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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Anndlich:

Wem kannst du trauen?

Weil sie lügt von Caroline Seibt

Annas Schwester Juli ist vor über einem Jahr verschwunden. Die Polizei ist sich sicher, dass sie ermordet wurde und beschuldigt den Vater der beiden Mädchen. Anna leidet nicht nur unter dem Verlust ihrer Schwester, sondern auch an den Beschuldigungen, trotzdem versucht sie stark zu sein, für sich, ihre Eltern und vor allem für ihren kleinen Bruder Leon, der Anna am dringendsten benötigt.

Doch während Anna kämpft und nach den wahren Ereignissen sucht, erzeugt die Polizei einen immer größeren Albtraum für ihre Familie.

Weil sie lügt von Caroline Seibt ist ein temporeicher Psychothriller. Seibt schafft eine unglaubliche Atmosphäre und erzeugt durch mehrdeutige Sätze ein unfassbares Spannungsfeld, sodass am Ende kaum ein Charakter übrig bleibt, dem man zu Hundertprozent trauen würde. Durch kurze Kapitel, die ständig mit einem Cliff enden und einem stetigen Perspektivwechsel zwischen Anna Brunner und der Ermittlerin Katharina Engels entwickelt sich das Buch schnell zu einem Pageturner.

Ich bin wirklich begeistert von dem Tempo, dass das Buch innerhalb kürzester Zeit erzeugen konnte und aufgrund der geladenen Atmosphäre wollte ich ständig weiterlesen. Auch das Ende hält einige Überraschungen parat, trotzdem gab es auch ein paar Kritikpunkte. Für mich bleiben nach Beenden des Buchs leider noch zu viele Fragen offen, die sich am Ende nach einer Lücke bzw. teilweise nach Logikfehler anfühlen. Durch die unterschiedlichen Perspektiven bekommen wir auch eine tiefgründige Geschichte, daher fehlte mir bei der Auflösung genau das.

Trotzdem kann ich Weil sie lügt jedem empfehlen, der auf temporeiche Psychothriller steht!

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Rezensionen von Shilo:

Wenn das Leben andere Wege zeigt

People in Love von Claire Daverley

Dieses Buch nimmt sich Zeit für seine Figuren. Viele Gedanken, Erinnerungen und unausgesprochene Gefühle bekommen Raum, ohne dass dabei ständig etwas Spektakuläres geschehen muss. Als Bren wieder in Noras Leben tritt und ihre Zukunft mit Robin ins Wanken gerät, entsteht eine Geschichte über verpasste Chancen, Sehnsüchte und die Frage, welcher Weg wirklich der richtige ist.

Vieles entwickelt sich langsam, was gut zu der Geschichte passt. Die Figuren wirken nicht perfekt und gerade dadurch glaubwürdig. Manche Entscheidungen sind nicht immer leicht nachzuvollziehen, gleichzeitig macht genau das ihren Reiz aus. Die Gefühle stehen deutlich im Mittelpunkt, bleiben dabei aber angenehm zurückhaltend. Dadurch entstehen viele ruhige Momente, die oft stärker wirken als große Dramatik.
Im Mittelpunkt steht die Verbindung zwischen Nora, ihrem langjährigen Freund Robin und Bren, der nach vielen Jahren plötzlich wieder auftaucht. Gerade dieser Konflikt zwischen Vertrautem und dem, was nie ganz vergessen wurde, trägt die Geschichte über weite Strecken. Interessant ist dabei, dass keine der Figuren nur richtig oder falsch handelt. Ihre Entscheidungen wirken nachvollziehbar, auch wenn sie nicht immer leicht zu verstehen sind. An manchen Stellen zieht sich die Handlung jedoch etwas, weil bestimmte Gedanken und Zweifel mehrfach aufgegriffen werden.
Die Geschichte lebt weniger von überraschenden Wendungen als von den leisen Zwischentönen. Nicht jede Passage fesselt gleichermaßen, dennoch bleibt das Schicksal der Figuren bis zum Schluss interessant. Vor allem die Fragen nach verpassten Möglichkeiten, dem richtigen Zeitpunkt und den Folgen früherer Entscheidungen bleiben noch eine Weile im Kopf. Eine ruhige, gefühlvolle Geschichte, die nicht auf große Effekte setzt.
Eine gute Wahl für alle, die charakterstarke Liebesgeschichten mit viel Gefühl und wenig Kitsch bevorzugen. 4 Sterne und eine Leseempfehlung.

