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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Maximilian Fritz:

Terraforming oder die Hoffnung auf die Wunderwaffe

Termination Shock von Neal Stephenson

Neal Stephenson ist einer der umtriebigsten amerikanischen Gegenwartsautoren - was Output und Themenvielfalt betritt. Angefangen als Vertreter des so genannten "Cyber-Punk" hat er Kultromane der Szene abgeliefert (Snow Crash, Diamond Age, Zodiac,..). Es folgten historische Romane (seine geniale Barock-Trilogie, Cryptonomicon, klassische Sci-Fi (Anathema), Thriller (Error) und Kooperationen mit anderen Autor:innen (der Zeitreise-Roman D.

O.D.O, die Mongoliade,..).

Mit Termination Shock nimmt er sich den Folgen des Klimawandels an -in naher Zukunft spielend beschreibt Stephenson eine Welt, die die Folgen der Erderwärmung anhand von Superstürmen, dem Steigen des Meeresspiegels, gnadenloser Hitzewellen und Überschwemmungen ausgesetzt ist. Ein amerikanischer Milliardär versammelt deshalb eine Gruppe reicher Influencer (darunter uralter venezianischer Adel oder die niederländische Königin), um ihnen seinen Plan zur Rettung der Welt zu präsentieren: das Bombardieren der Atmosphäre mit Schwefel, um so künstlich die Effekte eines Vulkanausbruchs zu simulieren, um dadurch die Atmosphäre wieder abzukühlen. Womit der Milliardär allerdings nicht rechnet ist, dass beim Eingriff in die Welt gewichtige Partner ein Wörtchen mitreden möchten- darunter u.a. die Regierungen Chinas und Indiens. "Termination shock" ist ein typischer Stephenson: eine Unmenge an Informationen werden locker-elegant eingebaut, Nebenhandlungen, Nebencharaktere und ihre Geschichte werden genial in die Haupthandlung verwoben. Sein Schreibstil (bzw die Übersetzung) ist wie immer lapidar und voll trockenem Humor. Termination shock ist ein klassischer "page turner". bei dem der Leser/die Leserin so nebenher auf den jüngsten Stand der Klimaforschung und der Meteorologie gebracht wird, aber auch über Sikhs, den indisch-chinesischen Konflikt im Himalaya, (holländische) Dammbauten, Wildschweine und Adler als Drohnenabwehr erfährt - und das waren nur ein paar Beispiele. Ein großartiges Buch - und trotzt aller Unterhaltung eine Mahnung und Warnung.

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Großartige Gesamtschau

Weltenbrand von Richard Overy

Noch ein Buch über den zweiten Weltkrieg? Gibt es da überhaupt noch etwas Neues zu sagen? Ja - wenn sich so ein Kapazunder wie der britische Historiker Richard Overy an das Thema (wieder) wagt. Overy weitet den Horizont, indem er sein beeindruckendes Buch (auch was den Umfang betrifft) "Weltenbrand" mit dem Einfall der Japaner in der Mandschurei im Jahr 1931 beginnen lässt und den asiatisch-pazifischen Raum ebenso detailliert im Blick hat wie den europäischen.

Er beschreibt den Weg zum Wahnsinn des Krieges ausgehend vom neuen Imperialismus Ende des 19./Anfang des 20. Jahrhunderts, der territoriale Herrschaft als Schlüssel zum wirtschaftlichen Überleben, zu nationaler Größe und auch Identität ansah. Richard Overy "Weltenbrand; Der große imperiale Krieg 1931-1945" - eine absolute Leseempfehlung.

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Eine großartige Geschichte von so viel "meer/mehr"

Das Mittelmeer von David Abulafia

Wem Ferdinand Braudels Gedanken über die Welt des Mittelmeeres gefallen haben, der wird mit David Abulafias "Das Mittelmeer" seine helle Freude haben. Der englische Historiker lotst seine Leser*innen souverän, sicher und elegant durch die Geschichte der (erweiterten) Mittelmeerregion von den ersten Hochkulturen bis herauf in die Gegenwart.

Ein wunderschönes Buch, das den/die Leser*in tief in die Geschichte des "mare nostrum" eintauchen lässt.

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Eine großartige Reise durch die Zeit

Islamische Imperien von Justin Marozzi

15 Jahrhunderte in 15 Städten durchschreiten und dabei die Geschichte des Islam und ihre Verzweigungen und Verwinkelungen kennen lernen. Das ist die große Vorgabe, die sich Justin Marozzi gestellt hat - und die er souverän umsetzt. Er stellt 15 für den Islam (und die restliche Welt) wichtige Städte vor, wobei die Stadtvorstellung in ein bestimmtes Jahrhundert eingebettet ist.

Und so beginnt die Reise im 7. Jahrhundert in Mekka und endet in Katar im 21. Jahrhundert. Dazwischen erwarten den/die Leser*in Damaskus, Bagdad, Jeurasalem, Cordoba, das atemberaubende Samarkand, Isfahan, Istanbul, aber auch Beirut, Tripolis oder Kaibul. Marozzis Buch zu lesen lässt den alten Orient auferstehen, er zeigt aber auch all den Furor und die Grausamkeiten der vergangenen 15. Jahrhunderte auf. Als Leser*in hat man also manchmal den Rosenduft der blühenden Gärten islamischer Landschaftsarchitektur in der Nase, manchmal aber auch den metallischen Geruch geronnenes menschlichen Blutes. Eine großartige (Nach-)Erzählung über legendäre Städte und über die Geschichte Europas, Zentralasiens und Nordafrikas. Absoluter Lesetipp.

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