Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Das Echo vom Alpenrand:
Ballett des Ungewissen
Mir träumte, du lägest im Grab von Holzmair Eva
Anna, die sich in ihrer selbsterwählten Rolle als Außenseiterin im Grunde genommen recht wohlfühlt, kann der Versuchung nicht widerstehen, hin und wieder zwischenmenschlichen Kontakt zu suchen. Sei es der Clochard Jean oder die von ihr als Garderobiere betreute Tänzerin Božica, die beide mit der Zeit zu wichtigen Wegbegleitern geworden sind und ihrem Leben Struktur verleihen.
Als sie nach Jahren des Schweigens plötzlich ein Lebenszeichen von ihrer Schwester Bärbl erhält, ist es mit der Ruhe allerdings schnell vorbei. Eine tote Balletteuse, ein rätselhafter Liebhaber und die Verdächtigungen des ermittelnden Beamten, sind mehr als Anna ertragen kann.
FAZIT
Eine eigenwillige Geschichte, die das Offensichtliche hintergründig ad absurdum führt.
Rezensionen von Sago:
Kaltes schwarzes Herz
When The Moon Hatched von Sarah A. Parker
Wieder mal ein Buch, das ich so unbedingt mögen wollte. Weil es so hübsch aussieht, Drachen beherbergt und ich dicke Wälzer einfach liebe. Und zunächst fand ich auch die Idee mit den Drachen, die zu Monden versteinern, zwar etwas unausgereift, aber trotzdem originell, ebenso wie ein paar andere Ansätze des Worldbuildings.
Die Protagonistin Raeve, die von sich selbst sagt, sie habe ein kaltes schwarzes Herz und das Töten als Assassinin genießt, konnte nicht gerade viele Sympathiepunkte sammeln, aber das Geheimnis ihrer Vergangenheit, das sich in eingestreuten Tagebucheintragungen erschließt, nachdem sie auf König Kaan getroffen ist, faszinierte mich doch. Leider zerfaserte die Geschichte der beiden nach der Hälfte immer mehr zugunsten muskulöser Oberschenkel, die sich bei jedem Schritt straffen, expliziten Sexszenen, die zumindest meinen Geschmack nicht trafen, Sätzen aus ein bis drei Worten ähnlichen Inhalts und Wendungen wie "ganz die schattendurchdrungene Bestie im besten Mannesalter", "Ich öffne den Mund. Schließe ihn. Öffne ihn wieder... Mein Mund klappt auf und ich falle auf die Knie."..."wie der schimmernde Hieb einer Klinge, die ins Herz trifft und das Herz bluten lässt, das so begierig für sie pumpt."
Der Roman ist aus Raeves und Kaans Sicht erzählt. Daneben treten die Perspektiven von Kaans Schwester Veya und einer weiteren Nebenfigur, die eigentlich wenig beitragen. Veyas Erzählstimme ist so austauschbar mit Raeves, dass man sie ohne die Kennzeichnung am Kapitelbeginn nicht bemerkt hätte.
Hier haben die Drachen auf ihren Flügen wirklich ganz viel Luft nach oben gelassen!
Rezensionen von Emmmbeee:
Was ist schon Macht?
Reise nach Laredo von Arno Geiger
Ein älterer König ist abgedankt und verbringt gleichförmig triste Tage in einem spanischen Mönchskloster. Im elfjährigen dörflichen Außenseiter Geronimo findet er einen Gesprächspartner, der ihm innerlich wohltut. Gemeinsam machen sich die beiden klammheimlich auf den Weg, nicht wissend, wohin er sie führen wird.
Der einst Mächtige auf dem Thron, nun auf einem Maulesel, gelangt zu ganz neuer Macht, nämlich zu der über sich selbst.
Nein, es ist keine wilde Abenteuergeschichte, sondern eine tiefgreifende Reise, kaum zu bewältigen für den ehemaligen Monarchen. Dennoch hält er bis Laredo durch und kehrt danach gestärkt zu seinem Domizil zurück – naja, ganz so ist es denn doch nicht.
Ich bin in historischer Hinsicht nicht allzu bewandert. Deshalb kam mir die Handlung anfangs allzu phantastisch, beinahe märchenhaft vor. Lass dich halt darauf ein, sagte ich mir, die bisherigen Bücher von Arno Geiger haben dir doch allesamt gefallen.
Aber nach und nach fand ich aufgrund von Hinweisen zu den geschichtlichen Tatsachen, welche die Grundlage für den Roman bilden. Dazu ein paar Auskünfte von Wikipedia, und dann sah ich die Story mit anderen Augen und las mit großem Genuss.
