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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Nele33:

authentischer Schreibstil

Was ein gutes Leben ausmacht von Gladys McGarey

Das Buch " Was ein gutes Leben ausmacht" von Dr. Gladys McGarey, einer Ärtzin mit 102 Jahren und im Ruhestand beschäftigt sich in erster Linie mit dem ganzheitlichen Ansatz in der Medizin.

Sie war eine absolute Vorreiterin im Bereich der ganzheitlichen Medizin. Leider ist es auch heute noch vielfach so, dass ausschließlich auf die körperlichen Beschwerden eingegangen wird und der Mensch nicht im Ganzen betrachtet wird.

Dies kostet natürlich auch Zeit, Zeit die durch etliche Gesundheitsreformen nicht mehr vorhanden ist.

Dr. Gladys McGarey hat ihr Buch mit vielen Fallballspielen ihrer fast 70-jährigen Praxis gespickt. Dies macht das Buch sehr athentisch und regt letztendlich auch sehr zum Nachdenken an.

Sehr gut finde ich den leicht verständlichen Schreibstil der Autorin, auch wenn es um komplexere medizinsche Vorgänge im Körper geht. Ebenso wird nicht mit dem erhobenen Zeigefinger gemahnt, sondern Zusammenhänge aufgeführt.

"Was ein gutes Leben ausmacht" ist ein komplett rundes Buch.

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Rezensionen von Anndlich:

Mein Gott Walter

Kein guter Mann von Andreas Izquierdo

Der knapp sechzigjährige Postbote Walter wird strafversetzt: er soll in der Christkindfiliale in Engelskirchen die Weihnachtswünsche der Kinder beantworten. Schnell gehen Walter die Wünsche der Kinder auf die Nerven, doch dann findet ein Brief an Gott den Weg zum Christkind und Walter höchstpersönlich kümmert sich um den unzustellbaren Brief.

Denn der zehnjährige Ben möchte weder eine neue Playstation, noch das neuste iPhone. Ben möchte lediglich wissen, wie man einen Klempner ruft. Zwischen Walter und Ben entsteht ein reger Briefwechsel und Walter erfährt immer mehr über das traurige Leben des Jungen.
Kann Walter dem Jungen helfen und ihm einen wahren Freund zur Seite holen oder endet es genauso dramatisch wie mit seinen eigenen Familienangelegenheiten?

Walter wird als ‚unbeliebter‘ Zeitgenosse angekündigt und das ist er für sein Umfeld wohl auch, bei mir konnte er hingegen Sympathien wecken. Sein Zwist mit dem ‚Empfänger‘ Herrn Leyendecker wurde auf erfrischend humoristische Weise erzählt. Wohl auch ein Streit, bei dem Walter ebenso nicht gut wegkommt, doch seine Figur entwickelt sich ganz langsam zu einem absoluten Sympathieträger, der vom Schicksal geohrfeigt wurde.
Bei Ben hingegen gibt es keine Entwicklung von Sympathien, denn diese waren sofort da und seine Geschichte geht unter die Haut.

Die Geschichte ging mir von der ersten Seite an direkt ins Herz und ich konnte den Roman kaum aus der Hand legen. Obwohl ich in diesem Genre nicht unbedingt überraschende Wendungen erwarte, konnten mich doch einige Handlungsstränge (positiv) überraschen, was letztendlich die Spannung auf das Ende erheblich steigerte.

Kein guter Mann von Andreas Izquierdo ist ein Roman, von dem ich nichts erwartet und so viel bekommen habe. Kaum eine Rezension ist mir in letzter Zeit so schwer gefallen, weil ich das Gefühl habe, dass kein Wort dem Buch gerecht werden kann. Es hat mich im Herzen berührt und die Tränen fließen lassen. Ein absolutes Highlight in diesem Lesejahr!

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Rezensionen von tonton:

Klugscheißen ist harte Arbeit

Das Klugscheißerchen von Marc-Uwe Kling

Das "Klugscheißerchen" ist eine lustige Geschichte vom Neinhorn-Autor Marc-Uwe Kling. Das Cover zeigt ein kleines blaues flauschiges Wesen mit runder Brille und roter Latzhose: das Klugscheißerchen.


