Icon Kontrast wechseln
Logo Bücher Leporello Stöger

Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Leserin71:

Kann man Entscheidungen rückgängig machen?

Die Mitternachtsbibliothek von Matt Haig

Verstehen kann man das Leben rückwärts, leben muss man es aber vorwärts. Sören Kierkegaard

Nora Seed ist verzweifelt. Ihr Leben, das so vielversprechend begonnen hatte, liegt in Trümmern. Eltern tot, der Kontakt zum Bruder weg, Hochzeit abgesagt, Job weg, Katze tot - das sind nur ein paar der Tiefschläge in ihrem fast vierzigjährigen Leben.

Schon seit längerem nimmt sie Antidepressiva und als sie beschließt zu sterben, ein paar mehr.

Zwischen Leben und Tod kommt sie in die Mitternachtsbibliothek. Unter Anleitung ihrer alten Schulbibliothekarin Mrs. Elm kann Nora Bücher auswählen und so quasi in andere Leben eintauchen, die sie leben hätte können. Doch dann wird sie vor die Entscheidung gestellt, welches dieser Leben sie nun leben wolle...


Meine Meinung:

Permanent werden wir vor Entscheidungen gestellt, die man erst im Nachhinein als richtig oder falsch einstufen kann und manchmal ändert sich diese Einschätzung auch noch. Die Idee des Buches, dass man schauen kann, welche Konsequenzen Entscheidungen nach sich gezogen hätten, gefällt mir sehr. Wer würde nicht gerne in die Zukunft schauen und dann das beste Leben für sich auswählen? Doch was macht eigentlich das beste Leben aus? Erfolg, Ruhm, Familie, Ehe, Sport - Nora erlebt viel Positives, aber wo Licht ist, da ist auch Schatten.

Hatte mich der Anfang noch niedergedrückt, wurde ich immer faszinierter von den Szenarien, die sich so unterschiedlich in meinem Kopf darstellten.

Annette Frier hat als Sprecherin maßgeblich dazu beigetragen. Unaufgeregt und doch mitfühlend hat sie Noras Geschichte sehr gut eingesprochen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Leserin71

Rezensionen von Gaby 2707:

Familienalltag auf humorige Weise vorgestellt

Man sollte öfter mal ausmisten von Monika Bittl

Bei einem Dreh läuft Regisseurin Franziska Schweighöfer in der Drehpause ihre Jugendliebe Giovanni über den Weg. Sie und Bastian sind seit 27 Jahren verheiratet. Da ist die Luft raus. Die Kinder Vinzenz und Emma sind dabei sich abzunabeln. Vinzenz zieht in eine WG und Emma sucht sich ihres Freundes Leo zuliebe eine überteuerte Schimmelwohnung.

Franziska, die schon immer die Aktivere in ihrer Beziehung war, will die Scheidung. Und Bastian, der immer alles gottergeben hingenommen hat, stimmt auch diesmal zu, wie immer halt. Die Kinder und vor allem Oma Mathilde haben da allerdings etwas dagegen. Oma hat auch schon einen Plan und holt ihr „Herzleiden“ aus der Schublade. Da kann man ja die Aufregung einer nahenden Scheidung absolut nicht gebrauchen. Ob es trotz Corona bedingter Ausgangssperre, luftreinigenden Streitereien und einem neuen Schlafzimmer bei dem Trennungsvorhaben bleibt? Das findet ihr am besten heraus, wenn ihr das Buch ganz schnell lest. Ihr werdet es nicht bereuen.

Ich kenne schon einige Bücher von Monika Bittl, die ich sehr liebe. Und auch diesmal wurde ich wieder genau so gut unterhalten, wie bisher. Ich liebe ihren auf den Punkt gebrachten Humor und die bildhaften Beschreibungen, bei denen sich sofort Bilder im Kopf zusammenstellen. Ihre Figuren sind aus dem Leben gegriffen und könnten meine Nachbarn sein.
Obwohl die Geschichte sehr humorvoll geschrieben ist und ich immer wieder laut lachen musste, hat sie doch einen ernsten Hintergrund. Wie viele andere Paare bin auch ich nun schon seeehr lange verheiratet und konnte mich so gut in Franziska hineinversetzen. Auch unsere Kinder waren irgendwann ausgezogen und genau wie Franziska und Bastian mussten mein Mann und ich schauen, wie wir unser Leben als „alleingelassenes“ Paar wieder in Schwung bringen. Durch Corona, das auch hier ein Thema ist, fühle ich mich den Beiden noch näher. Ich bin mit Anna, der angehenden Ärztin, die sich einer Freiwilligengruppe angeschlossen hat, zum Corona testen unterwegs; erlebe Hamsterkäufe und versuche die Ausgangsbeschränkungen zu umgehen. Dies alles bringt mir die Geschichte noch näher, weil ich ja gerade selbst mitten drin stecke.
Gefragt habe ich mich, was hier mit „ausmisten“ im Titel gemeint ist. Da es zu keinem großen Ausräumen kommt, habe ich dies auf das Aufräumen bzw. Ausmisten der inneren Einstellung der Protagonisten geschoben. Denn da ändert sich, wie beim normalen Ausmisten, schon so einiges.

