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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von LeserinLu :

Sehnsucht nach Hoffnung

Hab ich noch Hoffnung, oder muss ich mir welche machen? von Till Raether

Till Raethers Essay „Hab ich noch Hoffnung, oder muss ich mir welche machen?“ bietet eine nachdenkliche und trotzdem unterhaltsame Reflexion über die Herausforderungen der aktuellen Weltlage. Inmitten von Krieg, Klimakrise und im Rückblick auf die Corona-Pandemie wirft Raether einen einfühlsamen Blick auf die Schwierigkeiten, Hoffnung für die Zukunft zu bewahren.

In dem für Reather charakteristischen Stil präsentiert er das Thema in einer persönlichen, reflektierten und humorvollen Art. Er spricht die Ängste und Unsicherheiten an, die viele Menschen angesichts der düsteren Perspektiven empfinden. Richtig gut wird es immer dann, wenn Alltagsanekdoten zur Veranschaulichung der Gedanken erzählt werden und Raether Dinge aus seinem Alltag preisgibt, in denen man sich erkennen kann. Denn die inhaltliche Antwort, die Raether gibt, ist eigentlich nichts Neues: Hoffnung kann erzeugt werden, wenn man selbst ins Handeln kommt, am besten noch mit anderen zusammen. Für den Diskurs über Bildung für eine nachhaltige Entwicklung ist das zwar bekannt, dennoch freut es mich, dass Bildung mit Kopf, Herz und Hand nun auch im Journalismus ankommt.

Raethers Essay eignet sich deshalb besonders gut als Geschenk für Menschen, die gemeinsam für positive Veränderungen eintreten. Es ist eine Einladung, gemeinsam nach Lösungen zu suchen und dabei auch über das Scheitern nachzudenken, ohne dass dies zwangsläufig negativ bewertet wird, solange die Sehnsucht nach Hoffnung bleibt. Insgesamt ist "Hab ich noch Hoffnung, oder muss ich mir welche machen?" ein kurzweiliges Werk, das inmitten der Unsicherheiten unserer Zeit ermutigt, Hoffnung zu finden und zu gestalten.

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Rezensionen von drachenzahn:

Igelkinder sind alle gleich wichtig

Wir sind (die) Weltklasse von Tanya Lieske

Das Buch „Wir sind (die) Weltklasse“ bietet einen wunderbaren, charmant-witzigen Einblick in eine funktionierende Multikulti-Klasse der Grundschule. Die Kinder der Igelzwei stammen von den verschiedensten Orten dieser Welt und dennoch ist es ihnen möglich, (überwiegend) fair und freundlich miteinander umzugehen.

Gerade zu dieser Zeit ist dieses Thema sehr wichtig. Sogar aktuelle Ereignisse wie der Ukraine-Krieg werden am Rande miteingebaut.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht der polnische Junge Adam sowie seine Erlebnisse in und mit seiner zweiten Klasse. Die Lehrerin Frau Meister hat einen eher alternativen Unterrichtsstil und bemüht sich vor allem um die Vermittlung sozialer Werte. Der klassische Mathe- oder Deutschunterricht wird eher als Nebensache betrachtet. So geht es auch im überwiegenden Teil des Buches um den Bau eines Dinosauriers, der zu einem zentralen Maskottchen der Klasse mutiert.

Im Kern des Buches geht es darum, dass jeder unterschiedlich ist und auch sein darf. Es spielt keine Rolle, wo man herkommt. Man sollte füreinander da sein und sich gegenseitig helfen. Toll finde ich, dass sogar Themen wie Demenz - bei der Oma seiner Klassenkameraden - mit angerissen wird. Zwar wird überwiegend eine heile Welt gezaubert, sodass die Kinder beinahe nie mit Ausländerhass oder Intoleranz konfrontiert werden. Andererseits ist es auch schön zu sehen, wie so ein Klassengefüge aussehen könnte, wenn man sich an die von Frau Meister aufgestellten Igelregeln hält.

