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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von yellowdog:

Lebensgefühl

Aber ich kann fliegen von Jürgen Teipel

Der Roman erzählt in Ich-Form von der Jugend eines Mannes, der in den siebziger Jahren aufwuchs. Er interessiert sich für Musik, wurde Punk. Die Beziehung zu den Eltern, besonders zum Vater ist schwierig.
Dann gibt es noch Tina, die Freundin, die bei einem Unfall starb.

Bei dem Jungen setzt sich das Gefühl des Falschseins fest.

Umso mehr zieht er sich in den Welt des Punkseins zurück.

Später wird er mit dem Schreiben von Interviews erfolgreich. Aber das Gefühl der Verstörung bleibt auch beim Erwachsenen. Es liegt nahe, dass diese Geschichte einiges mit dem leben des Autors Jürgen Teipel zu tun hat.

Insgesamt wird ein Lebensgefühl geschildert.

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Rezensionen von KimVi:

Spannender Island-Krimi

Verborgen von Eva Björg Ægisdóttir

Die Bewohner der Kleinstadt Akranes sind erschüttert, als nach einem Hausbrand die Leiche des jungen Marino geborgen wird. Zunächst geht man von einem tragischen Unfalltod aus. Doch als sich bei der Obduktion herausstellt, dass Marino bereits vor dem Brand nicht mehr gelebt hat, müssen Kommissarin Elma und ihr Kollege Saevar die Ermittlungen ausweiten.

Bei ihren Nachforschungen kommt es zu einer unerwarteten Wendung....

"Verborgen" ist nach "Verschwiegen" und "Verlogen" bereits der dritte Band, in dem Kommissarin Elma in Akranes ermittelt. Da die Fälle in sich abgeschlossen sind, kann man dem aktuellen Geschehen auch dann folgen, wenn man noch keinen Teil dieser Serie gelesen hat. Die private und berufliche Weiterentwicklung der Hauptcharaktere kann man allerdings besser nachvollziehen, wenn man die Reihenfolge einhält. 

Auch in diesem Band versteht es die Autorin wieder hervorragend, Protagonisten und Handlungsorte so zu beschreiben, dass man beim Lesen alles vor Augen hat. Damit kann man sich ganz auf den Fall einlassen. Der hat es dieses Mal wirklich in sich, denn Elma und Saevar müssen mit äußerster Sorgfalt vorgehen, um kein Detail zu übersehen. Denn bei diesen Ermittlungen ist nichts so, wie es auf den ersten Blick scheint. Deshalb kommt es zu einigen überraschenden Wendungen. Die Spannung wird früh aufgebaut und kann durchgehend gehalten werden, da man dazu angeregt wird, eigene Überlegungen anzustellen. 

Der aktuelle Handlungsstrang wird durch Kapitel in kursiv gesetzter Schrift unterbrochen. Hier erfährt man, was sich in der jüngeren Vergangenheit des Au-Pair-Mädchens Lise zugetragen hat. Dadurch ist man den Ermittlern zwar etwas voraus, da man Einblicke hinter die Fassade einer vermeintlich heilen Familienwelt erhält, kann aber dennoch zunächst nicht erahnen, auf was das Ganze zusteuern wird. 

In diesem Band müssen Elma und Saevar sich außerdem mit einer unerwarteten Wendung in ihrem Privatleben auseinandersetzen. Dieser Handlungsstrang drängt sich allerdings nicht zu sehr in den Vordergrund, sondern sorgt eher dafür, dass die beiden Protagonisten noch authentischer wirken. 

Ein spannender Island-Krimi, der durch komplexe Ermittlungen, unerwartete Wendungen und authentische Charaktere überzeugt. 

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Rezensionen von yellowdog:

Ein Leben

Amaryllis von Jutta Speidel

Amaryllis ist ein Buch der Schauspielerin Jutta Speidel, dass das Leben einer Frau von Kindheit an zeigt. Wechselnd mit Reflexionen der Protagonistin in heutiger Zeit sind die Kapitel, wie das Kind zum Mädchen und zur Frau wird.
Es ist ein lebhaftes Kind mit einer Begeisterung für Akrobatik und den Zirkus.

