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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von CanYouSeeMe:

ein Mord kommt selten allein

Honey von Imani Thompson

„Honey“ von Imani Thompson hat mich von der ersten Seite an in seinen Bann gezogen. Die Geschichte entwickelt von Beginn an einen starken Sog, der mich über weite Strecken gefesselt hat. Nur vereinzelt gab es für mich kleinere Längen, insgesamt empfand ich die Handlung jedoch als ausgesprochen packend und spannend.

Besonders interessant fand ich die Entwicklung der Protagonistin Yrsa. Sie ist definitiv keine klassische Sympathieträgerin – und gerade das macht sie als Figur so spannend. Trotzdem konnte ich als Leserin mit ihr mitfühlen und ihre Gedanken und Handlungen zumindest teilweise nachvollziehen. Je weiter die Geschichte voranschreitet, desto mehr verliert Yrsa die Kontrolle. Ihre Entwicklung wird zunehmend unberechenbarer und intensiver, wodurch sich auch die Spannung immer weiter zuspitzt. Was zunächst vielleicht noch nachvollziehbar erscheint, nimmt nach und nach immer erschreckendere Züge an.

Die Plotentwicklung hat mir dabei besonders gut gefallen. Die Geschichte steigert sich kontinuierlich und baut die Spannung immer weiter auf, bis sie schließlich in einem regelrechten Crescendo gipfelt. Gerade diese zunehmende Eskalation hat für mich einen großen Reiz der Geschichte ausgemacht.

Auch sprachlich konnte mich das Buch überzeugen. Der Schreibstil liest sich angenehm und flüssig, sodass ich schnell in der Geschichte vorankam und mich gut auf die Handlung einlassen konnte.

Insgesamt hat mich „Honey“ vor allem durch seine packende Handlung und die spannende Entwicklung seiner Protagonistin überzeugt. Eine Geschichte, die mich mit ihrem zunehmenden Sog und der immer stärker werdenden Eskalation lange bei der Stange halten konnte.

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Rezensionen von booklover00:

Eine niedliche Geschichte

Liebe findet dich von Vern Kousky

Auf dem Cover des Buches „Liebe findet dich“ von Vern Kousky sieht man Oskar, ein gelbes Küken mit einer großen schwarzen Brille, wie er seinem Hund Brutus das Wegjagen beibringt. Oskar lebt im Wald und wird dort von den Eichhörnchen belagert, die ihn ständig umarmen wollen. Doch Oskar hält nichts von der Liebe, weshalb er sich einen Wachhund holt, der alles fernhalten soll.

Er nennt ihn Brutus und Brutus macht seinen Job sehr gut. Er bellt und knurrt alles an und guckt auch immer böse. Doch als er eines Tages nicht wiederkehrt, merkt Oskar, dass die Liebe vielleicht doch gar nicht so schlimm ist, wie er einst dachte.
Das Buch ist wundervoll. Die Illustrationen sind groß und mit Witz gestaltet und dadurch für kleine Kinder sehr ansprechend. Die Texte sind eher kurz gehalten, was den Vorteil hat, dass man so mehr mit den Kindern über die Bilder und die Geschichte spricht.
Insgesamt ein sehr niedliches Buch mit einer schönen Botschaft, weshalb es von uns eine klare Kaufempfehlung bekommt.

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Rezensionen von CanYouSeeMe:

Susan

Frag nach Susan von Souvankham Thammavongsa

"Frag nach Susan" von Souvankham Thammavongsa ist in der Hörbuchfassung von Christina Ann Zalamea gesprochen. Ich höre Hörbücher meist in einer schnelleren Geschwindigkeit, bei diesem Buch beinahe in doppelter Geschwindigkeit. Mir sind Hörbücher meist zu langsam eingesprochen. Die Stimme der Sprecherin kann ich daher nur bedingt einschätzen, aber auch bei höherer Geschwindigkeit waren diese noch sehr angenehm zu hören.

