Icon Kontrast wechseln
Logo Bücher Leporello Stöger

Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Pearl:

Im Warten sind wir wundervoll von Charlotte Inden

Der Klappentext versprach eine interessante Geschichte, die der Roman leider nicht gehalten hat.
Es geht um Luise die ihr Leben in Deutschland 1948 aufgegeben hat um ihrem amerikanischen Verlobten einem US Soldaten nach Amerika zu gehen. Aber es kommt anders als sie erwartet hat, denn am Flughafen in New York wird sie nicht von ihm abgeholt.

Doch sie ist eine starke Frau die nicht aufgibt und sie so nach und nach sogar mehrere Heiratsanträge bekommt, da ihr Schicksal in den Zeitungen veröffentliche wird. Beide Erzählstränge über die Liebesgeschichte von Luise und Elfrie 70 Jahre später sind unspektakulär.
Fazit.
Der Schreibstil ist katastrophal und die Handlung dadurch auch sehr verwirrend, das man kaum nie die die eigentliche Handlung kommt. Es hat keinen Spaß gemacht den Roman zu lesen und die Autorin wäre wohl besser beim Schreiben von ihren Kinderbüchern geblieben.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Pearl

Rezensionen von Pearl:

Flach

Das Geheimnis der Glasmacherin von Tracy Chevalier

Hinter dem tollen Cover mit der Ansicht von Venedig und dem mega schönen Buchschnitt, verbirgt sich die Geschichte der Glasbläserei auf der Insel Murano. Die Insel dürfen die Glasbläser kaum verlassen um nicht das Geheimnis der Glasbläserei zu verraten. Um das Geheimnis zu bewahren wurden schon Morde begangen, an denen die versucht haben das Geheimnis zu verraten.

Orsula aus der Familie einer Glasbläserei hat sich auf Glasperlen spezialisiert um damit den Unterhalt der Familie zu sichern, nachdem die Glasbläserei durch die Pest zum Erliegen kam.
Fazit;
Sehr gut recherchiert über das Leben in Venedig und Murano zu der Zeit um 1486, aber auch sehr viel interessantes über die Herstellung von Glasgegenständen die Arbeit der Glasbläser. Sehr abturend dagegen, das sich dann die Handlung über 500 Jahre weiter erstreckt von 1486-2019 bis in die Pandemie, wobei Orsula erst 70 Jahre alt ist. Das macht die ganze Handlung kaputt. Alles sehr langatmig und mit kaum Spannung.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Pearl

Rezensionen von Gaby 2707:

Eine wunderbare, einfühlsame Familiengeschichte

Die Schwestern vom See von Lilli Beck

Auerbach, ein idyllischer Ort am Bodensee – hier steht die Pension König, die Max König seinerzeit gegründet und dann mit Café und Konditorei ausgebaut hat, direkt am See. Als das Familienoberhaupt im Frühjahr 2022 mit 86 Jahren stirbt, herrscht große Traurigkeit im Hause König. Die ganze Familie trifft sich zu seiner Beerdigung.

Auch Iris, die mit ihrem Mann Christian vor 3 Jahren nach Köln gezogen ist, wo sie zusammen sein Familienhotel führen, genießt es, wieder im Krise der Familie zu sein. Hatten sich die drei Schwestern Iris, Rose und Viola doch bei Iris´ Auszug geschworen, immer zusammenzuhalten – egal, was auch komme. In ihrer Ehe gibt es nach einem wunderschönen ersten Jahr die ersten Reibereien. Vor allem, weil Iris sich unbedingt Kinder wünscht, von ihrer Seite auch alles in Ordnung scheint, nur Christian mauert. Er kommt ohne Kinder ganz gut aus und legt, wie es scheint, keinen großen Wert auf Zuwachs in seiner Familie. Vielleicht tut der Ehe diese kleine Auszeit sogar ganz gut. Außerdem gibt es in der Pension einiges zu tun und Iris Hilfe wird sehr gerne angenommen.

