Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Wichtiges Thema gut erklärt
Queer. 100 Seiten von Norma Schneider
Ich mag die Reihe „100 Seiten“ aus dem Reclam Verlag sehr gerne, da zu komplexen Themen ohne viel Geschwurbel ziemlich punktgenaue Informationen geliefert werden.
Diesmal beschäftigen sich die „100 Seiten“ mit dem Begriff „QUEER“, der bei vielen Menschen wegen ihres Unwissens oder Halbwissens Ablehnung und Unverständnis hervorruft.
Norma Schneider, Journalistin und Autorin, bietet hier einen kompakten Überblick, was „queer“ eigentlich bedeutet. Sachlich, aber dennoch kurzweilig beleuchtet sie die Begriffe und gibt uns Leserinnen und Lesern Argumente, um so manche hitzige Diskussion wieder auf den Boden der Objektivität zurück zu holen.
Sehr angenehm finde ich das Cover, das in dunkelblau gehalten ist und auf Farben wie quietschpink oder violett verzichtet.
Das Buch eignet sich sehr gut als Einstieg in das doch komplexe Thema, weshalb ich es von mir 5 Sterne und eine Leseempfehlung erhält.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Hat mir nicht gefallen
Tod in Ahrenshoop von Hans Meyer zu Düttingdorf; Juan Carlos Risso
Walter und Willy sind seit über 50 Jahren ein (Ehe)Paar und verbringen anlässlich Walter 80. Geburtstags einen Kurzurlaub im Luxushotel Palace an der Ostsee. Die beiden rüstigen Rentner langweilen sich ein wenig. Doch dann macht Walter am verregneten Morgen eine Beobachtung, die ihn an ein Verbrechen denken lässt.
Und wirklich, der Bauunternehmer Helmuth Winterfeldt wird tot im Wasser der Ostsee gefunden. Nachdem der Tote laut seiner Ehefrau an Herzbeschwerden gelitten hat, ist für die Polizei klar: ein bedauerlicher Tod durch Herzinfarkt.
Doch die Polizei schenkt Walters Beobachtung keine Beachtung, weshalb sich das Paar in ein kriminalistischen Abenteuer stürzen, das sie bis nach Mallorca führen wird.
Meine Meinung:
Dieser Krimi ist vor allem eines: überzeichnet. Das Autoren-Duo Hans Meyer von Düttingsdorf und Juan Carlos Risso, im Leben selbst ein langjähriges Paar, dichtet ihren Protagonisten so ziemlich jedes Klischee, das gleichgeschlechtlich Liebenden nachgesagt wird, an: Tuntenhaftes Verhalten, „Schatzi hin, Schatzi her“, in die Wange zwicken, geziertes Halten eines Weinglases und so weiter. Wenn das humorvoll sein soll, bin ich die falsche Adressatin.
Ehrlich, ein Ehepaar, egal ob homo- oder heterosexuell benimmt sich nach fünfzig Jahren des gemeinsamen Lebens nicht wie frisch verliebte Teenager.
Die sogenannten Ermittlungen sind eher ein Herumstochern als echtes Ermitteln, was aber klar ist, denn die beiden sind Laien. Manches liest sie wie das Ergebnis einer Summe gelesener Kriminalromane und überbordender Fantasie von Walter und Willy. Die Auflösung ist für mich leicht vorherzusehen gewesen. Der Spannungsbogen eher flach gehalten.
Sollte es für dieses „Ermittlerpaar“ eine Fortsetzung geben, wird die ohne mich stattfinden.
Fazit:
Dieser Krimi hat mich leider gar nicht überzeugt. Zudem ist diese Art Humor nicht die meine, daher reicht es gerade einmal für 2 Sterne..
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Fesselnd bis zur letzten Seite
Der Tote auf dem Kniepsand von Anna Johannsen
In ihrem 13. Fall werden HK Lena Lorenzen und ihre Kollegin Naya Olsen abermals nach Amrun geschickt, um den Tod von Dennis Claasen zu untersuchen, der möglicherweise etwas mit angeschwemmten Drogenpaketen zu hat. Recht bald entdecken die beiden Ermittlerinnen, dass es im Leben des Toten einige Ungereimtheiten gibt.