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Rezensionen von Shilo:

Eine Geschichte mit starken Momenten

Wenn die Wellen uns berühren (Liebesroman) von Josefine Weiss

Marlene hat ihr Leben über viele Jahre nach festen Regeln ausgerichtet. Die überstandene Krebserkrankung liegt zwar hinter ihr, doch die Sorge vor einem Rückschlag begleitet sie weiterhin. Dadurch wirkt vieles, was sie tut, verständlich. Sie wägt ab, denkt voraus und versucht, Risiken möglichst zu vermeiden.

Schon früh wird deutlich, wie unterschiedlich Marlene und Tomme sind. Während sie vieles kontrollieren möchte, folgt er oft seinem Gefühl. Er lebt nah am Meer, arbeitet mit Menschen und begegnet dem Leben deutlich lockerer. Dieser Gegensatz sorgt dafür, dass die gemeinsamen Szenen lebendig wirken. Beiden nähern sich langsam an, ohne dass die Geschichte daraus ein großes Schauspiel macht.
Immer wieder führen kleine Begegnungen dazu, dass Marlene ihre gewohnten Grenzen hinterfragt. Oft sind es keine großen Ereignisse, sondern eher unscheinbare Momente. Ein Gespräch, ein gemeinsamer Blick aufs Wasser oder Situationen, in denen sie merkt, wie sehr ihre Angst noch immer ihren Alltag bestimmt.
Rund um die Surfschule entsteht eine angenehme Atmosphäre. Das Meer ist fast ständig präsent. Mal ruhig und einladend, mal rauer und unberechenbar. Dadurch passt die Umgebung gut zu dem, was in Marlene vorgeht. Die Landschaft wird nicht überladen beschrieben, ist aber dennoch deutlich spürbar.
Auffällig ist, dass die Krankheit nie einfach vergessen wird. Sie steht nicht auf jeder Seite im Mittelpunkt, verschwindet aber auch nicht. Stattdessen begleitet sie Marlene wie ein leiser Schatten. Dadurch werden viele ihrer Gedanken nachvollziehbar und geben der Geschichte eine zusätzliche Ebene, die über die Liebesgeschichte hinausgeht.
Mit der Zeit verändert sich etwas in ihr. Nicht plötzlich und auch nicht durch einen einzelnen Moment. Vielmehr entsteht nach und nach der Eindruck, dass sie beginnt, wieder mehr zuzulassen.
Auch als sich die Lage zuspitzt und sich dunklere Zeiten ankündigen, bleibt der Roman seiner ruhigen Erzählweise treu. Statt auf große Effekte zu setzen, konzentriert er sich auf die Menschen und ihre Gefühle.
Während des Lesens rückt weniger die Frage in den Vordergrund, was als Nächstes passiert. Interessanter ist, wie Marlene mit ihren Ängsten umgeht und ob sie den Mut findet, ihrem Leben wieder mehr Raum zu geben.
Am Ende stehen keine perfekten Menschen im Mittelpunkt, sondern Figuren mit Sorgen, Hoffnungen und Unsicherheiten. Und genau das macht den Roman angenehm zu lesen. Zwischen Meeresluft, vorsichtigen Gefühlen und dem Wunsch nach einem Neuanfang entwickelt sich eine Geschichte, die ruhig erzählt wird und dennoch lange genug Stoff zum Nachdenken bietet. 4 Sterne und eine Leseempfehlung.

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Rezensionen von liesmal:

Jesus ist einer von uns

Jesus, Füße runter! von Jonas Goebel

Mir gefällt die besondere, neue, moderne, etwas andere Art, wie Jonas Goebel Jesus mitnimmt in sein Leben und mit seinen Büchern auch vielen Menschen davon erzählt. Manchmal ist es wirklich ganz schön schräg.
Auch aus meinem Leben ist Jesus nicht wegzudenken, er ist immer dabei. Allerdings habe ich ihn noch nicht so salopp erlebt wie Jonas und Trixi.

Dabei weiß ich schon, dass er „Einer von uns“ ist.
Ganz toll finde ich, an wie vielen Stellen die Erzählung mit der Bibel eng verbunden ist, ohne dass man es merkt. So soll es gerne sein.
Meine Lieblingsstelle in dem Buch ist auf dem Spielplatz. Jesus und die Kinder: Das hat mir immer schon gefallen.
Sehr gern empfehle ich das Buch und ein Leben mit Jesus.

