Kunden em pfehlungen
Rezensionen von April1985 :
Temporeiche High Fantasy mit tollen Protagonisten und einem genialen Magiesystem
Die Legende des Zauberers ist eines jener Bücher, die ziemlich durchwachsene Bewertungen haben. Umso neugieriger war ich darauf. Und was soll ich sagen, mir hat die Geschichte von Zauberer Cororan Gray und Tempelsklavin Brix sehr gut gefallen.
Breanna Teintze hat eine ganz tolle Art zu schreiben.
Temporeich, sehr unkompliziert, flüssig, mit viel Humor und Sarkasmus erzählt die amerikanische Autorin von Zauberer Cororan Gray, der seinen Großvater aus der Gefangenschaft der Magierinquisition retten will, da sich dieser angeblich mit verbotener Nekromantie beschäftigt hat. Wo sein Großvater festgehalten wird, weiß Corcoran allerdings nicht. Er hat nur wage Hinweise, die den jungen Zauberer über ein paar Umwege in den Tempel eines ziemlich rachsüchtigen Gottes führen. An Grays Seite ist Tempelsklavin Brix, die auf der Flucht ist und durch einen glücklichen Zufall auf den Zauberer stößt. Brix hält zwar nichts von Magiern, kann Grays Hilfe aber doch ganz gut gebraucht. Eine Hand wäscht so zu sagen die andere.
Mich hat die rasante Heldenreise unglaublich gut unterhalten. Die Legende des Zauberers ist High Fantasy, die durch ihre großartigen Protagonisten lebt. Gray ist einfach nur cool. Ich mag den Zauberer, der es mit dem Gesetz nicht ganz so genau nimmt total gerne. Er trägt sein Herz am rechten Fleck, ist selbst aber nicht frei von Fehlern. Sein Humor und seine sarkastische Ader haben mich oft laut und herzhaft lachen lassen. Mit Sklavin Brix liefert sich Gray eine hitzige Wortschlacht nach der anderen. Die beiden sind wie Katz und Maus. Zwischen den Zeilen spürt man aber auch die Anziehung der beiden zueinander. Ich mochte die Dynamik zwischen Gray und Brix unglaublich gerne.
Das Genialste an der Geschichte ist aber das außergewöhnliche Magiesystem. Dieses basiert auf Runen. Jeder Zauberspruch muss vor dem Aussprechen erst geschrieben werden. Zudem hat jeder gewirkte Zauber seinen Preis. Die Magie ist wie Gift für den Anwender, weshalb sich manche Zauberer Sklaven halten, an die sie das Gift weiterleiten können. Gray ist in dieser Hinsicht aber anders. Er erträgt die körperlichen Schmerzen selber, was ihn umso sympathischer und liebenswerter macht. Ich finde übrigens, dass Gray ein sehr talentierter Zauberer ist. Warum im Klappentext von "mäßig begabt" die Rede ist, kann ich so gar nicht nachvollziehen. Dieser Umstand sollte einem nicht vom Lesen dieses Buches abhalten.
Mich konnte Die Legende des Zauberers von Anfang an fesseln, wollte ich doch unbedingt wissen wie die eher zum Scheitern verurteilte Mission von Gray ausgeht. Ich kann das Buch jedem Freund von leichter und unkomplizierter High Fantasy ans Herz legen.
Fazit
Manche Bücher brauchen kein großartiges, detailliertes Worldbuilding um gut zu sein. Und auch die Protagonisten müssen nicht immer wahnsinnig tiefgängig sein, solange ich ihre Handlungen nachvollziehen kann und sie mich unterhalten. Beides trifft auf Die Legende des Zauberers zu. Breanna Teintze hat eine spannende Heldenreise mit sympathischen Protagonisten und einem genialen Magiesystem zu Papier gebracht. Ich habe mich bestens unterhalten gefühlt und freue mich schon auf Band 2.
Absolute Leseempfehlung!
Rezensionen von marsu:
Leider nicht so gut wie erwartet
Die Hüter der fünf Jahreszeiten, Band 1: The Lie in Your Kiss (Romantische Fantasy - So aufwühlend wie der Herbstwind, so unvergesslich wie ein Sommerabend.) von Kim Nina Ocker
Bloom gehört zum sogenannten Hof des Winters, aber da ihre Mutter sich mit ihrem Vater einen ausgesucht hat, der nicht dazu gehört - was total unerhört war - ist sie eher so am Rande. Außerdem zeigen sich keine magischen Kräfte bei ihr und somit konnte sie eine normale Schule besuchen und ganz normale Dinge machen.
