Kunden em pfehlungen
Rezensionen von HEYN Leserunde, Petra Hesse:
Conseil = Rat = Sowjet: Vorsicht und Nachdenken bei Zeitwanderungen!
Das andere Tal von Scott Alexander Howard
Die Zeit ist als solche weder wahrnehmbar, noch kann der Mensch sie beeinflussen. Die einzige Möglichkeit, Zeit aktiv zu gestalten, besteht im Erzählen. So lässt sich der Roman als narrative Versuchsanordnung lesen, in der beide Unmöglichkeiten aufgehoben sind: Auf den Raum projiziert, lässt die Zeit sich in unterschiedlicher Richtung begehen, und die Veränderung eines vergangenen Geschehens beeinflusst in der Folge auch die Zukunft jener Vergangenheit – die jeweilige Gegenwart der Heldin.
Sämtliche Bewusstseinsinhalte geraten so in Fluss, Fakten werden buchstäblich liquidiert.
Stabilisierend wirkt in dieser verflüssigten Realität das Regime eines „Conseil“, eines Rates, russisch: Sowjet. Dieser historischen Vorgabe entsprechend ist die staatliche Kontrolle der verschiedenen Zeitabschnitte in den Tälern der dargestellten Welt rigide und entmenschlichend. Anhand individueller Schicksale stellt sich vor diesem Hintergrund die Frage nach der Wünschbarkeit von menschlichen Eingriffen in die Zeit und in ihre Erinnerung durch das menschliche Bewusstsein. Deutlich wird dies nicht zuletzt daran, dass die Konsequenzen eines Eingriffs in die Vergangenheit nicht restlos auserzählt werden können: Was wird z. B. aus den trauernden Eltern, deren Sohn plötzlich nicht mehr gestorben ist? Was aus einem Flüchtling, den die nun nicht zur Gendarmerie strafversetzte Heldin bzw. ihr Verehrer in spe nicht erschießen kann? etc.
Das Abwägen positiver und negativer Ergebnisse von Korrekturen der Vergangenheit ergibt kein eindeutiges Bild – Vorsicht scheint geraten. Und die sowjetische Erfahrung der staatlichen Erinnerungskontrolle gibt zusätzlich zu denken, ohne allzu einfache Lösungen anzubieten. Aber wie wirkt sich auch die allgemein menschliche Überformung von Erlebtem in der Erinnerung als innerer und sinngebender Lebensgeschichte aus? Ein kluges und überaus anregendes Buch, das keine vorschnellen Antworten gibt, sondern zunächst einmal Fragen stellt!
Rezensionen von Lotta:
Einfallsreiche Fantasy gepaart mit viel Freundschaft!
Sepia 1: Sepia und das Erwachen der Tintenmagie von Theresa Bell
Sepia ist in einem Waisenhaus aufgewachsen. Plötzlich kann sie dieses verlassen, weil ihr in Flohall eine Stelle als Auszubildende angeboten wird. Ihr? Aber sie kennt doch niemanden! Gerade sie, soll die Geheimnisse des Buchdruckes lernen, wo sie doch immer Tintenflecken an den Fingern hat.
Der Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen.
So bleibt es nicht bei vielen Beschreibungen und dem Kennenlernen von Sepia. Es werden auch immer wieder neue phantastische Wesen vorgestellt, mal gruselig, mal liebevoll. Hier ist wirklich viel Liebe zum Detail eingeflossen.
Sepia bleibt natürlich in Flohall nicht alleine. Da sind noch andere Auszubildende in der Buchdruckerei und die Freunde ihres Meisters, ein Buchbinder und eine Illustratorin, haben auch jeweils Auszubildende. Gemeinsam mit ihren Freunden gilt es daher Flohall und vor allem die Geheimnisse rund um Flohall zu entdecken.
Insgesamt eine wirklich tolle Geschichte, die Lust auf mehr macht. So einfallsreiche Fantasy habe ich lange nicht mehr gelesen, ist sie doch fernab der klassischen Hexe, Elfe, Vampir usw. Geschichten! So bewerte ich mit 5 von 5 Sternen.
Es lohnt sich auch eine Lesung von Theresa Bell zu besuchen. Ihre Stimme passt sehr gut in die von ihr erschaffene Welt...