Dies ist der erste Teil der dreiteiligen Familiengeschichte rund um die Familie König, ihre Pension und den Bodensee. Und das Zitat eines unbekannten Verfassers vor Beginn der Geschichte über Geschwister ist so wahr.
Autorin Lilli Beck stellt mir in diesem ersten Band die Familie König ausführlich vor. Wobei ich die meisten Geschehnisse aus der Sicht und den Gedanken der ältesten Tochter Iris erzählt bekomme. Aber auch ihre Schwestern Rose, die die Pension führt und Viola, die die Konditorei durch ihre neuen Kreationen immer bekannter macht, ihre Eltern Herbert und Florence und ihre kinderlose Tante Annemarie, die als Hausdame agiert, spielen eine große Rolle. Alle haben ihre Eigenheiten, ihre Ecken und Kanten und durch die facettenreichen, bildlichen Beschreibungen kann ich sie gut in mein Kopfkino einfügen. Mir ist die Familie König und auch Friedrich Kreutzer, ein ehemaliger Schulfreunde von Iris, in ihrer hilfsbereiten und fürsorglichen Art sofort sympathisch. Und was auch kommt, sie halten fest zusammen und lösen ihre Probleme gemeinsam.
Ich lerne die verschiedenen Traditionen im Hause König kennen und bin begeistert, dass jedes Kind bei der Geburt von Konditormeister Herbert eine eigene Süßigkeit kreiert bekommen hat. Was für eine schöne Idee. Bei den Beschreibungen der Torten, Kuchen und Gebäckstücke, die ich in der Konditorei bekomme, läuft mir das Wasser im Mund zusammen. Und auch die Ausblicke, die ich auf den See genießen darf, haben mir sehr gut gefallen und machen Lust, mal wieder hin zu fahren.
Etwas Unruhe kommt in die Familie, als sie im Nachlass des Großvaters einige Unterlagen finden, mit denen absolut nicht zu rechnen war. In Rückblicken habe ich immer wieder kleine Einblicke in das Leben von Max aus seiner Zeit, die er in Wien verbracht hat um hier das Konditorhandwerk noch ausführlicher kennenzulernen, bekommen. Da hatte ich mit solch einer Enthüllung schon fast gerechnet. Was es damit, und mit der anonymen Anzeige auf sich hat, die einen Lebensmittelkontrolleur in die Backstube bringt, oder was die schlechten Bewertungen im Internet zu bedeuten haben, verrate ich hier nicht.
Nur eines noch. In einer Familie ist nicht immer alles eitel Sonnenschein. Und auch bei den Königs kommt es zu einem schrecklichen Geschehen, bei dem hatte ich Tränen in den Augen. Aber auch das hält diese wundervolle Familie gemeinsam aus.

Lilli Beck hat mich für einige entspannte aber auch spannende und unheilvolle Stunden an den Bodensee und nach Wien entführt und vollkommen in ihre Geschichte hinein gezogen. Sie hat es geschafft, dass ich mich voll auf die Schicksale der Familie König habe einlassen können und mich mit ihnen gefreut, gebangt und gelitten habe. Und ich bin so froh, dass Band 2 schon hier liegt und ich gleich weiterlesen kann. Ich bin so gespannt, wie es mit den Schwestern, der Konditorei und der Pension König weiter geht.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Gaby 2707

Rezensionen von Gilasbuecherstube :

Ein toller Auftakt der Dilogie

Fable - Der Gesang des Wassers (Fable 1) von Adrienne Young

Vierzehn Jahre ist Fable alt, als ihr Vater, ein einflussreicher Händler, sie auf der berüchtigten Diebesinsel Jeval aussetzt.
Seitdem sind vier Jahre vergangen und sie verbringt jeden Tag damit, als Schürferin in den Riffs nach Edelsteinen und Mineralien zu tauchen. Sobald sie genug Geld gesammelt hat, um die Schiffsfahrt zu bezahlen, will sie ihrem Vater suchen und ihren rechtmäßigen Platz an seiner Seite einnehmen.

