Kunden em pfehlungen
Rezensionen von brauneye29:
Toll illustriert
Paradise Pirates von Jay Spencer
Zum Inhalt:
Das Eichhörnchen Sally träumt schon lange davon, einen Schatz zu finden. Es hat von den verschollenen Eltern eine Schatzkarte. Doch es sind jede Menge Piraten unterwegs und die sind alle auf den Schatz scharf. Besonders die Füchse und das beweisen sie schmerzhaft, in dem sie die Freundin von Salty entführen und die Schatzkarte im Austausch haben wollen.
Salty muss ihre Freundin retten.
Meine Meinung:
Das Buch ist echt süß. Die Geschichte ist spannend und gut geschrieben, sie wird vermutlich Mädchen und Jungen ansprechen. Der Schreibstil hat mir gut gefallen, sehr gut lesbar, nicht zu einfach aber auch nicht zu kompliziert geschrieben. Die Protagonisten sind alle ganz besonders und das sieht man dann auch noch super schön illustriert. Die Zeichnungen im Buch sind wunderschön und stützen die Geschichte sehr gut. Die Zeichnungen haben mich echt begeistert.
Fazit:
Toll illustriert
Rezensionen von Claudia R:
Humor...?!
Luftgitarrengott von Hirschler Herbert
Klappentext:
"Nur mit einer weißen Unterhose bekleidet drosch er wie in Trance auf seine Luftgitarre ein. Und weil gleich ein bombastischer Schlussakkord anstand, wollte er diesen Moment mit einer einzigartigen Stagediving-Performance krönen. Ein kleiner Sprung für die Menschheit, aber ein großer für Bastian.
Etwas schwerfällig löste er sich vom Bühnenboden und sprang elegant wie ein übergewichtiger Skiflugweltmeister in die grölende Menge.
Cover:
Das Cover ist sehr witzig gestaltet und zeigt jemanden der gerade seinen Luftgitarren-Move versucht. Der Hintergrund wirkt wie ein Spitzendeckchen aus weißen Rosen. Einzig hervorstechend ist hier die orange-rote Schriftfarbe des Titels. Ein Cover, welches ein wenig skurril, humorvoll und dadurch auch interessant wirkt.
Meinung:
Das Auffällige und sehr Besondere an diesem Buch ist der bunte Farbschnitt, welcher sich an den Seiten abzeichnet. Dies finde ich optisch ein sehr gelungenes und reizvolles Merkmal.
Der Schreibstil ist angenehm und flüssig und lässt sich recht gut lesen. Die Charaktere, sind sehr unterschiedlich und auch sehr besonders. Lisa und Bastian sind Geschwister und träumen als Kinder davon Musikkarriere zu machen. Doch während Lisa ihre Intrigen spinnt und teils sehr egoistisch und selbstgefällig rüber kommt, wirkt Bastian an vielen Stellen sehr naiv und schon fast dumm. Zwar macht dies auch an vielen Stellen den Humor des Buches aus, aber manchmal wurde das doch ein wenig überstrapaziert und zu sehr ausgereizt.
Die Idee dahinter und die Erzählung an sich, hat mir recht gut gefallen und auch der Humor war recht unterhaltsam, aber wie erwähnt, nicht immer zu 100% meins. Manchmal war es einfach drüber. Aber auch dies ist Ansichtssache.
Der Aufbau des Buches ist gut gelungen und auch die Gliederung hat mir zugesagt. Die Kapitel haben eine angenehme Länge und die Überschriften sind knackig, ohne zu viel zu verraten.
Ein unterhaltsames Buch, mit einem besonderen Humor, der polarisiert. Die Idee dahinter finde ich sehr gut, nur konnten mich die Charaktere nicht ganz überzeugen. Auch wenn diese die Emotionen sehr gut herübergebracht haben und für ein ziemliches Wechselbad an Gefühlen und Emotionen gesorgt haben, teils war es zu lachen, dann hätte man wieder schreien können und war erzürnt und dann wiederum hat man mitgefiebert und mitgebangt. Unterhaltung, Spannung und verschiedenen Wendungen werden hier allemal geboten.
