Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Ruth:
Wichtiges Thema - kindgerecht umgesetzt
Wieso? Weshalb? Warum? Band 44 - Wie leben wir miteinander? von Patricia Mennen
Der neueste Band aus der bewährten „ Wieso Weshalb Warum?“ -Reihe ist wieder einmal ganz besonders gut gelungen. Er umfasst 16 Seiten, ist großformatig wie alle Bände für die größeren Kinder ( 4-7 Jahre), hat Spiralbindung und ist aus stabiler Pappe. Zahlreiche Illustrationen veranschaulichen und ergänzen die kurzen und kindgerechten Texte.
Auch die beliebten Klappen, die Szenen weiterführen oder zusätzliches Wissen vermitteln, fehlen nicht.
Hier geht es um das wichtige Thema des friedlichen Zusammenlebens. Schon das Cover zeigt, dass Wert gelegt wird auf Diversität. Kinder aller Hautfarben und auch mit kleinen oder größeren körperlichen Einschränkungen spielen gemeinsam.
Und diese Vielfalt wird durch das ganze Buch hin durchgehalten und zeigt so den Kindern, dass wir alle, trotz unserer Unterschiede, eine große Gemeinschaft sind. Zahlreiche Situationen des alltäglichen Lebens werden aufgegriffen. Dabei geht es um Konflikte und deren Lösungsmöglichkeiten, über Regeln des Zusammenlebens, sei es daheim, in der Kita oder Schule oder im öffentlichen Raum. Grundbedürfnisse eines Jeden werden benannt, Rechte von Kindern angesprochen und an Beispielen erläutert
Auch schwere Themen wie Krieg und Flucht werden behandelt. Zu Recht, denn Kinder bekommen mit, was aktuell passiert und die Geschehnisse machen ihnen Angst. Deshalb ist es wichtig, mit ihnen darüber zu sprechen. Das gelingt mit Hilfe dieses Buches sehr gut. Ausgehend von Streitigkeiten zwischen Kindern wird auf Ursachen und Folgen eines Krieges eingegangen. Eine Folge von Krieg sind die zahlreichen Menschen, die ihre Heimat verlassen müssen. Für deren Schicksal Verständnis und Empathie zu entwickeln ist enorm wichtig, denn viele Kinder werden in ihrem Umfeld auf Flüchtlingskinder treffen.. Auch hierbei ist der Band hilfreich.
Positiv endet das Buch, nämlich mit Vorschlägen, was jeder Einzelne tun kann für ein friedliches und harmonisches Zusammenleben. Deshalb sollte dieser Band in keinem Kinderzimmer, in keiner Kita und in keiner Grundschule fehlen. Denn gerade heute, wo der Ton immer rauer, das friedliche Miteinander im Kleinen und im Großen von allen Seiten bedroht wird, ist die Botschaft des Buches so elementar.
Kleinere Kinder werden noch nicht alles verstehen. Da liegt es am Vorleser, was er auswählt. Wichtig ist aber auf jeden Fall, dass man über den Inhalt ins Gespräch kommt.
Rezensionen von Lesemama:
Hörbuchrezension
Wieso? Weshalb? Warum? Band 44 - Wie leben wir miteinander? von Patricia Mennen
Zum Hörbuch:
Cam kehrt nach sechs Jahren "Abstinenz" zurück in seine Heimat und das, obwohl er sich geschworen hat, die Schwelle zu seinem Elternhaus nie mehr zu übertreten. Aber sein Vater ist schwer dement und sein Bruder Sander braucht dringend Hilfe bei der Betreuung.
Gleich am Tag seiner Ankunft trifft er auch auf Willow, in die er schon ewig heimlich verliebt ist, der er aber aus dem Weg gehen wollte, denn die Liebe darf nicht sein.
Willow lässt ihn aber nicht so einfach Abstand halten, wie Cam gerne hätte.
Meine Meinung:
Ich habe das Buch gehört, da ist es für mich immer ein bisschen schwierig sich alle Namen und Orte zu merken, selbstgelesen belbt mehr hängen. Aber dennoch habe ich das Buch sehr gerne gehört, es hat lich berührt, es war romantisch, unterhaltsam, teilweise humorvoll, aber vor allem sehr berührend. Die Passagen wurden abwechselnd von einem Sprecher (Cam) und einer Sprecherin (Willow) gesprochen, jeweils aus der Ich-Perspektive. Beide Sprecher hatten eine sehr angenehme Stimme, der ich gerne zuhörte. Eine sehr einfühlsam erzählte Geschichte über eine bewegende Vergangenheit und eine Zukunft, die nicht so einfach ist. Mir hat es jedenfalls sehr gut gefallen.
