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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Ruth:

Älterwerden ohne Bedauern

Fünf, sechs, sieben, acht von Ewald Arenz

Ewald Arenz arbeitet nach wie vor als Lehrer an einem Gymnasium in Nürnberg. Und das, obwohl seine Romane regelmäßig die Bestsellerlisten stürmen.
Nun ist ein neues Buch von ihm erschienen, in dessen Zentrum der knapp sechzigjährige Anton steht. Er ist Stepptänzer am Theater seiner Heimatstadt und feiert nun gerade Premiere mit einer ausgefeilten Choreografie.

Sicher, er mag nicht mehr so flink sein wie früher, dafür kann er auf jahrelanger Erfahrung aufbauen. Anton ist zufrieden mit sich. Da trifft es ihn besonders hart, dass die neue Intendantin auf ihn verzichten möchte und lieber einen Neustart mit jemand Jüngerem plant. Seinen Job soll ausgerechnet Tochter Emma, die in seine Fußstapfen getreten ist, bekommen. Eigentlich dürfte er als Vater stolz sein. Doch Anton ist zutiefst gekränkt. Keiner hatte ihn vorgewarnt, weder seine Exfrau Katja, der er noch immer freundschaftlich verbunden ist, noch die Tochter. Auf diese Verletzung reagiert Anton beleidigt, ist taub für jegliche Erklärung.
Gleichzeitig wird ihm seine eigene Endlichkeit bewusst. In seinem Beruf ist er auf einen fitten Körper angewiesen. Wenn die eigene Kraft nachlässt, gehört man schnell zum alten Eisen. Aber Anton fühlt sich doch noch garnicht alt.
Diese Überlegungen lassen ihn Bilanz ziehen und die Frage aufkommen, ob er das richtige Leben gelebt hat. Hintergrund dafür ist eine Leerstelle aus seiner Jugend, die ihn noch immer beschäftigt. Damals hat ihn seine große Liebe Jo von einem Tag auf den andern verlassen, ohne Gründe zu nennen, ja, ohne sich zu verabschieden, und blieb danach verschwunden.
Und obwohl er später mit Katja eine Familie gegründet hat, nagt dieses Erlebnis bis heute an ihm. Wäre sein Leben anders verlaufen, besser vielleicht, gemeinsam mit Jo?
Mit Hilfe von Emma finden sich Hinweise auf Jos Verbleib. Anton und Emma reisen zusammen nach Irland auf der Suche nach der verschollenen Geliebten, und auch in der Hoffnung, die Gräben zwischen Vater und Tochter zu schließen. Doch die erwünschte Annäherung zwischen den beiden bleibt aus. Alte Konflikte brechen auf und so muss sich Anton allein seiner Vergangenheit und seinen eigenen Fehlern stellen.
Anton ist kein Sympathieträger. Dazu ist er zu eitel und zu selbstverliebt. Es fällt ihm schwer, Verständnis für die Wünsche und Bedürfnisse anderer zu entwickeln. Zu sehr kreist sein Denken nur um sich und seine Befindlichkeiten. Ganz anders ist Katja, seine Ex-Frau. Sie ist klug und empathisch und versucht zwischen Vater und Tochter zu vermitteln. Im Grunde verstehen sich Anton und Katja immer noch und man fragt sich, warum es zur Trennung kam. Der Schatten von Jo stand immer zwischen ihnen. Wie hätte Katja gegen eine solche Phantomfrau ankämpfen sollen?
Es dauert lange, bis Anton erkennt, dass er einen Trugbild nachgejagt hat und dass man auf der Suche nach dem anderen, dem „richtigen“ Leben das wahre Leben verpasst.
Es sind universelle Themen und Fragen, die Ewald Arenz hier aufgreift, so das Älterwerden und seine Herausforderungen, Konflikte zwischen Eltern und Kinder und ganz zentral die Frage nach den verpassten Chancen und ungelebten Träumen.
Allerdings hat er wenig Zutrauen in seine Leserschaft. Zu viel wird vorgegeben, ausformuliert, so bleibt wenig Raum für eigene Interpretationen. Außerdem stellt sich der Grund für Jos einstiges Verschwinden als sehr abwegig und konstruiert heraus.
Daneben liefert der Roman aber auch schöne Lesemomente, so z.B. wenn Anton die Geräusche seiner Umwelt immer wieder in Rhythmus umsetzt. Und Ewald Arenz mag seine Charaktere, beschreibt ihre Macken und Fehler mit Empathie und leisem Humor.
Obwohl sein neuer Roman „Fünf, sechs, sieben, acht“ leider nicht an die literarische Qualität von „Alte Sorten“ oder „Der große Sommer“ herankommt, werden die Fans von Ewald Arenz ihn lieben und kaufen. Denn sie bekommen damit gute Unterhaltung und einiges zum Nachdenken.