Fazit:
Ein unterhaltsames Buch, mit einem besonderen Humor, der polarisiert.
Rezensionen von Claudia R:
spannendes Lesevergnügen
Luftgitarrengott von Hirschler Herbert
Klappentext:
»Georg hatte ein feines Gespür dafür, aus kleinsten Bemerkungen, ja einzelnen Worten, Unausgesprochenes, Hintergründiges herauszulesen, so ähnlich wie Archäologen einen Knochen finden und daraus die Gestalt des ganzen restlichen Menschen rekonstruieren. Das faszinierte und beunruhigte Claire zugleich.
«
Täglich bewertet Gerichtsgutachter Georg Förster seine Fälle: Mörder, Räuber, Drogensüchtige. Er weiß ihren Verfehlungen auf den Grund zu gehen. Er erstellt Diagnosen, Kriminalprognosen und begutachtet ihre Schuldfähigkeit. Von niemandem lässt er sich vorführen. Zu gut kennt er die Abgründe der menschlichen Psyche. Doch der kühle Georg wird aus der Bahn geworfen, als er mit einem neuen Gutachtenfall beauftragt wird: Ein Schönheitschirurg soll Frauen unter Drogen gesetzt und sie anschließend operiert haben. Für Georg wird der Fall schließlich zur emotionalen Achterbahnfahrt. Beruf und seine Beziehung zu der 17 Jahre jüngeren Claire werden infragestellt, als Claire entdeckt, dass er ein großes Geheimnis hat...
Ein Kriminalroman.
Eine fatale Beziehungsgeschichte.
Ein Einblick in die Untiefen des Rechtssystems.
Cover:
Das Cover ist recht simpel und einfach gehalten. Weiße und schwarze Nuancen sind hier vordergründig. In einer Art Spalt scheint ein Gesicht erkennbar, aber auch nur bei genauerer Betrachtung, oder doch Einbildung. Ein wenig mystisch wirkt das Cover und einzig die rote Schrift im Teil des Titels sticht hervor.
Meinung:
Der Schreibstil ist sehr angenehm und flüssig und lässt sich sehr gut lesen. Fesselnd und spannend ist dieser Krimi aufgebaut. Besonders gut hat mir hier die Entwicklung der Charaktere und vor allem die von Claire gefallen. Aber auch Georg und seine Fälle sind sehr interessant und es ist bemerkenswert wie er den Spagat zwischen Job und Privatem versucht hinzubekommen. Oder hat auch er seine Geheimnisse?
Doch zu viel vom Inhalt möchte ich an dieser Stelle noch nicht verraten, da ich hier nicht allzu viel vorweg nehmen möchte.
Man kommt sehr gut in die Handlungen und Geschehnisse hinein und wird von diesen förmlich mitgerissen. Es wird spannend und fesselnd, aber auch emotional und mit so einigem Nervenkitzel und so manch Überraschung erzählt und beschrieben.
Das Format finde ich sehr schön und handlich, da es etwas kleiner, als so manch anderes Buch ist, und dennoch sehr gut in der Hand liegt, eignet es sich auch gut für jede Handtasche und für Zwischendurch. Eine Gliederung in viele Kapitel wurde hier unterlassen, stattdessen gibt es fünf große Abschnitte. Eigentlich bin ich ein Freund von kurzen Kapiteln, aber hier hat es mich ehrlich gesagt nicht gestört und ich kam dennoch sehr gut voran, durch den flüssigen und angenehmen Schreibstil.
Fazit:
Ein sehr vielfältiges und spannendes Lesevergnügen, mit so mancher Überraschung, tollen Dialogen und gut entwickelten Charakteren.
Rezensionen von S.:
Hinter jedem erfolgreichen Mann steht eine starke Frau
Lady Churchill von Marie Benedict
Winston Churchill kennt man als bedeutenden Politiker. Seine Frau hat man bisher nicht als bedeutsam wahrgenommen. Soll man das bedauern? Hinter jedem erfolgreichen Mann steht eine starke Frau. In diesem Fall stimmt das genau.