Rezensionen von Lesemama:
Carl
The April Story – Ein wirklich erstaunliches Ding von Hank Green
Zum Buch:
April ist nachts auf dem Heimweg von der Arbeit als sie eine Statue entdeckt, eine riesige Statue. Sie benachrichtigt ihren Freund Andy, der mit seiner Kameraausrüstung kommt. Die beiden machen ein Video, April nennt die Statue Carl. Andy lädt das Video noch in der Nacht hoch und es geht über Nacht viral.
Das sonderbare ist, Carl taucht in vielen Städten, in vielen Ländern auf.
Die Aufmerksamkeit, die die beiden durch das Video erreichen, sorgt dafür dass April Dauergast im Fernsehen wird.
Meine Meinung:
Das Cover gefällt mir besser als das des gleichen Buches, das vor ein paar Jahren schon mal erschien. Die Geschichte ist erstaunlich real es könnte tagtäglich passieren. Socialmedia lebt von solchen Videos, von solchen Menschen, die dadurch bekannt werden. April macht eine ganz schöne Veränderung durch und das fand ich ganz interessant. Der Schreibstil ist ein wenig anders, aber trotzdem gut zu lesen. Der Wunsch nach Bedeutung ist merklich in der Geschichte zu spüren, sehr gesellschaftskritisch und trotz das es vor Jahren schon erschienen ist, sehr aktuell.
Rezensionen von Claudia R.:
bewegend
#ALS und andere Ansichtssachen (SPIEGEL Bestseller) von Christian Bär
Klappentext / Inhalt:
SPIEGEL Bestseller Amyotrophe Lateralsklerose, kurz ALS , ist eine unheilbare Erkrankung des motorischen Nervensystems. Dabei bauen sich die Nerven und infolgedessen die Muskeln ab und deshalb verlieren die Betroffenen sukzessive die Kontrolle über sämtliche Körperfunktionen.
Christian Bär ist betroffen – er erhielt die Diagnose 2016 im Alter von 38 Jahren , mitten im Leben, gerade Vater geworden. Er ist ein sportlicher, umtriebiger, vielseitig interessierter, aktiver und sympathischer Mensch, den die Krankheit mit voller Wucht aus seinem bisher „normalen“ Familien-, Privat- und Arbeitsleben katapultiert.
Seinen Krankheitsverlauf schildert Bär nüchtern und manchmal fast sarkastisch, vom ersten Zucken seines rechten Bizeps über den Verlust nahezu aller Fähigkeiten bis auf die ihm nunmehr noch verbleibende Kontrolle über seine Augen.
Begonnen als Blog, für den er 2019 verdientermaßen den 2. Platz beim Publikumspreis des „Grimme Online Award“ erhielt, legt nun der pinguletta Verlag dieses außergewöhnliche Protokoll in Buchform vor.
Cover:
Das Cover bringt bereits die Thematik und Erkrankung rüber und zeigt den Autor und zugleich Betroffenen. Das Cover berührt und verbildlicht, den Titel und die Erkrankung ALS.
Meinung:
Bewegend, informativ, tiefgründig und impulsreich. ALS hat Christian aus seinem Leben gerissen, als er mit 38 Jahren diese Diagnose erhielt und dennoch zeigt er damit anderen Betroffenen und auch dem Rest, was da Leben alles bereit hält und macht Mut. Eine berührende und bewegende Geschichte, die aufklärt, informiert und auch das ganze Drumherum sehr gut beleuchtet.
Nüchtern, aber auch teils sarkastisch erzählt der Autor seine Geschichte und auch die Veränderungen mit der Krankheit und auf welche Hindernisse und Schranken er im Verlauf trifft. Auch Einblicke ins Gesundheitssystem und bürokratische Hierarchien werden hier gegeben.
Inhaltlich möchte ich gar nicht allzu sehr ins Detail gehen und halte mich mit weiteren Informationen dazu zurück.
