Kunden em pfehlungen
Rezensionen von inya:
skurril und gut
60 Kilo Kinnhaken von Hallgrímur Helgason
Ehrlich gesagt hat mich die Dicke vorerst etwas abgeschreckt und auch, dass ich den ersten Teil dieser Geschichte noch nicht kannte. Doch ich habe mich trotzdem an dieses Werk gewagt und wurde nicht enttäuscht. Im Gegenteil, ich wurde positiv überrascht und ich habe mich gut unterhalten gefühlt. Denn dieses Buch ist voller Witz und skurrilen Persönlichkeiten in einem "kleinen" Ort, das Klein in Anführungsstrichen, denn nun ist 1906 das Örtchen schon die zweitgrößte Stadt Nordislands.
In dieser Stadt ist der Fortschritt angekommen und der Hauptprotagonist versucht auch sein Glück in dieser Zeit und diesem Ort zu finden. Doch das Schicksal versetzt ihm einen Kinnhaken und so gibt es eine gewaltige Wendung in seinem Leben. Ich fand das Buch überraschend gut, auch wenn ich kein Freund von ausschweifenden Landschaftsbeschreibungen bin. Deshalb gibt es von mir keine volle Punktzahl.
Rezensionen von Julchentim:
Wundervoll
Das Vogelmädchen von London von Mat Osman
Mat Osmans "Das Vogelmädchen von London" ist für mich ein Meisterwerk der einfallsreichen Erzählkunst im elisabethanischen London - über Magie, Rebellion und Liebe. Das Buch hat mich komplett gefesselt.
Die Darstellung des elisabethanischen Londons ist bemerkenswert - eine Stadt, sowohl golden als auch dunkel.
Im Herzen der Geschichte stehen die Charaktere: Shay, mit ihrer mystischen Fähigkeit, die Zukunft durch die Bewegungen der Vögel vorherzusagen, und Nonesuch, der charismatische Star des Blackfriars-Theaters, werden unwiderstehlich voneinander angezogen, ihre wachsende Bindung treibt die Geschichte voran und bietet eine fesselnde Erzählung über die berauschenden Höhen und verheerenden Tiefen der Liebe.
Die Geschichte lebt von ihre Details - der Vogelreligion, dem ergreifenden Schicksal junger Schauspieler und des zähen Widerstands des Londoner Untergrunds. Osmans Talent, eine lebendige und sinnliche Welt zu beschwören, lässt dich die muffige Luft der Gassen riechen, das Flattern der Flügel hören und die Atmosphäre im Theater miterleben.
Osmans Schreibstil ist genauso wunderbar wie die Geschichte selbst. Seine Prosa ist üppig, lyrisch und bildhaft - balanciert geschickt den magischen Realismus mit historischer Fiktion.
Rezensionen von begine:
Kindertreck
Die Kinder des Don Arrigo von Ivan Sciapeconi
Der italienische Schriftsteller Ivan Sciapeconi erzählt uns in seinem Roman
Die Kinder des Don Arrigo, eine wahre Begebenheit.
Der Protagonist ist der elfjährige Nathan, der uns an seinen Gedanken und Ängsten teilnehmen lässt. Er ist allerdings eine fiktive Person. Der Autor hat sie aber wunderbar passend gestaltet.
Nathan ist mit vielen anderen Kindern aus Deutschland auf der Flucht vor den Nazis. Er kommt aus Berlin und es ging von einem Land zum Anderen, bis sie in Italien erst mal durchschnaufen konnten. Aber dann kamen die Deutschen auch nach Italien und sie mussten ihre Fluch weiter vorantreiben.
Für die Kinder war diese Zeit ein besonderes Trauma, so ohne das sie wussten was mit ihren Eltern ist und auch Angst vor der Zukunft. Der Plan war nach Palästina zu kommen.
Der Autor hat diese Flucht perfekt recherchiert und zu einer ansprechenden Geschichte verwebt.
Rezensionen von yellowdog:
10 Stories
Send Nudes von Saba Sams
In diesem Kurzgeschichtenband gibt es eine neue literarische Hoffnung zu entdecken.
Es sind eigenwillige Geschichten jeweils über junge Frauen und ihren Erfahrungen.
Schon der Opener zeigt eine sechszehnjährige und ihre erste Liebe, die dann aber doch eher der Hund ihres Freundes ist. Die Story ist mein absoluter Favorit im ganzen Buch!
Eine andere Story handelt von der schwierigen Freundschaft zweier Studentinnen.
Die Titelstory dreht sich um eine Frau mit Gewichtsproblemen und wie sie es schafft ihren Body zu akzeptieren.