Eine lebensnahe Geschichte, die die Alltagsthemen beleuchtet, wie sie sind, wenn nach vielen Jahren Ehe der Lack ab ist. Monika Bittl hat meinen Humor wieder voll getroffen und mich sehr gut unterhalten. Dafür bekommt sie von mir die volle Punktzahl von 5 Sternen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Gaby 2707

Rezensionen von Sorko:

Ein ernster Christ

Der Philosoph des Herzens von Clare Carlisle

Kierkegaard zu verstehen ist nicht so ganz einfach. Sein Leben lang war er der christlichen Religion verbunden, doch es war die Christwerdung, die ihn besonders beschäftigte.
Um Christ zu sein, musste man selbst zu Christus werden, musste so leiden, wie Christus einst gelitten hatte. Er widersprach den Offenbarungen der offiziellen christlichen Kirche, in der eine mildere Art des Christentums gepredigt wurde.

Und er litt vermutlich lange an der misslungenen Beziehung zu Regine Olsen, mit der er sich 1840 verlobte und kurze Zeit später die Verlobung wieder löste.

Der Verdienst von Clare Carlisle ist es, die komplexe Persönlichkeit Kierkegaards dem Leser tatsächlich nahe zu bringen. Im ersten Teil des Buches kehrt der Philosoph von Berlin nach Kopenhagen zurück. Im zweiten Teil folgt die Autorin Kierkegaards Auffassung „das Leben kann man nur rückwärts verstehen (muss es aber vorwärts leben)“, in dem sie seine Jahre rückwärts von 1848 bis 1813 darstellt. Im dritten Teil geht es dann um seine letzten Jahre bis 1855.

Innerliche Konflikte kannte Kierkegaard schon als Kind. Der Vater hatte sich vom Sohn eines Bauern zu einem angesehenen Kaufmann in Kopenhagen hochgearbeitet. Die Mutter, zweite Frau seines Vaters, war eine Magd und nicht sehr gebildet. Der Junge kam als letztes von sieben Kindern zur 1813 zur Welt. Er wuchs in einem streng religiösen Haushalt auf, was seine Entwicklung sicher beeinflusst hat. Er lag ständig in innerem Streit mit sich selbst, wie ein Mensch denn richtig zu sein hatte. Seine inneren Konflikte verarbeitete er durch das Schreiben. Er schrieb sehr viel, und er schrieb für die Öffentlichkeit. Er wollte, dass man ihn verstand, und er litt darunter, dass es offenbar nicht so war.

Ich verstehe dieses Buch nicht als eine lückenlose Biografie, das ist es sicher nicht. Aber es bringt diesen meiner Ansicht nach komplizierten Menschen dem Leser näher. Und es beleuchtet interessante Aspekte seines Lebens. Die Darstellung ist gut verständlich, ich fand es insgesamt sehr informativ und gelungen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Sorko

Rezensionen von yellowdog:

Das Leben auf dem Land und an sich

Das, was du suchst von Marjoleine de Vos

Dieses kurze Buch ist ein sperriges kleines Ding, aber so das es wirklich Spaß macht.
Es ist im Prinzip ein Essay und die Autorin Marjoleine de Vos weiß wirklich viel, das merkt man beim Lesen. Sie nutzt treffende Vergleiche und Bezüge.
Zwischen dem Text befinden sich einige atmosphärische schwarzweiß-Fotos von dem Fotojournalisten Anjo de Haan.

Wirklich fantastisch! Aber eigentlich reichen auch schon die Sätze der Autorin um sich die Natur bildlich vorzustellen. Man denkt sogar, sie zu riechen, also allumfassend wahrzunehmen.
Die Umgebung von Groningen ist sehr wichtig, und es geht über das hinaus, was man vom Untertitel „Von der Sehnsucht nach dem Spazierengehen“ erwarten konnte.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von yellowdog

Rezensionen von Gaby 2707:

Spannenden und wendungsreicher Krimi

Cold Case – Das gezeichnete Opfer Kriminalroman von Tina Frennstedt Hanna Granz

Unterhalb des Leuchtturms von Stenshuvud, der plötzlich wieder leuchtet, entdeckt der Fischer Olle Hansson die Leiche einer der umstrittensten Künstlerinnen Schwedens: Mischa Lindberg, die ihr letztes Bild, das bald der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden soll, mit ihrem Menstruationsblut gemalt hat.

