Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Duffy:
Der Wind kennt meinen Namen von Isabel Allende
Hinter dem tollen Cover mit der sehr ansehnlichen Frau verbergen sich Fluchtgeschichten von mehren Personen und auf unterschiedlichen Zeitebenen. Die Handlung beginnt sehr vielversprechend mit dem Schicksal des Judenjungen Samuel den die Eltern schweren Herzen nach England verschicken lassen und der dann der einzige aus der Familie ist der überlebt.
Danach kommen weitere Geschichte über Flüchtlingskinder in anderen Zeiten zur Sprache die ebenfalls ein schweres Schicksal erleiden mussten. Dadurch gerät die ganze Story aus dem Zusammenhang.
Fazit:
Der rote Faden ist hier die Flucht der Menschen durch das Elend in der Welt. Viel Weltgeschichte wird hier verarbeitet, schwere Kost, auch mit vielen Längen. Trotz allem fehlte mir hier die Tiefe. Bin etwas enttäuscht von der Bestsellerautorin hatte ich mehr erwartet.
Rezensionen von mari_liest:
Ein cooles Gedankenexperiment, das mich nicht völlig gekriegt hat
Und alle so still von Mareike Fallwickl
Wir lernen drei Hauptpersonen kennen: Elin, um die 20, Influencerin, die auch die negativen Seiten dieses Jobs zu spüren bekommt. Nuri, auch um die 20, Mann mit Migrationshintergrund, kämpft sich ohne Schulabschluss rund um die Uhr durch schlechte bezahlte Jobs. Ruth, Mitte 50, ist Krankenpflegerin in einem Krankenhaus und durch den Fachkräftemangel arbeitet auch sie gefühlt rund um die Uhr und kommt sowohl mental als auch körperlich an ihre Grenzen.
Wie auch schon im letzten Buch lehnen sich im neuen Buch von Mareike Fallwickl lehnen die Frauen gegen die Männer-Welt auf. Diesmal geht dies jedoch gewaltfrei von Statten, zumindest von Seiten der Frauen. Inhaltlich geht es um Care-Arbeit und um den Pflegeberuf. Im Buch geht Fallwickl diesmal so weit, dass Frauen nicht mehr mitmachen, und sich und ihre Arbeit niederlegen, in stillem Protest. Da liegen sie nun, tun nichts mehr und bald eskaliert die Situation.
Fallwickl konstruiert, wie sie selbst in einem Live-Talk gesagt hat, ein Gedankenkonstrukt, in dem sie aufzeigen will, wie es wäre, wenn Frauen sich verweigern, streiken und untereinander nur mehr solidarisch und verständnisvoll wären. Und das ohne Sorgearbeit das System zusammenbricht.
Die Idee finde ich unheimlich spannend, auch wenn sie mir persönlich (nach Beendigung des Buches) zu kurz gegriffen ist, denn es gibt zig andere Dinge, die uns ALLE täglich betreffen, und wenn die nicht mehr gemacht werden, bricht ein System auch auseinander. Mit ist vollkommen klar, dass diese Arbeit, die wir als Frauen unablässig leisten, mehr gesehen, mehr honoriert (auch in monetärer Hinsicht) werden muss. Doch ausgehend von dem Gedankenexperiment schaudert es mich einfach. Und das möchte ich kurz erklären.
Vielleicht bin ich nicht die komplett richtige Zielfrau für diese Geschichte, denn vieles was täglich beklagt wird ist nicht zu 100% meine Lebensrealität (meine Care-Arbeit bspw. findet bei zwei älteren Menschen statt) und auch die von Menschen in meinem Umfeld, die Care-Arbeit leisten oder in der Pflege tätig sind. Und ich möchte auch gar nicht bezweifeln, dass es diese Erschöpfung gibt, denn im Buch von Franziska Schutzbach wird diese ausführlich und nachvollziehbar beschrieben.