Der Schreibstil ist angenehm und lässt sich ut lesen. Informativ, aber ach bewegend und emotional. Eine Geschichte, die unter die Haut geht und zugleich auch zum Nachdenken anregt. Sehr tiefgründig, aber auch Mut machend und interessant. Ich wurde sehr berührt und fand es zugleich sehr interessant und gut kommuniziert und geschoben. Das Einbinden der Fotos hat es noch näher gebracht und diese wurden sehr gut und passend mit eingebunden. Eine sehr bewegende Geschichte, die berührt. Auch die Gliederung und Strukturierung fand ich gut gewählt. Die einzelnen Abschnitte und Kapitel haben eine gut Länge. Es lässt sich dadurch auch sehr gut lesen. Gliederung und Gestaltung haben mir sehr gut gefallen. Es wird aus der Sicht des Autors in der Ich-Perspektive geschrieben, was es sehr bewegend und auch spürbar macht. Man merkt und spürt die Gedanken und auch die Emotionen und wird zugleich über die Handlungen und die Gedanken mitgenommen.
Fazit:
Eine sehr bewegende Geschichte, die berührt und nachdenklich stimmt.
Rezensionen von @lust_auf_literatur:
Unglaublich schmerzhaft und gut!
Die schönste Version von Ruth-Maria Thomas
Dieser Roman war für mich unglaublich schmerzhaft und so gut!
Ruth-Maria Thomas Debütroman hat mich auf einer derart persönlichen Ebene getroffen, dass es mir fast unheimlich ist. Es ist klar, dass ich diesen Roman nicht neutral besprechen kann, sondern meinen Meinung stark eingefärbt ist von der Übereinstimmung zwischen Jellas Gefühlen und meinen eigenen.
Dabei ist Thomas um einiges jünger als ich und auch ihre Romanhandlung ist um diesen Zeitsprung versetzt jünger. Umso erschreckender, wie wenig sich in dieser Zeitspanne an den misogynen Strukturen und der möglichen Erlebniswelt einer jungen Frau geändert zu haben scheint.
Aber halten wir uns nicht viel zu oft an der Hoffnung fest, dass es jetzt oder in Zukunft alles gar nicht mehr so ist wie früher?
Ich rede vom Erwachsenwerden als Frau, vom Leben als Frau und von der Sozialisation als Frau.
Thomas erzählt die Geschichte ihrer Ich-Erzählerin Jella auf zwei Zeitebenen. Im Jetzt ist sie gerade aus der gemeinsamen Wohnung vor ihrem gewalttätigen Freund und ihrer toxischen Beziehung geflohen. In Rückblicken lernen ich Jella als Jugendliche kenne und von ihren ersten (sexuellen) Erfahrungen mit Männern. Es sind keine guten Erfahrungen, werden von ihr aber so hingenommen und als selbstverständlich angenommen. Den Glauben, ihr menschlicher Wert hinge von ihrer sexuellen Verwertbarkeit für Männer ab, hat sie tief internalisiert und wird sie stark für ihr weiteres Beziehungsleben prägen.
Als sich schließlich der intellektuelle Künstlertyp Yannik und sie verlieben, scheint endlich alles anders. Mit ihm, so hofft sei, kann sie „Die schönste Version“ ihrer selbst sein.
Mich beeindruckt vor allem die schmerzhaft authentische und zutiefst komplexe Stimme Jellas. Thomas schont weder ihre Protagonistin noch mich mit unangenehmen, aber ehrlichen Eingeständnissen. Jella ist, wie wahrscheinlich jeder Mensch, weit davon entfernt moralisch perfekt zu sein und kann deswegen trotzdem ein Opfer von physischer und psychischer Gewalt sein.
Ihre Beziehung zu Thomas ist weit entfernt von stereotypen Geschichten von häuslicher Gewalt und der leider immer noch verbreiteten Vorstellung wie das Verhalten eines vollwertigen und schützenswertes weibliches Opfer auszusehen hat.
Ich liebe den Mut und das Können von Thomas, diese ganzen ambivalenten und komplexen Gedanken zu erkunden und zu verschriftlichen.
„Weil in unserer Welt, in Yannicks und meiner, das alles nicht so schlimm war, im Gegenteil, es hat uns geeint.
Unsere Welt war eine intensive.“
Der Roman hat mich sehr betroffen gemacht, bewegt und mich ganz persönlich aus einer düsteren Zeit abgeholt. Allein das macht „Die schönste Version“ zum Highlight für mich, aber auch die Konstruktion, das enorm hohe und ausgereifte literarische Niveau wie auch die detaillierte Beobachtungsgabe von Thomas machen den Roman zu einer dringenden Leseempfehlung für dich!