Zu Beginn des Buches entdeckt sie im Keller des Hauses ihren toten Cousin. Ganz schlimm, aber über seine Beerdigung erfährt man nichts, es geht mehr darum, wer stattdessen zum Hüter werden soll. Und da fällt die Wahl ausgerechnet auf Bloom und nicht auf ihre Cousine Zara. Ihre Kräfte zeigen sich nun auf einmal doch und darum muss sie nach Amsterdam, um auf einem Ball das Amulett an den Hüter des Frühlings zu übergeben. Soweit der Beginn des Buches; durchaus interessant, aber für mich plätscherte es zu sehr dahin und Bloom war mir irgendwie unsympathisch. Ich habe mich auch gefragt, warum die Kapitel alle auf englisch sein müssen, wo das Buch doch in Norwegen spielt und die Autorin Deutsche ist. Und bitte, warum wird statt "Vla" "Fla" geschrieben? Und außerdem ist Vla nicht immer "dubblevla", also zweifarbig, wie immer wieder betont wurde. Das hat mich geärgert, obwohl es eigentlich nur eine Nebensache war, auf der aber unverhältnismäßig lange "herum geritten" wurde. Der männliche Gegenpart ist auch viel zu klischeehaft und auch später gab es meiner Meinung nach zu viele Ungereimtheiten. Schade, ich hatte mir hier mehr erhofft, denn die Buchvorstellung klang sehr gut.
Rezensionen von Tara:
Eine erschütternde Familientragödie
Die Überlebenden von Alex Schulman
„Die Überlebenden“ ist das Debüt des schwedischen Autors und Journalisten Alex Schulmann.
Die drei Brüder Benjamin, Pierre und Nils haben sich im Laufe der Jahre auseinandergelebt. Nun ist ihre Mutter tot und sie kehren an den Ort ihrer Kindheit – einem Holzhaus am See – zurück, um dort die Asche ihrer Mutter zu zerstreuen.
Die Geschichte wird in zwei Zeitebenen erzählt. Da ist zum Einen der Erzählstrang in der Vergangenheit, in dem man viel über die Vergangenheit der Brüder erfährt und zum Anderen die Gegenwart, in der die Brüder bereits erwachsen sind. Schnell wird klar, dass in der Kindheit der Brüder nicht alles glatt gelaufen sind. Sie sind mit ihren Eltern am See und eigentlich wirkt alles ganz idyllisch, aber die Eltern trinken zu viel, lassen die Umgebung verkommen, vernachlässigen und misshandeln ihre Kinder. Auch als Erwachsene machen Benjamin, Pierre und Nils keinen normalen Eindruck. Sie können nicht miteinander sprechen, irgendetwas steht unsichtbar zwischen ihnen.
Da die Ereignisse rückwärts erzählt werden, ist es schwierig zu verstehen was passiert ist. Es fehlen Informationen und es dauert lange bis such die Puzzleteile zusammenfügen.
Der Schreibstil des Autors ist unglaublich intensiv, leicht dramatisch und emotional. Er versteht es die Landschaft so zu beschreiben, dass ich sie direkt vor Augen hatte. Auch seine Charaktere beschreibt er gut. Jeder für sich hat andere Eigenheiten, die darauf hindeuten, dass in der Vergangenheit etwas Bedeutendes passiert sein muss.
Ich habe zwischenzeitlich immer wieder über die Bedeutung des Titels gerätselt, der in vielerlei Hinsicht hätte passen können. Die wirkliche Bedeutung erschließt sich aber erst am Ende. Ein Ende, das mich überrascht und sprachlos gemacht hat.
Diese Familiengeschichte hat mich sehr berührt und ich werde sie sicherlich nicht so schnell wieder vergessen.
Rezensionen von Furbaby_Mom:
Nicht so hinreißend wie erhofft
Bis ans Ende aller Fragen von Anne Hertz
Seit Jahren gibt es endlich wieder mal einen neuen Anne-Hertz-Roman – für mich als Fan des Autorinnen-Schwestern-Duos waren das grandiose Neuigkeiten. Zahlreiche ihrer Romane habe ich daheim bereits im Regal stehen und sofern sich ihr locker-leichter Schreibstil nicht verändert haben sollte, war ich überzeugt davon, dass ich auch dieses neue Werk gleich ins Herz schließen würde.
Leider haben sich meine - zugegeben hohen - Erwartungen nicht erfüllt, stattdessen war ich letztlich sogar etwas enttäuscht von der Geschichte, deren Grundidee und Handlungseinstieg mir zunächst recht gut gefallen hatten.