In der letzten Geschichte befinden wir uns im Lockdown und die Protagonistin und ihre Mutter sind in einem Zustand der Unsicherheit.
Auch die weiteren Geschichten sind lesenswert, wenn mich auch nicht jede gepackt hat.
Oft ist es ein leiser, abgründiger Humor, der die Geschichten prägt.
Ich neige dazu, eine junge Autorin jetzt nicht gleich überzubewerten, aber das sind schon überwiegend gut gemachte Texte.
Rezensionen von Kwinsu:
Das geheime Leben der Pflanzen
Der Wald von Tibor Rode
"Haben die Menschen die Natur erschaffen, oder hat die Natur den Menschen erschaffen? Hat die Pflanze weniger Berechtigung, auf diesem Planeten zu leben, als der Mensch? Insbesondere wenn man bedenkt, dass sie offenbar in der Lage ist, sich gegen andere Pflanzen und sogar den Menschen evolutionär zu behaupten?" (S.
280)
Wir befinden uns in einer Dystopie: überall auf der Welt wuchert eine unbekannte Pflanze in rasanter Geschwindigkeit, sie vernichtet alles, was um sie herum wächst und ist auch für Menschen lebensbedrohlich. Sie vereint alle Eigenschaften von den unterschiedlichen Pflanzengattungen und es scheint, als wäre sie unzerstörbar. Im Kampf gegen die Ausbreitung der Pflanze begleiten wir drei Hauptprotagonist:innen: den Pflanzen-Neurobiologen Marcus Holland, der versucht die Pflanze zu verstehen, um ihrer so Herr zu werden; die Archäobotanikerin Waverly Park, die unwissentlich daran beteiligt ist, die „Teufelspflanze“ überhaupt erst zu ihrer Existenz zu verhelfen; und die Informatikerin Ava, die an einem Forschungsprojekt im Kanadischen Urwald arbeitet, das schlussendlich mehr mit der Pflanze zu tun hat, als zu Beginn angenommen werden kann. In einer Reise um den Globus trifft wissenschaftlich Gutes auf kapitalistisches Böses, spielt die Geschichte der Erde und die Geschichte der Illuminaten sowie der Blick in die Zukunft der Künstlichen Intelligenz eine zusammenhängende Rolle und letztendlich ist – fast – nichts so, wie es scheint.
Der Biothriller ist rasant im Tempo und durchgehend spannend, es ist mir sehr schwer gefallen das Buch wegzulegen. Immer wieder tauchen neue Aspekte und Wendungen in der Story auf, die größtenteils unerwartet sind. Tibor Rode schafft es gesellschaftliche Fehlentwicklungen in einer dystopischen Geschichte aufzuzeigen und komplexe Lebewesen zu thematisieren, die in unserer Gegenwart im Bewusstsein eine viel zu untergeordnete Rolle spielen: Pflanzen. Wie das oben angeführte Zitat aus dem Roman darlegt, regt die Entwicklung der Geschichte die Leser:innen dazu an, die gesellschaftlichen Gegebenheiten zu hinterfragen. Es wird ein Bild gezeichnet, das sich durchaus in unserer Welt ereignen kann – eine neue Bedrohung, die die Menschheit in ihrer Existenz bedroht. Es eröffnet einen Horizont, der zugleich realistisch als auch utopisch bzw. dystopisch erscheint.
So fesselnd die Geschichte auch ist, hat das Buch auch seine Schwächen. Einige Geschehnisse sind für die Geschichte völlig unnötig und es ist schwer nachvollziehbar, weshalb diese eingeflochten wurden – der Autor hätte diese schlicht sein lassen können (beispielsweise eine kurz nebenbei erwähnte Liebesgeschichte). Bei anderen Wendungen fragt sich eine, weshalb sie eingebaut wurden, weil sie als ziemlich unrealistisch und für die Story unrelevant erscheinen. Ich möchte nicht näher darauf eingehen, um nicht zu spoilern, aber der Austausch mit anderen Lesenden hat mich in dieser Ansicht nur bestätigt. Teilweise ergeben gewisse Entwicklungen einfach keinen Sinn. Anderes bleibt unerklärt und hinterlässt eine mit dem Gefühl, dass Erklärungen fehlen.
Nichtsdestotrotz spreche ich für „Der Wald“ eine absolute Leseempfehlung aus! Es ist eines der spannendsten Bücher das ich seit langer Zeit gelesen habe und der Autor schafft es, eine so zu fesseln, dass es schwer ist, das Buch wegzulegen und nicht darüber nachzudenken! Er zeichnet eine absolut realistische Dystopie, bei der nur gehofft werden kann, dass sie niemals so eintritt. Ihm gelingt es, dass sich die Lesenden über die derzeitigen global-gesellschaftlichen Entwicklungen hinterfragende Gedanken machen und dazu anzuregen, etwas für die Verbesserung im Umgang mit der Natur zu tun!