Doch dann muss sie die Insel schneller verlassen als geplant. Fable hat Glück, dass sie auf der Mariegold, einem kleinen Handelsschiff, anheuern kann und Kapitän West sich bereit erklärt, sie bis nach Ceros mitzunehmen. Während der Überfahrt muss Fable aufpassen, das niemand hinter ihr Geheimnis kommt. Aber auch West und seine Crew scheinen einiges vor Fable zu verbergen.

Für mich war es das erste Buch, dass ich von der Autorin gelesen habe.
Der Klappentext hat mich sofort neugierig auf die Geschichte gemacht und so stand schnell fest, dass ich das Buch unbedingt lesen möchte.
Durch den lockeren, leichten und sehr detaillierten Schreibstil der Autorin war ich innerhalb von Minuten in der Geschichte gefangen!

Adrienne Young hat mich mitgenommen auf eine abenteuerliche Reise über das Meer.
Sie hat nicht nur ein tolles Setting erstellt, sondern wunderbare Charaktere geschaffen, die sehr gut herausgearbeitet wurden, authentisch beschrieben sind und über ausreichend Tiefe verfügen.
Im Fokus steht Fable und sie war mir als Protagonistin schnell sympathisch. Sie ist eine starke und mutige junge Frau. Teilweise ist sie etwas streng mit sich selbst, denn sie versucht, sich an die fünf Regeln zu halten, die sie von ihrem Vater mit auf den Weg bekommen hat.
Obwohl die letzten Jahren ein stetiger Kampf für sie waren, nimmt sie ihr Leben in die Hand und ist für ihre 18 Jahre sehr reif. Sie hat es zu Beginn nicht leicht mit der Mannschaft der Mariegold, denn sie muss das Geheimnis, dass sie hütet, vor ihnen verbergen.
Doch sie beißt sich schnell durch und lässt sich nicht unterkriegen.
West ist nicht nur für Fable undurchschaubar, auch wenn ich schnell eine kleine Ahnung hatte, wie sich seine Figur entwickeln würde. Ich bin gespannt, was wir in Band 2 noch so alles mit ihm erleben werden.
Besonders gut gefallen hat mir, dass wir neben Fable und West auch die Crew der Mariegold mit ihren eigenen Geschichten nach und nach besser kennenlernen. Besonders Willa und Auster habe ich schnell ins Herz geschlossen.

Die Slow-Burn-Romance gefällt mir sehr gut, denn ich mag es, wenn sich Gefühle langsam entwickeln und die Liebe nicht vom Himmel fällt.
Schade, fand ich hingegen, dass der Fantasyanteil doch sehr gering ist. Ich habe wirklich lange überlegt, ob es außer der Gabe von Fable noch anderer Fantasyelemente gibt, aber keine entdeckt.

Fazit
Fable ist eine „Fantasy-Story“, die sich von vielen anderen in diesem Genre unterscheidet.
Auch wenn ich keine Jugendliche mehr bin, sondern im, sagen wir mal, etwas reiferem Alter, hat mich die Geschichte von Fable begeistert und ich bin schon sehr gespannt auf die Fortsetzung.

Für Band 1 gibt es fünf Sterne und eine Leseempfehlung

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Gilasbuecherstube

Rezensionen von peedee:

Es ist viel los auf der Sleeping Lake Ranch

Sommerpfade in Arrowwood von Natascha Birovljev

Sleeping Lake Ranch, Band 3: Lainey Somerset hat ihren geliebten Grossvater verloren. Und nun muss sie darum bangen, ob sie die Farm halten kann. Sie will bei einem Job auf der Sleeping Lake Ranch alles lernen, was nötig ist, um den Betrieb aufrechterhalten zu können. Dabei kommt es zu einem Wiedersehen mit Clayton, der ihre Gefühle erneut durcheinanderbringt.

