Kunden em pfehlungen
Rezensionen von yassis_kopfkino:
Große Liebe für dieses Buch!!
Wo Wind und Wellen sich berühren (Westcoast Skies 2) von Lexis Able
Wir empfinden die Liebe für zwei als quälend und versuchen uns deshalb schleunigst zu entscheiden - für einen Menschen und gegen einen Menschen. Aber warum?
Rina konnte sich nicht entscheiden - und sie musste es zum Glück auch nicht. Viele hören Polyamorie und kriegen Bauchweh. Klappen ihre Bücher zu oder blocken das Thema anderweitig konsequent ab.
Weil einfach keiner daran denkt, dass es dabei ja auch nur um die Liebe geht. Nimmt man es ganz genau, liebe ich auch drei Menschen gleichzeitig. Meinen Mann und meine Söhne. Natürlich eine andere Art der Liebe, als wir sie in diesem Buch finden, aber Liebe ist Liebe, oder? Und es bleibt jedem selbst überlassen, wie er damit umgeht. Wie er leben und lieben will.
Die Geschichte der drei nimmt uns wieder mit nach San Diego und wie immer bin ich begeistert vom gefühlvollen Schreibstil. Was mir am besten gefallen hat, war die Art, wie Shane die ganze Sache in die Hand genommen hat. Sein Umgang damit. Seine bedingungslose Liebe Rina gegenüber und auch die für seinen besten Freund.
Sie zeigt, dass es auch anders geht. Das man auf die Liebe eingehen kann, auch wenn sie überraschenderweise anders auf einen zukommt, als gedacht. Die drei zusammen haben dafür gesorgt, dass ich mich so wohl gefühlt habe beim Lesen. Die Freundschaft der Jungs war stark genug, um die Liebe zu Rina ausleben zu können. Und auch Rina braucht beide Jungs.
Das Buch sticht aber nicht nur durch die Liebe zu dritt hervor. Lasst uns mal darüber sprechen, wie witzig es oft ist. Die Dialoge liebe ich und es waren einige, vor allem aber eine spezielle Szenen in diesem Buch, bei denen ich heute noch lachen muss, wenn ich nur dran denke. Hier steht vor allem die Freundschaft und Verbundenheit an erster Stelle. Die Familie und die Probleme, mit denen man sich befassen muss, wenn man sich verliebt. Und es braucht nicht zwingend drei in einer Beziehung, um Vorurteilen anderer ausgesetzt zu werden.
Von mir eine ganz klare Leseempfehlung für dieses Buch. Danke an @lexisable_autorin , dass sie es geschrieben hat. Und an den @carlsenverlag das sie sich dafür geöffnet haben.
Von mir gibt es eine ganz klare Leseempfehlung
Rezensionen von yassis_kopfkino:
Absolutes Must Have im Bücherregal
Never Be My Love (Never Be 3) von Kate Corell
Um das gleich vorneweg zu nehmen - ich habe Liam angeleckt. Leider nicht so fest wie Dion, aber der Versuch war da.
Für alle die Band drei nicht lesen wollen, weil sie Dion nicht mögen, lasst euch eines gesagt sein. Ich mochte Dion auch nicht. Jetzt finde ich sie Klasse. Aber wenn ihr wissen wollt warum, dann müsst ihr das Buch lesen.
Aber mal von vorne. Wir sind jetzt bei Band drei deutlich erwachsener als in den ersten beiden Bänden. Mit wir, meine ich die Protagonisten. Liam ist mir in den ersten Teilen ja nicht wirklich aufgefallen. Er war halt der Chauffeur. Hat die Mädels von A nach B gefahren und das war es. Man wusste nicht wirklich etwas über ihn.
Und plötzlich hat man ihn kennengelernt. Und gleichzeitig hat Liam dafür gesorgt, dass man Dion auf eine andere Art und Weise kennengelernt hat.