Maxi, Ü40, sehnt sich nach einer eigenen Familie mit Kindern – schwierig, so ganz ohne Partner. Ihr Ex hat sie durch eine Jüngere ersetzt und seitdem herrscht Ebbe an der Männerfront. Maxis Geschwister starten zwar regelmäßig Kuppelaktionen, davon ist die Cafébesitzerin allerdings wenig begeistert. Ihre Nichte Summer hat den Geistesblitz, Maxi zu einer Trauergruppe zu schleppen, um dort attraktive Witwer kennenzulernen. Ehe die überrumpelte Maxi die verfahrene Situation aufklären kann, sieht sie sich einer vielversprechenden Bekanntschaft gegenüber und hat zudem auch das Interesse eines anderen Trauernden geweckt. Wie soll sie den beiden Männern nun beichten, dass sie in Wirklichkeit gar nicht unter einem schweren Verlust leidet, sondern lediglich an ihrem nicht existenten Liebesleben verzweifelt?!
Zu Beginn der Handlung empfand ich Maxi, aus deren Sicht erzählt wird (- inklusiver kurzer Rückblicke in Form von Tagebucheinträgen aus ihrer Jugend -) als spontan, aufgeweckt und nett; sie hat ihr Café gut im Griff, ist Summer eine liebevolle, coole Tante und scheint generell ihren Mitmenschen gegenüber viel Mitgefühl zu haben. Kurzum: eine angenehme Person, der man von Herzen Glück gönnen würde. Mein positives Bild von ihr geriet allerdings im Laufe der Handlung immer mehr ins Wanken und gegen Ende war Maxi mir schlichtweg unsympathisch. Sie ist flatterhaft, respektlos und unbeständig, weiß nicht, was sie will und lügt sich durchs Leben (- hiermit meine ich nicht die im Klappentext angekündigte große Lüge im Rahmen der Trauergruppe, diese war mir schließlich im Vorfeld bekannt und ich war gespannt, wie diese Entwicklung wohl gestaltet werden würde -). Zudem verhält sie sich egoistisch, und dermaßen unreif, dass man sie am liebsten schütteln würde. Zwar erkennt Maxi ihr Fehlverhalten und schimpft regelmäßig mit sich selbst (wie mies sie sich doch benähme und dass sie eine verlogene Kuh sei etc.) – das war es dann aber auch schon. Selbstmitleid statt Besserung, lieber vor Problemen weglaufen, anstatt sich ihnen zu stellen oder einfach mal die Wahrheit zu sagen.
Inhaltlich war ich nicht von der Geschichte überzeugt, die so vielversprechend begonnen hatte und aus deren kreativer Grundidee man einiges hätte machen können. Aufgrund der zu überzogenen, unglaubwürdigen Entwicklungen musste ich so manches Mal mit den Augen rollen. In unterhaltsamen Feel-good-Stories wird hinsichtlich unwahrscheinlicher Zufälle ja gerne ein bisschen übertrieben, das ist auch völlig okay, doch hier war es einfach zu viel des Guten. Selbst der Hertz-typische Humor wirkte irgendwie erzwungen und verkrampft. Im Vergleich zu den vorherigen Werken verblasst dieser Roman gänzlich. Mir fehlte das Gefühl, die tiefgründig ausgearbeiteten Figuren und die optimistische Grundstimmung; große Passagen hatten in meinen Augen einen eher negativen, pessimistischen Unterton – vielleicht kam es mir auch nur so vor, weil die Hauptprotagonistin mit der Zeit immer anstrengender wurde.
Das Cover hätte ich farbenfroher gestaltet, insbesondere da die peppige, knallige Hintergrundfarbe ein bekanntes optisches Wiedererkennungsmerkmal aller bisherigen Hertz-Bücher gewesen war; dagegen sieht der weiße Hintergrund hier relativ nichtssagend aus. In der Buchhandlung wäre ich an dem Roman glatt vorbeispaziert.
Fazit: Leider kein Vergleich zu den wundervollen Anne-Hertz-Werken der Vergangenheit. Schade!
Rezensionen von marsu:
Ein Leben für den Tee
Die Teehändlerin von Susanne Popp
Frankfurt, 1838 bis 1840, eine aufregende Zeit für Deutschland, doch die politischen Entwicklungen stehen hier nicht so sehr im Vordergrund. Protagonistin des Buches ist Friederike Ronnefeldt, die Ehefrau von Tobias Ronnefeldt, dem Begründer der noch heute existierenden Tee-Firma Ronnefeldt. Doch um es gleich vorweg zu nehmen, es handelt sich hier nicht um eine Biografie, sondern um einen Roman um eine historische Persönlichkeit geschrieben, von der nicht allzu viel überliefert ist.