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Rezensionen von rosetheline :

Schön, aber unrealistisch

Pina fällt aus von Vera Zischke

In Vera Zischkes zweitem Roman "Pina fällt aus" geht es um die alleinerziehende Mutter Pina, die mit ihrem zwanzigjährigen Sohn in der Hansastraße 20 in Wuppertal in einem Mehrparteienhaus lebt. Man könnte meinen, dass Pina ein ganz normales Leben führt, doch Leo ist autistisch und lebt in seiner eigenen Welt mit seinem ganz eigenen Rhythmus, die ihm Sicherheit geben.

Der wöchentliche Einkauf, den Pina für ihre Nachbarin Inge, die nicht mehr rausgeht, erledigt, ist die einzige Zeit, in der sie kurz Ruhe findet, da Leo dann bei Inge ist und ein bisschen fernsehen darf.
Eines Tages jedoch bricht Pina bei einem dieser Einkäufe zusammen und auf einmal ändert sich alles.

Vera Zischke hat mit dieser Geschichte ein Buch geschrieben, dass sich sprachlich sehr gut lesen lässt und den Lesenden ein optimistisch-wohliges Gefühl gibt. Aber hier liegt auch einer meiner Kritikpunkte. So schön die Geschichte auch wirkt, so unrealistisch ist sie leider. Dabei möchte ich nicht abstreiten, dass Nachbar*innen sich gar nicht einbringen würden. Aber in der Gänze wäre das schier unmöglich.
Auch die fehlende Hilfe der Behörden und der Behindertenwerkstatt, in der Leo arbeitet, waren unrealistisch.

Ich hätte das Buch gerne mehr gemocht, weil es definitiv Potential hatte, doch leider ist mir eine gewisse Glaubwürdigkeit in Romanen wichtiger als Friede Freude Eierkuchen.

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Rezensionen von PMelittaM:

Etwas ruhigerer vierter Band

The Boys: Gnadenlos-Edition von Garth Ennis; Darick Robertson; Russ Braun; Keith Burns; John McCera; Richard P. Clark

Butcher entdeckt, dass Hughie ein Verhältnis mit Starlight hat, und wird sofort misstrauisch. Ist Hugie etwa ein Spion von Vought? Das führt letztlich dazu, dass Hughie und Annie, von der Hughie bisher nicht wusste, dass sie Starlight ist, sich trennen und Hughis in seine schottische Heimat flüchtet.

Ob er jemals in die USA zurückkommen wird, weiß er nicht.

Der vierte Band der Reihe ist weniger blutig als die Vorgängerbände, wir erfahren hier nicht nur mehr über Hughie, sondern auch über Annie. Wir lernen Hughies Heimat, seine Eltern und seine Freunde kennen, und erfahren einiges über den kleinen Hughie. Wen wundert es, dass es auch hier einige Geheimnisse gibt, und Hughies beste Freunde etwas skurril sind?

