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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von marsu:

Fair oder Foul?

Fair Play von Kerstin Gulden

Ein Schülerwettbewerb, wie es sie so viele gibt. Eine App, die die Nutzer dazu bringen soll, klimabewusster zu leben. Wer sein Ziel erreicht, der erhält ein grünes Icon, dass sich bei Überschreitung des persönlichen Limits auf rot stellt. Aber gemeinsam wollen sie die Klimaziele für die gesamte Schule erreichen, auch für die User, die nicht mitmachen.

Erzählt wird diese Geschichte aus Sicht aus Sicht von vier Jugendliche, die nicht unterschiedlicher sein könnten und alle aus unterschiedlichen Motiven mitmachen. Kera ist immer für Aktivismus zu haben, Elodie lebt für ihre Follower und gibt unabsichtlich den Anstoß für das Projekt und wird verpflichtet, mitzumachen. Max macht mit, um das Schuljahr noch zu bestehen. Und Leonard steht auf, traut sich, sagt, dass er die App programmieren kann und hofft, mehr im Mittelpunkt zu stehen und Freundschaften zu finden. Jeder von ihnen hat noch einiges in der Hinterhand. Es wird viel gemauschelt, intrigiert, falsch gespielt, aber auch falsch verstanden, Freundschaften stehen auf dem Spiel, neue werden geschlossen. Eigentlich eine gute Ausgangsbasis, aber mir fehlte hier der letzte Schliff, das Innovative. Am Ende überschlagen sich dann die Ereignisse.

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Rezensionen von Pink Anemone:

Ein Epos an atmosphärischer Detailverliebtheit und zwischenmenschlichen Beziehungen, der einen in eine Kleinstadt um 1830 entführt.

Middlemarch von Eliot George

Die Grenzen des Dorfes sind die Grenzen unserer Welt. Das akzeptieren vielleicht die restlichen Bewohner von Middlemarch, aber nicht Dorothea und Tertius. Wieso sollte einer jungen Frau der Zugang zu Wissen und Geist verschlossen bleiben, wenn die alten Männer damit nur Schindluder treiben? Und warum sollte ein junger Arzt nicht neue Methoden anwenden dürfen, wenn man dadurch Menschenleben retten kann? Neugier ist Pflicht für Dorothea und Tertius.

Und um ihre Pflicht zu erfüllen, setzen sie vieles aufs Spiel... (Klappentext)

❃❃❃❃❃


"Nichts auf der Welt ist so unaufdringlich wie der Prozess dieses allmählichen Wandels! Am Anfang atmeten sie ihn ohne Wissen ein; du und ich, wir haben sie vielleicht etwas mit unserem Atem angesteckt, wenn wir unsere falschen Zustimmungen äußerten oder unsere dümmlichen Schlußfolgerungen zogen; oder vielleicht kam es mit den Schwingungen aus dem blick einer Frau."
(S. 201)


Man begleitet hier drei Paare, die in einer Kleinstadt namens 'Middlemarch' ihrem Schicksal begegnen.

Dorothea Brooke, die eine Ehe mit dem viel älteren und konservativen Gelehrten Mr. Casabaun eingeht.
Ihre Beweggründe waren jedoch weniger romantischer Natur, sondern um ihn bei seiner Arbeit zu unterstützen und dadurch nebenbei alles Wissen aufzusaugen. Mr. Casabaun jedoch wollte im Grunde nur eine bessere Sekretärin und Vorleserin, die ihn und seine Arbeit anhimmelt.
Anfangs scheint diese Ehe zu funktionieren. Dorothea unterwirft sich ihm, macht alles für ihn um ihn glücklich zu machen, denn wenn er glücklich ist, ist auch sie glücklich. Bis sein Mündel und Vetter Will Ladislaw die Bühne betritt und Dorothea es wagt ihren Ehemann das erste Mal zu kritisieren.
Selbst nach seinem frühen Tod möchte Mr. Casabaun das Leben Dorotheas kontrollieren und scheint es auch zu schaffen.