Rezensionen von April1985 :
Sehr emotionale Liebesgeschichte mit Themen, die mich zum Nachdenken gebracht haben
Weil ich an dich glaube - Great and Precious Things von Rebecca Yarros
Kein Highlight, aber definitiv ein schönes Buch für Zwischendurch. "Weil ich an dich glaube" hat mir vorallem wegen dem Kleinstadtsetting mit Gilmore Girls-Atmosphäre und natürlich der beiden Protagonisten Willow und Camden so gut gefallen.
Nach Jahren der Abwesenheit kehrt Camden nach Alba, einer kleinen Stadt in Colorado, zurück.
Sein an Alzheimer erkrankter Vater benötiget dringend Unterstützung und Camden möchte helfen. Dabei wird der Kriegsheimkehrer nicht gerade mit offenen Armen begrüßt. Einzig Willow, Camdens Freundin aus Kindertagen hat freundliche Worte für ihn über. Und je mehr Zeit die beiden miteinander verbringen, umso mehr komme alte und neue Gefühle auf.
Cam ist wirklich ein echter Schatz, aufopfernd, fürsorglicu und hilfsbereit. Die Ungerechtigkeit, die er in der Stadt erfährt, grenzt schon an Boshaftigkeit. Dabei möchte Cam nur für seinen kranken Vater da sein, und auch der Stadt zu neuen Einnahmen verhelfen. Einzig Willow mit ihrer liebevollen und herzlichen Art glaubt an Camden. Doch gegen die Schuldgefühle, die Cam mit sich herum schleppt, kommt auch Willow nur schwer Ran.
Rebecca Yarros Schreibstil ist wieder einmal toll. Und die Themen, die aufgegriffen werden, sorgen für viele Emotionen. Es geht um Tod, Trauer, Schuld und Schuldzuweisungen, darum, trotz Demenz ein selbstbestimmtes Leben zu führen und eigene Entscheidungen treffen zu dürfen. Wie gesagt, sehr emotional.
Für mich hätte die Geschichte aber zu viele Längen und insgesamt zu viele Seiten. Dadurch ist auch die Liebesgeschichte sehr, sehr slow burn. Ich bin trotzdem froh nach 'Fourth Wing' Rebecca Yarros von einer anderen Seite kennen zu lernen. Von daher "Snack it"!
Fazit
Sehr emotionale Liebesgeschichte mit Themen, die mich zum Nachdenken gebracht haben. 3,5 Sterne
Rezensionen von Bücherfreundin:
Ergreifendes Familiendrama
Kleine Monster von Jessica Lind
Im Mittelpunkt des zweiten Romans "Kleine Monster" der österreichischen Autorin Jessica Lind stehen die Mittdreißiger Pia und Jakob sowie ihr 7-jähriger Sohn Luca. Die Eltern werden zu Lucas Klassenlehrerin zitiert, die ihnen eröffnet, dass es einen Vorfall mit einem Mädchen gegeben habe.
Es sei während der Pause in der Klasse passiert, und das Mädchen habe angegeben, dass es bereits öfter dazu gekommen sei. Das Vorkommnis spricht sich sofort herum, Pia und Jakob werden unverzüglich aus der Eltern-WhatsApp-Gruppe entfernt. Während Jakob von der Unschuld seines Sohnes überzeugt ist, ist Pia verunsichert, Zweifel kommen in ihr auf. Sie versucht herauszufinden, was im Klassenzimmer passiert ist, doch Luca blockt ab. Er schweigt, und von nun an beobachtet Pia ihr Kind ganz genau ....
Die packende Geschichte ist auf zwei Zeitebenen erzählt. Während Pia sich im Hier und Jetzt verzweifelt bemüht, Luca zum Reden zu bringen, erinnert sie sich an ihre eigene Kindheit, als sie und ihre Schwestern Romi und Linda unzertrennlich waren, und sie denkt zurück an das traumatische Ereignis, das sich in der Familie ereignete, als sie in Lucas Alter war.
Auf der zweiten Erzählebene blättert sich behutsam Pias Kindheit auf. Sie ist zwei Jahre alt, als die Eltern die fast gleichaltrige Romi adoptieren. Wenige Jahre später wird Linda geboren. Sie sind eine glückliche Familie, bis es zu einer schrecklichen Tragödie kommt. Das Unglück verändert die Mutter, die sich seither immer geweigert hat, über dessen nähere Umstände zu sprechen.
Die Autorin beschreibt sehr eindrücklich Pias Umgang mit der belastenden Situation, ihr Misstrauen und dessen Auswirkungen auf die Mutter-Kind-Beziehung. Pia beobachtet Luca und reagiert fast panisch, als sie ihn anlässlich eines Familienbesuches aus den Augen verliert. Geht eine Gefahr von ihm aus, wenn er mit seiner 3-jährigen Cousine spielt?
