. Dadurch dass das Buch abwechselnd aus den Perspektiven von Quinn und der von Nathan geschrieben wird, erfährt man als LeserIn viel mehr. Ich hatte relativ früh schon eine Vermutung, in welche Richtung es sich entwickeln würde, dennoch fand ich die Geschichte abwechslungsreich, interessant und spannend geschrieben. Toller Schreibstil, gute Ideen - und leider ein Cliffhanger am Ende, der mich auf das baldige Erscheinen der Fortsetzung hoffen lässt.
Rezensionen von marsu:
Perspektivwechsel
Von riesengroß bis klitzeklein von Klee Julia
Ich liebe das große Format dieses Buches und schon auf dem Cover finden sich viele der Tiere und Personen wieder, denen wir im Buch begegnen. So ergibt sich hier schon ein erster Redeanlass. Die Zeichnungen sind sehr liebevoll ausgestaltet; das fängt schon mit der Unterwasserwelt in der inneren Klappe an.
Für das empfohlene Lesealter ist der Textanteil meiner Ansicht nach etwas zu gering ausgefallen, aber so haben schon Kleinere ihre Freude an dem Buch und auf jeder Doppelseite ändert sich die Größe der Perspektive. So ist die große Kuh auf der nächsten Seite ein Bild auf einer Milchpackung, die danach im Meer landet und so wird geschickt der Aspekt der Umweltverschmutzung eingeleitet. Denn "Die Kleinsten sind manchmal die Größten" und man kann nicht früh genug anfangen, die Kinder auf Klimaveränderung und Co anzusprechen und hier gibt es gleichzeitig aber auch noch schöne Bilder und wie stark man das thematisiert, hängt vom Alter ab.
Rezensionen von PollyLeseratte:
Zugänglich
Helden von Stephen Fry
„Helden“ von ist der zweite Teil „Mythos“ indem uns Stephen Fry die Sagen der Götter und Figuren der Antike neu erzählt.
Mich hat das Buch interessiert, da ich ein meinem Studium (Geschichte & Germanistik) immer wieder mit eben diesen Sagen in Berührung komme, aber nicht mehr alle Geschichten und Zusammenhänge im Kopf habe.
Und Stephen Fry hat es geschafft etwas Ordnung ist das große Wirrwar der Antiken Sagen zu bringen und zeigt aber auch auf, dass sich manche Erzählungen wiedersprechen.
Das Ganze erzählt er nicht wie in der Orginalen, teilweise kompliziert zu verstehen und relativ trocken, sondern auf eine humorvolle lockere Art. Das Buch hat als gedruckte Ausgabe um die 400 Seiten. Ich dachte erst das wird eine Lektüre die mich lange begleitet, aber ich bin durch das Buch geflogen und konnte gar nicht mehr aufhören zu lesen.
Besonders spannend finde ich die Geschichte rund um Ödipus, und in Stephen Frys Erzählart einfach zum weglachen.
Insgesamt hatte ich richtig viel Freude mit dem Buch. Fry schafft es einfach diese komplexe Sagenwelt leicht zugänglich und unterhaltsam anzugehen. Das Buch kann ich nur empfehlen!
Rezensionen von PollyLeseratte:
Lesenswert
Von hier an anders von Robert Habeck
Zu Beginn der Rezension muss ich zur Transparenz vielleicht sagen, dass ich Mitglied der Grünen Jugend bin, also der Jugendorganisation von Bündnis 90/Die Grüne. Somit habe ich vielleicht einen etwas anderen Blick, als Parteilose, bin aber trotzdem möglichst objektiv an das Buch heran gegangen.
Und dazu kann ich einfach sagen: Robert Habeck kann schreiben.
Auch abseits seiner politischen Tätigkeit hat er als (Kinderbuch)Autor und Philosoph Bücher verfasst. Dementsprechend gut geschrieben ist dieses Buch. Es liest sich keinesfalls wie ein Parteiprogramm oder eine Bewerbungsschrift sondern wie ein durchaus gut geschriebener Erfahrungsbericht mit politischen Anteilen.
Es geht einerseits um ihn als Person, um seinen Werdegang auch abseits der Politik. Und dann stellt er aber auch Positionen vor die er (in welcher Position auch immer) vertritt bzw. vertreten möchte. Diese Positionen unterscheiden sich natürlich nicht signifikant, von den aktuellen Positionen der Partei und fließen auch nicht in meine Bewertung ein.
Insgesamt hat mir das Buch im Großen und Ganzen ganz gut gefallen. Die politischen Positionen und deren Begründung waren für mich nichts neues, da ich in den Debatten eigentlich ganz gut drinnen bin. Aber ich denke für Menschen die Lust haben sich mit grünen Positionen UND Robert Habeck als Person zu beschäftigen, kann ich das Buch durchaus empfehlen. Es ist gut geschrieben, kurzweilig und trägt zur Meinungsbildung bei.