Ich habe diesen ruhigeren Band, sehr gerne gelesen. Er kommt nicht ganz ohne Supermenschen aus, doch man lernt hier auch einmal ein paar richtig nette kennen. Natürlich gibt es trotzdem auch Spannung und man erfährt weitere Hintergründe über Vought und den Wirkstoff V.

Der vierte Band ist etwas ruhiger und weniger blutig, ich habe ihn sehr gerne gelesen, auch, weil man wieder einige Hintergrundinformationen bekommt. Ich bin nun gespannt, wie es weitergehen wird.

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Rezensionen von nil_liest:

Von der Sauna ins Weiße Haus

In den Fängen der Verräter von Tuomas Oskari

Finnland zählt mehr Saunen als Autos – und gilt zugleich als eines der politisch stabilsten Länder der Welt. Umso reizvoller ist es, dass ausgerechnet ein finnischer Ex-Präsident im mittlerweile dritten und abschließenden Band der Leo-Koski-Reihe in das Zentrum eines amerikanischen Politbebens gerät.

Wer die beiden ersten Bände noch nicht kennt: Unbedingt lesen!!!
Leo Koski hat sich nach den Ereignissen der vorherigen Bände aus der großen Politik zurückgezogen und lebt in den USA ein vergleichsweise ruhiges Leben. Doch Ruhe ist in diesem Thriller nur ein kurzes Zwischenkapitel. Während eines unfreiwilligen Treffens im Weißen Haus erhält Koski eine Nachricht, die ihm den Boden unter den Füßen wegzieht: Seine Tochter wurde entführt. Gleichzeitig soll er sein eigenes Land verraten. Bevor er überhaupt begreifen kann, was geschieht, bricht der amerikanische Präsident vor seinen Augen zusammen – vergiftet. Plötzlich ist Leo nicht mehr nur Vater, sondern Verdächtiger, Flüchtender und Schachfigur in einer Verschwörung, deren Fäden bis in die höchsten Machtzirkel reichen.
Gemeinsam mit der Journalistin Ashley Pegula versucht er, die wahren Drahtzieher aufzuspüren und seine Tochter zu retten. Zwischen Geheimdiensten, politischen Intrigen und tödlichen Gegnern entwickelt sich eine Geschichte, die kaum Zeit zum Durchatmen lässt. Die Kapitel treiben den Leser förmlich vor sich her, immer wartet die nächste Wendung hinter der nächsten Tür des Weißen Hauses.
Gerade Leo Koski trägt den Roman. Er ist kein unverwundbarer Actionheld, sondern ein erfahrener Politiker, der trotz seiner Vergangenheit immer wieder in Situationen gerät, die größer sind als er selbst. Man fiebert mit ihm, weil seine Motivation so nachvollziehbar ist: Hier steht nicht die Rettung der Welt im Vordergrund, sondern die eines Vaters, der um seine Tochter kämpft.
Tuomas Oskaris Schreibstil ist schnörkellos, direkt und äußerst filmisch. Viele Szenen lesen sich wie Sequenzen eines Politthrillers, der bereits für die Leinwand geschrieben wurde. Man sieht die Flure des Weißen Hauses vor sich, spürt die Hektik und das Misstrauen, hört beinahe die Sirenen im Hintergrund. Das hohe Erzähltempo wird zur großen Stärke des Romans.
Allerdings nimmt sich die Geschichte manchmal so wenig Zeit zum Innehalten, dass einige Entwicklungen etwas konstruiert wirken. Nicht jede Wendung ist völlig glaubwürdig, und manche politische Verstrickung hätte gerne noch komplexer ausfallen dürfen. Auch einzelne Figuren bleiben etwas hinter ihrem Potenzial zurück.
Dennoch gelingt In den Fängen der Verräter etwas, das nicht jeder Politthriller schafft: Er verbindet internationale Verschwörungen mit einer sehr persönlichen Geschichte und hält die Spannung bis zum Finale konsequent hoch. Als Abschluss der Trilogie kehrt die Reihe noch einmal zu ihrer Stärke zurück – temporeich, unterhaltsam und mit einem sympathischen Helden, den man nur ungern ziehen lässt.

