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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Petra:

Altbekanntes mal Anders

Hundert Klassiker von Steffen Henssler

In dieser Sammlung ist aus allen Bereichen des Kochens etwas dabei. Es fängt bei Suppe an und hört bei Kuchen auf. Jedes Gericht haben in der Regel die meisten von uns schon einmal gegessen, entweder selbst zubereitet, bei Muttern, bei Freunden oder auch in einem Restaurant. Als Beispiel: Jeder bereitet Rouladen anders zu.

Die einen mit einer fertigen Paste, die anderen mit fetten Speck oder wie der Autor mit durchwachsenen Speck, auch die Soße bereitet jeder anders zu. Dieses Kochbuch gibt Anregungen mal etwas Neues auszuprobieren ohne zu weit über den Tellerrand zu schauen. Für Leser die schon immer kochen, die ideale Möglichkeit den Horizont zu erweitern und den einen oder anderen Tipp umzusetzen. Aber auch für Neulinge eine schöne Rezepte Sammlung. Es gibt auch einfache Gerichte darin, für den Anfang Spagetti Bolognese ganz ohne Convenience Produkte kochen ist ein geschmackliches Erlebnis. Auch einen Apfelkuchen zu backen erscheint mit dieser Anleitung einfach. Sachlich in verständlicher Sprache, mit Zutaten und Haushaltsgeräten die im Normalfall in jeder Küche zu finden sind ist dieses Kochbuch für jedermann geeignet.
Es ist gutbürgerliche deutsche Küche mit Abstecher ins europäische Ausland.
Eine gelungene Mischung.

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Rezensionen von CanYouSeeMe:

Henriette

Henriette lächelt von Andrea Heinisch

Bei diesem Buch ist mir zuallererst die wunderschöne Aufmachung des Picus Verlag aufgefallen. Sowohl die Covergestaltung, als auch die Haptik sind sehr ansprechend!
Der Klappentext hat mich neugierig auf dieses Buch gemacht. Schon zu Beginn des Buches wurde mir klar: Der Schreibstil von Autorin Andrea Heinisch und ich werden keine all zu großen Freunde.

Satzbau und Formulierungen habe ich teils als umständlich und holprig empfunden. Auch waren mir Zeitsprünge nicht immer klar, so dass ich in einigen Kapiteln emhr verwirrt als klar war. Die Kapitel selbst sind sehr kurz, was für mich aber angenehm zu lesen war und den Lesefluss nicht weiter gestört hat.
Henriette selbst ist eine sehr interessante Protagonistin, die einiges im Leben erleiden musste. Vor allem der Umgang der Mutter mit ihr hat mich richtiggehend wütend gemacht. Hier war es für mich schwer auszuhalten und ich musste das Buch öfter beiseite legen.
Ich habe während des Lesens aber dennoch keinen emotionalen Bezug zu Henriette selbst aufbauen können, sowohl sie als auch alle weiteren Charaktere blieben eher blaß, wurden gefühlt mit viel Abstand dargestellt. Nichtsdestotrotz schafft es die Autorin eine Perspektive zu schaffen, die häufig nicht gehört wird, bzw. überhaupt zur Sprache kommt. Das fand ich gut und macht dieses Buch zu etwas besonderem.
Insgesamt stehe ich diesem Buch ambivalent gegenüber, es greift ein wichtiges Thema auf, die zweite Hälfte hat mir auch ingesamt besser gefallen als die erste, dennoch bin ich mit dem Schreibstil und dem emotionalen Abstand zu den Figuren nicht so gut zurecht gekommen.

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Rezensionen von Jule:

Nicht meins

Meine Männer von Victoria Kielland

"Meine Männer" von Victoria Kielland beleuchtet das Leben und die Psyche der ersten amerikanischen Serienmörderin.
Damit waren meine Erwartungen hoch gesteckt und ich habe mich auf eine spannende, wenn auch kurze, Reise gefreut.
Doch leider wurde ich enttäuscht, denn erst die letzten Seiten des Buches haben mir gut gefallen.