Zwischen den beiden knistert es. Ordentlich. Nicht nur, dass die beiden körperlich perfekt miteinander harmonieren, sie können sich auch intellektuell miteinander messen. Nicht das sie es darauf anlegen würden, aber sie könnten, wenn sie wollten.
Im Laufe der Geschichte kriegen wir mit, wie die beiden sich näherkommen, wie perfekt es zwischen ihnen klappen würde und wie sehr die Umstände aber dafür sorgen, dass sie nicht zusammen sein können. Oder nicht sollten. Liam ist da, als Dion es am meisten braucht. Als sie ihn am meisten braucht. Und als es dann drauf ankommt, ist auch Dion an seiner Seite. Und entgegen meiner Erwartungen hat sie ihm großartig den Rücken gestärkt. Liam und Dion haben viele Polaroid-Momente geschaffen und finde es super schön, auf diese Art und Weise Erinnerungen zu schaffen. Sowas sollte man öfter tun.
Zum Ende hin wurde es noch einmal mehr spannend. Zwar wusste man schon, was einen ungefähr erwarten wird, aber dem Sog der Geschichte konnte man sich dann einfach nicht entziehen. Spannend vom ersten Wort an und ganz viel Liebe für Liam und Dion. Und der Spice Leute. Oh mein Gott, es wird ziemlich schnell heiß und ganz vielleicht habe ich Dion dann auch sehr, sehr, sehr beneidet um ihre Position. Aber lest selbst. Lasst euch nicht davon abhalten, Love zu lesen, nur weil ihr Dion nicht soo dolle mögt. Wie gesagt, ich fand sie teilweise auch nicht so toll. Jetzt liebe ich diese Frau aber, nachdem ich das Buch innerhalb weniger Stunden durchgelesen habe. Und ich bin mir sicher, ihr werdet die beiden auch lieben.
Rezensionen von yassis_kopfkino:
Humorvoller Spice!
Never Be My Love (Never Be 3) von Kate Corell
SPICE
So, da ich jetzt eure Aufmerksamkeit habe.
Ab sofort könnt ihr offiziell Poppy und Reed kennenlernen und glaubt mir, wenn ich euch sage, ihr werdet sie lieben!
Wer Nadines Bücher kennt, weiß das der Schreibstil ganz besonders ist und man beim Lesen einfach ein gutes Gefühl hat.
Ich durfte #paperhearts ja vorablesen, nachdem ich spontan in die #bloggergruppe rein durfte.
Hier kommt jetzt meine Meinung dazu.
Neben super sympathischen Charakteren (auch wenn diese Brokkoliliebe echt an meine Grenzen geht) gibt es ein tolles Setting, einen tollen Sport, ganz viel Humor und spice. Humorvoller Spice. Und DAS ist der Punkt.
Spice in Nadines Büchern ist kein zusammenstecken von - na, ihr wisst schon - sondern eine Ansammlung von absolut witzigen Dialogen, heißem Kopfkino und (vor allem in diesem Buch) absoluter Vertrautheit zwischen den Charakteren.
Ich LIEBE wirklich alles daran!
Reed ist nicht nur Sportler, sondern auch wahnsinnig Klug. Außer es geht um Poppy. Da ist er bissl doof manchmal. Und ab und zu wollte ich ihn schütteln, und Poppy gleich mit! Die zwei sind beste Freunde seit Jahren. Sie kennen und lieben sich, aber sie reden in gewissen Dingen aneinander vorbei! Poppy weiß genau was sie will, oder wen. Sie kriegt es nur nicht hin sich das auch zu nehmen.
Reed ist der beste Freund den man sich vorstellen kann. Er ist fürsorglich und Poppy, seine Poppy, ist ihm soo unfassbar wichtig das er alles tun würde für sie.
Andersrum genau so. Poppy würde alles für Reed tun. Und lässt sich deswegen auch auf ein Fake Date ein. Ob das gut gehen kann?