Cree Rabbit Bull muss sich hingegen mit seinem streitlustigen Vater Jeremy auseinandersetzen. Er taucht plötzlich bei ihm auf und mischt sich in sein Leben ein. Können Lainey und Rabbit ihren Weg gehen, indem sie ihren eigenen Gefühlen genug vertrauen?

Erster Eindruck: Wiederum ein sehr stimmungsvolles Cover – passt sehr gut.

Dies ist Band 3 der Reihe, kann aber unabhängig von den Vorgängerbänden gelesen werden. Es werden zwei parallele Lebensgeschichten erzählt, und zwar einerseits aus der Sicht von Lainey und andererseits aus der Sicht von Rabbit.

Lainey war sehr überrascht, dass ihr Grossvater seine Ranch nicht ihr alleine hinterlassen hat, sondern zusammen mit ihrer Schwester Robyn. Was soll sie mit der Ranch anfangen? Sie ist Konzertpianistin und stets irgendwo in der Welt unterwegs. Doch als sie plötzlich zu Hause auftaucht – mitten in einer Tour – ist die Aufregung gross. Was will Robyn jetzt? Und wieso will sie ihren Anteil nicht an Lainey überschreiben? Aber die wichtigste Frage überhaupt: Wie will Lainey die Farm selbstständig bewirtschaften? Lainey hat die Betreuung von Nickys Granny übernommen, obwohl sie nicht die von ihr geforderten Nachweise hat – sie hat zu diesem Thema einfach geschwiegen. Dass sie in Arrowwood dann auf ihren Ex-Freund, den Cowboypoeten Clay, trifft, macht ihr Gefühlschaos komplett. Auch Rabbit kämpft mit seinen Gefühlen, denn er sollte sich eigentlich auf die Übernahme von Toms Werkstatt und den Werkzeugen konzentrieren, stattdessen beschäftigt ihn der Besuch seines Vaters Jeremy. Die beiden hatten nie ein gutes Verhältnis. Warum kommt er ausgerechnet jetzt zu ihm? Und warum kann Rabbit seiner Freundin Emily nicht erzählen, wie es um seine Beziehung mit Jeremy steht? Stattdessen lügt er sie an…

Familie, Liebe, Handwerk, Musik, First Nations, Pferde und Demenz sind nur einige der behandelten Stichworte. Es war wieder einmal sehr viel los auf der Sleeping Lake Ranch – von mir gibt es 4 Sterne.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von peedee

Rezensionen von Buch_puttel:

Die Gedanken sind frei

Genug gegrübelt, lieber Kopf! von Katharina Tempel

Von buchputtel

Die Gedanken sind frei (..), sie fliegen vorbei. Das Buch erinnert mich an diese Textzeile. Katharina Tempel, dipl. Psychologin, beschreibt in ihrem Buch, was Grübeln bedeutet und wie du dich von diesen Gedanken befreien kannst. Sie beschreibt zu Beginn über die Gründe des Grübelns und Denkens, anschließend über die verschiedenen "Grübeltypen".

Zum Ende bekommt der Leser noch einige, wirklich brauchbare, Tipps an die Hand.
Das Buch liest sich in einem Rutsch, ich mochte die Kombi aus Text, Zitaten und Bildern. Alles wirkt so viel ansprechender und bleibt besser in Erinnerung. Das Gehirn in Bändern hat mich sehr beeindruckt, weil es das Grübeln so wunderbar beschreibt. Besonders interessant fand ich die Aussagen, dass wir Gedanken klassifizieren sollten (konstruktives Denken oder Grübeln). Ich bin eine klassische Grüblerin und habe mich in vielen Aussagen wieder gefunden; kann einige Tipps sicherlich gut umsetzen und bin ganz motiviert endlich konstruktiver zu denken.
"Manchmal muss man die Richtung ändern, um den eigenen Weg zu finden" Unbekannt; diesen Spruch am Ende nehme ich in Zukunft besonders ernst. Danke für dieses wertvolle Buch!

