Icon Kontrast wechseln
Logo Bücher Leporello Stöger

Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Sorko:

Homefarming - mach es einfach!

Homefarming von Judith Rakers

Da ich selbst im vergangenen Jahr ein kleines Stück Garten bekommen habe, fand ich dieses Buch sehr inspirierend. Mit einer erfrischenden Sprache macht Judith Rakers dem Neu-Gärtner Mut. Es ist ja gar nicht so schwer, also mach' es einfach! Selbst in der Wohnung geht was, das fand ich schon erstaunlich.

Im ersten Teil geht es um Gemüse, noch unterteilt nach „einfachen“ und „schwierigeren“ Sorten. Die einfachen werde ich im kommenden Jahr auch pflanzen, die Autorin hat mich überzeugt. Zumal es mir genau so geht wie ihr – ich habe keinen grünen Daumen und wenig Ahnung von den Pflanzen. Aber genießen würde ich sie auch gerne. Also werde ich es einfach mal machen.
Der zweite Teil befasst sich ausführlich mit der Hühnerhaltung. Das kommt für meinen Garten leider nicht in Frage, aber ich habe es trotzdem mit großem Interesse gelesen. Und dabei einiges gelernt. Das war sehr aufschlussreich. Im letzten Teil folgen noch zahlreiche Rezepte und Hinweise, einige kann ich dann später vielleicht auch ausprobieren.
Insgesamt hat mir dieses Buch sehr gut gefallen. Wunderbar zu lesen, die Bilder bereichern das Geschriebene. Absolut empfehlenswert!

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Sorko

Rezensionen von Milena:

Einzigartig und unglaublich spannend

Homefarming von Judith Rakers

Worum geht’s?
Rose Gold wurde jahrelang von Ihrer Mutter Patty Watts vergiftet. Durch die Misshandlung Ihrer Mutter hat sie nie eine normale Kindheit erleben dürfen. Sie hat kaum Freunde, ihre körperliche Verfassung lässt zu wünschen übrig und auch psychisch könnte es ihr weit besser gehen. Nach 5 Jahren Haft soll ihre Mutter aus dem Gefängnis entlassen werden.

Wird Rose ihr verzeihen können, und kann Patty ihre Fehler eingestehen, oder nimmt das Ganze ein eher unschönes Ende?
Meine Meinung
Mich hat die Geschichte von Anfang an begeistern können, und ich bin auch im Nachhinein sehr überzeugt von dem Buch. Man steigt in die Handlung aus zwei verschiedenen Perspektiven ein; einerseits aus der Sicht von Rose kurz nach der Verhaftung ihrer Mutter und andererseits aus der Sicht von Patty Watts ab dem Zeitpunkt ihrer Entlassung. Zu beginn passiert erst einmal nicht unglaublich viel, aber dennoch ist die Handlung sehr spannend. Dadurch dass die verschiedenen Zeiten verwendet werden, erfährt man hin und wieder Dinge in der Vergangenheit und hofft, dass sie sich in der Zukunft in eine bestimmte Richtung entwickelt haben.
Immer wieder habe ich mich gefragt, was Rose Gold dazu bewegt hat, ihre Mutter wieder in ihr Leben zu lassen, was ihre Beweggründe dafür waren. Jedes Mal, wenn Patty Adam in den Arm genommen hat, bin ich innerlich zusammengezuckt und dachte „Nein gib ihr nicht das Kind!!“. Allgemein fand ich unglaublich spannend, wie die beiden zu Beginn der Geschichte umeinander herum „getänzelt“ sind, und ich als Leser versucht habe zu verstehen, warum sie sich in dieser Weise verhalten. Beide haben sehr absurde Gedankengänge, die man selbst als psychisch gesunder Mensch so absolut nicht nachvollziehen kann. Bei Patty sind es die Gedanken, dass sie im Recht sei, und nur das Beste für Rose Gold wollte, dies wird wohl erzeugt durch das Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom, gleichzeitig denkt sie jedoch extrem abwertend über Rose („Noch nie war ich so erleichtert, ihre hässliche Visage zu sehen“). Rose selbst hat oft Fantasien, Menschen in Ihrem Umfeld etwas anzutun. Die beiden Charaktere sind aus psychologischer Sicht extrem interessant, und mir gefällt, dass man durch das Buch einen Einblick in diese Gedankengänge bekommen kann.

