Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Lydia_Te:
Ungeahnter Lebensweg
Ochsenkopf von Manik Sarkar
"Ochsenkopf" von Manik Sarkar trägt auf dem Cover passend: einen Ochsenkopf.
Und wer bei Ochsenkopf sofort an Sturkopf denkt, springt schon mit einer passenden Erwartungshaltung in den Roman. Denn hier geht es um Rensing Junior. Er wächst in einer Metzger-Familie auf und hat daher schon einen vorbestimmten Weg den er auch bereitwillig einschlägt.
Das tragikomische daran: er besitzt ein außergewöhnliches Talent das ihm die Fähigkeit gibt, schon zu sehen ob ein Tier zum schlachten taugt oder nicht. Leider zu seinem eigenen Leidwesen. Denn er lebt und arbeitet in einem Dorf in dem es an Feinschmeckern fehlt. Er kann noch so teure und hochwertige Tiere einkaufen und verarbeiten, seine Kunden danken es ihm nicht.
Der Roman hat mich positiv überrascht und ist tiefgründiger als man es am Anfang vermuten möchte. Besonders gut gefällt mir die Sprache, wenn zum Beispiel die Menschen "vertierlicht" werden und die Hände als Klauen bezeichnet werden. Zudem bietet der Roman den ein oder anderen Twist den man sich nicht zu wünschen vorgestellt hat.
Alles in Allem ein gelungener Roman der zum nachdenken anregt.
Rezensionen von Shilo:
Ein Sommer voller Veränderungen
Der Stoff des Meeres von Anett Klose
Nach dem schweren Verlust ihres Zuhauses beginnt für die Hohenlindens auf Usedom ein neuer Lebensabschnitt. Die Geschichte setzt nicht auf große Dramatik, sondern begleitet die Figuren durch einen Sommer, in dem sich nach und nach vieles verändert. Neue Bekanntschaften entstehen, alte Themen tauchen wieder auf, und manches bekommt eine andere Bedeutung als noch zu Beginn.
Helene, Johanna und Dorothea stehen dabei vor ganz unterschiedlichen Herausforderungen. Helene findet auf der Insel neue Anregungen für ihre Arbeit und stößt auf Dinge, die lange verborgen geblieben sind. Johanna wird mit Gefühlen und Entscheidungen konfrontiert, die ihr Leben in verschiedene Richtungen lenken könnten. Dorothea versucht, nach den Verlusten der vergangenen Jahre wieder etwas Zuversicht zu finden. Gerade die Unterschiede zwischen den drei Frauen machen viele Abschnitte interessant.
Gut gefallen hat mir auch, dass die Insel nicht nur als Schauplatz dient. Das Leben am Meer ist immer wieder spürbar, ohne dass die Beschreibungen zu viel Raum einnehmen. Einige Begegnungen bleiben länger im Gedächtnis, andere sorgen dafür, dass sich neue Entwicklungen ergeben. Dadurch entsteht ein stimmiges Bild dieses Sommers, in dem vieles noch offen ist und nicht jede Frage sofort beantwortet wird.
Einen großen Teil der Geschichte nehmen die Beziehungen der Figuren untereinander ein. Vor allem die Spannungen innerhalb der Familie ziehen sich durch den Roman. Nicht jede Wunde ist verheilt, und manche Konflikte reichen weit zurück. Das verleiht vielen Gesprächen zusätzliches Gewicht. Gleichzeitig zeigt die Handlung, dass Veränderungen möglich sind, auch wenn sie nicht von heute auf morgen geschehen.
An manchen Stellen geht die Geschichte eher langsam voran. Wer ein hohes Tempo erwartet, braucht etwas Geduld. Für diesen Roman hat die ruhigere Erzählweise jedoch gut funktioniert, weil sie den Figuren genügend Raum lässt und ihre Entwicklung nachvollziehbar macht.
Der fünfte Band der Reihe verbindet Neuanfänge, alte Belastungen und neue Hoffnungen. Im Gedächtnis bleiben vor allem die Menschen und die Fragen, die sie mit sich tragen. Wer die bisherigen Bände mochte und gern historische Familiengeschichten liest, wird auch diesen Teil gerne begleiten. 4 Sterne.
Rezensionen von Emmmbeee:
Schwerer letzter Lebensabschnitt
Ein unerhörter Wunsch von Ann Packer
Eine Frau, todkrank, will ihre allerletzten Tage nicht mit dem Mann verbringen, der sie während ihres gemeinsamen Lebens immer geliebt und umsorgt hat, sondern mit ihren besten Freundinnen. Das stößt ihn natürlich vor den Kopf und enttäuscht ihn sehr. Er beginnt sich selbst unbarmherzig zu hinterfragen und muss schmerzhafte Selbsterkenntnisse aushalten.