Rezensionen von Duffy:
Unter dem Moor von Tanja Weber
Das Echo der Gezeiten, hier geht es um eine sehr fantasiereiche Geschichte aus der Vergangenheit und der Gegenwart. Nes lebt 1523 auf einer kleinen Insel, wo immer wieder Kinder verschwinden, das man den Hexen anhängt. Als Hexen bezeichnet man Nes Mutter und sie. Sie leben bei Beginen in einem Konvent und hatten gedacht hier endlich Ruhe zu finden vor den Anschuldigen der Inselbewohner.
Doch Nes ist taff und klärt so nach und nach die Geschichte um die verschwundenen Kinder unter Lebensgefahr auf.
Das ganze hängt mit einem Schiff der Medusa zusammen, das immer wieder vor der Insel auftaucht In der Gegenart findet Tilla beim tauchen das versunkene Schiff. Sie ist so fasziniert von ihrem Fund, das sie fast das rechtzeitige Auftauchen vergisst.
Fazit:
Etwas unwahrscheinliche Geschichte, die mich leider nicht überzeugt hat.
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Rezensionen von Miro:
Wenn es unter der Oberfläche brodelt
In den Augen meiner Mutter von Jo Leevers
Georgie ist hochschwanger und allein zuhause, als sie zufällig ein Bild ihrer Mutter auf Social Media entdeckt. Sie hat sie seit 20 Jahren nicht gesehen und macht sich sofort auf den Weg. Gemeinsam mit ihrem Bruder Dan, den sie auch seit einigen Jahren nicht mehr gesprochen hat, reist sie nach Schottland, um endlich ein paar Antworten auf ihre Fragen zu bekommen.
Warum hat Nancy ihre Kinder verlassen und nur ein einziges Mal eine Postkarte geschickt?
Warum haben sich Dan und Georgie zerstritten, obwohl sie als Kinder so fest zusammenhalten haben?
Und welches Trauma steckt hinter Georgie's Angst vor Brücken?
Jo Leevers erzählt uns Nancys Geschichte nicht linear. Immer wieder lesen wir in Rückblenden, wie Nancy aufgewachsen ist, wie sie ihren Mann Frank kennenlernte und was in ihrem Leben alles schief gelaufen ist, sodass sie als Einsiedlerin in einer Hütte im Wald gestrandet ist und sich verfolgt fühlt.
Als ich die Lektüre begonnen habe, hatte ich einen ganz anderen Roman erwartet. Ich hatte erwartet, dass die Familiengeheimnisse etwas subtiler an den Grundfesten des Familienkonstruktes nagen. Dass wir es mit einer komplett zerrütteten Familie zu tun haben, hat mich doch überrascht.
Als die Reise beginnt, ist schnell klar, dass Georgie und Dan eine Weg finden werden, ihre Differenzen zu überbrücken. Sie haben sich immerhin gemeinsam auf den Weg gemacht. Was allerdings zu diesen Zerwürfnissen geführt hat, bleibt lange im Unklaren. Die Auflösungen sind auch nicht immer befriedigend. Gar zu viele Zufälle spielen den beiden in die Hände und lassen die Geschichte dann doch sehr konstruiert wirken. Die Autorin verliert im Verlauf immer mehr ihre Glaubwürdigkeit. Die Bedeutung der Themen verliert dadurch an Gewichtigkeit und der Roman wird zu einer unterhaltsamen Sommerlektüre, ohne großen Mehrwert.
Das Buch liest sich einfach, ist spannend und wen es nicht stört, dass nicht alles ganz glaubwürdig ist, dem ist es tatsächlich zu empfehlen. Mich hat es gut unterhalten, es wird mir allerdings auch nicht all zu lange in Erinnerung blieben. Daher vergebe ich 3 Sterne für diesen Roman mit Geheimnissen und einem versöhnlichen Ende.
Rezensionen von Duffy:
Schicksalsjahre. Die Frauen vom Neumarkt von Julie Heiland
Es ist die Geschichte der Lotte die mit ihrer Tante den Zweiten Weltkrieg gelebt hat. Ganz Dresden ist zerstört und um zu Überkleben arbeitet Lotte sehr hart als Trümmerfrau um ein wenig Geld zu verdienen. Beide leiden unter Hunger und Kälte und doch erlebt Lotte hier ihre große Liebe zu Jacob. Für ihn tut sie alles, damit er nach Westdeutschland fliehen kann.