Zum einen scheint er zahlreiche Liebschaften auch mit verheirateten Frauen zu unterhalten und zum anderen hat er mit seinen drei Geschwistern Haus und Grundstück geerbt, um dessen Verkauf nun gestritten wird. Um seine Geschwister auszahlen zu können, reicht sein Verdienst als Mädchen für alles im Yachthafen nicht aus.
Als wenig später in Claasens Haus eingebrochen wird und verwüstet wird, deutet alles darauf hin, dass der Tote in die Drogengeschäfte involviert war. Doch wer sind die Drahtzieher? Oder ist alles ganz anders?
Meine Meinung:
Anna Johannsen schafft es, auch im 13. Fall den Spannungsbogen hoch zu halten. Neben dem oft mühsamen Ermittleralltag, der durch Bürokratie, Rivalitäten zwischen Ordnungspolizei und Kriminalbeamten sowie auf ihre Karriere bedachten Staatsanwälte nicht unbedingt erleichtert wird, gibt es für Lena und Naya doch immer wieder Kolleginnen und Kollegen, die durch unbürokratisches Handeln für Lichtblicke sorgen. Manches Macho-Gehabe des einen oder anderen Kollegen soll nur die Angst vor der Nordsee verbergen, die man(n) nicht wirklich zugeben kann.
Wie schon in den Vorgängern spielt das Privatleben von Lorenzen und Olsen eine große Rolle. Die Charaktere und die Schauplätze sind sehr gut und authentisch beschrieben. Lena Lorenzen, die auf Amrun aufgewachsen ist, kann auf zahlreiche Bekannte, wie zum Beispiel ihren früheren Lehrer zurückgreifen, um die eine oder andere Information zu erhalten. Nicht immer fühlt sie sich dabei wohl in ihrer Haut.
Fazit:
Autorin Anna Johannsen hat wieder einen vielschichtigen Krimi geschrieben, der mit einer doch überraschenden, aber stimmigen Aufllösung punktet. Gerne gebe ich dafür 5 Sterne.
Rezensionen von Kwinsu:
Unsichtbare Helden mit großer Wirkung
Bakterien – die heimlichen Helden von Peter Wohlleben
Es ist unglaublich, dass Bakterien in sämtlichen Bereichen des Lebens eine entscheidende Rolle spielen! Sei es die Entstehung des Lebens selbst, die Art, wie unser Ökosystem funktioniert, selbst in allen Körpern sind sie unerlässlich - und können ebenso tödlich sein. Kommen sie wo nicht bzw. in zu geringer Menge vor, ist das ebenso problematisch, als wenn sie überhand nehmen.
Das Hörbuch bietet einen enorm breiten Überblick auf die vielfältigen Rollen dieser Kleinstorganismen in jeder Ecke unserer Erde.
Das Buch kommt abseits von der umfangreichen und spannenden Informationsladung auch mit allerhand Tipps daher: wie entfernt man unbeliebte Bakterien aus der Waschmaschine, mit welchem Hilfsmittel spült man so bakterienarm wie möglich sein Geschirr, wie verhält man sich auf der Toilette, um nicht einer unnötigen Bakterienschleuder anheim gesucht zu werden, wie vermeidet man bakterienbedingten Schweißgeruch, wie hält man den Kühlschrank bakterienarm, sodass möglichst wenige Lebensmittel verderben und so weiter und so fort.
Erstaunlich ist auch, welche Bakterien eine Rolle spielen, wenn es um den Klimawandel geht. Welche fiesen Organismen aus ferner Vergangenheit können uns durch den abtauenden Permafrost belasten, wie könnten ausgestorbene Arten dank der Kleinstlebewesen wieder zum Leben erweckt werden oder welche Auswirkungen hat ein Überdüngen der landwirtschaftlichen Böden auf das Bakterienleben - und all die Lebensformen, die von ihnen abhängig sind.
Bakterien helfen nicht nur bei der Produktion von Lebensmittel, sie sind auch unerlässlich, wenn es um den Erhalt von Wald und Wiese geht und können zukunftsweisend auch dabei helfen, uns von der Plastikflut zu befreien. Kurzum: Bakterien sind unerlässlich.