Fazit
Abschließend kann ich sagen, dass mich das Buch ehrlich begeistert hat. Ich hatte mit einer Art Krimi gerechnet, und meine Erwartungen wurden weit übertroffen. Es gab einige überraschende Wendungen, die Thematik ist sehr originell und interessant. Der Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen, die Sichtweise aus den zwei (auch zeitlich) verschiedenen Perspektiven macht das Ganze unglaublich spannend. Von mir eine klare Empfehlung!

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Milena

Rezensionen von yellowdog:

Psychologisches Duell zwischen Mutter und Tochter

Homefarming von Judith Rakers

Endlich mal wieder ein spannender Psychothriller, der diese Bezeichnung auch wirklich verdient. Gestaltet nach der fast klassischen Art, wie ich es schätze und gegenüber anderen Thrillerarten bevorzuge.
Der Aufbau ist geschickt gemacht, mit wechselnden Perspektiven und verschobenen Zeiten.
Die junge Rose Gold holt ihre Mutter aus dem Gefängnis ab.

Patty saß dort, weil sie ihre Tochter schon seit frühen Jahren krank gemacht haben soll.
Doch nach 5 Jahren Trennung könnte es jetzt zwischen den beiden zu einer Wiederannäherung kommen. Rose Gold ist inzwischen selbst junge Mutter und hat das Elternhaus ihrer Mutter gekauft.

Die in London lebenden amerikanische Autorin Stephanie Wrobel lässt den Plot zu einem Duell zwischen Mutter und Tochter werden. Als Leser war ich oft am Schwanken, zu welcher Seite ich halten soll.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von yellowdog

Rezensionen von Petra Sch.:

ein unterhaltsamer und überraschend-anders aufgebauter Gerichtskrimi

Die siebte Zeugin von Florian Schwiecker; Michael Tsokos

Kurz zum Inhalt:
Der Beamte Nikolas Nölting schwingt sich eines Sonntag Morgens auf sein Fahrrad, winkt seiner Tochter Lily nochmals zu, und schießt dann in einer Bäckerei in Berlin um sich und trifft 3 Personen, eine davon lebensgefährlich. Danach ergibt er sich.
Sein Verteidiger, der Rechtsanwalt Rocco Eberhardt, kann nicht verstehen, warum er so gehandelt hat, denn Nölting schweigt beharrlich.

Doch Eberhardt gibt nicht auf und macht sich aufgrund der Erkenntnisse des Rechtsmediziners Dr. Justus Jarmer mit seinem Freund, dem Privatdetektiv Tobias Baumann auf Spuren- und Motivsuche und begibt sich dabei in der Berliner Unterwelt in Gefahr...


Meine Meinung:
"Die siebte Zeugin" ist der Auftakt der Reihe um Rechtsanwalt Rocco Eberhardt und Rechtsmediziner Justus Jarmer.
Der Spannungsbogen ist aufgrund des außergewöhnlichen Aufbaus (man ist als Leser direkt bei der Tat dabei und rätselt dann mit, warum Nölting, der ein spießiger Beamter und Familienvater ist, das getan hat) und der sehr kurzen Kapitel konstant hoch gehalten.
Das spannende ist, dass niemand - auch Nöltings Ehefrau Anja nicht - weiß, warum Nölting das getan hat. Und ob der Anwalt Moritz Lindner nur aufgrund eines schlimmen Zufalls sterben musste.