Dann lernt man den jungen Arzt Tertius Lydgate kennen, der neu in der Kleinstadt ist und große Pläne hat. Er möchte die neuesten erlernten medizinischen Methoden nach Middlemarch bringen und seine Forschungen vorantreiben. Er ist dafür bereit ohne Bezahlung im Krankenhaus zu arbeiten und möchte sein Leben einzig seiner Forschung widmen.
Bis Rosamond in sein Leben tritt. Sie kommt aus gutem Hause, ist wunderschön und entspricht ganz seinem konservativen Frauenbild. Doch Rosamund ist nur das Beste vom Besten gewohnt, verwöhnt, eingebildet und sieht in ihm vor allem die Möglichkeit in der Gesellschaft aufzusteigen, damit alle anderen vor Neid platzen.
Die rasche Ehe beruht eher auf einem Missverständnis, in das Tertius hineinstolpert, doch das ist nicht der einzige Grund, weshalb diese Ehe zum Scheitern verurteilt ist. Während er nicht vorhandenes Geld verprasst, um alle Wünsche Rosamondes zu erfüllen, hat er nämlich nicht nur mit dem Widerstand der alteingesessenen Ärzte zu kämpfen.

Dann hätten wir da noch Mary Garth, eine kluge und empathische junge Frau aus bürgerlichem Haus, die mit beiden Beinen fest im Leben steht, sich nicht so leicht blenden oder um den Finger wickeln lässt und konkrete Vorstellungen hat, wie ihr Ehemann zu sein hat.
Ihr Kind- und Jugendfreund Fred Vincy ist das Gegenteil - aus der Oberschicht, ein kleiner Hansdampf, der noch nicht so recht weiß wo er steht und was er will. Er ist unsterblich in Mary verliebt, doch bevor sie ihn heiratet, muss er sich erst bewähren und sein Leben grundlegend ändern.


"Dies war es, was Dorothea so kindlich machte und, einigen Urteilen zu folgen, so dumm bei all der Klugheit, die man ihr nachsagte; wie zum Beispiel gerade jetzt, wo sie sich - bildlich gesprochen - Mr. Casabaun zu Füßen warf und seine unmodischen Schnürsenkel küsste, als wäre er ein protestantischer Papst."
(S. 78)


Schon alleine die Geschichten dieser drei Paare könnte Bücher füllen, doch die Autorin Mary Ann Evans beschränkt sich nicht nur auf diese sechs Protagonisten.
Es ist auch kein, wie viele nun eventuell vermuten, Liebesroman, denn die Liebe und Romantik spielen hier eher eine untergeordnete Rolle. Viel mehr ist es eine soziologische Gesellschaftsstudie in einer Zeit des Umbruchs.
Der Beginn von etwas Neuem, welches das Alte langsam verdrängt, eine neue Generation wächst heran und ist dabei mit alten Traditionen und veraltetem Wissen zu brechen. Es ist eine Geschichte der gesellschaftlichen Emanzipation.

Mit Feminismus hat das Buch also nur wenig zu tun, auch wenn das oft und gerne als Marketingaufhänger benutzt wird.
Dies wird vor allem klar, wenn die Autorin auf die damaligen politischen Ereignisse eingeht, wie zum Beispiel die Reformation (Reform Act 1832) oder in Bezug auf die damalige Ökonomie und beginnende Industrialisierung.


"Im Kreisbezirk, zu dem Middlemarch gehörte, war die Eisenbahn ein ebenso aufregendes Thema wie das Reformgesetz oder die drohenden Schrecken der Cholera, und vor allem die Frauen und die Gutsbesitzer hatten darüber die ausgeprägtesten Ansichten."
(S. 733)


Doch auch vom psychologischen Standpunkt aus betrachtet enthält dieses Buch ganz großes Kino, stehen doch vor allem zwischenmenschliche Beziehungen im Vordergrund und das Schicksal ist hier ein ganz großes Thema.
Wie reagieren die einzelnen Figuren auf Schicksalsschläge, wie werden sie damit fertig zu scheitern und wie gehen sie daraus hervor? Im Verlauf entwickeln sich die Figuren, ob nun positiv oder negativ, ergo auch hier geht es um die Entwicklung.

Wer nun denkt, dies wird auf trockene Art und Weise an die Leserschaft gebracht, der irrt gewaltig.
Man taucht in eine typische Kleinstadtwelt ein, eine Welt voller Klatsch und Tratsch, Missgunst und Neid und politischen und familiären Intrigen, inklusive Erbschleicherei. Es kommt zu spannenden, tragischen und traurigen Momenten, sowie überraschenden Wendungen.