Dort kam dann alles Schlag auf Schlag und es wurde sich, im Vergleich zum Rest des Buches, wenig Zeit gelassen um die dortige Handlung zu beschreiben. An dem Punkt hätte sich Victoria Kielland gerne mehr Zeit lassen können.

Insgesamt ist der Schreibstil außergewöhnlich, was erstmal nichts schlechtes ist. Irgendwann wurde er mir aber leider zu anstrengend, die verschachtelten Sätze zu lang und ich musste mich immer wieder zwingen das Buch weiter zu lesen.
Während des Lesen habe ich dann, für mich, festgestellt, dass der fast schon poetische Schreibstil nicht dazu passt, die Psyche einer Serienmörderin zu beleuchten. Ein zu starker Kontrast, der Morde in wundervolles Licht rückt.

Immerhin kann man nach dem Lesen einen Bezug zum Cover und dem Titel finden, sodass dies stimmig ist.

Nichtsdestotrotz war es für mich nichts und ich war schlussendlich froh, dass dieses Buch knapp unter 200 Seiten hat.
Für Lesende die einen neuen, außergewöhnlichen Schreibstil und eine Herausforderung suchen, ist dieses Buch allerdings bestimmt etwas.

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Rezensionen von Danislesestube:

Ein Liebesbrief an alle Bücher da Draußen

Das Mädchen, das in der Metro las von Christine Féret-Fleury

Üblicherweise bewege ich mich beim Lesen in meiner Komfortzone. Wenn der Alltag schon stellenweise aus den Fugen gerät, darf es beim Lesen gerne geordnet und nach Plan verlaufen.

Jedoch gibt es Momente, in denen ich mit voller Absicht und einem Hauch Neugier über den Tellerrand schaue. Bisher hat es sich in den meisten Fällen durchaus gelohnt.

Ich habe so viele tolle Bücher und Autoren für entdeckt, die mir sonst entgangen wären. So auch hier. Hätte ich das Buch nicht von einer lieben Buchbloggerin geschenkt bekommen, wäre es nie in meinen Händen gelandet.

Der Titel und das Cover deuten bereits an, worum es in der Geschichte gehen könnte. Diesmal treffen wir nicht auf einen Mordfall, ein fernes Land oder eine nicht erwiderte Liebe, sondern auf eine Leserin, die in einer tristen Alltagsspirale gefangen, sich dessen aber bislang nicht zu 100 % bewusst ist. Bis zu jenem Tag als Juliette auf Soliman trifft.

Seine Meinung über Bücher und sein damit verbundener Plan geben ihr einen Schub in eine neue, aufregendere Zukunft. Doch wie diese aussieht erfahren wir zum Glück erst gegen Ende. ???? Zuvor erhalten wir zwar immer wieder einen Tipp, wohin ihre Reise gehen könnte, aber genauere Informationen bleiben aus.

Apropos Reise. Ich empfand Solimans Gedanken zu Büchern sehr ansprechend und er spricht damit vielen Lesern aus der Seele. Ein Buch ist nicht nur ein toter Gegenstand, der entweder als Zeitfresser und/oder als Dekorationsobjekt dient. Jedes Exemplar, so unscheinbar es sein mag, erzählt eine Geschichte. Jede Abnutzung, Verunreinigung, jede Falte, jeder Kratzer trägt zu dieser bei. Unser kauziger Büchersammler macht sich zu jedem seiner Schätze eifrig Notizen. Jeder seiner Bücherboten erstatten ihm regelmäßig Bericht.