Sie hört nie auf ihn zu lieben. Von dieser traurigen Geschichte erfährt Hannah die bei Wiederaufbau der Dresdner Frauenkirche arbeitet und durch eine Foto an die Geschichte der Lotte kommt, als sie erfährt das Lotte ihre Oma ist.
Fazit:
Eine herzzerreißende Geschichte die einen mitreißt und von der ersten Seite in den Bann zieht. Eine Bestseller-Story.
Es ist die Geschichte der Lotte die mit ihrer Tante den Zweiten Weltkrieg gelebt hat. Ganz Dresden ist zerstört und um zu Überkleben arbeitet Lotte sehr hart als Trümmerfrau um ein wenig Geld zu verdienen. Beide leiden unter Hunger und Kälte und doch erlebt Lotte hier ihre große Liebe zu Jacob. Für ihn tut sie alles, damit er nach Westdeutschland fliehen kann. Sie hört nie auf ihn zu lieben. Von dieser traurigen Geschichte erfährt Hannah die bei Wiederaufbau der Dresdner Frauenkirche arbeitet und durch eine Foto an die Geschichte der Lotte kommt, als sie erfährt das Lotte ihre Oma ist.
Fazit:
Eine herzzerreißende Geschichte die einen mitreißt und von der ersten Seite in den Bann zieht. Eine Bestseller-Story.
Rezensionen von Tara:
Traumatische Erlebnisse
Solito von Javier Zamora
„Solito: Eine wahre Geschichte“ ist ein erschütterndes Buch des in Arizona lebenden Autors Javier Zamora.
Javier Zamora, der Autor selbst ist der Protagonist in seinem Debüt und er beginnt mit seinen Erlebnissen als neunjähriger Junge. Seine Eltern sind während des Bürgerkrieges aus El Salvador in die USA geflohen und er ist bei seinen Großeltern aufgewachsen.
Nun soll er endlich zu ihnen reisen. In der Erwartung seine Eltern endlich wieder zu sehen, freut sich Javier auf die zweiwöchige Reise. Aber nach zwei Wochen ist er noch lange nicht bei ihnen und ein Ende der Reise ist nicht abzusehen.
Javiers Erlebnisse sind erschütternd. Was er erleben musste, sollte kein Kind erleben müssen. Leider ist davon auszugehen, dass es sich nicht um einen Einzelfall handelt, sondern dass sein Schicksal stellvertretend für viele ähnliche andere steht.
Seine Fähigkeit sich auszudrücken, hat mich beeindruckt. Es gelingt ihm die Erlebnisse seiner Überfahrt in Geräuschen, Düften, Gerüchen, Geschmäckern und Emotionen auszudrücken, die das Buch zu einem einmaligen Leseerlebnis machen. Sein Schreibstil ist regelrecht poetisch und das obwohl das, was er mitmachen musste, absolut nichts mit Poesie zu tun hat.
Mit seinem Buch bringt der Autor seine Leser zum Weinen, lässt sie inne halten und eigentlich wünscht man sich nichts mehr als diesem kleinen Jungen zu helfen und ihm zur Seite zu stehen.
Gleichzeitig gibt es auch Informationen über das Vorgehen der Schlepperbanden, die Umgebung, die Ernährung und vieles mehr - was während Javiers Reise relevant war - mit zahlreichen Details, die einen interessanten Einblick in diese für uns doch eher unbekannte Welt geben.
Mein Fazit: Ein wirklich beeindruckendes Werk, das ein Stück Lebensgeschichte umfasst, die erzählt werden muss und absolut lesenswert ist.
Rezensionen von Tara:
Warmherzig & humorvoll
Funny Story von Emily Henry
„Funny Story“ ist ein humorvoller Wohlfühlroman der Autorin Emily Henry.
Daphnes Traum ist zerbrochen. Gerade ist sie zu ihrem Verlobten Peter gezogen als dieser ihr mitteilt, dass er nicht sie, sondern seine Jugendfreundin Petra heiraten wird. Daphne zieht aus und ausgerechnet mit Petras Ex-Freund Miles zusammen.