Friederikes Ehemann Tobias ist ganz aufgeregt mit den Planungen für seine China-Reise beschäftigt. Er wird über ein Jahr fort sein und hat für das Teegeschäft einen Prokuristen eingestellt und auch sein Bruder Nicolaus soll Friederike unterstützen. Deren Schwestern Mina und Käthe helfen sicherlich bei den vier Kindern. Doch als Tobias abgereist ist, gibt es Probleme mit dem Prokuristen und Friederike muss einspringen. Ein interessanter Roman mit vielen unterschiedlichen Persönlichkeiten, so dass man als Leser/-in gute Einblicke in das tägliche Leben erhält. Allerdings hätte ich mir manchmal etwas mehr "Tee" gewünscht, aber ansonsten hat mir das Buch gut gefallen und ich bin schon gespannt auf die Fortsetzung.
Rezensionen von CanYouSeeMe:
Teuflisch gut
Der Tod und das dunkle Meer von Stuart Turton
"Der Tod und das dunkle Meer" ist das erste Buch, das ich vom Autor Stuart Turton gelesen habe. Der detailreiche Schreibstil und die bildhafte Sprache haben mir sehr gut gefallen. Durch die lebendigen Beschreibungen hatte ich das Gefühl mitten in der Story zu sein.
Auch die Charaktere wurden somit beinahe lebendig, wenngleich auch einige Hintergründe für mich unklar blieben.
Die verschiedenen Charaktere waren allesamt sehr facettenreich beschrieben, mir hat bei der Orientierung vor allem zu Beginn des Buches die Passagierliste sehr geholfen.
Die Handlung an sich hat mir gut gefallen, inhaltlich lässt es sich schwer in ein Genre eingrenzen - aber das muss man ja auch nicht immer tun. Die Spannungskurve ist insbesondere im Mittelteil des Buches ein wenig abgeflacht, da habe ich einige Längen gespürt, die bei dem Seitenumfach des Buches aber auch beinahe unumgänglich sind. Insgesamt hatte ich jedoch nie ein langanhaltendes Gefühl der Langeweile oder des Desinteresses.
Die Komplexität der Story hat mich auch durchaus gefordert - es lohnt sich aber dran zu bleiben und völlig in die von Stuart Turton geschaffene Welt einzutauchen.
Rezensionen von Lerchie:
Der Mensch Bülent Ceylan
Ankommen von Bülent Ceylan; Astrid Herbold
Bülent Ceylan hat alles erreicht, was er sich vorgenommen hatte, aber immer ist er sich selbst treu geblieben. Und in diesem Buch kann er über die Sachen sprechen, wofür er auf der Comedy-Bühne keinen Raum hat.
Er heißt Tschäilan. Aber Bülent trägt Cordhosen, spricht nur Monnemer Dialekt und kann kein Türkisch.
. Seine Geschwister raten ihm zu einem Spitznamen. Und so heißt er Billy. Doch als Kind entdeckt er ein Talent, denn er kann Stimmen nachmachen und die Leute lachen darüber. Die Witze lenken von Geldsorgen, die es Zuhause gibt, ab. Sie zaubern Menschen ein Lächeln aufs Gesicht, auch seiner bedrückten Mutter. Er hat rabenschwarzes Prinzessinnenhaar und erzählt eben Gags. Zum ersten Mal hat er 2009 eine volle Arena, die SAP-Arena und der Erfolg kommt. Er erzählt in dem Buch wie er aufgewachsen ist, über bestimmte Werte mit viel Humor und Tiefgang. Er hat erkannt, wie wichtig Ankommen ist.
Meine Meinung
Zwar war ich bisher noch nie in einer seiner Shows, habe aber welche im Fernsehen gesehen und mich immer köstlich amüsiert. Eigentlich wollten meine beiden Sprösslinge 2020 eine seiner Shows in der Gegend oder evtl. in der SAP-Arena besuchen. Doch wie Bülent Ceylan hat auch ihnen Corona einen Strich durch die Rechnung gemacht. Einen gewaltigen. Aber zum Buch. Bülent erzähl von seiner Kindheit und Jugend, dass eben alles nicht so einfach war, wie sich das vielleicht mancher denkt. Von seiner katholischen Mutter und seinem muslimischen Vater, von denen jeder die Religion des anderen respektierte. Und von seinen türkischen Verwandten, die nicht verstanden, dass er kein Türkisch sprach. Dies ist ein Buch das mich überaus oft amüsiert hat, das aber auch ernste Passagen hatte. ich verstehe, dass er seine Frau, seine Familie aus dem Show-Geschäft heraushalten will. Er tut gut daran. Natürlich wird er oft auf der Straße erkannt und wenn ich ihn treffen würde, dann würde ich auch ein Foto von ihm machen wollen. Er hat auch nichts dagegen, was ich wieder schön finde. Doch wie gesagt, die Familie bleibt außen vor, mit Recht. Ich habe dieses Buch sehr gerne gelesen, es hat mich wie ich schon sagte, viel amüsiert aber auch manchmal zum Nachdenken gebracht. Ankommen ist ein Buch, das jeder Bülent-Ceylan-Fan gelesen haben sollte. Daher eine Empfehlung von mir und die volle Bewertungszahl.