1908, London: Clementine Houzier lernt Winston Churchill kennen. Er sucht eine Frau, die ihn in all seinen Ambitionen unterstützt; sie wünscht sich ein sinnhaftes Leben.
Tatsächlich verliebt sie sich in den zehn Jahre älteren, etwas schüchternen Mann, heiratet ihn. Sie meint, ihr Leben wird sich nicht allein darum drehen, die unsichtbare Stütze ihres Mannes zu sein. Doch, genau das wird es.
Marie Benedict beschreibt sehr genau, wie kämpferisch, bissig, engagiert und unermüdlich Clemmie alles für die Karriere ihres Mannes tut. Sich nicht nur mit der aufdringlichen Schwiegermutter oder neidischen Frauen auseinandersetzt, sondern sich auch mit bedeutenden Politikern anlegt. Wahlkampf betreibt. Politische Reden schreibt und hält. Für das Frauenwahlrecht eintritt. Ständig mit finanziellen Sorgen kämpft ( auf hohem Niveau), einem repräsentativen Haushalt vorsteht und immer wieder ihren - hier als zunächst nicht sehr durchsetzungsfähig und unsensibel auftretenden, aber durchaus tyrannischen - Mann aufbaut. Bis zum Burnout. Warum nur lässt sie sich so ausnutzen?
Im Buch sagt sie: „In den Geschichtsbüchern wird höchstwahrscheinlich nur der Name meines Mannes stehen, obwohl alles, was er sagt und tut, auch meine Handschrift trägt.“
Da hat sie wohl recht.
Ein sehr interessanter Roman mit historischem Hintergrund. Aufstieg, Fall, Wiederaufstieg der Churchills. Winston wird Premier- und zugleich Verteidigungsminister, Clemmie an seiner Seite. Gut vorstellbar ist das Leben von Clementine Churchill dargelegt. Ihr Engagement, ihr Ehrgeiz, ihre Selbstaufopferung und ihre Gewissensbisse, sich nicht wirklich um ihre Kinder gekümmert zu haben.
Lesenswerter Roman mit einigen Längen, aus dem Englischen von Marieke Heimburger.
Verlegt von Kiepenheuer & Witsch.
Rezensionen von brauneye29:
Eine starke Frau
Lady Churchill von Marie Benedict
Zum Inhalt:
Oft kennt man eine berühmte Persönlichkeit, aber weiß nur wenig über das Umfeld oder gar über den Partner. Hier ist es die Frau von Winston Churchill, die ihm nicht nur Partnerin und Mutter seiner Kinder ist, sondern auch wichtige Beraterin. Sie rettet ihm sogar mal das Leben und springt im Zweifel auch mal für ihren Mann ein.
Meine Meinung:
Wieder einmal erfahren wir mehr über eine Person, die einem gar nicht so präsent ist. Eine starke Frau, ohne die Winston Churchill vielleicht gar nicht so groß geworden wäre wie er denn wurde. Wie so oft erzählt uns die offizielle Geschichte eben nicht alles. Mir hat das Buch einigermaßen gut gefallen, wobei ich streckenweise das Buch ein wenig zäh fand. Aber auch wenn ich nicht durchweg begeistert war, habe ich wieder einiges über eine Frau erfahren, die mir bisher nicht so bekannt war und dafür hat sich das Buch schon gelohnt.
Fazit:
Eine starke Frau
Rezensionen von brauneye29:
Anspruchsvoll
Drei Kameradinnen von Shida Bazyar
Zum Inhalt:
Hani, Kasih und Saya verbindet eine tief Freundschaft und das schon seit ihrer Jugend, die sie im gleichen Viertel verbracht haben. Als sie sich nach Jahren wieder treffen, wollen sie eigentlich nur an alte Zeiten erinnern und ihre Freundschaft auffrischen, doch es wird eine sehr intensive Begegnung.
Sie alle erleben immer wieder Vorbehalte in jeglicher Hinsicht.