Aus der Zweck-WG entwickelt sich Freundschaft und als Daphne dann auch noch aus der Situation heraus behauptet mit Miles zusammen zu sein, entwickelt die Geschichte eine ganz neue Dynamik.
Daphne und Miles sind zwei sehr sympathische aber auch gegensätzliche Protagonisten. Während Daphne durchweg gut organisiert ist, ihren Job als Bibliothekarin in der örtlichen Buchhandlung liebt, ist Miles einfach ein liebenswerter Chaot.
Der Schreibstil von Emily Henry liest sich locker und leicht. Die Dialoge sind lebendig und ich habe eine Menge gelacht. Ihre Charaktere hat sie authentisch und facettenreich beschrieben, das gilt sowohl für die beiden Protagonisten als auch für die Nebencharaktere.
Die Story hat genau das richtige Tempo. Die Gefühle zwischen Miles und Daphne entwickeln sich langsam, es wird nichts übereilt. Zwischendurch erfahren wir noch eine Menge über die übrigen Personen.
Besonders geliebt habe ich die Szenen über Daphnes Tätigkeit als Bibliothekarin, die sind einfach toll beschrieben. Da geht jedem Bücherliebhaber das Herz auf.
Zunächst habe ich die Handlung als sehr vorhersehbar empfunden, was mich allerdings keineswegs gestört hat, da ich mich einfach gut unterhalten fühlte. Aber das ein oder andere Mal wurde ich doch noch überrascht.
Insgesamt ist das Buch ein toller Wohlfühlroman mit überzeugenden Charakteren, Humor, dem richtigen Maß an Situationskomik und Tiefe, der beim Lesen überrascht und die unterschiedlichsten Emotionen hervorruft.
Rezensionen von Tara:
Ein spannender und atmosphärischer Krimi in landschaftlich schönster Lage
Unheilvolles Lançon von Cay Rademacher
„Unheilvolles Lançon“ ist der elfte Fall mit dem Protagonisten Capitaine Roger Blanc, in dem der in der Kleinstadt Salon-de-Provence lebende Autor Cay Rademacher seine Leser in die Provence entführt. Kenntnisse aus den vorherigen Bänden sind zum Verständnis dieses Buches nicht notwendig.
Capitaine Blanc wird gemeinsam mit Sous-Lieutnant Fabienne Soulliard zu einem provenzalisches Weingut gerufen.
Die Winzerin Alice Merlin hat auf der Kameraaufnahme einer Drohne, die eigentlich zur Überwachung und Schädlingsbekämpfung des Weinguts eingesetzt wird, eine Leiche gesehen. Als Blanc und Fabienne eintreffen, ist die Leiche verschwunden und es gibt keine Spur. Vermisst wird auch niemand. Dennoch will Blanc die Sache nicht auf sich beruhen lassen und beginnt inoffiziell zu ermitteln, da offiziell die Schiene, kein Toter, kein Verbrechen, keine Ermittlungen, kein Skandal gefahren wird. Zunächst erscheint alles ausgesprochen mysteriös und aber die Zustände innerhalb der Winzerfamilie werfen Fragezeichen auf.
Der Schreibstil von Cay Rademacher ist wie gewohnt angenehm flüssig und lässt sich mühelos lesen.
Die Überschriften sind gelungen gewählt und machen neugierig auf das was kommt.
Mit dem Cover hatte ich das Weingut direkt vor Augen. Hier macht es allerdings noch einen sehr idyllischen Eindruck. Der Handlungsort, die Provence mit ihren atmosphärischen Ecken und stimmungsvollen Landschaftsbeschreibungen, ist für die Ereignisse perfekt gewählt. Man merkt, dass der Autor weiß wovon er spricht und er versteht es mit Worten lebendige Bilder zu malen.
Auch wenn das Weingut Château Richelme fiktiv ist, gibt es wesentliche Details, die keineswegs der Fantasie des Autors entsprungen sind. So gibt es die Drohnen zur Schädlingsbekämpfung sowie die Folgen des Klimawandels für den Weinanbau tatsächlich.
Mir hat dieser Band wieder sehr gut gefallen, da ich die Mischung aus provenzalischer Atmosphäre mit Urlaubsfeeling und Spannung einfach mag. Ich freue mich schon auf den nächsten Fall mit Capitaine Roger Blanc.