Ihr Kunstwerk ist zerstört und neben der Leiche findet die Polizei eine Lehmsorte, die sie nicht zuordnen kann. Genau dieser Lehm wurde an einer männlichen Leiche gefunden. Ein Cold Case von vor 15 Jahren.
Polizeikommissarin Tess Hjalmarsson und ihre Kollegin Marie Erling ermitteln unter Hochdruck. Sie müssen beide Verbrechen aufklären um einen weiteren Mord zu verhindern.

Für mich ist dies das erste Buch, das ich von der Autorin Tina Frennstedt lese. Obwohl ich den ersten Band der Reihe nicht kenne, bin ich ohne Mühe in den neuen Fall eingestiegen. Mir hat ihr Schreibstil sehr gut gefallen. Sie bringt Vieles ohne großes Umschreiben schnell auf den Punkt. Neben den Ermittlungen zu dem aktuellen Fall bringt sie die Nachforschungen zum Cold Case und die privaten Einblicke der Ermittler sehr gut zusammen. Für mich war das Lesen zu keinem Zeitpunkt langatmig, weil immer etwas geschieht, sei es auch noch so unspektakulär.
Ihre Figuren sind sehr gut ausgearbeitet, wirken menschlich und nahbar. Vor allem Tess Hjalmarsson, die mit ihren privaten Problemen ihr Pakerl zu tragen hat, gefällt mir sehr gut. Genau so wie ihre vollkommen gegensätzliche Kollegin Maria Erling. Beide ergänzen sich super, bilden ein perfektes Team und tun alles, um die beiden Fälle zu lösen.
Die Geschichte wird immer wieder aus einer anderen Perspektive erzählt. Hier haben mir die Rückblicke zu Max und die Perspektive der „Ehefrau“ sehr gut gefallen. Mir war schon sehr schnell klar, wer der Täter ist, der hier gesucht wird. Aber wer sich hinter dem „Ehemann“ verbirgt, darauf wäre ich nicht gekommen. Auch warum Max gestorben ist, hat mich einfach nur erschüttert.
Spannend ist die Geschichte auch aus dem Grund, weil das Team nur wenige Tage hat um den Cold Case zu lösen. Ansonsten soll es aus Kostengründen aufgelöst werden. Klar habe ich da mit gefiebert, dass das nicht passiert.

Mir hat dieser für mich erste Fall für Polizeikommissarin Tess Hjalmarsson und ihrer Kollegin Marie Erling sehr gut gefallen. Erstmal freue ich mich auf Band 1, den ich noch lesen werde und dann auf den 3. Fall, der bestimmt bald kommt.
Für den spannenden und wendungsreichen Krimi vergebe ich die volle Punktzahl von 5 Sternen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Gaby 2707

Rezensionen von barbara.liest:

Geschichte einer Kindheit

Das achte Kind von Alem Grabovac

Alem Grabovac erzählt in seinem Roman "Das achte Kind" die Geschichte seiner Kindheit.
Die Mutter, eine ausländische Fabriksarbeiterin, hoffte in Deutschland ein besseres und komfortableres Leben zu finden als in ihrer Heimat Jugoslawien.
Der Vater, ein bosnischer Gastarbeiter, geht auch in Deutschland keiner geregelten Arbeit nach sondern lügt und betrügt.

Alem wird mit ein paar Wochen zu Marianne und Robert gebracht. Sie haben selbst 7 eigene Kinder und 4 weitere Gastarbeiterkinder zur Pflege unter der Woche.
Alem bleibt schließlich bei ihnen auch als die Kindeseltern sich trennen, seine Mutter eine neue Arbeit bekommt und auch einen neuen Lebensgefährten kennenlernt.
Marianne sorgt sich sehr um ihre Kinder, Robert ist Journalist für ein Motorradmagazin und großer Fan des Nazionalsozialismus.
Schöne Erinnerungen sind die Urlaube bei den Großeltern in Jugoslawien oder die Familienurlaube mit Marianne und Robert.