Meine Meinung:
Das Buch ist ungeheuer intensiv aber auch schwierig, denn es legt Finger in Wunden, die auch heute noch gang und gäbe sind. Rassismus in einer Ausprägung, wie man es kaum glauben mag. Aber es ist auch ein Buch über Freundschaft und wie wichtig und intensiv diese sein kann. Ich fand die Lektüre echt nicht einfach, denn es ist wahrlich keine eingängige Thematik. Der Schreibstil ist gut, aber auch anspruchsvoll und nichts für nebenher.
Fazit:
Anspruchsvoll
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Fesselnd bis zur letzten Seite
Tödliche See von Sabine Weiß
Dieser 5. Krimi aus der Reihe rund um Liv Lammers hat diesmal einen ungewöhnlichen Tatort: Auf der Plattform eines Offhore-Windparks hängt ein Toter. Schnell wird klar, dass ein Unfall oder ein Selbstmord ausgeschlossen werden kann. Gemäß dem alten Spruch der Römer „nihil nisi bene“, sind Arbeitskollegen und Vorgesetzte vorerst nicht bereit, etwas anderes als nur Gutes über den Toten, Dennis Marzen, zu sagen.
Doch je weiter Liv Lammers und ihre Kollegen in den Mikrokosmos des Offshore-Windparks eindringen, desto mehr beginnt die glatte Fassade der eingeschworenen Gemeinschaft zu bröckeln.
Als dann noch die Firmenchefin bedroht wird und die Windpark-Gegner zum verbalen Gegenschlag ausholen, spitzt sich die Lage auf der Plattform zu. Es ist Zeit für Liv, das SEK zu Hilfe zu rufen ...
Meine Meinung:
Sabine Weiss ist wieder ein fesselnder Krimi gelungen, der sich in einem für die meisten Leser unbekannten Terrain abspielt. Wie auf einer Ölbohrinsel sind die Menschen auf der Offshore-Plattform auf Gedeih und Verderb aufeinander angewiesen. Wer da nicht mitkann, wird gnadenlos hinausgeekelt. Das intensive Zusammenleben, das hier auch ein paar wenige Frauen umfasst, muss man gewohnt sein und auch mögen. Für mich wäre so ein Mikrokosmos nichts.
Dass es hier um viel Geld geht, ist für die Leser auch klar. Einen Schönheitspreis gewinnen die Windräder auch nicht. Deshalb kann man schon Sympathien für die Gegner dieser Art der Energiegewinnung bekommen und wenn es dann noch Expertisen über mögliche Umweltschäden bzw. Beeinträchtigung der Tier- und Pflanzenwelt gibt, sind beide Seiten für sachliche Argumente kaum mehr zugänglich.
Wie wir es von Autorin Sabine Weiss gewöhnt sind, führt sie ihre Leser einige eit an der Nase herum. Kaum glaubt man, den Täter unter den vielen Verdächtigen ausgemacht zu haben, so hat der doch ein hieb- und stichfestes Alibi oder fällt sonst wie aus dem Raster. Obwohl ich eine gewiefte Krimileserin bin und mir so schnell keiner ein x für ein u vormachen kann, habe ich diesmal einige Zeit gebraucht, um die gefinkelt angelegten Zusammenhänge zu durchschauen.
Für diejenigen, die sich mit den Offshore-Windparks an der Nordsee ein bisschen beschäftigen wollen, gibt es weiterführende Infos am Ende des Buchs.
Fazit:
Ein bis zur letzten Seite fesselnder Krimi, der mit bester Recherche und starken Charakteren punktet. Gerne gebe ich hierfür 5 Sterne und freue mich auf den nächsten Band.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Eine Hommage an einen Widerstandskämpfer
Gefangener 2959 von Bernhard Kreutner
Bernhard Kreutner, den ich als Autor von zwei durchaus humorvollen Krimis kennengelernt habe, hat sich mit dieser Biografie einem Mann zugewandt, der vermutlich nur Insidern bekannt ist: DDr. Heinrich Maier, seines Zeichens katholischer Priester und österreichischer Widerstandskämpfer.