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Rezensionen von HEYN Leserunde, Barbara Maria Angerer:

Ein buntes Kaleidoskop der Mitmenschlichkeit

Guten Morgen, schönes Wetter heute von Tanja Kokoska

Mit großem Können und einer noch größeren Portion Warmherzigkeit gelingt der Autorin Tanja Kokoska, eine bunte Mischung von Menschenschicksalen mit all ihren Herausforderungen, Sehnsüchten und Träumen zu erschaffen. Ich werde als Leserin hineingezogen in die kleinen Welten von Alt und Jung und nehme Anteil an ihren Lebensentwürfen und Schicksalen.

Die existenzielle Bedrohung durch das Auffinden einer scharfen Bombe aus dem 2. Weltkrieg, macht aus dem gelebten Nebeneinander ein herzerwärmendes Miteinander. Schicksale bleiben weiter offen, aber die Atmosphäre hat sich geändert und wurde zu einem bunten Kaleidoskop der Mitmenschlichkeit. Ein wunderbares Buch, unbedingte Leseempfehlung.

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Rezensionen von FogandBooks:

Wenn das Märchen-Retelling zum Fehlgriff wird

West of Wicked. Folge deinem Verlangen von Nikki St. Crowe


Ich bin generell einfach überhaupt nicht der Märchentyp und habe noch nie Märchen gemocht, weshalb mich auch Der Zauberer von Oz im Original nie gereizt hat. Trotzdem dachte ich mir bei West of Wicked, ich probiere es mit diesem Buch und dem Genre einfach mal aus. Hätte ja sein können, dass mich diese düstere Version total abholt und voll meinen Nerv trifft.

War aber leider überhaupt nicht der Fall und am Ende stand für mich hier leider eine Enttäuschung.

Der Einstieg fiel mir dank des angenehmen Schreibstils der Autorin zwar recht leicht, allerdings zog sich die erste Hälfte der Geschichte für meinen Geschmack ziemlich in die Länge. Obwohl das Buch ab 18 Jahren empfohlen wird, wirkte die Welt anfangs seltsam jung. Es las sich eher wie ein jugendliches Fantasybuch voller bunter Farben und feenartiger Hexen, gemischt mit einem sehr langsamen Farmeralltag in Kansas. Erst in der zweiten Hälfte zieht das Tempo an, es wird endlich actionreicher und die düstere, atmosphärische Stimmung kommt zum Tragen. Das Ende war sogar richtig spannend und hatte ein paar unvorhersehbare Wendungen im Gepäck, die mich dann doch noch etwas fesseln konnten. Ein echtes Problem hatte ich allerdings mit den Charakteren, zu denen ich kaum eine Verbindung aufbauen konnte. Dorothy ging mir mit ihrer naiven Art streckenweise ziemlich auf die Nerven, da sie die fremde Fantasywelt kaum hinterfragt und Fremden viel zu schnell ihr blindes Vertrauen schenkt. Der sexy Anteil, mit dem das Buch so groß beworben wird, war für mich leider ein totaler Reinfall. Der Spice war wirklich mau, wirkte extrem aufgesetzt und kam in den unpassendsten Momenten. Gleich zu Beginn gibt es eine ausführliche Szene mit einem Nachbarn, den man als Leserin noch gar nicht kennt, und auch später wird mitten auf der Flucht munter drauflosgeknutscht, was für mich die komplette Dynamik gekillt hat.

Die Vogelscheuche alias Rook war zwar optisch der absolute Mr. Perfect, aber seine Plot-Twists waren durch den Mangel an anderen Figuren leider meilenweit vorhersehbar und konnten mich nicht überraschen. Mein heimliches Highlight war tatsächlich der Blechmann, der hier als drogenabhängiger Söldner dargestellt wird. Seine düstere Hintergrundgeschichte und seine geheimnisvolle Fassade waren mit Abstand das Spannendste am ganzen Buch. Erzählt wird die Geschichte aus sehr vielen verschiedenen Perspektiven in recht kurzen Kapiteln. Das nimmt der Story leider extrem die Tiefe und den Raum zum Atmen. Kaum hat man sich in eine Figur hineingeversetzt, springt die Sichtweise schon wieder um. Dadurch blieben viele Charaktere, wie zum Beispiel die Hexen, total blass und kaum greifbar. Auch kleine Logikfehler, wie Dorothys plötzliche Verhütungs-Amnesie, obwohl sie absolut keine Kinder will, haben das Ganze für mich nicht besser gemacht.