Ich habe dieses kurzweilige Hörbuch sehr, sehr gern gehört! Es ist nicht nur äußerst abwechslungsreich und informativ, auch die Stimme von Thomas Loibl ist sehr angenehm und man kann ihm wunderbar folgen. Förster und Naturschützer Peter Wohlleben legt nicht nur wissenschaftliche Inhalte niederschwellig und nachvollziehbar dar, sondern macht den Hörer*innen auch bewusst, wie wichtig es ist, unser Ökosystem zu schützen - und dazu gehört auch, eine ausgewogene Bakterienvielfalt zu gewährleisten. Absolute Hör- bzw. Leseempfehlung, weil das Sachbuch eine echte Wissensbereicherung ist!
Rezensionen von Camilla :
köstlich!
If Books Could Kill von Kate Eberle
Also, das Buch hält was der Klappentext verspricht... es ist wirklich super gelöst, es ist kein gewolltes Ende oder irgendwas... es ist einfach genial zu lesen! Es ist ein total genialer Mix aus "Spiel mit den Klischees" und eben die "Elemente eines Thrillers/Krimis" - Es war super unterhaltsam zu lesen, jetzt keine totalen Überraschungen aber logisch gelöst und nur selten zu krass überzeichnet ;)
die Charaktere sind alle durch die Bank sympathisch, ich hab mich ein paar mal wirklich fast Tog gelacht, dass mein Mann schon ein bisschen beunruhigt war, weil "echte" Liebesromane selten so lustig geschrieben sind.
Und Krimis erst recht nicht ;)
also Fazit: Mega gelungener Genre-Mix!!!
Aber dadurch, dass die Liebes-Genre-Tropes ganz schön auf die Schippe genommen werden definitiv nichts für "Liebesromananfänger" weil die den Witz glaube ich dahinter noch nicht so verstehen würden...
und nur so am Rande: keine expliziten Szenen, falls man so was nicht mag
Rezensionen von libraryoflaura:
Die Tür geht auf, doch dein Sohn ist nicht da...
Alles ihre Schuld von Andrea Mara
WORUM GEHT ES?
Du stehst vor einer fremden Haustür, wartest darauf, dein Kind abzuholen, und die Frau, die aufmacht, hat noch nie von deinem Sohn gehört.
Kein Milo. Kein Spieldate. Keine Erklärung.
Nur eine gähnende Leere, wo dein Kind sein sollte.
Was dann folgt, ist der Albtraum, den kein Elternteil auch nur zu Ende denken will.
Während die Suche nach dem Vierjährigen die ganze Nachbarschaft auf den Kopf stellt, wird schnell klar:
Irgendjemand weiß mehr.
Hinter den gepflegten Fassaden der Dubliner Vorstadt brodelt es, und je tiefer man gräbt, desto dunkler wird es.
Die Frage ist nicht nur, wo Milo ist.
Sondern wem man hier überhaupt noch trauen kann.
WAS MIR GUT GEFIEL:
- Erschreckend realer Einstieg: Das Buch wirft einen direkt in eine alltägliche Situation, die sich sekundenschnell in puren, packenden Horror verwandelt. Man ist sofort gefesselt, weil diese Hilflosigkeit so greifbar nah wirkt.
- Gefühlschaos pur: Die Panik der verzweifelten Mutter und die erdrückenden Schuldgefühle der anderen involvierten Frauen sind so emotional und intensiv beschrieben, dass man richtig mitleidet und das Herzrasen förmlich spüren kann.
- Puzzlespiel mit Perspektiven: Die Geschichte wird aus mehreren Blickwinkeln erzählt, und das funktioniert richtig gut. Man bekommt nie das volle Bild auf einmal, stattdessen fügen sich die Teile nach und nach zusammen.
- Vorstadtfassaden bröckeln: Hinter gepflegten Vorgärten und scheinbar perfekten Familien verbergen sich Geheimnisse, Klatsch und ganz viel Schuldzuweiserei. Diese Atmosphäre zieht sich durch das ganze Buch und sorgt für konstant unterschwellige Anspannung.
WAS MIR WENIGER GUT GEFIEL:
- Zähe Durststrecke im Mittelteil: Nach dem rasanten Start verliert die Story zwischendurch leider etwas an Fahrt. Die Handlung dreht sich phasenweise im Kreis, und einige Szenen wirken durch Wiederholungen künstlich in die Länge gezogen.
- Verwirrendes Personen-Overload: Es tauchen im Laufe der Zeit sehr viele Charaktere auf, die viel Raum einnehmen, für die eigentliche Auflösung aber kaum eine Rolle spielen. Das sorgt stellenweise eher für Verwirrung statt für echte Spannung.