Es geht um Treue im engsten Sinn, um Liebe, Frauenfreundschaft, Solidarität und Hilflosigkeit, besonders auf Seiten des Ehemannes. Dramatik und Traurigkeit sind von Anfang an dabei.
Vieles aus der Vergangenheit wird wieder aufgewühlt, erlangt neue Dimensionen, erschwert das Zusammenleben und das Bedürfnis, für die todgeweihte Ehefrau da zu sein.
Die Lektüre hat mich tief aufgewühlt. Weil ich Ähnliches aus meinem Bekanntenkreis kenne, kann ich vieles nachvollziehen, aber nicht alles. Die Spannung ist sehr hoch gehalten, und das, was so schwierig zu fassen ist, hat mich selbst tief bedrückt. Ich denke, den meisten Lesern, die sich ernsthaft auf den Roman einlassen, wird es mehr oder weniger so ergehen.
Die Autorin versteht es, sensibel ein äußerst diffiziles Thema anzupacken und dennoch wahrhaftig zu bleiben. Die Figuren von Claire und Eliot sind besonders nahegehend gezeichnet, auch, was ihre Ehe ausgemacht hat, ist verständlich und einfühlsam beschrieben.
Rezensionen von 19cici95:
Internet-Tipps zusammengefasst
Nimm den Zwängen die Macht von Ulrich Voderholzer; Rebecca Schennach; Stefan Koch
Normalerweise mag ich die Bücher der Stiftung Warentest, doch dieses hier hat mir eher weniger gefallen.
Das Thema an sich interessiert mich sehr und einen Einblick in die Hintergründe von Personen mit Zwängen zu erhalten war durchaus aufschlussreich. Es wurde viele Zwänge angesprochen, von denen man noch nicht inbedingt etwas gehört hat.
Auch der Leidensdruck, der für die Betroffenen damit einhergeht, wurde gut dargestellt. Doch schlussendlich kam das Buch nicht über eine mittelmäßige Handlungsanweisung heraus, die man so ähnlich auch einfach im Internet recherchieren könnte.
Der größte Tipp des Buches, natürlich neben: Suchen Sie bitte eine Ärztin oder Arzt auf, war die Expositionstherapie, die man gerne auch schon ohne ärztliche Begelictung ausprobieren soll. In sehr vielen Wiederholungen werden detaillierte Anweisungen gegeben, wie man sich damit selbst therapieren kann. Das mag einigen Leuten mit Sicherheit helfen, doch glaube ich, dass es auch Betroffene gibt, die damit ggfs. tiefer in ihre Zwänge fallen. Immerhin wurde auch auf den Fall aufmerksam gemacht, dass sich der befürchtete schlechte Ausgang durchaus einmal einstellen kann und wie man dann damit umgeht.
Zudem fiel auf, dass sich der Schreibstil im Verlauf des Buches merklich ändert und das nicht unbedingt zum Besseren. Gerade in mittleren Teil liest es sich fast umgangssprachlich., was im restlichen Buch nicht der Fall war. Gerade bei mehreren Autor:innen wäre es mir wichtig einen einheitlichen Schreibstil zu haben.
Was mir zudem sehr negativ aufgefallen ist, war das Beispiel einer Person mit Waschzwang, die Angst vor der Ansteckung mit HIV hat und dadurch im Supermarkt Berührungen mit Einkaufswägen etc. vermeidet. Hier wäre unbedingt ein Hinweis darauf nötig gewesen, dass sich HIV nicht über die bloße Berührung über Oberflächen verbreitet. Dieser fehlt leider völlig.
Gut gefallen haben mir dagegen die vielen Kontaktmöglichkeiten zu Hilfestellen, die sowohl im Verlauf des Buch, als auch am Ende nochmal angegeben waren. Auch das Kapitel für Angehörige der Betroffenen fand ich exemplarisch gut erklärt. Der erste Impuls als angehörige Person, die Zwänge niederschwellig zu vermeiden, stellt sich dabei als überhaupt nicht hilfreich dar.
Hilfreich sind bestimmt auch die vielen Grafiken, in denen Körperfunktionen verständlich erklärt werden und Seiten zum Selbstausfüllen.
Schlussendlich wäre mein Tipp die 20,00 € lieber in Therapie zu investieren und ansonsten einmal die Online-Suchmaschine zu benutzen.
Rezensionen von 19cici95:
Traumhaftes Setting, aber Albtraum-Ehe?