Wer diese genau sind bzw. um welche Personen es sich handelt, wird nicht im Detail beschrieben. Ist auch nicht weiter schlimm, denn so könnte man annehmen, dass jeder Leser/jede Leserin einer dieser Boten sein könnte. Sind Buchblogger dann nicht sogar eine Mischung aus beidem? Wir zeichnen unsere Erfahrungen mit Büchern auf und manchmal geben wir letztere auch weiter. Ein interessanter Gedanke wie ich finde.

Die Handlung selbst würde ich als gemächlich ohne große Spitzen und Tiefen beschreiben. Wenn ihr etwas Entspanntes zum Lesen nach einem stressigen Tag sucht ist das möglicherweise euer Buch.

Die Charaktere, welche die Handlung mit ihrer Anwesenheit unterstützen, Juliette, Soliman, Zaide, die Metro-Fahrgäste können in jedem Moment überzeugen. Die Autorin hat es geschafft, auf den wenigen Seiten des Buches viele Details unterzubringen. In keinem Moment wirken diese aufgesetzt oder klischeehaft. Diese Menschen könnte man genauso im richtigen Leben treffen. Bei solchen Romanen ist mir wichtig, dass die Charaktere der Realität sehr nahe kommen, um ihnen ihre Rolle abzukaufen.

Ich bin wirklich froh, dass ich dieses Buch geschenkt bekommen habe. Sonst wäre mir eine gut gelungene Geschichte über Bücher und das Leben einer im Alltagstrott gefangener Protagonistin, die die Welt der Bücher erkundet um ihren Platz in der Welt zu finden entgangen.

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Rezensionen von Danislesestube:

Sehr empfehlenswert

Verirrt von Nika Michaelis

Ich bin immer wieder überrascht, wie es Autoren schaffen in der heutigen Zeit noch irgendetwas Neues zu schaffen. Dabei könnten sie es sich richtig einfach machen. Einfach beim Altbewährten bleiben und gut ist. Zum Glück bin ich auch diesmal an eine Autorin geraten, die versucht etwas frischen Wind in das Krimi-Genre zu bringen.

Nach dem Prolog wird recht schnell klar: Dieses Buch geizt nicht mit grotesken Szenen. Der Täter scheint sein „Handwerk“ zu lieben. Anders kann ich mir diese Liebe zum Detail nicht vorstellen. Die Art und Weise, wie er unsere beiden eigentlich toughen Ermittler in eine Sackgasse nach der anderen lockt, ist nur eine seiner speziellen Fähigkeiten. Glücklicherweise verfügt Carmen über jemanden, der es durchaus mit unserem Mörder aufnehmen kann. Dieser steht ihr jederzeit mit Rat und Tat zur Seite.

Die Charaktere sind allgemein gut gelungen. Jeder hebt sich durch seine besonderen Eigenschaften und seine Eigenständigkeit positiv hervor. Selbst Nebencharaktere, die nur während Befragungen auftauchen, wirken nie wie bloße Statisten. Die Nervenanstalt als zentraler Punkt wurde mit viel Liebe zum Detail beschrieben. Jeder wichtige Patient gut ausgearbeitet. Bei den Bewohnern handelt es sich mitnichten um harmlose Zeitgenossen. Die können teilweise wirklich gruselig sein. Trotzdem bleiben unsere Ermittler standhaft. Trotz mangelnder Kooperationsbereitschaft seitens des Personals decken Carmen und Matthias immer mehr Geheimnisse auf, die dabei helfen, den Fall zu lösen.

Die generelle Stimmung würde ich als bedrohlich bezeichnen. Es gibt zwar auch lockere und humorvolle Passagen, jedoch hat man immer das Gefühl, dass gleich etwas Schlimmes passieren wird. Immerhin hängt das Leben von Opfer Nummer zwei am seidenen Faden.

Einer meiner liebsten Kriminalromane dieses Jahr. Wobei es auch als Thriller durchgehen könnte.