Ich finde allerdings, dass in den Rezensionen die Person des Königs nicht aufgedeckt werden sollte. Denn es macht mehr Freude, wenn der Leser es selbst herausfinden darf.
Mir gefällt die schnörkellose, geradlinige, ja einfache Sprache, in welcher der Autor sehr authentisch aus dem Leben erzählt, virtuos und scheinbar mühelos den Spannungsbogen baut. Ab und zu verwendet Geiger den Kunstgriff der Gegenwartsform, was die Schilderungen besonders eindringlich macht. Ganz am Schluss wird das Reisen thematisch wieder aufgenommen, wobei ich wegen der wiederkehrenden Person von Angelita schon recht verwundert war.
Immer wieder habe ich beim Lesen Pausen eingelegt, weil die Themen mich nachdenklich gemacht haben. Denn hier geht es um das, was wirklich zählt im Leben, für junge Menschen und Senioren, für Arm und Reich, Männer ebenso wie Frauen, gestern, heute und in Zukunft.
Deshalb empfehle ich allen, die sich beim Lesen gern auch auf etwas Ungewohntes einlassen möchten, diesen tiefschürfenden und nahe gehenden Roman.
Rezensionen von lesen=liebe:
Achtung: Das Pilzfieber ist ansteckend
Mushroom Fever von Moritz Schmid
Moritz Schmid ist ein echter Pilzfanatiker. Mit seinem Buch Mushroom Fever hat er eine außergewöhnliche Lektüre geschaffen.
Ich bin durch Zufall zu diesem Buch gekommen. Mein erster Gedanke war, ob die Menschheit so ein Buch braucht? Meine Antwort ist ein klares Ja.
Ich lebe auf dem Land und es war in meiner Kindheit üblich, dass man im Sommer mindestens einmal in den Wald ging um Pilze zu sammeln.
Schwammerl suchen, wie man bei uns in Österreich sagt. Mir hat es als Kind immer großen Spaß gemacht und es war eine Genugtuung, wenn man welche gefunden hat. Wir haben hauptsächlich Eierschwammerl gesucht und die gelbe Pracht hat mich sogar bis in den Schlaf verfolgt. Wenn man erfolgreich war, konnte man durch den Verkauf, das Taschengeld aufbessern.
Obwohl ich persönlich Pilze überhaupt nicht esse, kann ich die Leidenschaft sehr gut nachvollziehen. Hier geht es um das Erlebnis selbst und die Berührung mit der Natur.
Aber nun zurück zum Buch. Die Beschreibung der Pilzarten ist toll. Ich wusste nicht, dass so viele Pilze essbar sind. Dennoch bleibe ich den gängigsten Sorten treu. Hier bin ich etwas konservativ.
Durch dieses Buch habe ich viel Neues über Pilze gelernt. Z.B., dass Pilze zum Superfood zählen und dass man daraus sogar Papier und Textilfarbe herstellen kann.
Auch das Thema Waldbaden und das eins sein mit der Natur wird toll beschrieben und man bekommt direkt Lust in den Wald zu gehen.
Ich bin begeistert von diesem Buch und ich muss davor warnen: Das Pilzfieber ist hoch ansteckend.
Rezensionen von lesen=liebe:
Ein wichtiger Band
Wieso? Weshalb? Warum? Band 44 - Wie leben wir miteinander? von Patricia Mennen
and 44 der der Wieso? Weshalb? Warum? – Reihe befasst sich mit dem Thema „Wie leben wir miteinander?“
Ich habe dieses Buch gekauft, weil das „Anderssein“ gerade ein großes Thema bei meinem älteren Sohn ist. Es ist erschreckend, wie wir dahingehend von der Gesellschaft geformt werden. So fällt es einem kleinen Kind gar nicht auf, wenn jemand anders ist, sobald sie in Einrichtungen sind, werden sie früher oder später mit diesem Thema konfrontiert.
Zum Glück wird dahingehend in der Schule gegengesteuert. Mir ist es aber auch wichtig auch zu Hause zu sensibilisieren und da kam dieses Buch gerade rechtzeitig.
Für uns ist es einer der wichtigsten Bände dieser Reihe. Auf insgesamt acht Doppelseiten wird das Zusammenleben mit beeinträchtigten Menschen, Menschen anderer Hautfarbe und Religion veranschaulicht. Der Text ist sehr komplex und ist daher eher für ältere Kinder geeignet. Ich würde sagen, dass hier die Altersempfehlung eigentlich hinaufgesetzt werden müsste. Vor allem das Thema Krieg ist noch nichts für 4-Jährige, denn hier wird Tod und Zerstörung veranschaulicht. Das Highlight sind – wie immer – die vielen Klappen, die positiv zum Leseerlebnis beitragen. Alle in allem ein gelungener Band. Wir haben sehr viel über das Leben miteinander gesprochen und diskutiert und konnten auch die eine oder andere Frage klären.