Betonungen kamen gut heraus und haben den Inhalt unterstützt.
Frag nach Susan von Souvankham Thammavongsa ist eine kurze und prägnante Geschichte aus der Perspektive von Ning, der Inhaberin eines Nagelstudios. Mit viel Charme und feinem Witz werden Begegnungen mit der Kundschaft sowie die Beziehungen innerhalb der Belegschaft beschrieben. Das Nagelstudio wird dabei zu einem kleinen Mikrokosmos des Alltags.
So unterhaltsam die Beobachtungen sind, blieb mir die Handlung insgesamt etwas zu oberflächlich. Angedeutete Konflikte und Abgründe werden nur selten vertieft, vieles bleibt offen. Auch Ning selbst lernt man für meinen Geschmack zu wenig kennen, obwohl sie die Geschichte erzählt.
Das offene Ende verstärkt diesen Eindruck: Es lässt viele Fragen unbeantwortet und hat mich eher ratlos als nachdenklich zurückgelassen. Insgesamt eine charmante und kurzweilige Lektüre, der mir jedoch etwas emotionale und erzählerische Tiefe gefehlt hat.

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Rezensionen von bookloving:

Berührender Debütroman

Der Einsiedlersommer von Anne Sverdrup-Thygeson

Mit dem eindrucksvollen Roman „Der Einsiedlersommer“ legt die norwegische Naturschutzbiologin Anne Sverdrup-Thygeson, bekannt durch mehrfach ausgezeichnete Sachbücher wie „Extraordinary Insects“, ihr erstes literarisches Debüt  vor.
Im Mittelpunkt ihrer Geschichte steht die 33-jährige Biologin Eva Wist, die nach der Totgeburt ihres Sohnes spontan von Oslo in das abgelegene Dorf Vestfold in der norwegischen Provinz zieht.

Im Rahmen eines Forschungsauftrags soll sie die dortige Gegend kartieren und den als ausgestorben geltenden Eremitenkäfer aufspüren. Schon bald lernt sie die 76-jährige Nachbarin Olga, die als exzentrische Einsiedlerin lebt und einen uralten Eichenwald besitzt, der einem geplanten Steinbruch weichen soll. Aus der anfänglich zurückhaltenden Begegnung der beiden Frauen entwickelt sich trotz aller Unterschiede nach und nach eine vertrauensvolle Freundschaft. Obwohl der Roman schwerwiegende Themen wie Verlust und Traumata, Umweltzerstörung und Artensterben behandelt, gelingt es Sverdrup-Thygeson mit ihrem lebendigen Schreibstil hervorragend, uns in ihre Geschichte abtauchen zu lassen. Kurze Kapitel und ein geschickter Wechsel zwischen den Perspektiven der beiden Protagonistinnen sorgen für Abwechslung und bauen schon bald einen Spannungsbogen auf.

Fesselnd ist es mitzuerleben, wie allmählich Olgas altes Familiengeheimnis ans Licht gebracht wird und wir mehr über Evas tiefe Trauer erfahren. Ein besonderes Highlight des Romans ist die glaubwürdige und tiefgründige Zeichnung der beiden so unterschiedlichen Hauptfiguren Eva und Olga – auch wenn die Ausgangskonstellation, in der eine junge, trauernde Frau auf eine ältere, verschlossene Außenseiterin mit einem Familiengeheimnis trifft, sicherlich kein neues Motiv darstellt. Der Autorin gelingt es, ihre Figuren als eigenwillige Persönlichkeiten mit Ecken und Kanten zu entwerfen. Facettenreich, widersprüchlich und mit nachvollziehbaren Schwächen erweckt sie diese mit großem Feingefühl zum Leben. Die aufschlussreichen Einblicke in Gedanken, Sorgen und Hoffnungen der beiden Frauen lassen einen tief in ihre jeweilige Lebenssituation eintauchen und machen ihre Beweggründe nachvollziehbar. Gerade Olgas Verschrobenheit, Sturheit und Verschlossenheit sorgen dafür, dass echte Sympathie für sie erst nach und nach im Verlauf der Geschichte wächst.