Rocco Eberhardt schließt man eigentlich gleich ins Herz, er ist zwar sehr ehrgeizig und will unbedingt gewinnen, merkt aber im Laufe der Zeit, dass es nicht ums Gewinnen geht. Sondern einer Familie zu helfen.
Justus Jarmer war für mich noch eher etwas ungreifbar. Ich hoffe, das ändert sich in den nächsten Bänden.
Und dann ist noch der extrem unsympathische Staatsanwalt Dr. Bäumler, der arrogant ist und immer im Mittelpunkt stehen muss.

Die kurzen Kapitel, die mit Tag und Uhrzeit beschriftet sind, und auch die Ermittlungen bzw. Verhandlungstage im Gericht gefielen mir sehr gut. Es wurde bei den Befragungen der Zeugen nicht zu sehr ins Detail gegangen, sodass es zu keiner Zeit langweilig wurde. Und die wichtigste Zeugin ist natürlich die siebte: Nöltings Ehefrau Anja.
Wie Rocco es schafft, hinter das Geheimnis von Nöltings Tat zu kommen und als er dann den Grund kennt-das bestmögliche Urteil herauszuholen-ist faszinierend zu verfolgen. Als man dann den Beweggrund für die Tat weiß, hat man Mitleid mit Nölting und kann sein Handeln nachvollziehen.
Am Schluss gibt es einen tollen Cliffhanger, der Lust auf den Folgeband macht!

Für mich sind jedoch einige Dinge ZU glatt gelaufen, und ganz konnte ich auch nicht nachvollziehen, warum Rocco so oft die Meinung von Jarmer eingeholt hat, obwohl der ja ein ganz anderes Fachgebiet hat und die beiden auch (noch) nicht befreundet sind - ansonsten wurde ich von diesem Gerichtskrimi sehr gut unterhalten.


Fazit:
Auftakt einer aufregenden Justizkrimi-Reihe, bei der ein gewiefter Rechtsanwalt mit einem wahrheitsliebenden Rechtsmediziner zusammenarbeitet. Ich freue mich schon auf die weiteren Bände!

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Petra Sch.

Rezensionen von Lesemama:

Mir war es zu langatmig

Aller guten Dinge sind zwei von Mhairi McFarlane

Zum Buch:
Laurie ist mitte dreißig und schon seit achtzehn Jahren mit ihrem Dan zusammen.
Als bei ihr der Kinderwunsch erwacht, erhöht bei Dan der Freiheitsdrang und er macht Schluss mit Laurie.
Die Beiden arbeiten aber auch noch im gleichen Büro und müssen sich täglich sehen.
Nach gerade mal zwei Monaten hat Dan eine Neue und Laurie ist mit dem Bürogigolo im Fahrstuhl gefangen .

..

Meine Meinung:
Ansich finde ich die Idee ganz gut. Es passiert ja geradezu tagtäglich das Beziehungen auseinandergehen. Das Paare unterschiedliche Wünsche an eine gemeinsame Zukunft haben. Aber ... Es war so unglaublich langatmig. Ich bin zwar absolut kein Fan von Kurzromanen, aber etwas schneller darf es schon voran gehen. Wenn auf fünf Seiten zehnmal die silberne Uhr erwähnt wird, wird es stupide.
Ich glaube auch, dass ich mit dem englischem Frauenbild nicht wirklich klar komme. Mit Mitte Dreißig sollte eigentlich die ewige Party vorbei sein, man sollte sein Leben eigentlich im Griff haben und an seine Zukunft denken. In den letzten Romanen, die ich über englische Frauen las, haben die nur Party gemacht, viel Alkohol getrunken und am Ende des Geldes war noch so viel Monat über.