FAZIT:
"Alles ihre Schuld" ist ein psychologisch starker und extrem atmosphärischer Domestic-Thriller, der mit einem nervenzerreißenden Albtraum startet und nach einem etwas ruhigeren Mittelteil in einem rasanten Finale explodiert.
Wer Geschichten mag, die hinter der Fassade des perfekten Vorortlebens bohren, ist hier genau richtig.
Rezensionen von Amena25:
Spannender Start in eine neue Reihe
Schlafende Vulkane von Michael Hjorth; Bjarni Thorsson
In einem Reitstall in Reykjavik wird eine junge Frau tot aufgefunden. Sie ist nackt und wurde offenbar vergewaltigt. Für Helga Jónsdóttir ist es die erste Ermittlung, da sie erst kürzlich zum Dezernat für Gewaltverbrechen gewechselt hat. Schnell stellt sich heraus, dass die ermordete Frau einen 10-jährigen Sohn hat, der vor dem Mörder aber vermutlich durch ein kleines Fenster aus dem Haus geflüchtet ist.
Nun fehlt von ihm jede Spur. Helga wird der ehemalige Ermittler Bjarki zur Seite gestellt, der sich in der isländischen Wildnis wie kein anderer auskennt. Auf die noch unsichere Helga wirkt Bjarki wie ein Fels in der Brandung und kann ihr, die trotz ihrer Zweifel einen sehr guten Ermittlerinstinkt und Biss hat, Rückhalt und Stärke vermitteln. Doch noch während die beiden nach dem verschwundenen Jungen suchen, wird eine weitere Frau ermordet aufgefunden. Nach und nach wird klar, dass der Mörder seine Opfer über die sozialen Medien findet und diese alle junge Mütter sind.
Die Handlung wird aus verschiedenen Perspektiven der Beteiligten erzählt, auch der Täter kommt zu Wort. So erkennt man schnell, wie akribisch und skrupellos er seine Taten plant. Die unterschiedlichen Perspektiven lassen die Figuren lebendig wirken, mit allen Ecken und Kanten. Besonders Helga mit ihrer Unsicherheit, aber auch ihrem eisernen Willen, den Opfern Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, wirkt äußerst authentisch. Der etwas mürrische und eher verschlossene Bjarki ist sympathisch, wird im Lauf der Handlung für meinen Geschmack aber etwas zu sehr als Held in Szene gesetzt.
Insgesamt ist ,,Schlafende Vulkane“ ein spannender Start in eine neue Reihe mit interessanten Ermittlerfiguren, dennoch hätte die Handlung etwas straffer gehalten werden können.
Rezensionen von dorli:
Geht unter die Haut
Im Morgengrauen von Marc Raabe
In den frühen Morgenstunden des 18. Januar treffen sich zwei Männer im Kiosk einer Minigolfanlage in Berlin-Heiligensee. Der eine wird zum Täter, der andere zum Mordopfer. Oder geschieht hier gar kein Mord?
Einige Tage später. Es herrscht Aufregung im Kanzleramt, denn Bundeskanzler Henrik Westphal ist spurlos verschwunden.
Wurde der Kanzler entführt? Ist er womöglich tot? Oder ist er abgetaucht, weil er einem handfesten Skandal aus dem Weg gehen will? Denn in den sozialen Medien kursieren Videos, in denen eine junge Frau, die sich Kessy X nennt, sehr glaubwürdig sein übergriffiges Verhalten anprangert.
Die bereits aufgeheizte Stimmung bekommt noch mehr Zündstoff, als in einem U-Bahntunnel unter dem Alexanderplatz eine entstellte Leiche gefunden wird, denn die Tote hat das gleiche auffällige Tattoo, dass in den Videos auf Kessy’s Unterarm zu sehen ist.
„Im Morgengrauen“ ist der vierte Band rund um die BKA-Ermittler Art Mayer und Nele Tschaikowski. Ich empfehle, die Bücher der Serie in der richtigen Reihenfolge zu lesen, da die Ereignisse über die einzelnen Bände hinweg alle zusammenhängen. Das Wissen über die Hintergründe, Beziehungen und persönlichen Entwicklungen der Protagonisten erhöht den Lesegenuss dieser spannenden Fortsetzung ganz enorm.