Ich hatte sooo viel Spaß beim Lesen und noch heute hängt mein Herz an diesen beiden. Die Geschichte war emotional, lustig, Herzzerreißend. Alles in einem. Die ein oder andere Träne ist geflossen. Von Lachtränen bis hin zu den 'Herz gebrochen' Tränen, war alles dabei. Und von mir gibt es eine ganz klare Leseempfehlung. Denn auch der Spice zieht sich durch das ganze Buch und bringt dadurch die perfekte Mischung für ein perfektes Buch zustande.
Ich liebe es!
Rezensionen von Anndlich:
Ein magisches Abenteuer
Lila Leuchtfeuer - Geh nicht nach Nimmeruh! von Tijan Sila; Lena Schneider
Lila Leuchtfeuers Vater ist Magichaniker und Lila möchte in seine Fußstapfen treten. Doch der jungen Magichanikerin passieren noch einige kleiner Fehler, weswegen sie noch nicht alleine arbeiten soll. Unerlaubt hat sie die Werkstatt ihres Vaters, der wegen eines Notfalls die Stadt verlassen musste, geöffnet.
Genau in dem Moment taucht die mächtige Hexe Tremebunda auf. Tremebunda kann ihr fliegendes Fass nicht mehr steuern, schnell findet Lila das Problem: ein Holzwurm frisst vom magischen Holz und es gibt nur eines, das er lieber verspeisen würde. Gemeinsam mit dem Hexenknecht Philomena, dem flinken Waldgeist Willi und dem sprechenden Hammer Hubert macht sich Lila auf die Suche nach dem noch appetitlicheren Holz und erlebt dabei ein großes Abenteuer.
Lila Leuchtfeuer - Geh nicht nach Nimmernuh! von Tijan Sila ist ein magisches Abenteuer für junge Lesefreunde. Lila Leuchtfeuer bringt sich gerne in kleiner und größere Schwierigkeiten, obwohl ihr bereits ein Missgeschick passiert ist, öffnet sie die Werkstatt auch ohne die Erlaubnis ihres Vaters und stolpert dabei in ein großes Abenteuer, das auf knapp vierzig Kapiteln erzählt wird. Die kurzen Kapitel und die rasante Geschwindigkeit der Geschichte, haben das Abenteuer von Lila auch während des Lesens widergespiegelt.
Die Charaktere sind spannend gestaltet und mit einfallsreichen Namen gesegnet, die zu Beginn etwas schwierig waren, aber den Figuren am Ende etwas ganz einzigartiges verliehen. Die Geschichte ist spannend, aber auch witzig gestaltet, sodass eine große Palette von Gefühlen hervorgerufen werden.
Der Schreibstil der Autorin ist der Zielgruppe entsprechend geeignet, sodass Kinder die Geschichte alleine lesen können, jedoch eignet sie sich auch super zum gemeinsamen Lesen oder auch zum Vorlesen.
Die schwarz-weißen Illustrationen von Ariane Camus sind gezielt eingestreut, an manchen Stellen hätte es gerne noch detaillierte Zeichnungen sein können, dennoch konnten auch sie überzeugen.
Rezensionen von Petra:
Cosima und ihre Freundinnen
Cosima und der Diamantenraub von Laura Noakes
Cosima lebt in einem Heim für behinderte Mädchen, sie hat Probleme anscheinend ein Skelettschwäche. Sie lebt mit anderen Mädchen zusammen alle haben eine Behinderung, Diya sitzt durch Kinderlähmung im Rollstuhl, Pearl ist Autistin, Mary ist ähnlich. Dazu gibt es Kinder die taubstumm sind oder ähnlich eingeschränkt.
Gleichzeitig sind sie vor allem Besonders. Sie haben Fähigkeiten die ihre Behinderung kompensieren oder als gering erscheinen lassen. Sie sind Künstlerinnen, können logisch denken, aber vor allem sind sie respektvoll miteinander im Umgang. Sie sehen die Fähigkeiten nicht die Schwächen. Aber damit sind sie allein in einer Gesellschaft in der man perfekt sein muss. Es ist das Jahr 1899, das Wissen um Krankheiten und Behinderungen ist gering, daher wurden die Kinder aus ihren Familien geholt und in ein Heim gesperrt. Eigentlich sollte es ihnen dort den Umständen entsprechend gut gehen, aber das Gegenteil ist der Fall, die Heimleiter sind grausam und böse. Also beschließen die Mädchen ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen.