West of Wicked rettet sich durch eine spannende zweite Hälfte und den coolen Blechmann-Charakter zwar noch auf solide 2 Sterne, war für mich aber letztendlich ein absoluter Fehlgriff. Das Experiment ist gescheitert und ich bleibe in Zukunft definitiv ganz weit weg von allem, was auch nur im Entferntesten mit Märchen zu tun hat. Den zweiten Band werde ich mir sparen.

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Rezensionen von Eternal-Hope:

Unterhaltsame Fallsammlung, spannend erzählt

Feine Risse von Elisa Hoven

Mit "Feine Risse" legt die Strafrechtsprofessorin und Richterin Elisa Hoven nun schon die zweite belletristische Fallsammlung ethisch diskussionswürdiger juristischer Fälle nach ihrem ersten Band "Dunkle Momente" vor. Wieder steht die Strafverteidigerin Eva Herbergen im Mittelpunkt der Geschichte.

Diese wollte ja am Ende des vorigen Bandes ihre Zulassung als Anwältin zurücklegen, hat sich aber nun dagegen entschieden und will sich weiter als Strafverteidigerin für ihre Mandantinnen und Mandanten einsetzen. Dabei bewegt sie sich wieder zuweilen in den Graubereichen von Recht und Moral.

Eva Herbergen ist als Charakter sicher kein Vorbild für eine immer korrekt handelnde Strafverteidigerin, soll sie wohl auch gar nicht sein. Aber genau dadurch, dass unserer Hauptfigur immer wieder ihr eigenes Gewissen, aber auch ihre spezielle Sichtweise auf die Menschen in die Quere kommen, entsteht eine interessante Falldynamik, die die Fälle insbesondere für juristische Laien wie mich unterhaltsam zu lesen gestaltet.

Dabei werden viele spannende ethische Fragen aufgeworfen, zum Beispiel:

- In einem zivilisierten Rechtsstaat können wir doch nur wollen, dass es ein absolutes Verbot der Folter gibt. Was aber, wenn eine Situation auftritt, in der vielleicht nur durch den Einsatz dieser das Leben eines entführten Kindes gerettet werden könnte? Wie mit diesem ethischen Dilemma umgehen? Welchen "Ausweg" finden Eva Herbergen und die Polizei in diesem Fall, und wie urteilen wir darüber?

- Welche Verantwortung trägt ein Bergführer für den Absturz eines Mannes, den er in die Berge begleitet hat und der ihm versichert hat, Berg- und Klettererfahrung zu haben, obwohl das nicht der Wahrheit entsprach?

- Selbstjustiz sollte natürlich ebenfalls verboten sein, in einem zivilisierten Rechtsstaat. Ist sie auch. Und doch können vielleicht viele von uns nachvollziehen, wenn Eltern diese verüben, wenn jemand ihr Kind angefahren und verletzt zum Sterben liegen gelassen hat, und den Eindruck haben, das Gericht würde viel zu milde urteilen. Wie mit sowas umgehen? Ist für diese Eltern eine geringere Strafe aufgrund der Verständlichkeit ihrer großen emotionalen Erregung gerechtfertigt?

Diese und einige weitere ethische Fragen wirft das Buch auf. Dabei sind die Fälle spannend und aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt, und vieles ist nicht so, wie es am Anfang scheint, wodurch auch die Leserinnen und Leser aufgefordert sind, ihre eigene Beurteilung der Situation immer wieder mal in Frage zu stellen. Interessant ist auch, dass es für die meisten oder sogar alle der vorgestellten Fälle reale Vorbilder gegeben zu haben scheint.

Damit komme ich nun zu meinem einzigen größeren Kritikpunkt an diesem Buch: es gibt einen weiteren ungelösten Fall, im nahen Umfeld von Eva Herbergen selbst. Eine uralte Leiche, die im Elternhaus ihres Partners gefunden wurde. Auch hier wird ermittelt und einiges aufgeklärt, doch auch am Ende bleibt noch vieles offen, offensichtlich ein Cliffhanger für den zu erwartenden nächsten Band der Autorin. Das ist ein unbefriedigendes Ende für ein Buch, das ich gerne auch als in sich abgeschlossen gelesen hätte und dafür ziehe ich einen Stern ab.