Die Figuren sind vielschichtig gezeichnet, selbst Nebenfiguren enthalten Tiefe und die ein oder andere sorgt auch für ein Schmunzeln.
Auf den ersten Blick waren mir die meisten Figuren, allen voran Dorothea, eher unsympathisch, doch hier ist keine Figur nur schwarz oder weiß gezeichnet und dadurch kommt die Entwicklung im Verlauf der Geschichte jedes einzelnen umso mehr zur Geltung.
Jede Figur, und mag sie noch so unwichtig erscheinen, ist ein wichtiger Bestandteil in dieser Geschichte. Im Verlauf greifen alle Zahnrädchen ineinander und ergeben ein großes Ganzes. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass eine nur sporadisch auftretende Figur auf jeden einzelnen Protagonisten im Städtchen Middlemarch Einfluss hat, um einige schließlich in den Abgrund zu reißen.


"Doch jeder, der genau die geheimnisvollen Wege beobachtet, die die menschlichen Schicksale zusammenführen, sieht, wie sich ganz langsam die Einflüsse des einen Lebens auf ein anderes ankündigen, was die Gleichgültigkeit oder den kalten Blick, mit dem wir einen noch fremden Nachbarn anstarren, fast als eine wohlberechnete Ironie ausweist. Das Schicksal steht voll Sarkasmus daneben und hält die Fäden unserer 'dramatis personae' fest in der Hand."
(S. 136)


Wenn man zeitgenössische Romane gewohnt ist, ist der Schreibstil der Autorin anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, was jedoch bei allen Klassikern aus dieser Epoche der Fall ist.
Ich musste mich, wie immer, erst an die langen Schachtelsätze gewöhnen, doch nach nur paar wenigen Seiten war ich in der Geschichte gefangen.
Die Autorin macht es einem aber auch leicht, da sie zwischendurch auch trockenen Humor und Sarkasmus einstreut.
Zwischendurch wendet sie sich dabei an den/die LeserIn selbst und jedes Kapitel wird durch ein Motto eingeleitet. Viele davon stammen aus ihrer eigenen Feder.
Doch auch der Übersetzer Rainer Zerbst hat hier hervorragende Arbeit geleistet.


"Bei Frauen erwartete man keine festen Überzeugungen; überhaupt bestand die beste Garantie für Gesellschaft und Familienleben darin, dass man überhaupt nicht nach seinen Überzeugungen handelte. Vernünftige Leute taten, was ihre Nachbarn taten, sodass man Verrückte, falls irgendwelche auf freiem Fuß waren, erkennen würde und ihnen aus dem Weg gehen konnte."
(S. 24)


Ich äußere mich nur selten über die Aufmachung eines Buches, doch hier muss es einfach sein, denn der dtv-Verlag hat hier großartige Arbeit geleistet. Wunderschöne Umschlaggestaltung und das qualitativ hochwertige Hardcover mit Lesebändchen sind ein wahrer Augenschmaus.
So macht es gleich nochmal so viel Spaß in diesem Buch zu lesen, möge es noch so schwer sein. Zudem ist es dadurch ein toller Hingucker im Bücherregal. Vor allem bei Klassikern greife ich daher gerne zu solchen HC-Ausgaben, da diese in meinen Regalen bleiben dürfen.
Da der dtv-Verlag vor allem in Bezug auf Literaturklassiker mein absoluter Favorit ist, hätte ich nichts dagegen, wenn mehr Klassiker in dieser wunderschönen Aufmachung erscheinen würden.

Wie jeder Literaturklassiker aus dem dtv-Verlag, enthält auch diese Ausgabe ein interessantes Vorwort, diesmal von Elisabeth Bronfen, und ein ebenso interessantes wie auch informatives Nachwort des Übersetzers Rainer Zerbst. Da das Vorwort jedoch gewaltig spoilert, sollten diejenigen, die "Middlemarch" noch nicht kennen, dieses erst am Ende lesen.
Zum besseren Verständnis sind natürlich auch reichlich Fußnoten mit Anmerkungen vorhanden.