Das Buch ist von der ersten Zeile an spannend. Wie die Kinder behandelt werden ist grausam aber die Sprache und die beschriebenen Streiche die sie der Heimleitung spielen ,relativieren sie. Vor allem der Erfindergeist von Diya ist sehr plastisch beschrieben. Immer neue Ideen verhindern das man mit dem Lesen aufhört. Auch für Kinder ist der spannende, leichte Erzählstil gut zu lesen. Am Ende geht die Geschichte so gut aus wie erwartet. Aber das schmälert nicht das Leseerlebnis. Vor allem weil der Schluss die Vermutung nahe legt das es weitere Geschichten um Cosima und ihre Freundinnen geben wird.
Rezensionen von Buchchecker :
Fesselndes Coming-of-Age-Sci-Fi-Fantasy-Abenteuer - Mal was ganz anderes!
Der Achte Tag von Dianne K. Salerni
"Der Achte Tag" von Dianne K. Salerni ist ein fesselndes Fantasy-Science-Fiction-Abenteuer und der Auftaktband einer Trilogie, die die Lesenden in eine Welt voller Magie und Geheimnisse entführt.
Die Geschichte folgt dem zwölfjährigen Jax, der nach dem Tod seines Vaters bei dem überforderten 18-jährigen Riley leben muss.
Eines Morgens erwacht Jax in einer menschenleeren Welt, an einem zusätzlichen achten Tag zwischen Mittwoch und Donnerstag. Dabei entdeckt er, dass sowohl er als auch Riley die Fähigkeit haben, alle acht Tage zu erleben, während es andere Menschen gibt, die nur an diesem besonderen achten Tag existieren, so wie Evangeline. Sie ist eine Nachfahrin des mächtigen Zauberers Merlin und wird von einer Gruppe bedroht, die die normale Sieben-Tage-Welt zerstören will. Nun steht Jax vor der unmöglichen Wahl, seine Freundin zu beschützen oder die Menschheit zu retten.
Die Geschichte ist eine faszinierende Adaption der Artuslegende und besticht mit einem faszinierenden Magiesystem und durch ein interessantes Worldbuilding. Die Figuren wirken ihrem Alter entsprechend authentisch und lebendig. Besonders gelungen ist die Erzählweise aus den Blickwinkeln von Jax und Evangeline, die einen tiefen Einblick in ihre Gedanken und Gefühle gewährt.
Das Buch besticht durch ein rasantes Tempo und eine unvorhersehbare Handlung, die mich von Anfang bis Ende fesselte. Persönlich habe ich das Buch an einem Tag durchgelesen, so sehr hat mich die Geschichte in ihren Bann gezogen.
Insgesamt ist "Der Achte Tag" ein packender Auftakt zu einer Trilogie, der mit seiner spannenden Handlung, interessanten Charakteren und einem originellen Setting überzeugt. Ich freue mich schon auf die Fortsetzung!
Rezensionen von C. P.:
Rasantes Diebesspiel
Thieves' Gambit von Kayvion Lewis
Rosalyn Quest ist ein Profi, wenn es um Einbrüche und Diebstähle geht. Schließlich hat ihre Mutter sie von klein auf an dafür trainiert. Was die Siebzehnjährige sich jedoch sehnsüchtigst wünscht sind ein paar echte Freunde, mit denen sie abhängen und einfach mal typischen Teenagerkram machen kann.
Da tröstet die Luxusvilla auf den Bahamas samt vollausgestattetem Trainingsraum auch nicht drüber hinweg. Einen Sommerkurs am College hat sie bereits heimlich gebucht, nur noch ein letzter Coup mit Ma, dann haut sie heimlich ab. Doch leider geht was schief, ihre Mutter wird entführt und Rosalyn sieht nur eine Möglichkeit, ihre Mutter freizukaufen: Die erfolgreiche Teilnahme am exklusiven Thieves‘ Gambit, eine Art Wettkampf für erwählte Nachwuchsdiebe unter Realbedingungen.