Wenn Liebe tötet von Nalini Singh
Die eher unbekannte fidschianische Autorin Nalini Singh schreibt in einem eher selten gesehenen Setting (Fidschi und Neuseeland) über bekannte Themen.
Die Flitterwochen des frisch verheiratete Paar Diya und Tavish nehmen ein jähes Ende, als Diya und ihre Familie in einen schrecklichen Hausbrand geraten.
Diyas Eltern sterben, der Verbleib ihres Bruders ist unbekannt. Nur Diya und ihre Schwägerin überleben und Tavish gerät ins Visier der Ermittlungen.
In zwei Zeitsträngen, die sich allmählich einander annähern wird erzählt, wie Tavish selbst die Ermittlungen aufnimmt und gleichzeitig dessen Vergangenheit aufgearbeitet. Denn Tavish hat bisher nicht nur eine, sondern gleich drei Frauen auf dem Gewissen. Ist Diya die vierte?
Das grundlegende Thema des Buches wird leider erst im letzten Drittel so richtig klar. Die Übergriffigkeit, die eine Familie darstellen kann, Ehr- und Schuldgefühl eben jener Familie gegenüber, sowie die Frage, ob man zu seinen Fehlern steht oder eben stattdessen eine ganze Familie auslöscht.
Dabei bleibt Charakterisierung aller Charaktere aber leider eher flach. Man kommt mit den vergangenen Beziehungen von Tavish durcheinander, weil man die einzelnen Personen so schlecht unterscheiden kann. Vielleicht hätten zwei statt drei Ex-Freundinnen auf diese Länge des Buches ausgereicht. Diyas Familie lernt man nur durch Rückblenden kennen und auch dann nur oberflächlich. Man erfährt zwar viel über die Kultur der Familie und warum sie den Mann ihrer Tochter erst nur als deren Verlobten der Öffentlichkeit vorstellen oder die Tochter selbst als erwachsene Frau noch ihren Eltern Rechenschaft über ihren Verbleib ablegen muss, doch ganz nachvollziehen kann man deren Beziehungsstruktur eher nicht.
Das Setting dagegen hat Spaß gemacht, auch wenn ich einige Handlungen von Tavish nicht so ganz nachvollziehen konnte. Mit einem von Papa finanzierten Anwalt und einer reichen aber emotional abwesenden Mutter kann man dann auch viele Probleme einfach mit Geld lösen.
Wer einen durchaus unterhaltsamen Thriller in einem außergewöhnlichen Setting sucht, der dazu noch wichtige Themen anschneidet, ist mit Wenn Liebe tötet gut beraten.
Rezensionen von Philiene :
Kleopatra
Die letzte Pharaonin von Eva-Maria Bast
Ich lese sehr gerne Roman Biographien über historische Personen. Die Reihe über besondere Frauen die die Welt veränderten hat mich bisher sehr begeistert. So war es auch hier.
In die letzte Pharaonin geht es um die berühmte Königin vom Nil, um Kleopatra.
Der Roman spielt in der Zeit von 41 vor Christus bis 30 vor Christus und damit in der Zeit in der sie mir Marcus Antonius.
Eva Maria Bast stellt uns die private Cleopatra vor, erzählt von ihrem Leben, ihrer Liebe und auch von der Beziehung zu ihren Kindern. Aber natürlich auch von den politischen Verwicklungen der Zeit.
Von einer Frau die wirklich bis heute kennen und die und bis heute fazieniert.
Ich mag die Romane der Autorin sehr, ihr Schreibstil ist fesselnd und bildhaft. Das alte Ägypten entsteht vor dem inneren Auge. Genauso schafft sie es die Gefühle ihrer Charaktere zu beschreiben und hat mir so das Gefühl gegeben, dabei zu sein.
WIieder einmal ein sehr schöner Ausflug in die Geschichte.
Rezensionen von Piet1990:
Liebe, Verlust und die Frage, was bleibt
Genug für ein halbes Leben von Evann Normandin
„Genug für ein halbes Leben“ hat mich durch seine besondere Grundidee neugierig gemacht. Rose und Landon haben eigentlich eine große Liebesgeschichte, bis ein Schicksalsschlag alles verändert. Rose entscheidet sich für eine Behandlung, die ihre Erinnerungen löscht, und beginnt ein neues Leben.
Landon dagegen erinnert sich an alles und kann sie einfach nicht loslassen.
Ich fand diese Ausgangslage wirklich spannend. Die Frage, ob man ohne seine Erinnerungen noch derselbe Mensch ist, zieht sich durch das ganze Buch und hat mich beim Lesen immer wieder beschäftigt. Besonders gelungen fand ich die melancholische Stimmung und den flüssigen Schreibstil. Man kommt gut in die Geschichte hinein und kann Roses Wunsch nach einem Neuanfang genauso nachvollziehen wie Landons Schmerz.