Ich habe meinem Kind (5 Jahre alt) die Geschichte vorgelesen und es hat ihm Spaß gemacht, obwohl einige Stellen ein bisschen in die Länge gezogen waren.

Da ist zum Beispiel eine ganze Seite über Erdnüsse wo mein Kind beinahe das Interesse verloren hat (naja, das Buch ist auch erst ab 6 Jahre empfohlen).


Die Aufmachung des Buches finde ich gelungen. Das Format ist ein bisschen kleiner als erwartet aber praktisch für kleine Hände. Es gibt Illustrationen auf fast jeder Seite, was für mein Kind sehr toll ist. Im Buch sind auch einige Stellen, wo illustrierte Sprechblasen im text integriert sind. Das sorgt für Abwechslung und macht das Lesen interessanter. 


Die Auflösung der Geschichte fand ich unerwartet, weil über das Klugscheißen nicht moralisiert wird. Die Eltern verdrehen zwar manchmal die Augen, aber die Klugscheißer sind einfach Klugscheißer und das ist ok so.

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Wie Bahnstrecken Europa zusammenhalten

Gebrauchsanweisung fürs Zugreisen von Jaroslav Rudiš

Jaroslav Rudiš ist Eisenbahnfan durch und durch. Er stammt aus einer Familie, deren zahlreiche Mitglieder durchwegs bei der Eisenbahn beschäftigt waren/sind. Er selbst konnte aufgrund eines Sehfehlers nicht in die Fußstapfen von Großvater und Onkel treten. Seiner Leidenschaft für alte und neue Zuggarnituren und den unzähligen Bahnhöfen in Europas frönt er durch ausgiebiges Bahnfahren.

Was er dabei erlebt (hat), darüber schreibt er in diesem Buch.

In letzter Zeit bin ich selbst wieder zur Bahnfahrerin geworden, denn das Autofahren macht immer weniger Spaß. Vergangenes Jahr habe ich eine der im Buch beschriebene Reisen absolviert: mit dem „Vindobona“ von Wien nach über Prag und Bad Schandau nach Dresden. Vor 2020 mit dem Zug in Erfurt und, wenn wir auch nach regelmäßig Hamburg fliegen, Schleswig-Holstein wird immer mit der Bahn erkundet.

Gut gefallen mir die vielen Fotos von Eisenbahnen und Bahnhöfen, von denen viel noch aus der Donaumonarchie stammen. Die beiden Landkarten vermitteln einen Eindruck vom weitverzweigten Schienennetz Europas. Aus den Beschreibungen der Reisen strömt Jaroslav Rudiš‘ wahre Leidenschaft für die Bahn. Die zeigt sich auch in den vielen Hintergrundinformationen zu Lokomotiven, Waggons, Eisenbahngesellschaften und Zugstrecken sowie Bahnhöfen. Nur ein kleines Detail: die fast schon kindliche Freude am zweimaligen Umspuren auf dem Weg von Europa nach Nordkorea liest sich so.

„An der Grenze zwischen der Slowakei oder Ungarn mit der Ukraine wird der Schlafwagen zuerst von unserer europäischen Normalspur von 1435 Millimetern auf die russische Breitspur von 1520 Millimetern umgespurt. Und an der Grenze zu Nordkorea wurde der nordkoreanische Wagen wieder auf die Normalspur umgespurt.“

Die Semmeringbahn ist für Jaroslav Rudiš und zahlreiche Eisenbahnfreunde der „heilige Ort“ in Österreich. Denn die Semmeringbahn mit ihren gewaltigen Tunnelbauten und Viadukten war die erste Überschienung der Alpen überhaupt und damit die erste Über- bzw. Durchquerung eines Hochgebirges in Europa mit Schienen. Ohne das UNESCO-Kulturerbe Semmeringbahn, die Karl Ritter von Ghega errichtet hat, wären viele ähnliche Projekt nicht gebaut worden.

Nächstes Jahr muss ich nach Leuven (Belgien). Hoffentlich bleibt mit genügend Zeit, den Hauptbahnhof von Brüssel anzusehen.

Fazit:

Diesem durchaus launig geschriebenen Buch für junge und alte Eisenbahnfans und solche, die das Bahnfahren (wieder) neu entdecken, gebe ich gerne 5 Sterne.