Auch dies alles Gründe, weshalb ich bevorzugt Klassiker aus dem dtv-Verlag wähle und weil hier wirklich gute ÜbersetzerInnen am Werk sind. Bei Letzterem bin ich nämlich wirklich etwas pingelig.

Fazit:
Einen Monat hab ich an diesem Wälzer von 1152 Seiten gelesen. Obwohl dieser durchaus ein paar Längen enthält, die politischen Ereignisse waren mir manchmal doch etwas zu trocken, reiste ich immer wieder gerne in das Städtchen Middlemarch und verfolgte gespannt Klatsch und Tratsch, Intrigen und vor allem die unterschiedlichen Entwicklungen der Figuren.
Wie gerne würde ich all das Gelesene wieder vergessen, um alles wieder neu lesen und entdecken zu dürfen.

© Pink Anemone (mit vielen Bildern aus dem Buch, Leseprobe und Autoren-Info)

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Rezensionen von brauneye29:

Gefällt mir sehr gut

Die Farm der fantastischen Tiere: Voll angekokelt! von Michael Peinkofer

Zum Inhalt:
Monty und Nell sollen ihre Ferien bei ihrer Tante auf der Farm verbringen? Wie öde ist das denn? Die Zwillinge haben aber so was von keine Lust ihre Ferien auf einer Farm am Ende der Welt zu verbringen, aber was sollen sie machen? Um so überraschter sind sie erst über ihre ausgeflippte Tante und später über die außergewöhnliche Tierwelt auf der Farm.

Und dann beginnt ein Abenteuer, dass sich gewaschen hat.
Meine Meinung:
Das Buch strotzt förmlich vor Fantasie und die Zielgruppe kann das Buch nur lieben. Die Geschichte ist interessant und gut erzählt, ist sehr spannend und die außergewöhnlichen Tiere tragen dazu bei, dass das Buch für Mädels und Jungs geeignet ist, die Lust auf tolle Wesen und spannende Geschichten haben. Der Schreibstil ist gut an die Zielgruppe angepasst, aber auch nicht zu kindlich gehalten, dass auch etwas ältere Kinder noch ihren Spaß haben.
Fazit:
Gefällt mir sehr gut

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Rezensionen von nanu?!:

Grün gegen Rot!

Fair Play von Kerstin Gulden

Für einen Schulwettbewerb in dem es um den Klimaschutz gehen soll, entwickeln die 4 Schüler und Schülerinnen Elodie, Kera, Max und Leonard, eine App.
Diese App, Fair Play genannt, kontrolliert und berechnet den persönlichen Energieverbrauch. So sollen die Fair Player zusammen als Gemeinschaft versuchen, das große Energiekonto nicht zu überziehen um den ökologischen Fußabdruck, den jeder von uns hinterlässt, möglichst klein zu halten.

In der App wird jeder Anwender angezeigt und jeder kann nachschauen, ob sich der andere im grünen oder roten Bereich aufhält. Aber ob auch jeder mit offenen Karten spielt, ist hier die Frage.

Mir hat die Idee mit der Klima-App echt gut gefallen. Das Thema ist aktueller denn je, geht jeden etwas an und sollte auch zum Nachdenken anregen.

Erzählt wird abwechselnd aus den vier Perspektiven in der Ich-Form der "Fair Play Four", wie die Macher der App schnell von allen anderen Schülern genannt werden.
Zuerst dachte ich noch, diese vier Figuren seien mal wieder die typischen Stereotypen, wie es sie so oft gibt in Jugendromanen. Da gibt es die hippe Influencerin Elodie, die schlaue Streberin Kera, den Schönling mit den schlechten Noten Max und den Nerd und Held am Computer Leonard. Aber mich konnten alle vier Protas recht schnell überraschen. Sie entwickeln sich und handeln völlig anders, als ich es erwartet hätte.
Vom Stil und Aufbau her, erinnerte mich der Roman ein bisschen an die Bücher von Karen M. McManus.