Insgesamt bleibt es aber ein unterhaltsames und zum Nachdenken anregendes Buch, das ich allen, die sich für Recht, Ethik oder auch einfach für Verbrechen, ihre Aufklärung und Bestrafung interessieren, durchaus empfehlen kann.

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Rezensionen von Peachybookdreams :

Mein erster Danmei Roman

Dinghai Fusheng Records. Buch 1 von Fei Tian Ye Xiang

-Als großer Fan queerer Liebesgeschichten war ich sehr neugierig auf dieses Buch. Ich habe schon viel von Danmei gehört, aber selbst noch keines gelesen. Als kompletter Neuling im Genre war das Buch stellenweise nicht leicht für mich.-

Am meisten Schwierigkeiten hatte ich mit dem Erzählstil der Geschichte.

Ich glaube, 60–70 % der Dialoge bestehen nur aus der Lore des Worldbuildings, was mir persönlich zu viel war. Es hat mich eher aus der Geschichte herausgerissen, als mein Verständnis für die Welt zu vertiefen. Die Orte werden kaum beschrieben. Da ich optisch mit dem antiken China vertraut bin, konnte ich es mir trotzdem einigermaßen vorstellen. Wer aber gar kein Bild dazu hat, wird sich hier mit der Immersion deutlich schwerer tun. Eine große Stärke hatte der Schreibstil aber, und zwar der Humor, ohne den ich die vielen Hintergrundinfos nicht überstanden hätte.

Beide Protagonisten haben mir sehr gefallen. Chen Xing ist Exorzist und auf der Suche nach seinem Schutzpatron, den er unbedingt braucht, um die Menschheit vor einer drohenden Dämonenkatastrophe zu schützen. Er besitzt ein Artefakt, die Herzlampe, die ihm den Weg zu seinem Schützling weist, und diese führt zu einem mageren, verwahrlosten Gefangenen namens Xiang Shu. Chen Xing sorgt für die meisten lustigen Momente. Er ist an einem Glückstag geboren worden, deshalb sucht ihn das Glück regelrecht heim. Nur für alle anderen scheint es eher das Gegenteil zu bewirken: Wo Chen Xing auftaucht, ist Chaos vorprogrammiert.

Xiang Shu ist das komplette Gegenteil von Chen Xing. Er ist anfänglich wortkarg und launisch. Dass er der Schutzpatron des Jüngeren sein soll, passt ihm gar nicht. Außerdem scheint er etwas Wichtiges über sich vor ihm zu verbergen. Doch es bleibt den beiden nichts anderes übrig, als zusammenzuarbeiten, als die Dämonen angreifen. Xiang Shu war ein Charakter, den ich anfangs überhaupt nicht einschätzen konnte. Seine Entwicklung hat ihn dann Stück für Stück greifbar gemacht.

Die Dynamik zwischen den beiden ist wirklich der langsamste Slow Burn und man freut sich über jeden kleinen Moment, den man bekommt. Da Chen Xing erst 16 ist, fand ich das auch angemessener, dass noch nichts passiert ist. Trotzdem fand ich es schön zu sehen, wie langsam die Mauern zwischen den beiden zu bröckeln beginnen und eine Vertrautheit entsteht.

Es gibt einige Intrigen und natürlich auch Kämpfe, auch wenn diese teilweise schnell abgewickelt worden sind. Beide Protagonisten sind so stark, dass ich nicht das Gefühl hatte, um sie bangen zu müssen. Deshalb war es manchmal nicht ganz so spannend, wie erhofft.

Fazit: Da ich noch nie ein Danmei gelesen habe, hat mich die lange Diskussion über die Welt und andere Herrscher teilweise echt überfordert. Trotzdem sind mir aber die Charaktere sehr ans Herz gewachsen, besonders Chen Xing habe ich lieb gewonnen. Es gab einige Stellen, an denen ich so gelacht habe, weil ich den Humor echt toll fand. Deshalb liegt meine Sternebewertung genau in der Mitte, die positiven aber auch negativen Aspekte halten sich genau die Waage. Ich bin neugierig, wie es weitergehen wird. Ich habe schon die Hoffnung, dass es im nächsten Teil nicht ganz so viele Hintergrundinfos geben wird, da so viel in diesem Band erklärt wurde.