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Rezensionen von nil_liest:

Im Morgen wächst ein Birnbaum von Fikri Anil Altintas

Verletzlichkeit ist die Grundvoraussetzung um Veränderung herbeizuführen und Fikri Anil Altintas schafft mit seinem Debüt eine starke Reflektion über das eigene migrantische Heranwachsen und wie sein Männlichkeitsbild geprägt wurde.
Fikri Anil Altintas selbst in Deutschland geboren, aufgewachsen in Hessen beschreibt wie der in den 90er Jahren in Deutschland aufgewachsen ist und wieviel Rassismus ihm und seinen Eltern widerfahren ist.

Er schlägt den Bogen gekonnt dazu was Migration mit den Kindern macht, wie sie die starke Prägung des Erlebten der Eltern indirekt an die eigenen Kinder weitergibt.
Sein Vater ist klar im Fokus, da die Aufarbeitung der Männlichkeit im Mittelpunkt steht. Er geht im Buch in den Dialog mit seinem Vater, reflektiert Erlebtes und sinniert über den Mann, der ihn am meisten prägte. Ambivalent, sehr sensible und dann doch auf die Außenwirkung bedacht. Einhalten der „Standards“ und damit an selbst so oft an die eigenen Grenzen kommend.
Beim Lesen spürt man die große Liebe des Sohnes gegenüber seinen Eltern. Die Mutter kommt kaum vor im Buch, sie bleibt im Hintergrund. Wobei die Mutter direkt angesprochen wird, fast schon eine Briefform.
Der Titel „Im Morgen wächst ein Birnenbaum“ ist Teil einer Geschichte, die auch im Buch vorkommt. Der Vater pflanze zur Geburt des Sohnes einen Birnenbaum am Ferienhaus in der Westtürkei. Mit Wurzeln in der Türkei, sollte es dem Sohn immer ein Sehnsuchtsort bleiben. Welch schöne Geste.
Ich bin beeindruckt von diesem Debüt. Fikri Anil Altintas hat ein sehr persönliches Buch mit einer hohen gegenwärtig gesellschaftlichen Relevanz geschrieben, dass wir es alle lesen sollten.
Ein Buch voller Aufarbeitung, ein Buch, dass über Männlichkeit reflektiert, Rassismus und Migration aufzeigt, Sehnsucht und Verletzlichkeit in sich trägt. Stark!
Fazit: Mut zur Verletzlichkeit bringt uns alle weiter.

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Rezensionen von Lerchie:

Schöne Geschichte

Stille Nacht im Schnee von Alexander Oetker

Pünktlich zum heiligen Abend schneit es das Idyllische Tal in den Schweizer Alpen tief ein. Doch die Großfamilie von Elisabeth und Pascal will ohnehin zusammen mit allen Familienmitgliedern Käsefondue in der Almhütte essen. Die Familie kommt zusammen, aber es will sich keine Weihnachtsstimmung einstellen.

Jeder hat irgendwas zu meckern, sei es das Essen, oder der Sohn, der ohne Freundin aufkreuzt und die Tochter die viel zu spät kommt. Doch dann geben Elisabeth und Pascal etwas bekannt das alle überrascht und so kehrt der Geist der Weihnacht doch noch ein.

Meine Meinung
In der Geschichte war ich schnell drinnen und konnte mich auch in die Protagonisten gut hineinversetzen. Es ist ohne Unklarheiten im Text, die meinen Lesefluss gestört hätten, geschrieben. Eine kleine Weihnachtsgeschichte über eine Familie, die eigentlich immer zusammen Weihnachten feiert. Doch es gibt störende Elemente in dieser Familie, Da gibt es die eine Schwiegertochter, der man nichts recht machen kann und deren Sohn ein Satansbraten ist. (In meinen Augen). Seine Ausdruckseise lässt mich nicht lächeln, und schon gar nicht, dass er dabei weder von Vater noch von Mutter gestört wird. Am bzw. gegen Ende gibt es zwei Überraschungen, nein eigentlich sind es sogar drei. Aber was das ist, werde ich natürlich nicht verraten. Es ist eine schöne Weihnachtsgeschichte, die noch offenlässt, wie sich zwei Personen der Familie am Ende (weit nach Weihnachten) noch entscheiden werden. Mir hat es als kleine Geschichte für zwischendurch ganz gut gefallen und ich empfehle es gerne für diesen Zweck weiter. Dazu vergebe ich vier von fünf Sternen bzw. acht von zehn Punkten.