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Buch_puttel

Rezensionen von Eternal-Hope:

Die Frauen rund um das Haus auf den Klippen

Die Frauen von Maine von J. Courtney Sullivan

"Die Frauen von Maine" von J. Courtney Sullivan ist im englischsprachigen Original unter dem Titel "The Cliffs" (Die Klippen) erschienen. Beide Titel sind treffend und beschreiben, worum es geht: um ein jahrhundertealtes Haus direkt an den Klippen von Maine, mit Blick auf das Meer.

Und um die Frauen, die dieses Haus bewohnten oder damit in Verbindung stehen.

Der überwiegende Teil des Buches spielt in der heutigen Zeit, in der wir die knapp 40-jährige Jane miterleben. Jane stammt aus sozial benachteiligten Verhältnissen, ist gemeinsam mit ihrer Schwester bei der alkoholkranken Mutter aufgewachsen und hat es dennoch geschafft, zu studieren, einen interessanten Beruf im akademischen Umfeld auszuüben und eine langjährige Beziehung zu führen. Aber die Vergangenheit holt sie immer wieder ein, in vielerlei Hinsicht.

Wir erleben Janes Entwicklung, aber auch ihre Herausforderungen, mit ihrem familiären Erbe umzugehen und gleichzeitig ihre Faszination für das Haus an den Klippen, das sie als Jugendliche zufällig entdeckt und das sie nicht mehr los lässt.

Während also etwa 80 Prozent des Buches aus Janes Sicht erzählt werden, sind zwischendurch immer wieder kleinere Kapitel aus der Sicht weiterer Frauen eingeschoben, auch aus der ferneren Vergangenheit des Hauses. Das hat mir sehr gut gefallen, weil wir dadurch ein umfassenderes Bild bekommen. Und Schritt für Schritt zeigen sich die Verbindungen zwischen diesen Frauen und zwischen Vergangenheit und Gegenwart auf.

Sprachlich ist das Buch solide geschrieben (kein Meisterwerk voll von wunderschönen Metaphern, aber gut und angenehm zu lesen) und die Küste Maines und das Leben dort, jetzt und in der Vergangenheit, wird beim Lesen vor dem inneren Auge lebendig. Überwiegend war es ein Vergnügen, das Buch zu lesen und die Handlung hat mich neugierig gemacht, wie es weitergeht.

Wer in Betracht zieht, das Buch zu lesen, sollte offen für die Themen familiärer Alkoholismus, Geschichte und Leid der Native Americans sowie Geister und Okkultismus sein - all diese Themen ziehen sich stark durch das Buch.

Für mich, die ich diese Themen interessant finde, war das eine der Stärken und ich habe auch geschichtlich einiges Neues gelernt, wenn auch das Alkoholismus-Thema mir ein bisschen zu präsent war (das ist sehr oft in amerikanischen Büchern der Fall, es scheint dort ein besonders großes Thema zu sein) und sich die Geschichte insgesamt vielleicht auch ohne all die Geister erzählen hätte lassen (vielleicht aber auch nicht oder nur sehr anders).

Ich glaube, dass es auch für Männer eine bereichernde Erfahrung sein kann, Bücher von Frauen zu lesen, in denen es hauptsächlich um Frauen geht. Wer dieses Buch lesen will, dem sollte aber klar sein, dass der Titel dem Inhalt durchaus gerecht wird: es geht zu 99 % um Frauen und deren Perspektive und Männer kommen nur sehr am Rande und immer nur mit Bezug zu diesen Frauen, aber nie als eigenständige Erzähler vor.

Insgesamt ist es eine spannende und schön zu lesende Geschichte und auch ein Buch, das zum Nachdenken über Benachteiligung und Diskriminierung anregt und dazu, uns zu fragen, ob überhaupt, und wenn ja, wie historisches Leid wieder gut gemacht werden kann und welche Geschichten auch im akademischen Bereich und in Museen bis heute erzählt werden und wie diese Narrative diverser und damit fairer gestaltet werden können.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Eternal-Hope

Rezensionen von Natalie:

Über weite Strecken spannend

Hast du Zeit? von Andreas Winkelmann

Zeit.. ein kostbares Gut. Ein Gut, welches dem Täter gestohlen wurde und er holt es sich gnadenlos zurück.