Rezensionen von alicii:
Kann die Fremde auch Heimat sein?
Terafik von Nilufar Karkhiran Khozani
"Irgendwann fahren wir in die Stadt rein, der Tag bricht an, die Menschen werden gerade wach. Ich könnte sie alle sein." - Nilufar reist zum ersten Mal in das Land ihres Vaters, den Iran. Ein Land, dessen Sprache sie kaum spricht und von dem sie eine durch Erzählungen, Romane und Nachrichten geformte Vorstellung hat.
Ein Land, das zerrissen ist, dessen Bewohner sich nach dem Westen sehnen, sich aber nicht komplett von den politisch vorgegebenen Regeln und Traditionen lösen können. Nilufar ist auch zerrissen, sie sitzt zwischen den Stühlen, in Deutschland ist sie das Ausländerkind mit dem komischen Namen, im Iran ist sie die Ausländerin, die nicht die Sprache beherrscht und nicht allein das Haus verlassen darf. Sie schildert dieses Fremdsein sehr nachvollziehbar und zeichnet ein detailliertes Bild des Irans, ihrer persönlichen Eindrücke und der Erfahrungen, die sie dort macht. Sie stellt sich immer wieder die Frage, wie ein Leben im Iran für sie aussehen könnte. Wie sie in diese Gesellschaft passen könnte. Ob sie ein anderes Verhältnis zur Heimat ihres Vaters hätte, wenn ihre Mutter nicht die vor Jahren geplante Reise abgesagt hätte. Oder wenn ihr Vater nach der Trennung der Eltern nicht in den Iran zurückgegangen wäre.
Manchmal fehlte der Erzählung die Stringenz, einige Kapitel waren weniger gelungen, dadurch wurde es schwer vor allem die rückblickenden Erzählungen nachzuvollziehen. An manchen Stellen ist das Buch etwas überfrachtet, man verliert den Überblick zwischen den ganzen Namen. Diesbezüglich wäre es vielleicht hilfreich gewesen, wenn sich die Charaktere mehr entwickelten hätten.
Insgesamt ein sehr berührendes Buch, das nicht nur einen Einblick in den Iran gibt, sondern auch zeigt, welche Probleme es in der deutschen Gesellschaft auch heute noch für Menschen mit einem anderen Namen oder Aussehen gibt. Selbst wenn sie unsere Sprache akzentfrei sprechen.
Rezensionen von mannuberbord:
Nichts für schwache Nerven
Die weite Wildnis von Lauren Groff
Lauren Groffs neuer Roman ist nichts für schwache Nerven. In einer teils altertümlich, gar biblisch anklingenden Sprache erzählt sie vom Überlebenskampf eines jungen Mädchens in der Wildnis Amerikas. Der Weg, den sie sich durch die Natur bahnt, ist alles andere als romantisch. An jeder Ecke lauern Gefahren, und wir erfahren in drastischer Deutlichkeit, was es kostet, dort am Leben zu bleiben.
Schonungslos lesen wir von Körperflüssigkeiten, Gewaltausbrüchen, den unvorstellbarsten Grausamkeiten, die Menschen sich antun können. Es ist ein Verdienst der Autorin, dass sich das Buch nicht in Hoffnungslosigkeit verliert. Durch das Buch ziehen sich auch Betrachtungen über das Verhältnis von Mensch und Natur, über Einsamkeit, und langsam, aber sicher entfaltet sich eine Art spirituelle Lehre. Gerade gegen Ende hin ist das Buch mehr Evangelium als Abenteuerroman. Das ist durchaus kein Nachteil. Allerdings verfängt diese Versuchsanordnung nicht über die gesamte Länge der Erzählung. Die Handlung ist repetitiv, die Atmosphäre teils statisch. Am Ende ist man froh, bis zum Schluss durchgehalten zu haben. Aber ein bisschen kämpfen musste man doch.
Rezensionen von Daggy:
Spannender Kinderkrimi
Die Strandspürnasen 1 - Wirbel um die Villa am Meer von Christina Herr
Am Anfang des ersten Bandes werden uns die Spürnasen vorgestellt, da sind zunächst die beiden Winter-Kinder Nick und Leni, dann Albert genannt Einstein und als Verstärkung und Namengeber Charlie der ständig pupsende Beagle. Auch hier sind die männlichen Wesen wieder in der Überzahl.
Da die Familie Winter, die außer den Eltern noch aus dem kleinen Bruder Tim besteht, eine Pension in Holland geerbt hat, machen sie sich mit dem Auto auf den Weg dorthin.