Geboren 1908 in Großweikersdorf (Niederösterreich) wächst er in ärmlichen Verhältnissen auf und wird Priester in einer Pfarre in Wien-Hernals.
Bereits kurz nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich 1938, beginnt er Widerstand zu leisten. Sei es, dass er entsprechende Flugzettel verteilt oder untergetauchten Menschen weiterhilft. Er nützt seine Kontakte ins Ausland und leitet streng geheime Rüstungspläne an die Alliierten weiter.
Heinrich Maier weiß um die Risken seines Tuns, dennoch setzt er sein Leben aufs Spiel. Im März 1944 schlägt das Regime zu. Heinrich Maier und Weggefährten werden verhaftet. Er wird in Einzelhaft gehalten, gefoltert und in das KZ Mauthausen gebracht. Er bietet trotz aller Schmerzen sowohl dem Richter am Volksgerichtshof Kurt Albrecht als auch dem Lagerkommandanten Franz Ziereis mutig und trotzig die Stirn.
Wenige Tage vor Ende des NS-Regimes wird er am 22. März 1945, vermutlich als letzter im Landesgericht Wien enthauptet. Seine letzten Worte „Für Christus den König! Es lebe Österreich!“
Meine Meinung:
Obwohl ich mich seit Jahren mit dem NS-Regime und dem Widerstand gegen dasselbe beschäftige, ist mir die Person Heinrich Maier noch nicht in seiner Deutlichkeit bewusst geworden. Bei „Widerstand gegen das NS-Regime“ fallen einem natürlich sofort Stauffenberg und seine Gruppe ein, oder wenn man aus Österreich ist Major Szokoll oder vielleicht die „Rote“ bzw. die „Schwarze Kapelle“ ein.
Nun hat Bernhard Kreutner ein sehr persönliches Porträt des katholischen Widerstandskämpfers gezeichnet, das fundiert recherchiert ist. Er erzählt, wie Heinrich Maier seinen Glauben trotz Haft, Folter und Konzentrationslager nicht verlor.
Dazu begibt sich der Autor auf penible Spurensuche. Er stöbert in Gerichtsakten, Gestapo-Protokollen und wertet Berichte von Zeitzeugen wie Freunden, Priesterkollegen und KZ-Mithäftlingen aus. All dies ergibt ein rundes Bild eines Menschen, der im Glauben fest verankert ist und entschieden gegen das Unrechtsregime auftritt.
Dass das NS-Regime gegen die katholische Kirche, wenn sie sich nicht angepasst hat, mit aller Härte vorgegangen ist, ist allgemein bekannt. Dass Würdenträger dieser Kirche christlichen Widerstand geleistet haben, nimmt hier mit dieser Biografie eine erfassbare Form an.
Es entsteht das Bild der gut geschmierten Maschinerie eines Systems, das seine Macht u. a. auf unzählige Mitläufer und Denunzianten stützt. Das Gefühl, man könnte jederzeit selbst ausgespäht und wegen regimekritischen Verhaltens verraten werden, macht die Menschen gefügig.
Zahlreiche Fotos und Faksimiles von Dokumenten ergänzen diese Biografie wie ein ausführliches Literaturverzeichnis. Berührend auch das Nachwort von Michael Köhlmeier.
Fazit:
Christlicher Widerstand in Österreich: Ein Beitrag zur Aufarbeitung der NS-Geschichte. Ein Buch, das gelesen werden sollte und dem ich gerne 5 Stern gebe.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Fesselnd bis zur letzten Seite
Das Wunder von Dünkirchen von Hauke Friederichs
Journalist und Buchautor Hauke Friederichs erzählt in diesem Buch von der spektakulären Rettungsmission der Briten, rund 340.000 alliierte Soldaten aus der von der deutschen Wehrmacht eingekesselten französischen Küstenstadt Dünkirchen, über den Ärmelkanal zu evakuieren. Oftmals wird das Wort „Wunder“ für ein Ereignis überstrapaziert, aber hier muss es zwangsläufig verwendet werden, denn die Evakuierung der Soldaten war alles andere ein Spaziergang.