Die Kinder der Klasse wirken überwiegend authentisch. Es gibt Streitereien, kleine Ungerechtigkeiten und Auseinandersetzungen, Freundschaften entstehen und werden auf die Probe gestellt. Doch alle bleiben stets sympathisch und ihre Motive nachvollziehbar. Auch die Erwachsenen sind durchaus echt und liebenswert. Nur die Lehrerin finde ich ein wenig übertrieben dargestellt. Hin und wieder ein wenig tatsächlich mal Unterricht zu machen, wäre sicher auch nicht schlecht.

Die kurzen Kapiteln von durchschnittlich 5 Seiten eignen sich perfekt für Erstleser ab 8 Jahren. Das Buch kann aber sicher auch schon 6-Jährigen vorgelesen werden. Im Text werden immer wieder polnische Ausdrücke mit eingestreut, die jedoch meist gleich übersetzt oder aus dem Kontext erschließbar sind. Es gibt zudem noch ein Wörterbuch am Ende der Geschichte.

Insgesamt war es für mich ein großer Spaß, dieses Buch zu lesen. Zwar könnte es noch etwas realistischer auf die Probleme einer solchen Multikulti-Klasse eingehen, etwa diverse Sprach- oder Kulturbarrieren, aber da die Geschichte primär an Grundschulkinder gerichtet ist, sind die dargestellten Themen durchaus stimmig. Ein schönes Buch zum Thema Vielfalt!

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Rezensionen von Claudia R:

magisch ...

Luna und Sunny - Wenn der Zauber der Sonne erstrahlt (Band 2) von

Klappentext / Inhalt:

Mit vereinten Kräften haben Mondmagierin Luna und Sonnenmagierin Sunny sich der dunklen Bedrohung entgegengestellt - aber die Gefahr ist noch nicht gebannt. Lunas Mondstein ist zerbrochen, und eine Hälfte davon ist ihrem Feind in die Hände gefallen. Damit kann er sich die Macht des dreizehnten Sternbildes zunutze machen.

Nun müssen Luna, Sunny und ihre Sternenschutztiere schnell handeln. Doch wenn sie ihrem Feind endgültig das Handwerk legen wollen, müssen sie riskieren, ihre Magie für immer zu verlieren. Und in der Sonnenwendnacht, als die Menschen- und die Himmelswelt sich ganz nah sind, entscheidet sich nicht nur Sunnys und Lunas Schicksal, sondern das der ganzen Welt ...

Cover:

Die warmen und harmonischen Farben machen die Atmosphäre des Covers aus und runden dieses sehr schön ab. Nicht nur der Himmel ist hier sehr schön gestaltet, auch das Ganze drumherum mit dem leichten Wind, den fliegenden Blättern und der Protagonistin, sowie dem Buch auf dem Baumast, alles ist sehr schön abgerundet und harmoniert perfekt. Ein wunderschönes Cover, auch der Wiedererkennungseffekt zu Band 1 ist vorhanden.

Meinung:

Die ist der zweite Band der Luna und Sunny Reihe. Ich hatte den ersten Band erst kurz zu vor gelesen und kam daher sehr schnell und gut hinein und mir waren die vorherigen Ereignisse noch sehr präsent. Ein Lesen in Reihenfolge ist hier auf jeden Fall empfehlenswert, auch um die Entwicklungen und Fortschritte der Handlungen und Charaktere greifen zu können. Auch wenn alles sehr schön und verständlich erklärt wird.

Inhaltlich möchte ich hier jedoch nicht allzu viel verraten und halte mich daher mit weiteren Details dazu zurück.