Die Idee des Buches war eigentlich ganz gut, konnte mich aber irgendwie nicht vom Hocker hauen und hat mich lange Zeit einfach nur gelangweilt.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Lesemama

Rezensionen von yellowdog:

Der Autor hat mehr gelacht als der Leser

Die Erfindung des Dosenöffners von Tarkan Bagci

Der Romantitel deutet auf eine originelle Geschichte hin, aber bis dahin ist es ein langer Weg.
Der Möchtegernjournalist Timur Aslan ist unzufrieden mit seinem Job bei einer Provinzzeitung. Er glaubt an eine bedeutendere Karriere. Als Leser fragt man sich aber wie er darauf kommt, denn allzu scharfsinnig ist er wirklich nicht.

Manchmal benimmt er sich naiv oder wie ein Jugendlicher, erlebt auch noch zu Hause und oft im Streit mit seinem Vater. Es fällt mir immer schwer, mich mit dämlichen Protagonisten in einem Roman abzufinden, doch immerhin ist Timur doch einigermaßen sympathisch.
Seine Gedankenwelt bestimmt die Erzählperspektive ganz. Dabei ist eine Spur von Ironie dabei und jeden Menge flacher Sprüche. Das soll witzig sein, ist aber zu abgegriffen. Ein Schreibstil, wie aus einem Chicklit-Roman, jedoch ohne Romanzeanteil.
Die exzentrische Annette Wagner ist die zweite wichtige Figur und angebliche Erfinderin des Dosenöffners. Für meine Leseauffassung ist diese Figur sehr überzogen. Aber als Leser kann man sich die Figuren nun mal nicht aussuchen und es wird langsam interessanter als Timur und Annette gemeinsam in die Schweiz reisen und Annette von ihrer bewegten Vergangenheit erzählt. Dann kommt aber noch einmal eine unerwartete Wendung.

Fazit: Aus der Idee hätte man mehr machen und die Jokes sich durchgängig misslungen, aber der Handlungsverlauf war nicht schlecht gemacht.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von yellowdog

Rezensionen von Vicky:

Liebe brauchte Mut

Die Erfindung des Dosenöffners von Tarkan Bagci

‘Newfield‘ ist bereits der zwölfte Band der Reihe ‘Die Totenbändiger‘. Unglaublich dass wir sie bereits so lange begleiten dürfen! Bei den Totenbändigern handelt es sich um Fantasy-Romane der Autorin Nadine Erdmann. Vom Cover War ich dieses Mal total geflasht – es ist zum ersten Mal bunt! Farbe ist man bisher von der Reihe nicht gewohnt, es gefällt mir aber dennoch sehr gut! Außerdem passt es auch zu den anderen Bänden der Reihe wodurch der Wiedererkennungswert auf jeden Fall gegeben ist.

Unter 'Was bisher geschah' bekommt man, wie immer, eine kurze Zusammenfassung der letzten Ereignisse wodurch der Wiedereinstieg um einiges erleichtert wird. Die Geschichte selbst umfasst siebzehn Kapitel sowie eine Vorschau auf den nächsten Band.

Ich muss gestehen ich warte bereits sehr, sehr lange auf Newfield – entsprechend hoch waren meine Erwartungen. Und ich muss sagen: diese wurden definitiv nicht enttäuscht! Nadine Erdmann schafft es jedes Mal aufs neue mich in den Bann der Totenbändiger zu schlagen. Ich konnte das Buch nur schwer aus der Hand gebe, schließlich musste ich erfahren was sich so in Newfield tut. Der Schreibstil ist, wie bereits aus den anderen Bänden gewohnt, sehr angenehm und die Seiten fliegen nur so dahin. Ehe man sich’s versieht hat man bereits das Ende der Geschichte erreicht. Ich bin noch immer total begeistert von den Ereignissen und Figuren!

Ich muss gestehen: Ich bin absolut süchtig nach dieser Reihe, die Geister aber vor allem die Totenbändigern haben es mir sehr angetan. Nadine Erdmann hat hier etwas fantastisches geschaffen! Gut gefällt mir auch, dass man mit jedem neuen Band die Figuren besser kennenlernen darf. Die Leute, sowie die Ereignisse, sind sehr interessant und an Humor fehlt es hier definitiv nicht - eine genial Kombi!