Der Schreibstil von Marc Raabe begeistert mich immer wieder aufs Neue. Er hat ein ausgesprochen gutes Händchen für vielschichtig konstruierte Thriller und versteht es ganz ausgezeichnet, die spannenden Ermittlungen und die privaten Angelegenheiten seiner Figuren authentisch und mitreißend darzustellen.
Die Kapitel sind kurz, die Perspektive wechselt ständig - auch hier trifft Marc Raabe genau meinen Geschmack. Besonders der stetige Blickwinkelwechsel gefällt mir, da ich so von den Gedanken, Ansichten und Beweggründen aller Akteure Kenntnis habe und prima mitverfolgen kann, wie jeder Einzelne auf unerwartete Ereignisse reagiert oder Konflikte meistert. Ich kann nicht nur die Kraft, Energie und Leidenschaft spüren, mit der sie ihre Aufgaben bewältigen und sich den immer neuen Herausforderungen stellen, sondern erlebe auch immer wieder ihre innere Zerrissenheit und ihre mentalen Kämpfe mit.
Sehr gut gefallen hat mir, dass die aktuelle Handlung mit der nervenaufreibenden Spurensuche des Öfteren von Rückblenden unterbrochen wird, die in den Wochen vor dem Verschwinden des Kanzlers spielen und Kessys bewegende Geschichte zum Inhalt haben.
Auch die vielen Wendungen sind überzeugend - immer wieder meint man zu wissen, in welche Richtung die Dinge sich entwickeln und dann kommt es doch wieder ganz anders, als man denkt. Außerdem gibt es zahlreiche Nebenhandlungen und nicht eine davon ist überflüssig. Im Gegenteil, sie ergänzen die Haupthandlung perfekt und machen den Thriller lebendiger, komplexer und realistischer.
Am Ende fügt sich alles zu einem großen Ganzen. Ich bekomme über die vier Bände hinweg ein stimmiges Gesamtbild und bleibe zufrieden zurück.
„Im Morgengrauen“ hat mich rundum begeistert - ein abwechslungsreicher, gut durchdachter Thriller, der mit einer temporeichen Handlung und ausdrucksstarken Figuren punktet und dabei einen Sog entwickelt, dem man sich als Leser nicht entziehen kann.
Rezensionen von Ele:
Pasternak am Gardasee
Wenn der Sturm ruht von Lenz Koppelstätter
Wenn der Sturm ruht, Gardasee-Krimi von Lenz Koppelstätter, EBook Kiepenheuer&Witsch.
Gianna Pitti ermittelt, ihr 3.Fall.
Gianna, Elvira Arnaldo und der Marchese, sie alle haben den neuen Messagero auf den Weg gebracht, modern mit den neuesten Methoden teils als EPaper und am Sonntag als Printausgabe, die Geschäftsräume sind wieder in der alten Rilke-Villa am Seeufer angesiedelt, doch schon am Tage nach der Eröffnungsfeier gibt es einen Toten am Schreibtisch von Arnaldo.
Der Unbekannte war Gast im besten Haus am Westufer in Gargnano: der Villa Feltrinelli. Er recherchierte rund um den mysteriösen Tod des ehemaligen Besitzers und legendären Verlegers Giangiacomo Feltrinelli vor über fünfzig Jahren. Gianna und ihre Kollegen beginnen zu ermitteln, wollen schneller sein als die Polizei. Dadurch kommen Gianna und der Marchese, sowie Arnaldo in Lebensgefahr, ein spannendes Szenario beginnt. Nach der Hälfte des Krimis wurde es dann richtig spannend und aufregend, da ging es mir dann fast etwas zu schnell.
Die Handlung erstreckt sich über drei Tage, so sind auch die Teile des Buches gegliedert. Der Erzählstil ist auktorial jeweils aus der Sicht von Elvira, Gianna, Arnaldo oder Francesco. Koppelstätter erzählt zügig, man muss schon sehr aufpassen um dem Geschehen folgen zu können. Durch die diversen Erzählstränge und Sichtwechsel habe ich mitunter den Faden ganz verloren und brauchte eine Weile bis ich wieder orientiert war. Das ist mir bei den vergangenen Bänden auch schon passiert und es hat sich leider nicht gebessert. Zwischendurch hatte ich das Gefühl, dass ich einige Seiten überlesen habe, was sich jedoch nicht bestätigt hat. Die Stimmung am See und die italienische Lebensart jedoch sind wieder einmal sehr gut eingefangen. Atmosphärisch erzählt, dem Leser ist jederzeit bewusst wo er sich befindet. Interessante Einblicke in die italienische Geschichte. Die Fährten führen vom Nobelpreisträger Boris Pasternak zum kubanischen Revolutionsführer Fidel Castro und in die Zeit des Links- und Rechtsterrorismus im Italien während des Kalten Krieges. Dazu ganz viel italienische Atmosphäre, italienische Phrasen, Musik, Speisen und Weine schaffen das. Das liebe ich an diesen Krimis, da ich die Gegend um den Gardasee sehr schätze.