Die Zirkusszenen sind aber weniger detailliert als erwartet. Mehr im Mittelpunkt steht die Gefühlswelt.
Sprachlich wirkt das Buch wie aus der Welt gefallen. Aber das leicht altmodische passt, da die Handlung schließlich auch überwiegend in einer vergangenen Zeit liegt. Und am Schluß ist fast ein ganzes, langes Leben gezeigt.

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Rezensionen von PMelittaM:

Ein besonderes Lesevergnügen

KoboldKroniken 3. Klassenfahrt mit Klabauter von Daniel Bleckmann

Die 7 c, Darios und Lennards Klasse, und die 7 a, Selins Klasse, machen zusammen eine Klassenfahrt an die Nordsee. Mit dabei sind natürlich auch Rémy, der französische Austauschschüler, auch bekannt als Kobold Rumpel, und Lennards ältere Schwester Claudia-mit-C, die als Tutorin mitfährt.

Eigentlich haben Dario und seine Freunde anderes im Kopf, denn es sind noch einige Kwest-Probleme zu lösen.

Vielleicht ist es also ganz gut, dass sie alle zusammen verreisen. Und tatsächlich wird Kwest schnell wieder zum Thema, denn an der Nordsee trifft Dario auf einen Klabauter, der seine Hilfe benötigt.

Der dritte Band der Koboldkroniken ist wieder sehr spannend, bringt die Geschichte ein weiteres Stück voran, und glänzt erneut nicht nur mit der Geschichte, sondern auch mit seinen „inneren Werten“, wie gewohnt erzählt Dario seine Geschichte in Tagebuchform mit vielen Skizzen, Fotos und eingeklebten Artefakten – es gibt viel zu sehen. Das macht diese Reihe zu einem besonderen Leseerlebnis. Autor Daniel Bleckmann und Illustrator Thomas Hussung beweisen nicht nur viel Phantasie, man merkt den einzelnen Bänden auch an, dass sie selbst Spaß daran haben.

Eine Klassenfahrt hat wahrscheinlich jeder schon einmal mitgemacht, und so gibt es vieles, an das man sich so oder so ähnlich erinnern kann, vor allem witziges, natürlich.

Der Klabauter Talugo ist, wie kann es anders sein, ein gelungener Charakter, der nicht nur ein süßes „Haustier“ mitbringt, sondern uns auch endlich die Finessen des Drakkballs näher bringt, über das schon in Band 1 gesprochen wurde. Apropos „süßes Haustier“: Freut euch auf ein Wiedersehen! Am Ende steht das nächste Abenteuer schon in den Startlöchern, ich bin schon gespannt.

Meiner Meinung nach sollte man spätestens mit diesem Band auch die Vorgängerbände kennen, mittlerweile ist viel passiert und die Geschichte relativ komplex. Zwar wird das bisherige Geschehen gut mit eingebracht, aber man sollte es schon selbst gelesen haben, nicht nur, weil man sich sonst viel Spaß nehmen würde.

Ich habe mich, auch als Erwachsene, wieder köstlich amüsiert, für mich ist das die perfekte Reihe fürs Zusammenlesen mit den Kindern, aber auch fürs Alleinelesen von Jung und Alt. Besonders gelungen ist auch die Buchgestaltung, sie ist einfach einzigartig und macht das Lesen besonders.

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Rezensionen von drachenzahn:

Verpasste Chancen

Book Lovers - Die Liebe steckt zwischen den Zeilen von Emily Henry

„Book Lovers“ hätte richtig gut werden können. Die Grundidee selbst ist wirklich genial und auch die beiden Hauptcharaktere finde ich auf ihre verschrobene Weise durchaus liebenswert. Aber leider werden viele eingeführte Ideen nicht wirklich zu Ende gedacht oder verlieren sich in dem kitschigen Schluss.

Nora Stephens ist durch und durch ein Stadtmensch. Sie liebt New York und geht völlig in ihrem Beruf als Literaturagentin auf. An erster Stelle steht für sie allerdings immer ihre Schwester Libby. Als diese sie urplötzlich zu einem längeren Trip in das entlegene Dorf Sunshine Falls einlädt, in der ein Roman ihrer Lieblingsautorin spielt, lässt sie sich widerwillig auf das Experiment Landleben ein. Dort trifft sie ihren selbst ernannten Nemesis Charlie Lastra wieder. Er ist Lektor und hatte vor zwei Jahren das Buch ihrer Autorin ziemlich rüde abgelehnt.