Ein weiteres Highlight sind die eindrucksvollen, lebendigen Naturschilderungen, durch die der norwegische Eichenwald mühelos zum Leben erweckt wird.

Die Autorin versteht es, die Atmosphäre des Waldes, das Licht, die Geräusche und die Vielfalt des Ökosystems so anschaulich zu beschreiben, dass man mitten im Geschehen zu stehen scheint. Interessant ist auch ist die fachliche biologische Expertise, die die Autorin in ihre Geschichte um den vom Aussterben bedrohten Eremitenkäfer einbringt, wie beispielsweise in Form von eingeschobenen Passagen über Waldökologie und Insektenkunde. Schade nur, dass der Balanceakt zwischen fesselndem Roman und lehrreichem Sachbuch hier stellenweise etwas ins Wanken gerät und die Autorin etwas zu sehr ins Dozieren verfällt. Am Beispiel des geplanten Steinbruchs, der nicht nur den Lebensraum des Käfers, sondern auch Olgas emotionale Erinnerungsorte bedroht, behandelt der Roman aktuelle Fragen zu Artenvielfalt, wirtschaftlichen Interessen und dem Konflikt zwischen Naturschutz und regionaler Entwicklung. Geschickt verknüpft Sverdrup-Thygeson persönliche und ökologische Krise zu einer gelungenen, nuancierte Gegenüberstellung der verschiedenen Sichtweisen, die bewusst auf einfache Antworten verzichtet.



ZUM HÖRBUCH

Der Schauspielerin und Hörbuchsprecherin Heike Warmuth gelingt es mit ihrer warmen, einfühlsamen Stimme hervorragend, die Geschichte um Eva und Olga lebendig werden zu lassen. Sie fängt sowohl ihre innere Zerrissenheit als auch ihre tiefe Leidenschaft und ihr unermüdliches Engagement für die Natur mit einer überzeugenden Authentizität ein. Durch ihre nuancierte Betonung und ein fein abgestimmtes Sprechtempo vermittelt sie die verschiedenen Stimmungen und emotionalen Wendungen des Romans facettenreich und sehr lebendig.

Auf diese Weise schafft sie es nicht nur, eine fesselnde Spannung aufzubauen, sondern auch in den eindrucksvollen Naturbeschreibungen und poetischen Passagen mit stimmungsvollen Nuancen einen Raum zum Nachdenken und Verweilen zu eröffnen. Die Hörfassung wird so zu einem unterhaltsamen und berührenden Hörerlebnis für alle, die sich für eine ungewöhnliche Frauenfreundschaft und die Umweltbewegung interessieren.

FAZIT
Ein berührender, atmosphärisch dichter Roman über Trauer, Heilung und die tiefe Verbindung zwischen Mensch und Natur. Ein empfehlenswertes Debüt, das zum Nachdenken über Verlust, Freundschaft und unsere Verantwortung für die bedrohte Natur anregt.

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Rezensionen von Kwinsu:

Einfühlsam erzählte Familiengeschichte, leider mit historischem Manko

Wirf einen Schatten von Elena Fischer

Bauer Joseph kann nicht mehr. Nachdem ihn seine Frau Lis vor einigen Monaten samt dem gemeinsamen Sohn Samuel verlassen hat, sieht er keinen Grund mehr weiterzuleben. Am Weihnachtsabend des Jahres 1963 beschließt er also, seinem Leben ein Ende zu setzen. Just als er seinen Plan in die Tat umsetzen will, steht plötzlich die junge Birdie vor seiner Tür, schwerkrank benötigt sie dringend seine Hilfe.

Mit Widerwillen hilft er ihr, doch je mehr Tage sie miteinander verbringen, desto mehr Lebensgeister werden in Joseph wieder geweckt.