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Rezensionen von PeLi:

mal was ganz anderes von Jo Nesbø

Das Nachthaus von Jo Nesbø

Ich habe alle Bücher von Jo Nesbø gelesen, deshalb hatte ich eigentlich einen Thriller erwartet, so wie seine bisherigen Bücher eben. Schon bei der Leseprobe merkte ich allerdings, dass das was ganz anderes ist und ich hatte das Gefühl, ich lese ein Buch, in der Art, wie Stephen King sie schreibt, den ich übrigens auch sehr gerne lese.

Meine Neugier auf "Das Nachthaus" war geweckt.

Es geht dabei in erster Linie um den Jugendlichen Richard, der nach einem schlimmen Unglück, bei dem er seine Eltern verloren hat, bei Tante und Onkel in dem kleinen Ort Ballantyne landet. Als er mit seinem Freund Tom unterwegs ist, verschwindet der auf sehr gruselige Weise. Keiner glaubt Richard, als er berichtet, was passiert ist und jeder verdächtigt Richard, seinen Freund in den Fluss gestoßen zu haben. Nur Karen, das beliebteste und hübscheste Mädchen der Schule , glaubt ihm und sie unterstützt ihn dann auch bei seiner Suche nach Tom.
Dabei entdecken sie schließlich auch das "Nachthaus" ein altes Haus, in dem sich sehr unheimliche Dinge abspielen. Was ist mit Tom passiert? Was geht in dem seltsamen Haus vor sich? Und vor allem, wem kann man in dem Ort überhaupt trauen?

Ich fand "Das Nachthaus" richtig gut, auch wenn es völlig untypisch für ein Jo Nesbø Buch ist. Außer dem Schreibstil, den ich einfach toll finde, erinnert nichts daran, dass man gerade ein Buch dieses Autors liest. Ich würde es in das Genre Horror/Fantasy einordnen und wenn man ein übliches Jo Nesbø Buch erwartet, wird man vielleicht enttäuscht sein. Ich persönlich war das allerdings nicht, im Gegenteil, ich fand das mal eine sehr schöne Abwechslung und hoffe auf noch mehr Bücher dieser Art.

Im letzten Kapitel wird die Geschichte zwar dann ganz anders aufgelöst, als ich erwartet hatte, aber ich fand die Auflösung auch wieder sehr passend, deshalb gibt es von mir auf jeden Fall 5 Sterne für dieses Buch.

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Jil Sander - die deutsche Modeikone

Jil Sander. Eine Annäherung von Maria Wiesner

Das Cover zeigt Jil Sander, wie wir sie und ihre Mode kennen: Dunkler Hosenanzug und weiße Bluse. Eine Art Uniform für toughe (Geschäfts)Frauen, die sie in den 1950er und 1960er-Jahren entworfen hat. In einer Zeit, in der der Mann das Oberhaupt der Familie war und seiner Frau das Arbeiten erlauben oder häufig verbieten konnte und über den Familienwohnsitz entscheiden konnte.

Mit diesem Kleidungsstil steht sie den damaligen Modeschöpfern wie Dior, die auf Wespentaille, Opulenz und Tüll setzen, diametral gegenüber.

Mit Respekt und Bewunderung nähert sich die Journalistin Maria Wiesner der als Heidemarie Jiline „Jil“ Sander 1943 geborenen Designerin an. Schon als Kind zeigt Sander, dass sie Kleider nicht mag und lieber Hosen trägt. Von ihrer Mutter wird sie ihre Credo lernen:

„Wer billige Kleidung kauft, zahlt am Ende mehr, da sie schneller verschleißt, schneller aus der Form gerät und letzten Endes mit mehr Aufwand für die Pflege der Garderobe beziehungsweise kostenintensiven Neuanschaffungen verbunden ist.“

Jil Sanders klare Mode ist nach wie vor zeitlos. Mit einem schwarzen oder dunkelblauen Hosenanzug, einem gleichfarbigen oder weißen Oberteil ist frau immer gut angezogen. Für ihre minimalistischen und schlichten Entwürfe erhält sie von der Presse Beinamen wie „Queen of less“ (also „Königin des Weglassens“) bzw. für ihre Vorlieb für exquisite Stoffe den Titel „Kaschmir-Queen“.