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Rezensionen von nil_liest:

75.000 sterben jedes Jahr an Alkohol!

Rausch von Gernot Rücker

Welcher Umgang ist legitim für „Freizeitrausch“?
Der Notfallmediziner & Anästhesist Dr. Gernot Rücker hat ein sehr erhellendes Buch über das Thema „Rausch“ geschrieben. Ganz klar nach der Devise, nur wer genug weiß kann auch adäquat handeln! Das Sachbuch kommt auch nicht mit erhobenem Zeigefinger daher, sondern klärt auf und macht Bewusst und das schätze ich sehr! Er beleuchtet die geschichtlichen Aspekte und ohne Rausch wäre ein menschliches Dasein nicht möglich.

Aber aber, da legt er den Finger in die Wunde: Alkohol ist in Deutschland zu stark Gesellschaftlich akzeptiert. Es gibt Rauschmittel, die selten eingenommen weniger Einfluss haben als der tägliche Gebrauch von Alkohol. Wahnsinn, wenn man liest, dass 75.000 sterben jedes Jahr an Alkohol. Alkohol hat keine lineare Wirkung, daher kann es eskalieren. Hier kommt die Aggression und somit auch ist Alkohol die Vergewaltigungsursache Nummer 1.
Ein erhellendes Buch, dass viele Aspekte beleuchtet und auch wie es in anderen Ländern aussieht. Ein Blick auf die 1.000 Substanzen weltweit mit denen der Mensch sich berauschen kann.
Und keine Sorge, leicht zu lesen und wirklich eine Bereicherung. Es geht um Nervengift und Dr. Gernot Rücker zeigt uns in geballter Form was es zu wissen gilt!
Fazit: Genuss und Rausch muss wieder entkoppelt werden und jeder hat einen Recht auf Rausch. Aber bitte nicht immer mit Alkohol!

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Rezensionen von Tobias Kallfell:

Manipulationstechniken erkennen und abwehren

Shitmoves von Iris Gavric; Matthias Renger

Das Sachbuch mit dem etwas reißerischen Titel „Shitmoves“ von Iris Gavric und Matthias Renger thematisiert rhetorische Tricks der Kommunikation im menschlichen Miteinander. Ziel dieser Tricks ist es, andere beim Disput zu diskreditieren und ihre Argumente auszuhebeln. Das Buch soll dazu befähigen, solche Tricks zu erkennen und Wissen dazu vermitteln, wie man sich bei solch unsauberer Kommunikation behaupten kann.

Der Erzählton ist durchgängig locker und unterhaltsam. Man findet viele auflockernde direkte Leser:innenansprachen. Es liest sich sehr eingängig.

Ich werde in dieser Rezension nur wenige rhetorische Tricks erläutern, um einen ersten Eindruck vom Inhalt zu vermitteln. Es ist nicht mein Anliegen, hier jeden Move vollständig darzustellen. Das würde den Umfang des vorliegenden Textes sprengen. Und ich möchte den Begriff „Shitmove“ auch gern meiden und greife stattdessen lieber auf „rhetorischer Trick“ oder „Manipulationstechnik“ zurück, die mir passender und weniger reißerisch erscheinen.