Die App wird schnell zu einem Riesenthema, nicht nur an der Schule der Fair Play Four. Selbst die Politik wird aufmerksam, und schon entwickelt der Roman leichte thrillermäßige Züge, natürlich immer noch im Rahmen eines Jugendromans.
Gleichzeitig erlebt man, dass die vier Jugendlichen auch einfach nur vier Jugendliche sind, die mit ganz normalen Problemen, auch ausserhalb der Schule, zu kämpfen haben.
Langweilig wird es nie, immer passiert etwas anderes Brisantes.
Gestört haben mich aber ganz heftig die Briefe an Leonard, die sind alle in Englisch verfasst. Aus dem Kontext konnte ich mir zwar mehr oder weniger denken was drinsteht, trotzdem finde ich es unmöglich automatisch davon auszugehen, dass jeder Leser Englisch versteht.
Ich vergebe 4 Punkte und empfehle dieses Buch gerne weiter.

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Rezensionen von Maximilian Fritz:

Eine großartige Geschichte von so viel "meer/mehr"

Das Mittelmeer von David Abulafia

Wem Ferdinand Braudels Gedanken über die Welt des Mittelmeeres gefallen haben, der wird mit David Abulafias "Das Mittelmeer" seine helle Freude haben. Der englische Historiker lotst seine Leser*innen souverän, sicher und elegant durch die Geschichte der (erweiterten) Mittelmeerregion von den ersten Hochkulturen bis herauf in die Gegenwart.

Ein wunderschönes Buch, das den/die Leser*in tief in die Geschichte des "mare nostrum" eintauchen lässt.

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Rezensionen von Maximilian Fritz:

Eine großartige Reise durch die Zeit

Islamische Imperien von Justin Marozzi

15 Jahrhunderte in 15 Städten durchschreiten und dabei die Geschichte des Islam und ihre Verzweigungen und Verwinkelungen kennen lernen. Das ist die große Vorgabe, die sich Justin Marozzi gestellt hat - und die er souverän umsetzt. Er stellt 15 für den Islam (und die restliche Welt) wichtige Städte vor, wobei die Stadtvorstellung in ein bestimmtes Jahrhundert eingebettet ist.

Und so beginnt die Reise im 7. Jahrhundert in Mekka und endet in Katar im 21. Jahrhundert. Dazwischen erwarten den/die Leser*in Damaskus, Bagdad, Jeurasalem, Cordoba, das atemberaubende Samarkand, Isfahan, Istanbul, aber auch Beirut, Tripolis oder Kaibul. Marozzis Buch zu lesen lässt den alten Orient auferstehen, er zeigt aber auch all den Furor und die Grausamkeiten der vergangenen 15. Jahrhunderte auf. Als Leser*in hat man also manchmal den Rosenduft der blühenden Gärten islamischer Landschaftsarchitektur in der Nase, manchmal aber auch den metallischen Geruch geronnenes menschlichen Blutes. Eine großartige (Nach-)Erzählung über legendäre Städte und über die Geschichte Europas, Zentralasiens und Nordafrikas. Absoluter Lesetipp.

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Rezensionen von Gaby 2707:

Wieder bewusster leben

Dancing with Bees von Brigit Strawbridge Howard

„Dancing with Bees – Meine Reise zurück zu Natur“ ist, wie ich finde, ein ganz besonderes Buch.

Wenn ich lese, wie Brigit Strawbridge Howard dazu kam, sich näher mit der Natur um sie herum zu beschäftigen, geht es mir im Grunde genau wie ihr. Auch ich weiß über viele Dinge sehr viel mehr, als über die Natur um mich herum.

Und auch ich nehme Vieles, was mir in der Natur begegnet einfach nicht mehr wahr. Vielleicht hat mich dieses Buch auch daher so begeistert.

Die Autorin hat eine so charmante Art, mir die Natur mit ihren vielen Facetten näher zu bringen. Ich habe einiges über Beinwell gelernt; über Bienenhotels und über Pflanzen, die für Bienen bzw. Hummeln nützlich sind; lerne den Kopfüber-Vogel kennen (und die Mutter der Autorin ) und ich wusste bisher nicht, dass es Bienen gibt, die ihre Jungen, wie ein Kuckuck, auch von anderen Bienen aufziehen lassen. Ich weiß jetzt, wie man einen Schwarm einfängt und was dabei alles zu beachten ist. Nie hätte ich gedacht, dass es eine solch große Vielfalt an Bienen gibt.
Stark berührt hat mich auch das Kapitel über ihre Mutter. Man sollte nicht glauben, was so ein kleines Vogelhäuschen vor einem Fenster an Lebensfreude zu vermitteln mag.