Der Schreibstil ist angenehm und lässt sich sehr gut und flüssig lesen. Die Kapitel haben eine angenehme Länge und lassen so einen guten Lesefluss zu. Die Kapitelanfänge sind gut und deutlich erkennbar. Die Kapitelüberschriften sind gut gewählt, ohne dabei zu viel zu verraten. Zudem ist auch gut erkennbar aus welcher Sicht erzählt wird. Lunas Sicht ist in der Ich-Perspektive verfasst, während man Sunny in der dritten Person begegnet. Schnell findet man sich in die Geschehnisse, Handlungen und Charaktere hinein. Auch Spannung und Faszination wird schnell aufgebaut und man dabei an die Geschehnisse und Geschichte gefesselt.

Mir hat die Geschichte um und mit Sunny und Luna sehr gut gefallen und man liest sich sehr schnell hinein und wird von der Magie des Buches und der Geschichte ergriffen.

Auch die kleinen Illustrationen und Verzierungen sind sehr schön ausgewählt und runden das Buch und die Geschichte sehr schön ab.

Eine niedliche, fantasievolle und kreative Geschichte über Freundschaft, Magie und Zusammenhalt. Man wird hier sehr gut unterhalten und taucht in eine fantasievolle und faszinierende Welt und Geschichte ein. Für Unterhaltung, Spannung und Humor ist gesorgt.

Fazit:

Eine niedliche, fantasievolle und kreative Geschichte über Freundschaft, Magie und Zusammenhalt.

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Rezensionen von Novalie:

Unvorhersehbar

Die sieben Monde des Maali Almeida von Shehan Karunatilaka

In den 90er Jahren, mitten im Bürgerkrieg lebt und stirbt ein schwuler Kriegsfotograph und Zocker in Sri Lanka. Plötzlich ist er im Jenseits, das ganz anders ist, als er es sich vorgestellt hat. Er hat sieben Tage Zeit, um herauszufinden, wie er gestorben ist. Außerdem hat er Negative höchstbrisanter Fotos versteckt, die Sri Lanka in Auffuhr versetzen könnten.

Aber wie kann er den Lebenden mitteilen, wo sie zu finden sind?
Ich gestehe, dass ich eigentlich nichts über den historischen Kontext der Geschichte wusste. Dadurch bin ich Anfangs etwas geschwommen, aber glücklicherweise gibt es am Ende des Buches ein Glossar.
Der Inhalt war unvorhersehbar und ich habe die Geschichte einfach auf mich zukommen lassen. Teilweise war die Geschichte sehr tiefgründig und ich habe einige Absätze mehrmals lesen müssen, weil manche Stellen einfach so schön formuliert waren.
Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal dieses Buches ist, dass als Erzählform die zweite Person Singular gewählt wurde. Als Leser:in wird man also direkt angesprochen. Das hat mir sehr gut gefallen.
Die Geschichte ist skurril und komplett schräg. Ich liebe Geschichten, die Genregrenzen durchbrechen und die Erwartungshaltung unerfüllt lassen. Es war eine Achterbahnfahrt voller Plottwists, von denen mir schon fast ein bisschen schwindelig geworden ist.
An manchen Stellen war es mir aber schon fast ein bisschen zu viel und ich musste mich sehr konzentrieren, um nichts zu verpassen.

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Rezensionen von Novalie:

Verschiedene Blickwinkel

The Marriage Act von John Marrs


Um mehr Menschen zu einer Ehe zu motivieren, veranlasst die Regierung ein Gesetz. Wer eine Smart-Ehe eingeht bekommt bessere Kredite, bessere Gehälter, Häuser in besseren Gegenden und ein besseres Leben. Doch wie viel Macht will man der Regierung und einem Algorithmus über das eigene Liebesleben geben?

Das System ist wirklich sehr detailliert ausgearbeitet und vermittelt ein ziemlich hoffnungsloses Bild von der Welt.

Der Stimmung der Geschichte ist sehr dystopisch und man erlebt die unterschiedlichen Perspektive verschiedener Menschen, auf das Modell der Smart-Ehe. Die Charaktere wirken realistisch, aber nicht wirklich sympathisch.