Lars Grotheer, ein pensionierter Polizist, wird von seiner Tochter Michelle
gebeten, den Stalker ihrer Freundin ausfindig zu machen. Noch während er sich einen Plan zurecht legt, wird diese getötet.

Gleichzeitig wird eine Schornsteinfegerin mitten am Tag entführt, während sie mit ihrer Lebensgefährtin Lilly telefoniert. Die Ermittlungen der Polizei verlaufen schon nach kurzer Zeit im Sande und so versuchen Grotheer und Lilly auf eigene Faust Licht ins Dunkel zu bringen…

Zeit, definitiv ein spannendes Thema und der rote Faden, welcher sich in dem Thriller durchzieht. Winkelmann hat hier ein verworrene, aber auch durchaus spannende Story geschaffen, in der zunächst viele Fragen im Raum stehen, auf die es scheinbar keine Antwort gibt. Grotheer und Lilly sind interessante Charaktere, die weitern bleiben eher blass, was für den Verlauf des Thrillers aber ok ist. Dem Täter werden immer wieder separate Kapitel gewidmet, in denen der Leser einen ganz guten Einblick in seine Psyche bekommt. Der Thriller hat über weite Strecken eine gelungene Sogwirkung, wobei es für mich persönlich nicht das spannendste Buch des Autors ist. Mit der Frage „Hast du Zeit?“ ist aber trotzdem ein spannendes Thema für einen Thriller entstanden. 3,5* von mir.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Natalie

Rezensionen von Natalie:

Zwischen den Zeilen

Wir treffen uns im nächsten Kapitel von Tessa Bickers

Erin mustert ein paar ihrer Bücher aus und stellt diese in einen der nahen öffentlichen Bücherschränken Londons und bemerkt zu spät, dass sie versehentlich auch ihr Lieblingsbuch hineingestellt hatte… in dem Buch steckt zwischen Seiten das letzte Geschenk ihrer besten Freundin, deren Tod sie immer noch nicht überwunden hat.

Das Buch scheint verloren, doch Erin hat Glück, den es taucht ein paar Tage später wieder auf. Doch beim Blättern bemerkt sie, dass jemand auf ihre Notizen geantwortet hat. Zuerst böse darüber, entwickelt sich zwischen Erin und dem geheimnisvollen Unbekannten aber schnell ein ungewöhnlicher Austausch in diversen Büchern, der Erins Herz höher schlagen lässt…

Man kommt sehr schnell in die Geschichte rein, der Schreibstil lädt dazu ein. Wir lesen sowohl aus Erins als aus James (der Buchfreund) Perspektive und bekommen so einen tiefen Einblick in ihr Leben und ihre Gefühle. Neben der tollen Grundidee zum Buch (wer von uns Buchliebhabern liebt das nicht?) hat mir vor allem auch die Entwicklung der beiden Hauptprotagonisten sehr gut gefallen und diese war vor allem bei Erin meines Erachtens so was von nötig. Zuviel fand ich die Päckchen, die beide zu tragen hatten, da hätte es für meinen Geschmack auch weniger Dramatisch sein dürfen, ohne das die Grundidee des Buchs daran kaputt gegangen wäre. Außerdem behandelt das Buch einige schwere Themen, wodurch es nicht einfach eine lustig-romantische Story ist. Der Schluss wiederum war auch fast zu viel des Guten, wobei ein solcher Roman natürlich auch so ausgehen darf. Trotz meiner Kritikpunkte hat mich die Geschichte gut unterhalten und sie zeigt, dass es nie zu spät ist, sein Leben zu ändern.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Natalie

Rezensionen von Bellis-Perennis:

Eine gelungene Fortsetzung

In der Erde von Pernilla Ericson

In diesem dritten Teil der vierteiligen Reihe rund um die schwedische Ermittlerin Lilly Hed bekommen wir es mit einem perfiden Verbrechen zu tun. Als ein Einfamilienhaus auf Grund einer Gasexplosion zerstört wird, findet man nur die Leichen zweier Erwachsener, also der Eltern. Die fünfjährige Tochter scheint verschwunden zu sein.