Das Buch liest sich angenehm leicht, ist an manchen Stellen fast so spannend wie ein Krimi, unterhaltsam wie ein Roman und man spürt auf jeder Seite eine große Portion Lebenslust.
Wunderschön sind auch die vielen Zeichnungen, die überall ins Buch eingestreut sind. Sie werden im Anhang des Buches im Abbildungsverzeichnis erklärt. Ein A – Z Register komplettiert eine Lektüre, die man unbedingt gelesen haben sollte.

Ich hätte nicht gedacht, dass mich ein Sachbuch, wie dieses hier, so fesseln könnte. Brigit Strawbridge Howard regt an, mich wieder näher mit meiner Umwelt zu befassen. Die Bienen und Hummeln werden einen großen Platz dabei einnehmen. Aber auch Bäume, Blumen, Vögel und unsere Insekten möchte ich wieder mehr kennenlernen.

Ab jetzt werde ich das Treiben und Fliegen in unserer wilden Wiese wieder viel bewusster betrachten.

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Rezensionen von Bibliomarie:

Beeindruckende Roman-Biografie

Astrid Lindgren. Helle Nächte, dunkler Wald ... von Maria Regina Kaiser

Wer kennt sie nicht, die große Astrid Lindgren? Sie hat die Kinderliteratur umgekrempelt und ich glaube, es gibt kaum jemanden, der sich nicht von ihren Geschichten verzaubern ließ. Ob es das idyllische Bullerbü ist, das sogar unser Schwedenbild nachhaltig geprägt hat oder die bärenstarke Pippi, die endlich die artigen Mädchen aus den Büchern verdrängte.

Auch als Erwachsener kam und kommt man um Astrid Lindgren nicht herum,zahllos sind ihre Sätze die Eingang in Zitatensammlungen gefunden haben und zu Recht!

Wenn ich an die Lindgren dachte, denke ich automatisch eine glückliche Kindheit, an Geborgenheit, wie sie nur eine liebevolle Familie geben kann. Ja, ich wusste von einem unehelichen Kind, aber das alles nur am Rande.

Dass es eine andere, dunklere Seite an dieser bemerkenswerten Frau gibt, erzählt Maria Regina Kaiser in ihrer sehr empathischen Romanbiografie. Einsamkeit, Melancholie und schwierige Familiensituationen, auch damit musste Lindgren fertig werden. Auch deshalb finde ich es gut, dass die Autorin das Genre eines Lebensromans gewählt hat, damit kann sie Lindgrens Innenleben sehr viel besser interpretieren, als es in einer Biografie möglich gewesen wäre. Der Titel, „Helle Nachte, dunkler Wald….“ weist sehr schön darauf hin.

Ich habe sehr viel Neues über die Schriftstellerin und die Frau Astrid Lindgren erfahren, obwohl ich dachte, ihr Leben schon gut zu kennen. Es hat sie mir noch näher gebracht und menschlicher gemacht. Das ist ausgezeichnet recherchiert und besonders Astrids Reisen ins Nachkriegsdeutschland, als ihre Bücher übersetzt wurden, boten viel Wissenswertes. Es liegt sicher auch an der Art, wie die Autorin sich ihrer Figur annäherte, man spürt die Sympathie und den Respekt.

Es gibt ein sehr umfangreiches Nachwort, das mein Interesse sogar noch gesteigert hat. Auch hier wird klar, wieviel Wissen und Recherche die Autorin einfließen ließ. Ich denke, für Astrid Lindgren Fans ist dieses Buch ein Muss.

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Rezensionen von Karo:

Intensive Auseinandersetzung!

Aus der Mitte des Sees von Moritz Heger

Der Protagonist Bruder Lukas ist mit Ende dreißig einer der jüngsten Mönche im Kloster. Als sein Mitbruder Andreas, der ebenfalls zu den jungen gehörte, das Kloster verlässt, um eine Familie zu gründen, findet sich Lukas unter den anderen, zum größten Teil älteren Mönchen wieder und seine Gedanken beginnen zu kreisen.