Der erste rhetorische Trick, der behandelt wird, ist der sog. „Diss-Move“. Er wird an einem Beispiel eines Wortgefechts zwischen Thomas Gottschalk und Götz George anschaulich und nachvollziehbar erläutert. Der „Diss-Move“ ist ein persönlicher Angriff, bei dem die Identität des Gegenübers direkt angegriffen wird. Vor allem ein gekränktes Ego sehen die Autoren als Auslöser für die Anwendung dieses rhetorischen Tricks. Und diese Technik habe eine vernichtende Wirkung. Der Angesprochene fühle sich massiv verletzt und verunsichert. Als Reaktion auf diesen Trick empfehlen die Autoren, gelassen zu bleiben und nach dem Grund des persönlichen Angriffs zu fragen („Warum greifst du mich an? Was ist dein eigentliches Problem?“). Man solle nicht den Fehler begehen, selbst persönlich zu werden.

Eine weitere Technik, die häufig zum Einsatz kommt, ist der sog. „implizite Angriff“, bei dem man sich oft auf Sarkasmus beruft und das Hintertürchen auflässt, vom Gegenüber missverstanden worden zu sein. Dem „impliziten Angriff“ empfehlen die Autoren stets mit Klarheit zu begegnen. Man könne den Angreifer fragen, was er bzw. sie denn genau meine. Weitere Manipulationstechniken, die im Buch vorgestellt werden, sind u.a. die folgenden: Der als Kompliment getarnte Angriff, der Opfer-Trick, das Aufbauen einer Drohkulisse oder das Entweder-Oder-Prinzip etc.

Was mir grundsätzlich gefällt, ist, dass die Autoren jede Manipulationstechnik an einem konkreten Beispiel anschaulich und nachvollziehbar erläutern (oft aus den Bereichen „Werbung“, „Politik“ oder „öffentliches Leben“) und auch mögliche Reaktionen aufzeigen, wie man den rhetorischen Tricks begegnen kann. Das ist äußerst hilfreich und es sensibilisiert überhaupt erst für solche Techniken! Der Anhang macht es sogar möglich, die Beispiele noch einmal selbst zu recherchieren. Die Autoren geben Links zu den entsprechenden Videos bei youtube an. Oft ging es mir bei der Lektüre so, dass mir anhand des Geschilderten auch Beispiele aus der eigenen Erfahrung in den Sinn kamen. Zwar haben mich die Ausführungen zu möglichen Verteidigungsstrategien auf manipulative Angriffe nicht durchweg überzeugt, aber oft bieten sie eine erste Orientierungsmöglichkeit. Ebenfalls gelungen ist die Übersicht, die nach der Darlegung jedes Tricks noch einmal als Zusammenfassung dargeboten wird. Das erleichtert die Orientierung und wirkt zudem sehr übersichtlich.

Was ich sehr wichtig und gut finde, ist, dass die Autoren darauf hinweisen, dass viele dieser Tricks unbewusst angewendet werden, oft auch als Verteidigungsstrategie (das hätten Gavric und Renger in meinen Augen sogar noch häufiger erwähnen können). Schließlich kann man nicht jeden Versuch des Einsatzes einer Manipulationstechnik als bewusst eingesetztes Mittel interpretieren. Ich finde es schwierig, dem Gegenüber zu unterstellen, dass er anderen stets bewusst manipulativ begegnet. Wo kommen wir hin, wenn wir dem Kommunikationspartner direkt eine böse Absicht unterstellen? Sollte man etwa wirklich jede Äußerung auf die „rhetorische Goldwaage“ legen? Wenn wir beginnen, der Gegenseite stets schlechte Intentionen zu unterstellen, so wird der zwischenmenschliche Umgang miteinander immer komplizierter werden. Ein reibungsloses gemeinsames Miteinander ist dann kaum noch möglich. Wie will man z.B. aufrichtig und ernst gemeinte Komplimente von solchen unterscheiden, die jemand in der Kommunikation unehrlich als rhetorischen Trick einsetzt? Ist es nicht der einfachste Weg, den Interaktionspartner zunächst einmal zu fragen, wie er seine Äußerung gemeint haben könnte, bevor man etwas missversteht oder als Manipulationsversuch auslegt?