Es war nie wirklich langweilig, auch wenn ich am Anfang ein bisschen gebraucht habe, um in die Story hineinzufinden. Manchmal eskaliert die Handlung sogar ein bisschen.

Zeitweise hat mich die Story ziemlich runtergezogen, weil die heterosexuelle, monogame Ehe ja jetzt auch schon als das erstrebenswerte Ziel gesehen wird und sämtliche anderen L(i)ebensformen abgewertet und belächelt werden.

Aber die Idealisierung der Smart-Ehe in dem Buch ist noch mal ein ganz anders Level.

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Rezensionen von Pearl:

Spannungsvoll

Der süße Duft der Reben von Tara Haigh

Isabel soll von ihrem Vater aus den Sohn seines Geschäftspartners heiraten. Die Männer handeln mit spanischen Rosinen und sind eigentlich verwandt, aber auch Feinde. Doch es zählt nur der finanzielle Aspekt, wie Isabel sich dabei fühlt ist egal, denn sie hasst Rafael. Da Isabel mit ihrem Vater in London lebt, kann sie aber endlich zurück in ihre vermisste Heimat Spanien, doch Rafael heiraten nie und immer.

So gelingt er auch vorerst die Flucht vom Reiseschiffe, doch was sie dann erlebt ist sehr spannungsreich und auch gefährlich für sie. Gut das sie ihre Jugendliebe Fernado wiederfindet und mit ihm ein neues Leben beginnt, doch mit sehr vielen Hindernissen, die die Beiden noch an den Rand der Verzweiflung bringen.
Fazit:
Die Autorin hat sich wieder mit ihrem neuen Roman übertroffen. Starke Story, dramatisch, mitreißend und mörderisch. Pageburner von der ersten Seite an.

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Rezensionen von KimVi:

Wundervolle Wohlfühl-Atmosphäre

Der späte Ruhm der Mrs. Quinn von Olivia Ford

Jenny und Bernhard Quinn sind seit fast 60 Jahren glücklich verheiratet. Da Jenny eine leidenschaftliche Bäckerin ist und aus ihren alten Familienrezepten köstliche Kreationen herstellt, verfolgt sie die Fernsehsendung "Das Backduell" mit großem Interesse. In Jenny keimt der Wunsch auf, noch einmal in ihrem Leben etwas zu wagen und deshalb bewirbt sie sich heimlich um die Teilnahme an der Show.

Sie ahnt nicht, dass dadurch ihr Wunsch immer größer wird, das dunkelste Geheimnis ihrer Vergangenheit, von dem nicht einmal Bernhard etwas weiß, endlich aufzudecken. Doch die Angst, dass Bernhard kein Verständnis dafür hat, dass sie ihm nie davon erzählt hat, ist allgegenwärtig...

Jenny Quinn wirkt vom ersten Moment an sympathisch. Die Autorin beschreibt Handlungsorte und Protagonisten so lebendig, dass man sie sofort vor Augen hat und sich dadurch mühelos auf Jennys Geschichte einlassen kann. Man sieht Jenny förmlich vor sich, wie sie in der Küche steht und ihre Kreationen mit Liebe zubereitet. Sie schwelgt dabei auch in Erinnerungen, denn ihre Familienrezepte sind eng mit Ereignissen aus der Vergangenheit verbunden. Die Handlung trägt sich deshalb auch auf zwei Zeitebenen zu, denn man beobachtet in Rückblicken die junge Jenny und nähert sich dabei nach und nach dem Geheimnis, das sie nie jemanden anvertraut hat.

Die Szenen, in denen man Jennys Teilnahme an der Back-Show verfolgt, wirken ausgesprochen lebendig. Man fiebert mit ihr mit und hofft, dass ihr beim Backen alles gelingt. Die anderen Teilnehmer werden so realistisch beschrieben, dass man die entsprechenden Bilder dazu im Kopf hat. Es gelingt der Autorin hervorragend, in allen Teilen der Handlung eine einzigartige Wohlfühl-Atmosphäre zu vermitteln und dabei zum Nachdenken anzuregen.