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Rezensionen von Dragon:

Mit bunten Farben zur Entspannung

Cozy Coloring - Love Yourself von

Das Ausmalbuch mit 38 Motiven war mir sofort ein willkommenes kleines Ritual im Alltag. Besonders gefällt mir, dass es eine Testseite zum Ausprobieren seiner Stifte und Farben gibt, bevor man sich in die eigentlichen Motive stürzt. Das nimmt den Druck raus und macht das Ausmalen spielerisch entspannt.

Mit seinem quadratischen Format liegt das Buch gut in der Hand und passt auch in Taschen, sodass es mir ideal für unterwegs erscheint. Die Blätter sind heraustrennbar und somit perfekt geeignet, wenn man eine fertige Seite abheften oder verschenken möchte.

Was ich auch immer ganz wichtig finde an Malbüchern, ist die Papierstärke. Das Papier wirkt ausreichend dick, sodass Farben nicht ungewollt durchs Blatt drücken, selbst bei Markern oder Gelstiften wie ich bereits getestet habe.

Schnelle Ergebnisse und einen befriedigenden Erfolg liefern die relativ großen Flächen der Illustrationen, sodass ich denke, dass sowohl Erwachsene als auch Kinder ihren Spaß damit haben werden und es besonders für Anfänger gut zu handhaben ist. Das liegt auch an den niedlichen Motiven mit Entspannungscharakter, denn die liebevollen, zarten Bilder wirken beruhigend und bieten ein angenehmes Abtauchen in eine fantasievolle Welt. Das Motiv mit Potenzial zum Träumen zieht sich durch das ganze Buch.

Es eignet sich besonders für Anfänger, Vielreisende und alle, die einfach mal abschalten möchten. Kurz gesagt, ist das Ausmalbuch ein toller Begleiter für Ruhepausen, mit genügend Flexibilität für unterwegs und einer klaren Empfehlung für alle, die einfache Flächen, niedliche Motive und echtes Entspannungsgefühl suchen.

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Rezensionen von nil_liest:

Zimtschnecken, Sommerflirts und ein fehlender Funke

Copenhagen Cinnamon 2. Gorgeous von Stefanie Neeb

Ein Nachmittag in einem hyggeligen Café: ein heißes Zimtgebäck auf dem Teller, das Stimmengewirr im Hintergrund und ein Blick hinaus auf sonnenbeschienene Straßen. Copenhagen Cinnamon 2. Gorgeous ist genau so ein Buch – warm, gemütlich und angenehm. Aber eben auch eines, das am Ende nicht ganz satt macht.