Elena Fischer erzählt mit "Wirf einen Schatten" eine einfühlsame Geschichte über das Leben in der Peripherie, das für die einen stimmig scheint und für die anderen zum Gefängnis wird. Es geht darum, wie bedrückend Konventionen sein können, wie belastbar Nichtgesagtes ist und wie nur ein Mensch das eigene Leben schlagartig verändern kann. Besonders hervorzuheben ist die geglückte Erzählperspektive. Einerseits wird in der erzählenden Gegenwart (1963/64) chronologisch die Beziehung von Joseph, Birdie sowie Josephs Schwägerin Ada erzählt, zu der er eine ganz besondere Verbindung hat. Ein weiterer Erzählstrang wird rückwärts geschildert, nämlich jener von Joseph, seiner Frau Lis und ihrem Sohn Samuel (und auch Ada). Nichts an den entgegenlaufenden Zeitstrahlen ist verwirrend, sondern alles überaus stimmig und einfach gut gelungen. Außerdem ist die Sprache der Autorin ein besonderer Genuss - sie erzählt beinahe schon in poetischem Stil, in einer Leichtigkeit, die etwas von der Schwere der damaligen Zeit nimmt, ihr etwas märchenhaftes verleiht. Die Sprache ist so eingänglich, dass bei mir sofort ein Film mit starken Bildern im Kopf entstanden ist, den ich nicht so schnell vergessen werde. Besonders die Landschaftsbeschreibungen, vom Wald, vom Schnee, vom Bauernhof, von den Tieren haben einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen, ebenso wie die eindrücklichen Charakterbeschreibungen der einzelnen Figuren, in die man sich sehr gut hineinfühlen kann. Vor allem Josephs Figur ist gut gelungen, er ist gezeichnet von einer schweren Kindheit, in der er immer nur der schwache Bruder war und unter dem herrischen Vater und der verzweifelten Mutter litt. Seine Emotionalität und Empathiefähigkeit sind für eine Männerfigur eine Wohltat, was mich aber auch gleich zu den Negativpunkten meiner Rezension führt.

Trotzdem ich von dem eben geschilderten sehr begeistert bin, gibt es für mich in diesem Buch aber leider ein wesentliches Manko, nämlich die Glaubwürdigkeit der Geschichte. Ich habe ja grundsätzlich nichts gegen fantastische Geschichten. Wählt jedoch eine Autorin bewusst ein zeithistorisches Setting, sollte dieses für meinen Geschmack auch glaubwürdig und gut recherchiert dargestellt werden. Auch wenn wir nicht genau wissen, in welchem Gebiet das Buch spielt - ich gehe von einem ländlichen Raum in Deutschland aus - sollten die zeitgenössischen Gegebenheiten doch auch einigermaßen stimmen. Das fängt bei den Namen an. So nennt sich Tilda etwa Birdie, was eher an eine Hippiebezeichnung (der sehr späten 60er/1970er) erinnert, als ein selbstgewählter Spitzname der frühen 1960er Jahre. Auch dass sich eine Elisabeth "Lis" genannt hat, ist außergewöhnlich, ebenso der Name "Ada". Dann ist auch ein Telefonanschluss im Roman sehr üblich - ein Telefonvollanschluss speziell im ländlichen Raum war aber in den 1960ern kaum vorhanden, noch weniger ein vorkommender Anrufbeantworter. Besonders Birdie ist eine Rebellin und ihrer Zeit weit voraus, wenn sie Themen wie Care-Arbeit oder die klassische Rollenverteilung kritisiert. Völlig unglaubwürdig ist dann Josephs Haltung zur Homosexualität, ist ihm diese doch völlig gleichgültig. Selbst wenn der Roman in der Gegenwart angesetzt wäre, wäre dies schon eine ungewöhnliche Haltung für einen Bauern in der Peripherie mit höchst konservativen Umfeld, aber im Setting der frühen 1960er-Jahre? Nö. Es ist zwar nachvollziehbar, warum die Zeit gewählt wurde, etwa, weil Mann eine Frau heiraten musste, nachdem er sie geschwängert hat und eine Trennung oder gar Scheidung höchstverpönt war. Aber wenn schon historisch, dann bitte doch plausibel.