Was mich so beschäftigt nach der Lektüre ist, dass ich dieses Buch nicht als vereinend empfinde, im Gegenteil. Mir mutet es an vielen Stellen wie eine Utopie an, deren Gegner nur Männer sind und das ist nicht die ganze Wahrheit (gibt da noch Politik, etc. und so). Es wird außer Acht gelassen, dass es sehr wohl auch Frauen gibt, die auf diese gewünschte Solidarität einen Dreck geben. Diese Stereotypisierung im Buch ist vielleicht gewollt, aber mir ist sie auch too much. Nuri ist plötzlich DER Mann, der Frauen komplett versteht. Elin, deren Einkommen auf dem Spiel mit ihrem Körper beruht, hat plötzlich vollstes Verständnis für das Thema Care-Arbeit, hatte aber selbst noch nie Berührungspunkte damit und macht innerhalb weniger Tage eine komplette Drehung ihrer Persönlichkeit. Ruth war mich für der einzig greifbare Charakter, deren Tun ich nachvollziehen konnte, die ein Opfer des Systems ist. Viele Dinge im Buch sind auch einfach nicht erklärt, sie geschehen auf einmal ohne Erläuterung.
Was ich cool gefunden hätte für diese gute Idee, dass diese etwas differenzierter herausgeschält ist. Die prekäre Situation von vielen Frauen in der Gesellschaft wird thematisiert und öffnet den Raum für eine Diskussion, jedoch ohne vielleicht auch Lösungsansätze zu bieten. Dass es vor allem eines kulturellen Wandels bedarf, um traditionelle Geschlechterrollen zu überdenken und zu verändern, kommt eigentlich gar nicht vor.
„Und alle so still“ … es sollte provozierend sein und der Grundgedanke, den sie erklärt, ist sehr interessant. Der hat mich gekriegt, daher wollte ich das Buch lesen!
Mich persönlich jedoch hat die Message nicht zu 100% erreicht, denn sie fühlt sich nicht fertig gedacht an, spielt mir persönlich zu viel mit Stereotypen (Migration, ALLE Frauen sind erschöpft, ALLE Frauen legen sich nieder – in manchen Ländern legt sich sicher niemand nieder, weiße CIS-Frau, , Pflege, etc.), entfacht zwar eine Diskussion, jedoch mit dem Tenor darauf, dass alle Männer böse sind; plötzlich sind alle Frauen solidarisch (das sind sie nicht, das ist etwas, dass ich sehr oft im beruflichen Kontext erlebe und das wird es auch nicht, denn so sind Menschen nicht). Und mir fehlt auch ein wenig die Diversität, auch wenn wir Nuri im Plot haben. Als divers kommt dies jedoch nicht bei mir an.
Ich habe das letzte Buch sehr gefeiert und ich mag es sehr, dass Fallwickl den Finger in die Wunde drückt, um Dinge aufzuzeigen. Ich hätte mir in diesem Buch weniger von allem, und mehr von möglichen Lösungen gewunschen, denn eine weitere Verhärtung von Fronten wird uns nicht weiterbringen.
Der Schreibstil ist direkt, trocken, stellenweise etwas sperrig. Dennoch bin ich leider, außer mit Ruth, nicht warm geworden mit der Lektüre. Mir wirkte vieles zu gewollt, ohne Ziel und wo man eigentlich hinmöchte; nur Chaos und keine Auflösung …
Im Buddyread mit hat unsere Whats-App-Gruppe förmlich geglüht vor Diskussionen, möglichen Annahmen und Szenarien in unseren Köpfen. Bei dreiviertel des Buches hatte ich Angst in eine Leseflaute zu rutschen.
In meinem Gedankenexperiment wäre es jedoch genial gewesen, diese Idee auf zwei oder drei Bücher aufzuteilen, denn ich verstehe im Grundsatz, was Fallwickl möchte. So war mir persönliche die Lektüre diesmal zu gewollt negativ und anstrengend. Oder vielleicht habe ich die Lektüre in ihrem Umfang einfach nicht verstanden. Mag auch sein.