Dieses Buch überzeugt von der ersten bis zu letzten Seite. Man gerät früh in den Bann der Geschichte und mag sich kaum davon lösen. Man sollte allerdings bedenken, dass einem beim Lesen das Wasser im Munde zusammenläuft und man unweigerlich Lust auf Jennys Kreationen bekommt.

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Rezensionen von Lilli33:

Interessantes, aktuelles Thema

White Zero von Thilo Falk

Interessantes, aktuelles Thema

Inhalt:
Deutschland und die angrenzenden Gebiete leiden unter einem besonders kalten Winter, der plötzlich über das Land hereinbrach. Das öffentliche Leben ist fast lahmgelegt, das Leben der Menschen in höchstem Maß bedroht.

Ein Krisenstab aus verschiedenen Experten versucht, die Ursache dieser unerwarteten Eiszeit herauszufinden.

Als die Geophysikerin Dr. Jana Hollmer zielführende Hinweise erhält, beginnt ein Wettlauf mit der Zeit und gegen einige Widerstände.

Meine Meinung:
Thilo Falk ist das Pseudonym eines deutschen Journalisten. Bis dato war er mir unbekannt, und „White Zero“ konnte mich auch nicht so packen, dass ich Lust auf mehr bekam.

Zu Anfang werden unheimlich viele Personen eingeführt, scheinbar zusammenhanglos und in allen Winkeln der Erde verstreut. Kaum hatte ich mich in einem Szenario eingelesen, wurde ich schon wieder herausgerissen und ans andere Ende der Welt katapultiert. Manche Figuren fand ich sympathisch, andere weniger, manche interessant, andere weniger, manche nur nervig. Und außer dass alle unter dieser eisigen Kälte leiden, passiert gefühlt erstmal gar nichts. Nach 250 Seiten musste ich tatsächlich nochmal aufs Cover schauen. Ja, das steht „Thriller“. Aber wo blieb der nur?

Immerhin zog die Spannung in der zweiten Hälfte des Buches an, die einzelnen Handlungsfäden wurden nach und nach verknüpft und das Buch gipfelt schließlich in einem Showdown.

Das Thema dieses Romans fand ich unheimlich interessant, ungeachtet dessen, ob das Szenario realistisch ist. Das Werk enthält viele wissenschaftliche, politische und wirtschaftliche Fakten und kämpft mit dem Zaunpfahl für den Klimaschutz. Das finde ich auch absolut gut und wichtig, aber als Unterhaltungsliteratur kann es bei mir nicht genug punkten, schon gar nicht als Thriller.

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Hat mich leider nicht überzeugt

Der süße Duft der Reben von Tara Haigh

inhalt lt. Klappentext:
London 1903. Der Vater der jungen Spanierin Isabel hat mit dem Import von Rosinen aus der Heimat ein Vermögen gemacht. An ihrem einundzwanzigsten Geburtstag eröffnet er ihr, dass sie Rafael heiraten soll, den Sohn eines Rosinenbarons, den sie schon seit ihrer Kindheit verabscheut.