Mein Fazit: "Wirf einen Schatten" ist ein wunderbar erzählte Familiengeschichte mit tollen, bildgewaltigen Charakter- und Landschaftsbeschreibungen, die leider durch historische Unglaubwürdigkeiten abgeschwächt wird. Schade, aber wem diese historischen Fehlgriffe nicht stören, kommt hier auf einen hohen Grad des Lesegenusses.

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Rezensionen von Kate:

actionreich wie im Film

Todeskarussell von Patrick McGinley

Am Berliner Flughafen wird früh am Morgen eine schockierende Entdeckung gemacht. Statt eines Koffers erscheint die Leiche eines Mannes auf dem Gepäckband. Er wurde brutal getötet und hält einen Plüschteddy in der Hand. Die Kriminalkommissarin Kim Sperling übernimmt die Ermittlungen. Dabei stellt sich heraus, dass dieser Mord kein Einzelfall ist, sondern der Beginn einer grausamen Mordserie.

Ich bin bei Todeskarussell etwas hin- und hergerissen. Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen und auch das außergewöhnliche Setting fand ich spannend. Durch die kurzen Kapitel und das hohe Tempo liest sich das Buch schnell und stellenweise hatte ich tatsächlich das Gefühl, einen Film zu sehen.

Kim Sperling finde ich als Figur interessant und grundsätzlich sympathisch, allerdings wurde ich mit ihr nicht wirklich warm. Ihre ständigen Alleingänge und die vielen Situationen, in denen sie sich unnötig in Gefahr bringt, waren mir irgendwann zu viel. Risikofreudig kann sie gerne sein, aber manches wirkt einfach nur leichtsinnig und gefährlich. Von einer leitenden Kommissarin hätte ich erwartet, dass sie ihre Gefühle besser im Griff hat, vorher etwas gründlicher nachdenkt und dann handelt. Dass sie bisher immer wieder Glück hatte, macht es für mich nicht unbedingt glaubwürdiger.

Gut gefallen hat mir grundsätzlich die Mischung aus Ermittlungsarbeit und Privatleben. Gerade zu Beginn fand ich die beiden Bereiche noch sehr ausgewogen aber die Nebenstory war für mich teilweise sogar interessanter als der eigentliche Fall. Im Verlauf wurde mir die Ermittlungsarbeit allerdings zunehmend zu umfangreich und unübersichtlich. Es gibt unzählige Namen, Verdächtige, Spuren, mögliche Motive und Verbindungen zwischen den Opfern. Das Geflecht wird immer größer und verworrener, sodass ich zwischendurch tatsächlich überlegen musste, wer eigentlich wer ist und was im ersten beziehungsweise zweiten Abschnitt passiert ist. Irgendwann war gefühlt jeder irgendwie in den Fall verwickelt. Dadurch hat sich die Geschichte für mich auch etwas distanziert angefühlt.

Der letzte Abschnitt bringt noch einmal ordentlich Tempo und eine dramatische Auflösung. Einige Wendungen haben mich überrascht, anderes war mir wiederum etwas zu konstruiert und zu sehr auf den großen Effekt ausgelegt. Die endgültige Auflösung fand ich trotzdem gelungen

Den Hass des Täters konnte ich teilweise nachvollziehen, auch wenn das natürlich keine Rechtfertigung für seine Taten ist. Recht und Gerechtigkeit sind nicht immer dasselbe und nicht jedes Verbrechen wird so aufgeklärt, wie man es sich wünschen würde. Ob das Ende wirklich ein Happy End ist, muss letztlich jeder selbst entscheiden. Ich für meinen Teil bin etwas unzufrieden, da auch einige Fragen offen geblieben sind.

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Rezensionen von verhei:

Ein bisschen wie Ocean's Eleven nur mit Jugendlichen

Masterminds, Band 1 - Der Darknet-Köder von Chris Morton

Der siebzehnjährige, hochbegabte Justus erwacht nach einem Autounfall ohne Erinnerung im Krankenhaus. Seine Eltern kamen bei diesem Unfall um Leben und Justus ist nun Erbe der Pharmafirma seiner Eltern. Doch sein Vormund Randolf scheint ihn nicht wirklich unterstützen zu möchten, der Ruf der Firma steht auf dem Spiel.