Die Geschichte ist in klarer und intelligenter Sprache geschrieben, sie liest sich flüssig. Der Autorin ist es gelungen, die Charaktere authentisch und bildhaft zu beschreiben, sie lässt uns tief in Pias Gefühls- und Gedankenwelt blicken. Wir erleben Pias Verzweiflung und Ängste, sie quält sich, ist zwischen Liebe und Wut hin- und hergerissen. Ich hatte nicht nur großes Mitgefühl für die verunsicherte Pia, sondern auch für Luca, der dem Misstrauen seiner Mutter ausgesetzt ist. Die Lektüre ist keine leichte Kost, es geht neben Verdrängung und Trauer auch um Schuldgefühle und Ausgrenzung. Das Buch hat mir sehr gut gefallen, es hat mich gefesselt und zutiefst bewegt.
Absolute Leseempfehlung für dieses tiefgründige Familiendrama!
Rezensionen von drachenzahn:
Mord ist ihr Hobby
Agatha Christie von Susanne Lieder
Agatha Christie ist eine überaus interessante Persönlichkeit, deren Geschichten noch heute viele begeistern. Aber ihr Leben selbst war nicht minder spannend und ungewöhnlich zu ihrer Zeit. Susanne Lieder gibt uns mit diesem Buch einen kurzweiligen Einblick in ihre Jugend- und Lehrjahre.
Der Tod ihrer Mutter und die gleichzeitige Trennung von ihrem Mann bilden die Rahmenhandlung.
Von hier springt die Biografie immer wieder zurück in ihre Vergangenheit. Wir erfahren viel über ihre Kindheit, ihre Versuche, als Pianistin durchzustarten, und die ersten Schritte in ihre berufliche Zukunft. Über ihre zweite Lebenshälfte erfährt man jedoch leider kaum etwas. Hier hätte ich mir zumindest ein ausführlicheres Nachwort gewünscht.
Ich persönlich fand besonders ihre Entwicklung als Schriftstellerin überaus spannend und wie sie ihren Charakter Hercule Poirot erschuf, mit dem sie auch fiktive Gespräche führte. Aber auch das Hin und Her in der Beziehung zu ihrem Mann und die Beziehung zu ihrer Tochter war überaus interessant. Immerhin war sie für ihr Kind letztlich kaum präsent, was zwar zu der damaligen Zeit als völlig normal galt, aber heute eher mit Stirnrunzeln betrachtet worden wäre.
Susanne Lieder schreibt überwiegend flüssig und teilweise auch mit Augenzwinkern. Es gibt viele clevere Dialoge und man bekommt einen guten Eindruck von einer pragmatischen, teilweise aber recht unsicheren Agatha Christie. Jedoch waren mir die Schilderungen von ihrer Reise nach Bagdad am Ende etwas zu ausschweifend und ich war mir nicht sicher, was der Zweck davon sein sollte. Da fehlte mir der Bezug und die Bedeutung für ihr weiteres Leben.
Insgesamt habe ich diese Biografie sehr gerne gelesen. Ich habe viele Facetten von dieser herausragenden Krimiautorin kennengelernt. Allerdings bricht das Buch an einer Stelle ab, die mich eher unbefriedigt zurücklässt. Da wir hier nichts über ihre zweite Lebenshälfte erfahren, werde ich mich wohl in anderen Quellen darüber informieren müssen.
Rezensionen von drachenzahn:
Bezauberndes Erstleserbuch
Leserabe 1. Lesestufe Kurz und leicht - Kleines Pony, großer Traum von Susanne Becker
„Kleines Pony, großer Traum“ ist ein sehr schönes Buch, das perfekt auf Leseanfänger abgestimmt ist. Die Sprache ist wirklich sehr einfach: kurze Wörter und Sätze, sich wiederholende Ausdrücke und großformatige Bilder zur zusätzlichen Verständnissicherung. Die Geschichte ähnelt teilweise einem Comic, da die wörtliche Rede stets als Sprechblase in die Illustration eingebaut wurde.
Auf einer Seite sind zudem nie mehr als 3 bis 4 Zeilen.