Rezensionen von MarcoL:
Das Schicksal einer starken Frau in einem vergessenen Dorf. Poetisch. Atmosphärisch.
Die Schönheit der Rosalind Bone von Alex McCarthy
Cwmsysgod, ein Dorf in Wales, eingepfercht in ein Tal, umgeben von Hügeln und Bergen mit dichtem Wald. Idyllisch, könnte man meinen, nach außen hin. Unter der Oberfläche sieht es anders aus. Die Kohlehalden aus der stillgelegten Zeche sind bedeckt, nicht sichtbar. Aber sie bergen eine Gefahr. Die Menschen im Dorf sind an das Ufer des ehemaligen Bergwerkes gespült, liegen da herum wie angeschwemmtes Holz, und versuchen, das beste aus ihren Situationen zu machen.
Es gab einen schweren Unfall in der Mine mit vielen Toten. Darunter auch der Vater von Mary und Rosalínd. Später wurde der Betrieb geschlossen, Verzweiflung und Arbeitslosigkeit grassierten wie ein Geschwür. Der Vater der Clements-Brüder kam damit nicht klar und beging Suizid, gefunden von seinem Sohn Daniel.
Der Eckladen von Mrs. Williams überlebte dank der „Geschäftstüchtgkeit“ der Besitzerin. Hochbetagt, mit ihren 80 Jahren, aber reich an „Erfahrung“.
Rosalind war ein wunderschönes Mädchen. Sie wurde immer darauf angesprochen, begehrt, schien das einzige weibliche Geschöpf im Tal zu sein, und auf ihr Äußeres reduziert. Sie litt sehr unter diesem Umstand, genauso wie ihre Schwester Mary, die kaum beachtet wurde. Am Tag des Unglücks verschwand Rosalind.
Allein der Wald übersteht die von menschengemachten Tragödien.
Jedes Kapitel erzählt über eine andere Person und deren Part in dem Spiel, welches sich „Überleben“ nennt.
Daniel und Shane – die Clement-Brüder, welche vom Pfad der Tugend abgekommen sind. Jeder weiß das im Dorf, jeder zeigt mit dem Finger auf sie. Aber warum das so ist, auch wenn offensichtlich, offenbart sich dennoch erst im Laufe der Geschichte. Genauso verfährt die Autorin mit den anderen. Immer wieder dreht es sich um Rosalind und Mary. Marys Tochter Catrin entdeckte eines Tages das einzig erhaltene Foto ihrer Tante Rosalind, und beginnt, Geheimnissen auf die Spur zu kommen. Nebenbei wird in Folge der Brandstiftungen der Brüder eine verwahrloste alte Frau aufgefunden, die gerade noch gerettet werden konnte. Und die Dinge kommen ins Laufen …
All dies und noch viel mehr stecken in den gerade mal 160 Seiten. Fest verpackte Pakete von Schicksalen, welche nach und nach aufgeschnürt und entblößt werden.
Alex McCarthy versteht es in ihrem Debütroman perfekt, ihre Leserschaft zu fesseln. Das Tal, grün und eingekesselt von Bäumen, scheint keinen Lichtschein zu zulassen, so grau und trist kommt es einem vor.
S.146: „Der Himmel hing tief und grau über ihm, eine dunkle Wolke verschlang die nächste, bis alles schwarz war und die Sonne verschwunden.“
Und dennoch möchte man sich beim Lesen durch die Zeilen pressen, um auf der anderen Seite im Tal als reale Person aufzutauchen. Ein Sog, der einen durch das Buch zieht.
Der Sprachstil ist einerseits sehr direkt, und dann wieder derart poetisch mit wunderbar gestalteten Sätzen, dass es eine wahre Freude ist und man manche Absätze mehrmals liest ob der Verzauberung der Worte.