Es handelt sich in meinen Augen um ein äußerst lehrreiches Buch, das Manipulationstechniken sehr anschaulich und nachvollziehbar bewusst macht und einen möglichen Umgang damit aufzeigt. Nach der Lektüre ist man in der Lage, entsprechende rhetorische Tricks zu erkennen und angemessen darauf zu reagieren. Trotzdem sollte man vorsichtig damit sein, seinem Kommunikationspartner stets manipulative Intentionen zu unterstellen (siehe meine Ausführungen oben). Gefahr dieses Buchs: Man begegnet seinen Mitmenschen nach der Lektüre mit mehr Misstrauen und unterstellt ihnen mehr böse Absichten. Dessen sollte man sich ebenfalls bewusst sein. Und ich hätte es hilfreich gefunden, wenn die Autoren noch deutlich mehr Bezüge zur Argumentationstheorie und zur Analyse von Argumentationsstrukturen hergestellt hätten. Das ein oder andere Nachschlagewerk als Tipp zur weiterführenden Lektüre hätte ich passend gefunden. Die Autoren geben im Text hin und wieder zu erkennen, dass sie in der antiken Rhetorik bewandert sind, und sie übertragen dieses Wissen über die Antike auf moderne Kontexte. Das finde ich sehr gelungen. Aber ein Literaturverzeichnis fehlt mir leider! Von mir gibt es 4 Sterne.

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Rezensionen von Lerchie:

Spannender Fall

Unheilvolle Provence von Pierre Lagrange

In der der herbstlichen Provence ist Weinernte, doch zwischen den Reben brennt ein Feuer und ein Mensch stirbt darin. Castel und Theroux, die beiden Ermittler sind ratlos. Sogar Albin Leclerc, Ex-Commissaire, rätselt herum. Es ist mysteriös, denn weitere Menschen werden nach mittelalterlichen Methoden ermordet.

Es geht um geheimnisvolles Buch das seit Jahrhunderten als verschollen gilt und führt zu einer Ausstellung mit apokryphen Schriften im Papstpalast von Avignon. Albin kommt immer mehr in Gefahr, selbst zum Opfer dieser mysteriösen Jagd zu werden.

Meine Meinung
Endlich bin ich mal wieder dazu gekommen, einen Krimi mit Commissaire Leclerc zu lesen. Da ich eigentlich einfach (fast) alles lese, muss ich oft entscheiden, was wichtiger ist. Doch ich habe es nicht bereut, dieses Buch gelesen zu haben. Es ist auch wieder ohne Unklarheiten im Text, die meinen Lesefluss gestört hätten, geschrieben und ich war auch wieder schnell in der Geschichte drinnen. Und wie immer musst sich Ex-Commissaire Albin Leclerc in die Ermittlungen einmischen. Und er macht das auch richtig gut, denn, ich würde sagen, ohne ihn hätten sie den Fall wohl verloren. Auch wenn Leclerc sich mal wieder in Lebensgefahr begibt. Dieses Buch, um das es geht, ist in Geheimschrift verfasst und ganz am Anfang lesen wir, wie es untertaucht, versteckt wird. Denn es ist ein Teufelsbuch. Auch Leclercs Privatleben kommt wieder nicht zu kurz, denn es geht um seine Tochter Manon, die von ihrem Mann getrennt lebt. Leclerc hat die Spannung wieder einmal toll hinbekommen und sie gehalten bis fast am Ende. Es hat mich mitgerissen und gefesselt, mir sehr gut gefallen und mich auch gut unterhalten. Ich habe gegen Ende wirklich um das Leben einer Person gebangt und konnte daher nicht aufhören zu lesen. So muss ein Krimi sein, spannend, fesselnd und er muss mich mit sich ziehen. Gerne eine Weiterempfehlung von mir und die volle Bewertungszahl.

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