Justus engagiert ein Team aus jungen Talenten – Hacker, Fassadenkletterer, Meisterdiebe. Das Ziel ist ein Einbruch in die Firma und den Vormund aufzuhalten.

Fünf Jugendliche, mit Decknamen, die erstaunlich unterschiedlich sind, aber auch mit außergewöhnlichen Talenten gesegnet sind. Doch sie funktionieren und ergänzen sich als Team noch viel besser und haben ein gemeinsames Ziel – Gerechtigkeit. Besonders mochte ich hier Justus, hochbegabt, etwas neurodivergent – also ungeschickt im sozialen Umgang.

Erzählt wird in zwei Zeitebenen – einmal vor dem Einbruch, also die Vorgeschichte von Justus und der Findung des Teams. Und zweitens während des Einbruches und all den Täuschungsmanövern.

Der Schreibstil ist leicht, rasant und modern. Schnell kommt man dadurch durch die ersten Kapitel, immer motiviert herauszufinden ob die Ablenkungsmanöver funktionieren. Humorvolle Szenen wechseln sich mit Spannung ab. So manche Wendung habe ich nicht kommen sehen.
Vollkommen realistisch sind die Talente und die Situation, in der sich die Jugendlichen wiederfinden natürlich nicht, aber darauf kommt es bei Actionromanen ja auch nicht immer an.

Also für mich ein gelungenes Jugendbuch, das aber nicht nur Jugendlichen gefallen wird.

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Rezensionen von Sheilo:

Herbstliche Romance

Oakfell Autumn Nights von Mimi Heeger

Everlee und Cooper waren in ihrer Kindheit und Jugend unzertrennlich und vor allem die Festwoche im Herbst war ein besonderes Jahreshighlight für sie. Doch ihre Freundschaft zerbrach und die Risse in den Herzen der beiden sind nie wirklich geheilt. Und so kommen auch alle Gefühle wieder an die Oberfläche, als Cooper plötzlich in seiner Heimatstadt Oakfell auftaucht.

"Oakfell Autumn Nights: Pumpkin Pies & Promises" ist eine wunderschöne Romance mit dem Tropes "Friends to Lovers“ und "Second Chance“, die nicht nur aufgrund des tollen Covers richtige Herbststimmung verbreitet. Mimi Heeger nimmt uns im Buch mit in eine besinnliche Kleinstadt, die im Herbst ihr Gründerfest feiert, nur das Cooper und Everlee so ihre eigenen Traditionen pflegen. Der Schreibstil verleitet einen beim Lesen nur so dazu durch die Seiten des Buches zu fliegen und ich liebe die Emotionen und tiefgründigen Charakter sehr.

Everlee hat es schon als Kind geliebt, Tieren zu helfen und ist somit in die Fußstapfen ihres Vaters getreten und selbst Tierärztin geworden. Dabei befindet sich die Praxis der Familie quasi in der eigenen Wohnung, wodurch der Alltag durch die Patienten sehr geprägt wird. Daher hat Everlee auch viel Ablenkung von den Gedanken an Cooper, bis dieser persönlich in der Kleinstadt auftaucht. Everlee ist ein richtiger Familienmensch und es ist schön zu sehen, wie ihre Familie zusammenhält.

Cooper wurde als Kind aus seinem vertrauten Umfeld gerissen, als seine Eltern nach Oakfell gezogen sind. Everlee stand ihm in der neuen Heimat bei und sie wurden beste Freunde, bis sie sich voneinander entfernten. Cooper spürt nach seiner Rückkehr nach Oakfell sofort, dass ihm im Leben etwas gefehlt hat und das waren nicht seine Eltern.