Freja und Nicolaj könnten unterschiedlicher kaum sein. Sie, die erfolgreiche Marketing-Expertin, scheint alles im Griff zu haben und wirkt auf den ersten Blick wie das perfekte Glamour-Girl. Er, Maschinenbaustudent und selbstbewusster Frauenheld, begegnet ihr mit ebenso vielen Vorurteilen wie sie ihm. Weil beide ihrem Freund Mads bei der Eröffnung seiner neuen Bar helfen, werden sie gezwungen, Zeit miteinander zu verbringen. Zwischen scharfzüngigen Wortgefechten und kleinen Annäherungen beginnen die Fassaden langsam zu bröckeln. Vor allem Freja trägt mehr mit sich herum, als man zunächst vermutet: den Druck ihrer wohlhabenden Familie, Erwartungen, die kaum zu erfüllen sind, und eine Beziehung, die mehr Wunden hinterlassen hat, als sie sich eingestehen möchte.
Besonders gelungen ist, dass die Liebesgeschichte nicht im Eiltempo abgehandelt wird. Freja und Nicolaj lernen sich nach und nach kennen und entdecken hinter ihren vorschnellen Urteilen zwei Menschen, die beide mit Unsicherheiten und eigenen Kämpfen ringen. Vor allem Frejas Entwicklung hat mir gefallen. Ihr Weg zu mehr Selbstbestimmung und die Frage, wie viel vom eigenen Leben eigentlich den Vorstellungen anderer gehört, geben der Geschichte Tiefe.
Der Schreibstil liest sich gewohnt leicht und flüssig. Die Seiten fliegen nur so dahin und die Autorin versteht es, eine echte Wohlfühlatmosphäre zu schaffen. Kopenhagen wird erneut zum heimlichen Star des Romans. Die neue Bar, das vertraute Umfeld des Copenhagen Cinnamon und die kleinen, gemütlichen Momente sorgen dafür, dass man am liebsten selbst einen Kurztrip in die dänische Hauptstadt buchen möchte.
Und doch blieb bei mir ein leises Gefühl des Vermissens zurück. Die Dialoge sind unterhaltsam, die Figuren sympathisch und die Themen Selbstwert, toxische Beziehungen und persönliche Träume sinnvoll eingebunden. Aber der Roman bleibt über weite Strecken sehr vorhersehbar und emotional auf einer Ebene, die mich nie ganz erreicht hat. Es fehlte dieser eine Moment, der überrascht, aufwühlt oder sich noch lange nach dem Zuklappen des Buches festsetzt.
Gorgeous ist damit eine charmante, sommerliche Romance mit viel Herz und einer großen Portion Hygge. Ein Buch, das sich angenehm liest und schöne Stunden schenkt – aber keines, das einen vollkommen verzaubert.

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Rezensionen von Lilli33:

Grandiose Plottwists

Weil sie lügt von Caroline Seibt

Grandiose Plottwists

Seit über einem Jahr ist Juli Brunner verschwunden, ihre Familie an der Ungewissheit und Trauer zerbrochen. Julis jüngere Schwester Anna versucht, den Laden am Laufen zu halten, vor allem für ihren kleinen Bruder, dem die familiäre Situation Angst macht. Und sie versucht herauszufinden, was mit Juli geschehen ist, denn der Polizei traut sie dies nicht mehr zu, schon gar nicht, als ihr Vater als Hauptverdächtiger verhaftet wird.

Ich habe diese spannende und atmosphärische Story von Anfang bis Ende als Hörbuch genossen. Es wurde klasse eingelesen von Rebecca Veil und Elke Appelt. Die Lesung ist ungekürzt und läuft über 9 h 19 min. Die beiden Sprecherinnen teilen sich die Aufgabe. Die eine liest Annas Perspektive, die andere die der Polizistin Katharina Engel. Beide verstehen es super, die Atmosphäre zu den Hörenden zu transportieren. Die Emotionen, die Spannung, die Verzweiflung werden so greifbar und gehen ins Herz.

Die Story hat alles zu bieten, was ein guter Thriller braucht: tiefgründige Figuren, (psychologische) Spannung und ein paar Plottwists. Die Autorin versteht es, Verdächtige aufzubauen, um im nächsten Augenblick wieder alles über den Haufen zu werfen. Mehr als ein Mal hat sie mich auf den Holzweg geführt, nicht nur, was den Täter angeht, sondern auch in anderen Details. Das Netz aus Lügen, aus dem diese Geschichte besteht, ist kaum zu durchschauen. Doch am Ende werden alle Knoten gelöst.

Dieses Hörbuch empfehle ich gerne weiter.

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Rezensionen von gerlisch:

Spannender Spionage-Thriller

Dunkelmann von Lars Findsen; Jacob Weinreich

Dunkelmann ist ein packender Insider‑Spionage‑Thriller, das Besondere daran ist, dass einer der Autoren, Lars Findsen, früher selbst Chef des dänischen Geheimdienstes war. Dieses spürt man an vielen Stellen, sei es am politischen Hintergrund, an den Details zur Geheimdienstarbeit oder am permanentem Druck.