Dass nur jene Kleidungsstücke in Produktion gehen, die sie selbst aus- und anprobiert sowie auf ihre Tragtauglichkeit geprüft hat, ist das Markenzeichen von Jil Sander. Schlecht sitzende Sakkos oder kneifende Hosen gibt es bei Jil Sander einfach nicht. Da ist sie Perfektionistin. Herrenschneiderhandwerk ist ihr Zauberwort.

Sie sieht sich von der Bauhaustradition inspiriert. „Form follows Function“ und in Anlehnung dazu „Form folgt Material“. Nicht jeder Schnitt kann für jedes Material verwendet werden.

Meine Meinung:

Dieses Buch ist, wie schon der Titel sagt, „nur“ eine Annäherung, denn Jil Sander gibt wenige Interviews und schon gar keines zu ihrem Privatleben. Anders als ihre männlichen Designer Mitbewerber lässt sie sich auch auf ihren Modeschauen nicht groß feiern. Ein beinahe schüchternes Winken, mehr nicht.

Um das Leben und Schaffen der Modeschöpferin darzustellen, hat die Autorin zahlreiche Weggefährten interviewt und in Archiven gestöbert.

Ein grober Schnitzer ist mir aufgefallen: So werden die Lebensdaten der französischen Designerin Madeleine Vionnet mit 1876 - 1875 angegeben. Richtig muss es 1975 heißen, denn die Grande Dame der Pariser Couture ist mit 99 Jahren gestorben.

Dieses Buch ist keine Biografie im üblichen Sinne, sondern eine ausführliche Recherche über eine Person, über die beruflich und privat nicht wirklich viel bekannt ist.

Was von Jil Sander bleiben wird?

Klassische, puristische Mode, die keinen Modetrend mitmacht, sondern zeitlos ist. Deren Modelle von toller Qualität sind, die, bei guter Behandlung, ein Leben lang tragbar sind und daher als Vintage-Modelle hohe Preise erzielen.

Fazit:

Diesem Buch über eine Visionärin, die ihresgleichen sucht, gebe ich gerne 5 Sterne.

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Rezensionen von Buchchecker :

Interessante Mischung aus Urban Fantasy, Romantik und mystischen Wesen

Flowers & Bones, Band 1 - Tag der Seelen von Sandra Grauer

"Tag der Seelen" ist der Auftaktband der "Flowers & Bones"-Dilogie von Sandra Grauer. Das Buch besticht durch sein wunderschön gestaltetes Cover, das perfekt zum Thema des mexikanischen Totenfestes passt. Die Aufmachung ist ein absoluter Eyecatcher, der sofort mein Interesse geweckt hat.

Die Geschichte dreht sich um Valentina, die Verkörperung von La Catrina, einer legendären Figur, die den mexikanischen Tag der Toten symbolisiert und deren Bestimmung es ist, verlorene Seelen ins Reich der Toten zu führen. ...

Seitdem sich allerdings einige übernatürliche Wesen der Menschheit offenbart haben, ist das Leben aller mystischen Wesen in Gefahr, denn es gibt Menschen, die sich von ihnen bedroht fühlen und sie deshalb gnadenlos verfolgen.

Als sie sich ihrer Freundin Lilli anvertraut, ahnt sie nicht, dass diese ihre eigenen Interessen verfolgt - eine Entscheidung, die weitreichende Konsequenzen haben könnte. …

Der Schreibstil ist flüssig, lebendig und angenehm zu lesen. Die Beschreibungen des mexikanischen Totenfestes sind detailreich und lassen die Traditionen und Bräuche lebendig werden. Man spürt förmlich die Magie und Mystik, die in der Luft liegt. Auch, wenn es einige Längen gibt und die Geschichte der "Catrina" etwas in den Hintergrund rückt, wird die Spannung konstant aufrechterhalten und es gibt immer wieder unerwartete Wendungen, die mich überraschen konnten.

Die Geschichte wird aus drei verschiedenen Perspektiven erzählt, was mir einen guten Überblick über die Handlung und interessante und aufschlussreiche Einblicke in die Gedankenwelt der jeweiligen Charaktere ermöglichte.