Empfehlung: Unbedingt die anderen Bände vorher lesen, man kenn sich ansonsten zu wenig aus und verdirbt sich dadurch womöglich eine absolut geniale Reihe!
Fazit: Die Autorin überzeugt mit einem mitreißenden Schreibstil, vielschichtigen Figuren und einer tollen Geschichte! Die Mischung aus Fantasy und Humor ist absolut genial.
Ich werde die Serie 'Die Totenbändiger‘ auf jeden Fall im Auge behalten und jeden neuen Teil freudig verschlingen :-)

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Vicky

Rezensionen von Bellis-Perennis:

Hat mich sehr gut unterhalten

Steirertanz von Claudia Rossbacher

Es ist Winter in Bad Aussee und eine herrschaftliche Villa geht in Flammen auf. Als man in den rauchenden Trümmern eine weibliche Leiche findet, haben Sandra Mohr und Sascha Bergmann ihren elften Fall.

Die Tote, so stellt sich heraus, ist Luise Lex, eine der Zwillingsschwestern Lex, die eine gut gehende Trachtenmanufaktur betreiben.

Sie wurde getötet und das Feuer zur Vernichtung der Spuren gelegt.

Wer könnte hier der Täter sein? Die Schwestern haben genügend Feinde, da sie mit ihrer Trachtenmode einigen eingesessenen Firmen das Wasser abgraben. Oder liegt das Motiv darin, dass die beiden sich vehement gegen das Bauprojekt auf dem Nachbargrundstück wehren? Es sollen hochpreisige Ferienappartments errichtet werden und ausgerechnet Lilly Lexs Ex-Ehemann ist der Immobilienentwickler. Ein Schelm, der da Böses denkt.

Meine Meinung:

Nachdem Sascha Bergmann von seiner im letzte Fall erlittenen lebensbedrohenden Sepsis einigermaßen erholt hat, läuft er zu seiner gewohnten Form auf. Im Gegensatz zur Steirerin Mohr, sind ihm, dem gebürtige Wiener, die Berge verhasst und überhaupt im Winter. „Ich hasse Landschaft. Noch dazu wo Schnee liegt.“ Knurrt er, als ihn Sandra auf die malerische Gegend aufmerksam macht. Wie so häufig trägt er nicht wintertaugliches Schuhwerk, etwas sonst immer Frauen angelastet wird.

Doch nun zurück zum Fall. In der üblichen Kleinarbeit nehmen Sandra Mohr und Sascha Bergmann die Umgebung der Zwillinge unter die Lupe und bekommen Erstaunliches zu hören. Die tote Luise ist wegen ihrer Geschäftstüchtigkeit wenig beliebt. Schon als Kind ist „die fiese Luise“ genannt worden, während Lilly die liebe, nette Schwester bei und mit allen gut ausgekommen sei.
Zwei so unterschiedliche Charaktere haben mich sofort ans „doppelte Lottchen“ von Erich Kästner denken lassen.

Eine vielversprechende Spur führt die beiden Ermittler zu DEM gesellschaftlichen Ereignis nach Wien: dem Steirerball. Endlich ist Sascha Bergmann wieder in seiner geliebten Heimatstadt. Dass er trachtig ausstaffiert auf den Steirerball in die Hofburg muss, gefällt ihm zwar so gar nicht, vor allem, wenn die neuen Schuhe drücken, aber, wenn es den Ermittlungen dient, beißt auch der Bergmann in den sauren Apfel.

Gut gefällt mir, dass die Autorin Martin Stein und Sarah Pauli,zwei Figuren ihrer Autorenkollegin Beate Maxian, auftreten lässt. Selbst die aktuelle coronabedingte Absage des Steirerballs, der neben Opernball, Philharmoniker- bzw. Juristenball ein Highlight des Wiener Faschings ist, bindet Claudia Rossbacher ein und lässt diesen elften Fall im Jahr 2022 spielen.