Der Roman ist ein Potpourri von gesellschaftlichen Abgründen, ein Stimmungsbild von patriarchalen Strukturen, welche nur von Frauen durchbrochen werden können. Die Düsterheit des Waldes als Synonym für die Angst der Frauen vor der überall vorherrschenden Misogynie. Perfekt eingepackt in eine atmosphärisch dichte Geschichte.
Ganz große Leseempfehlung und definitiv ein Jahreslesehighlight.
Rezensionen von nuean:
Spannendes Finale
This Vicious Grace - Die Verbannten von Emily Thiede
Mich hat Teil eins so begeistert, dass ich mich riesig auf das Finale gefreut habe. Das Cover ist wieder wunderschön und passt perfekt zum ersten Teil.
Eigentlich hätten sich Alessa und ihre Gefährten etwas Ruhe nach dem letzten Kampf verdient, aber es ist eine neue Bedrohung auf dem Weg und auch Alessa und Dante können sich nicht so nahekommen wie sie es gern hätten.
Also geht es in eine neue Runde gegen einen Unbekannten Feind und in ein unbekanntes Land. Denn nur vereint mit Dantes Volk sollen sie den neuen Feind besiegen können.
Ich liebe einfach die Konstellation, Alessa, die Finestra, die endlich nicht mehr allein ist. Ihre Fontes jeder auf seine Art wichtig, Adrick Alessas Bruder bei dem Mann nicht weiß, ob man ihm trauen kann und letztendlich Dante, der Fels in der Brandung, dem sie aber wieder nicht so nah sein kann wie sie möchte. Als die Truppe nun aufbricht, um Dantes Volk zu finden beginnt eine Reise ins Unbekannt und auch Dante muss sich seiner Vergangenheit stellen. Es kommen neue tolle Charaktere dazu die ich auch nach und nach ins Herz geschlossen habe. Es gibt einige Wendungen und Überraschungen. Begeistert hat mich aber die Liebe zwischen Dante und Alessa, die einiges mit- und durchmachen. Ich habe mitgefiebert und mitgelitten.
Der Schreibstil ist so flüssig, humorvoll und bildgewaltig, ich war mittendrin in der Handlung und konnte das Buch nicht aus der Hand legen. Schade, dass es nun schon zu Ende ist, denn ich hätte gern noch viel mehr von Dante, Alessa und ihren Freunden!
Fazit: Ein spannender, überraschender und emotionaler Finalband
Rezensionen von Tara:
Luft nach oben
Vengeance von Ruby Braun
Die Thematik mit dem luziden Träumen, welches das komplette Buch einnimmt, sowie das Setting fande ich super interessant. Leider hat mich die Umsetzung jedoch nicht komplett überzeugt. Mir hat das gesamte Buch über die Spannung gefehlt, was vielleicht auch daran lag, dass die „Plotttwists“ alle (bis auf das Ende) sehr durchschaubar waren.
Die Liebesgeschichte war eher nebensächlich und hätte auch komplett wegbleiben können und meiner Meinung nach keinen großen Unterschied gemacht.
Ich kann nicht wirklich behaupten, dass ich Nemesis und/oder Mercy als Protagonisten sympathisch fande. Mit dem Hintergrund von Nemesis, dass ihr einziges Motiv ist, ihren Bruder zu rächen und dafür über Leichen gehen würde und dem Hintergrund von Mercy, dass er seine Tante beschützen möchte, sind die Handlungen der beiden aber verständlich.
Die Dynamik zwischen Nemesis und Mercy hat Spaß gemacht zu lesen. Die Spannung zwischen den beiden war das gesamte Buch deutlich spürbar, mehr als das habe ich aber ehrlich gesagt nicht gespürt, weswegen sich das anbandeln der beiden zum Ende hin für mich etwas gezwungen angefühlt hat.