Das Cover mit den verschwommenen Personen passt für mich sehr gut, weil es genau dieses Gefühl von Nähe und Verlust einfängt. Nicht ganz überzeugt hat mich, dass sich manche Passagen etwas ziehen und mir stellenweise ein wenig Leichtigkeit gefehlt hat. Insgesamt ist es eher ein trauriges, nachdenkliches Buch als eine klassische Liebesgeschichte.
Fazit:
Ein emotionaler Roman über Liebe, Trauer und die Macht von Erinnerungen. Nicht immer ganz leicht zu lesen, aber berührend und mit einer spannenden Idee, die noch länger nachwirkt.
Rezensionen von nanu?!:
Ein Fall für Mira Sommer
Das Geheimnis des verschwundenen Amuletts von Marietheres Wagner
Mira Sommer steckt mitten im Umzugschaos, als sie zufällig in ihren ersten Fall verwickelt wird. Zum Glück ist Mira eine besonders gute Beobachterin und oft entdeckt sie Details, die anderen niemals auffallen würden. Eine spontane Rettungsaktion ist unvermeidlich.
Und dann erhält Mira unverhoffte Unterstützung, denn sie lernt Fabio und Amelie kennen.
Ob die drei als Team den kniffligen Fall lösen können?
Schon auf den ersten Seiten wird der Leser mitten ins Geschehen geworfen, deswegen habe ich auch einen Moment gebraucht, um mich zurechtzufinden.
Erzählt wird die Geschichte aus Miras Sicht in der Ich-Form. Das besondere an Mira ist ihre lebhafte Fantasie.
Sie selbst beschreibt ihr Gedankenkarussell als Waschmaschine, und manchmal gerät die in den Schleudergang. Und das beschreibt die Sache ganz gut: Plötzlich purzeln Miras Gedanken durcheinander und manchmal hört sie auch noch Stimmen, und in diesen Szenen fiel es mir echt schwer, ihr zu folgen.
Gut gefallen haben mir Fabio und Amelie und dass die beiden Mira so tatkräftig zur Seite stehen und zusammenhalten, wenn es darauf ankommt.
Jede Entscheidung in ihrer kleinen Agentengruppe wird stehts demokratisch beschlossen. Mira wird im Laufe des Abenteuers über sich hinauswachsen. Sie wird lernen, dass sie sich auf ihre Intuition verlassen kann und ihr Selbstvertrauen stärken.
Weniger gefallen haben mir die beiden Ganoven und dass die beiden schnell wieder in der Versenkung verschwinden. Ich hätte gerne mehr über die beiden erfahren.
Dagegen kann man sich als Leser so richtig schön über die Hauptkommissarin ärgern, weil die offensichtlich über null Menschenkenntnis verfügt und überhaupt, ständig auf dem Holzweg ist.
Die meiste Zeit hat der Detektivfall mir gut gefallen. Nur kommt mir manchmal der Zufall zu oft zur Hilfe. Besonders bei dem, was Mira nach der Auflösung noch alles herausfindet, so plötzlich und willkürlich, nur um Material für eine Fortsetzung zu haben? So kommt es jedenfalls bei mir rüber.
Sprachlich gesehen ist das Buch für geübte Leser gut geeignet. Der Verlag empfiehlt das Buch allen Kindern ab 10.
Rezensionen von Dragon:
Kommissar Jojo jagt brisante Beweise
Klein aber tot von Jo Fischler
Mit „Klein aber tot“ bringt Autor Jo Fischer den ersten Teil einer neuen Krimireihe heraus, die in der fiktiven Kleinstadt Knuffingen spielt, die im wirklichen Leben ein Teil der Attraktion im Miniatur Wunderland Hamburg ist, wo liebevolle Szenen rund um die Eisenbahnwelt kreiert wurden. Der Auftakt der neuen Krimireihe stellt Kommissar Jojo nicht nur vor die Aufgabe, den Feuerteufel zur Strecke zu bringen, der in Knuffingen sein Unwesen treibt, sondern sich auch noch um einen ganz brisanten Mordfall zu kümmern, in dem plötzlich einige seiner Familienangehörigen und Freunde verdächtig sind.