Eine Quest kann niemandem auf der Welt trauen - außer einer anderen Quest.
Kayvion Lewis hat einen erfrischenden Schreibstil, welcher durch Lebendigkeit und Einfallsreichtum regelrecht mitreißt. Was auch dafür sorgte, dass mich Rosalyn als Ich-Erzählerin, die so gern ihre eigenen Wege gehen will, auf ganzer Linie überzeugt hat. Tatsächlich war sie mir von der ersten Seite an sympathisch und ich mochte ihre Art, ihre Gedanken, ihr ausgefallenes Hobby. Das Gambit gestaltet sich schnell als ziemlich anspruchsvolles und gefährliches Abenteuer, bei welchem die Jugendlichen gefordert sind, alles zu geben. Mir gefiel, wie unterschiedlich die Autorin die einzelnen Jugendlichen gestaltet hat, auch wenn nur einige von ihnen stärker in den Fokus rücken und mir so manche von ihnen ebenfalls sympathisch wurden. Hier hat die Autorin einen starken Fokus auf Vertrauen und Misstrauen, auf Teamwork und Überlisten der Gegner gerichtet mit einem überzeugenden Ergebnis. Zwischendurch wurd es mir persönlich einmal etwas zu langatmig, dafür trumpfte das Ende mit Action und einigen Überraschungen nochmal so richtig auf.
Ein sehr geniales, spannendes und abwechslungsreiches Jugendbuch, welches auch ältere LeserInnen begeistern kann und von welchem ich definitiv jetzt schon die Fortsetzung sehnsüchtigst erwarte.
Rezensionen von C. P.:
Tödlicher Ausnahmezustand
Die Hexen von Cleftwater von Margaret Meyer
Mit dem Einzug des Inquisitors Silas Makepeace und seines Gefolges in das kleine englische Dorf Cleftwater ändert sich 1645 schlagartig die gesamte Atmosphäre. Männer trösten ihren Stolz, indem sie unschuldige Frauen anklagen, nur weil diese sich nicht begrapschen lassen wollten oder weil ein Kerl im Suff von seinem Esel fiel.
Natürlich weil eine Frau ihn verfluchte. Frauen sprechen vorschnell Urteile gegen die Nachbarin, gegen welche sie einen Groll hegen. Familien verlieren Ehefrau, Tochter, Schwester oder Hausangestellte. Und Kritiker werden auf eindrucksvolle Weise mundtot gemacht.
Inmitten dieses patriarchaischen Irrsinns lebt die alte Martha, geschätzt als Hebamme, Kräuterkundige und Hausangestellte und solang sie sich erinnern kann stumm. Ausgerechnet sie soll den körperlichen Untersuchungen der Frauen auf verräterische Male assistieren, würde am liebsten den vielen Unschuldigen helfen und läuft Gefahr, selbst in den Fokus zu geraten.
Diese besondere, erschütternde Zeitspanne durfte ich durch die Augen der rüstigen alten Martha miterleben. Belästigungen, Anschuldigungen, Aufwiegelei, aber auch Marthas Hilflosigkeit in so manchen Situationen erzeugten mit der Zeit eine regelrechte Sogwirkung, welcher ich mich nicht entziehen konnte. Ganz frei von Magie. Die Autorin verzichtet auf Effekthascherei, geht an den richtigen Stellen ins Detail, während sie in anderen Szenen die Atmosphäre und die entstehenden Emotionen einfängt und an die Leserschaft transportiert.