Die Geschichte selbst ist ganz niedlich und vermittelt sogar eine kleine Botschaft: Glaube an dich selbst, gib niemals auf und du schaffst alles, was du möchtest. Hier geht es zwar darum, dass ein kleines dickes Pony gerne ein Turnierpferd wäre, man kann es aber ganz leicht auf das Lesenlernen übertragen. Pony Pingo ist nicht gerade für seine Sportlichkeit bekannt, weshalb auch der etwas fiese Basti eher abfällig auf den Wunsch des Tieres reagiert. Doch Pingo und seine Freundin Klara lassen sich davon nicht beirren.
Immer wenn der junge Leser einen Abschnitt geschafft hat, darf er sich zur Motivation, einen kleinen Raben-Sticker auf die entsprechende Seite kleben. Außerdem gibt es zahlreiche Rätsel und Leseaufgaben, z.B. richtig verbinden, Anlaute bestimmen, Wörter in einer Buchstaben-Schlange finden, Silben puzzeln oder einen überflüssigen Buchstaben wegstreichen. Die Aufgaben machen Spaß und animieren auch Lesemuffel zum Mitmachen.
Ich kann das Buch also wärmstens allen Erstklässlern empfehlen, die sich für Tiere interessieren und ihre Lesefähigkeiten testen bzw. erweitern wollen.
Rezensionen von drachenzahn:
Der Alltag in der Weltgeschichte
Kidstory von Tamar Weiss Gabbay
„Kidstory“ ist ein wundervolles Vorlesebuch für Grundschüler, das verschiedene Kinder durch die Weltgeschichte begleitet. Es wird immer ein Tag aus dem Leben eines Mädchens oder Jungens von unterschiedlichen Orten auf dem Globus chronologisch von der Steinzeit bis zu Neuzeit geschildert. Dabei erhalten wir zwar nur einen kleinen Ausschnitt, der jedoch bereits einige interessante Informationen und Überraschungen für uns bereithält.
Es geht dabei aber gar nicht darum, mit einem bestimmten historischen Ereignis Spannung zu erzeugen. Revolutionen, Kriege oder Umstürze spielen hier keine Rolle. Auch über verschiedene Verbrechen der Menschheitsgeschichte wird man hier nichts erfahren. Allerdings schildert der Autor nicht nur eine heile Welt. Die jungen Leser werden durchaus auch mit Themen wie Kinderarbeit oder der Pest konfrontiert, aber auf sehr unaufgeregte Weise. Das Buch kann also Kindern ab sieben Jahren vorgelesen werden.
Der Fokus liegt auf die Eindrücke und Tagesabläufe eines gewöhnlichen Kindes seiner Zeit. Und dennoch ist das Buch überhaupt nicht langweilig. Die jungen Leser werden darüber staunen, dass es nicht immer eine Toilette zu Hause gab oder dass nur Jungen an den olympischen Spielen teilnehmen durften und zwar nackt. Selbst als Erwachsener erhält man hier und da noch neue witzige und spannende Details.
Natürlich kann niemals die gesamte Weltgeschichte in 20 kurzen Geschichten wiedergegeben werden. Aber man erhält zumindest einen gewissen Eindruck davon, wie die Menschen sich entwickelten, ihre Umwelt gestalteten, Erfindungen machten und was sie für Vorstellungen von der Welt hatten. Schön ist, dass auch immer mal Parallelen und Vergleiche zu heute gezogen werden. Nach jedem Kapitel folgt des Weiteren eine kurze, aber überaus interessante Zusammenfassung, was zu dieser Zeit sonst noch auf der Welt passiert ist.
Indem das Buch uns am Ende einlädt, selbst zwei Kapitel mitzugestalten, bezieht der Autor den Leser aktiv ein und zeigt ihnen anschaulich, dass sie selbst Teil der Weltgeschichte sind. Sowohl für die Großeltern als auch das zuhörende Kind befindet sich jeweils ein Fragenkatalog hinten im Buch, den man ausfüllen kann.
Die Sprache der Geschichten ist eher sachlich angelehnt und versucht wenig, den Leser emotional zu packen. Das Geschehen wird vielmehr nüchtern und beschreibend wiedergegeben. Hier und da wird auch erwähnt, was in späteren Jahren oder anderswo noch passiert. Auf jeder Seite kann man farbige Illustrationen entdecken. Die Zeichnungen sind wirklich wunderschön und geben den Inhalt sehr gut wieder.
Bei „Kidstory“ handelt es sich um ein wundervolles Buch, von dem es bislang nichts Ähnliches auf dem Markt gibt. Intelligente und spannende Unterhaltung, bei der unsere Kinder Altes neu entdecken und ihr eigenes Leben so in neuem Licht wahrnehmen.