Plötzlich beschäftigt ihn die Frage nach dem Leben außerhalb des Klosters in jeder freien Minute. Obwohl er immer mit seinem Leben im Kloster zufrieden war, spürt er plötzlich Neid gegenüber Andreas, der sein Leben nun außerhalb der Klostermauern gestaltet, ein Kind erwartet und nur noch ab und an im Kloster vorbeischaut. Als Lukas dann noch Sarah kennenlernt, scheint das Gefühlschaos perfekt.

Durch die Gestaltung als innerer Monolog nimmt uns Moritz Heger mit auf eine Reise durch Lukas' Gefühlschaos und gestattet uns intime Einblicke in Lukas' Gedanken und seine innere Unruhe. Der See zieht sich als Leitmotiv durch den Roman, bildet er doch Lukas' Ruhepol, an den er sich meistens abends zurückzieht, um seinen Gedanken nachzukommen. Der See ist mal ruhig und mal von einem Unwetter ergriffen und spiegelt somit Lukas' Gedanken wider, die auch oft nicht stillzustehen scheinen.

Wer Action und laute Handlung sucht, wird sie in diesem Roman nicht finden. Stattdessen brilliert er mit einer ruhigen und beachtlichen Schreibweise, die einen tief in die Gedanken und Gefühle des Protagonisten zieht. Diese Ruhe, aber auch die intensive Auseinandersetzung mit den eigenen Gefühlten springen auf den Leser über; so wie Lukas nach sich selbst und der richtigen Entscheidung sucht, ertappt man sich auch als Leser dabei, wie man über sein Leben nachdenkt, Entscheidungen reflektiert und Spekulationen über die Zukunft anstellt.

Mit 'Aus der Mitte des Sees' ist Moritz Heger eine intensive Lektüre gelungen, die den Leser sofort fesselt, eine Auszeit vom Alltag bietet und zugleich zum Nachdenken anregt. Ein sehr empfehlenswertes Werk!

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Rezensionen von Karo:

Cozy Krimi ohne richtige Spannung

Das Windsor-Komplott von Bennett S J

Im Schloss Windsor kommt es zu einem Todesfall. Und das ausgerechnet an einem russischen Pianisten, der am Abend zuvor noch Gast auf einem Empfang der Queen war. Der MI5 ist sich sicher, dass hier ein politischer Plan Russlands dahintersteckt, doch die Queen vermutet den Mörder in einer anderen Richtung.

Als passionierte Ermittlerin zieht die Queen ihre Privatsekretärin zurate und die beiden beginnen gemeinsam zu ermitteln und den wahren Mörder zu finden. Natürlich heimlich, denn die Queen bevorzugt es ihre Probleme diskret zu lösen, schließlich soll das Volk nichts mitbekommen und verunsichert werden.

Das Beste an diesem Werk ist der Charakter der Queen. Ihr Charakter ist sehr gut ausgearbeitet, sie agiert im Hintergrund, ohne Aufmerksamkeit aus sich zu ziehen und ist doch vollends überzeugend. Das Werk führt einen durch Schloss Windsor, natürlich immer gesteuert von der Queen, die die Fäden in der Hand hält. So bekommt man auch noch schnell eine Geschichtsstunde und lernt vieles über das Leben der Queen und der Königsfamilie kennen. Ob dieses wirklich immer der Realität entspricht, sei mal so dahingestellt, nachprüfen können wir es vermutlich eh nicht.

Auch wenn die Queen ein sehr gut ausgearbeiteter Charakter ist und die Prämisse des Werkes wirklich spannend klingt, konnte mich ‚Das Windsor-Komplott' nicht vollends überzeugen. Das Werk wirkte zu konstruiert, es wurde zu viel gewollt und somit wirkt das Werk zu überladen. Viele kleine Details lenken von der eigentlichen Handlung ab und die Lösung des Falls erscheint auch nicht ganz nachvollziehbar.

Spannung ist beim Lesen leider nicht wirklich aufgekommen. Natürlich war mir vorher bewusst, dass ich bei einem Cozy-Krimi nicht zu viel Spannung erwarten darf, ein wenig Spannung habe ich jedoch erwartet und diese wurde enttäuscht. Auch wenn die Queen sehr überzeugend war und ich sie ins Herz geschlossen habe, werde ich die Fortsetzung nicht mehr lesen.

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