Vengeance von Ruby Braun hat mir im Großen und Ganzen ganz okay gefallen und ich würde das Buch mit 3.25/5 bewerten.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Hat mich enttäuscht
Das Fenster zur Welt von Sarah Winman
Der Klappentext und der Beginn klingen sehr vielversprechend:
Der junge Soldat Ulysses und die sechzigjährige Kunsthistorikerin Evelyn begegnen einander 1944 in einem Toskanischen Weinkeller. Die Britische Armee ist auf dem Weg, Europa aus den Klauen des Nazi-Regimes zu befreien. Daneben gilt es, Kunstschätze zu retten.
Doch nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges fällt es Ulysses schwer, sich in das East End Londons wieder einzufügen. Wenig später bricht er kurz entschlossen mit einigen Reisegefährten in das Wagnis, ein neues Leben in Florenz zu führen auf.
Meine Meinung.
Leider bin ich mit diesem Buch nicht wirklich warm geworden. Ich habe hier etwas anderes erwartet, nämlich die Rettung der Kunstschätze, die aus den Museen und Kirchen von den NS-Truppen geraubt worden sind. Bekommen habe ich ein weichgezeichnetes Bild der Wirklichkeit, in dem die Beschreibung der wunderbaren Landschaft, den Genuss und die ergreifende Schönheit von Kunst, sehr viel Raum einnimmt, jedoch am echten Leben vorbeigeht.
Das Leben der Protagonisten läuft zunächst, trotz der Bedrohung durch das Kriegsgeschehen fein erzählt, ab. Je weiter der Roman fortschreitet, desto unstrukturierter wirkt die Darstellung des eBooks auf mich. Vor allem gegen Ende des Romans, werden kaum Absätze, geschweige denn Kapitel angeboten. Die 1970er-Jahre rauschen wie im Zeitraffer auf nur wenige Zeilen beschränkt dahin.
Die Charaktere wirken seltsam leblos, sind in ihre eigene Gefühlswelt verstrickt. Ulysses bleibt mir ein ziemliches Rätsel. Obwohl er allen Grund hätte, auf Peg sauer zu sein, macht er keinen reinen Tisch. Er wirkt weder fremd in seiner neuen Heimat Florenz noch besonders aufgeregt, als das Hochwasser von 1966 seine ganze Arbeitsgrundlage zerstört wird. Die Figur war für mich bis zum Ende nicht greifbar und ein wenig blass.
Die Übersetzung aus dem Englischen ist an einigen Stellen nicht wirklich gelungen: "eingedoste Sardinen" oder "ein ganzes Meer an Freundschaften".
Ganz eigenartig finde ich, dass die Einwanderer in Italien mit offenen Armen aufgenommen werden, kaum kulturelle Missverständnisse auftauchen und Sprachbarrieren kaum vorkommen. Das ist wohl die Sicht der etwas abgehobenen Engländer. Die verarmte Bevölkerung der Toskana kommt kaum zu Wort.
Fazit:
Für mich persönlich leider keine Offenbarung, sondern eine stellenweise langweilige Erzählung. Hier kann ich nur 2 Sterne vergeben.
Rezensionen von Natalie:
Freundschaft, die lange währt
Das Fenster zur Welt von Sarah Winman
Der junge britische Soldat Ulysses und die sechzigjährige Kunsthistorikerin Evelyn begegnen einander zufällig mitten in der Toskana während des zweiten Weltkriegs. Obwohl es nur eine kurze Begegnung ist, sollten sie beide einander nicht vergessen, jedoch eine lange Zeit aus den Augen verlieren…
Der Roman mit dem treffenden Titel „Das Fenster zur Welt“ zeigt dem Leser genau das - nämlich das Leben.