Wer schon einmal das Miniatur Wunderland besucht hat, wird von den vielen kleinen Szenen, die ihre ganz eigenen Geschichten erzählen, begeistert gewesen sein und nicht selten bleibt man an einer Darstellung etwas länger hängen und fragt sich, was die Geschichte dahinter ist und was die Modellfiguren wohl gerade erlebt haben und wie ihre eigene kleine Story lautet. Dass daraus nun eine Buchreihe entstehen wird, finde ich eine grandiose Idee! Autor Jo Fischer gelingt es wirklich wunderbar, eine direkte Brücke zwischen Realität und Fantasie zu schlagen, die dem Krimi eine charmante, fast heimelige Atmosphäre verleiht. Er schafft es gekonnt, die Balance zwischen klassischem Ermittlerdrama und der persönlichen Belastung des Protagonisten zu halten, denn Jojo steht nicht nur vor der Aufgabe, den Brandstifter zu fassen, sondern auch vor dem moralischen Dilemma, das durch den Verdacht über Verwandte und Freunde entsteht. Dabei trifft der Lesende auf sympathische, teils skurrile Personen, die die Story erst interessant machen, da jeder seine eigenen Macken, Ecken und Kanten besitzt und in dieser Vielfalt auch sehr glaubwürdig wirkt. Der Humor kommt keinesfalls zu kurz und die Story macht auch Lust auf einen realen Besuch im Miniatur Wunderland.
Für Fans von wendungsreichen Krimis mit einem sympathischen Ermittler und tollen Protagonisten bietet „Klein aber tot“ eine gelungene Lektüre. Der Auftakt der Reihe macht Lust auf mehr, um wieder in die Knuffingen-Welt einzutauchen. Ein kleiner, feiner Krimi, der sich durch Herzblut und eine klare Liebe zum Detail auszeichnet.
Rezensionen von Tara:
Drei starke Frauen
Der Club der Unbeugsamen von Kathryn Stockett
„Der Club der Unbeugsamen“ ist ein grandioser Roman der Autorin Kathryn Stockett.
Die Handlung beginnt 1933 während der Weltwirtschaftskrise in Mississippi. Die drei Protagonistinnen - Meg, Birdie und Charlie - stehen an vollkommen unterschiedlichen Punkten in ihrem Leben, aber es gibt eines, was sie verbindet: Keine von ihnen ist bereit, ihr Schicksal hinzunehmen, jede ist bereit für ihr Leben zu kämpfen.
Birdies Schwester Frances hat reich geheiratet und gehört seitdem zur Oberschicht. Nun will Birdie ihre Schwester um Geld bitten. Allerdings ist bei ihr nichts zu holen. Ihr Ehemann Rory ist weg und sie steht vor dem Aus.
Die elfjährige Meg wurde von ihrer Mutter Charlie allein gelassen und lebt nun in einem Waisenhaus. Sie leidet unter der Leitung von Mrs. Garnett, die sie unterdrückt und tyrannisiert. Dort lernt sie Birdie kennen.
Schon nach wenigen Seiten war ich mitten in der Zeit der wirtschaftlichen Unsicherheit, sozialen Ungerechtigkeiten und der gesellschaftlichen Ungleichheit. Von Gleichberechtigung ist hier noch nichts zu spüren.
Die Handlung wird im Wechsel aus Birdies und Megs Sicht geschildert. Beide Perspektiven sind mitreißend und haben mich emotional berührt.
Kathryn Stockett hat ihre Charaktere gekonnt ins Leben berufen, sie sind nahbar, stark und werden facettenreich dargestellt.
Trotz der Nöte und der schwierigen Umstände geben die Protagonistinnen niemals auf. Sie sind bereit Risiken einzugehen und zeigen, dass mit viel Mut und Zusammenhalt fast alles möglich ist. Sie machen deutlich, was möglich ist, wenn sie sich über gesellschaftliche Konventionen hinwegsetzen und was sie bewegen können, wenn sie ein gemeinsames Ziel vor Augen haben.
Mit 848 Seiten ist der Umfang des Buches eine Herausforderung. Diese habe ich gerne angenommen und habe mich im Nachhinein gewundert wie schnell diese gelesen waren. Auch wenn die Geschichte zwischenzeitlich etwas ruhiger wird, gibt es keine Längen.
Trotz der Schwere der Thematik konnte ich auch immer mal wieder lachen. Diese Gabe der Autorin, den Humor nicht außen vor zulassen, gefiel mir sehr.
Es ist ein mitreißender und berührender Roman, in dem Kathryn Stockett die Zeit der Weltwirtschaftskrise und die damalige gesellschaftliche Situation gelungen abbildet.
Wer gerne historische Romane über starke Frauen liest und sich für gesellschaftliche Normen vergangener Zeiten interessiert, könnte an diesem Buch gefallen finden.