Alem Grabovac erzählt sehr anschaulich und nachvollziehbar seine eigene Geschichte, das Leben zwischen zwei bzw eigentlich drei Welten und seinen Status als Kind und doch nicht Kind.
Er geht auch ein wenig auf den geschichtlichen Hintergrund ein damit man manche Situationen besser verstehen kann.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von barbara.liest

Rezensionen von Hennie :

Seelische Abgründe

Trauma - Kein Entkommen von Wortberg Christoph

Im ersten Teil der Trilogie "Trauma – Kein Entkommen“ berührte mich bereits im Prolog das brutale Schicksal des kleinen Kindes. In weiteren Abschnitten wurden die erbarmungslosen Erlebnisse noch vertieft. Wer in einem zarten Alter von drei Jahren schon diese immensen, seelischen Grausamkeiten erfahren musste, kann fürs Leben nur bleibende Schäden davontragen! Erst gegen Ende des Buches wird aufgeklärt, wer sich hinter diesem Kind, dessen Geschlecht noch nicht offenbart wird, verbirgt.

Das ist der eine wesentliche Handlungsfaden, der sich durch die unglaubliche Geschichte zog.
In der Hauptsache geht es um die Münchner Mordermittlerin Katja Sand, die mit ihrem Kollegen Rudi Dorfmüller zwei seltsame Todesfälle aufzuklären hat. Die außergewöhnlichen Umstände wie die zwei jungen Männer ums Leben gekommen sind, lassen Katja nicht an Selbstmord glauben. Sie beginnt entgegen aller Widerstände, die ihr massiv entgegenschlagen, weiter in der Vergangenheit und im Umfeld der Opfer zu graben. Es kommt Unglaubliches ans Tageslicht. Die Wahrheit wurde vertuscht, um politischen Schaden abzuwenden, um Ansehen um jeden Preis zu erhalten! Menschenverachtend und skandalös!

Wie schon dem sehr passenden Titel zu entnehmen ist, spielt das Thema Trauma eine große Rolle. Neben den beruflichen Hindernissen trägt die Kommissarin auch private Probleme mit sich herum. Die haben zum einen mit ihrer pubertierenden Tochter zu tun, zum anderen betreffen sie Katjas Vergangenheit. Was da geschehen ist, wird wohl erst gegen Ende der Trauma-Reihe enthüllt. Es muss gravierend sein und setzt in mir eine gewisse Erwartung frei. Ich bin sehr gespannt auf die Fortsetzung der Reihe.
Den Schreibstil von Christoph Wortberg empfand ich als sehr wohltuend. Es geht auch ohne reißerische, blutrünstige Sprache! Die Kapitel sind in angenehmer Länge und ließen mich gespannt dem Geschehen folgen. Sinnvoll wurde die Geschichte in drei Teilen erzählt, Wasser, Eis und Feuer. Zum Schluß hin werden die beiden Fälle in sehr gewagter Art durch Katja aufgeklärt, wobei sie sich durch ihre Ermittlungen leichtsinnigerweise in große Lebensgefahr begibt.
Katja Sand erhält vom Autor einen wunderbaren Kollegen als Partner an die Seite gestellt. Rudi Dorfmüller ist einfach ein dufter Typ von der Marke Kumpel, der immer da ist, wenn er gebraucht wird. Seine größte Liebe allerdings gehört seinem goldfarbenen 77er-Granada mit Vinyldach. Mal schauen, ob sich da nicht noch etwas entwickelt zwischen ihm und der alleinerziehenden Kollegin...

Das Buch vermochte mich gut zu unterhalten und bekommt von mir die Höchstbewertung!

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Hennie

Rezensionen von begine:

Ostpreußische Vergangenheit

Nächstes Jahr in Berlin von Astrid Seeberger




„Nächstes Jahr in Berlin“ ist ein wortgewaltiger Roman von der in Schweden lebenden Schriftstellerin Astrid Seeberger
Ich habe schon ihren Roman Goodbye Bukarest gelesen. Der neue Roman scheint davor entstanden zu sein, denn am Ende sagt ihr Mann, das er die Reise nach Bukarest gebucht hat.

Da ich im ähnlichen Alter wie die Autorin bin berührt mich dieser Roman. Unsere Eltern haben so schreckliches erlebt, das ihnen nichts anderes überblieb, als die Erlebnisse zu verdrängen, um weiter leben zu können.

Die Mutter ist in Ostpreußen geboren und hat als BDM Mädchen die Flucht erlebt. Bis zum Schluss ist sie davon gezeichnet. Das sie nicht weiß, was mit ihrem Bruder Bruno geschah lässt sie nicht los.
Das beschreibt die Autorin mit außergewöhnlicher Bildkraft und Dichte.
Sie entwickelt alle Personen realistisch und lebensnah durch das ganze Buch.
Am Ende muss man das alles erst mal sacken lassen.