Im Zentrum stehen Maja Birk, operative Mitarbeiterin des dänischen Nachrichtendienstes, und Daniel Hartmann, ein brillanter, aber eher ruhiger Analyst. Beide werden auf eine chinesische Delegation angesetzt, deren auffälliges Interesse an Grönland sofort Alarmglocken schrillen lässt. Besonders brisant: Ein Mitglied der Delegation versucht, unter falscher Identität einzureisen.

Der Roman ist in mehreren Handlungsstränge an drei unterschiedlichen Schauplätzen aufgebaut, die sich nach und nach zu einem großen Ganzen verweben. Diese Struktur sorgt für Tempo und Spannung. Gleichzeitig gewährt das Autorenduo Einblicke in das Privatleben der Protagonisten. Diese wirken noch etwas distanziert, was für mich jedoch stimmig ist, da es sich um den ersten Fall von Birk und Hartmann handelt und ihre Beziehung zueinander sich erst noch aufbauen muss.

Das Interessse der Großmächte an Grönland und einer interkontinentale Netzwerkinfrastruktur, der sogenannten Neue Seidenstraße, machen diese Story nicht nur spannend, sondern auch hochaktuell. Die Autoren verbinden überraschende Wendungen und glaubwürdige Verknüpfungen, zu einem fesselnden und atmosphärischem Thriller.

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Rezensionen von bedard:

Starke Idee, falsche Richtung

Mit anderen Augen von Jane Tara

Starke Idee, falsche Richtung

Als ich mit Mit anderen Augen begonnen habe, war ich sofort begeistert. Selten hat mich ein Roman so schnell gepackt. Die Idee, dass Frauen im wahrsten Sinne des Wortes unsichtbar werden, hätte mich normalerweise eher abgeschreckt, weil sie so unrealistisch klingt. Doch gerade die Tatsache, dass bei Tilda zunächst nur ein kleiner Finger verschwindet, macht den Einstieg überraschend glaubwürdig.

Die Autorin verbindet diese ungewöhnliche Prämisse geschickt mit einer sehr realen Erfahrung vieler Frauen: dem Gefühl, mit zunehmendem Alter gesellschaftlich immer weniger wahrgenommen zu werden.

Besonders gelungen fand ich dabei den feinen Humor, die klugen Kapitelüberschriften und die vielen Beobachtungen zu Rollenbildern, Erwartungen und Diskriminierung. Trotz aller Leichtigkeit steckt gerade zu Beginn viel Gesellschaftskritik in der Geschichte, und immer wieder gab es Sätze, über die ich länger nachgedacht habe.

Auch Tildas erste Reaktionen auf ihre Diagnose wirkten auf mich nachvollziehbar und menschlich. Dass sie nicht immer vernünftig oder vorbildlich handelt, machte sie als Figur glaubwürdig. Die Selbsthilfegruppe, ihre Freundschaften und die Begegnungen mit anderen Betroffenen eröffneten zudem spannende Perspektiven auf das zentrale Thema.
Leider hat das Buch für mich im weiteren Verlauf zunehmend an Stärke verloren. Aus der gesellschaftskritischen Geschichte über Sichtbarkeit, Selbstwert und weibliche Rollenbilder wurde immer mehr eine Mischung aus Liebesgeschichte, Selbstfindungsroman und spirituellem Heilungsweg. Gerade dieser Wandel hat mich enttäuscht, weil die Ausgangsidee so viel Potenzial hatte.

Besonders kritisch sehe ich die starke Betonung von Meditation, Selbstheilung und innerer Transformation als Lösung tief verwurzelter Probleme. Natürlich können solche Ansätze hilfreich sein, aber hier wirkte vieles auf mich zu einfach und zu schnell. Vor allem die Vorstellung, langjährige Verletzungen und Traumata ließen sich innerhalb kurzer Zeit auflösen, erschien mir wenig überzeugend. Auch die Liebesgeschichte konnte mich nicht wirklich überzeugen. Sie wirkte auf mich eher wie ein zusätzlicher Handlungsstrang, den die Geschichte nicht gebraucht hätte.