Ich mag die Wortspiele zwischen den beiden Ermittlern und muss immer wieder über die Macho-Sprüche des Sascha Bergmann schmunzeln. Sandra Mohr bleibt ihm wenig schuldig.

Geschickt eingeflochten, spielen sowohl Sandra als auch Sascha Fremdenführer für den/die jeweils andere, in den Gegenden, die sie wirklich gut kennen. Sie in der Steiermark, er in Wien.

Fazit:

Wieder ein gelungener Krimi von Claudia Rossbacher, dem ich gerne 5 Sterne gebe.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Bellis-Perennis

Rezensionen von Bellis-Perennis:

Die Dosis macht das Gift

Rote Belladonna von Jürgen Seibold

Dieser Krimi ist der zweite Fall für die sympathische Apothekerin Maja Ursinus, die zwar mit Leib und Seele Pharmazeutin ist und trotzdem gerne kriminalistische Rätsel löst.

Großonkel Heribert ersucht sie, in der Apotheke seiner alten Freundin Elisabeth ein wenig nach dem Rechten zu sehen. Elisabeth, eine Verfechterin der Homöopathie und darin eine Expertin, soll einer alten Dame verfälschte Globuli verabreicht haben, an denen die Frau dann auch tatsächlich verstorben ist.

Ihre Reputation und die Existenz der Salus-Apotheke sind nun gefährdet.

Maja nimmt also eine Stelle als Aushilfe an und beginnt sich umzusehen. Dabei entdeckt sie einige Geheimnisse der Angestellten. Doch es scheint niemand einen Grund zu haben, durch Atropin-versetzte Globuli seinen Arbeitsplatz aufs Spiel zu setzen.

Was oder wer ist also für diese Kampagne gegen die Salus-Apotheke verantwortlich? Feinde scheint die Apothekerin in Marburg ja genug zu haben. Und was soll der Einbruch, bei dem nichts gestohlen worden ist?

Meine Meinung:

Als Hintergrund für seinen Krimi hat Autor Jürgen Seibold die Universitätsstadt Marburg gewählt. Eine kleine überschaubare Stadt, wo man sich kennt. Auch hier gibt es, wie in jeder Stadt, Befürworter und Gegner von Samuel Hahnemanns Theorie „Gleiches mit Gleichem zu heilen“. Und, wie schon Paracelsus mit seinem Ausspruch „Die Dosis macht das Gift“ bemerkt hat, spielt die Menge eines Wirkstoffes eine große Rolle. Geschickt bindet der Autor die Herstellung der Globuli in die Handlung ein. Das hat mit gut gefallen!

Gut gelungen sind auch die Charakterstudien. Vor allem die Mitspieler der Apotheke haben alle so ihre Ecken und Kanten. Bei Dr. Kohn, einem echten Feind der Homöopathie, hat sich bei mir sofort das Bild vom Rumpelstilzchen aufgedrängt.

Die Figuren sind n gut und böse eingeteilt. Es gibt wenig Zwischentöne. Daher lässt sich bald der bzw. Täter eingrenzen.

Der Schreibstil ist leicht und flüssig. Allerdings und das kostet den 4. Stern, ist die Auflösung viel zu schnell herbeigeführt. Sie wirkt ein wenig hastig, so als hätte der Autor den Abgabetermin dicht vor Augen. Da wären 20, 30 Seiten mehr eine gute Investition gewesen.

Ich werde mir auch den Vorgänger „Schwarzer Nachtschatten besorgen. Die beiden Cover haben einen hohen Wiedererkennungswert, auch wenn mir beim Titel „Rote Belladonna“ die Farbe rot ein wenig gefehlt hat.

Fazit:

Eins sympathische Ermittlerin, die mit Köpfchen und Empathie Verbrechen aufklärt.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Bellis-Perennis

Rezensionen von Bellis-Perennis:

Puppenspiele heute

Schwabentod von Sybille Baecker

Dieser Krimi ist für Andreas Brander und sein Team der neunte, für mich der erste. Warum eigentlich? Wie konnte ich diese Reihe bisher übersehen?