Wenig später, eine ähnliche Katastrophe. Nun sind zwei Mädchen verschwunden, offensichtlich entführt. Der Entführer meldet sich und gibt der Polizei zehn Tage Zeit, seine Forderungen, mehrere Pflegekinder ihren leiblichen Eltern zurückzugeben, zu erfüllen, ansonsten würde er die Mädchen verdursten lassen.

Fieberhaft beginnt die Suche nach den Mädchen und dem Täter. Obwohl Lilly Hed schwanger ist und an einer schlimmen Form der Schwangerschaftsübelkeit leidet, ermittelt sie auch vor Ort ohne Rücksicht auf ihren Zustand zu nehmen. Dabei ist sie wegen des bevorstehenden Prozesses gegen ihren Ex-Freund, der Oberstaatsanwalt, ohnehin ziemlich angespannt.

Erst als sich nach längerer Recherche eine Gemeinsamkeit zwischen den beiden bei den Explosionen getöteten Frauen ergibt, ist klar, wo nach dem Täter gesucht werden muss. Dabei läuft den Ermittlern die Zeit davon ...

Meine Meinung:

Obwohl ich diesen dritten Fall für Lilly Hed und ihr Team sehr spannen finde, muss ich Kritik üben, die den 5. Stern kostet.

Ich weiß ja jetzt nicht, wie die gesetzlichen Bestimmungen für Schwangere in Schweden sind. Aber, dass eine schwangere Polizistin, die noch dazu an solche Beschwerden leidet, ganz normal Dienst tut, kann ich kaum glauben. Hier sind sowohl die werdende Mutter als auch der Fötus gefährdet. Das Vorgehen widerspricht in meinen Augen der Fürsorgepflicht, die Arbeitgeber seinen Arbeitnehmerinnen gegenüber haben. In Österreich ist es Schwangeren verboten Überstunden zu leisten und die Arbeitgeber haben Schwanger von Arbeiten, die das Leben und die Gesundheit von Mutter und Kind gefährden, sofort nach der Meldung einer Schwangerschaft abzuziehen, auch wenn es den Frauen nicht passt.

Lilly könnte Innendienst machen, aber dass sie vor Ort ermittelt und sich wissentlich in Gefahr begibt, halte ich für unverantwortlich. Ich finde, es genügt schon, dass sie auf Grund des bevorstehenden Prozesses in Gefahr gerät, da muss sie sich nicht auch noch im Job Gefahren aussetzen. Also das kostet sie einige Sympathie bei mir.

Die Auseinandersetzung mit ihrem Ex-Freund steuert langsam und unaufhörlich auf eine Eskalation zu. Es bleibt zu hoffen, dass im vierten und letzten Teil nicht LIlly Hed die Leidtragende sein wird.

Im aktuellen Fall liegt der Fokus weniger auf der Teamarbeit wie wir sie aus den Vorgängern kennen, sondern auf den Alleingängen von Lilly Hed.

Sehr gut gelungen ist der Schwenk zu den entführten Mädchen, die fünf und acht Jahre alt sind und in manchen Handlungen ein wenig zu erwachsen wirken.

Die Verzweiflung des Täter generiert so etwas wie einen Anflug von Mitleid oder Verständnis, seine Rache am System, das Unschuldige das Leben kostet, ist allerdings nicht akzeptabel.

Fazit:

Wie schon oben erwähnt, ist Lilly Hed diesmal für mich nicht die toughe, strahlende Heldin, sondern eine sture Ermittlerin, die das Leben und die Gesundheit ihres Babys in Gefahr bringt. Daher gibt es diesmal nur 4 Sterne.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Bellis-Perennis