Zitat S. 341: „(…) Ich frage dich: Warum ist es verboten, in eine Wachspuppe zu stechen, aber erlaubt, in eine Frau zu stechen? Und warum solltest du es dürfen, sie aber nicht?“
Als kleines Extra hat die Autorin eine als Atzmann bekannte Wachspuppe in die Handlung eingeflochten, welche mir zuvor nicht bekannt war und damals als eine Art Rachepuppe genutzt werden konnte, um einem Feind zu schaden oder wohl auch für Liebeszauber genutzt werden konnte.
Einfühlsam, bewegend und erschreckend glaubwürdig beschreibt Margaret Meyer eine kurze Phase in einem früheren englischen Dorf, welche wie eine Art Ausnahmezustand vielen Frauen einen schmerzhaften bis tödlichen Weg beschert. Ein Schicksal, welches die Dorfgemeinschaft auf eine starke Bewährungsprobe stellt. Entsprechend empfinde ich die Distel auf dem Cover als Symbol für Leid und Stärke als äusserst passend gewählt.
Rezensionen von gerlisch:
Gefährliche Suche nach Roza
Grenzfall - In den Tiefen der Schuld von Anna Schneider
Auch in ihrem 4. Fall arbeiten der österreichische Kommissar Bernhard Krammer und die deutsche Ermittlerin Alexa Jahn wieder länderübergreifend zusammen. Krammers Kollegin Roza Szabo ist spurlos verschwunden und als er auf der Suche nach ihr in ihrer Wohnung eine männliche Leiche findet, ist er mehr als geschockt.
Sollte er sich so in ihrer Integrität geirrt haben? Der Tote trägt eine Tauchermaske mit einem Hinweis auf den Walchensee in Deutschland und deshalb bittet er die deutschen Kollegen um Unterstützung.
Der wunderbare Erzählstil der Autorin ist wie gewohnt flüssig und mitreißend. Durch die wechselnden Perspektiven wird eine permanente atemlose Spannung aufgebaut. Die Geschichte um den Grandler Krammer und seine erst kürzlich entdeckte Tochter Alexa geht nahtlos an den Vorgängerband weiter. Auch in ihrem vierten gemeinsamen Fall tun sich die beiden im Umgang miteinander schwer.
Mehrere kursiv geschriebene Kapitel geben Einblicke in das Leben von einer Krisztina. Die Suche nach seiner Kollegin führt Krammer bis nach Ungarn, wo er Stück für Stück auf eine Bandbreite menschlicher Abgründe stößt. Aber auch auf der deutschen Seite der Alpen kommt Alexa mit Hilfe ihres Kollegen Florian Huber langsam hinter das Geheimnis von Krisztina.
Über manche Ungereimtheiten in den Handlungen sehe ich gerne aufgrund der tollen Story hinweg. Auch hätte ich mir in manchen Szenen mehr Hinweise auf die Vorgängerbände gewünscht. Insgesamt aber ein gut konstruierter Krimi, der Lust auf den nächsten, für Januar 2025 angekündigten Grenzfall macht.
Rezensionen von Kwinsu:
Die besten Geschichten schreibt das Leben selbst
Ich möchte einfach noch Bäume ausreißen! Aber nur kleine. von Doreen Mechsner
Doreen Mechsner macht sich in "Ich möchte einfach noch Bäume ausreißen! Aber nur kleine. Fast Hundertjährige erzählen" auf eine Zeitreise durch zwölf unterschiedliche Biographien von Menschen, die knapp vor ihrem hundertsten Geburtstag stehen. Für viele ist das Leben schon äußerst beschwerlich, sie sehnen sich gar schon nach dem Ende; andere jedoch sprühen vor Lebensfreude und möchten noch viel erleben.
Die zwölf interviewten Personen sind zufällig ausgewählt, sie stammen allesamt aus dem deutschen Sprachgebiet. Und sie erzählen unterschiedlich - manche knapp und kurz, manche schweifen aus. Manche erzählen ihre Lebensgeschichte, manche philosophieren über das Leben, andere geben ihre Meinung zur Gegenwart ab. Alle eint, dass sie ein bewegtes, ereignisreiches Leben hinter sich haben, mit vielen Höhen und Tiefen - und daran lassen sie uns teilhaben.