Rezensionen von Kapitel60:
Lustig und informativ
Und was genau ist Kacka? Antworten für neugierige Kinder von Sandra Grimm
Und was genau ist Kacka? ist ein Pappbilderbuch für Kinder ab 3 Jahren. Es ist im Ravenburger Verlag erschienen und der Text stammt von Sandra Grimm, die schon von vielen anderen Ravensburger Kinderbüchern bekannt ist.
Worum geht’s?
Auf insgesamt elf Doppelseiten, erfährt man allerhand Wissenswertes zum Thema Ausscheidungen, Verdauung und das Trockenwerden.
Dass wir fleißige kleine Helfer in unseren Bäuchen haben wird hier anschaulich und kindgerecht erklärt. So erfahren wir, dass alle Menschen aufs Klo müssen und dass alle Tiere unterschiedliche, markante Ausscheidungen haben.
Cover, Illustrationen und Schreibstil
Die Illustrationen passen sehr gut zu diesem lustigen, aber dennoch wichtigen Thema. Die Texte sind relativ umfangreich und lang, aber dennoch in einfachen Worten verfasst. Die Altersangabe ist passend und ich denke, dass Kinder bis maximal 5 Jahren eine Freude daran haben werden. Das Highlight sind natürlich die Klappen. Es macht großen Spaß sie zu öffnen.
Fazit
Hier wird ein wichtiges Thema kindgerecht aufgearbeitet. Verdauung sollte kein Tabuthema sein. Dennoch finde ich persönlich die Seite mit der lustigen Luft etwas übertrieben. Man kann den Kindern schon vermitteln, in der Öffentlichkeit nicht zu pupsen oder zu rülpsen. Das muss wirklich nicht sein, dass Oma hier stinkige Luft inmitten der Familie ablässt.
Rezensionen von lesen=liebe:
Es macht Spaß dieses Buch zu lesen
Holly, Herbert und die Fleischfresserpflanze von Maja Konrad
Holly erwirbt eines Tages eine ganz besondere Pflanze auf dem Flohmarkt. Herr Pula kann nicht nur sprechen, sondern auch kochen und rechnen. Was für ein Zufall. Ausgerechnet mit Mathe steht Holly auf dem Kriegsfuß. Leider wird sie aufgrund ihrer Rechenschwäche sehr oft verspottet. Zum Glück ist ja jetzt Herr Pula da.
Aber lest selbst, was sie, ihr neuer Freund Herbert und Herr Pula alles erleben.
Nicht nur der Klappentext, sondern auch das Cover laden direkt zum Lesen ein. Es macht großen Spaß die Geschichte zu lesen. Der Text ist sehr kurzweilig und man ist schon nach den ersten paar Seiten mitten in der Geschichte. Das mag ich persönlich sehr gerne, wenn auf unnötig in die Länge gezogenes Vorgeplänkel verzichtet wird.
Auch der zweite Band von Maja Konrad beschäftigt sich mit dem Thema Außenseiter und Anderssein. Mich hat auch diese Geschichte sehr berührt und wieder sind die Protagonist*innen sehr sympathisch und herzlich.
Die Geschichte überzeugt durch ihren Tiefsinn und ich hoffe sie wird von vielen Menschen – Kindern, wie auch Erwachsenen – gelesen.
Rezensionen von lesen=liebe:
Gut für das Leseverständnis
Donald Duck - Bitte lächeln! von Walt Disney
Die neuen Comic Strips von Donald Duck sind anlässlich seines 90. Geburtstags erschienen. Aber hier erfreut man sich nicht nur an dem berühmten Pechvogel, sondern lernt ganz Entenhausen kennen. Für meinen Sohn trifft das zumindest zu, da dies seine erste Bekanntschaft mit den Disney Charakteren ist.
Deshalb ist es perfekt, dass die Figuren am Anfang vorgestellt werden.
Das Buch gefällt meinem Sohn richtig gut. Die Illustrationen sind sehr schön und der Text ist einfach zu verstehen. Mein Sohn kommt im Herbst in die 2. Klasse und liest mit Leidenschaft Comics. Die Strips sind perfekt für Leseanfänger, weil die Textmenge überschaubar ist und das Gelesene durch die Bilder leichter verstanden wird. Ich weiß nicht ob ich es mir nur einbilde, aber dieses Buch hat sein Leseverständnis enorm gesteigert.