Die Romanze wird allmählich und glaubwürdig aufgebaut. Während sich die beiden zunächst einen witzigen Schlagabtausch nach dem nächsten liefern, lernen sie sich langsam immer besser kennen. Die Dialoge zwischen ihnen sind stets amüsant und voller Wortspiele. Nora ist selbst auch keine realitätsferne Romantikerin. Sie ist nach außen hin manchmal sehr hart und wird von anderen als Hai beschrieben. Aber sie hat einen weichen Kern, der sich immer für die Menschen einsetzt, die sie liebt und wertschätzt.

Ebenso gut fand ich die Idee vom Buch im Buch. Die Autorin, die Nora betreut, schreibt tatsächlich ein Buch, in der Nora selbst die Hautrolle spielt. Diese ist völlig entsetzt über die Art, wie sie porträtiert und von anderen wahrgenommen wird. Leider wird dieser Gedanke mittendrin einfach fallengelassen und nicht mehr weiter thematisiert. Es ist halt das neue Buch von der Schriftstellerin. Dessen Bedeutung für Nora oder was die Autorin sich überhaupt dabei gedacht hat, fällt völlig unter den Tisch. Sehr schade!

Ich habe zudem ein Problem mit Noras Schwester Libby. Sie ist in sich sehr widersprüchlich aufgebaut und man bekommt den Eindruck, dass sie selbst nicht genau weiß, was sie will. Will sie nun unabhängig von ihrer großen Schwester sein oder soll sich deren Leben weiterhin nur um sie drehen? So richtig Sinn macht das nicht. Und dass sie ihre eigenen kleinen Kinder einen Monat lang kaum sieht, macht sie für mich ebenso wenig sympathisch, wie ihre ständigen Vorwürfe Nora gegenüber und ihre Geheimniskrämerei.

Das Buch liest sich sehr flüssig und ist überwiegend spannend sowie interessant. Nur ab dem zweiten Drittel fand ich es teilweise etwas langatmig und es fehlte der Schwung, nachdem Nora und Charlie zusammengekommen sind. Mir fehlten zudem die herrlichen Dialoge vom Anfang. Zudem nervten mich die häufigen Liebeszenen. Der Fokus lag für mich besonders zum Schluss der Geschichte auf den falschen Aspekten.

Trotz einiger Kritikpunkte habe ich das Buch überwiegend gemocht und finde es schade, dass einige tolle Elemente einfach so von der Autorin fallengelassen wurden. Es hätte ein großartiges Buch werden können – vielleicht mit einem besseren Lektor.

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Rezensionen von Reiseweise:

Hübsche Zeichnungen

Der Recyclosaurus von Anka Schwelgin

Matti mag Dinosaurier. Matti ist sogar der größte Dinosaurier-Fan aller Zeiten, mit Dinosaurier-Bettwäsche im Dinosaurier-Bett und einem Dinosaurier-Schlafanzug. Aber Matti hätte so gerne einen echten Dinosaurier als Haustier! Und plötzlich ist da einer, ein ganz kleiner. Aber was soll er bloß fressen?

In dieser netten kurzen Geschichte zum Vorlesen für Kleine erfährt man, dass der Dinosaurier praktischerweise Plastik frisst.

Deshalb nennt Matti ihn Recyclosaurus. Die Erklärung, warum er dies tut, ist allerdings nicht so recht überzeugend. Am Ende wird der Zusammenhang von Plastik und Dinosauriern kindgerecht erklärt und ebenso, warum der derzeitige Plastikverbrauch auf der Erde ein sehr großes Problem ist - größer als jeder Dinosaurier. Hübsch gemachte Zeichnungen runden die Geschichte ab. (Vor-)lesenswert!