Die meisten Erzählenden sind Frauen - 9 an der Zahl. Spannend fand ich, wie unterschiedlich die Themengewichtung der unterschiedlichen Geschlechter ist. So sind für die Frauen Kinder und Familie immer zentrale Erzählmotive, bei den Männern werden diese viel undetaillierter geschildert. Besonders spannend fand ich auch, dass viele der erzählenden Frauen ihre Träume nicht ausleben konnten - aber letztendlich trotzdem auf ein glückliches Leben zurückschauen. Sehr prägend war für alle die Nazi-Zeit, der Krieg und oft auch die Flucht. Für diejenigen, die in der DDR gelebt haben, war dieser Abschnitt und die darauf folgende Wende von großer Bedeutung. Und alle machen sich Gedanken über die Gegenwart, weniger aber über die Zukunft.
Zur Methodik des Buches: Als Einleitung zum jeweiligen Interview lässt uns die Autorin, die studierte Germanistin und Historikerin ist, wissen, wie sie die einzelnen Interviewpartner:innen gefunden hat und wie ihre Begegnung miteinander vonstatten gegangen ist. Hier erhalten die Lesenden einen wunderbaren Einblick in die Interviewsituation und ich habe mich sehr gut in diese hineinfühlen und mir die Personen vorstellen können. Danach lässt Mechsner die Protagonist:innen einfach erzählen. Das Erzählte wird nicht in Interviewform abgedruckt, sondern als durchgängige Erzählung - diese bleibt also unkommentiert, was für den Lesefluss sehr vorteilhaft ist. Trotzdem hätte ich mir gewünscht, dass in der Einleitung auch ein bisschen etwas zur Methode der Interviewführung gestanden wäre, also beispielsweise was die Leitfragen gewesen sind und ob es zu Kürzungen kam und wie diese ausgewählt worden sind. Nun ist dies kein wissenschaftliches Buch und die Geschichten der Interviewten sind spannend, wie sie sind, nichtsdestotrotz wäre ein detaillierterer Einblick in die Arbeitsweise interessant und wünschenswert gewesen. Da ich sehr geschichtsinteressiert bin und sensibel auf Sprachgebrauch reagiere, wäre mir eine einführende Erläuterung zu gewissen historischen Themen ebenfalls wichtig erschienen, z.B. zu den oft erwähnten Russen, den unterschiedlichen Besatzungszonen oder der Vertreibung - oder zumindest ein Hinweis auf weiterführende Literatur. Wurden im Gespräch Ausdrücke verwendet, die nicht unbedingt geläufig sind, werden diese in informativen Fußnoten erklärt, ebenso Personen oder Ortschaften. Ich hatte den Eindruck, dass die Erklärungen im Laufe des Buches weniger geworden sind, so hätte ich es auch hilfreich gefunden, wenn Begriffe wie "Schlummermutter" oder "Landser" ebenfalls erörtert worden wären. Weiters - und das ist wirklich mein letzter Kritikpunkt - finde ich es sehr schade, dass die abgedruckten Fotos nicht untertitelt sind. Bei den meisten der Bilder können sich die Lesenden denken, wer darauf zu sehen ist, allerdings hätte ich es sehr interessant gefunden, wenn zur ungefähren Einordnung wenigstens die ungefähren Jahreszahlen vermerkt gewesen wären.
Mein Fazit: "Ich möchte einfach noch Bäume ausreißen! [...]" ist ein wunderbares, kurzweiliges Buch, das einen in zwölf mitreißende Biographien von sehr betagten Menschen eintauchen lässt. Es versetzt einen ins Staunen, was diese Menschen in den letzten beinahe hundert Jahren alles durchmachen und erleben mussten bzw. konnten und gibt so Einblick darüber, wie sehr sich der Alltag in dieser Zeitspanne geändert hat. Es konserviert gelebte Geschichte, auch wenn eine historische Kontextualisierung ausbleibt.