Valentina ist eine sympathische Protagonistin, die mit ihren Ängsten und Zweifeln kämpft, aber auch Mut und Entschlossenheit zeigt. Ich konnte gut nachvollziehen, wie sie sich fühlt.

Ein kleiner Kritikpunkt ist, dass durch die Vielzahl an beteiligten Figuren anfangs etwas Verwirrung entsteht. Es braucht etwas Zeit, um alle Zusammenhänge richtig zu verstehen, denn die Beziehungen zwischen den Figuren sind komplex und entwickeln sich im Laufe der Geschichte weiter.

Mittlerweile weiß ich, dass einige Figuren aus anderen Dilogien des gleichen Universums stammen. Obwohl es möglich ist, die Bücher unabhängig voneinander zu lesen, ergibt sich das Gesamtbild wohl erst in der richtigen Reihenfolge.

Insgesamt ist "Tag der Seelen" ein spannender Auftaktband, der mit seinem Mix aus Urban Fantasy, Romantik und mystischen Elementen überzeugt. Fans von spannenden und atmosphärischen Geschichten werden hier definitiv auf ihre Kosten kommen. Ich freue mich bereits auf die Fortsetzung der "Flowers & Bones"-Dilogie.

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Rezensionen von l'etoile_filante:

Sensibel für den Alltag werden

Weiße Tränen von Kathrin Schrocke

Der Titel und das Cover mit der Faust im Wald sind bereits ein Blickfang und wecken das Interesse für die Geschichte.
Es wird aus der Sicht des Protagonisten Lenni erzählt, der ein Gymnasium besucht. Man bekommt Einblick in dessen schulischen und familiären Alltag. Als eines Tages ein neuer Schüler namens Benjamin in die Klasse kommt, beginnt für Lenni die scheinbar heile Welt zu bröckeln.

Benjamin nimmt sich kein Blatt vor den Mund und zeigt Vorurteile auf. Er weist auch Herrn Prasch, einen sehr beliebten Lehrer, in die Schranken, als dieser das Stück für die jährliche Theatervorführung und die Besetzung dafür bekannt gibt. Plötzlich scheint Rassismus allgegenwärtig zu sein. Die Meinungen diesbezüglich gehen stark auseinander. Lenni hat zwar immer wieder ein komisches Gefühl, kann aber Benjamins Sichtweise nicht verstehen und hält sie für übertrieben. Sein bester Freund Serkan und dessen Schwester Elif stehen eindeutig auf Benjamins Seite. Somit bekommt auch die Freundschaft Risse. Immer wieder versuchen die Geschwister Lenni zu zeigen, dass sie sich in der Gesellschaft mehr beweisen müssen und ständig mit Vorurteilen zu kämpfen haben, obwohl sie in Deutschland geboren sind. Lenni beginnt erst umzudenken, als er merkt, dass auch seine Familie nicht frei von Rassismus ist. Als er seine Eltern bittet, Elif einen Praktikumsplatz in ihrem Bestattungsunternehmen zu geben, haben diese plötzlich Bedenken, weil die Schülerin ein Kopftuch trägt. Von da an sieht Lenni mehr und mehr, womit Serkan, Elif und Benjamin auf Grund ihrer Hautfarbe und der Herkunft ihrer Eltern bzw. Großeltern täglich konfrontiert sind.
Mit der Geschichte ist es der Autorin gelungen, über scheinbar harmlose Alltagssituationen nachzudenken. Nicht immer ist Rassismus in Form von Beleidigungen oder Gewalt sichtbar. Auch nett gemeinte Worte können voller Vorurteile stecken und beim Gegenüber anders ankommen, als sie vielleicht gemeint sind. Was mir ein bisschen gefehlt hat, war, dass auch Benjamins Worte, die manchmal sehr verallgemeinernd waren, keine Konsequenzen hatten. Es wurde zwar aufgezeigt, dass er über die Stränge geschlagen hat, es verläuft jedoch im Sand, als klar wird, dass beispielsweise das ausgewählte Theaterstück und die Rollenverteilung kritisch betrachtet werden müssen.
Das Buch regt dazu an, Situationen kritisch zu hinterfragen und die eigene Wortwahl zu sensibilisieren. Mir hat das Buch sehr gut gefallen und würde es ab ca. 15 Jahren empfehlen, da für Jüngere einige Zusammenhänge und Anspielungen schwer zu verstehen sein könnten.