Das leichte und handliche Taschenbuch von Donald Duck begleitet uns auch häufig auf Autofahren und sogar im Urlaub wurde das Buch am Pool gelesen. Volle Punktezahl von uns.
Rezensionen von lesen=liebe:
Happy Birthday, Donald!
Alles Gute, Donald! von Disney
Wow, Donald ist schon 90 Jahre alt. Dafür hat er sich wirklich gut gehalten.
In diesem Kinderbuch will Donald gebührend gefeiert werden. Dafür hat er sich schon einen tollen Plan zurechtgelegt. Aber er macht natürlich seinem Namen als Pechvogel alle Ehre, denn der Tag läuft ganz und gar nicht so, wie er ihn sich vorgestellt hat.
Dieses Buch spricht vor allem jüngere Kinder ab 4 Jahren an. Ein tolles Vorlesebuch mit detailreichen Illustrationen, auf denen es viel zu entdecken gibt. Die Geschichte ist lustig und kostete meinen Kindern so manchen Lacher. Ein bisschen leid tat ihnen Donald aber natürlich auch. So viele Pannen und das an seinem Geburtstag. Unsere erste Bekanntschaft mit Donald und seiner Familie kam in unserer Familie jedenfalls sehr gut an. Ein bisschen schade finden wir, dass die Geschichte etwas kurz geraten ist.
Rezensionen von peedee:
Oha, einmal mehr sehr spannend und herausfordernd
Zürcher Verstrickungen von Gabriela Kasperski
Schnyder & Meier, Band 8: Hat Zürich eine kolonialistische Vergangenheit? Das umstrittene Dokudrama „Züri-Kolon“, das an einem Zürcher Filmfestival gezeigt werden soll, hat sich genau mit dieser Frage beschäftigt. Als Nelly Gomez auf einem Foto ihre seit Jahren verschollene Mutter zu erkennen glaubt, kommen Werner Meier und Zita Schnyder ins Spiel – zusammen mit Eli Apfelbaum nehmen sie Ermittlungen auf, die zur Familie der Filmregisseurin sowie ins nahe und ferne Ausland führen…
Erster Eindruck: Das Cover mit dem Schatten einer Person und dem interessanten Lichtspiel gefällt mir sehr gut.
Dies ist Band 8 einer Reihe, kann aber unabhängig von den Vorgängerbänden gelesen werden. Interessanter ist es dennoch, die Protagonisten von Anfang an zu begleiten. Da ich alle bereits erschienenen Bände gelesen habe, wusste ich, dass hier wieder eine geballte Ladung von Protagonisten und Verflechtungen auf mich warten würde. Und genau so war es dann auch.
Es ist immer wieder schön, Zita und Werner „wiederzusehen“, ebenso Eli oder Beanie und all die anderen von der Polizei Zürich.
Als über die bevorstehende Filmpremière von „Züri-Kolon“ gesprochen wurde, war ich sehr irritiert, denn den Filmtitel fand ich merkwürdig, da „colon“ ja Darm heisst. Ich verstehe, dass es hier die Abkürzung für „Kolonialisierung“ o.ä. ist, aber trotzdem war der Filmtitel für mich nur suboptimal gewählt. Was hat Andrea von Hartmann, die Filmemacherin, alles in diesen Film gepackt, dass so kontrovers darüber diskutiert wird? Und warum will ihr Bruder Martin, der Politiker, Teile des Films verbieten lassen? Befürchtet er, die bevorstehende Wahl zu verlieren?
Auch Zita und Werner stellen sich viele Fragen, nachdem durch Eli der Kontakt mit Nelly Gomez, einer jungen Frau von St Croix, den Jungferninseln, hergestellt wurde. Sie sucht ihre Mutter, deren Spuren nach Zürich und Dänemark führten, aber vor zig Jahren versandeten. Wieso denkt Nelly, dass gerade jetzt neue Hinweise auf den Verbleib ihrer Mutter gefunden wurden?
Die Geschichte wird aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt, darunter immer wieder Passagen aus Sicht von Nino. Diese waren für mich besonders komplex, da sie sehr verwirrend und oftmals sinnfrei schienen. Kolonialistische Vergangenheit, Rassismus, Kunst, Stiftung, Politik, psychische Erkrankung – dies sind nur einige der behandelten Stichworte. Von mir gibt es erneut 5 Sterne und ich freue mich auf eine Fortsetzung.