Rezensionen von Tara:
Ein weiterer fesselnder Regionalkrimi
Mord auf dem Königssee von Felix Leibrock
„Mord auf dem Königssee“ ist eine spannender Regionalkrimi des Autors und Seelsorgers der Bayerischen Bereitschaftspolizei Felix Leibrock.
Dieses Mal bekommt es Bergpolizist Simon Perlinger mit einem Fall zu tun, der mehrere Jahrhunderte zurückreicht. Auf dem Königssee werden sechs tote Priester gekreuzigt, in Ruderbooten liegend gefunden.
Aber das bleibt nicht das einzige Rätsel, auch ein Ordensbruder wird vermisst.
Mit Simon Perlinger hat der Autor einen interessanten Charakter erschaffen. Er ist Polizeibergführer, Leiter der Kripo Berchtesgaden und sehr engagiert. Ich habe bereits die beiden vorherigen Bände mit diesem Protagonisten gelesen. Zum Verständnis des Buches ist das aber nicht zwingend notwendig.
Die Anzahl der Charaktere, die nach und nach auftauchen, ist recht hoch, aber da sie alle gut eingeführt werden und sich vorweg ein Personenverzeichnis befindet, hatte ich kein Problem damit, den Überblick zu behalten.
Die Ereignisse finden zunächst im Wechsel in der Vergangenheit im 17. Jahrhundert und in der Gegenwart statt. Dadurch erzeugt Felix Leibrock einen unglaublichen Lesesog und lässt uns tief in die Geschichte der Umgebung abtauchen. Was in der Folge zu Tage kommt, ist allerdings nichts für zartbesaitete Leser.
Die Kapitel sind kurz, die Überschriften machen neugierig und es sind zahlreiche Möglichkeiten zum Miträtseln gegeben.
Sehr gut gefielen mir die Beschreibungen der Landschaft und ich hatte das Gefühl beim Lesen, die Liebe des Autors zu den Bergen spüren zu können. Mit seiner Wortwahl hat er die Region zum Leben erweckt und bei mir für ein tolles Kopfkino gesorgt.
Durch den Epilog rundet der Autor seinen Krimi gelungen ab.
Es ist ein spannender Regional-Krimi vor einer wundervollen Kulisse mit authentischen Protagonisten, die ich gerne wiedertreffen würde.
Rezensionen von froschman:
Familiendrama
Das Waldhaus von Liz Webb
Hannah Davidson verlor als vierzehnjährige unter mysteriösen Umständen ihre Mutter, ob es Mord oder Selbstmord war, wurde nie geklärt. Wenige Wochen später verließ auch ihr um vier Jahre ältere Bruder Reece das elterliche Haus und hat seither keinen Kontakt mehr zur Familie. Mit achtzehn zog auch sie aus, um in Brighton zu studieren.
Doch mit 37 kehrte Hannah zurück nach Hause, um ihren schwer an Demenz erkrankten Vater zu betreuen. Nach einem Treppensturz wird ihr Vater ins Krankenhaus eingeliefert und Hannah lebt daher allein im Haus. Bei ihren Krankenhausbesuchen hält ihr Vater sie für ihre Mutter und bittet sie immer wieder um Verzeihung. Doch auf Nachfragen reagiert er nicht.
Reece wird inzwischen Ryan genannt und ist erfolgreicher Schauspieler und jetzt auch noch Autor, der seine Memoiren veröffentlicht. Seine Ansicht zu den Geschehnissen von damals ist eine andere, aber welche der beiden Erinnerungen stimmt? Je tiefer Hanna in ihre Familiengeschichte eintaucht, umso mehr erkennt sie, dass sie wenig über ihre Familie weiß. Im Lauf der Zeit kann sie sogar die Wahrheit über den Tod ihrer Mutter herausfinden.
Liz Webb hat mit „Das Waldhaus“ ein Familiendrama geschrieben, das teilweise etwas langatmig anmutet. Da man selbst auch die Wahrheit erfahren will, musste man unbedingt weiterlesen. Die beschriebenen Charaktere sind glaubwürdig gezeichnet, das Ende fällt jedoch überraschend aus.