Dabei gab es bis zum Schluss immer wieder Elemente, die mir gefallen haben: den Humor, die unterschiedlichen Frauenfiguren, die Freundschaften und einzelne starke Szenen. Umso mehr bedauere ich, dass der Roman den Fokus auf sein eigentlich spannendes Kernthema zunehmend verliert.

Für mich fühlt sich Mit anderen Augen deshalb an wie zwei verschiedene Bücher in einem. Der Anfang verspricht eine kluge, feministische Auseinandersetzung mit gesellschaftlicher Unsichtbarkeit, während die zweite Hälfte eher in Richtung Wohlfühlroman mit Happy End geht. Beides für sich genommen hätte funktionieren können, doch die Verbindung der beiden Ansätze hat mich letztlich nicht überzeugt.

Schade um eine wirklich großartige Grundidee, die für mich deutlich mehr Tiefe und Konsequenz verdient hätte.

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Rezensionen von AndilesOnaut:

Mit Dr. Gabby Wild auf tierischer Weltreise

National Geographic Kids - Abenteuer einer Wildtierärztin von Gabby Wild

Mit dem „National Geographic Kids – Lexikon der Meere“ holen sich junge Entdecker ein echtes Wissensschatzbuch ins Regal. Auf über 250 Seiten nimmt das Lexikon Kinder mit auf eine spannende Reise durch die faszinierenden Ozeane unserer Erde und zeigt dabei, wie vielfältig und erstaunlich das Leben unter Wasser ist.

Schon die Gestaltung macht einen hervorragenden Eindruck. Das Buch ist hochwertig verarbeitet und steckt voller spektakulärer Fotografien. Die Aufnahmen sind gestochen scharf, farbenfroh und zeigen Tiere, Landschaften und Naturphänomene aus Perspektiven, die man sonst nur aus Dokumentationen kennt. Dadurch wird das Blättern allein schon zum Erlebnis.

Inhaltlich bietet das Buch weit mehr als eine reine Sammlung von Meerestieren. Natürlich lernen die Leser zahlreiche Bewohner der Ozeane kennen – von Delfinen und Haien bis hin zu seltenen Tiefseebewohnern. Darüber hinaus werden aber auch spannende Themen wie Korallenriffe, Meeresströmungen, Gezeiten, Forschungsexpeditionen, Umweltprobleme und der Einfluss des Klimawandels behandelt. Die Informationen sind leicht verständlich erklärt und dabei dennoch erstaunlich umfangreich.

Besonders gelungen finde ich die Mischung aus kurzen Fakten, interessanten Hintergrundinformationen und vielen visuellen Eindrücken. Dadurch eignet sich das Buch sowohl zum gezielten Nachschlagen als auch zum entspannten Schmökern. Immer wieder entdeckt man neue Details, spannende Rekorde oder überraschende Fakten, die neugierig machen und zum Weiterlesen motivieren.

Auch die übersichtliche Gliederung trägt dazu bei, dass man sich schnell zurechtfindet. Die Themen sind logisch aufgebaut und die zahlreichen Bilder lockern die Seiten angenehm auf. So wirkt das Buch trotz seines großen Umfangs nie überfordernd.

Was mir ebenfalls gefallen hat: Das Lexikon vermittelt nicht nur Wissen, sondern weckt auch ein Bewusstsein für den Schutz unserer Meere. Themen wie Umweltverschmutzung und bedrohte Lebensräume werden altersgerecht erklärt und regen zum Nachdenken an.


Das Lexikon der Meere ist ein informatives, wunderschön gestaltetes Sachbuch, das Wissen und Unterhaltung hervorragend verbindet. Die beeindruckenden Fotos, die verständlichen Erklärungen und die große Themenvielfalt machen es zu einem Buch, das man immer wieder gerne zur Hand nimmt. Für alle Kinder mit Interesse an Natur, Tieren und Ozeanen eine klare Empfehlung.

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