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Rezensionen von Sheilo:

Ein Romantasy Highlight

The Romeo & Juliet Society, Band 2 - Schlangenkuss von Sabine Schoder

Joy wurde von ihren Freunden und dem Mann, für den ihr Herz schlägt, getrennt. Sie muss sich an ihr neues Umfeld gewöhnen, aber Rhyme geht ihr nicht aus dem Kopf. Eine Achterbahn der Gefühle beginnt...
"The Romeo und Juliet Society - Schlangenkuss" entführt den Leser direkt wieder an die Akademie in Verona und man ist sofort wieder mitten im Geschehen.

Der amüsante und lebhafte Schreibstil von Sabine Schoder verleitet einen dazu, nur so durch die Seiten zu fliegen. Die Geschichte ist absolut mitreißend und fesselnd bis zum Schluss, voller Überraschungen und Wendungen. Auch im zweiten Teil wird der Inhalt von dem bekannten Drama "Romeo und Julia" mit tollen Fantasy-Elementen zu einer einzigartigen Geschichte verwandelt.
Ich liebe die Charakter des Buches sehr, den Freundeskreis von Joy muss man einfach ins Herz schließen. Gerade Ink, der kleine Bruder vom Katzenfürsten Cut, hat mit immer wieder mit seiner Reife trotz des jungen Alters begeistert.
Joy versucht, mit ihrer neuen Situation so gut wie möglich umzugehen. Sie ist authentisch und die Gefühle von Joy gleichen einer Achterbahnfahrt, doch wo wird diese Fahrt enden?
Joy findet zusammen mit ihren Freunden immer mehr Geheimnisse heraus, auch wenn sie alle bei der Beschaffung der Informationen jedes Mal hohe Risiken eingehen.
Für mich ist der zweite Band der Romantasy-Reihe ein echtes Highlight, tolle Plot-Twists und eine spannende Handlung mischen sich zu einem wundervollen Buch. Ich freue mich schon sehr auf den dritten Band, der im Herbst 2024 erscheinen wird und kann die Reihe sehr weiterempfehlen.

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Rezensionen von Streiflicht:

Wenn die Bronze erzählt

Zeit der Bronze von Linda Dielemans

Schon beim ersten Blick auf das Buch war mir klar, dass ich es lesen muss und dass es bei mir ins Regal gehört! Als ich es zum ersten Mal in der Hand hatte, hab ich mich noch mehr verliebt. Es ist einfach wunderschön, die Illustrationen sind geheimnisvoll, liebevoll und voller Mystik. Sie unterstreichen das geschriebene Wort auf beste Weise und berühren auch immer wieder.

Die Aufmachung des Buches ist sehr gelungen, es ist hochwertig und sehr ansprechend. Das Inhaltsverzeichnis ist super übersichtlich, die Karte hinten und das Glossar sind hilfreich und schön gestaltet.

Die Geschichten sind toll erzählt, sowohl die Sachbuchebene als auch die andere. Besonders fasziniert und begeistert haben mich die Abschnitte, in denen die Bronze selbst erzählt. Auf diese Idee wäre ich nie gekommen, aber es ist genial. Ich mochte es sehr, man war so nah dran am Geschehen, als hätte man selbst eine kleine Zeitreise im Kopf gemacht! Die Geschichten im Sachbuch sind einfach bezaubernd und ergänzen das Wissen um den menschlichen, berührenden und faszinierenden Teil.

Dieses Buch zieht auf jeden Fall in mein Regal ein - wo längst nicht mehr jedes Buch reindarf, weil es einfach schon so voll ist - und ich freue mich schon jetzt darauf, es nochmal zu lesen.

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Rezensionen von brauneye29:

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Gruß aus der Küche von Ingrid Noll

Zum Inhalt:
Irma hat aus dem Gasthaus "Zum Hirschen" ein vegetarisches Lokal, das "Aubergine" gemacht. Dort arbeitet einen bunte Mischung von Menschen, die alle etwas besonderes an sich haben. Und wie in jeder Lokation gibt es neben guter Laune und positiven Vibes auch viele Turbulenzen.