Es ist einfach wunderschön dabei zu sein, wie Cooper und Everlee sich wieder näher kommen und die Risse der Vergangenheit kitten. Sie passen perfekt zusammen und ich liebe ihre Traditionen in der Herbstfestwoche sehr. Die Kapitelsprünge in die früheren Erlebnisse der beiden macht das Buch umso spannender und ich war natürlich die ganze Zeit sehr neugierig, was damals zum Bruch der Freundschaft geführt hat.

Wer herbstliche Romances mit wundervollen Charakteren liebt, der sollte selbst Oakfell besuchen und Cooper und Everlee kennenlernen. Die beiden und auch ihre Familien machen die Geschichte zu etwas ganz besonderem.

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Rezensionen von jori1020:

Ein außergewöhnlicher Blick auf Inklusion

Ein ganz normales Wunder von Woody Brown

Woody Brown, Jahrgang 1997, ist der erste nichtsprechende autistische Absolvent der University of California und verleiht mit seinem Debütroman 'Ein ganz normales Wunder' jenen eine Stimme, die oft übersehen werden und am Rand der Gesellschaft stehen.
Der Roman schafft ein eindringliches Porträt einer Tagesstätte für autistische Menschen sowie ihrer Bewohner*innen und Mitarbeitenden.

Ihre Geschichten sind mal traurig, mal komisch, oft tragisch, vor allem aber berührend und menschlich. Sie gehen ans Herz, rütteln auf und eröffnen neue Perspektiven auf den Umgang mit Menschen im Autismus-Spektrum.
Der Roman zeigt eindrucksvoll, wie wichtig Inklusion, Teilhabe und ein offener Blick auf Menschen sind, die in unserer Gesellschaft noch immer zu selten wirklich gesehen werden. So entsteht ein Buch, das nicht nur bewegt, sondern auch die Augen öffnet. Es erzählt von Menschen, die auf den ersten Blick vielleicht anders wirken mögen – und macht zugleich deutlich, wie nah sie jedem von uns in ihren Hoffnungen, Sorgen und Gefühlen sind. Ein ganz besonderes Leseerlebnis!

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Rezensionen von bookloving:

Stimmungsvolles Debüt

Das Jahr der Wale von Kelly Anderson

MEINE MEINUNG
Mit ihrem bewegenden Debüt „Das Jahr der Wale " hat die kanadische Autorin Kelly Anderson einen außergewöhnlichen Roman vorgelegt, der nicht nur eine faszinierende Mischung aus klassischer Familien- und Liebesgeschichte ist, sondern auch eine eindrucksvolle Liebeserklärung an die Natur, an ihre wilde Schönheit, ihre Zerbrechlichkeit und ihre unergründliche Kraft.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht Annie MacLeod, die auf einem kleinen Segelboot im pazifischen Nordwesten aufwuchs. Bei ihren unkonventionellen Eltern genießt sie eine schöne Kindheit in Freiheit und im Einklang mit dem Ozean und seinen Urgewalten. Doch ein verheerender Tsunami hinterlässt an der Westküste Kanadas eine Spur der Verwüstung und reißt Annies heile Welt in Stücke. Annie verliert ihre Eltern und muss sich im kleinen Küstenort Hale's Landing, der Heimat ihres Vaters, mit einem ihr gänzlich fremden Leben an Land arrangieren. Als wichtige Menschen in ihrem Leben sind ihr nur noch ihre Großmutter und ihr Jugendfreund Evan geblieben.
Am Strand begegnet sie einem jungen, stummen Fremden namens Walker, von dem ein eigentümliches Summen ausgeht, das nur Annie wahrnehmen kann und das eine unwiderstehliche Anziehungskraft entfaltet. In ihrer Trauer und Orientierungslosigkeit muss Annie sich entscheiden, wie sie weiterleben soll und wem ihr Herz gehört –ihrem Freund Evan, der letzten verlässlichen Instanz in ihrem Leben oder dem mysteriösen Walker, dem sie sich so unerklärlich nah fühlt.
In ihrem Roman erzählt die Autorin jedoch weniger eine vielschichtige Dreiecksgeschichte zwischen Annie, Evan und Walker, sondern vielmehr die fesselnde Schicksal einer jungen Frau, die zwischen zwei Welten zerrieben wird: der nüchternen, oft schmerzhaften Realität eines Lebens an Land oder der vertrauten Geborgenheit, die sie im engen Kontakt mit der unergründlichen Weite des Meeres findet. Zerrissen zwischen diesen beiden Polen begibt sie sich auf die Suche nach ihrer eigenen Bestimmung. Geschickt hat die Autorin ihren Roman nach dem ewig wiederkehrenden Zyklus der Gezeiten in die Abschnitte Tiefstand, Stauwasser, Flut, Höchststand und Ebbe gegliedert. Innerhalb dieses Rhythmus werden zudem mehrere Zeitebenen miteinander verwoben. So gewähren Rückblenden Einblicke in das Kennenlernen von Annies Eltern vierzig Jahre zuvor sowie in Annies eigene Kindheit, während ein Zeitsprung die Handlung sechs Jahre nach der Katastrophe in eine ganz andere Richtung lenkt und sich Annies Leben nach dem Verlassen von Hale‘s Landing widmet.
Hervorragend gelungen sind Anderson die eindrucksvollen sehr bildhaften Naturschilderungen. Ob nun das faszinierenden Ökosystem der Tiefsee, die Begegnungen mit den Buckelwalen oder das vielfältigen Leben in den Gezeitentümpeln - dank des atmosphärisch dichten Erzählstils wird das Meer selbst zu eigenständigen, fast lebendigen Figur mit geheimnisvoller Präsenz, die das aufwühlende Geschehen ebenso mitträgt wie die menschlichen Charaktere. Der Roman lebt vor allem von seiner mystischen Grundstimmung, die den besonderen Reiz der Geschichte ausmacht. Gerade die außergewöhnlich enge Verbindung der Figuren zum Meer sowie die zahlreichen rätselhaften, kaum erklärbaren Vorkommnisse verleihen dem Roman einen Hauch von Magischem Realismus, der eine eigentümliche, schwer greifbare Faszination ausübt. Doch als sich die Handlung von der Küste entfernt, verfliegt dieser Zauber abrupt. Nach dem Zeitsprung von sechs Jahren tritt die mystische Atmosphäre leider fast vollständig in den Hintergrund. Was bleibt, ist eine distanzierte, nüchterne Perspektive, die zwar Annies neue Lebensrealität anschaulich aufzeigt, aber stellenweise überladen wirkt. Hier hätte man sich deutlich mehr Einblicke in die Innenwelt und die inneren Dämonen der Charaktere gewünscht, um ihre Entwicklung besser nachvollziehen zu können.
Zu den meisten Figuren, insbesondere zur vielschichtig angelegten Protagonistin Annie, gelang es mir leider nicht, einen echten emotionalen Zugang zu finden. Auch wenn mich Annies sinnliche Verbindung zur Natur sehr faszinierte, konnte ich mich selten in Annies sehr ambivalenten Charakter hineinversetzen. Bisweilen wirkten ihre Handlungen und Beweggründe merkwürdig fremd und waren schwer nachvollziehbar, sodass ihr Schicksal mich letztlich seltsam unberührt ließ. Das recht offene Ende hinterlässt insgesamt ein Gefühl der Unabgeschlossenheit. So bleibt in diesem fesselnden Roman vieles im Ungewissen und zahlreiche offene Fragen zu den mystischen Geschehnissen müssen letztlich mit unserer Fantasie eingeordnet werden.
FAZIT
Ein ambitioniertes Debüt, das einen trotz einiger Schwächen vor allem durch seine mystische Atmosphäre, poetische Naturbeschreibungen und die eindrucksvolle Darstellung des maritimen Ökosystems in den Bann zieht.
Allerdings trüben eine schwer fassbare Protagonistin und ein allzu offenes Ende etwas den Lesesog.
Ein beeindruckender Roman wie das Meer selbst- an der Oberfläche von betörender Schönheit, in der Tiefe jedoch stellenweise unergründlich und schwer zu fassen.

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