Auf sich allein gestellt, kann Isabel sich das Studium an der Londoner Kunstakademie nicht leisten. Sie hat keine andere Wahl, als ihren Traum zu begraben und an Bord des Schiffes zu gehen, das sie zurück nach Dénia bringen wird. Doch kurz vor der Ankunft verlässt Isabel das Schiff, entschlossen, sich der Vermählung zu entziehen.
Auf der Flucht in der von einer Reblausplage bedrohten Stadt begegnet Isabel ihrer Jugendliebe Fernando wieder – und Rafael. Getrieben von einem dunklen Familiengeheimnis setzt Rafael alles daran, sie in einen goldenen Käfig zu sperren.
Doch Isabel kämpft für ein selbst bestimmtes Leben.
Meine Meinung:
Dieser historische Liebesroman spielt vor der Kulisse von Dénia, einer Stadt, deren Weinstöcke, die Grundlage für ihren Reichtum, von der Reblaus bedroht sind. Durch die Monokulturen sind die Rebstöcke der Vernichtung durch den Schädling preisgegeben. Die Bedrohung durch die Reblaus ist recht gut in die Geschichte eingebaut, genauso wie die Schwierigkeiten jener Bauern, die auf Obst- und Gemüseanbau umsatteln.
Aus Fernandos Fertigkeiten Holzspielzeug herzustellen, wird sich später die Produktion von Blechspielzeug entwickeln.
Der Plot ist leider stellenweise ziemlich vorhersehbar. Es fehlt hier ein wenig an Raffinesse und manchmal gleitet die Geschichte beinahe ins Kitschige ab. So habe ich recht bald herausgefunden, wer der geheimnisvolle Eigentümer des Bordells von Dénia ist. Auch den immer wiederkehrenden Traum Isabels, die in London Elizabeth bzw. Liz genannt wird, kann ich recht schnell als Trauma der frühen Kindheit erkennen.
Die Charaktere sind durchaus noch ausbaufähig, wobei die Frauengestalten einen Hauch besser gelungen sind. Die Männer sind bis auf Fernando und Cristobal allesamt verlogene, skrupellose und machtgierige Machos. Vor allem Isabels Vater und Onkel spielen mit den Menschen ihrer Familie.
Der Roman ist in wenigen Stunden gelesen.
Schade finde ich, dass es kein Personenverzeichnis gibt, zumal ja eine Menge "Personal" herumläuft. Da hätten die historischen Persönlichkeiten gleich als solche gekennzeichnet werden.
Fazit:
Wer eine Liebesgeschichte, die nicht allzu sehr in die Tiefe geht, lesen möchte, ist hier richtig. Für mich ist alles ein wenig zu vorhersehbar, daher reicht es gerade einmal für 3 Sterne.

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Rezensionen von Sago:

Ex hoc momento pendet aeternitas

Starling Nights 1 von Merit Niemeitz

Von Dark Academia bekomme ich derzeit nicht genug, vor allem wenn sie so atmosphärisch dicht und stimmungsvoll umgesetzt ist wie hier.

Cambridge mit seinen alten Gemäuern ist natürlich ein wunderbares Setting, das sich geradezu dazu anbietet, dort eine geheime Verbindung anzusiedeln. In deren Fänge gerät Mabels Freundin Zoe.

Mabel und Zoe sind Studentinnen und Mabel eine Ich-Erzählerin der Geschichte. Sie hat mich als Protagonistin sehr überzeugt und angesprochen. Im Gegensatz zur lebenslustigen Zoe ist Mabel eher ernsthaft veranlagt und darauf angewiesen, nach dem Tod ihrer Eltern das Studium mit Hilfe eines Stipendiums zu bewältigen.
Zunächst ist Mabel lediglich irritiert von der Arroganz von Zoes neuem Freund Ashton und seiner Clique. Doch warum ist die quirlige Zoe plötzlich wie betäubt? Schon bald findet Mabel mit Hilfe eines Freundes Hinweise auf einen alten Geheimbund. Gehört der faszinierend düstere Cliff, der zwischen Freundlichkeit und Abweisung schwankt, ebenfalls dazu?

Die Erzählung wechselt zwischen Mabels und Cliffs Perspektive und dennoch bleibt man wunderbar lange im Unklaren, womit man es hier zu tun hat. Auch wenn Cliff das typische Romantasy-Motiv des unnahbaren love interests bedient, mit dem ich meist nicht so viel anfangen kann, wurde es hier so wunderbar erzählt, dass es mich in seinen Bann gezogen hat, zumal es auch eine überzeugend langsame Annäherung gab. Ich freue mich schon sehr auf den zweiten Teil dieser originellen Geschichte!

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