Meine Meinung:
Unglaublich, wie die Autorin auch in ihrem hohen Alter immer wieder Bücher raushaut, die etwas Besonderes haben. Hier hat mir der Gemüsemann als Figur besonders gut gefallen, aber auch die anderen Figuren hatten einfach Charme. Mit viel Humor und Ironie wird eine einfach unterhaltsame Geschichte erzählt.
Fazit:
Gefällt mir

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Rezensionen von Manfred Fürst:

Dionysos, ein böser Schlingel

Die Unbekannte von Guillaume Musso

Capitaine Roxane Montchrestien wird wegen „In Gefahrbringung“ ihrer Einheit „Zielfahndung“ zum BANK versetzt, ruhiggestellt, vielleicht auch abgeschoben. BANK wie „Bureau des affaires non conventionneles“ oder „Büro zur Aufklärung nicht konventioneller Angelegenheiten“. Ihr Vorgänger Commissaire Marc Batailley hat sich unglücklicherweise bei einem Sturz verletzt und liegt im Krankenhaus – im Koma.

Der „Leuchtturm“, Roxanes zukünftiger Arbeitsplatz, von außen furchteinflößend, aber innen entdeckt sie zwei heimelige Etagen mit einem erstaunlichen Panorama von Paris: „Im Westen der Eifelturm und die Kuppel des Invalidendoms, im Norden Montmartre und Sacré-Coeur, im Süden der Jardin du Luxembourg und die hässliche Tour Montparnasse, im Osten die Kathedrale Notre-Dame, noch immer nicht wieder ganz aufgebaut.“ Und eine Flasche Weißwein – Pessac-Léognan, Domaine de Chevalier 2011. Zusätzlich zwei Mitbewohner im Turm: Kater Poutine und Studentin Valentine.

Eine junge Frau wird vor dem Ertrinken aus der Seine gerettet. Sie ist verwirrt und nicht ansprechbar. Bekleidet nur mit einer Armbanduhr, wie sich später herausstellt, einer Chronometre à Résonance, preislich nahe einer 80 m2 Eigentumswohnung und einem auffälligen Tattoo um den Knöchel; auch hier stellt sich später heraus, dass dieses dem Dionysos-Kult zugeordnet wird. Bei der Überbringung in die Psychiatrie entwischt sie dem einzigen sie begleitenden Polizisten. Um die Konfusion auf die Spitze zu treiben, stellt sich heraus, dass ihre DNA Milena Bergmann gehört, einer gefeierten Pianistin, die vor einem Jahr bei einem tragischen Flugzeugabsturz ums Leben gekommen war.

Obwohl Roxane nicht mehr bei der Zielfahndung ist, will die sie diesen Mysterien auf den Grund gehen, mit Hilfe ihrer „Mitbewohnerin“ Valentine. Bei ihren Ermittlungen entdeckt sie, dass ihr Vorgänger Batailley verschiedene Spuren verfolgt hat, aber verdeckt. Für Roxane ergibt das keinen Sinn. Sie kämpft gegen ihre Frustration: „Sie war aus ihrem Job entlassen worden, sie hatte null Privatleben, sie ging allen auf die Nerven und alle gingen ihr auf die Nerven. Sie hielt diese Stadt nicht mehr aus, diese Leute, diesen Blödsinn, den man hörte, sobald man das Radio anschaltete, den Fernseher, den Computer. Dieser große Sieg der Mittelmäßigkeit. Immer. Überall.“ (S. 237ff.)

Die schwerfällige französische Bürokratie und die konkurrierenden und sich gegenseitig behindern und blockieren Polizeieinheiten, erschweren den wahren Blick auf die komplexen Entwicklungen. Einzig Mussos eigensinnige Hauptakteurin Roxane ist auf der richtigen Spur. Sie weiß zu kämpfen und bleibt ihrer Linie treu.

Primär schreibt Musso als Erzähler, wechselt aber zeitweise die Perspektive und wird zum Ich-Erzähler. Ab der Hälfte des Romans steigt die Spannung, griechische Mystik und französische Realität vermischen sich. Weil die Puzzeles nicht linear zur Lösung führen muss der Leser gespannt bis zum Schluss warten.
Musso versteht es meisterhaft, seinem Roman eine Brise Ironie beizumischen, absichtlich - sei dahingestellt, vielleicht liegt es an der Übersetzung.

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