Dieses Buch ist ein großartiger gut gelungener Roman.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von begine

Rezensionen von readpassion9:

gelungener Auftakt

Trauma - Kein Entkommen von Wortberg Christoph

Katja Sand, alleinerziehende Mutter einer 15jährigen Tochter und Ermittlerin bei der Kripo München ermittelt in gleich zwei Todesfällen. Zwei Männer kamen unter merkwürdigen Umständen ums Leben. Beide Fälle deuten auf Selbstmord hin, doch Katjas Bauchgefühl sagt etwas anderes. Sie ermittelt mit ihrem Team und findet heraus, dass beide Männer unter einem Trauma litten, das frappierend an die Art ihrer Selbstmorde erinnert.

Mord oder Selbstmord, das ist die Frage.

Die Story beginnt mit der Geschichte eines kleinen Jungen, sofort ist klar,´dass es sich um den Täter handeln muss. Ein Täter, der als Kleinkind schwer traumatisiert wurde. Im hier und jetzt lernen wir Katja kennen, die mir von Anfang an sympathisch war. Eine Mutter, die versucht ihre Tochter zu schützen und dabei ihren Status als Polizistin benutzt. Nicht wirklich ok, aber nur allzu verständlich. Katja ist Ermittlerin mit Leidenschaft, sie stellt ihren Beruf über ihre Familie, für ihre Tochter bleibt wenig Zeit, Spannungen sind vorprogrammiert.

Der Schreibstil lässt sich flüssig lesen, der Autor schafft Atmosphäre, die Handlung ist spannend. Der Plot ist gut durchdacht, auch wenn die Idee mit einem Täter, der ein Kindheitstrauma erlitten hat, nicht neu ist. Aber das Gesamtpaket hat mich überzeugt. Eine sympathische Ermittlerin mit der ich mitfiebern konnte, die selbst ein Trauma erlitten hat, über das aber noch nichts verraten wird. Gegen Ende gibt es Andeutungen, die neugierig auf den nächsten Teil machen. Mir hat der Thriller gut gefallen, ich bin auf die Fortsetzung schon gespannt. 4 Sterne.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von readpassion9

Rezensionen von readpassion9:

Justiz-Krimi aus Berlin

Die siebte Zeugin von Florian Schwiecker; Michael Tsokos

Schauplatz Berlin, Sonntagmorgen: Der Verwaltungsbeamte Nicolas Nölting verlässt sein Haus um zur Bäckerei zu fahren. Dort angekommen veranstaltet er ein Blutbad, erschießt einen Menschen, zwei weitere werden verletzt. Danach lässt er sich ohne Widerstand festnehmen. Der Anwalt Rocco Eberhardt vertritt Nölting, doch dieser schweigt.

Wo ist das Motiv zu suchen, was führte dazu, dass Nöltig anscheinend wahllos um sich schoss? Rocco Eberhardt bittet seinen besten Freund, einen Privatdetektiv um Hilfe, die Ermittlungen führen ins Clan-Milieu.

Der Krimi besticht durch kurze Kapitel mit Ort- und Zeitangaben, was mir sehr gut gefallen hat. Allerdings verleitet es auch dazu, immer noch ein Kapitel mehr zu lesen. Verschiedenen Sichtweisen bringen Abwechslung, so rollt sich die Story aus Roccos und Nöltings Sicht aus, immer wieder gibt es auch Kapitel zum Clan-Milieu. Leider haben mich diese Kapitel viel zu früh auf die richtige Spur geführt, so dass es kein Rätselraten gab, von Anfang an war ziemlich klar worum es ging. Was ich schade finde, denn das Miträtseln gehört für mich bei einem Krimi einfach dazu.

Rocco Eberhardt lernt man ganz gut kennen, Dr. Justus Jarmer bleibt im Hintergrund, über ihn hätte ich gerne mehr erfahren. Die Figuren sind gut angelegt, von Rocco und seinem Freund Tobias Baumann hatte ich ein gutes Bild, die Nebencharaktere bleiben blasser.

Am interessantesten waren für mich die Szenen im Gerichtssaal, die ich sehr gern gelesen habe.

Fazit: Insgesamt hat mich der Krimi gut unterhalten, allerdings gab es keine großen Überraschungen und eher wenig Spannung. Ich vergebe 3 Sterne für einen soliden Krimi, der noch Luft nach oben hat.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von readpassion9