Worum geht’s?

KHK Brander und seine Kollegin Persephone „Peppi“ Pachatourides werden zu einem entlegenen Aussiedlerhof gerufen. Der Anblick, der sich dort den Ermittler bietet, gleicht einem bizzaren Marionettenspiel.

Levin Goldmann liegt grotesk verrenkt und mit rosa Lack überzogen in seinem Haus. Die einzigen „Tatzeuginnen“ sind sechs lebensgroße Silikonpuppen, von denen eine mit Peppi plappert. Ziemlich schräg! Nach und nach stellt sich heraus, dass Goldmann mit den Puppen handelt und sie als Gefährtinnen gegen die Einsamkeit anpreist.

Als wenig später eine weitere rosa lackierte Leiche auftaucht, die noch dazu mit Goldmann bekannt war und mit ihm Geschäfte gemacht hat, muss sich Brander in die Welt der „Real Dolls“ begeben.

Meine Meinung:

Es mag zu Beginn ein wenig spooky scheinen, von Menschen zu lesen, die lieber mit lebensgroßen Puppen leben als mit echten Partnern. Noch gruseliger ist es aber, dass diese „Living Dolls“, wie sie auch genannt werden, eine KI also Künstliche Intelligenz besitzen und ähnlich wie Alex, Siri oder Co. auf Kommandos reagieren und/oder Konservation pflegen können. Autorin Sybille Baecker hat viel Zeit in die Recherche gesteckt und im Dialog zwischen den Teammitgliedern erfährt der staunende Leser, was es nicht alles zu kaufen gibt. Ganz billig sind diese lebensechten Puppen ja nicht. Je nach Ausführung sind das schon einige tausend Euro zu berappen. Gekleidet und geschminkt wollen diese Damen ja auch werden. Füttern braucht man sie nicht. Daher sind Figurprobleme und Diäten kein Thema,

Die Charaktere dieses Krimis überzeugen. Sie haben alle ihre Ecken und Kanten, wobei die Bösen immer einen Hauch komplexer zu sein scheinen. Durch geschickt platzierte Hinweise führt die Autorin ihre Leser ein wenig an der Nase herum. Da ist zum einen die Freundin von Levin Goldmann, die lügt wie gedruckt, aber ein wenig zu naiv wirkt, um die Täterin zu sein. Zum anderen scheint auch der Geschäftspartner von Goldmann verdächtig.

Andreas Brander ist ein empathischer Ermittler, der durch den Herzinfarkt seine unmittelbaren Vorgesetzten nicht nur dessen Lebensretter ist, sondern auch in dessen Rolle schlüpfen muss, was ihn ein bisschen an seine Grenzen bringt. Doch mit einem Glas erlesenem Whisky kann er sein inneres Gleichgewicht wieder finden, das auch seine Ziehtochter Natalie ein wenig aus dem Gleichgewicht gebracht hat.

Herrlich auch die beiden Emanzen-Schwestern, die gerne übers Ziel hinausschießen. Wobei, ein Körnchen Wahrheit in ihren Thesen vorhanden ist: In Führungsetagen sind Frauen nach wie vor unterrepräsentiert.

Jedenfalls habe ich festgestellt, dass mir durch die Unkenntnis dieser Reihe eine Vielzahl von vergnüglichen Lesestunden vorenthalten wurden. Dem muss ich gleich abhelfen und mache mich auf die Suche nach den acht Vorgängern. Und wenn, wie die Frau Autorin andeutet, im Herbst 2021 ein zehnter Fall für Brander & Team zu haben sein wird, bin ich gleich dabei.

Fazit:

Ein fesselnder Krimi, der durch das Thema ein wenig skurril wirkt, jedoch einen ernsten Hintergrund hat. Gerne gebe ich hier 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Bellis-Perennis