Rezensionen von yellowdog:
sorgfältig gemacht
Blaue Frau von Antje Rávik Strubel
Das Cover von Blaue Frau ist originellerweise rot und passt dennoch gut zum Buch, das auf der Longlist des Deutschen Buchpreis 2021 steht.
Ich habe mich für die Hörbuchversion entschieden, vor allen weil die Autorin Antje Rávik Strubel den Text selber einliest. So sorgfältig, wie sie schreibt spricht sie auch.
Dabei ragen die Dialoge heraus, besonders die zwischen dem zeitweiligen Liebespaar Adina und Leonides.
Leonides neigt aber dazu, manchmal gestelzt zu sprechen. Adina ist eher zurückhaltend.
Es gibt zahlreiche detailreiche Beschreibungen.
Der komplexe Roman ist anspruchsvoll und mit 12 Stunden Laufzeit ist das Hörbuch streckenweise auch eine Herausforderung, auch wegen den vielen Rückblenden. Überwiegend hat es mir aber gut gefallen.
Rezensionen von melanie82:
Wunderbares Buch
Der längste Tag im Leben des Pedro Fernández García von Moritz Rinke
Schon das Cover hat mich mit der Melancholie, das es ausstrahlt, angesprochen - dazu der ungewöhnlich lange Titel und der Klappentext: das alles ließ auf etwas ganz Besonderes schließen und ich wurde nicht enttäuscht. Die Geschichte über den Postboten Pedro, der darunter leidet, dass durch das Internet immer weniger Briefe verschickt werden und den dann auch noch seine große Liebe verlässt und den gemeinsamen Sohn mitnimmt, ist erzählerisch unglaublich gut gestaltet.
Die Charaktere sind sehr lebendig und ich habe Pedro direkt ins Herz geschlossen und bin nur so durch die Seiten geflogen. Gut gefallen hat mir auch, wie Moritz Rinke historische Details eingebunden hat. Obwohl daneben auch viele ernsthafte Aspekte vorkommen, behält sich der Roman eine gewisse Leichtigkeit bei, die mich direkt in den Bann gezogen hat. Ein wirklich toller Roman, bei dem man auch darüber, was im Leben wichtig ist oder dieses ausmacht, nachdenken muss.
Rezensionen von Marie aus E.:
Phantasievoll, lustig und traurig zugleich
Vincent und das Großartigste Hotel der Welt von Lisa Nicol
Das Buch beginnt gleich trist. Vincents Eltern müssen sich immerzu um den Bruder Thom kümmern und haben keine Zeit und keine Kraft für Vincent und seine kleine Schwester, die irgendwie - obwohl noch so klein - selbst klarkommen müssen.
Doch dann hat der elfjährige Vincent endlich Glück im Leben: er hat einen Job im großartigsten Hotel der Welt gefunden.
Und bald ist das nicht nur ein Job, sondern er hat auch die großartigsten Freunde der Welt gefunden, ganz besonders die allerbeste Freundin.
Das Hotel wird in allen Einzelheiten sehr phantasievoll beschrieben. Was es da nicht alles gibt! Oh ja, da möchte man auf der Stelle hinfahren.
Für mich (als Erwachsene) war das streckenweise schon etwas zu viel des Guten, es waren sehr, sehr viele Aufzählungen, was es dort alles gibt. Aber ich bin nicht die Zielgruppe und die Vertreterin dieser (elf Jahre alt wie Vincent) war davon sehr begeistert!
Das Buch hat dann eine ganz andere Richtung eingeschlagen als erwartet: es blieb nämlich (für uns überraschend) auch ernst und auch traurig. Auch das großartigste Hotel der Welt kann Kummer und Sorgen nicht abschirmen.
Zwischen all den Lamas, Babyelefanten und Taschenhunden und den vielen großartigen Momenten gibt es eben auch schwere Momente.
Aber wie die Tochter so schön sagt: Ich mag das Buch, weil es so lustig und so traurig ist.