Zusammen mit dem kleinen Onkel Jochen und der Haushälterin Grietje wollen sie die Pension renovieren. Das Wilma ihnen auch noch ihren Hund Charlie vermacht hat erfreut besonders die Kinder. Die Kinder wollen unbedingt wissen, was sich in den abgeschlossenen Dachzimmer Nummer 12 befindet, doch das bleibt ohne Schlüssel ein Geheimnis. Da taucht schon der erste Gast auf, Herr Fröhlich, der seinem Namen keine Ehre macht und deshalb von den Kindern Herr Unlustig genannt wird. Irgendetwas stimmt mit ihm nicht, deshalb beschließen die Kinder ihn zu observieren.
Die Familie Winter ist eine sehr gläubige Familie und bittet Gott ihn vielen Situationen um Beistand, auch die Kinder, besonders Nick, ist im ständigen Gespräch mit seinem Gott, der die Kinder zum Glück auch in gefährlichen Momenten beschützt.
Eine spannende Geschichte, die durch das Eingreifen von Grietje gut ausgeht. Der eigentliche Fall entwickelts sich sehr gefährlich und wirkt auf mich etwas konstruiert. Anton darf, weil sein Vater dringend in der Firma benötigt wird und seine Mutter sowieso arbeitet, bei der Familie Winter in der Pension Zeevilla bleiben, was mich doch etwas erstaunt. Zumal auch dort die Mutter arbeitet und Vater und Onkel mit der Renovierung beschäftigt sind. So kommt es, dass z.B. Nick für alle kocht und die Kinder meist sich selbst überlassen sind.
Rezensionen von Daggy:
Ein kleiner Bär folgt dem Stern
Wann ist endlich Weihnachten? von Antonie Schneider
Das Cover zeigt den kleinen Bären, der sich auf den Weg nach Bethlehem macht. Die Zeit bis Weihnachten ist auch dem kleinen Bären zu lang und so erzählt seine Mama ihm jeden Abend eine kleine Geschichte, zu der immer ein wunderschönes Bild gehört.
Zu Beginn und am Ende der Geschichte erfahren wir etwas über den Bären und seine vorlesende Mutter, das kann man an der kleineren Schrift erkennen.
Auch die Geschichten, die die Mutter erzählt, handeln von einem kleinen Bären, der eine Stern mit Schweif entdeckt, dem er frohen Mutes folgt. Zunächst begegnet ihm ein Adler, der Fliegen lernt, dann trifft er auf einen blinden Mann, der Riese bringt den Bären ein großes Stück voran und die Ameisen befreien gemeinsam eine verschüttete Freundin. Da staunt der Bär „Wie groß das Herz einer Ameise doch sein kann!“
Am 6. Dezember taucht der Nikolaus auf und ein blühender Rosenstock wird zum Geschenk für den kleinen König. Bis zum 24. Werden noch viele unterschiedliche Geschichten erzählt, so begleitet in der zweiten Hälfte ein Lamm den Bären. Sicher würde der Bär das Lamm fressen, aber in dem Buch gelten nur die Wölfe als Gefahr und wurden deshalb vom Stern geblendet. Am Ende kommen viele, denen wir begegnet sind an der Krippe mit der Heiligen Familie an. Ich kann aber weder den Riesen noch den Nikolaus dort finden.
Die Bilder in dem Buch sind wunderschön anzuschauen, die Erzählungen sind für mich nicht immer ganz passend.
Rezensionen von Daggy:
Felix wird auch ein Weihnachtsbaum
Das Tännchen Felix von Thomas Meyer
Obwohl es erst Ende September ist, musste ich das Buch meiner Enkelin schon mehrfach vorlesen. Auf dem Cover sehen wir die kleine Tanne Felix und das Hasenmädchen Selma, das sich für ihn einsetzt. Zunächst lernen wird die beiden und die Baumschul-Lehrerin eine Bärendame namens Immergrün sowie den frechen Kurt kennen.
Tannen unterschiedlicher Große stehen im Wald und Felix ist das kleinste Tännchen. Kurt hingegen ist schon fast eine Tanne und er hat eine richtig große Klappe. Mit Sprüchen wie „Haha, aus die wird nie ein richtiger Weihnachtsbaum. So will dich niemand!“ ärgert er Felix. Die Lehrerin ermahnt ihn zwar nett zu sein, aber das will Kurt nicht. Als die Tiere sich dann ihre Tanne zum Fest aussuchen bleibt Felix am Ende übrig. Aber dann kommt die Hasenfamilie mit Selma.
Lustige Bilder mit Tannengesichtern und ein fröhliches Ende machen dieses Bilderbuch zu echten Vorlesespaß.