Wird zu Beginn kurz der zweite Weltkrieg gestreift, geht es danach vor allem um die Menschen, die wir im Buch begleiten dürfen. Was hat der Krieg aus ihnen gemacht, aber vor allen auch, wohin geht die Reise? Die Geschichten der beiden Hauptprotagonisten wird erzählt - teilweise in England, hauptsächlich aber in Florenz. Beide haben Freunde und treue Wegbegleiter, welche immer an ihrer Seite sind. Nicht alle sind sympathisch, aber definitiv wie aus dem echten Leben entsprungen. Der rote Faden während des gesamten Buchs, welches insgesamt über mehrere Jahrzehnte geht, war für mich die Freundschaft und die Lust am Leben mit all den schönen, aber auch tragischen Momenten. Ulysses und Evelyn verbindet eine ganz besondere Freundschaft, die ich gern begleitet habe - zuerst einzeln, bis sie sich schlussendlich wieder gefunden haben. Einzelne Längen haben meine Lesezeit nur unwesentlich beeinflusst. Leseempfehlung von mir.
Rezensionen von froschman:
Jugendliche Agenten als letzte Hoffnung!
Last Line of Defense, Band 1 - Der Angriff von Andreas Gruber
Jayden D. Knoxville nimmt an illegalen Boxkämpfen im Hafengebiet teil, um für seine Tante, seine Schwester und für sich selbst über die Runden zu kommen. Nach einem dieser Kämpfe wird Jayden von einem Mann angesprochen, der ihm eine Ausbildung bei der Last Line of Defense anbietet. Dies sei eine Geheimorganisation, von der nicht einmal die MI6 Bescheid weiß.
Zusammen mit Erik Tuomi und Lenny Zarakis beginnt Jayden eine harte Ausbildung, von deren Existenz nicht einmal seine Angehörigen erfahren dürfen. Bei seinem ersten Auslandseinsatz wird er in der Botschaft in Buenos Aires eingesetzt, vorerst in der Postabteilung. Es kommt bald zu einem schwerwiegenden Zwischenfall. Die Influenzerin und Investigativjournalistin Sofia flieht in die Botschaft, die kurz darauf von einem Drohnenanschlag fast zerstört wird. Jayden hilft Sofia, sie versuchen, den Angreifern zu entkommen. Es beginnt ein Wettrennen um Leben oder Tod!
Der Angriff ist Band eins einer neuen Jugendkrimireihe von Andreas Gruber. Die Abenteuer der Hauptpersonen Jayden und Sofia werden spannend dargestellt. In Rückblenden wird klar, wie Jayden zur Last Line of Defense gekommen ist. Der Spannungsbogen ist über das ganze Buch hochgehalten. In einer Art Agententhriller schreibt Gruber einen Jugendkrimi, der auch Erwachsene begeistern kann. Ich freue mich schon auf den nächsten Teil!
Rezensionen von froschman:
Spannungsarmer Krimi
Der Nachtläufer von Karin Fossum
Immer wieder steigt in einer norwegischen Kleinstadt ein Täter in der Nacht in Wohnungen ein und bedroht den alleinstehenden Bewohner mit einer Faustfeuerwaffe, spannt den Hahn, aber bisher ist noch kein Schuss gefallen. Am Fenster bleibt ein post-it mit einer dreistelligen Zahl zurück, der Täter entkommt unerkannt.
Eddie Feber ist als Kommissar auf diese Fälle angesetzt, kann aber noch keine Schlüsse aus den Zahlenkombinationen ziehen. Wann wird es den ersten Todesfall geben?
Ganz in der Nähe lebt der achtzehnjährige Meidel Johnson bei seinem Großvater Lennart in einem kleinen Haus. Doch jetzt ist der Lennart gestorben. Seine Mutter ist in einer psychiatrischen Einrichtung, der Vater seit beinahe vier Jahren im Gefängnis und soll in einem Monat entlassen werden. Und Meidel hat Angst vor seinem gewalttätigen Vater.
Dieser Krimi von Karin Fossum hat mich nicht erreicht, das Buch war zwar leicht zu lesen, aber der Inhalt war doch etwas flau und konnte mich nicht fesseln. Die Ermittlungen spielen eher eine Nebenrolle, auch wenn der Kommissar Feber authentisch dargestellt wird. Für mich ein eher durchwachsenes Buch mit wenig Spannung!