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Rezensionen von _Le4_:

Ein Blick auf einen dunklen Teil irischer Geschichte

Kleine Dinge wie diese von Claire Keegan

Furlong hat einen stabilen Beruf als Kohleverkäufer und eine zauberhafte Familie mit seiner Frau und seinen fünf Töchtern. Das musste er sich alles schwer erarbeiten, da seine Mutter damals unehelich schwanger und von ihrer Familie verstoßen wurde. Das Leben könnte leicht ertragbar sein, wenn er nicht ausgerechnet eines Tages beim Kohle ausliefern Zeuge wird, wie die Nonnen im örtlichen Kloster die Frauen dort behandeln.

Es wäre ein Leichtes für ihn, den Kopf unten zu halten und sich keine Feinde zu machen, aber es fällt ihm schwerer und schwerer, den Vorfall zu vergessen.

Das Buch spielt in Irland 1985 in einem kalten Winter. Es ist eine fiktionale Geschichte, die auf den leider sehr realen irischen Mutter-Kind-Einrichtungen der Zeit basiert. Dorthin wurden Frauen und Mädchen, die unehelich schwanger wurden, abgeschoben. Ihre Kinder wurden ihnen meistens weggenommen und sie selbst wurden oft misshandelt.
Die Geschichte ist sehr gefühlvoll. Die Verbindung des bedrückenden Themas mit dem zarten Schreibstil der Autorin macht das Buch ausgesprochen atmosphärisch. Vor allem der Kontrast zwischen Furlongs Innenleben, der einen so angenehmen und sanften Blick auf seine Mitmenschen hat, und den düsteren geschichtlichen Hintergründen fand ich gelungen. Seine Hintergrundgeschichte sorgt auch dafür, dass ihm das Geschehen nähergeht und dadurch auch mich als Lesende mehr mitgenommen hat.

Dem Buch fehlt es an einigen Seiten, um ein bisschen mehr Tiefe in die Handlung zu bringen, aber auch auf diesen wenigen Seiten gelingt es der Autorin bereits, eine sehr einfühlsame und atmosphärische Geschichte zu schreiben.

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Rezensionen von gerlisch:

Fridas Leben in Bildern

Ich bin Frida von Caroline Bernard

Die Autorin Caroline Bernard beschreibt in der Roman-Reihe "Mutige Frauen zwischen Kunst und Liebe" einen Abschnitt aus dem Leben der außergewöhnlichen mexikanischen Malerin Frida Kahlo.
Die Geschichte beginnt im Jahr 1938 als sich Frida von ihrem bereits berühmten Ehemann Diego Rivera emanzipiert.

Ihr bietet sich die Möglichkeit ihre Bilder in New York und Paris auszustellen. Ihre Ausstellung in New York ist ein triumphaler Erfolg und sie trifft dort wieder auf den Fotografen Nickolas Muray und beginnt mit ihm eine leidenschaftliche Affäre. In meinen Augen macht sie dies nicht gerade sympathisch, zumal sie genau dieses Verhalten immer wieder bei ihrem Mann kritisiert.
Obwohl Fridas Leben durch einen Unfall von Schmerzen geprägt wurde, feierte sie ihre Freiheit und war ihrer Zeit weit voraus. Caroline Bernard Schreibstil ist zwar ein bisschen abgehakt, aber es ist ihr gelungen mit ihrem Roman die Persönlichkeit dieser Künstlerin perfekt hervorzuheben. Ihre Unsicherheit und ihre Zweifel was ihr Talent angeht, entwickelte sich nach und nach in Selbstvertrauen. Auch die Beschreibungen ihrer Bilder und derer Entstehungsgeschichte fand ich sehr interessant.
Dieses Buch ist nicht als reine Biographie zu sehen, die Autorin hat sich die Freiheit genommen, manchen Situationen ihren eigenen Stempel aufzudrücken. Dieses Buch ist auf jeden Fall ein lesenswerter Einblick in das turbulente Leben dieser beeindruckenden Frau.

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