Die Figuren sind echt, sie denken und fühlen und das kommt auch im Buch deutlich zur Sprache. Vor allem meine Lieblingsfigur, vom ersten Buch an, nicht die Protagonistin, sondern ihr Onkel, der Marchese, sein Stil und seine Eleganz und die Lebensweise eines italienischen Aristokraten die er so feudal lebt. Diese Figur ist dem Autor vortrefflich gelungen, ihn habe ich direkt vor Augen, wenn zur Sprache kommt, welche Weine er zum Essen auswählt, wie er seine Krawattenknoten bindet, welche Werke er liest, Opern er hört und wie er seinen in die Jahre gekommenen Porsche fährt oder parkt. Ein Schlitzohr durch und durch.
Und so geht es mir wie in jedem Band, gerne würde ich mehr um den Fall und die Zusammenhänge wissen, da kämpfe ich mich regelrecht durch. Aber das wird jedes Mal, vom Marchese und seiner liebenswerten Art ausgeglichen, da möchte ich schon gerne wissen wie es mit ihm und auch den anderen Figuren weitergeht, ich könnte mir diese Garda-Krimis gut als Filme vorstellen. In diesem Band sind am Ende schon die Weichen für eine Fortsetzung gestellt. Vermutlich werde ich auch im nächsten Band wieder dabei sein. Von mir 4 Sterne.
Rezensionen von Annabell95:
Rache
Revenge von Svenja Diel
Die drei Jugendlichen, Liv, Sara und Vince, werden durch ein plötzliches Gewaltverbrechen aus ihrem normalen Leben gerissen und müssen sich danach mit Angst, Schuldgefühlen und den Folgen traumatischer Erfahrungen auseinandersetzen. Während die Polizei versucht, den Täter zu finden, geraten Liv, Sara und Vince in einen Strudel aus Misstrauen, gefährlichen Wahrheiten und der Frage, ob ihre Freundschaft stark genug ist, um all das auszuhalten.
Jede Entscheidung bringt sie näher an die Wahrheit oder tiefer in die Abgründe der eigenen Vergangenheit.
Die Story entfaltet sich über drei Perspektiven - Liv, Sara und einem myteriösen "ER". Das sorgt für Abwechslung und Dynamik der Handlung. Durch die wechselnden Perspektiven bekommt man intime Einblicke in Gedanken und Motive der Charaktere. Man pendelt zudem ständig zwischen Nähe, Zweifel und Misstrauen. Mit jedem Kapitel wächst das Gefühl, dass etwas nicht stimmt. Die Sichtweise des unbekannten Erzählers wirft immer neue Fragen auf, und man ertappt sich dabei, wie man jede Figur infrage stellt.
Die Handlung entwickelt sich stetig weiter, die Spannung steigt kontinuierlich, und immer wieder tauchen unerwartete Wendungen auf, die das Bild neu zusammensetzen. Das Ende hingegen kam nicht ganz mit und blieb etwas schwächer zurück, aber dennoch blieb es spannend und man wollte wissen, wie alles zusammenhängt.
Die Figuren selbst wirken teilweise etwas blass, was die emotionale Bindung erschwert. Dennoch gibt es Nebencharaktere, die sofort Sympathie wecken und andere, die bewusst Distanz erzeugen. Die Hauptprotagonistin Liv bleibt dabei die stärkste Figur. Sie ist entschlossen, loyal und bereit, alles für ihren Bruder zu tun.
Der Schreibstil ist flüssig und angenehm, leicht zu lesen.
Mein Fazit:
Ein sehr spannender YA-Thriller mit vielen überraschenden Wendungen. Er ist auch sehr gut für Erwachsene geeignet. Daher gibt es von mir eine Leseempfehlung.