Der Autor nimmt uns mit in eine blutige Zeit. Anfang Mai 1940 überrollen deutsche Panzer Belgien und die Niederlande und halten auf Frankreich zu. Den mit Pervitin gedopten Panzerfahrern stellt sich kaum etwas in den Weg. Und, sie nehmen den für Kettenfahrzeuge als unpassierbar geltenden Weg über die Ardennen. Die Alliierten sind, trotz der Erwartung der deutschen Offensive, überrascht. Ein Landstrich nach dem anderen fällt an die Deutschen. Zuletzt bleibt nur mehr die französische Hafenstadt Dünkirchen als Rückzugsort und letzter, freier Seehafen.
Am 24. Mai 1940 beginnt das Wunder von Dünkirchen: Aus unerfindlichen Gründen lässt Hitler, durch den Befehlshaber der deutschen Heeresgruppe A, Gerd von Rundstedt, die weit vorauseilenden Panzern des Generals Heinz Guderian anzuhalten. Dieser Haltebefehl Hitler sorgt auch 80 Jahre später für heftige Diskussionen bei den Historikern. Warum und Wieso lässt Hitler seine Panzer stoppen? Guderian soll wie das sprichwörtliche Rumpelstilzchen gesprungen sein und unter Ausdehnung seiner Möglichkeiten, ohne einer Befehlsverweigerung bezichtig zu werden, weitergefahren sein.
Dieser Haltebefehl gibt Churchill die Möglichkeit, in einer beispiellosen Aktion namens "Operation Dynamo" die alliierten Soldaten mit Schiffen aus der belagerten Stadt zu evakuieren. Das geht natürlich nicht ganz ohne Opfer. So werden immer wieder Schiffe durch die Deutschen versenkt. Gemeinsam mit zahlreichen privaten Fischerbooten, Ausflugsdampfern und Jachten holt Royal Navy innerhalb von nur wenigen Tagen rund 340.000 Soldaten von den Stränden rund um Dünkirchen ab.
Meine Meinung:
Hauke Friederichs erzählt die Geschichte dieser dramatischen Wochen aus dem Blickwinkel von zeitgenössischen Quellen. Ähnliches hat sich schon in seinem Buch „Funkenflug“ bewährt. Wir lesen Tagebucheinträge und Briefe von Exil-Intellektuellen wie Hannah Arendt, Lion Feuchtwanger oder Astrid Lindgren, die im neutralen Schweden arbeitet. Wir können einen Blick in die Notizen von Churchills Sekretär John Colville werfen und hadern mit dem amerikanischen Deutschland-Korrespondenten William Shirer, dessen Beobachtungen in Berlin von den Alliierten nicht immer ernst genommen werden. Wir begegnen auch Otto Frank in Amsterdam, dessen Familie noch nicht weiß, welches Schicksal sie im Frühjahr 1945 ereilen wird, und der Wienerin Hermine Santrouschitz, die als Miep Gies, mithilft, die Familie Frank zu verstecken.
Diese unterschiedlichen Blickwinkel lassen das mörderische Kriegsgeschehen nicht zu nahe an den Leser heran. Ja, es wird gestorben, aber die Atmosphäre des Krieges bleiben irgendwie ferne. Der Leser nimmt sie wie durch ein Fernglas wahr.
In seinem Epilog berichtet Hauke Friederichs, welches Schicksal die genannten Personen erleiden. Im Anhang gibt es ein Personen- und Abkürzungsverzeichnis, sowie Hinweise auf weiterführende Literatur.
Was mir persönlich abgeht, sind Landkarten, die den Vormarsch der deutschen Truppen nachvollziehbar machen, sowie ein Zeitstrahl dieser ereignisreichen Wochen.
Die spektakuläre Rettungsaktion „Operation Dynamo“ wurde von Christopher Nolan im Jahr 2017 unter dem Titel „Dunkirk“ verfilmt.