Rezensionen von Petra Sch.:
leider zu viele Logikfehler; aber die Autorin kann fesseln
Das Resort von Sarah Goodwin
Mila und ihr Mann Ethan reisen von England nach Deutschland, um die Hochzeit von Milas Schwester Jess mit Pete in einem luxuriösen Resort in den Bayrischen Alpen zu feiern.
Doch auf dem Weg bleibt der Mietwagen liegen, und die beiden stranden in einem sehr alten, verlassenen Ort namens "Witwerberg", der aus nur wenigen, verfallenen Holzhütten besteht.
In der am besten erhaltenen schaffen sie es, ein Feuer im Kamin zu entfachen und die Nacht zu verbringen. Doch als Mila am nächsten Tag aufwacht, ist Ethan spurlos verschwunden - im wahrsten Sinne des Wortes, denn es gibt nirgendwo Fußabdrücke im Schnee, außer ihren eigenen vom Vortag.
Die Autorin schafft es, die Situation in Kälte und Schnee, hungrig, einsam, beklemmend und auch lebendig darzustellen, sodass man sich in dem verlassenen Ort mittendrin fühlt und mit Mila mitfühlt, auch wenn diese nicht gerade eine Sympathieträgerin ist. Sie fühlt sich beobachtet, das kommt richtig bedrohlich rüber; die nicht vorhandenen Fußspuren sind mysteriös; und dann findet sie noch die Leichen, brrr.
Mila ist ganz alleine, ängstlich, hungrig und auch noch verletzt, in einer ausweglosen Situation, doch die Autorin hat es hervorragend gemeistert, mit nur einer einzigen Person derart hohe Spannung zu erzeugen!
Die Rückblick-Kapitel in Milas Kindheit geben Einblicke in die komplexe Schwestern-Beziehung bzw. zu den Eltern, und man kann Milas Verhalten Jess gegenüber eher nachvollziehen.
Leider gibt es aber auch viele Ungereimtheiten und Logikfehler, auf die ich leider nicht wirklich eingehen kann, ohne irgendwelche Details zu verraten. Ich fand es zB befremdlich, dass es keinerlei Spuren gab; oder dass sich niemand so richtig auf die Suche gemacht oder die Polizei eingeschalten hat (das würde ich ja als allererstes machen, wenn ich jemanden vermissen würde).
Und es gibt auch unnötiges bzw. für die Geschichte belangloses "Füllmaterial"; manches wirkt zu gewollt; weiters wird sooo oft wiederholt, dass Mila endlich für Jess da sein und sie nicht schon wieder enttäuschen will und nicht immer (ungewollt) im Mittelpunkt steht, das ist etwas langatmig, weil sich ihre Gedanken immer wieder im Kreis drehen.
Abgesehen davon erfährt man erst sehr spät, was eigentlich zwischen den Schwestern bzw. in der Familie vorgefallen ist.
Auch wird nicht alles über diesen alten, verlassenen Ort ganz aufgelöst.
Der Titel passt mMn auch nicht so ganz, da sich das meiste Geschehen ja in Witwerberg abspielt und nicht im Resort.
Die Autorin präsentiert zwar einige Verdächtige; wer Mila das angetan hat, dass sie so ganz allein an diesem unwirtlichen Ort festgesetzt ist, hat sich eigentlich relativ schnell abgezeichnet, somit war das für mich zumindest keine große Überraschung - die Motivation dafür allerdings schon! (Leider auch etwas, das für mich unter "unlogisch" fiel.)
Fazit:
Ein in der ersten Hälfte total fesselnder Thriller; gegen Ende fällt die Spannung leider ab und aufgrund der gehäuften Ungenauigkeiten, Ungereimtheiten und Logikfehler kann ich nur 3 Sterne vergeben.