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Rezensionen von ReiShimura:

Sympathisch, glaubwürdig und angenehm zu lesen

Counting Days von Steffi Kuhlmann

Steffi Kuhlmann gelingt mit ihrem Debüt ein gefühlvoller New-Adult-Roman, der besonders durch seine authentischen Figuren und den ungewöhnlichen Schauplatz Heidelberg überzeugt. Ein äußerst angenehmes Leseerlebnis mit wenigen langatmigen Passagen.

Besonders gut gefallen hat mir, dass es sich hierbei um eine deutsche Autorin handelt, die sich traut ihr Buch in Deutschland spielen zu lassen.

In der letzten Zeit habe ich vermehrt feststellen müssen, dass die meisten Bücher eher in Amerika oder England spielen. Deutschland als Schauplatz gilt wohl in vielen Fällen als uncool.
Steffi Kuhlmann stammt selbst aus Heidelberg und das merkt man den detailreichen und stimmungsvollen Beschreibungen der Stadt an. Diese wirken deutlich authentischer und sympathischer, als ich es in vielen anderen Büchern erlebt habe.

Doch nicht nur die Umgebungsbeschreibungen sind glaubwürdig. Das gleiche trifft auch auf ihre Charaktere zu. Man muss zwar Dalia und Xander nicht unbedingt sympathisch finden, aber realistisch sind sie auf jeden Fall. Die beiden Hauptcharaktere haben Ecken und Kanten, Stärken und noch mehr Schwächen, ganz viele Probleme und Unsicherheiten.
Die Autorin spricht in ihrem Buch viele Themen an, die sehr gut zur Zielgruppe des Buches passen, aber auch für erfahrene Leser:innen nicht uninteressant sind. Positiv hervorheben möchte ich, wie gut sie den inneren Kampf von Lia und ihren Versagensängsten darstellt. Dies war für mich sehr überzeugend und nachvollziehbar.

Die Nebencharaktere sind interessant und von manchen hätte ich gerne mehr erfahren. Leider hat die Autorin sich hier stark zurückgehalten. Das Buch hätte jedoch deutlich gewonnen, wenn das Hin und Her zwischen Lia und Xander ein wenig gekürzt und dafür ein wenig mehr Zeit auf die Nebencharaktere verwendet worden wäre.

Die Handlung ist an vielen Stellen vorhersehbar, hat aber dennoch einen hohen Unterhaltungswert. Der Schreibstil von Steffi Kuhlmann hat mir gut gefallen und ich denke, dass ich wieder zu einem Buch von ihr greifen würde.

Pikante Szenen sind im Buch, wie nicht anders zu erwarten, vorhanden, nehmen aber nur einen geringen Teil der Geschichte ein. Alles in allem war dies für mich eine angenehme Leseerfahrung. Daher möchte ich das Buch gerne an andere Liebhaber von romantischen New Adult Romanen weiterempfehlen.

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Rezensionen von brauneye29:

Warmherziger Roman

Guten Morgen, schönes Wetter heute von Tanja Kokoska

Zum Inhalt:
Eigentlich will Ina sich doch nur in den richtigen Mann verlieben, aber irgendwie geht das immer schief. Gemeinsam mit ihrem Sohn wohnt sie zusammen in einer Siedlung und arbeitet in einem Tattoo-Studio. Und in ihrer Umgebung gibt es viele Menschen wie sie. Sie wohnen zwar in der Nähe, aber sind doch allein.

Doch dann geschieht etwas, was die Menschen in der Siedlung zusammen bringt.
Meine Meinung:
Was für ein warmherziger Roman. Es war schön, wie so langsam aus Fremden, die sich maximal gegrüßt haben, nach und nach Freunde werden. Klar, an der ein oder anderen Stelle waren die Zufälle, die dazu führten etwas arg konstruiert, nahm aber der Geschichte trotzdem nicht den Zauber. Vor allem werden viele auch ernste Themen aufgegriffen und auch gut geschildert, das hat mir gut gefallen. Es hinterlässt auch so ein Gefühl von, lass doch mal hinter die Fassade der anderen schauen. Ich hatte die Hörbuchversion, die ich auch gut gelesen fand.
Fazit:
Warmherziger Roman

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