Fazit:
Ein interessantes Buch über die Evakuierung der alliierten Soldaten über den Ärmelkanal, die sich vor allem in das kollektive Gedächtnis der Briten eingegraben hat. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Eine gelungene Fortsetzung
Teufelsblüten von Lisa Gallauner
Das Buch hätte eigentlich zur Marillenblüte 2020 erscheinen sollen, aber Covid-19 hat dem einen Strich durch die Rechnung gemacht. Ich bin dann im Herbst auf den achten Fall des Johann Meierhofer gestoßen und habe ihn pünktlich zur Marillenblüte 2021 gelesen.
Worum geht’s?
Mitten in einem Garten voller blühender Marillenbäume wird die Leiche eines jungen Mannes gefunden, der neben einen Zweig des bekannten Wachauer Obstbaumes noch einen Zettel mit der kryptischen Botschaft „Teufelsblüten -> Teufelsfrüchte -> Teufelstod“ izwischen den Zähnen hat.
Chefinspektor Meierhofer und sein Team, Stefano Staudinger und und Eva Brombspeidel, werden mit den Ermittlungen betraut.
Recht schnell entdecken die Polizisten, dass es sich bei dem Toten um Rudolf Maria Baumstingl handelt, dessen Bruder als Clément LeStyler ein bekannter Influencer ist. Meierhofer, ein knapper Sechziger, hat mit dem Gewese um die Social Media nichts am Hut und lässt sich von seinem Enkel Lukas ein wenig Nachhilfe geben, zumal die beiden quasi allein zu Hause sind, weil Lukas‘ Eltern mit kleiner Tochter und der Oma in Grado weilen.
Bei ihren Recherchen im Leben des Influencers kommen einige Ungereimtheiten zutage und so wundert es nicht wirklich, dass es eine zweite Leiche gibt: Nämlich die erfolgreiche Herz-Schmerz-Buchautorin, mit herrlichen Künstlernamen Jolanda Blütentraum, die zwar tolle Verkaufszahlen aufweisen kann, aber kaum jemand zugibt, deren Buch gelesen zu haben.
Wie hängen die beiden Morde zusammen? Denn, dass die Toten mehr als den einen Marillenblütenzweig gemeinsam haben, ist Chefinspektor Meierhofer und seinem Team klar.
Meine Meinung:
Mir gefällt diese Reihe um den Kremser Polizisten sehr gut. Hier wird im Team gearbeitet und obwohl Hans Meierhofer der Chef ist, kehrt er diesen nicht wirklich heraus. Es geht immer freundschaftlich zu, die Kulinarik der Wachau kommt nicht zu kurz und die Charaktere sind liebevoll gezeichnet. Meierhofers Skepsis den sozialen Medien gegenüber kann ich gut nachvollziehen. Hier ist nicht alles Gold, was glänzt, aber ohne Internet ist man schon ziemlich aufgeschmissen. Die Rolle, die Lukas als Berater für den Opa in Sachen Social Media spielt, ist total nett. Warum nicht einmal von den Jungen lernen? Opa Hans hat auch keine Scheu, seinen Enkel zu fragen.
Wir Leser dürfen durch die Obstgärten flanieren und das Lokalkolorit genießen. Mehrmals werden wir durch falsche Fährten in die Irre geführt. Der Täter ist mir eine Spur zu spät aus dem Hut gezaubert worden. Da muss ich diesmal leider einen Stern abziehen. Ich habe es lieber, wenn der Täter oder die Täterin schon vorab einmal vielleicht auch nur ganz kurz in Erscheinung getreten ist.
Der Schreibstil ist flott und flüssig. Über die wohlklingenden Namen wie Klemens Alois Baumstingl, der als Clément LeStyler im Internet Furore macht, oder Jolanda Blütentraum, die gut bürgerlich Josepha Huberpichler heißt, musste ich herzhaft lachen. i
Fazit:
Ein gelungener Wohlfühlkrimi, dessen Epilog eine Fortsetzung verspricht. Gerne gebe ich hier 4 Marillenknödel, äh, 4 Sterne.









